Bayern und Alkohol

Von Boris, Do, 11. Sep 2008 11:04

Nun kann man mir sicherlich vorwerfen, daß ich ein eher ablehnendes Verhältnis zu Alkohol habe (Schokolade ist meine Droge und trinken tu ich fünf Bier und zehn Glas Rotwein – im Jahr!), trotzdem muß man sich einfach auf der Zunge zergehen lassen, was die Bayerische Regierung (hier vertreten durch ihren Gesundheitsminister), die strikte Verbote als die einzige Möglichkeit hält, Kinder vor Spielen für Erwachsene zu schützen, zum Thema Alkohol sagt:

Es handele sich um einen “Feldzug gegen Alkohol und nicht gegen den Alkohol-Missbrauch”, sagte Bernhard in der “radioWelt” in Bayern 2. Insbesondere vom Vorschlag, Alkohol  nur an Volljährige zu verkaufen, halte er gar nichts. “Mit 16 Jahren kann man durchaus mal ein Bier trinken. Wir müssen hier überzeugen, Bewusstsein bilden, Verantwortung bilden – das ist viel wichtiger, als mit neuen Regularien zu kommen.”

Auch ein Werbeverbot wie bei Zigaretten lehne er ab, so Bernhard. Alkohol sei ein Genussmittel, das gerade in Bayern mit seiner Bierkultur dazugehöre. “Man sagt zum Beispiel: Ein Glas Wein ist gesund und Zigaretten sind nicht gesund, da ist schon ein Unterschied”, argumentierte der CSU-Minister im Bayerischen Rundfunk. Auch eine Promillegrenze von 0,0 sei nicht notwendig, “weil die alkoholbedingten Unfälle zum allergrößten Teil im Bereich von einem und mehr Promille passieren”.

Zuvor hatte Beckstein sich ähnlich geäußert. Der maßvolle Genuss von Bier und Wein gehöre zur Kultur. “Wir brauchen keine prohibitionsähnlichen Maßnahmen, sondern einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol. Und das muss jeder Erwachsene für sich selbst frei entscheiden können”, forderte der Ministerpräsident.

http://www.br-online.de/aktuell/alkohol-aktionsprogramm-sucht-ID1221114076084.xml

(Update: Man sollte sich auf der Seite dann auch zum entsprechenden Mitschnitt des Radio-Interviews durchklicken, da kommt es noch viel schlimmer!)

Ich faß es nicht! Ich bin echt sprachlos!

Hier bitte nochmal meine Aufforderung an alle bayerischen  Leser,  bei den Bayerischen Landtagswahlen eine Stimme abzugeben. “Nicht wählen” ist KEINE Lösung. Das Parteienspektrum ist breit, schaut euch an, wem ihr Eure Stimme gebt. Wer nicht wählen geht, darf sich nachher auch nicht über dummdreist bigotte Politiker in Regierungsämtern ärgern.

Update: Noch ein Zitat aus einem lesenswerten Spiegel-Artikel:

Einer Statistik ausgerechnet des bayerischen Innenministeriums zufolge ist die Zahl von Gewaltdelikten unter Alkoholeinfluss bei Jugendlichen in einem Jahrzehnt um 15 Prozent gestiegen. Bei 18- bis 21-Jährigen ist sogar bei jeder zweiten Gewalttat Alkohol im Spiel.

58 Antworten für “Bayern und Alkohol”

  1. Muvon53 sagt:

    Da kann ich dir nur voll zustimmen, es ist wirklich traurig wie diese Politiker die Themen angehen und stur auf ihrer Meinung beharren.

  2. Kish sagt:

    Ich finde diese Aussagen und den Umgang mit Alkohol in Bayern generell in Ordnung.
    Vielleicht seh ich das auch etwas anders weil ich eben ein Bayer bin, aber für mich geht das in Ordnung.
    Nur sehe auch ich hier die Doppelmoral die mich so anwiedert.
    Genau diesen Umgang würde ich mir auch beim Thema Viedeospiele wünschen, dann wäre alles in Ordnung.

    Sag mal Boris, Du magst unser Bundesland aber schon. Manchmal könnte man denken dass Du nicht so glücklich hier in Bayern bist.

  3. DirkO sagt:

    Also da fällt mir echt nichts mehr zu ein.

    Spiele, bei denen die Mehrheit der Studien belegt das es keinen Zusammenhang zwischen ihnen und Gewalt gibt, sollen voll und ganz verboten werden (Frei nach dem Motto: Scheiß auf Freiheit! Ich mag das nicht, daher muss es verboten werden).
    Aber die Volksdrogen Nummer eins, bei der jede(r) Fachmann/-frau (und auch sonst so ziemlich jeder) mit Sicherheit sagen kann das es die Hemmschwelle, bei vielen, senkt und daher u.a. die Gewaltbereitschaft erhöht, soll weiter frei beworben und an Minderjährige ausgegeben werden.

    Verhältnismäßigkeit?

    Nunja, das zeigt wessen Geistes Kind die Verantwortlichen bei der CSU sind. (Wessen schreib ich nicht, bewusst nicht)

  4. mad dog 336 sagt:

    Alles schön und gut, aber realistisch gesehen geht es doch in zwei Wochen wiedermal nur darum ob die CSU eine Mehrheit oder eine absolute Mehrheit bekommt.

    Warum engagiert sich Microsoft (oder die Bitcom oder sonst ein Interessenvertreter) nicht mal direkt politisch, in einer Sache die nicht nur das eigene Budget betrifft? VW Bus kaufen, Xbox reinschrauben und die Gemeinde-, Stadt-, Kreis- und/oder Landesverwaltungsebenen abklappern und zu einem Sektempfang mit einer Runde Viva Pinata (oder Gears?) einladen.

  5. niko sagt:

    Tja, wenn es die eigenen Interessen betrifft, wird plötzlich ein anderer Maßstab angelegt. Ich denke lieber nicht zuviel darüber nach, sonst reg ich mich nur wieder auf..
    Die Politiker brauchen sich doch da eigentlich nicht über die Politikverdrossenheit gerade unter Jugendlichen wundern, wenn sie mit einer derartigen Doppelmoral und absolutem Unverständniss/Intolleranz den Jugendlichen signalisieren, dass sie keinerlei Interesse daran haben, sich ernsthaft mit bestimmten Themen auseinanderzusetzen. Wenn solche Minister auf die gleiche Art und Weise auch bei anderen Gesetzesentwürfen “recherchieren” bzw. eher die eigenen Interessen, als die ihrer Wähler ( bzw. eines Großteils ihrer zukünftigen Wähler )vertreten, frage ich mich, was diese Personen in einem politischem Amt zu suchen haben.

  6. tingle sagt:

    Kann jetzt ehrlich gesagt nicht nachvollziehen wo an dem gesagten das Problem sein soll!?

    Jetzt nicht im Vergleich Alkohol und Videospiele sondern einzig und alleine nur zum Thema Alkohol. Klar ist die Behandlung derer gegenüber Videospiele unfair aber in sachen Alkohol stimme ich denen voll zu. Wenn sich ein jugendlicher ins Koma schütten will kann man es so oder so nicht verhindern. Aber deswegen jetzt Alkohol nur an Erwachsene auszuschenken finde ich echt schwachsinnig. Gerade hier auf dem Dorf ist es normal das man mal in gemütlicher Runde (z.B. Kerb) ein Bier trinkt – und oft sind auch mal 16 Jährige dabei(Söhne der Väter die mit in der Runde sitzen).

    Aber mir ist in der Tat aufgefallen das du öfters mal gegen den Alkohol wetterst! ;-)

  7. neonoxDE sagt:

    Ein Hoch auf den Lobbyismus…alles andere verkneife ich mir jetzt.

  8. niko sagt:

    Noch ein Nachtrag:
    Ob es diesen Politikern passt oder nicht, auch Viedeospiele sind offiziell als Kulturgut anerkannt worden Ok, die haben dabei bestimmt nicht an Spiele ala Gears 2 gedacht, aber bei Alkohol als Argument anzufügen, es sei kultur und deshalb sei ein verantwortungsbewusster Umgang nötig und kein Totalverbot für Jugendliche, während man fast ein ganzes VideospielGenre selbst für Erwachsene verbieten möchte ist einfach nur unverschämt.

