Die Trennung von Kirche und Staat
Halb USA brodelt wegen Jeff Gerstmann – sogar Heinrich bloggt darüber. Jeff war jahrelang Redakteur bei Gamespot.com und wurde urplötzlich gefeuert, im amerikanischen Stil ("bitte verlassen Sie das Gebäude, wir haben schon alle ihre persönlichen Sachen in Kartons verpackt"). Zwei Wochen vorher hatte Jeff das Spiel Kane & Lynch sehr mau in einem Test bewertet. Dummerweise war genau dieses Spiel das Hauptwerbe-Motiv auf Gamespot. Jetzt lautet die Frage: Mußte Jeff gehen, weil sein Test (der ziemlich in Line mit den Metacritic-Scores ist) dem Anzeigenkunden mißfiel?
Seltsamerweise geschah das alles in der Woche, in der ich eine Mail von Gunnar Lott, den ich seit vielen Jahren sehr schätze, erhielt, in der er seinen Abschied von der Chefredaktion Gamestar bekannt gibt. Er bleibt IDG erhalten, macht als Director of Online and New Business die Portale gamestar.de und gamepro.de, diverses anderes und – "Dienstleistungen für die Spieleindustrie". IDG Entertainment macht neben Zeitschriften auch Pressetexte, Trailer, DVDs und Beratung für Titel, die auch in den Zeitschriften bewertet werden.
Bevor mich IDG verklagt oder Gunnar die Freundschaft kündigt: Ich sag ja nicht, daß das schlecht ist. Das Thema ist ein echt zweischneidiges Schwert. Es gab Zeiten in meinem Leben, da stand ich auch auf beiden Seiten des Gartenzauns gleichzeitig: Spiele für die Industrie übersetzt (Maniac Mansion), trotzdem Spiele in Zeitschriften bewertet. Mein allerletzter gedruckter Spieletest war für ein Produkt der Firma Microsoft, zu einem Zeitpunkt, als Microsoft schon als mein neuer Arbeitgeber fest stand (The Neverhood – war aber eine miese Wertung…). Der harte Kampf der Redaktion gegen den Anzeigenkunden, der aber gleichzeitig der Lieferant wichtiger Inhalte und der Lebensgrundlage "Geld" ist, war jahrelang mein Berufsfeld.
Spielepublikationen, egal ob auf Papier oder im Internet, sind in der Zwickmühle des rein inzestösen Anzeigengeschäfts. Abundan verirrt sich mal eine Zigarettenreklame oder ein Fernstudien-Anbieter oder ein Deo in eine Spielezeitschrift, aber der Großteil der Anzeigen kommt von den Firmen und Produkten, die die Redaktion eigentlich unabhängig bewerten will. Eine Fernsehzeitung hat das Problem nicht: Da macht Werbung für Tütensuppen, Türkeireisen oder Tünnef anderer Art das eigentliche Geschäft; RTL oder SAT.1 buchen auch mal eine Seite, ohne die die Zeitschrift aber auch überleben kann. Spielemagazine aber haben es in zwanzig Jahren nicht geschafft, sich als Medium zu etablieren, mit dem man "Spieler" erreicht, aber eben für andere Produkte (Tütensuppen…). Und in den Marketingabteilungen der Spielefirmen fragt man sich immer wieder, warum man sein Spiel in einer Spielezeitschrift bewirbt – kann man damit auch nur eine Handvoll Exemplare mehr verkaufen oder ist das mehr eine Stütze, damit es überhaupt Spielezeitschriften gibt?
Denn eines ist klar: Ohne Anzeigen ginge gar nichts. Die Heftpreise müssten rauf. In Zeiten, in denen das Internet so tut, als müsse man für qualitativ hochwertige Inhalte nie einen Groschen bezahlen (ein Irrtum), wäre ein Preisanstieg bei den gedruckten Spielemagazinen tödlich. Die fallenden Auflagenzahlen der letzten Jahre sprechen Bände.
