Deutsch gegen Englisch

Von Boris, Mi, 16. Jan 2008 10:41

Durch Zufall via UK Resistance auf diesen grandiosen Artikel gestoßen, der in einigen Aspekten erklärt, warum so viele englische Witze auf Deutsch einfach nicht funktionieren. Kann ich aus meinen alten Übersetzer-Tagen bestätigen, auch wenn ich es damals nicht so wissenschaftlich formulieren konnte: The German language provides fully functional clarity. English humour thrives on confusion.

16 Antworten für “Deutsch gegen Englisch”

  1. ChiefJudy sagt:

    Yes. So ist es…;) Und schon oft bemerkt.
    Klasse Artikel!!

  2. Dooode sagt:

    und genau aus diesem grund brauchen wir auch dringenst video-downloads mit o-ton ;) ohne diese option werde ich mir nie einen film als video-download ausleihen…

  3. Starkiller sagt:

    toller Artikel.

  4. daniel c w sagt:

    Esist immer sehr schade, wenn Wortspiele wichtig für die Handlung im Film/Fernsehen sind.
    Dann haben Synchros kaum eine Chance…
    Leider denken die Autoren selten daran.

  5. Malakay sagt:

    Aus diesem und anderen Gründen bin ich gegen die Synchronisation von Filmen und Computerspielen. Untertitel reichen.

    Ein gutes Beispiel für ein nicht ins Deutsche übersetzbaren englisches Sprichwort: “Is live worth living? It depends on the liver.” (Ist das Leben lebenswert? Es kommt auf den Lebenden/die Leber an.)

    Ich fand den Spruch “There are not many old buildings in Hannover – That’s beause you bombed them all.” ein sehr gutes Beispiel für deutschen Humor. Der Spruch an sich ist wahr (sowas wie “Erst ausziehen – dann duschen.”), und zeigt auf eine Situation, die so unlogisch ist, dass man darüber nur noch lachen kann. Wahrscheinlich auch mit ein Grund, warum Monty Python in Deutschland so erfolgreich ist.

  6. Bill Gates sagt:

    Ja so ist es halt. Mittlerweile achte ich bei deutschen Fassungen immer ein wenig auf die Lippen, daran kann man das Original ganz gut ablesen. Einige Jokes bei King of Queens z.B. gehen auf deutsch völlig unter, vieles ist dann nur halb so lustig.

  7. hoetz sagt:

    Irre ich mich oder waren früher die Übersetzungen einfach um Welten besser im Kino und TV. Würde heute noch jemand so weit gehen und Dr. McCoy aus Star Trek Pille (O-Ton: Bones) nennen? Ich erinnere mich vage an eine Doku über einen deutschen Übersetzer, der schildert wie damals alles viel freier überetzt wurde.

  8. daniel c w sagt:

    @hoetz: aktuellere Beispiele für freiere Übersetzungen sind King Of Queens, Scrubs – Die Anfänger, Will & Grace, ein wenig Boston Legal oder Ally McBeal und generäl Komödien im Kino.

  9. RickD sagt:

    > Würde heute noch jemand so weit gehen und Dr. McCoy aus Star Trek Pille (O-Ton: Bones) nennen?

    Gottseidank nicht! Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie schrecklich die Übersetzungen früher waren. Jeder englische Begriff musste mit Gewalt ins deutsche übersetzt werden. In der ersten Staffel der Simpsons wurde z.B. “Donut” mit “Kringel” übersetzt. *schauder*
    Damals wurden die Zuschauer von den Übersetzern für blöd gehalten. So nach dem Motto: “Das verstehen die nicht, das müssen wir umschreiben”.

    Ich finde in den letzten Jahren sind die Übersetzungen viel besser geworden, vor allem weil man den Zuschauern mehr zutraut.

