500 Leute und ein Misserfolg

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Ich hab ja schon in meinen “Best of…” erwähnt, daß ich fernsehlexikon.de sehr schätze, nicht zuletzt wegen seiner vielen Links raus zu anderen Medienwebseiten, zum Beispiel das Quotenmeter. Und da liest man dann heute, daß RTL wieder mal eine Serie nach nur einer Folge aus dem Programm nimmt, mangels Erfolg. Dieser Misserfolg definiert sich aus zum Beispiel aus “2,59 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 10,8 Prozent in der Zielgruppe”.

Den ganzen Wahnsinn hinter diesen Zahlen hat Oliver Kalkofe in einer Brandrede auf den Münchner Medientagen auf den Punkt gebracht. Diese angeblichen 2,6 Millionen Zuschauer basieren auf einer Messung von etwa 5.600 Haushalten in Deutschland. Nur bei diesen fünftausend wird gezählt, was geguckt wird, und dann hoch gerechnet, wie viele das in Deutschland wohl sein müssten. Und nicht nur daß: Die armen Testgucker dürfen keine Videorecorder benutzen, erst recht nicht einen Festplatten-Recorder, sondern müssen live gucken.

Und dann schau ich mir die “werberelevante” Zielgruppe an (ich gehör mit Sicherheit dazu) und sage: Wirklichkeitsfremder geht es kaum noch. Natürlich kann man auf die Art und Weise Werbekunden messen (denn wer einen Videorecorder nutzt, ist nicht gerade ein Werbegucker), aber wieviele Leute die Serie mögen, erkennt man damit nicht. Mein Lieblingsbeispiel ist “Lost”, das bei Pro7 immer mit hundsmiserablen “Quoten” dahindümpelt, mir von vielen Leuten aber immer als Lieblingsserie genannt wird - von denen guckt aber keiner Live, sondern entweder die Aufnahme, die DVD-Box oder einen Bittorrent-Download…

Aber macht nix, Hauptsache man hat eine Zahl, an der man eine Entscheidung treffen kann. Auch wenn wahrscheinlich nach einer Folge gar niemand weiß, ob die Serie gefallen hat, weiter empfohlen wird und nächste Woche ein klein wenig höhere virtuelle Zuschauerzahlen hat.

24 Antworten to “500 Leute und ein Misserfolg”

  1. Strange sagt am January 22nd, 2008 um 13:56

    jaja, diese einschaltquoten ;-)

    mir geht es ähnlich am montag:

    ich muss mich montags zwischen pro7 “alias” 0 uhr und kabel1 “angel” 0 uhr entscheiden. eins davon wird aufgenommen.
    oder an anderen tagen gucke ich lieber giga/games und 360 ;-) und nehme mir dann andere serien auf.

  2. soulrise sagt am January 22nd, 2008 um 14:08

    “wird - von denen guckt aber keiner Live, sondern entweder die Aufnahme, die DVD-Box oder einen Bittorrent-Download…”
    Oder die Originalserie auf DVD, die ja meistens eh früher zu haben ist, als die deutsche Fassung.
    Für gute Unterhaltung gebe ich gerne gutes Geld aus.

    Aber ich gebe mir nicht den bescheuerten Werbeterror der Privaten. Erstmal nervt es mich, diese zum größten Teil saudämlichen Filmchen anzuschauen, von denen die Nichtssagenden von Fachleuten sogar als Kunstwerk mit Preisen überhäuft werden (ich empfehle die ersten zwei Drittel aus dem Roman “39,90″).
    Zweitens wird während der Sendung ständig irgendein Mist eingeblendet: Ruf hier an, schau Dir den Käse an, Finger weg von der Fernbedienung Du Arschloch usw.

    Die angepeilte Zielgruppe ist halt besser informiert und sucht nach Alternativen, während die “Unterschicht” dann weiter auf das TV-Programm setzt (ich möchte an dieser Stelle selbstverständlich Niemanden beleidigen).

