Was schönes auf einestages.spiegel.de
Bei der Diskussion um die Verlotterung der Jugend gibt es Muster, die sich über die Jahrzehnte hinweg wiederholen: Erstens: Die Jugend von heute ist immer schlimmer als die von früher. Und zweitens: Es gibt jeweils ein die Jugend verderbendes Medium, das schuld ist.
Ein schöner Artikel, zu lesen hier.

Der Artikel trifft es!
Und solang Politiker nur darauf aus sind irgendeine Sau durchs Dorf zu treiben,
die Wählerstimmen fängt (Generation 50+) wird die Diskussion um Killerspiele nicht
so schnell abreißen, leider!
Vorallem, wenn sich die Sau nicht wehrt!!!
Hoho, bin auch schon über diesen Link gestolpert.
Ich müsste mal kucken was mich den in meiner Jugend so verroht hat.
Ob sowas auch von den Pfeifers und Becksteins gelesen wird?
Eher nicht…
Wie auch? Diese Herrschaften leben doch in einer absoluten Parallelwelt…
Mal was anderes: Bin ich das nur oder wechseln sich die politischen Tagesthemen derzeit im Wochentakt? Waren es noch kürzlich gewaltverherrlichende Medien (ich sträube mich gegen den Ausdruck “Killerspiele”, grrr), dann plötzlich Jugendalkoholismus, Jugendgewalt und dazwischen, wenn grad mal nix “anbrennt”, dann innerparteiliche Zwiste?
Dann wird mal hopplahopp ein Gesetzesentwürfchen vom Zaun gebrochen, den Bürgern in den Rachen gerammt und schon steht das nächste Hot Topic auf der Speisekarte. Um langfristige Konsequenzen (siehe Pendlerpauschale oder Gesundheits”reform”, haha) soll sich dann die nächste Koalition kümmern…
Mann, da wünscht man sich ja fast die Regierung Kohl zurück. Die haben zwar kaum was getan, aber das wenigstens richtig. hehe
Und man kann sehr schön an dem Artikel ablesen, dass sich jede Medienhysterie irgendwann einmal totläuft, spätestens dann, wenn ihre Vertreter von der öffentlichen Bühne abtreten.
Der Haken dabei ist natürlich, dass das nicht nur für die positiven (Computer-/”Killer”-spiele) sondern auch für die negativen Auswüchse (Big Brother, DSDS u.ä.) gilt.
Ich finde schon, das die Jugendlichen Heutzutage ein wesentlich schlechteres Benehmen haben, als noch zu meiner Zeit. Ich seh da auch in Zukunft keine Besserung.
Schlimmer noch als alles sonstiges Politikgeschwafel ist für mich die überhebliche Position von Politikern wie Herrn Schäuble, die sich anmaßen das Grundgesetz ändern zu wollen, weil *Sie* es für nötig halten.
IMO ist diesen Leuten nicht klar, das man sich sehr viel Sorgfalt DAMALS(tm) gemacht hat und ich den heutigen Politikern diese Sorgfalt und das Verständniss nicht abkaufe. Herr Schäuble hat wohl 1984 von Orwell gelesen und es hat ihm gefallen, allerdings hat er das Buch wohl anders verstanden als ich.
Man hat aber die ach so schlimme Rock(Heavy Metal…)musik vergessen. Ich erinnere mich nur zu gut an die 80er Jahre mit den CDs mit den “Parental Advisory” labels… Fing wohl schon in den Siebzigern an…War auch das damalige “Teufelszeug”.Sehr witzig war das.
Das Paradoxe daran ist, dass alle, die jetzt auf die ach so schlimme Jugend schimpfen, früher ja auch mal jung gewesen sein müssen und von ihrer damaligen “Alten”generation genauso wegen den damals aktuellen “verderbenden Medien” der Verlotterung bezichtigt wurden, oder nicht?
Wie man sieht, ist aus denen ja auch was geworden (wenn auch “nur” Politiker) und das lässt dann doch wieder für die aktuelle Jugend hoffen…
“Die Jugendlichen” gibt es schonmal garnicht.
“benteuer waren als “Schmöker”, “Schund” oder – Doppelwhopper!”
letzteres kenne ich nur als pseudo-nahrungsmittel …lol
Find den Text gut, weil es wirklich stimmt. Die Suche und Ernennung von Sündenböcken ist ja schließlich schon so alt wie die Geschichte der Menschheit.
Wer weiß wie die nächste Generation der “jugendgefährdenden Medien” aussieht.
“Die Jugendlichen” gibt es schonmal garnicht.
^^;
Es gibt ja auch keine Killerspiele…
Das hält leider niemand von unqualiifizierten und dummen Äusserungen zurück.
Siehe aktuell Das Geschrei in Sigapur und den USA um Alien Lesbensex in Mass Effect,
Da äussert sich eine Möchtegernpsychologin dazu.
Zum Dank (und IMHO verdient) werden Ihre Buchkritiken bei Amazon und Co *sehr* schlecht bewertet.
@ HomerNarr
Eigentlich bezog ich mich damit auch nicht auf irgendeinen Killerspiele-Politiker. Bei denen spar ich mir das schon und schüttle nur noch den Kopf. Ich bezog mich damit eher auf AdlerMannheims Kommentar.
