If Adventure has a name…

Von Boris, Do, 22. Mai 2008 00:12

…it must be Indiana Jones.

Stand auf dem Teaser-Plakat für Indiana Jones and the Temple of Doom und gilt auch heute noch. Kingdom of the Crystal Skulls ist ein atemberaubender Abenteuerfilm.

Ich ging mit niedrigen Erwartungen und möglichst wenig Vorwissen ins Kino (gerade mal den Trailer gesehen) und wurde nicht nur angenehm überrascht, sondern gefesselt. (Keine Angst, der Beitrag bleibt absolut spoilerfrei, ich will niemandem was versauen). Spielberg holt aus den augelutschtesten Situationen nochmal was raus, baut eine extrem lange Dschungelverfolgungsjagd die sich einfach weigert, langweilig zu werden und versenkt Millionen von Dollar in einem Setdesign des Jahres 1957, das auch die obligatorische Dialogszene, in der dem Publikum der Plot erklärt wird, zu einem optischen Genuß macht. Der Film ist nie langweilig, und das ist selten heutzutage – und macht damit sogar den Plot erträglich, der bei jedem anderen Regisseur ins absolut lächerliche abgeglitten wäre. Selbst ich, der sonst bei jeder Handlungsinkonsistenz am liebsten das ganze Kinopublikum belehren möchte, habe Minuten gebraucht, um mir selbst die Schlüsselfrage zu stellen (spoilerfrei): Wer hat denn das Ding am Schluß eigentlich gebaut? Die, die es konnten, nun ja, die konnten es ja nun offensichlich nicht, oder? Wie ein großartiger Zauberer setzt Spielberg jeden Taschenspielertrick ein, damit man die “Löcher” einfach nicht sieht, selbst wenn man will. Beim zweiten Ansehen klappt das wahrscheinlich nicht mehr.

Auch der junge Sidekick ist nicht etwa eine Notlösung, sondern einfach ein hervorragender Charakter, perfekt eingebunden, sauber gespielt. Wenn man sich nur nicht andauernd fragen würde, warum der Sänger von Depeche Mode immer noch so jung aussieht…

Zehn Bonuspunkte für die zynische Kritik an der heutigen politischen Situation in den USA (man ersetze einfach eine Zeit lang in den Dialogen “Kommunisten” durch “Terroristen”) und weitere zehn für die Chuzpe, den Hauptdarsteller am Ende der ersten atemlosen halben Stunde in eine Situation zu bringen, die James Bond 40 Jahre lang nicht durchstehen mußte, sowieso nie im Leben überlebt hätte, und diese auch noch so zu verkaufen, daß man nicht laut “Neeee” stöhnt, sondern applaudiert. Bei jedem anderen Film wäre das die Schlußszene gewesen. Hier folgen noch neunzig Minuten.

Hut ab, Steven. Gut gemacht.

44 Antworten für “If Adventure has a name…”

  1. DarkVamp sagt:

    Danke fuer die gute Kritik ! Ich war schon am zweifeln…

  2. MrRagamuffin sagt:

    oha, das ist das erste mal, dass ich dir so garnicht zustimmen kann. Aber man will auch nix spoilern, deswegen sag ich nix. Ich fand es leider einfach nur richtig schlecht.

  3. ShinobidoN sagt:

    Freue mich auch schon drauf. Hauptsache, es ist nicht wie bei Temple of Doom, wo alle Helden den ganzen Film lang immer genau in letzter Sekunde aus irgendwelchen vertrackten Situationen entkommen. Immer wieder und wieder. Das hat mich damals schon als Kind genervt :P

    Ich hoffe, am Wochenende mehr zu wissen :)

  4. Dooode sagt:

    leider werde ich wohl noch eine weile auf das vergnügen mit diesem film warten müssen. in hannover gibts kein einziges kino das den film auf englisch zeigt und ich weigere mich seit jahren mir filme durch miese deutsche synchros vermiesen zu lassen. dann doch lieber auf den bluray-release in wenigen monaten warten und zu hause in gemütlicher athmosphäre in HD geniessen…

  5. benzianium sagt:

    Danke für diesen Beitrag! Ich freue mich schon, diesen Film gucken zu können. Bei mir wird es aber erst am Freitag in einer Woche sein… Nach vielen kritischen Filmkritiken bin ich nun wieder ein wenig zuversichtlicher geworden! ;-)

  6. hoetz sagt:

    Das macht mir Hoffnung, nach diversen nicht-so-toll-Reviews. Halte mich auch bewusst von Preview-Material fern und bete, dass ich am nächsten Dienstag deine Meinung teilen kann.

  7. Falcon030 sagt:

    Jahaa!
    Lange genug warten musste ich ja, aber wenigstens gibt es das Filmhighlight des Jahres schon im Mai und nicht erst zu Weihnachten.
    Bis dahin dürfte dann aber auch schon die DVD (HD-DVD? Wär natürlich genial) draußen sein, also gleich ein Grund sich ein zweites Mal zu freuen.

  8. Bananafoen sagt:

    Ich empfand den Film genau so, wie Boris Schneider-Johne. Obwohl ich schon bei der Szene ein “Neee” stöhnte und das Ende war wirklich etwas fragwürdig. Aber ein wirklicher Kritikpunkt war Cate Blanchet: Warum sie? Ich finde sie nur arrogant (nicht in ihrer Role!) und das hinterlässt einen fisen Beigeschmack.
    Bestimmt werde ich mir den Film noch ein- oder zweimal ansehen um ihn besser zu verarbeiten. Neben mir im Kino saß natürlich wieder der letzte Depp.

  9. Die “Kritiker”, insbesondere die in Cannes, sind alle bescheuert. Die wollen den Film schlecht finden, und wenn man das unbedingt will, bitte, das geht natürlich. Aber, wie gesagt, wenn man einfach zwei Stunden so sehr im Kinosessel sitzen will dass man nicht mal Zeit hat, mit dem Sitznachbarn auch nur ein Wort zu wechseln, dann Indy 4 bitte. Ihr kennt mich, ich bin sonst sehr gerne sehr grausam, aber Indy 4 kann man nicht ernsthaft runtermachen.
    Mild spoliers zu dem Thema, insbesondere WARUM viele Leute glauben der Filn sei schlecht, gibt’s hier:
    http://blogs.suntimes.com/ebert/2008/05/i_admit_it_i_loved_ind.html
    Einige der schlechten Kritiken müssen auch von Leuten sein, die den Film gar nicht kennen und nur Second-Hand-Infos haben…

  10. Fatjay sagt:

    ja… muss auch sagen…das der “neue” indy einfach den alten teilen nicht das Wasser reichen kann.. es ist einfach nur ein Mittelmassiger Film… fand den echt ne große Enttäuschung.. Wie so ziemlich jeder im kino wie mans von den Leute mit den ich drin war und denen die aus dem kino raus gekommen sind entnehmen konnte… Spielberg sollte sich schämen .. der man kann das so viel besser.
    Negativ war vor allem
    Die Russen als Villians ( total mies gemacht )
    Cate B. Sah eher aus als wenn sie bei der SS gewesen wäre , dazu kommt noch das sie total dumme Monologe gehalten hat .
    Und das ende ders films fand ich persönlich am schlimmsten !!! sorry aber so miesen SciFi habe ich seit Andromeda ( der tv serie ) nicht mehr gesehen… Mann muss echt ein totaler fanboy zu sein um den film mit 1 – 3 auf eine Stufe zustellen ..