    Wenn man sich auf ein gesundes Maß an Werbepausen verständigen könnte, wäre das “Free-TV” durchaus eine Alternative für mich, aber eine gefühlte halbe Stunde Werbung pro Film ist mir einfach zu viel.

    Ich will die Kulturflatrate!

  3. Gabberhead sagt am January 22nd, 2008 um 14:15

    ui, bei der GfK hab’ ich (mit meiner verlobten) auch mal mitgemacht. man, hat das gesaugt ;)

    man bekommt (kabelanschluss) ‘nen bildtechnisch total veralteten “receiver”, über den man künftig ALLES was zum tv soll sehen muss (das teil hat nicht mal RGB!). sogar wenn man DVDs gucken will muss man das über dieses gerät machen, damit schön protokolliert werden kann, wann der tv-zuschauer lieber ‘ne eigene DVD (in - zwangsweise - schlechter qualität) guckt als sein hirn mit fernsehen aufzuweichen…

    natürlich musste bei der erstinstallation des geräts jeder haushaltszugehörige in das gerät programmiert werden - und man musste bei jedem anschalten angeben, wer jetzt im moment tv schaut. + einen “gästezugang”, falls man mal besuch hat und tv guckt…

    jede nacht wird das gerät von der gfk angerufen und die gespeicherten daten werden abgerufen. theoretisch soll das gerät direkt “abheben” damit das richtige telefon nicht klingelt, in der praxis ist das gerät aber auch tagsüber gerne mal ans telefon gegangen (”seit wann habt ihr ein fax?!” “euer faxgerät ist falsch eingestellt!” und so sprüche kamen dann) oder es hat nachts doch geklingelt… *grrr*

    das alles hat so gewaltig genervt, dass ich nach drei monaten die schn… - äh, absolut entnervt war (ich selbst gucke eh kein / sehr wenig tv - bei mir hat das gerät seine funktion im dvds gucken und spiele anzeigen ;) ) und alles habe abbauen lassen.

    mein persönliches fazig danach: gfk suckt und die ergebnisse sind definitv nicht aussagekräftig. weil diejenigen, die da mitmachen ziemlich sicher 1) mit der bedienung nicht richtig klarkommen und / oder 2) keinen bock haben, jedesmal jeden zuschauer anzumelden bzw. abzumelden und / oder 3) das gerät im wohnzimmer stehen haben, aber abends ihre filme im schlafzimmer oder wer weiss wo gucken usw. usw. usw.

    wollte das nur mal loswerden, und hier passt das irgendwie ;) danke für’s lesen.. :D

  4. Deficiency sagt am January 22nd, 2008 um 14:16

    Das ist ja mal wieder lustig: Da passt ne kleine anekdote aus meinem Leben!
    Denn meine Freundin im zarten alter von 23 Jahren hat bis vor einer Woche gedacht, das sie beim Fernsehen die Quoten mit beieinflusst! Ja dann hab ich sie aufgeklärt und sie hat mich ganz ungläubig angeschaut und ihre Ziele (ich schau Sendungen nicht an, dann sinkt die Quote und dann werden sie abgesetzt) ist nun dahin.
    So kann man Illusionen zerstören!

    Gruß

  5. Cedric sagt am January 22nd, 2008 um 14:35

    Um welche Serie ging es denn?

  6. daniel c w sagt am January 22nd, 2008 um 14:41

    Etwas “kurzatmig” von RTL, aber mal ein paar Argumente für die andere Seite:
    -Da sich die Sender durch Werbung finanzieren, ist es auck OK, wenn sie nur diese Zahlen als Entscheidungsgrundlage nehmen.
    -die letzte Bundestagswahl war zwar ein ziemlicher Ausreißer, aber meistens sind Wahlprognosen aus ähnlich kleinen Stichproben ziemlich dicht an der Auszählung dran.
    -”Wir” kennen nur diese 2 Zahlen (Zuschauer, Marktanteil), aber die Programmplaner kennen noch mehr Details (Geschlecht, Alter, Einkommen) und haben Erfahrung im Umgang mit diesen Zahlen…

    p.s.: um welche 500 Leute aus der Titelzeile geht es.
    p.p.s.: anscheinend hat sich Quotenmeter selbst dieser Frage angenommen, ebenfalls mit dem Wahl-Hochrechnungs-Argument.