  9. Sancta sagt:

    Wozu die Aufregung? Ohne Dir nahetreten zu wollen: Das nennt man Demokratie. Demokratie heißt, dass das, was die Masse gut findet, auch gut ist. Wenn die Mehrheit der Bevölkerung Bier mit 16 ok findet, dann ist das Gesetz. Und die Mehrheit möchte wohl auch keine 0 Promille-Grenze beim Autofahren. Schlimm wird Demokratie dann, wenn sie die Mehrheitsmeinung zum Maß aller Dinge macht und Minderheiten nicht schützt. Lösung des Problems: Liberales denken. Also nur dann Gesetze, wenn UNBEDINGT nötig. Beim Thema “Killerspiele” ist es auch so. In ein paar Jahren ist die Mehrheit der Bevölkerung vermutlich nicht mehr für das Verbieten von solchen Spielen, weil viele sie selbst spielen. Momentan wäre hier nur die Lösung der Liberalität: Wovon ich keine Ahnung habe, muss ich nicht sofort verbieten, wenn es nicht aus diversen Gründen UNBEDINGT nötig ist. Ich finde übrigens, dass maßvoller Alkoholkonsum tatsächlich zur Kultur gehört und das sage ich als jemand, der fast keinen Alkohol trinkt. Aber deshalb fordere ich keine Verbote. Erst, wenn z.b. der Konsum von Alkohol bei unter 18 Jährigen zum echten Problem werden sollte, müssen Gesetze zum Schutz derselben her. Das Komasaufen der Kinder ist glaube ich auch kein Problem von Bier sondern von süßem Hochprozentigem und das ist ja jetzt schon ab 18. Fazit: Zu schnell Gesetze fordern ist das Grundproblem. Viele Leute haben keine Probleme bei Gesetzen, die sie selbst nicht betreffen. Man sollte sich vermehrt in die Lage von Anderen eindenken und nicht immer und grundsätzlich alles nur danach bewerten, was einen selbst betrifft oder nicht. Dann würde die CSU “Killerspiele” nicht verbieten wollen und andere würden das Oktoberfestbesäufnis einfach kopfschüttelnd hinnehmen. Das geht, wenn man nur will.

  10. Melvin sagt:

    Sorry, aber das ist doch Pille Palle.
    Wegen Alkohol und Videospielen würde ich NIEMALS meine Wahlentscheidung überdenken. (Wohne in NRW! Da gibt es eh keine CSU)

    Wer die Politik auf 2 Themen reduziert sollte besser nicht wählen gehen, da er nicht verstanden hat worum es in der Politik geht.

  11. Homer Morisson sagt:

    ‘Es handele sich um einen “Feldzug gegen Spiele und nicht gegen die Unwissenheit der Verantwortlichen.”, sagte X in der “radioWelt” in Bayern 2. Insbesondere vom Vorschlag, Spiele nur an Volljährige zu verkaufen, halte er gar nichts. “Mit 16 Jahren kann man durchaus mal ein Spiel spielen. Wir müssen hier überzeugen, Bewusstsein bilden, Verantwortung bilden – das ist viel wichtiger, als mit neuen Regularien zu kommen.”

    Auch ein Werbeverbot wie bei Zigaretten lehne er ab, so X. Spiele seien ein Kulturgut, die gerade in Bayern mit seinen zahlreichen Kulturgütern dazugehören. “Man sagt zum Beispiel: Das Spielen zuhause schade niemandem und Zigarettenrauch belästige auch Nichtraucher, da ist schon ein Unterschied”, argumentierte der X im Bayerischen Rundfunk. Auch eine Altersgrenze von 21 sei nicht notwendig, “weil die Weitergabe an Minderjährige zum allergrößten Teil durch mangelnde Medienkompetenz der Erziehungsberechtigten erfolgt”.

    Zuvor hatte Y sich ähnlich geäußert. Der maßvolle Genuss von Shootern und Simulationen gehöre zur Kultur. “Wir brauchen keine prohibitionsähnlichen Maßnahmen, sondern einen verantwortungsbewussten Umgang mit Fortschritt und neuen Medien. Und das muss jeder Erwachsene für sich selbst frei entscheiden können”, forderte der Y.’

    Wäre es denn so schwer gewesen, liebe bayrische Politiker?

    Kleiner Tip: Die Fangemeinde der Spieler ist sicherlich vergleichbar groß wie die Fangemeinde des Biers und des Weines.
    Noch mag sie nicht gleichgut organisiert und sich ihrer Macht bewusst sein, aber das ist nur eine Frage der Zeit.

    Wobei… die Zeichen der Zeit zu erkennen; Das war ja noch nie so wirklich die Stärke der bayrischen Politik.

  12. Rebel1 sagt:

    Was soll man dazu sagen ?
    Ohne Worte.
    Ich fürchte nur, hier in Bayern wird sich auch nach den Wahlen nichts ändern, denn wir sind ja hier schliesslich in Bayern.

  13. alain.sarti sagt:

    Hallo Boris,
    Ich wohne zwar nicht in Bayern, kann dir aber nur voll und ganz zustimmen!

    Man könnte vielleicht noch hoffen, dass diese aktuelle Welle gegen Computer- bzw. Konsolenspiele bald wieder abebbt. Aber man sollte sich nicht darauf verlassen und aktiv gegen solch einen Unsinn vorgehen!

  14. Bash sagt:

    Ich wollte nur kurz anmerken, dass die absolute Rechte und absolute Linke (natürlich) KEINE Alternative sind.

    Dass Kommunismus und Faschismus nicht funktionieren, haben wir ja alle in der Schule gelernt. Beide nehmen noch mehr Rechte weg als nur das Recht darauf, sich ein Computerspiel selbst aussuchen zu dürfen.

  15. Arminator sagt:

    Sowas lässt bei mir echt den Hut hochgehen.
    Bei Alkohol ist plötzlich jeder Jugendliche vernünftig und weiß mit Alkohol umzugehen.
    Was ist aber mit den Koma-Saufenden Kids? Oder ähnlichen Dialogen wie kürzlich in einem Bahnhofsgeschäft migehört:
    - Verkäuferin zu 14-jährigem mit einem Bündel Alkopops: “Kann ich mal bitte Deinen Ausweis sehen?”

    -14 Jähriger: “Äh…” (zum Kumpel neben ihm) “Mach mal”
    -18 jähriger Kumpel zückt Ausweis, zahlt den Alk und drückt ihn dem Kind in die Hand.

    Aber bei Spielen sollen selbst Erwachsene nicht in der Lage sein zu bestimmen was sie sehen dürfen oder nicht?

    Und auf meine Mail hat Herr Hermann auch nach einer Woche noch nicht geantwortet.

  16. Deficiency sagt:

    Krankes Bayern.

    Ich finde das ist echt krass. Auf der einen Seiter traut man Erwachsenen vernüftigen Umgang mit Alkohol zu, aber nicht mit Videospielen?
    Heißt das als mündiger Bürger Deutschlands / Bayerns wird mir einer seits Kompetenz zugesprochen aber anderer seits wieder als total (ich sags mal auf deutsch =)) bescheuert hingestellt. Armes Bayern sag ich da nur und hoffe das wir Bayern am Wahltag wirklich ein zeichen setzen.

    Und an dich Boris! Ich stimme dir echt 1000 % zu und bin froh das es leute gibt, die Farbe bekennen. Uns fehlt halt einfach ein bischen die Lobby!