  11. harlekin sagt:

    Ich tue mir ehrlich gesagt richtig schwer etwas Gutes an Indy4 zu finden. Festzustellen, dass ein Großteil der Kinobesucher nur in den Film geht um unterhalten zu werden mag richtig sein, trotzdem muss der Film auch dem Anspruch gerecht werden ein “Indiana Jones” zu sein – etwas gritty, mit einer guten Portion zynischem Humor und einem Hauch Übernatürlichkeit eingebettet in den überzeichneten Realismus der für ihn eigenen Leinwandwelt.

    Was der Film aus meiner Sicht letztendlich geworden ist ist eine wenig risikobehaftete Ausschlachtung alter Klischees, ohne dabei den Geist der alten Teile einzufangen, zusammengehalten von einem unsagbar schwachen Plot (und dabei habe ich noch nicht mal etwas gegen die “überirdische” Komponente) und unter einer vollkommenen Verleugnung der Charakterzüge ehemals so schillernder Figuren.

    Indy4 ist ein Actionfilm auf “National Treasure” Niveau, ohne das Charisma der Vorgänger, der noch am ehesten von den Referenzen an eine ehemals glorreichere Zeit lebt, und der aufgrund seiner schwachen dramaturgischen Struktur und kaum erinnerungswürdinger Szenen ein zweites Anschauen wohl nur sehr schwer überstehbar macht.

    Eine etwas detailliertere Analyse meinerseits, mit konkreterem Inhaltsbezug gibt’s unter http://board.consol.at/viewtopic.php?p=488458#488458

  12. SONICtheHedgehog sagt:

    Ich ging auch mit geringer Erwartung ins Kino, vom Hocker hat mich DIESER Jones leider nicht.
    Im vergleich mit anderen aktuellen Filmen allerdings richtig gut.

    Mit meinen Freunden hab ich mir Teil 1-3 vor einigen Wochen noch mal gegönnt (Hyper Hyper eben).
    Die sind definitiv besser.

    Optisch sicherlich ein Highlight, ich bin schon auf den HD VOD gespannt!

    Ich fand die Verfolgungszene zu übertrieben / unrealistisch.

    Die fahren da durch den Dschungel, und der ist anscheinend so eben, wie die deutsche Autobahn ;)
    Auch in einem Film der ansonsten unrelistisch ist, erwarte ich etwas Realismus.

    Viel raushauen konnten allerdings die Settings, auch wenn die (was Menschenmassen – aber nicht nur) nicht so gigantisch sind wie bei den alten Teilen.

    Auch die Musik von John Williams ist mal wieder Oberklasse!

    Bei der “Dschungelverfolgungsjagt” habe ich mich unweigerlich an einen anderen Film von Lucas erinnert gefühlt – nicht nur wegen der Musik…

    Gut unterhalten der Film mich hat trotzdem.

    PS:
    Lief bei Euch auch direkt vor dem Film der Trailer zu “Die Mumie III”?
    Guter Schachzug, nen Abenteuerfilm direkt vor nem Abenteuerfilm zu bewerben!

  13. ChiefJudy sagt:

    Ich habe den Film noch nicht gesehen, deshalb wage ich nicht, mir ein echtes Urteil zu bilden. Auch wenn ich nun schon von verschiedenen Seiten gehört habe das er…grottig sein soll.
    Allerdings: Kritiker gleich bescheuert zu finden – ich weiß ja nicht. Außerdem – Cannes ist ja nun auch wirklich nicht das richtige “Pflaster” für so einen Film, oder ;) ? Da kann man doch erwarten, daß er niedergemacht wird…

  14. troopers sagt:

    Bin ich auch ein Indy-Fan, und kann mir ehrlich gesagt nur schwer vorstellen, das Spielberg und Lucas nen schlechten Indy machen.
    War zwar auch ein wenig am Zweifeln aufgrund einiger weniger tollen Reviews, aber da lass ich mich selbst überraschen, und bin auch ein wenig begeistert hier zu lesen, das du ihn toll findest.

    Ich glaube auch, das dieser Teil eher was für Fans ist, die Indy immer toll / genial fanden, und nicht für Neueinsteiger.

    Ich frage mich nur, warum es nicht “Fate of Atlantis” wurde, weil die damalige Umesetzung für Amiga und PC war einfach nur geil, und die Erinnerungen daran sind einfach nur spitze.

    Ich schaue mir morgen den Film an :D

  15. “Die “Kritiker”, insbesondere die in Cannes, sind alle bescheuert.” “aber Indy 4 kann man nicht ernsthaft runtermachen.”

    Soll ich lachen oder weinen? Ein derartiges Ausmaß an Arroganz hätte ich Ihnen nicht zugetraut. Vielleicht halten Sie sich einfach mal vor Augen, dass Kritiker glücklicherweise nicht nur für Fans von Machwerken wie “Live Free or Die Hard” schreiben, sondern für Leute, die auch an Popcorn-Kino höhere Erwartungen als “Hauptsache es rummst irgendwie” haben. Nein, ich bin kein “Kritiker” und ja, ich bin durchaus Anhänger der leichten Unterhaltung.

    Zum Film selbst: Ich persönlich würde mich als sehr großen Indy-Fan bezeichnen, “Indiana Jones and the Last Crusade” ist für mich der beste Film, den das Genre je hervor gebracht hat. Wenn es jemanden gibt, der den neuesten Teil gut finden wollte, dann mich.