  7. DraMaticK sagt am January 22nd, 2008 um 14:59

    Nun, ihr habt es bei MS mit Live und einer weitgehend kopiergeschützten Kette natürlich wesentlich einfacher Nutzerzahlen zu bekommen die verläßlich sind. Da braucht das “Steinzeitmedium” Fernsehen noch ein bisschen…

  8. Boris Schneider-Johne sagt am January 22nd, 2008 um 15:20

    Wie toll Wahlhochrechnungen sind, sah man an den Vorwahlen in den USA.
    Hochrechnungen sind nur so gut wie das aktiv verwendbare historische Wissen mit Referenzmaßstäben. Wenn die GfK in 100 Läden zählt, wie viele Platten verkauft wurden, kann die daraus gut berechnen, wieviele Platten ins ganz Deutschland verkauft wurden, denn sie können die Daten der 100 Läden aus dem letzten Jahr gut vergleichen mit den Gesamtmarktzahlen.
    Aber wehe es kommt eine neue Ladenkette, ist erfolgreich und wird bei der GfK nicht erfaßt - schon stimmen die Hochrechnungen nicht mehr, weil Kundengruppen abwandern und das Sample nicht mehr repräsentativ ist.
    Die technische Entwicklung der letzten Jahre, insbesondere das Timeshifting per Digital-Recorder, hat das Fernsehverhalten der sogenannten relevanten Gruppe massivst verändert. Daher halte ich das “Wahlhochrechnung stimmt ja auch” Argument für völlig verfehlt. Da wird mit einem zehn Jahre alten Tool gemessen und man kriegt Werte, die für die Zuschauer von vor zehn Jahren gelten, aber nicht für die heutigen.
    Und die Programmplaner kennen ihre Zuschauer noch viel schlechter, sonst würden sie ja gar nicht erst Sendungen ins Programm stellen, die (angeblich) keiner guckt.

  9. Kainguru sagt am January 22nd, 2008 um 15:51

    Jedes Fersehunternehmen (so wie fast jedes konzernartige Unternehmen, da ja meist AG und damit dem Shareholrer-value-Gedanken verpflichtet) ist nicht daran interessiert, Qualität zu senden, sondern Geld zu verdienen. Auf gut deutsch: wenn man mit Sch… Geld verdienen kann, dann wirds halt gesendet - am besten 24/7. Beispiele dafür sind Big Brother 8 (wobei die wenigsten wissen, woher der Begriff eigentlich kommt, was ein gläserner Mensch ist oder das JAhr 1984 so besonders macht), Dschungelcamp 3 und Uri Geller (wo viele ja neuerdings sauer sind, weil sich im israelischen Fernsehen herausgestellt hat, dass er ein “Betrüger” ist, gehts eigentlich noch?! Was habt ihr denn geglaubt?). Ob die eine Serie oder andere Serie dann mal (ausnahmsweise) gut ist, interessiert niemanden. Der Kapitalismus aus der Überzeugung heraus, dass sich Qualität immer mehr durchsetzt als keine Qualität, ist faktisch nur noch als absurd und grotesk zu bezeichnen. Das zeigt isch auch in den schon tagsüber laufenden “Quizshows”, die nur darauf abzielen, armen und mittelosen (und sehr oft auch dummen) Menschen ihren letzten Euro (oder warens 0,49 Cent?!) aus der Tasche zu ziehen. Das hat nichts mit Qualität zu tun, sondern zeigt nur, wie sehr diese Gesellschaft umdenken muss. Ich kann jederzeit eine Statistik erstellen, die gerade das beweisen soll, was einem gerade nützt. Statistiken sind niemals korrekt, da eine Abweichung faktisch immer gegeben ist. Gerade und besonders dann, wenn finanzielle Interessen dazu verleiten, Statistiken “interessenkonform” zu gestalten (!). Zu diesem Thema kann ich den Film “Idiocrazy” nur empfehlen, vor allem die ersten 5 Minuten zeigen das “Problem” sehr gut ;). Parallelen zu unserer heutigen Gesellschaft dürfte jeder (intelligente) Mensch sofort feststellen.