Ich kenne die deutschen Redaktionen noch gut und ich weiß, daß man mit purem Anzeigen-Kaufen nichts erreichen kann und mit Streits "Ich nehm dir jetzt die Anzeigen weg, weil du mein Spiel schlecht getestet hast" noch weniger, denn Redakteure haben ein Elefanten-Gedächtnis und dein nächstes Spiel kriegt dann sicher nicht die große Preview. In einem Konflikt säße eine Redaktion am längeren Hebel, denn Leser haben noch nie ein Heft wegen der schönen Anzeigen gekauft. Mir hat in meinen letzten Tagen als Chefredakteur noch ein Publisher mit dem Anwalt gedroht, weil sein Titel einen Punkt weniger als der Konkurrenztitel bekommen hat. Da darf man einfach nicht zucken und dem Gegenüber nur tief und ohne blinzeln in die Augen gucken. Der Chefredakteur gewinnt das Spiel – solange der Geschäftsführer nicht doch der Meinung ist, daß die Anzeigenabteilung die Inhalte des Hefts treiben kann. Ja, das gibt es und ist auch legitim; man schaue sich nur die seltsame Synchronizität von Artikeln und Anzeigen in den Umsonst-Heftchen beim Fast-Food-Restaurant um die Ecke an. Irgendjemand muß da Redaktion und Druck bezahlen, und da heißt es wirklich: Wes Brot ich eß, des Lied ich sing.
Die einzige Waffe, die der Spieleanbieter in der Hand hat, ist das Zauberwort "Exklusiv" – ich geb dir Infos, die kein anderes Magazin hat. Funktioniert inzwischen nur leider gar nicht mehr, da Exklusiv-Deals immer häufiger absichtlich (durch andere Zeitschriften) oder unabsichtlich (durch Scans anderer Zeitschriften, die durchs Internet wandern) unterlaufen werden. Merke: Du hast nur das Exklusiv, was du selber machen kannst und nicht von einem Lieferanten kommt. Aber ich schweife ab…
Meiner Erfahrung nach sind praktisch alle größeren Redaktionen in Deutschland anzeigen-neutral. Das heißt natürlich lange nicht, daß das deutsche Spieletest-System in den großen Zeitschriften perfekt und objektiv wäre. Ich hab hier noch einen weiteren Zweiseiter im Kopf, den ich im Laufe der Woche schreiben werde.
Zurück zu Gerstmann: Ich glaube nicht an die Theorie, daß er wegen dieses einen Tests gefeuert wurde, aber die Spekulationen, daß die neue Geschäftsleitung bei Gamespot eher mehr mit der Industrie zusammenarbeiten will und daß ein nur seiner eigenen Meinung verpflichteter Redakteur da auf Dauer hinderlich ist, sind halbwegs glaubwürdig. Wahrscheinlich gab es Krach, wahrscheinlich hat Gerstmann dann was falsches gesagt, die Emotionen kochten hoch und auf einmal begleitete ihn der Sicherheitsdienst aus dem Gebäude. Aber egal, was wirklich passierte: Gamespot hat jetzt den Ruf weg, nicht mehr neutral und damit keine reliable Quelle für Spieletests zu sein. Das kann heutzutage tödlich sein, denn ein anderes Internet-Magazin ist für die Leser nur einen Mausklick weit entfernt.

soweit man lesen konnte ist der kollege durch seine sehr kritischen tests und reviews wohl eh schon ein dorn im auge gewesen und das letzte review inkl. der einhergehenden probleme war quasi das notwendige letzte momentum was zu seiner kündigung fehlte.
trotzdem traurig. kenne das spiel nicht, nur webvideos und reviews von usern aus foren, doch da kommt exakt die gleiche aussage daher: story und aufmachung sehr genial, technische umsetzung mangelhaft und gameplay eintönig und ohen abwechslung. klar das sowas ein spiel kaputt macht.
ich bin trotzdem sehr überrascht welche ausmasse ein unschönes spielereview annehmen kann…
Naja, ich kann mir auch kaum vorstellen, dass da was hintersteckt, was mit Sponsoring zu tun hat. Wenn man allerdings Eidos andere Fauxpas sieht, die noch mit K&L einhergehen. Zum Beispiel die falschen 5 Sterne Reviews auf der Webseite (mittlerweile entfernt). Das macht es nicht unbedingt einfacher an deren Unschuld zu glauben.
Aaron Thomas von Gamespot hätte es, aufgrund seines Tenchu Z Reviews, jedenfalls eher verdient
Es werden die gestreichelt, die dem Brotgeber nach der Nase reden.
Weigerst du dich hartnäckig (auch wenn du Belege vorweisen kannst)
wirst du unagenehm. Man will mit dir nicht mehr diskutieren weil
das so schwierig ist und womöglich richtig ist.