    “Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull” hingegen hat mich trotz einiger toller Momente (die sämtlich auf das Konto von Harrison Ford gehen) einfach nur maßlos enttäuscht. Ein stupides, aufgeblasenes, CGI-überfrachtetes Spektakel mit katastrophalem Drehbuch, das in zahlreichen Szenen derart hirnrissig over-the-top ist, dass es einem schier die Sprache verschlägt. Das gilt insbesondere für die erwähnte Szene gegen Ende des ersten Akts. Leider lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, welche künstlerischen Entscheidungen nun auf das Konto von Lucas gehen, auch wenn sich ein ums andere Mal ein entsprechender Verdacht aufdrängt. Ich persönlich bin jedoch der Meinung, dass primär er es war, der den (erkennbar) guten Kern von “Indy 4″ jämmerlich in der digitalen Kloake ertränkte.

    “Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull” ist stupides Fast-Food-Kino, das (wenn überhaupt) hauptsächlich als eigene Parodie funktioniert. Es ist genre-immanent, physikalische Grenzen zu sprengen. Dennoch wurde bislang stets ein minimaler Anker zur Plausibilität gewahrt, der auch dringend nötig ist, um der Action Dramatik und Spannung zu verleihen. Dieser Anker wurde nun völlig über Bord geworfen, Indiana Jones wurde zur Comicfigur, zum unverwundbaren und unfehlbaren Superhelden ohne persönliche Züge degradiert, zu einem jämmerlichen Abziehbild seiner früheren Auftritte (ähnlich wie es McClane im vierten “Die Hard” erging). Diese “Evolution” ist am besten mit jener von James Bond zu vergleichen, der bei “Die Another Day” an einem ebenso indiskutablen Punkt angekommen war. Bond wurde nach diesem Debakel ein grandioser Relaunch zuteil, bei dem man der Gigantomanie eine Absage erteilte und bei dem man endlich wieder richtig mitfiebern konnte. “Indy” wird solches Glück leider kaum beschert sein.

    Nähere Ausführungen spare ich mir, nicht zuletzt deswegen, weil man durchaus gezwungen wäre, zu spoilern, um darzulegen, was an “Indy 4″ (aus meiner persönlichen Sicht) nicht funktioniert und wie er unendlich besser hätte werden können – Potenzial wird ja ein ums andere Mal angedeutet. Letztlich spielt es auch keine Rolle, denn zum einen ist der Film ohnehin “critic-proof”, zum anderen muss ich mir wohl eingestehen, schlicht nicht zum Zielpublikum dieser Produktion zu gehören. Und wenn ich mir hier ansehe, zu welchen Aussagen sich das Zielpublikum hier versteigt, will ich das am Ende wohl auch nicht.

  16. BleedingGuitar sagt:

    Steven Spielberg ist der meist überschätzte Hollywood-Regisseur überhaupt. Das soll noch nicht heißen, dass er schlecht ist – aber er liefert eigentlich bis auf ganz wenige Ausnahmen absoluten Mainstream-Durchschnitt oder fabriziert regelrecht peinlich schlechte Filme (wie zB “Catch Me If You Can” – wäre nicht der überragende Christopher Walken gewesen, der trotz seiner sehr kleinen Nebenrolle eine seiner wohl besten Performances abgeliefert hat, müsste man diesen Film in den Worst #100 auf IMDB finden). Spielberg weiß, wie man die Massen ins Kino lockt – und das wird leider mit “guter/großartiger Regisseur” gleichgesetzt. Aber es gibt natürlich Ausnahmen: Schnidlers Liste (was aber auch ein aufgelegter Elfmeter war) oder München (was WIRKLICH sehr gute Regiearbeit von ihm war). That said … bin ich mal gespannt auf Indy. Ein IMDB-Rating von weit über 8 sagt nunmal meist deutlich mehr aus als irgendwelche überheblichen Kritiker in Cannes. Abgesehen davon Spielberg-Mainstream mit guten Filmen zu verwechseln ist es auch ein Fehler, Filme grundsätzlich als schlecht hinzustellen, die einfach nur unterhalten wollen und nicht für sich beanspruchen, große Kunst zu sein.

  17. nappi16 sagt:

    Also, ich vertraue ja weder auf die Kritiken die es aus Cannes gab, noch auf die von diversen Zeitungen oder Internetseite. Trotzdem fand ich Indy 4 einfach nur bescheiden.
    Allein schon die Handlung (der Erste teil des Filmes ist noch ganz gut) aber dann wird es nur noch schlechter, bis zu dem Ende, mit dem ich so absolut gar nichts in einem Indy Film anfangen kann.
    Ich halte das mal so fest, es gibt bis jetzt in jedem Indy Film eine Szene, die “Geschichte” geschrieben hat.
    Indy 1 – Die Kugel
    Indy 2 – Ich sag nur “Herz” (auch wenns nicht so ganz lecker war *g*)
    Indy 3 – Pappa und Junior auf den Stühlen gefesselt
    Indy 4 – ??? Mir fällt absolut nichts ein, dass hier wirklich herraussticht.

    Dann noch die Musik, in allen Indy Filmen grandios und im “vordergrund” hier tritt sie eher in den Hintergrund, und Teils fand ich die Untermalung von Szenen zu “langweilig”.

    Von daher ist der Film für mich persönlich eine herbe Entäuschung gewesen, gerade weil auch die Erwartung an den Film sehr hoch war !

  18. Malakay sagt:

    Ich komme gerade aus dem Kino. Ich fand den Film enorm unterhaltsam. Es gab tolle Action, ein paar wirklich gute Lacher, und eben keine Langeweile.

    Einzig die Sache mit “wie in Berlin”, der dazugehörige Charakter und Unsinn waren nervig.

    Den Credit fürs Drehbuch hat übrigens David Koepp bekommen, der schon für einige sehr gelungene Unterhaltungsfilme als Schreiber verantwortlich war.

  19. Ach ja – noch zwei Ergänzungen:

    Ist eigentlich jeder in Ihren Augen “bescheuert”, der “Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull” nicht für ein Meisterwerk hält? Oder nur diejenigen, die diese Meinung auch beruflich vertreten? Und wodurch wäre eine solche Differenzierung gegebenenfalls gerechtfertigt?

    Sie werfen den Kritikern ja vor, den Film quasi zwanghaft schlecht finden zu wollen. Darf ich nur am Rande darauf hinweisen, dass “Indiana Jones” bei der fraglichen Vorführung in Cannes (also nicht der Premiere) unter tosendem Applaus in die ersten Minuten startete und die Stimmung erst während des Screenings umschlug.