  10. Pengo sagt am January 22nd, 2008 um 16:07

    Mich ärgert nur eine Sache maßlos: Der Film “Lost in Translation”, den ich mir sehr gerne mal ansehen würde, hat eine FSK ab sechs Jahren, läuft aber ausnahmslos(!) in allen öffentlich-rechtlichen Programmen nur in den späten Nachtstunden.

    Kann mir einer erklären, warum sowas nicht um 20:15 gesendet wird?

  11. Bill Gates sagt am January 22nd, 2008 um 16:12

    Verlässliche Quoten kommen wohl erst mit dem Siegeszug des ipTV, wodurch ein Rückkanal das Einschaltverhalten protokollieren könnte.

    Wer Müll nicht mag, kann ja heute schon ins PayTV wechseln. Hier sind jedoch hohe Gebühren und eine Vertragsbindung die Hürden.

  12. SONICtheHedgehog sagt am January 22nd, 2008 um 16:29

    Ja, es ist ein Kreuz mit Serien in Deutschland :(
    Ich finde die Absetzung nach “nur” einer Folge aber nicht so schlimm, als wenn mitten in ner Staffel abgesetzt wird (Grüße an Pro7, RTL II und VOX).

    Für Serienfans gibt es meiner Meinung nach nur vier vernünftige quellen: HD DVD, PREMIERE (HD), Blu-Ray und DVD.

    Vorteile:
    - Original Bildformat / super Bildqualität
    - Deutsch oder O-Ton
    - Keine Werbung
    - HD !

    Nachteile:
    - Man muss bezahlen…
    - Sofern man auf die oben genannten Discs wartet, kann einiges an Wasser die Wupper runterfließen.
    Bei vielen Aktellen Serien (Battlestar, Sopranos, 4400, Dexter…) muss man lange warten, bis die auf den Medien erscheinen. (wenn überhaupt)
    Deswegen hab ich Premiere, da laufen die Serien als erstes, und ich kann sie direkt auf DVD aufnehemen.
    In bester Bild und Tonquali.
    Preislich aber auch viel günstiger.

  13. daniel c w sagt am January 22nd, 2008 um 16:44

    eine neue Mestechnick muß sicherlich her, aber so sehr hat sich das Sehverhalten nicht geändert. Wer hat schon Timeshifting? Oder wer umgeht bewußt jede Werbung, per Recorder, die es übrigens schon vor 20 Jahren gab. Oder um eine Analogie ins Spiel zu bringen, wieviel Prozent der Nutzer kauften ein besseres Videokabel für ihre XBox?.
    Sehgewohnheiten ändern sich, meist jedoch so, dass man sich von Werbung befreit. Warum sollten diese Abkehrer also nicht außen vor bleiben. Wer Lost, etc. auf DVD guckt produziert keine Werbeeinnahmen, oder?

    So oder so, wer Werbung schaltet, will auch Wissen, dass sie ankommt. Irgendwie schaffen es also GfK und die Sender dafür zu sorgen, dass Firmen Werbung schalten. Im Zweifelsfall heißt das, dass sie gute Arbeit verrichten.

    Und mal aus Neugierde, wie hat Microsoft überhaupt ermittelt, wieviele ein RGB-Kabel hatten? Und wie groß war die Umfrage, die zu den Verbesserungen der 360 führte?

  14. Boris Schneider-Johne sagt am January 22nd, 2008 um 17:06

    Harte Verkaufszahlen sind recht leicht zu ermitteln und ziemlich gesichert - wenn man nur lange genug wartet. Wieviele ein Kabel NUTZEN ist hingegen gar nicht so einfach rauszubekommen.
    Microsoft macht dauernd Umfragen bei Nutzern (und Nichtnutzern) und wertet auch Vorschläge der Kunden ständig aus. Niemand rechnet hier aber das “nur 12% aller User bisher nach Feature XYZ gefragt haben” - das man aus sowas keine harten Zahlen sondern nur eine Prioritätenliste kriegt, ist logisch.
    Ich kann nur sagen, in meinem unmittelbaren Bekanntenkreis sinkt der Bekanntheitsgrad von Fernsehwerbung ungemein. Ich hatte Computerspiel-affine Leute die kannten auch nach drei Monaten Dauersendung immer noch nicht den “Tetris”-Werbespot von Honda.