Da in dem Artikel auch Schach erwähnt wurde:
Das ist doch die Urmutter aller “Killerspiele”… Um was geht es bei Schach: Um die zielgerichtete, schnelle und effektive totale Vernichtung des Gegners ( Hat was vom Blitzkieg… ). Eine Alternative zum Sturz des gegnerischen Königs gibt es in dem Spiel nicht. Praktisch wehrlose Bauern werden für den Adel gern mal geopfert, sei es um eine Falle zu stellen oder den Bresche zu springen, wenn die Dame sich ungüstig positioniert hat. Da wird eine Mehrklassengesellschaft ausgelebt, die es in Deutschland laut GG gar nicht geben darf.
Und das darf sich dann auch noch Sport nennen…
Die Verteidiger dieser Sportart sagen natürlich, dass man bei dem Spiel sehr taktisch und überlegt vorgehen muss, dass es unendlich viele Variationen im Spielverlauf gibt, vorrausschauend Handeln muss…
Das trifft aber auch z.B. auf GoW zu… Taktisch und überlegt vorgehen? Ja, muss man. Unendlich viele Variationen im Spielverlauf? Ja, sind auch vorhanden. Vorrausschauend Handeln? Muss man auch…
Die Vernichtung des Gegners gibt es auch in beiden Spielen… Alternativen dazu sind in beiden Spielen nicht vorhanden… aber in GoW gibt es keine Mehrklassengesellschaft…hmmm …Pluspunkt GoW…
Und die Gewalt… findet bei Schach im Kopf statt, bei GoW nur auf dem Bildschirm…
Man kann eben alles so drehen, wie man es gern möchte…
MfG
PS: Würden die Spieler auch alle mal zur Wahl gehen, dann wären wir bereits die meinungsgebende Gruppe und würden nicht auf die nächsten Jahre hoffen…
Lieber Rizzo, diese Schach-Analogie ist ABSOLUTER SCHWACHSINN.
Wenn hier jemand über Spielzeugwaffen und “Cowboy und Indianer” reden würde, aber das hochabstrakte Schach als Kriegsspiel zu bezeichnen treibt mir die Galle hoch.
Interessanterweise ist dies nicht nur ein Generationsphänomen, sondern auch unter jungen Menschen schon so.
Alles das was einen selbst ästhetisch nicht anspricht und dessen Sinn nicht nachzuvollziehen ist, ist gefährlich, verrroht die Jugend usw. usf. ad nauseam.
Gerne wird dann sofort mit dem Finger auf die andere Szene gezeigt, um die Debatte in eine andere Richtung zu lenken. Ich nenne nur mal das Beispiel Schützenvereine und Gangsta Rap. Geht die Diskussion um weiche Drogen wird zuerst auf die Gefährlichkeit des Alkohols verwiesen usw.
Das ist ein immer wiederkehrerendes Verteidigungsmuster und nicht nur ein Generationsproblem, sondern Generationsimmanent.
Das Problem ist, dass man auf diese Art seine Szene nicht verteidigen kann.
Man muss für die eigene Szene argumentieren und nicht gegen andere.
Dazu gehört auch Fehler und Probleme einzugestehen, aber auch andere versuchen zu begeistern und versuchen zu schildern was toll am zocken ist!
Aber in der Politik läuft es auch nicht anders, schuld haben eben immer die anderen.
Natürlich ist die Analogie Schwachsinn… hmmm, ich dachte, das war jetzt schon so weit übertrieben, dass es als bitterböse Satire zu erkennen ist… Zitat: “Man kann eben alles so drehen, wie man es gern möchte…”
Ich spiel ja selber schon lange und gern Schach und denke, dass ich schon verstanden habe, um was dabei eigentlich geht, auch aus mathematischer Sicht …und ein Vergleich zu GoW mehr als abstrakt und unpassend ist.
Nur diese Art der Argumentation ( ( bewußt ) unwissend, provokativ und hemmungslos dramatisiert ) findet man auch im “Generationskonflikt” immer wieder. Es werden Zusammenhänge gefunden, die es nicht gibt bzw. die man gern hätte.
Auf diese Art kann man nämlich wirklich alles schlechtreden. Mehr wollte ich nicht aussagen… und Schach nicht als Kriegsspiel denunzieren…würde ich nicht mal bei Risiko machen.
MfG
Ist natürlich, ähnlich wie die ‘Verbietet Brot’-Kampagne extrem übertrieben, aber prinzipiell stimmt es doch.
Schach ist strategisches Brettspiel und ein Vorläufer des ‘Kriegsspiels
http://de.wikipedia.org/wiki/Kriegsspiel
welches teilweise sogar auf Schachbrettern gespielt wurde.
Das Kriegsspiel wurde zum Trainieren von Offizieren eingesetzt und in den letzten Jahrzehnten wurde es zu Tabletopspielen weiterentwickelt, bei denen es dann schicke Figuren wie zum Beispiel ein Rudel Space Marines gibt. Aus den Tabletopspielen wurden dann Runden- und Echtzeitstrategiespiele, wie zum Beispiel das wunderbare Dawn of War, welches nicht gerade unblutig ist und sicher auch viel Kritik bekommen hätte, wenn es in der Öffentlichkeit mehr Beachtung gefunden hätte. Oder solche Spiele wie Defcon, in denen gleich die ganze Menschheit ausgelöscht wird.