  20. Yep. Nachdem ich mich in den letzten Jahren durch derart viele Actionfilme quälen mußte, die sich bitter ernst nahmen und grundlegende Dinge wie Timing, Aufbau und Pacing einfach nicht auf die Reihe kriegen, ist Indy 4 ein echter Lichtblick. Er ist keine Kunst, er ist Kunsthandwerk, aber das auf die Spitze getrieben. Man vergleiche den nochmal mit dem Nicholas-Cage-Tempelritter-Bockmist, der exemplarisch für das Verderben der Kategorie ist.
    In Indy 4 ist sogar Jones die Story scheißegal. Selbst er bestaunt am Ende nur das Feuerwerk und läßt die hahnebüchne Erklärung dem älteren Kollegen. Die Kristallschädel sind der beste McGuffin seit Hitchcock und dem Koffer in Pulp Fiction. Hier ist der Weg das Ziel und ich mag nicht recht kapieren wie ein Kritiker oder Kinobesucher nicht anerkennen, daß hier zwei Stunden Achterbahn abgezogen werden, wie man sie wahrscheinlich nie wieder zu sehen kriegen wird. Ich hab kein Problem damit wenn jemand sagt, er hätte sich am Schluß was anderes als ein UFO erwartet, nur bitte soll er auch erwähnen, daß man für sein Eintrittsgeld an der Kinokasse wirklich was geboten bekommt.

  21. nappi16 sagt:

    Hmm… das Problem ist, man bekommt zwar durchaus was geboten, das ist aber, für mich, irgendwie nichts besonderes und am aller schlimmsten, es ist eben nicht “Indy Like”. Das (vorallem das Ende) hätte man mit jedem Film machen können, aber nicht mit Indy ! Und gerade von einem Indy Film, erwarte ich, wie bei den ersten drei Teilen, eine gute Story. Action, die hatte der Film, die war sogar nicht schlecht. Auch die umsetzung hat gestimmt. Nur bei einem Indy Film erwarte ich für meinen Teil mehr. Der Anfang des Filmes ist sogar gelunge ! Nur dann kommen zuviele kleinigkeiten, die sich dann bis zum Ende in das UFO Steigern.
    Ich kann akzeptieren, wenn einigen, vielen oder wie auch immer der Film gefällt, nur man sollte auch Akzeptieren, dass es Fans der ersten drei Teile gibt, die mit dieser Variante Indiana Jones absolut nicht zufrieden sind. Man hat wieder so ein Meisterwerk wie die ersten drei Teile erwartet, doch das wurde eben nicht geboten. Und das geht vielen so (die Meiste Besucher bei uns im Kino kommen eher mit “was war das jetzt” auf den Lippen aus dem Kino (ich Arbeite im Kino, habe also die direkte Reaktion). Es gibt zwar auch leute denen der Film gefallen hat, aber in den Vorstellungen bis heute, hat nunmal eher die Skepsis, bzw. nicht begeisterung überwogen :( . Finde ich zwar schade ist aber so !

  22. …und ich zum Beispiel kann bis heute mit dem zweiten Indy nix anfangen. Temple of Doom hat die geniale Lorenfahrt (und natürlich “Anything Goes…), aber nimmt sich selber viel zu ernst, ist viel zu düster und makaber und ist für mich kein Indy.
    Bei dem ach so bewunderten Indy 3 kann ich nur sagen daß ich da im Kino saß und die teilweise echt peinlichen optischen Effekte (die unsichtbare Brücke) bebuhen wollte.
    Ich hatte nach dem Trailer für Indy 4 mit der “Vorversion” der Autoverfolgung echt Angst, aber ILM hat die CGI-Probleme doch noch umfahren. Bis auf die (zugegeben doofen) Erdhörnchen offenbart sich die CGI in Indy 4 doch im wesentlichen dadurch, daß das was man sieht gar nicht geht. Ich wette in dem Film ist sogar noch viel mehr CGI als ihr alle vermutet, insbesondere im letzten Drittel und in der Motorradszene.
    Leute, die Look und Ausleuchtung von Indy 4 bemängeln, haben Indy 1 bis 3 wahrscheinlich nur auf TV/DVD gesehen. Spielberg hält sich sklavisch an die unrealistische Ausleuchtung von 1 und 3.
    Ich alter Knacker hab alle drei im Kino gesehen…

  23. gonknoggin sagt:

    Komme selbst grad aus dem Kino und mir hat der Film(englische Originalversion), ebenso wie Boris, wirklich sehr gut gefallen – beste Kinounterhaltung eben. Dem restlichen Publikum (ausverkauftes Haus im Tuschinski, Amsterdam) schien es ebenso zu gehen, es gab viele Lacher, teils Szenenapplaus. Nachdem ich einige Kritiken gelesen hatte, war mir auch schon ganz Angst und Bange um den neuen Indy, denn auch den Trailer fand ich nicht sonderlich aufregend. Insgesamt hat das gesamte Filmpaket für mich gestimmt – die Cast, das Drehbuch, die Dialoge, das Setting, der Humor und das typische Indy-Flair – alles hat gepasst. Ich schau ihn mir sicherlich die Tage noch ein zweites Mal an…

  24. ShinobidoN sagt:

    @doode: ups. Hatte ich noch gar nicht nachgeschaut. Weil es Indi 4 war, bin ich eigentlich fest davon ausgegangen, dass er hier im Original läuft. Schade!

    Dann gibt’s bis zum DVD/Blue-Ray Release auch erstmal kein Indi 4 für mich *schnüff*

  25. Yoshi sagt:

    ich kanns echt nich fassen dass es wirklich leute gibt die dieses dummdreiste rumgezote als würdigen indy film sehen

    muss wohl was dran sein dass für manche produkte mit hilfe von fakeusern in foren geworben wird …

    ok is vielleicht noch was weit hergeholt, aber die rieseigen makel die der film hat sind nicht zu übersehen, genauergesagt ist der ganze scheissfilm ein riesenmakel mit winzigen ganz winizigen kleinen lichtblicken zwischendurch

    aber alles in allem eine art total doofer disneyfilm für zugekokste kinder, ich frag mich nur wo die gesangseinlagen sind

    naj asagen wir so: wen george lucas eigenvergewaltigung von starwars in form von epi 1-3 nicht stört, und wer es nicht ziemlich gehirnamputiert findet dass transformers sich im garten verstecken der findet vielleicht gefallen an:

    - vielen selbstzweckhaften cgi effekten
    - völlig unspannende action weil auf einmal JEDER charakter ein goofy-charakter ist, jeder überlebt alles, man muss nur cgi effekte bescheuert genug einsetzen udn die charaktere doof grinsen lassen weil ja alles so lustig ist
    - doofe actionszenen ohne spannung und mit vielen cgi effekten
    - hab ich schon die übertriebenen cgi effekte und die debilen witze und die actionszenen für powerrangers anhänger erwähnt?

    indy ist tot, ich war gestern im kino bei seiner hinrichtung

  26. SONICtheHedgehog sagt:

    @ Boris:
    Das Thema Ausleuchtung hätte ich fast vergessen.