  15. KloetenQuetsche sagt am January 22nd, 2008 um 18:19

    Ich habe gestern ne Folge Lost gegeben und musste mal wieder feststellen dass ich zurecht schon lange nichts mehr im TV anschau! Mitten in der Serie wird Urin Gelber (Uri Geller) eingeblendet und das ganze Bild wabert und wackelt ne zeit lang. Dazu noch ein behinderter Pro7 Ton und der Seriengenuss ist dahin!

    Dazu noch Werbung die teils unpassend eingebracht wird! Wozu denn das ganze?

    Das was ich sehen will hol ich mir auf DVD, HDDVD, dann kommts wann ich will und in gescheiter Qualität. Das was im TV läuft kannste schon lang grün anstreichen und den Hasen geben. Hab mir das abgewöhnt. Nutze hier und da noch die Nachrichten, oder Dokus, aber Serien und hauptsächlich Filme kann man doch im TV nicht ansehen!

    Lost werd ich mir als nächstes gönnen. Hab die erste Staffel erst gekauft. Gerade hab ich alle Staffeln Seinfeld abgeschlossen. Wie genial!!

    Schaut euch gute Sachen auf DVD an…habt ihr wesentlich mehr davon!!

  16. jot sagt am January 22nd, 2008 um 19:35

    Ja, Lost ist eine der wenigen Sendungen, die ich mir als Serienaufnahme fest einprogrammiert habe… allerdings kommt der T-Home Receiver (das Betriebssystem stammt von einem kleinen sympathischen Unternehmen aus Redmond) nicht gut mit Doppelfolgen zurecht, er nimmt immer nur die zweite Folge des Abends auf… :-(

  17. Wodkaredbubu sagt am January 22nd, 2008 um 21:32

    Das Absetzen einer Sendung nach einer Folge ist doch gerade in Amerika, welches wegen seiner aktuellen Formate so gelobt wird, Gang und Gäbe. Auf jede erfolgreiche Sitcom a la King of Queens, Friends usw. kommen dutzende Serien die irgendwo im amerikanischen Qutennirwana umherdümpeln oder gar nicht erst über die Pilotfolge hinauskamen (Seinfeld beispielsweise wäre beinahe nie über die Pilotfolge hinausgekommen, erst ein Jahr später gab es eine 2. Ministaffel, danach erst eine richtige 3. Staffel… alles ohne tolle Quoten. Was draus geworden ist weiß man ja heute). Nur da kriegt man hierzulande natürlich nichts von mit, da verständlicherweise kein Deutscher Sender sich die Mühe macht eine Sendung einzukaufen von der es gerade mal eine Folge gibt.

    Der Unterschied zwischen Amerika und Deutschland ist meines Erachtens aber das es dort eine größere Auswahl gibt. Wenn eine Sendung nicht gut ankommt, Pech gehabt für das jeweilige Team, kommt halt direkt das nächste Format dran. Hierzulande ist man eher dazu übergegangen freiwerdenden Sendeplatz mit Reruns oder kostengünstigen Coaching Formaten und dergleichen zu füllen. Die Amerikaner produzieren wahrscheinlich genauso einen Mist wie wir, aber durch die schiere Masse an Produktionen gibt es häufiger als bei Uns eben halt auch echte “Schätze”, die dann groß einschlagen.

