Nach acht Wochen ausgiebigem Testens ist Firefox heute wieder von meiner Festplatte geputzt worden. Der so umjubelte Alternativ-Browser ist bei mir deutlich langsamer als Internet Explorer. Das so hochgelobte “Tabbed Browsing” kapier ich nicht; ich mach für Groß-Browse-Session einfach meine Taskleiste größer und kann Inhalte, die in Fenstern statt Tabs sind, auf dem Bildschirm parallel arrangieren. Wo ist der echte Vorteil von Tabs? Die RSS-Einbindung über “Live Bookmarks” kann ich nur als Witz verstehen und wenn ich anfange solche Funktionen dann irgendwie als Mega-Plugin zu realisieren (Sage), hab ich nur ein lausiges User Interface statt eines guten Stand-Alone-Programmes. Der rudimentäre Download-Manager ist allerdings nett. Aber ich kann ohne Active X nicht leben, zu viele Seiten sind nur mit Active X Controls voll nutzbar (zum Beispiel Artikel mit Bildern einstellen bei Ebay). Und zum Thema Security sag ich nur eines: Erst denken, dann klicken. Wer Webseiten zweifelhaften Ursprungs absichtlich und ohne Sicherheitsvorkehrungen absurft, kann genausogut seinen PC nachts zum Auslüften auf die Straße stellen (geht ja sicher keiner ran). Wer denkt “Ach, mit Firefox passiert mir nix, die bösen Hacker-Tricks gehen alle nur auf Internet Explorer” wiegt sich in völlig falscher Sicherheit.
Gut, ich habe IE mit einigen Tools aufgemotzt. Sehr empfehlenswert: PopUpCop, der einzige wirklich vollständig funktionierende Werbeblocker (auch die allerjüngsten Flash-Tricks), Picture Ace, das einzig wahre Tool um Thumbnail-Seiten abzugrasen, und als Download-Manager die Freeware-Version von Leechget.
Tabbed Browsing: In einem Forum alle spannenden Threads in neuen Tabs öffnen. Dann dort lesen und nicht Millionen Browser auf haben, die alle Systemressourcen kosten. Klar kann man auch einen neuen Browser aufmachen, wenn man IE nutzt, aber das ist WEIT weniger elegant. Wirklich.
Uah. Naja, Geschmackssache.
Live Bookmarks sind als voller RSS-Reader-Ersatz natürlich viel zu rudimentär, klar. Aber sie sind SUPER, um z.B. den eigenen del.icio.us-Feed zu abonnieren und somit auf die letzten 20 del.icio.us-Bookmarks, die man gesetzt hat, schnellen Zugriff zu haben.
Sage ist nett, ersetzt aber keinesfalls z.B. Bloglines oder Deinen Sauce Reader.
Nachdem ich eh immer zuviele Apps offen habe, will ich Tabs nicht mehr missen. Es geht nicht mehr wirklich ohne. Der Vorteil in meinen Augen ist folgender: ich hab zehn Tabs mit Thema-1-Zeug und zehn Tabs mit Thema-2-Zeug. Im IE hätte ich jetzt 20 “gleichwertige” Fenster, mit einem Tab-fähigen Browser 2 Fenster - eins für Thema 1, eins für Thema 2. Wenn ich mit einem Thema durch bin, mache ich ein Fenster zu, fertig. Außerdem sehe ich im Tabnamen immer gleich, was ich da offen hab, und muß nicht erst in der Taskleiste rumklicken.
Ich bin verwirrt: Das mit den “Bildern bei Ebay” versteh ich nicht. Das geht doch auch mit Firefox? Hab ich zumindest schon mehrmals gemacht. Nicht mit ‘ner ActiveX-Control, sondern über das ganz normale Auktionsinterface.
Re Geschwindigkeit: meinst Du beim Starten der Applikation oder beim eigentlichen Surfen? Bei mir ist er auf allen Maschinen ungefähr gleichauf mit IE. Letzterer ist allerdings Teil des OS und wird immer gleich beim Rechnerstart mitgeladen. (Wenn ich das abstellen könnte, wäre ich übrigens glücklicher.)
Außerdem kann ich mit etwas Javascript und XML selber Extensions programmieren, was ich super finde.