Also entfernt man den Störfaktor. Das ist einfacher als sich den
Problemen zu stellen. Das Management von Heute hat nichts
dazugelernt. Manchmal ist es heilsam die Kritiker zu hören und
mal reinen Tisch zu machen. Den Stall mal ausmisten und
die schlafenden Leute rausschmeißen die nur noch aus
Gewohnheit da sind und nicht mehr um einen Auftrag
zu erfüllen oder zu übertreffen.
Die Zeiten der Idealisten starb mit der Abhängigkeit vom
Werbepartner.
Wenn sich heute ein Printmedium neu auf dem Markt
behaupten will, welches die “Wahrheit” schonungslos
druckt sieht sie sich gleich unter Druck der Hersteller.
Das nennt man dann Pressefreiheit. Na Danke.
Nehmen wir doch mal Assasins Creed. Tolle Kritiken
und dann? Ich bin enttäuscht. Das Movement, die
Grafik , die Spielidee… alles wirklich toll. Ehrlich.
Aber dann? Jeder Auftrag ähnelt dem anderen.
Es wird nur schwerer aber im Prinzip ist es immer
gleich.
Das konnte ich aber nur durch andere Benutzer erfahren.
Daher nicht gekauft, in die Videothek und ausprobiert.
Es lag nach 4 Stunden wieder in der Videothek.
Die Testbereichte haben mir das aber verschwiegen.
Ein Schelm der Böses dabei denkt.
Ich verlasse mich nur noch auf Community- Bewertungen
die keiner Geldmaschinerie unterworfen sind.
Es ist traurig für die Branche.
Sie begaben sich in die Arme der zahlenden Sponsoren
und werden erdrückt statt umarmt.
Ich bin ja auch kein Freund von Verschwörungstheorien & Co, aber wie ein vom Gameplay her lahmes Spiel wie Assassins Creed eine 100%-Wertung nach der anderen abgestaubt hat – das ist mir absolut unverständlich. Entweder die Redakteure sind weit weg von dem, was man professionelles Arbeiten nennt – oder … ja, genau, waren gekauft. Hohe Wertungen ok, wenn man sich von technischen Aspekten allein und der riesigen Spielewelt beeindrucken lässt (für mich ists bestenfalls ein mittelmässiges Spiel). Aber 100 von 100 Punkten ist sowas von fernab der Realität, da kann mir kein Mensch einreden, das das mit rechten Dingen zugegangen ist. Entweder geistige Umnachtung, oder …
So etwas war meiner Meinung nach schon lange fällig. Jetzt ist der Aufschrei natürlich groß – schließlich mögen es Amerikaner gar nicht wenn Konzerne so böse sind (zumindest nicht wenn es ordentlich aufbereitet wird).
Ich lehne zwar generell die Testberichte von großen Magazinen ab, aber man ertappt sich halt doch immer wieder dabei mit Hochspannung auf das Halo 3, Mass Effect, Orange Box etc. Review zu warten – sei es von Gamestar, Gamespot, Gamespy oder Games[random].
Im Idealfall verlässt man sich nur auf die Aussage einer Community, die den eigenen Geschmack am besten verstehen kann.
Aber woher würden wir dann die exklusiven Previews bekommen?
Schwieriger Fall.
naja, online ist das problem ja ähnlich. wenn man sich bei den großen der szene umschaut bekommt man auch den eindruck des handels “du gibts mir branding, ich geb dir bessere bewertung”…
@ Boris:
guter und sehr interessanter Kommentar zu aktuellen Lage aus dem “Krisengebiet”
Schreib bitte den Zweiseiter, den Du im Kopf hast!
Aber ich denke auch was die Entlassung betrifft:
da kommt sicher mehr zusammen als nur ein schlechter Test.
Sehr schade das ganze. Ich bin schon seit Jahren complete member bei Gamespot und Jeff war mit einr meiner Lieblings-Redis.
Ich kann nur hoffen, dass an den Gerüchten nichts dran ist, obwohl es wirklich seltsam ist. Warum wird denn dann das testvideo vom Server genommen, wenn das nicht der Grund für die Kündigung war.
Und außerdem scheint Eidos wohl noch ein wenig mehr betuppt zu haben, mit falschen Test-Wertungen über Kane & Lynch: http://www.areagames.de/areagames/news/43207/Kane–Lynch-Seite-gibt-mit-falschen-Traumwertungen-an.aspx
Wie man ja auf Metacritic nachlesen kann, sind andere Tester ähnlicher Meinung wie Gerstmann. Allerdings fand ich seinen Artikel eher einen Verriss als einen Testbericht. Auf Positives wurde überhaupt nicht eingegangen. Noch deutlicher kann man “Don’t buy this, don’t even bother to rent it!” nicht sagen. Es ist etwas anderes, ein Spiel nicht explizit zum Kauf zu empfehlen als mit aller Härte vom Kauf abzuraten.