    Ich fand sie richtig gut.
    Ist Euch aufgefallen, wie oft Indy’s Schatten (+ Hut) zu sehen war?
    Das war locker zehn mal, wo die Kamera so stand, dass der zu sehen war.

  27. “Hier ist der Weg das Ziel und ich mag nicht recht kapieren wie ein Kritiker oder Kinobesucher nicht anerkennen, daß hier zwei Stunden Achterbahn abgezogen werden, wie man sie wahrscheinlich nie wieder zu sehen kriegen wird.”

    Und ich verstehe nicht, wie man sich anmaßen kann, die eigene Meinung auf derartige Art und Weise als einzig Nachvollziehbare zu installieren. Ihr Vergnügen an diesem Film sei Ihnen ja gegönnt, aber warum ist es für Sie nicht möglich, anzuerkennen, dass es genügend Leute gibt, denen er eben nichts gibt? Und dass zu dieser Gruppe auch Leute gehören, die grundsätzlich sowohl “Indiana Jones” als auch dem Genre allgemein gewogen sind? Wie kann man sich in Ihrer Position ernsthaft zu der Frechheit verleiten lassen, jeden als “bescheuert” zu bezeichnen, der Ihren (aus meiner ganz persönlichen Sicht übrigens generell äußerst bescheidenen) Filmgeschmack nicht teilt? Haben Sie sich mal die Mühe gemacht, ein paar Foren nach Reaktionen auf den Film abzugrasen? Als Beispiel sei nur dieser Link http://www.comingsoon.net/news/movienews.php?id=45353 genannt. Ich habe nur die ersten paar Seiten überflogen, auffällig war jedoch, dass dort ausschließlich jene Leute ausfallend wurden, die “Indy 4″ um jeden Preis als Meisterwerk anerkannt sehen wollen. Irgendwie…spricht das ebenso für sich, wie Ihr eigenes Auftreten gegenüber den “Bescheuerten”.

  28. Ahem – diejenigen, die den Film schlecht finden, dürfen also ungestraft allen Leuten sagen, daß der Film schlecht “ist”. Umgekehrt leider nicht.
    Richtig, es geht hier um Geschmack! Kern getroffen!
    Hab ich Meisterwerk gesagt? Nö, ich hab den Plot runtergemacht aber für sein Zwei-Stunden-Tempo und seine Energie gelobt, die wirklich ihresgleichen sucht. Und das macht mir schlicht und einfach Spaß, den ich mir weiß Gott nicht verderben lassen will von jemandem der meint ein UFO gehört nicht in einen Indy-Film.
    Und natürlich darf ich jeden, der Indy 4 derart runtermacht, hier auch als bescheuert bezeichnen, denn das ist eine persönliche Meinungsäußerung.
    Gut, daß der Film so sehr polarisiert. Dann muß Spielberg irgendwas richtig gemacht haben.
    Wird endlich Zeit, mein 20-Seiten-Pamphlet zum Thema “Tests” auf die Seite zu bringen, da wird sich der Winkeladvokat auch freuen!

  29. Yoshi sagt:

    @Boris:

    wenn ich einfach blos nicht zufrieden wär wär das ja eine sache, es gibt ja auch szenen in teil 2 die ein bischen albern sind, aber der aufbau den du bei indy 4 lobst ist völliger mist, ich frag mich auch welchen aufbau du meinst, denn es gibt keinen, alles ist per zufall aneinandergereiht, ob plot, ob action

    das war in den alten teilen nicht so, da hat die action natlos aneinander angeknüpft oder ging ineinander über
    beispiel teil 1 flugzeugkampf, das flugzeug dreht sich weil einer im kampf den klotz als waffe hernimmt, dann reisst die tragfläche auch noch den tank auf – bei indy 4 wäre erst der kampf gekommen, dann wär irgendein cgi effekt gekommen der das flugzeug sich zum drehen gerbacht hätte, und hinterher wäre der tank von selber explodiert
    oder teil 3 die panzerszene bei der sowohl aussen als auch innen gekämpft wird und alles ineinander übergeht und sich beeinflusst und einfach ein perfektes gesamtbild ergibt
    in teil 4 hätte shia auf 2 panzern gleichzeitig gekämpft wärend irgendwelche cgi tierchen den einen panzer gestürmt hätten, und aliens den anderen entführt hätten, das ganze natürlich komplett ohne spannung weil man sich ja in einer disneykomödie befindet

    dass argument dass teil 4 unmöglich an die trilogie anknüpfen konnte is auch völlig an den haaren herbeigezogen, teil 2 konnte ja auch an teil 1 anknüpfen, und teil 3 konnte an 1+2 anknüpfen, warum soll teil 4 ne sonderstellung einnehmen? wegen der zeit die vergangen ist? nein, es lag ja nicht an dem alten indy oder der alten marion, marion war zwar ein wenig debil, aber das kam vom drehbuch, und ford hat indy super verkörpert, das drehbuch war einfach kacke, und die action war für disneystreifen konzipiert, und nicht für einen indyfilm

    wie gesagt nix gegen leute die indy 4 trotzdem gut finden, neben aller objektivität gibts ja immernoch geschmackssache, und wenn man seine erwartungen zurückschraubt und einfach nur popcornkino sehen will – egal wie weit es von indy weg ist – wird man vielleicht gut unterhalten, aber ich hab einen indiana jones film erwartet und bekam “goofy und seine lustigen freunde auf der jagd nach den aliens”

    wobei wie gesagt ford seine sache super gemacht hat, aber so ein beschissenes drehbuch (ich geh jedenfalls einfach mal davon aus man hatte eins) hätten selbst n dutzend fords nicht retten können
    hey das wär doch mal ne idee, kennt ihr den film wo michael keaton sich klont und ein klon ist total debil, einer superschlau, usw? udn da gibts dann ganz viel slapstick und so? wär doch ne coole idee für nen fünften teil wo 4 indys abenteuer erleben auf der suche nach dem artefakt was diesen vorgang wieder rückgängig macht, 4 cgi indys die alle die ganze zeit ganz lustig drauf sind und so ….

  30. “Ahem – diejenigen, die den Film schlecht finden, dürfen also ungestraft allen Leuten sagen, daß der Film schlecht “ist”. Umgekehrt leider nicht.”