Und er hat wesentlich weniger Sicherheitslücken als der IE. Das sag ich jetzt mal ganz wertfrei. Ich mag den IE nicht wirklich, bin leider hin und wieder gezwungen, das Ding zu benutzen, aber wem er gefällt, soll gern dabei bleiben. Das schlechte Gefühl bleibt trotzdem: dadurch, daß der IE ein integraler Bestandteil des OS ist, ist die Gefahr, daß durch ein IE-Sicherheitsloch mein ganzes OS “leidet”, natürlich größer. Das Problem hab ich bei einer eigenständigen Applikation nicht in dem Ausmaß.
Naja, was solls. Bald hab ich OSX, dann wird eh alles besser.
Ohne tabbed browsing käme ich nicht mehr aus wenn ich zB Foren/News/etc lese. Einfach strg+klick auf alle Beiträge die mich interessieren und dann in Ruhe die einzelnen Tabs durchgehen. So kommen schon des öfteren mal 10 oder mehr tabs zustande. Auch beim Arbeiten is das für mich oft sehr hilfreich, da ich neue Fenster für verschiedene Aufgabengebiete aufmache und innerhalb dieser einfach mit tabs arbeite. Hilft sehr wenn man zB verschiedene phpmyadmins offen hat und nicht dauernd den falschen erwischen will.
Schnell/langsam - hängt oft sehr von der website ab, wenn einige intensivst (MS-lastiges) JavaScript verwenden, dann ist der Firefox wahrscheinlich etwas langsamer. Aber imho is das ansonsten in einem so kleinen Bereich, das kaum ein Unterschied festzustellen ist. Ebenso beim starten…
Die RSS Einbindung hab ich noch nicht getestet, da ich eh Bloglines benutze. Active X hat mir noch nie gefehlt und das einzige was ich mit dem IE mache sind die windows updates…
Firefox etc. sind keine Garantie für Sicherheit, aber deutlich sicherer als IE sind sie auf jeden Fall - das mitdenken an sich ersetzen sie aber natürlich nicht
Viel gravierender könnte sich da aber ein Wechsel von Outlook (Express) auf Thunderbird auswirken.
Und was das aufmotzen mit tools angeht, da schlägt Firefox eh alles (http://texturizer.net/firefox/extensions/)
Ansonsten gibs hier ne nette Liste was der Mozilla/Firefox alles im Gegensatz zum (default) IE kann:
http://www.xulplanet.com/ndeakin/arts/reasons.html
Allein das (fehlende) type ahead würd mir ein nutzen des IEs auch unmöglich machen *g*
cu starside
Ice
Ich mags ja schon, daß meine Internetseiten gebändigt werden und nicht wild in meiner kostbaren Taskbar rumwuseln. Vor allem, wenn die dann auch noch von Windows zusammengefasst werden und jeder Seitenwechsel dann zwei Klicks braucht. Zudem kann man mit Tabbed Browsing auch mehrere Firefox Fenster öffnen und in jedem eine eigene Reihe von Tabs haben. Damit kann ich meine Tabs in Kategorien, wie Blogs, News, Foren etc unterteilen.
Die Taskleiste bei jedem Surfen zu verändern, würde ich für sehr nervig halten. Dann müßte ich die mehrmals am Tag umstellen und das gibt bei Windows dann ja nicht selten Probleme mit den Desktopicons, die wild umhergewirbelt werden. Aber das kennt man ja.
Echte Plug-ins benutzen zu können, die ich zentralisiert abschalten, einstellen und in/deinstallieren kann, halte ich auch für wesentlich komfortabler, als jeder Erweiterung als eigenes Programm installieren zu müssen.
Und das Firefox sich an die offiziellen HTML-Regeln hält, ist für Webentwickler auch ganz schön. Im Gegensatz zum IE, kann ich mich dort nämlich am offiziellen Standart orientieren und muß mir nicht die ganzen Ausnahmen merken, bei denen sich IE wieder ganz seltsam und anders verhält. Dafür kann er ja aber ganz viele andere Befehle, die nur er kann und sonst keiner im Internet. Vielleicht damit man die MSDN nicht mit etwas anderem als dem IE lesen kann.
Mhmm, als OS X User ist Tabbed Browsing echt unschlagbar. Wir Macuser kennen ja kein Vollbild und unsere “Taskbar” (also das Dock) zeigt nur Apps, nicht deren Fenster an (zumindest nicht ohne extraklick).
Da ist das schon ne feine Sache…. zudem kann man ganze Bookmarkschränke auf einmal in Tabs öffnen (bei Safari auf jeden Fall, bei FF kA).
und das mit dem IE seh ich jetzt einfach mal als nachwirkungen der arbeit bei dieser großen, bösen Firma