Die Entwickler von Kane&Lynch haben einige neue Sachen ausprobiert, zum Beispiel die Idee mit den Adrenalinspritzen, oder der ungewöhnliche Multiplayermodus. Ohne das Spiel je gespielt zu haben, gebe ich ihm damit das Prädikat “worth renting it once”.
So wie Gerstmann schreibt, könnte man meinen, er redet von einer extrem schlechten Umsetzung einer Filmlizenz, oder dem zehntausendsten Clone von Doom. Und das ist hier nicht der Fall.
Tja, was soll man dazu noch denken ? Ich meine, auch wenns falsch ist, so siehts doch auf Anhieb so aus, als wäre der Test der Grund dafür. Ich habe dazu meine persönliche Meinung, denke teils auch so, wie evtl. es überall geschrieben wird, da ich der Meinung bin, das die Firmen/Leute, die in deren Zeitschriften /Online-Plattformen groß werben, teils auch (leider…) viel mit zu bestimmen haben.
Geld regiert die Welt. Leider.
Aber hab gestern noch was beim Lesen gefunden:
http://www.4players.de/4players.php/kolumne_show/Spielkultur/134.html
Villeicht wird der Jeff irgendwann mal schreiben/sagen, was der wirkliche Grund war.
Den Schaden für Gamespot.com, durch verlorene User etc. dürfte nicht -ohne- sein.
ein anderer aspekt dieser geschichte:
(hab ich schonmal woanders gepostet passt hier aber auch)
es gibt einen beitrag eines posters bei gamespot der besagt das J.G. seit längerem schon teils zweifelhafte reviews schreibt(ok,soweit nichts neues)-bzw.seine arbeitsmoral in frage stellt-und das er laut seinem gamertag kane&lynch nie weiter als das zweite level gespielt haben soll.auch das(entfernte)testvideo soll keine szenen enthalten,die nach dem zweiten level stattfinden.kann ich nicht nachprüfen da nicht gespielt,sorry.würde mich aber interessieren ob`s so ist…
würde bedeuten das er dem spiel keine faire chance gelassen hat was auch ein sehr unfeiner zug wäre…
…und aufeinmal gibt es ne zweite seite der medaille…sind ja ein paar immer ganz schnell dabei wenn einer die schublade aufreisst.
natürlich kann man das auch als gerücht abtun aber was ist jetzt wahrheit,was fiktion?eine mischung aus beiden extremen erscheint mir plausibel.
Guter Artikel. Vorallem der letzte Absatz bzw. Schlusssatz …
Sehr lesenswert und zum Nachdenken anregend. Naja, ich kauf’ mir eh nur noch selten Sachen, die ich vorher nicht in irgendeiner Form schonmal angezockt habe. Deswegen mag ich den XBL-Marketplace so. Die Demos sind ein um LÄNGEN besserer Kaufhelfer als jedes Review.
NFS ProStreet z.B. Wird allerorts mittelgut bis sehr gut bewertet, ich find’s grottenschlecht. So ziemlich alle Serienkrankheiten (von der instabilen Bildrate bis hin zum MASSIVEN Product Placement) drin, außerdem ein billiger Versuch, in Forza-Terrain vorzudringen (woran es kläglich scheitert) – ich spar mein Geld für andere Sachen. Hätte ich mich auf die Reviews verlassen wie damals bei Carbon, wär ich sicher schwach geworden und hätte ich mich wieder grün&blau geärgert.
Wie schon woanders erwähnt, Reviews finden ja wohl auch, soweit ich weiss, Boris kann mich da korrigieren, in einem nicht-öffentlichen Bereich statt. MS-Partner-Netzwerk oder so in der Art? Ich denke nicht, dass er Spiele mit seinem privaten Account testen wird. Auch soll ja, wieder nur gehört, in Testmustern oft nicht volle Achievements-Unterstützung geben, da Vorabversion.
@ CEIsar: Ich glaube nicht, dass Du auf GameSpot viele Spiele finden wirst, von denen im Video Review sehr späte Level gezeigt werden.