    Komisch, ich kann mich an keine einzige ernst zu nehmende Kritik erinnern, die Vertreter einer Gegenposition schmähen würde, so wie Sie es hier tun. Die Kritiken sind nicht mehr oder minder subjektiv verfasst, als es Kritiken ihrer Art nach nun einmal sind – zumal sich ein Gutteil der von Ihnen ins Visier Gefassten an Leute richtet, die – wie soll ich sagen – eine etwas andere Auffassung von gelungener Unterhaltung haben als Sie. Ich betone abe rein vorsorglich noch einmal: Ich störe mich an niemandem, der den Film in den Himmel jubelt, ganz im Gegenteil: Ich finde es toll, wenn jemand seinen Spaß im Kino hat. In einer Art und Weise auf Vertreter der Gegenposition los zu gehen, wie Sie es glauben tun zu müssen – dafür fehlt mir allerdings jegliches Verständnis.

    “Hab ich Meisterwerk gesagt?”

    Das Wort haben Sie nicht benutzt, aber wie sonst sollte man Ihre Einschätzung eines Film bewerten, der Ihrer werten Ansicht nach schier nicht “runtergemacht” werden darf? Ehrlich gesagt wäre es einer Rechtfertigung Ihrer hier zur Schau getragenen Einstellung kaum zuträglich, würden Sie nun eingestehen, ein Projekt bis aufs Messer zu verteidigen, dass die Qualitätsstandards an ein “Meisterwerk” selbst nach Ihren Kriterien nicht annähernd erfüllt…

    “den ich mir weiß Gott nicht verderben lassen will von jemandem der meint ein UFO gehört nicht in einen Indy-Film.”

    Mal ganz abgesehen davon, dass es unzählige Punkte gibt, an denen sich eine Vielzahl von Leuten stößt (der Schluss ist nur einer von vielen wesentlichen Gesichtspunkten) – wenn Ihnen der Film so unglaublich viel Spaß gemacht hat, verstehe ich nicht, wie Ihnen ein paar “bescheuerte” Kritiken den Spaß daran verderben könnten. Nagt etwa doch der Zweifel an Ihnen? Und übrigens: Warum spoilern Sie das Ende? Ist das nicht viel eher ein Spaßkiller für Leute, die den Film noch nicht gesehen haben?

    “Und natürlich darf ich jeden, der Indy 4 derart runtermacht, hier auch als bescheuert bezeichnen, denn das ist eine persönliche Meinungsäußerung.”

    Das StGB sagt in § 185 etwas anderes. Im Übrigen ist es nicht nur eine Frage des Stils, sondern auch der eigenen Glaubwürdigkeit.

    “Wird endlich Zeit, mein 20-Seiten-Pamphlet zum Thema “Tests” auf die Seite zu bringen”

    Dass es ein Pamphlet wird, davon bin ich bereits jetzt überzeugt.

  31. Bill Gates sagt:

    Traue keiner Filmkritik, die Du nicht selbst verfasst hast. Ich lege ja grundsätzlich keinen Wert darauf, denn da wird soviel rumgenörgelt, dass auch der tollste Film plötzlich zum Homevideo mutiert. Findet man nix, greift man zur Statistik-Geheimwaffe: Filmfehler. Hat prinzipiell jeder Streifen, außer man zeigt ungeschnitten eine Stunde lang geschnitten Brot mit Schimmelrand.

    Im Endeffekt erwarte ich von einem Kritiker, dass er mir sagt, ob man einen Film von Anfang bis Ende an einem Stück gucken kann oder nicht. Sprich, er wäre dann “schaubar” und erfüllt somit seinen Zweck. Aber vielleicht bin ich auch einfach nur zu offen für alles, was Kino zu bieten hat. Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, wann ich zuletzt von einem Film richtig enttäuscht war. Das Qualitäts-Niveau im Kino ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Eigentlich kann man an der Kinokasse fast schon wahllos Karten kaufen.

  32. Duncan_Idaho sagt:

    @Winkeladvokat
    Kommen sie mal aus dem Rechtsanwaltmodus wieder raus, diese Rechthaberei bis zum Abwinken (mag sie möglicherweise auch berechtigt sein) ist einfach nur öde.

    @Indy4
    Ich geh mal davon aus, daß eine Menge Leute die Pulpgeschichten auf denen ALLE Indy-Teile basieren nie wirklich selbst in der Hand gehalten haben, geschweige denn die zum Kanon gehörenden Indy-Bücher. Das war nicht das erste UFO bei Indy. Nebenbei ist der Film eine einzige riesige Hommage an das Genre, was auch ein Kunststück ist. Ich hab das leidige Gefühl, daß die meisten Matrix meets Pirates erwartet haben, nicht aber Sky Captain. Von daher ist die Aufregung verständlich, nicht aber gerechtfertigt.

  33. sonnendeck sagt:

    ich war heute bei Freunden auf deren Grundstück ne alte Motorrad Werkstatt, der kleineren Art irgendwas um die 40 qm abzureissen (mit zwei Brandschutzwänden !!! ) , wir waren zu acht und mehr als die hälfte war mit seinen älteren Kinder oder Freunden in dem Film. Immer wenn grösse Stücke von einer Wand fielen, kam die Indi Main-Melody die wenn was klappt im Film, ICH KANN SIE NICHT MEHR HÖHREN !!! zeigt aber, der Film muss irgendwie sehr gut sein und alle meinte das man keinen Anspruch an den Film haben sollte sondern es mit den Augen von grossen Kinder genießen Popcorn essen und Cola trinken und sich an Verfolgungsjagden am Abgrund erfreuen usw

  34. Jürgen sagt:

    ACHTUNG: Hier wird auch ein wenig gespoilert!!
    ——————————————-
    Jetzt mal rein als Film betrachtet:
    Indiana Jones hatte schon immer was comichaftes, soviel zum Realismusanspruch, den man bei Indy generell nicht zu hoch ansetzen sollte.

    Ich denke dieser Film polarisiert deshalb, wie Boris oben schreibt, weil er nicht wie die alten Teile den ausgeglichenen Mittelweg aus interessanter Geschichte und Action findet.
    Die Action überwiegt deutlich, sie ist auch gut inszeniert, das stimmt.
    Aber somit ist dieser Film eher etwas für Freunde temporeicher Kost. Freunde von interessant ausgearbeiteten Figuren und raffinierter Story kommen zu kurz – zumindest geht es mir so.

    Die Story ist leider so durchschaubar wie eine alte Unterhose und bietet nicht dieses gewisse Etwas, was die alten Teile auszeichnet, (was ich aber leider nicht genau benennen kann.)
    Auf mich wirkte sie im Kino eher wirr und ist viel zu temporeich. Die Figuren kommen überhaupt nicht zur Ruhe, um sich wie in den früheren Teilen wenigstens ein bißchen zu entwickeln.