    Trotzdem schaue ich mir Filme und Serien am liebsten im Original an, wenn ich der Sprache mächtig bin.

    zum Blogeintrag:
    Umgekehrt wird auch ein Schuh draus. Ich kann mit britischem Humor absolut nichts anfangen. Monty Python, “Little Britain”, “Coupling”, etc. finde ich total unlustig.
    Die einzige britische Comedy die ich wirklich lustig fand war “Trigger Happy TV”.

  10. Roitherkur sagt:

    Ja genau wir brauchen Video Downloads im O ton! Aber ich bezweifle das da jemals was kommt.

  11. mploetner sagt:

    interessant ist hier wohl das Thema “Dinner for One”. Eigentlich urbritischer Humor dort aber zeimlich unbekannt.

  12. ShinobidoN sagt:

    @hoetz: Ja, alte Filme und Serien kann ich mir heute auch noch synchronisiert anschauen. Bei aktuellen Filmen und Serien geht das aber gar nicht mehr. Da scheinen nur noch wenige Talent für zu haben. Ganz schlimm ist es ja bei Animationsfilmen. Da ist es ja oft wichtiger, bekannte Namen im Abspann bzw. der Werbung stehen zu haben, anstatt auf deren Synchronisationstalent zu achten.

    Die Sache mit dem Humor ist mir aber am stärksten bei den Discworld Romanen aufgefallen. Die habe ich irgendwann angefangen auf englisch noch einmal zu lesen und freue mich seither über lautes Lachen beim Lesen :)

  13. hdgamer sagt:

    Schöner Text – der, wie Dooode es so schön anmerkt, ein Problem zwischen Filmfans und den meisten Download-Diensten aufzeigt. Ich bin bereit einen nicht zu unterschätzenden Teil meines “Taschengeldes” für Medien auszugeben, allerdings würde ich für eine deutsche Synchro keine 50 Cent hinlegen selbst wenn sie in 1080p HD und DTS käme (was nicht heissen soll, dass dies nicht genug Leute täten – aber bei vielen Early Adoptern hat O-Ton glaube ich einen höheren Stellenwert).

  14. Malakay sagt:

    Hoetz, du hast völlig recht. Es gab ja früher auch mal ein Special von Monty Python auf Deutsch, in Zusammenarbeit mit dem Bayrischen Rundfunk. Damals wurde Lokalisation noch ernst genommen.

    Wenn ich mir die Pornosynchronisation US-amerikanischer Soaps anhöre, wundere ich mich nicht, warum hierzulande niemand fern sieht. Die Übersetzung von Seinfield war bodenlos. Im Original ist es eine der besten Sitcoms überhaupt (“You know what I like about being grown up? If I want a cookie, I’m having a cookie.”)

    Eine gute Übersetzung ist sowohl eng am Text als auch frei. In der Schule bekommt man beigebracht, so eng wie möglich zu übersetzen. Aber um Texte wirklich übersetzen zu können, muss ich schon in beiden Sprachen sehr gut bewandert sein. Und solche Übersetzer gibt es wenige.

    Und ich glaube nicht, dass für die Lokalisation von Spielen bzw. Filmen genau so viel Geld und Zeit zur Verfügung steht wie für die Produktion des Originalsoundtracks. Leonardo diCaprio war für “Blood Diamond” monatelang mit Afrikanern unterwegs, nur um ihre englische Aussprache zu lernen. Ich glaube kaum dass sein Synchronsprecher das auch gemacht hat.

    Die Simpsons etwa haben ca. 20 Drehbuchschreiber im “writing room”. Ich tippe mal, dass für die Serie nicht einmal halb so viele Übersetzer arbeiten.

    Übrigens habe ich Boris Schneiders deutsche Übersetzung von Monkey Island als witzig in Erinnerung.

  15. badoli sagt:

    Bei Monkey Island 2 erinner ich mich aber noch gut an das Dilemma mit der “Monkey Wrench”… typisches Beispiel für Übersetzungsprobleme…

  16. Elektrodo sagt:

    Das mit dem “roten Hering” in Monkey Island habe ich damals nicht verstanden.

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