  17. dgschrei sagt:

    Ist natürlich schon ein starkes Stück was der sich da liefert, aber zumindest seine Bemerkung, dass ein Verkaufsverbot bis 18 nichts bringt weil die Jugendlichen sich das Zeug sowieso immer irgendwie besorgen können, macht ja durchaus Sinn. Derartige Einsichten könnte man von den Ganzen Medienfaschisten die hier immer nach einem Verbot für Spiele schreien ruhig auch mal erwarten.
    Vor allem die Indizierung hat in der heutigen Zeit ja wohl höchstens noch zur Folge dass sich mehr Menschen in Deutschlad das Spiel/den Film illegal aus dem Internet saugen. Aber das angedachte Werbeverbot innerhalb Deutschlands ist ja wohl nur noch ein Kasperletheater, da man sich jegliche Info über das Spiel von Webseiten holen kann die eben nicht Deutschlandbasiert sind und auf eben jenen Seiten auch geradezu mit Werbung zu solchen Spielen bombardiert wird. Den offiziellen Gemütern in D-land wärs natürlich wieder am liebsten wenn sie ähnlich wie China das komplette Internet zensieren könnten. Deren Pech ist nur, dass das im Rahmen einer demokratischen Verfassung wie des Grundgesetztes nicht möglich ist. Auch wenn sich Menschen wie der Herr Uhl (CSU Fraktionsvorsitzender im Bundestag) auch mal gerne offen für derart verfassungswidrige aussprechen. [html]http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=875866&kat=3[/html] Zitat: “Was die Chinesen können, sollten wir auch können. Da bin ich gern obrigkeitsstaatlich.”
    Weiß jemand ob man gegen sowas wegen Verbreitung verfassungsfeindlichen Gedankenguts klagen kann? Denn ich hab ehrlich gesagt keine Lust zukünftig nur noch auf CSU-freundlichen Webseiten zu surfen.

  18. NekYar sagt:

    Ich kann beim besten Willen nicht erkennen wo HIER ein Problem ist. Die zitierten Aussagen würde ich alle zu 100% unterschreiben. Das sich hier einige Politiker als eher liberal präsentieren während sie bei Videospielen völlig über die Stränge schlagen ist natürlich enorm scheinheilig (Alkohol, Zigarretten etc. sind ja akzeptiert, könnte Wählerstimmen kosten dagegen zu sein) aber ändert mMn nix daran, dass sie hier tatsächlich recht haben.

    Sprich:
    Wie man Alkohol und Tabak hierzulande handhabt, so sollte man auch an die inzwischen ja als Kultur anerkannten Videospiele herangehen. Mit einem vernünftigen Maß an Besorgnis aber ohne gleich “prohibitionsähnliche Maßnahmen” zu ergreifen.

  19. Rebel1 sagt:

    Ich hätte auch einen Vorschlag, wie man viele Politiker umstimmen könnte. Lasst es uns doch wie beim Alkohol und Tabak machen, eine extra Steuer auf unsere Games und schon haben wir auch bei der Politik eine Lobby.

  20. slimshady sagt:

    Ich kann ja verstehen, dass manche hier (ich eingeschlossen) die USK Regeln zu hart finden. Allerdings nur weil einige Bayern Politiker gegen Gewaltspiele und für Alkohol sind, heißt das nicht, das deren Alkoholregelung schlecht ist. Das hat doch nichts miteinander zu tun.

  21. Zum Thema Steuer: Rebel1, dir ist schon bewußt, daß du bei jedem Spiel das du kaufst knapp 20% an Vater Staat zahlst, im Rahmen der euphemistisch “Mehrwertsteuer” genannten Mehrkostensteuer (denn einen “Wert” fügt sie dem Produkt ja nicht zu. Nur Kosten.) Bei einem 60 Euro Spiel gehen gleich mal 12 Euro weg.

  22. Zur Klarstellung, weil mein Zynismus hier etwas missverständlich aufgenommen wird. Ich will keinen Feldzug gegen Alkohol starten. Ich will nur verflucht noch mal bei dem nachweislich gefährlicheren Produkt für unsere Jugend auch eine gleich scharfe Behandlung. Oder umgekehrt, gleiches Recht für Alle. Wenn die Bier offen bewerben und an 16-jährige abgeben dürfen, dann sollen die Shooter-Spieler-Hersteller das auch.

    Was nichts daran ändern wird, daß ich privat weder viel trinke noch “Survival-Horror”-Spiele zocke, weil mir beides eben privat nicht gefällt.

  23. Bash sagt:

    *hüstel*

    Boris, er meinte eine EXTRA Steuer. Mehrwertsteuer zahlst Du auf Zigaretten, Alkohol und Benzin auch. Nur dass Du bei den Glimmstengeln noch Tabaksteuer, beim Alkohol Branntweinsteuer und beim Benzin die Ökosteuer dazu bezahlst (wobei “lustigerweise” auf den Nettopreis des Benzins die Ökosteuer erhoben wird und dann auf die Summe dann die Mehrwertsteuer – sprich es wird die Ökosteuer gleich nochmal besteuert – soweit ich weiß. Hat man mir mehrfach gesagt).

    Sobald wir nur genügend “Ablaß” zahlen für unsere “Sucht” nach ab-18-Spielen, wird kein Politiker ernsthaft irgendwas am Kulturgut Spiel kitteln wollen, weil ja sonst die horrenden Steuereinnahmen flöten gehen.

    Also meinen Segen hätte es. Ob ich jetzt 50 oder 60 Euro für’n Spiel zahle ist mir auch egal (beim PC). Bei den Konsolen können ja die Publisher einen kleinen Einschnitt mit tragen, wenn sie denn in Deutschland dann auf einmal ihre Spiele unzensiert verbreiten dürften.

    Denn wenn wir mal ehrlich sind steuern wir auf eine Spiele-Prohibition zu, und das kann ja nicht im Sinne der Spiele-Vertreibenden sein.

    Ach und den Satz zum Mehrwert der Steuer finde ich etwas irritierend. Mehrwertsteuer ist das Brot und die Butter des Staates. Sie wird erhoben, um ihn grundsätzlich am Laufen zu halten. Sie ist die Mutter aller Steuern. Den “Mehr”-wert, der durch die Zahlung entsteht, ist der Staat selbst.

  24. Einkommen-, Vermögens- und Gewinn-Besteuerung ist Brot und Butter des Staates. Nachdem man hier schon mal schnell 30% abgeschöpft hat, wird der Verbrauch des übrigens Geldes durch Konsum ein weiteres mal besteuert – was insbesondere die trifft, die wenig Einkommen/Vermögen haben.
    Jedesmal wenn ich einen Kassenzettel lese, auf dem diese Steuer ausgewiesen ist, tut es mir weh – weil ich weiß, wieviel ich vorher schon von meinem Gehalt an den Staat abgetreten habe.

  25. Rizzo sagt:

    Allein, dass man Alkohol an der Tankstelle kaufen kann, widerspricht meinem gesunden Menschenverstand. Alkohol ist überall, jederzeit und für JEDEN verfügbar. “Trinker” schädigen täglich “Passivtrinker” … unmittelbar, wie auch über Umwegen.

    Hunderte Tote im Strassenverkehr, Tausenden ( Schwer- ) Verletzte durch alkoholisierte Verkehrsteilnehmer, Hundertausende zerstörte Familien, behinderte Babys durch trinkende Schwangere, geschlagene Frauen und Kinder, Armut, alkoholisierte Straftäter… Alkohol ist absolut harmlos und hat damit nichts zu tun…

    Im Zuge des Rauchverbotes, hätte ich auch ein Alkoholverbot gefordert, denn durch “die” fühle ich mich in meinem täglichem Leben akut mehr gefährdet, als durch irgendeinen potentiellen Terroristen, der vielleicht in Afghanistan in der Wüste sitzt und vielleicht einen Anschlag in Deutschland plant. Und erstmal die Millionen potenziellen Amokläufer vor den Konsolen und PCs in diesem Land…

    Ich trinke auch mal ein Bierchen ( oder auch zwei ), aber sehe im Alkohol mehr unmittelbare Gefahren, als im Rauchen, Terrorismus und “Daddeln” zusammen…

  26. dgschrei sagt:

    @Boris

    Der durchschnittliche deutsche Bürger zahlt im Moment 54% seines Einkommens als Steuer. Da sind natürlich alle Steuern zusammengerechnet. Wenn’s dir ungerecht vorkommt, dass der Staat dir mehr nimmt als er dir lässt, dann wirste wohl FDP wählen müssen, weil die haben sich die Änderung dieses Zustands auf die Fahnen geschrieben. Was dann in Wirklichkeit geschieht ist dann wieder eine andere Geschichte aber im mehr als die CDU die uns maximal 2% Mehrwertsteuererhöhung versprochen hatte und dann mal kurzerhand 3% draus gemacht hat kann uns die FDP auch nicht bescheißen. Ich kann jedem nur raten sich mal Westerwelle Parteitagsrede anzuhören. (Gibts auf der Fdp Seite als Download) Vielleich findet der Eine oder Andere ja so eine Alternative zum Wählen. Dann muss er auch nicht radikal wählen um den Schwarzen eins auszuwischen. Denn egal ob ganz rechts oder ganz links, diese beiden “Parteien” haben einzig die Zerstörung unseres Staates im Sinn.