    Das macht den vierten Teil zu unterhaltsamen Popcornkino, jedoch auf Kosten der Protagonisten, die zu flachen, austauschbaren Klischeefiguren werden und die weniger Seele, Wärme und Witz haben, als die Figuren in den alten Filmen.

    Typisch: Die Gegenspieler, bzw. das Kanonenfutter ist simpel, wie immer. Statt Nazis sind es nun eben dumme Russen, was vom Comicaspekt her nicht schlimm ist, aber auch der böse weibliche Gegenpart, den Kate Blanchet spielt, verkommt zur flachen, austauschbaren Schablone.
    Wenigstens hier hätte doch etwas mehr Raffinesse an den Tag gelegt werden können. Und am Schluß endet sie genauso, wie alle Gegenspieler Indys:
    Sie erliegt ihrem eigenen Streben, bzw. ihrer Gier.

    Es tut mir außerdem Leid, dass ein guter Schauspieler wie John Hurt hier unterfordert den irren Hampelmann mimt und der Rolle von Karen Allen der Pepp und die Roheit von damals fehlt. Wie gesagt, alles zugunsten der Action.

    Darüberhinaus empfinde die Aliengeschichte schon sehr als Stilbruch, da sich hier die sakrale, mysthische/mythische Grundstimmung, die ich bei den drei alten Teilen mag, zur Standard-Science-Fiction hin verlagert, was, wie ich finde, nicht richtig passen will.

    Klar, das ist auf Indy bezogen mal was anderes, ist so gesehen mutig, aber letztendlich ist das dann doch eher ein Fall für Scully und Moulder und dadurch fügt sich dieser Teil (für mich) nicht richtig, bzw. harmonisch in das Gesamtgefüge der FILM-Reine ein.

    In den alten Teilen hielt man es auch beispielsweise nicht für nötig, allzuviel von der göttlichen Kraft in personifizierter Form zu zeigen. Da gab es dann mal ein göttliches Donnerwetter und schemenhafte Fratzen – das hat aber gereicht.
    In diesem Film wird am Ende mehr gezeigt, also visuell enthüllt, als das es der geheimnisvollen Grundstimmung der Reihe gut tut.

    Als Fazit kann ich sagen, dass ich mich zwar nicht gelangweilt habe, aber trotzdem aufgrund der oben genannten Dinge eher enttäuscht bin:
    Durch die übertriebene Action wird man von Storyschwächen abglenkt und durch das Aneinanderreihen von Versatzstücken aus den alten Teilen verkommt dieser Teil, obwohl er neues bieten möchte, zu einem in sich nicht ganz stimmigen, eher lauen Aufguß der Trilogie.

    Als Schulnote würde ich dem Film eine “3″ geben.

  35. Bash sagt:

    Putzig. Da wird der Boris dafür beschimpft, dass er sagt, die Leute in Cannes hätten keine Ahnung. Tja hmm was soll man da noch sagen? Ist das hier nen privates Blog oder nicht? Ach und Boris ich würd mir die Sätze über Tests verkneifen, das macht Dich im Nachhinein nur unglücklich. Es ist heutzutage immer falsch, die Wahrheit auszusprechen.

    Ich hab Indy 4 noch nicht gesehen sonst würd ich mitdiskutieren, dafür hab ich letzte Nacht nach Jahren meine gestern im Rewe für 10 Euro gekaufte DVD der “Incredibles” gesehen.

    Meine Güte ist der Film klasse. Da stimmt wirklich ALLES. 110 Minuten langer Pixar für Erwachsene. Es ist echt unglaublich :-)

  36. Jürgen sagt:

    Nachtrag zu meinem oberen Post:

    Mittlerweile wundert mich nun doch nichts mehr, was die schlechte Story betrifft, denn ich habe heute gelesen, dass wohl ein sehr gutes und interessantes Drehbuch existierte, wovon sowohl Spielberg als auch Ford sehr überzeugt waren.
    (“Das beste Drehbuch, das ich seit langem gelesen habe”, sagte Spielberg 2005 darüber.)

    Die Story basiert hier wohl mehr auf einem interessanten, da umgedrehten Rachefeldzug, mit Tendenz zum Thriller, nicht so sehr auf platten Actionklamauk. In diesem Plot jagen Alt-Nazis Indy um die Welt. Dr. Jones ist der Gejagte und nicht der Nazi-Aufmischer, wie in den alten Teilen.
    Man hätte so wunderbar den Bogen zu den alten Teilen spannen können, einen “realistisch” gealterten Dr. Jones. Aber nein…

    …Denn dann kam leider George Lucas ins Spiel, der unglückseligerweise Mitspracherecht hatte und der natürlich – wie Kontrollfanatiker nun mal sind – sein Veto eingelegte.
    Und wie immer wollte Lucas unbedingt seinen Dick-(Kristall-)Kopf durchdrücken. Die Story mit Indy als alten Mann, den Alt-Nazis, bzw. rachedurstige Feinde verfolgen war ihm wohl nicht simpel oder kiddy-like genug.

    Das Ende vom Lied habe ich ja im Kino gesehen.
    Lucas hat es wohl nicht gereicht, dass er mit den neuen Star-Wars Trilogie seinen Ruf als Science-Fiction-Visionär erfolgreich zerstört hat, nein, jetzt hat er dank seiner Talentlosigkeit als Geschichtenerzähler, bzw. Tonangeber auch Indys Grab geschaufelt, indem er den neuesten, vorerst letzten Teil zu einem unwürdigen belanglos, austauschbaren Action-Reißer degradiert hat.

    Mal ehrlich: Lucas letzter wirklich guter Film ist American Graffity und von mir aus natürlich gerne noch der erste (alte) Star Wars Teil. Das ist aber schon über 30 Jahre her.
    Hätte er sich doch nur zur Ruhe gesetzt und auf seiner Skywalker-Ranch Pullover aus Bantha-Wolle gestrickt, anstatt belanglose Ideen zu spinnnen…

    Schade um Indy, aber was will man von einem Technik-Nerd erwarten, der sich für das Maß der Dinge hält und für den der Zauber des Kinos nur aus Effekthascherei und oberflächlicher Tricktechnik-Protzerei besteht?
    Dem Charakterzeichnung und Plotraffinesse 1000 Lichtjahre am Hintern vorbei rauschen?
    Ich bin sicher, Spielberg hätte es alleine besser hinbekommen, ein solider Handwerker ist er ja, wie er auch in Indy 4 wieder bewiesen hat. Zusammen mit einem guten Drehbuch hätte es auch ohne Lucas “Genialität” RUMMS! genug gemacht, aber der Anspruch wäre mit Sicherheit nicht untergegangen, so wie Indy beinahe im Treibsand.

