Teleporter statt Teleprompter

Von Boris Schneider-Johne, Sa, 6. Feb 2010 21:44

Gestern (also Freitag) abend verlieh die Mannschaft von IDG Entertainment (Gamestar, Gamepro) wieder ihre “Gamestars”, von den Lesern (und Benutzern der Webseite) per Abstimmung ermittelte “beste Spiele des Jahres” in diversen Kategorien. Diese Veranstaltung mag ich sehr, denn zum einen ist die Moderation oft lustig und viele liebe Freunde aus der Spielebranche sind zugegen.

Dieses Jahr haben sich die Redakteure allerdings selbst übertroffen. Die “Bühnenshow” mit Videoeinspielungen war aufwendig, lustig und pannenfrei (selbst die “Aspect Ratio” hat diesmal gestimmt), absolut kurzweilig, kurzum so, wie man sich eine solche Veranstaltung im Fernsehen wünscht. Redakteure beamten sich mit Teleporten in Spielewelten (göttlich: Metal Gear Pappkartons und einen Bademantel für Assasins Creed) und Ex-Chefredakteur Gunnar gab den fiesen Bösewicht. So wäre es also schon ein hervorragender Abend gewesen.

Dann gab es aber noch überraschend einen Preis für “Forza Motorsport 3” als bestes Sport/Rennspiel des Jahres, der mich sehr glücklich gemacht hat, da ich dieses Spiel im Rahmen eines “Nebenjobs” als Produkt Manager betreut hatte. Und noch dazu wurde “Secret of Monkey Island” in der Special Edition das Adventure des Jahres – die Redaktion schickt den Preis zwar zu Lucasarts, aber danke für die nette Erwähnung meines kleinen Beitrags zum Erfolg, auch wenn ich doch die John Schneider Geschichte schon längst hier im Blog erklärt hatte (hätte man mal die Kommentare lesen sollen). Später gab es dann etwas Verwirrung, weil ich doch bitte den Preis zurückgeben sollte (den ich gar nicht bekommen hatte) worauf ich mir ihn dann aber erst recht auslieh (Danke Steffi!), um zumindest, knapp 20 Jahre nach Erscheinen von “Monkey Island”, endlich mal einen Preis dafür in der Hand gehabt zu haben. Das schlägt das Warten auf Duke Nukem Forever um Längen! Der Hausfotograf der Veranstaltung hat lustige Bildchen gemacht und ich nehme an, am Montag oder Dienstag kann ich die auch auf dreisechzig.net packen.

Und als Sahnehäubchen hatte ich noch die besten Tischnachbarn, die man sich für so eine Veranstaltung wünschen kann. Was für ein Abend!

Es regnet Klopse

Von Boris Schneider-Johne, Do, 4. Feb 2010 21:07

Ich hab’s zwar schon getwittert aber: “Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen” ist ein herrlich unsinnig komischer Film. Man kennt mich ja als Wetterer gegen die Unlogik in Filmen, die sich ernst nehmen. Wolkig… nimmt sich nicht eine Sekunde ernst und schöpft deswegen sein Humorpotential voll aus. Egal wie absurd eine Idee ist, sie wird weitergesponnen und alle Charaktere steigen einfach darauf ein (die #1 Regel von gutem Improv-Theater).

Mein Lieblingsbeispiel: Erfinder Flint hat eine Maschine, die aus Wasser Essen macht. Die Maschine heißt: “Flint Lockwood Diatonic Super Mutating Dynamic Food Replicator”, abgekürzt “FLDSMDFR”. In jeder anderen Komödie würde irgendein Charakter jetzt sagen, daß man da einen besseren Namen braucht. Aber in diesem Film versuchen einfach alle, diesen Namen mitten im Dialog auszusprechen (zum Beispiel Flitzimdöfrö…) und das auch nicht seltsam zu finden. So macht man Running Gags, bei denen Boris japsend im Kinosessel liegt. Ich könnte noch mehr zitieren, aber das nimmt den Spaß beim Angucken weg, also keine Spoiler.

Und wenn im großen Finale Flints Vater vor die größte Aufgabe seines Lebens gestellt wird, sind alle Nerds in uns glücklich über die perfekte Darstellung eines Telefongesprächs, das jeder von uns schon mal hatte. Nur eben nicht in diesem Zusammenhang.

Meine neue Traumkamera?