  27. Jumn sagt:

    Das darf doch echt nicht wahr sein. Ich stimme die absolut zu, Boris!
    Wie kann man nur so unglaublich dumme und ignorante Aussagen machen?! Alkohol ist ein Nervengift! Wenn 16jährige saufen, aber nicht spielen dürfen, dann ist irgendwas nicht in Ordnung…

  28. Melvin sagt:

    @Boris
    “Bei einem 60 Euro Spiel gehen gleich mal 12 Euro weg.”

    Prozentrechnen ist nicht dein Steckenpferd, oder?
    Bei einem 60€ Spiel zahlt man ca. 10€ Mwst.
    Um genau zu sein ist der Grundpreis 50,42€ und die Mwst. sind 9,58€

  29. Yep, die Rechnung war falsch. 20% von 60 sind 12. Aber es sind ja 19% AUF die 50,42. Melvins Rechnung stimmt.

  30. Heavy Heavy Low Low sagt:

    Diese Doppelmoral halte ich ja auch für falsch, generell hat der Mann aber Recht, was Alkohol und Zigaretten angeht: Aufklärung statt Prohibition. Die Altersgrenzen lassen sich immer weiter nach oben schrauben (wieso nicht sogar Alkohol ab 21, wie in den Staaten?), bringen tut das aber nichts, da 14-Jährige, wenn sie wollen, weiterhin an ihren Alk gelangen werden. Dasselbe gilt für Zigarreten: Einfach der Werbung die Schuld am Tabakkonsum von Minderjährigen zu geben und sie zu verbieten ist zwar der einfachste Weg, aber keinesfalls der effektivste.
    Ist halt wie mit Videospielen: Verbote bringen meist nur wenig und machen den Leuten, die die Berechtigung zum Spielen brutaler Games haben, das Leben nur schwerer.

  31. MasteRehm sagt:

    Das verstehe ich schon längere Zeit nicht, dass das Thema Alkohol so lässig weggekickt wird. Bei Zigaretten und Spielen kommen sie gleich angerannt, aber Alkohol steht so gut wie gar nicht zur Debatte.

    Bei solchen Aussagen wie den obigen, beschleicht mich das Gefühl, dass die Herrschaften erst ab 1 Promille anfangen zu arbeiten.

  32. Bash sagt:

    Ja gut sagen wir mal dass wir beide Recht haben.

    Ich traf die Aussage über Menschen, die gar keine Einkommenssteuer zahlen, weil sie unterhalb der Einkommensgrenze bleiben. 9000 und ein paar zerquetschte Euro sind das im Moment. Mit Freibeträgen kannst Du heute also als Lohnsklave in einem Zeitarbeitsbetrieb mit 1150 Euro brutto unterhalb dieser Grenze bleiben. Die “einzigen Steuern” die diese Menschen dann zahlen, sind Verbrauchssteuern. Dass diese dann das gros aller Steuern ausmachen, ist eine Tatsache, die z.B. auch George W. Bush gerne verschwiegen hat, wenn er davon gesprochen hat, dass seine Tax Cuts zu mehr als 50% die Menschen mit geringem Einkommen betreffen würden.

    Mir ist dann immer sehr schleierhaft, wie Menschen, die gar keine Einkommenssteuer bezahlen müssen, glauben können, dass sie von einer Einkommenssteuerreduzierung profitieren können, in der im Gegenzug Freibeträge gestrichen werden, die dafür sorgen, dass sie den Eingangssteuersatz dann doch erreichen.

    Ich nenne mal als Anhaltspunkt diese Quelle hier und dann gerne noch gerne direkt vom Bundesministerium für Finanzen den Jahressteuerbericht 2006-2007 nach Steuerarten

    knapp 30% aller Steuern entfallen auf die Umsatzsteuer, wobei sich dieses 25%/5% Umsatz- und Einfuhrmsatzsteuer sind.

    Umsatzsteuern sind die “gerechtesten” Steuern, weil alle sie zu bezahlen haben. Je mehr Geld man verdient, desto stärker wird man vom Bund besteuert. Zuerst über die Lohnsteuer (oder Einkommenssteuer) und dann über Zusatzsteuern wie die so genannte Reichensteuer.

    Gerecht habe ich in Anführungszeichen gesetzt, weil es einen Millionenverdiener wenig juckt, wenn seine Stromrechnung um 0,8x Prozent teurer wird, wenn die Mehrwertsteuer um 1% erhöht wird, den Geringverdiener dafür umso mehr.

    Ich konnte aber den Hinweis auf die doppelte Besteuerung so wirklich nicht stehen lassen. Doppelbesteuerung findet überall statt (Beispiel Ökosteuer). Der Staat hält fast überall die Hand auf, aber im Endeffekt sind WIR “der Staat” und wir kaufen uns dafür Schulen, Straßen, die Polizei, die Bahn etc. etc.

    Um denn mal auf das Anfangsargument zurück zu kommen: genau wie bei Tabak- und Branntweinsteuer hätte ich nix gegen eine Hardcorespiele-ab-18-Steuer, wenn man uns denn dann in Ruhe lässt. Ist doch nichts Weiteres als eine Ablasszahlung.

    Mehrwersteueranteil (bzw. Umsatzsteueranteil, so heißt die Steuer, die der Verkäufer abführt) errechnet sich übrigens so:

    Preis/119*100 = Grundpreis
    Preis/119*19 = Umsatzsteuer

    Damit man am Ende “runde” Preise für den Verkauf hat (59,99 EUR) muss man halt eckige Grundpreise nehmen, auf die die Steuer dann aufgeschlagen wird.

  33. DerKleineMiesepeter sagt:

    An alle die sich jetzt grün und schwarz ärgern möchte ich das Buch “Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren” empfehlen. Es ist leider etwas tröge geschrieben, analysiert aber anhand geschichtlicher Ereignisse die Kniffe der Logik/Unlogik (Nein, Killerspiele werden nicht behandelt; Alkohol auch nicht).

  34. PatTheMav sagt:

    Ich muss jedes Mal etwas schmunzeln, wenn ich “Demokratie” und “Bayern” in einem Satz lese.. Aber Boris tut mir auch leid, München verhält sich zu Bayern so wie Austin zu Texas: Eine kleine Insel der Liberalität in einem stockkonservativen diktatorischen Bundesstaat, der sich selbst für God’s own country hält. Aber tröste dich, in Bawü sind die Menschen genauso verbrämt, der Weißwurst-Äquator machts.

  35. SKENA sagt:

    Zitat: Auch eine Promillegrenze von 0,0 sei nicht notwendig, “weil die alkoholbedingten Unfälle zum allergrößten Teil im Bereich von einem und mehr Promille passieren”.

    Das ist das beste von all dem Dünnsinn. Die Bayern halt.

  36. ChiefJudy sagt:

    Über was ich am wenigsten hinwegkomme ist die Bemerkung des Herrn Uhl zu China und dem, was “möglich sein sollte”. Und das meine ich allgemein, denn wenn man einmal anfängt – wo hört man dann wieder auf? Ist eine Grundsatzdiskussion…und mir wird eigentlich nur noch schlecht davon.

  37. PoD mk ultra sagt:

    Tja. Saufen tun sie halt alle gern.

    Wegen sowas mag ich mich schon gar nicht mehr aufregen.

  38. OldDaddy sagt:

    Alkohol schädigt das Embryo im Mutterleib und ist die häufigste
    Ursache für schwere geistige Behinderungen bei Neugeborenen.
    Ethanol gehört zu den karzinogenen Stoffen. Der direkte Kontakt mit Alkohol erhöht das Krebsrisko vom Mund über die Speiseröhre
    bis zum Magen und die Abbauprodukte (Ethanol->Ethanal->…)
    sind erbgutschädigend. Auch das Risiko für Leber- und Brustkrebs
    steigt.

    Wohl bekomm’s!

  39. Winkeladvokat sagt:

    “Hier bitte nochmal meine Aufforderung an alle bayerischen Leser, bei den Bayerischen Landtagswahlen eine Stimme abzugeben. “Nicht wählen” ist KEINE Lösung.”