Ich habe im Keller noch irgendwo dieses Kultexemplar der FUN GENERATION. Dort schrieb ein Mitarbeiter, jener später bei Giga Games bekannt wurde. anschliessend in die MTV Games Sendung reinrutschte. In einem offenen Brief (Mal ehrlich oder so ne Rubrik) beklagt sich ein Schreiberling über die Umstände des Games BIZ (seiner Zeit `Playstaion Versus SEGA Saturn mit Ausblick entweder SEGA KATANA oder Black Belt, Sega Mars, Neptun?)
Offen teilt man seinen Lesern mit, dass SONY dem Magazin mit Testmusterstopp drohte, sollten bestimmt Spitzentitel nicht eine Mindestwertung erhalten. In den näheren Ausführungen wurde umschrieben, wie bedeutsam solche regelmäßigen Quellen sind.
Anschliessend sollten keine weiteren Exemplare der FUN GENERATION erscheinen, das Magazin wurde vom Markt genommen.
Tribute to Jeff (falls es wen interessiert). Nichts besonderes, aber man kann schon sehen, wie sein Humor war/ist etc. Deswegen mag ich ihn ^^
http://www.gamespot.com/users/vikingwwu/video_player?id=ICQylzT45bwNvTTZ&om_act=convert&om_clk=featuedvideo&tag=user_vids;title;1
“Der Chefredakteur gewinnt das Spiel – solange der Geschäftsführer nicht doch der Meinung ist, daß die Anzeigenabteilung die Inhalte des Hefts treiben kann. Ja, das gibt es und ist auch legitim; man schaue sich nur die seltsame Synchronizität von Artikeln und Anzeigen in den Umsonst-Heftchen beim Fast-Food-Restaurant um die Ecke an. Irgendjemand muß da Redaktion und Druck bezahlen, und da heißt es wirklich: Wes Brot ich eß, des Lied ich sing.”
Da fällt mir spontan das 360 LIVE Magazin ein. Nichts gegen Richy Löwenstein, aber was dort schon gegen eine Coverstory inkl. ausschweifender Doppelseiten-Werbung deutlich überbewertet wurde, ist schon ziemlich auffällig. Aktuell denke ich da an Two Worlds oder TimeShift (letzteres ist sicher ein guter Titel, aber kein Tophit).
Mittlerweile würde ich soweit gehen und ein derartiges Vorgehen im Print-Bereich “legitim” nennen. Denn mir ist immer noch lieber, es gibt ein solches Magazin wie 360 LIVE als gar keines. Darüber kann man aber streiten, das ist mir klar.
Matthias
Hm. In diesem Posting steht nicht zusammen, was zusammen gehört
Boris, IDG trennt, wie man an der Personalie auch sieht, klar zwischen den Custom Publishing-Aktivitäten und den Redaktionen. Als Chefredakteur von GameStar hatte ich mit diesen Dingen wenig zu tun, in meiner neuen Position werde ich keinen Einfluss auf redaktionelle Schwerpunkte mehr nehmen. Zweischneidig ist da gar nix.
Allgemein: Zu der Gerstmann-Geschichte weiß ich gar nichts, würde aber, wie immer, empfehlen, erstmal Hanlon’s Razor zu probieren, ehe man sich in Verschwörungstheorien ergeht.
Und eine kleine Info am Rande: Der Anteil der Spiele-Anzeigen am Gesamtanzeigenaufkommen der großen Spielehefte dürfte mittlerweile unter 50 Prozent gesunken sein. Doof, aber nicht existenzbedrohend — die Magazine haben schon immer von Abo-Gebühren und Kioskerlösen gelebt. Was, im Gegensatz zu Anzeigen-finanzierten (Online-)Medien schon immer eine guter Grund für redaktionelle Unabhängigkeit war.
Gruß,
Gunnar
»Was, im Gegensatz zu Anzeigen-finanzierten (Online-)Medien schon immer eine guter Grund für redaktionelle Unabhängigkeit war. « – ein zuletzt auch von Kollegin Fröhlich gern genutzter Seitenhieb, der aber schon seit vielen, vielen Jahren bei jedem Online-Magazin, das über Drei-Schüler-wollen-Testmuster-abgreifen-Status hinausgewachsen ist, ebenso obsolet wie unnötig ist. Du solltest sehr genau wissen, dass große Online-Magazine mehr als nur das Werbebanner-Standbein haben.
das gleiche gab es doch bei der fuin generation als sich der chefredi über die schlechte dt. übersetzung lustig gemacht hat nach der ausgabe war er weg .