Von Boris Schneider-Johne, Di, 2. Feb 2010 22:39

Ich hoffe, Canon hat noch was für die PMA im Kasten – sonst muß ich in Kürze von meiner geliebten Canon S3is auf Fujifilm umsteigen. Die Finepix HS10 Ankündigung liest sich wie eine Wunschliste, auf der gar nichts fehlt: 30x Zoom von 24 bis 720mm? Mit Zoom- und Fokus-Ring am Objektiv so wie bei Spiegelreflex? Backlit-CMOS mit bis zu 6400 ISO? 10 fps Burst-Mode für bis zu sieben Bilder ohne Auflösungskompromisse? Von Casio übernommene High-Speed-Video Funktionen sowie eine Zeitmaschine, die Fotos aufnimmt, bevor man den Auslöser durchgedrückt hat? Automatische Panoramen (einfach Kamera schwenken), Entfernung von “Touristen” (aus fünf Fotos werden alle sich bewegenden Objekte rausgerechnet) und diverse Modi für Fotos in extrem schlechten Lichtverhältnissen? 4xAA Batterien? RAW-Modus? Bewegliches Display für Überkopf-Aufnahmen? Sprich, alles was Sony und Casio an Innovationen in den letzten High-End-Modellen hatten, plus ein Extrem-Zoom von Fuji, alles in einer bezahlbaren Kamera?

Klar, es kann immer noch den Haken mieser Bildqualität durch Verzeichnungen im Objektiv oder Sensorrauschen geben, aber mein Herz schlägt höher, wenn ich die Specs lese (PDF am Ende der Seiten zum runterladen).

Wenn jemand von Fujifilm mitliest: Dieses Blog ist für ein Testmuster sofort zu haben! :-)

Atomisiert

Von Boris Schneider-Johne, Di, 2. Feb 2010 22:17

Ich hatte es immer wieder mal angedeutet und dann monatelang verschlampt, über meine PC-Ausstattung zu Hause zu reden. Denn privat bin ich inzwischen ein Intel-Atom-Haushalt. Mein Flirt mit Atom fing mit einem der ersten Netbooks an, einem Acer 150D, das auch heute noch mein PC für unterwegs ist. Ich bin zwar immer wieder versucht, doch ein anderes Netbook zu bekommen, welches einen Non-Glare-Bildschirm hat, aber nur wegen des Screens wird kein weiteres Gerät gekauft.

Mein Netbook-Abenteuer begann als Experiment mit Windows 7: Um eine Maschine zu haben, auf der man die Win 7 Beta installieren konnte, kam das Acer-Testgerät in meine Hände. Im Hinterkopf immer die Geschichten, daß diese Netbooks in der Leistung stark eingeschränkt seien und das man nur beschränkt mit ihnen arbeiten könnte. Vista könne man gleich vergessen und mit Windows 7 sei es “erträglich”. Dem kann ich zum Glück widersprechen.

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Der Verrat

Von Boris Schneider-Johne, Fr, 22. Jan 2010 14:43

Was soll’s, irgendwann kommt es eh raus, also einfach den ersten Schritt machen: Seit einer Woche bin auch ich im Club der Iphone-Besitzer. Man kennt mich als Windows-Mobile-Nutzer, ich habe hier im Blog sogar selbsterstellte Tips veröffentlicht, auf die von anderen Windows-Mobile-Seiten gelinkt wird. Klar, da war auch ein Stück “Lokalpatriotismus” dabei (Arbeitgeber und so). Aber – einen Ipod Touch habe ich mir schon vor geraumer Zeit gegönnt, im wesentlichen als “Video-in-der-S-Bahn-Abspieler”. Aber natürlich bin auch ich den Verlockungen des App-Stores erlegen, wie man auch im Spieleveteranen-Podcast hören kann.

Vor kurzem erschien Windows Mobile 6.5 und daher gab es unter anderem eine Upgrade-Runde im Büro. Offiziell zugeteilt wurde mir ein Samsung Omnia Pro B7330, unter Freunden auch “Winberry” genannt, weil es doch einem anderen Produkt auf dem ersten Blick sehr ähnelt. Am Anfang war ich auch durchaus begeistert. Die Integration mit Exchange 14, insbesondere was SMS und Voicemail angeht, ist ein echter Pluspunkt. Der Visitenkarten-Scanner im ROM funktioniert hervorragend. Und ich kam sogar halbwegs mit der Tastatur zurecht.