    Keine Sorge, Herr Schneider, werde ich. Ob Sie über DIESE Stimme aber glücklich sein werden, wage ich ernsthaft zu bezweifeln. Ich schick Ihnen aber gerne ein paar Eindrücke von der Wahlparty…

    Nun, Sie regen sich über ein Verhalten auf, dass von KEINER anderen Volkspartei konterkariert würde. Tatsächlich ist die CSU hier in Bayern die einzige Partei, die tatsächlich einmal den Mut zu einem vergleichbaren Schritt – bei Zigaretten – bewiesen hat und dafür prompt in der Wählergunst zurückfiel. Jetzt erwarten Sie ernsthaft, dass man sich auch noch an den Alkohol wagt? Und ignorieren erneut, dass die anderen Volksparteien in den Fragen Killerspiele und Alkohol mehr oder minder exakt die gleiche Position vertreten? Haben Sie irgend jemanden aus einer anderen großen Volkspartei Partei für Killerspiele ergreifen und eine erheblich strengere Reglementierung des Alkohols fordern hören?

    Ganz ehrlich: Die einzige Partei, die die Libertas Bavariae dergestalt auf Plakaten verteidigt, dass sie explizit auch die “Killerspiel-Diskussion” als freiheitseinschränkend anprangert, ist eine rechtsradikale.

    Nun, ich würde mich ja diebisch freuen, wenn irgendein PlayStation-Magazin “Boris Schneider fordert Totalverbot von Alkohol für Jugendliche” titeln würde. Ich persönlich würde ja schreiben “Xbox-Produktmanager prangert medialen Jugendschutz ohne gleichzeitiges Verbot von Alkohol und Zigaretten als dummdreist bigott an”.

    Wundern Sie sich eigentlich wirklich, dass Ihre Branche angesichts von Aushängeschildern wie Ihrer Person als Gesprächspartner von der Politik – gleich von welcher Partei – kaum ernst genommen werden kann?

  40. Winkeladvokat sagt:

    “Zitat: Auch eine Promillegrenze von 0,0 sei nicht notwendig, “weil die alkoholbedingten Unfälle zum allergrößten Teil im Bereich von einem und mehr Promille passieren”. Das ist das beste von all dem Dünnsinn. Die Bayern halt.”

    Nun, ich weiß nicht, aus welchem Bundesland Du stammst, aber ich bin sicher, Du kannst mir bestens erklären, warum dieses Argument nicht nachvollziehbar sein soll. Kaum ein alkoholbedingter Unfall geschieht im Bereich der gewsetzlich zugelassenen 0,5 Promille. Tatsächlich liegt der Löwenanteil sogar in einem Bereich, der die gesetlichen Grenzen bei Weitem (!) übersteigt. Wir reden also von Personen, die sich über gesetzlich gesetzte Grenzen in erheblichem Umfang hinwegsetzen – in einem Umfang, bei dem man auch nicht das Argument gelten lassen kann, sie hätten angenommen, sich noch im Rahmen der Legalität zu bewegen. Welchen Einfluss hätten strengere Grenzen auf diese Leute?

    Und wieso soll ich andererseits den Genuss von maximal zwei Bier (dann sind wir so Pi mal Daumen beim Durchschnittsmenschen noch im Bereich unter 0,5) verbieten, OBWOHL Leute die mit erlaubtem Pegel fahren nicht signifikant zur Unfallstatistik beitragen?

    Tatsächlich hätte die 0,0 Promille-Grenze primär zwei Folgen: Potenziellen Stimmverlust für die Partei, die das beschließt und eine Kriminalisierung von Bürgern in breitem Umfang. Letzteres übrigens ein Lieblingsargument der SPD, wenn es darum geht, Urhebern den ihnen zustehenden Schutz zu verweigern. Aber das betrifft die Gamesindustrie ja nicht, oder, Herr Schneider?

  41. Lieber Winkeladvokat: Mir geht es nicht darum, Alkohol zu verbieten. Ich finde es nur faszinierend, wie die bayerische Regierung auf der Seite des Alkohols gegen jede Verschärfung des Jugendschutzes protestiert (trotz nachweislicher Gefahren – auch durch Berichte des Bayerischen Innenministeriums), bei Computerspielen aber ein ganz anderes Verhalten an den Tag legt.

    Während die Medien bei einem Amoklauf sofort einen kausalen Zusammenhang zwischen einem Computerspiel und dem Verbrechen sehen, darf man sich bei einem Unfall auf der Autobahn bei Alkohol also mit einem “nicht signifikanten Beitrag” rausreden? Ganz abgesehen davon, daß es nicht nur ums Autofahren geht, sondern um die deutlich ansteigende Enthemmung und höhere Gewaltbereitschaft rund um den Alkohol-Konsum.

    Ich jedenfalls kann definitiv eine Regierung oder Partei, die einfach nur auf das einschlägt, was sie nicht kennt und wo sie keine Gegenwehr vermutet, nicht ernst nehmen.

    Und ich habe mich sehr bemüht, anders als eine andere Aktion, nicht aktiv gegen eine Partei zu werben, sondern schrieb (ich zitiere mich selbst): “Das Parteienspektrum ist breit, schaut euch an, wem ihr Eure Stimme gebt.” gekoppelt mit der Meinung das gar nicht zu wählen nun wirklich das dümmste ist – und da stimmen wir zwei sicher überein.

    Ganz abgesehen davon plädiere ich sehr gerne für jeden aktiven Jugendschutz. Mein Arbeitgeber hat das in seine Konsole gleich eingebaut und kriegt von den Gamern auch laufend Prügel, daß er Spiele, die den Kriterien der USK nicht genügen auch nicht in Deutschland veröffentlicht. Darf ich hier im Blog ja oft genug aktiv verteidigen.

    Und zum Thema Urheberrecht zitiere ich einfach mal die SPIO vom 9. April (http://www.spio.de/media_content/856.pdf):
    “Für einen wirksamen Jugendschutz ist die Beachtung und Durchsetzung des Urheberrechts von essentieller Bedeutung.”
    Sprich, der ganze Verbots-Zinnober ist sowieso völlig wirkungslos, solange die Kids sich das alles per Bittorrent ziehen oder auf dem Schulhof kopieren.

    Ach und noch einen zum Unterschied Video/Kino. Stimmt, im Kino darf ich eine “leichte Jugendgefährdung” noch öffentlich zeigen, wenn ich nur Erwachsene reinlasse und nicht die jugendgefährdenden Elemente bewerbe (wobei das seit dem 1. August auch anders sein dürfte – die SPIO beklagt jedenfalls die unklare Rechtslage hier). Eine Indizerung von öffentlichen Vorführungen gibt es nicht, da ja (theoretisch) jeder Zuschauer auf seine Volljährigkeit geprüft wird. Auch wenn es diesen Unterschied gibt, ändert es nichts an der Tatsache, das Jugendliche an jugendgefährdende Medien eben nicht durch das Kino, sondern durch Datenträger herankommen. Und daher ist weiterhin das Zitat aus dem Welt-Interview einfach ganz großer Käse.

  42. niko sagt:

    Dem Kommentar von Boris kann ich nur voll und ganz zustimmen. Es geht nicht darum den Alkohol anzuprangern, sondern aufzuzeigen mit welchen unterschiedlichen Maßstäben die Politiker diese Themen betrachten.
    Besser als Boris es gerade eben beschrieben hat kann man es kaum zusammenfassen.

  43. Winkeladvokat sagt:

    Lieber Herr Schneider,
    ich glaube Ihnen durchaus, dass Sie nicht öffentlich für ein Verbot von Alkohol werben WOLLEN, faktisch tun Sie es allerdings. Wollen wir einmal gar nicht auf jenen Maßnahmen wie Sondersteuern, Alterscheck usw. herumreiten, die in
    jüngerer Vergangenheit von der Politik beschlossen wurden, wenn es um Eindämmung des Alkohol- und Zigarettenkonsums von Jugendlichen geht, sondern beim Kern bleiben – den “Killerspielen”.