    Und die durch die bank von allen gelobten Produktionen wie Sopranos etc., das wurde auch noch mal in der Runde nach Kalkofes rede angesprochen, die laufen in den Staaten im Bezahlfernsehen. Also entweder HBO (Sopranos, Band of brothers) oder im Kabelfernsehen, für welches man ebenfalls zahlen muss. Das da vom Zuschauer mehr erwartet werden darf als vom kostenfreien Privatfernsehen hierzulande ist doch irgendwie einleuchtend. Die MÜSSEN die Zuschauer begeistern, weil die nur so ihre Abos verlängern, die Privaten müssen nur irgendwie Quote machen um die Sponsoren bei Laune zu halten.

    Kurzum: Deutsches Fernsehen ist Mist… zum Glück gibt`s DVD und Pay TV.

  18. Maniac007 sagt am January 23rd, 2008 um 0:43

    Naja, dass es viele Leute gibt, die die Serie mögen und sie sich auf DVD anschauen kann RTL ja egal sein.

    Im Internet liest man viel von dem Zusammenbruch guter Fernsehunterhaltung. Ehrlich gesagt glaube ich aber eher, dass da meistens die eigenen Wünsche für allgemeingültig erklärt werden. Die Wahrheit ist wohl, dass halt doch nicht nur die Unterschicht, sondern auch Höhergebildete oft DSDS, Dschungelcamp, Kochshows, etc. einschalten. Der Trend geht in Richtung seichte Unterhaltung, bei der man beim durchzappen hängen bleibt.

    Serien muss man im Grunde geplant von Anfang bis Ende anschauen. Wer zwischendrin zuschaltet, versteht die Geschichte nicht mehr zu 100 Prozent. Gerade moderne US-Serien haben oft auch noch einen episodenübergreifenden Plot: Verpasst man ein bis zwei Folgen verliert man den Anschluss. In den USA mag das aufgrund der weit verbreiteten Festplattenrecorder funktionieren, da markiert man eine Serie mal kurz im EPG und kann dann nach der Ausstrahlung die Folgen abrufen wann immer man möchte. Diese Recorder sind in Deutschland aber kaum verbreitet und werden von den Kabelanbietern auch mWn nicht verteilt - die Leute sollen schließlich die Werbung gucken.

    So lange das so bleibt muss man in Deutschland als Freund von US-Serien wohl oder übel auf DVD oder PayTV ausweichen.

  19. son_of_a_gun sagt am January 23rd, 2008 um 13:18

    Es gibt aber auch die andere Seite der Medaille:

    http://www.dwdl.de/article/news_14269,00.html

    Zu den Quotenermessungen: Selbstverständlich werden Video- und DVD-Rekorder nicht einbezogen. Denn die Quoten werden maßgeblich für die Werbeindustrie erhoben. Und wenn ein Zuschauer sich der Werbung entzieht, dann ist er auch für die Werbeindustrie nicht interessant.

    Und ob “Lost” jetzt eine gute Serie ist, lässt sich nicht an den Quoten messen. Auch hier gilt: Wer sich die Serie auf DVD anschaut, der schaut sich nicht die Werbung an und ist damit nicht “interessant”. Hat die Serie jetzt 10% Einschaltquote, kann es dennoch sein, dass 20% die Serie sehen, auf DVD oder aufgenommen.

    Und ich finde, “Lost” ist ohnehin kein gutes Beispiel für eine Kritik an der Quote. Ähnlich wie bei “24″ ist der Plot einfach so aufgebaut, dass man nicht unbedingt eine Woche warten möchte, um zu erfahren, wie es weitergeht. Ich würde mir so was auch nicht im Fernsehen anschauen.

    Ob das Verfahren an sich jetzt sinnvoll ist, darf tatsächlich bezweifelt werden. Denn so eine kleine Menge an Haushalten, bei denen viele Gruppen einfach mal rausfallen, kann kein represäntatives Ergebnis bringen. Aber im Endeffekt ist das doch ganz gut für Leute wie uns: Die Privaten sind vielleicht mal ganz gut, “kostenlos” in eine Serie zu schnuppen. Interessiert sie uns, schauen wir sie auf DVD oder abonnieren Premiere. Und alles andere, was auf RTL und Co. läuft, verstehe ich schon länger nur noch als Zusatzcontent. Besonders Shows, für die man diese Sender einfach braucht, wenn man sie ab und an mal sehen möchte. Oder einfach mal zum Durchzappen. Alles andere gibt es woanders schneller, qualitativ besser und werbefrei.