    Ok, es geht schlimmer, Alien 4 hat das wunderbar gezeigt, wenn man keinen Respekt vor Ikonen und innerer Logik hat.
    Immerhin habe ich mich durch das Herumgekloppe und Geschepper nicht gelangweilt – das war aber, gemessen an den sonstigen Schwächen des Films, nur Glück im Unglück.

    Wie gesagt, der Film ist als Film betrachtet zwar unterhaltsam, denn die Action rettet ihn, WENN man sowas mag. Aber als WÜRDIGER Indiana Jones Film versagt er für mich. Er hat einfach nicht die Klasse der alten Teile.

  37. Malakay sagt:

    @Bill Gates: Stimmt, Filme sind echt besser geworden. Und das zieht sich meiner Meinung nach durch alle Genres. Egal ob Mainstream-Blockbuster oder kleiner Indie-Film, die Geschichten werden immer besser, und die Bildqualität ist grandios. Selbst kleine Filme wie “Bound” oder “Garden State” sehen richtig gut aus.

    Das einzige, was mir fehlt, ist ein wirklich guter Science-Fiction-Film, der einen in eine andere Welt entführt, wie es Star Wars damals tat. Matrix war ja in unserer Welt angesiedelt. Außer Star Wars habe ich noch nie einen SF-Film gesehen, der mir eine glaubwürdige Welt präsentiert, die mir auch noch gefällt.

  38. sevenredseven sagt:

    In den USA haben kleinere Kinobetreiber ein Interesse an schlechten Kritiken vor dem Filmstart.
    Dadurch versuchen die Betreiber günstigere Konditionen mit dem Filmverleih auszuhandeln.
    Wenn anhand der Kritiken abzusehen ist, dass ein Film erfolgreich wird, dann verlangt der Verleih viel mehr als die Hälfte von jedem an der Kinokasse eingenommenen Euro.
    Begründung des Verleihs: geringes Risiko leerer Säle für den Betreiber.
    Umgekehrt funktioniert die Argumentation halt auch.

  39. Bash sagt:

    Naja Ron Gilbert hat’s ja auch raus, Filme zusammenzufassen:

    “Cloverfield
    Jan 29, 2008 half past eight am

    Cloverfield is a great movie because a bunch of whiny self-absorbed twenty-something New York hipsters that live in apartments no one can afford all die. For those of you working on your term papers dealing with film deconstruction and plot subtext for your Understanding Film class, let me break it down for you. The whiny hipsters all represent whiny hipsters we hate. The monster is metaphor for a giant monster, and the shallow asshole good looking people all die because they should.

    There. I saved you an evening in the library.”

    :-D

  40. Bash sagt:

    Ach und dann wollt ich noch eine Gegenstimme aufwarten, auch von jemandem, der sich mit sowas auskennt, nämlich von Ken Levine. Er war Autor bei M*A*S*H, Cheers, Frasier und von ihm ist dieser Film mit Tom Cruise in der Heilsarmee.

    Na wie auch immer. Hier der Link zum Review von heute

    http://kenlevine.blogspot.com/2008/05/indiana-jones-and-kingdom-of-crystal.html

  41. DS_Nadine sagt:

    Jedem der sich über die Effekte beschwert ist ein Banause. Ich dachte zuerst als der Film Anfing jetzt kommt eine Werbung für die “Young Indy” DVDs weil das Bild soviel unschärfer war als die Trailer vorher.
    Der Film fügt sich aber präsentationstechnisch prima an die alten Teile an und die teils bemängelten Effekte sind ein spitzen kompromiss zwischen Hig-End und Stilsicherheit (alte Bluebox Kiste/ ausleuchtung der hintergünde die nix mit den Leuten im vordergrund zu tun hat). Wer sich hier oben beschwert das die Autos bei der Mazonas-Degenfechtfahrt nicht wackeln, dem ist nicht mehr zu helfen… die ganze Situation ist an sich haarsträubend, aber ich hatte seit langen nicht mehr so viel spass. XD

    Tolles Actionkino, der neue kleine Sidekick macht seine Aufgabe Hervorragend und ist auf seine ganz eigene Weise cool.

    Die Aliens sind auch ned ganz mein Fall deswegeen ein bissel abzug, aber dennoch, besser hätte man den Film imho nicht machen können… ohne das Harrison Ford wirkt wie ein depp.

    Ich find gut das Matt den Hut am Ende nicht bekommt. ;) Den soll er erst in Indy 5 oder 6 erhalten (eine Vater&Sohn Triologie) und dann bekommt er seine eigene. :-P

  42. Certain sagt:

    Ich glaube, Boris’ Account wurde gehackt. Anders kann ich mir einfach nicht erklären, wenn ein vernunftbegabter Mensch diesen öden und lieblos hingerotzten Film als Beispiel für spielbergsche Schaffenskunst aufführt… ;-)

    Nach der dämlichen und völlig überflüssigen Atombombenszene (schon mal bemerkt, dass man diese ersatzlos aus dem Film streichen könnte, ohne das jemand etwas merken würde?) gab es in “meiner” Vorstellung keinerlei Applaus – das rappelvolle Kino hat fast einstimmig vor Unglauben gestöhnt.

    Aber es ging natürlich noch dämlicher, wie die (auch bzgl. der Spezialeffekte) peinliche Tarzanszene zeigte.

    Indy-Filmnächte werden sich in meinem Freundeskreis jedenfalls weiterhin auf drei Filme beschränken. ;-)

    Und bevor ich jetzt hier auch als “bescheuert” abgestempelt werde: ich bin wirklich ein großer Indy-Fan, und ich habe ernsthaft versucht, den vierten Teil zu mögen, aber es ging einfach nicht.

  43. ShinobidoN sagt:

    So, war heute endlich auch drin. Mit dem Nachwuchs, deshalb musste ich mir das ganze in Deutsch geben, aber was tut man nicht alles für die neue Generation ^^

    Für mich war der Film genau das, was ich von einem neuen Indy erwartet habe. Die haben es tatsächlich geschafft, dass der Film haargenau so aussieht und klingt wie die alten Teile. Das ist echt eine Leistung, wie ich finde. Die Geschichte hat mir auch gefallen. Hat für mich gut funktioniert. Am Ende hat mich alles sogar irgendwie ein wenig an ZakMcKracken erinnert.

    Vielleicht hat mir die Geschichte aber auch nur deshalb gefallen, weil ich vor dem Film den neuen X-Files Trailer gesehen habe. Da hatte ich schon fast keine Lust mehr auf Indy.

    Freue mich auf den DVD-Release, um Kate Blanchetts wunderbare Stimme im Original zu bewundern. Und auf das LEGO Spiel zum Film ^^

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