    Sollte es Ihnen nicht sauer aufstoßen, wenn gerade erklärte Gegner des politischen Vorgehens gegen diese Medien sich weitest möglich von Ihnen und Ihren Aussagen distanzieren? Machen Sie sich eigentlich hin und wieder einmal bewusst, welch bodenlose Polemik Sie auf Ihrem Blog grundsätzlich verbreiten? Ich erinnere nur an einen der jüngsten Klassiker, als sie all jene zu geistig Minderbemittelten abstempelten, die einen der schlechtesten und stupidesten Filme des Jahres nicht zum Meisterwerk deklarieren wollten. Schade für unsere Kinos, dass sich das deutsche Publikum Ihrer Meinung nicht anschließen wollte…

    Jetzt behaupten Sie, sie hätten sich Mühe gegeben, NICHT aktiv gegen eine Partei zu werben. Ich würde nur zu gerne sehen, wie das Resultat ausgesehen hätte, wenn Sie nicht all Ihre rhetorischen Fähigkeiten darauf verwandt hätten, NICHT ganz klar zur Wahl einer Oppositionspartei aufzurufen. ;-)

    “darf man sich bei einem Unfall auf der Autobahn bei Alkohol also mit einem “nicht signifikanten Beitrag” rausreden?”
    Ich gebe gerne zu, Ihrem Gedankengang nicht immer 100%ig folgen zu können, das ist so ein Fall. Darum nur in Wiederholung: Die Zahl der schweren Unfälle, bei denen Personen beteiligt sind (und das schließt sogar jene ein, an denen diese Personen NICHT ursächlich schuld sind, sondern nur im Rahmen der Gefährdungshaftung herangezogen werden), deren Alkoholisierung im legalen Rahmen liegt, ist derart gering, dass man vernünftigerweise argumentieren kann, hier keinen Handlungsbedarf im Sinne einer – potenziell breite Schichten der Bevölkerung kriminalisierenden – 0,0-Promille-Grenze zu sehen. Man darf gerne anderer Meinung sein, sollte aber erklären können, wieso eine entsprechende Argumentation der “Gipfel des Blödsinns” sein soll. Zur Ahndung von Alkoholfahrten INNERHALB des eigentlich legalen Limits bitte ich darüber hinaus um Blick auf einschlägige Seiten. Genau genommen richtete sich mein Beitrag übrigens nicht an Sie, sondern Skena.

    “Ganz abgesehen davon, daß es nicht nur ums Autofahren geht,”
    Wenn Sie aufmerksam lesen würden, hätten Sie erkannt, dass sich mein entsprechender Beitrag eben ausschließlich darauf bezog.

    “sondern um die deutlich ansteigende Enthemmung und höhere Gewaltbereitschaft rund um den Alkohol-Konsum.”
    Die ich nicht leugnen will und kann. Tatsächlich würde ich persönlich stark dafür plädieren, Alkoholisierung oder anderen Drogeneinfluss nicht länger als Strafmilderungsgründe zu werten. Die schwammige Vorverlegung des Tatvorsatzes auf den Zeitpunkt des Alkoholkonsums ist allenfalls eine akademische Fußnote und nicht ausreichend. Konsequente Reaktion darauf – und wir reden nun einmal von einem Problem, dass in der absoluten Mehrheit Erwachsene betrifft – wäre die Prohibition. Viel Spaß dabei, irgendeinen Politiker zu finden, der sich darauf einlässt.

    Und hier kommen wir schon zum grundlegenden Problem: Sie verkennen schlicht jegliche politische und gesellschaftliche Realität. Sie vergleichen Äpfel mit Birnen, argumentieren mit einer Gleichbehandlung die schlicht nicht stattfinden kann. Ihre Art der Argumentation entspricht genau jener, die beispielsweise eine Invasion Nordkoreas fordert, wolle man sich im Rahmen einer UN-Friedensmission in Afrika beteiligen – weil man dann ja “entweder auf jede Unterdrückung der Bevölkerung militärisch reagieren müsse oder auf keine”. Sie lachen? Nun, das vergeht Ihnen hoffentlich spätestens dann, wenn Sie diese Worte aus dem Mund von Mitgliedern einer Partei hören, die durchaus Chancen hat, in den Landtag einzuziehen…

    Politische Realität ist, dass sich der Wähler nun einmal in großer Mehrheit mit einem “Killerspiel”-Verbot eher anfreunden kann als mit einem Alkoholverbot. Es ist geradezu Wesen einer Demokratie, dass sich eine politische Agenda am (zumindest vermeintlichen) Wählerwillen orientiert. Keine Partei der Welt, die innerhalb eines demokratischen Systems operiert, kann sich dieser Realität entziehen. Unterschiede zwischen den Parteien ergeben sich oft genug nur über eine Gewichtung von Punkten – und der einzige Vorwurf, den man der CSU im Vergleich zu anderen Parteien beim Thema “Killerspiele” machen kann, ist, diese Agenda zu sehr in den Vordergrund zu rücken. Wenn einem das nicht passt, kann man sich guten Gewissens für eine andere Partei entscheiden, auch wenn ich persönlich der Ansicht bin, dass dieser Punkt nun wirklich nicht ausschlaggebend sein sollte – es sei denn vielleicht, man arbeitet bei Crytek. Ihre Argumentation über die Ungleichbehandlung von Themen ist jedoch schlicht verfehlt.

    Nett übrigens, dass Sie das Vorgehen Ihres Arbeitgebers ansprechen: Denn dieser schränkt (aus wirtschaftlich nachvollziehbaren Gründen) Videospieler tatsächlich stärker ein, als vom Gesetz gefordert. Jenseits wirtschaftlicher und arbeitspolitischer Zwänge kann ich mich an ein “Plädoyer für den Jugendschutz” von Ihrer Seite allerdings nicht erinnern. Spielt aber auch keine Rolle.

    “Für einen wirksamen Jugendschutz ist die Beachtung und Durchsetzung des Urheberrechts von essentieller Bedeutung.” mSprich, der ganze Verbots-Zinnober ist sowieso völlig wirkungslos, solange die Kids sich das alles per Bittorrent ziehen oder auf dem Schulhof kopieren”
    Definitiv falsch. Er ist eben NICHT “völlig” wirkungslos. Die Tatsache, dass es (in diesem Fall sehr effektive) Hintertüren gibt, kann doch nicht als Argument dienen, die Vordertür sperrangelweit offen zu lassen. Die deutschen Jugendschutzmaßnahmen entfalten definitiv Wirkung, wenn auch nicht in dem Umfang, den sich der Gesetzgeber wünscht.

    “Ach und noch einen zum Unterschied Video/Kino.”
    Sauber wäre es gewesen, darauf hinzuweisen, dass mein entsprechender Beitrag an anderer Stelle in Ihrem Blog zu finden ist, nicht hier.

    “Stimmt, im Kino darf ich eine “leichte Jugendgefährdung” noch öffentlich zeigen, wenn ich nur Erwachsene reinlasse und nicht die jugendgefährdenden Elemente bewerbe (wobei das seit dem 1. August auch anders sein dürfte – die SPIO beklagt jedenfalls die unklare Rechtslage hier). Eine Indizerung von öffentlichen Vorführungen gibt es nicht, da ja (theoretisch) jeder Zuschauer auf seine Volljährigkeit geprüft wird.”

    Sie beklagt die unklare Lage mit Blick auf eine deutliche VERSCHÄRFUNG der Kriterien. Eben jener, die einer weiteren Aufführung bestimmter KINOFILME im Weg stehen könnte. Sie wissen schon, was Indizierung bedeutet, oder? Und was der Unterschied zwischen einer Aufführung unter bloßer Prüfung des Alters ist und einer solchen, die nicht unter Nennung des Titels beworben werden darf?

    “Auch wenn es diesen Unterschied gibt, ändert es nichts an der Tatsache, das Jugendliche an jugendgefährdende Medien eben nicht durch das Kino, sondern durch Datenträger herankommen.”

    Er widerlegt ganz klar ihre Polemik im entsprechenden Thread als sie sich auf den Vergleich KINOfilme und Videospiele bezogen. Dass Sie (nach einigem Gogglen nehme ich an) durchaus in der Lage sind, einen groben Unterschied zu sehen, macht Ihre vorherige Argumentation alles andere als besser. Und nur vorsorglich: Auch Kinofilme unterliegen grundsätzlich den Instrumenten von Indizierung und Verbot und dass im Videobereich durchaus fröhlich indiziert und beschlagnahmt wird, sollten Sie eigentlich wissen. Ihre Polemik bezüglich einer Ungleichbehandlung ist in diesem Fall nicht einmal aus den oben genannten Gründen völlig verfehlt, sondern bereits deshalb, weil sie schlicht keine Grundlage besitzt.