    Und zu den Anwälten: Ich habe die Serie nicht gesehen, kann also keine Meinung zu der Qualität abgeben. Gehört habe ich nur, dass sie wohl sehr gut umgesetzt sei. Das war beispielsweise “Blackout” bei SAT1 auch, es hagelte super Kritiken. Quote: Mangelhaft. In Deutschland ist es schon seit längerer Zeit so, dass Eigenproduktionen einfach viel schlechter angenommen werden als eingekaufte Serien aus den USA.

  20. firaXY sagt am January 23rd, 2008 um 16:20

    Mit der heutigen Globalisierung, vor allem der Medien (durch das Internet), ist unser Deutsches Fernsehen fuer Technikvisierte anwender schon lange nicht mehr interessant.
    Wieso sollte man, wenn man gut Englisch kann, ein Jahr warten, um z.B. die dritte Staffel von Lost anzusehen?
    Noch schlimmer: Wieso in grottenschlechter Deutscher synchro?
    Vor 10 Jahren war das noch klar, es gab kaum Wege, TV Serien runterzuladen, geschweige denn auf anderem Wege zu bekommen…Wer hat sich denn schon auf VHS oder DVD gebrannte TV Serien aus Amerika per Post schicken lassen.
    TV Serien sind meiner Meinung nach ein Faktor, bei dem Filesharing semi-legitimiert wird. Nicht legalisiert, aber legitimiert. Man verschafft sich die Moeglichkeit Serien, die man im heimischen Markt nicht in der Form zu gesicht bekommer (und nochdazu spaeter), geradezu zeitgleich mit den Amerikanern zu sehen.
    Solang diese absolut steinzeitartigen Huerden bestehen, und zwanghaft durch Markt, Recht usw bestehen bleibt, werden Medien wie bittorrent immer beliebter und auch legitimierter.
    Ich wuerde mir sogar die Werbung reinziehen - wenn es Anbieter fertig bringen wuerden, mir diese US-Serien zeitgleich in mein Wohnzimmer zu verfrachten. Technisch ist das naemlich wie man sieht absolut kein Problem.

  21. BleedingGuitar sagt am January 23rd, 2008 um 22:40

    Wie immer ein kongenialer Kalkofe. Danke für den Link!

  22. Winkeladvokat sagt am January 24th, 2008 um 0:28

    Mal abgesehen davon, dass die GfK-Messung selbstverständlich nur eine Annäherung ist: Messungen, die auch die Nutzung von Rekordern erfassen, sollen ab 1.Januar 2009 integriert werden.

    Zudem darfst Du davon ausgehen, dass die Absetzung einer Serie von der bereits mehrere Folgen produziert wurden, nur dann direkt nach dem Piloten erfolgt, wenn der erreichte Wert derart gravierend von den Erwartungen abweicht, dass darin auch Messtoleranzen berücksichtigt sind.

  23. Malakay sagt am January 24th, 2008 um 0:32

    Den Wert einer Serie kann man meiner Meinung nach am Besten an den Verkaufszahlen der DVD-Boxen ablesen. Mit den Babylon5-Boxen wurde zum Beispiel ein Umsatz von 500 Millionen US-Dollar erziehlt. Dabei war die Serie nie ein Quotenhit, und hatte echt Probleme, fünf Staffeln an den Mann bzw. TV-Sender zu bringen.

  24. COtriNOx_ sagt am January 24th, 2008 um 22:29

    Oh Nein, ich bin schuld… hab das ganze zeitversetzt mit Festplattenrekorder geguckt! :-O
    Find ich echt ne Katastrophe… fand die Serie echt nett, aber werde meine Konsequenzen ziehen und in ein paar Wochen Fernsehen fasten!

    Ob’s was bingt, bezweifle ich zwar - siehe Quoten und ich bin keiner der “500″ ;-) - ist mir aber egal!

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