Aber es gab Probleme. Bei jedem dritten Gespräch meinte mein Gesprächspartner auf einmal, ich würde schlagartig leiser. Ich dachte erst, ich hab den Finger auf dem Mikrofon, aber das war es nicht. Andere Nutzer des gleichen Telefons berichteten mir die gleiche Geschichte. Dann die Sache mit der SMS im Kino: Auch wenn das Ding auf total stumm geschaltet ist, wirklich alles aus, sendet es trotzdem eine laute Fanfare, wenn man eine SMS verschickt. Was mir (immerhin nur während der Werbung) im Kino passiert ist. Und dann noch zweimal in Meetings. Und selbst die erprobtesten Registry-Hacks funktionieren nicht. Antwort des Supports: Ja, das Problem ist bekannt, aber ob, wann, wie das gefixt wird – frag doch demnächst nochmal nach.

In die Kategorie “Warum nur, warum” fällt aber der verschlimmbesserte Internet Explorer, der jetzt die zweifelhafte Ehre hat, perfekt für mobile Geräte formatierte Webseiten nicht mehr darstellen zu können. Egal ob heise-online.mobi oder m.spiegel.de: Man sieht unter WinMo 6.5 eine geschrumpfte Desktop-Version, in die man sich langwierig reinzoomen muß und die dann in unsauberem Schriftbild erscheint. Und ja, ich habe alle möglichen Settings ausprobiert.

Zur letzten Ehrenrettung lieh mir ein Kollege für einen Tag das Flaggschiff der Windows Phones: Den HTC HD2, mit dem größten, hochauflösendsten Screen der Branche, kapazitivem Touchscreen (wie Iphone) und überhaupt der HTC eigenen “Sense” Oberfläche, die Windows gut übertüncht, zumindest solange bis man wieder in irgendeiner Applikation landet. Aber – wenn man zwei Jahre Ipod Touch kennt, ist das Fingerscrolling hackelig und unsauber, die Fingererkennung deutlich unpräziser (ich konnte teilweise Dialogboxen einfach nicht treffen) und dank des hochauflösenden Bildschirms laufen manche liebgewonnenen Applikationen einfach nicht. Ach ja, und auch hier konnte der Internet Explorer Spiegel Online nur mit händischem Rum-Gezoome lesbar zeigen (aber dafür hat HTC auch Opera zusätzlich ins ROM gebrannt, damit ging’s).

Es gibt viel am Iphone, was mich stört. Der Preis und die Knebel-Verträge, wenn man sich nicht aus Italien was “unlocktes” importiert (wie ich es getan habe). Es ist eine Schande, daß kein Bluetooth-Profil für Tastaturen enthalten ist (wofür ist dieser Protektionismus gut – hier kann ich Zero Vorteil für Apple erkennen). Batterie selber wechseln? Geht nicht! (Gab es da nicht eine EU-Norm, daß Batterien seit Sommer 2009 wechselbar sein MÜSSEN?).

Aber was das Ding kann, kann es einfach gut. Internet-Surfen in der Hand funktioniert erstaunlich schön und macht Spaß. Itunes (auf Windows) ist eine üble aussätzige Krankheit (ein Armutszeugnis für die Apple-Programmierer) aber der App-Store im Iphone selbst funktioniert prima, wenn man weiß was man sucht – sprich, man muß sich im Internet informieren (ich empfehle toucharcade.com, appshopper.com und natürlich auch das iphoneblog.de). Mit Itunes macht das “App-Browsen” keinen Spaß, denn es ist quälend langsam. Spiele wie “Orbital” und “Bejeweled 2” sorgen dafür, daß ich keine Filme auf dem Ding mehr gucke. Und, was mich fast in den Wahnsinn treibt: Es ist ein gutes Telefon. Ich höre abundzu Klagen über den Telefonpart im Iphone, aber zumindest mein 3GS klingt besser und verständlicher als jedes andere Handy, das ich in den letzten Jahren hatte. Und es hat sogar einen brauchbaren Freisprech-Modus.

Es wird wohl, so sagt das Internet, an einer komplett neuen Version von Windows für Mobiltelefone gearbeitet, die radikal mit den bisherigen Versionen brechen soll. Hier habe ich kein “Inside Knowledge” und weiß auch nur, was die PPC-Gazetten im Internet so schreiben. Ich bin gespannt. Um mich, einen 14-Jahre-Microsoftie, wieder zurück zu holen, müssen die sich wirklich sehr anstrengen.

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