    “gekoppelt mit der Meinung das gar nicht zu wählen nun wirklich das dümmste ist – und da stimmen wir zwei sicher überein”
    Absolut nicht. Eine rechts- oder linksradikale Partei zu wählen, halte ich persönlich für erheblich dümmer, als es gleich bleiben zu lassen.

  44. Lieber Winkeladvokat,

    es ist faszinierend wie Sie versuchen, mir Worte im Blog zu verdrehen und Meinungen oder Forderungen anzudichten. Ich kann den geneigten Leser nur auf meine Original-Einträge verweisen. Da steht drin, was ich tatsächlich gesagt/geschrieben habe.

  45. niko sagt:

    “fassungsloses Kopfschütteln” zum Beitrag von Winkeladvokat:
    Ist jetzt nicht böse gemeint, aber sie haben ihren Blognamen anscheinend nicht ohne Grund gewählt. Ich habe selten einen Beitrag gelesen, der so krampfhaft versucht jemandem die Worte/Argumente umzudrehen bzw. daraus Schlussfolgerungen zu ziehen, die so niemals gesagt oder auch nur angedeutet wurden um die eigene These zu stützen. Da ist wohl jegliches Argumentieren zwecklos…

  46. Winkeladvokat sagt:

    @niko

    Tut mir leid, aber ich sehe das naturgemäß etwas anders ;-) Vielmehr verdreht Herr Schneider selbst seine eigenen Worte – wenn er leugnet, gezielt gegen eine bestimmte Partei Stimmung gemacht zu haben.

    Tatsächlich schließe ich mich der Empfehlung von Herrn Schneider gerne an – lesen Sie aufmerksam seine Beiträge. Neben offenkundigen (teils nachträglich mehr schlecht als recht gestopften) Wissenslücken und Fehlern wenn Herr Schneider sich in den Bereich von Jugendschutz im Filmbereich wagt, sollte sich ganz klar erschließen, wieso seine Polemik, die sich einzig und allein auf eine Ungleichbehandlung stützt, in realiter nicht haltbar ist.

    Ich nehme an, Sie zielen mit Ihrem Beitrag vor allem darauf ab, ich hätte Herrn Schneider die ABSICHT unterstellt, für ein Verbot von Alkohol zu werben. Das habe ich nicht, lesen Sie bitte aufmerksam. Ich unterstelle Herrn Schneider vielmehr “lediglich” eine nicht haltbare “Alles oder Nichts”-Mentalität, die aus offenkundigen Gründen verfehlt ist. (Und nebenbei bemerkt Maßnahmen im Bereich der Suchtprävention wohlweislich ignoriert.)

    Übrigens wirft Herr Schneider “Computerspiele” generell mit “Killerspielen” in einen Topf – zwar nur ein Detail am Rande, allerdings eines, das seine unsaubere Argumentationsweise nur unterstreicht und – wie man so hört – nicht nur auf Seiten der BLM für Kopfschütteln gesorgt hat.

    Sie dürfen mir aber gerne eine Stelle vorhalten, an der ich Herrn Schneider etwas unterstellt haben sollte, was er so nicht schrieb. Ich bin gespannt.

    Abschließend nur rein vorsorglich noch einmal der Hinweis: Ich halte die Linie gegen so genannte “Killerspiele”, die vorrangig von den Herren Beckstein und Herrmann propagiert wird, für einen Irrweg, dem hoffentlich spätestens das BVerfG einen Riegel vorschieben wird. Daran, dass Herrn Schneiders Polemik völlig verfehlt ist, ändert das aber nichts.

  47. Solange nicht mal eindeutig und unabhängig geklärt ist, was eigentlich ein “Killerspiel” sein soll, weigere ich mich, diesen Begriff zu benutzen. Es geht um das Verbieten von Computerspielen mit noch nicht eindeutig definierten Inhalten und Abläufen.

  48. Winkeladvokat sagt:

    “Solange nicht mal eindeutig und unabhängig geklärt ist, was eigentlich ein “Killerspiel” sein soll, weigere ich mich, diesen Begriff zu benutzen. Es geht um das Verbieten von Computerspielen mit noch nicht eindeutig definierten Inhalten und Abläufen.”

    Im Grunde völlig richtig, das lasse ich als Argument auch gerne gelten. Allerdings lässt sich aus der Unklarheit des Begriffes nicht die Behauptung ableiten, die Staatsregierung würde pauschal gegen Computerspiele vorgehen. Das ist bekanntermaßen alles andere als richtig, siehe nicht zuletzt Initiativen auf Ebene staatlicher Förderinstitutionen.

    Ach ja eines noch – was man Herrn Schneider sicher nicht vorwerfen kann, ist mangelnde Streitkultur. Ich bin ein ums andere Mal positiv überrascht, wie deutlich man hier sein und trotzdem freigeschaltet werden kann. Bei aller Diskrepanz in der Sache – Respekt.

  49. niko sagt:

    Also z.B. auf
    “gekoppelt mit der Meinung das gar nicht zu wählen nun wirklich das dümmste ist – und da stimmen wir zwei sicher überein”
    mit
    “Absolut nicht. Eine rechts- oder linksradikale Partei zu wählen, halte ich persönlich für erheblich dümmer, als es gleich bleiben zu lassen.”
    zu antworten finde ich persönlich schon ganz schön frech.
    Das es wohl “das Dümmste” ist, eine rechtsradikale Partei zu wählen, sollte ja wohl jedem klar sein, ohne das es in dem Satz explizit erwähnt werden muss. ( Soviel “Grips” sollte man doch den Lesern des Blogs hier zutrauen)
    Das Nichtwählen kommt aber gleich danach, da eine sinkende Wahlteilnahme von Wählern nicht rechtsgerichteter Gesinnung natürlich dazu führt, dass prozentual gesehen die rechtsradikalen Parteien mehr Einfluss gewinnen, selbst, wenn deren Wählerschaft auf einem relativ konstantem Niveau bleibt.
    Aber das wissen sie ja selbst sicher auch.

    Warum also der Seitenhieb? Weil er ihnen unterstellt hat, dass sie evtl. irgendwo eine Meinung teilen könnten?
    Wäre es ihnen lieber gewesen, wenn statt ” das dümmste” nur “dumm” gestanden hätte?

    Der Blog hier ist doch kein juristisches/politisches Dokument, wo jede Formulierung absolut perfekt sein muss/sollte.
    (Und selbst dort lässt sich auch immer noch genug hineininterpretieren.)
    Ich habe ja kein Problem damit, dass sie vielleicht eine etwas andere Meinung zu diesem Thema haben, aber ist es wirklich notwendig in dieser Art und Weise jedes Wort auseinanderzunehmen, nur um widersprechen zu können?

  50. niko sagt:

    Man sollte aber doch annehmen, dass wenn eine politische Partei vorhat einen Verbotsantrag für gewisse Produkte/Medien einzubringen sie sich vorher genau Gedanken darüber macht, was den alles darunter fällt. Mit einem Begriff zu argumentieren, der für Interpretationen fast völlig offen ist, da er eben nie auch nur ansatzweise definiert wurde, macht den Eindruck eines pauschalen Vorgehens gegen Computerspiele.
    Auch der Begriff ” gewaltverherrlichende Spiele die das töten belohnen” gehört dazu. Mal ganz abgesehen davon das,soweit ich weiß,”gewaltverherrlichende Medien” sowieso generell in Deutschland verboten sind läßt dieser Begriff auch exreme Interpretationen zu. Fallen z.B. auch Rollenspiele wie Oblivion,Lost Odyssey,Tales of Vesperia u.ä. darunter? Man bekommt für das Töten der Gegner/Monster Erfahrungspunkte und Geld/Ausrüstung..wird also, wenn man es so sehen will für das töten belohnt…

  51. Winkeladvokat sagt:

    “finde ich persönlich schon ganz schön frech”

    Ehrlich gesagt finde ich es eher frech, wie Sie sich aus falsch verstandener Solidarität glauben äußern zu müssen, ohne irgend etwas Substanzielles zur Diskussion beisteuern zu können. Aber bitte, sei’s drum, auch wenn mir persönlich aufgefallen ist, dass Sie die Wahl einer linksradikalen Partei ausdrücklich ausklammern, wenn es darum geht, von dummen Entscheidungen zu sprechen. Schon von daher scheint mir mein Einwand an dieser Stelle mehr als nur angebracht.

    Nun gut, ich überlasse es jetzt einfach mal Ihrer persönlichen Weltanschauung, wo Sie die Grenze ziehen wollen, wenn wir von einer “radikalen” Partei sprechen, deren Wahl dumm wäre. Nichtsdestotrotz ist nicht nur die bewusste Wahl solcher Parteien ein Problem, sondern auch die so gerne unter dem Euphemismus “Protestwahl” mitumfasste Stimmabgabe – genau jene also, die aus purer Nichtidentifizierung mit Wahlprogrammen auf breiter Front erfolgt und zwar nicht ursächlich dafür sein mag, aber zumindest mithilft, Politker in die Landtage zu holen, die meiner persönlichen Meinung nach dort nichts verloren haben. Und witzigerweise ist es ja gerade eine rechtsradikale Partei, die die “Killerspiel”-Diskussion als abzulehnde Freiheitsbeschränkung hier in Bayern auf ihre Wahlplakate geholt hat. Insofern kein Seitenhieb gegen Herrn Schneider, sondern vielmehr gegen potenzielle “Protest”wähler antidemokratischer Parteien. Ein, wie ich meine, mehr als berechtigter Einwand, siehe gleich zu Anfang.

    Dass Sie kein Problem mit meiner Meinung haben, nehme ich Ihnen nicht ab, es tut aber auch nichts zur Sache. Denn dass Sie sich über eine Genauigkeit der Gegenargumentation echauffieren, trägt bereits eine ganz eigene Ironie in sich, wenn man bedenkt, dass Anlass der ganzen Debatte die Wehklage just über das Fehlen einer differenzierten Auseinandersetzung mit einem Thema ist…

  52. niko sagt:

    d.h. ein nichtaufzählen aller radikalen Parteien/politischen Richtungen aus Platzgründen bei einer solchen Diskussion interpretieren sie also als ein “ausdrückliches ausklammern” und deuten an, dass ich diese Parteien als “unproblematisch” auffasse? Und da wundern sie sich, dass gesagt wird sie drehen den Leuten das Wort im Mund um ?
    Soll ich ihre Nichterwähnung von z.B radikal-religiösen Gruppierungen/Parteien jetzt so auffassen, dass sie diese nicht als Problem empfinden.
    Dieses kindische Spielchen lässt sich doch auf beiden Seiten beliebig fortsetzen.
    Diese Diskussion führt so zu nichts, als sich gegenseitig “hochzuschaukeln”…(was bestimmt nicht in meiner Absicht liegt)

  53. Winkeladvokat sagt:

    “Man sollte aber doch annehmen, dass wenn eine politische Partei vorhat einen Verbotsantrag für gewisse Produkte/Medien einzubringen sie sich vorher genau Gedanken darüber macht, was den alles darunter fällt. Mit einem Begriff zu argumentieren, der für Interpretationen fast völlig offen ist, da er eben nie auch nur ansatzweise definiert wurde, macht den Eindruck eines pauschalen Vorgehens gegen Computerspiele.”

    Im Gesetzgebungsverfahren mit Begriffen zu operieren, deren Ausgestaltung vorwiegend der Iudikative vorbehalten ist – das ist nicht nur der Normalfall, sondern innerhalb eines gewissen (meiner persönlichen Ansicht nach hier deutlich überschrittenen) Rahmens eine pure Notwendigkeit. Beachten Sie allerdings bitte, dass wir uns diesbezüglich noch nicht im Stadium eines Referentenentwurfs bewegen, die Formulierung also durchaus im Gesetzgebungsverfahren im eigentlichen Sinn konkretisiert werden könnte. Wie man es falsch macht, hat leider gerade die Verschärfung des JuSchG gezeigt…

    Danke übrigens, dass Sie es en passant verteidigen, von einem pauschalen Kreuzzug gegen Computerspiele zu sprechen. Das unterstreicht einmal mehr, wie notwendig es ist, hier argumentatorisch einzugreifen. Denn dieser Vorwurf ist schlicht und ergreifend nicht haltbar, ganz egal wie man den Begriff “Killerspiele” auslegt. Da wird mir sogar Herr Schneider zustimmen, oder?

  54. niko sagt:

    Gut, muss ich zugeben, war von mir wohl ein wenig zu ungenau mit dem Wort “pauschal” ausgedrückt. Ich mache den Politikern nicht den Vorwurf gegen jede Form von Videospielen vorzugehen, sondern mit Begriffen in sehr populistischer Weise umsichzuwerfen ohne sich offensichtlich genauer mit dem Thema beschäftigt zu haben.
    Es geht ja eben auch nicht darum ,dass der Jugendschutz wieder mal verschärft werden soll, sondern ein totales Vertriebsverbot für bestimmte Spiele verhängt werden soll. Wenn dann die Begriffe so schwammig gewählt werden, dass ein solches Verbot auf beinahe ganze Genres angewendet werden könnte und im gleichen Atemzug Kinderpornographie und Nationalsozialismus auftauchen, ist das Wort pauschal nicht mehr so weit entfernt wie es eigentlich sein sollte.
    Mir ist schon klar, dass in einem Gesetzestext genauere Begriffsdefinitionen nötig sind, aber man sollte von Politikern doch wohl eine sachliche Diskussion erwarten können.

  55. Winkeladvokat sagt:

    “d.h. ein nichtaufzählen aller radikalen Parteien/politischen Richtungen aus Platzgründen”

    Quatsch. Wäre es Ihnen um Platzgründe gegangen, hätten Sie doch sinnvollerweise nur “radikal” anstatt ausdrücklich zwei Mal nur RECHTSradikal und einmal RECHTSgerichtet geschrieben. Zugegebenermaßen eine Annahme, hinter der ich aber vergleichsweise fest stehe… Übrigens wundert mich der Vorwurf nicht im Geringsten. Es hätte mich vielmehr erstaunt, wenn er ausgeblieben wäre. ;-)

    “Soll ich ihre Nichterwähnung von z.B radikal-religiösen Gruppierungen/Parteien jetzt so auffassen, dass sie diese nicht als Problem empfinden.”

    Wenn ich ehrlich bin, fällt mir unter den Parteien, die in Bayern zur Landtagswahl antreten, nur eine einzige ein, die man möglicherweise als radikal-religiös bezeichnen könnte, “Die Violetten”. Ich gebe gerne zu, mich mit deren Wahlprogramm nicht wirklich näher befasst zu haben, würde aber – auf die Gefahr hin, mich eines Besseren belehren zu lassen – tatsächlich behaupten, dass ihr Programm nicht “problematisch” im Sinne der Diskussion ist. Die Nichterwähnung geschah damit bewusst. ;-)

  56. Blizado sagt:

    Also zu dem Artikel fällt mir jetzt echt nichts mehr ein, das ist echt der absolute Hammer wie hier mit zwei total unterschiedlichen Maßstäben gemessen wird. Hätte mich vorher Jemand gefragt, was die “Killerspiel” Kritiker wohl von Alkohol halten, hätte ich wohl eher darauf gewettet, dass sie eine ähnliche Verbotsschiene fahren. Aber dann DAS zu lesen… Das macht mich sprachlos und echt stinksauer.

  57. Winkeladvokat sagt:

    Wie? Noch kein einziger Post zur “Bierzeltrede” Becksteins? Dabei kann auch ich mir – obwohl die Behauptung faktisch richtig sein mag, wenn man von sechs bis sieben Stunden Verweildauer ausgeht – bei derartiger Kommunikationskunst nur verzweifelt an den Kopf greifen…

    Aber nur noch als Anmerkung: Haben Sie, Herr Schneider, mitbekommen, wie entschieden (!) die SPD es von sich weist, die angesprochenen strengen Maßnahmen gegen Alkohol eingefordert zu haben…? ;-)

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