Loudness Wars und Metallica

Von Boris, Do, 18. Sep 2008 09:57

Wer viel Musik hört, der kennt den Effekt: CDs scheinen Jahr für Jahr lauter zu werden und wer seine Anlage so einstellt, daß ein aktuelles Album erträglich klingt, kriegt aus einer zehn Jahre alten CD nur noch flachen Pappkarton-Sound.

Wer mehr dazu wissen will, kann sich zum Beispiel auf Wikipedia informieren (wobei der englische Artikel etwas besser ist als der deutsche).

Jüngstes Opfer scheint Webseiten zufolge das neue Metallica-Album zu sein, welches beim Mischen und Mastern wohl so laut gedreht wurde, daß es hörbare Clipping- und Verzerrungs-Effekte geben soll. Soweit so gut. Lustig wird das Ganze durch Fans welche behaupten, die downloadbare Version in Guitar Hero III wäre besser ausgepegelt und hätte all diese unerwünschten Klangeffekte nicht. Weswegen jetzt einige Leute versuchen, die Version aus dem Download zu rippen, um eine vernünftige Version des Albums zu bekommen.

Sag noch mal einer, Musikspiele hätten keinen Einfluß auf die Musikindustrie.

13 Antworten für “Loudness Wars und Metallica”

  1. spanksen sagt:

    Hähä, aber das scheint wirklich ein gängiger Trend zu sein,ich erinnere mich mit grau an das letzte (und trotzdem gute) Depeche Mode Album “Playing the Angel” welches auch gnadenlos übersteuert war

  2. noodles101 sagt:

    @spanksen. Findest Du das echt bei dem DM Album? Also die SACD Version finde ich richtig gut… ok könnte mehr Bass sein, aber sonst alles in Ordnung. Aber mir ist das schon bei diversen Alben unterschiedlichster Bands aufgefallen. Die Technik ändert sich halt.

  3. Homer Morisson sagt:

    Es lebe die Generation Taschendisko.

  4. krizzz sagt:

    Hmm, der deutsche Wikipedia-Artikel ist fachlich an einigen Stellen wirklich ziemlich fragwürdig. Es scheint so als ob oft ohne nötiges Fachwissen versucht wurde den Text aus dem Englischen einfach wörtlich zu übersetzen. Die schön animierte Grafik im Artikel zeigt beispielsweise keine Lautheiten sondern aller höchstens Lautstärken. Ein kleiner aber feiner Unterschied.

    Und so ein “gefährliches” Halbwissen führt in der Folge oft dazu das Diskussionen bei solch Klangfragen wie jetzt beim Metallica-Album oft ins Esoterische und damit weit weg vom fachlich Nachvollziehbaren driften.

  5. Viquel sagt:

    @krizzz
    Offenbar kennst du dich mit dem Thema aus – warum editierst du dann nicht den Artikel oder hinterlässt dort auf der Diskussion-Seite einen Kommentar? Nur so kann das “gefährliche” Halbwissen zu ungefährlichem Wissen werden ;)

  6. cyrax sagt:

    ich habe mich schon gewundert warum die songs bei guitar hero 3 wesentlich besser klingen als bei meiner cd. habe die songs mal auf meine 360 gerippt und selbst über meinen tv hört man den unterschied zur gh fassung.

  7. KornKind sagt:

    Immerhin erhält das Thema dadurch grössere Aufmerksamkeit und es können einige Leute davon überzeugt werden (Ich werde meistens auch nur schief angeschaut, wenn ich jemanden erzähle, dass die meisten Alben heutzutage qualitativ mies sind verglichen mit früher).

    Ich bezweifle allerdings leider, dass sich wirklich etwas ändern wird. Traurig, wenn man die Lieder an sich mögen würde. SACDs und Schallplattenversionen sind häufig auch heute noch brauchbar.

    Noch zwei Links zum Thema:

    http://www.audiohq.de/index.php?showtopic=1899

    http://brianstagg.co.uk/p_t_a_clipressed/

  8. spanksen sagt:

    @noodles101 – Hab leider nur die normale CD von der Playing the Angel, mag sein das die SACD besser abgemischt ist ?!? Hab übrigens dein Depeche Archiv bewundert auf deiner Seite, sehr geil, hab auch noch ne Menge Vinyl in meiner Sammlung

  9. Steffen65 sagt:

    Frage an die fachkundige Runde: Gibt es das auch bei Filmen? Ich bin zunehmend genervt von Filmkonserven, bei denen mir die Bilder von der Wand fallen, wenn jemand mit der Gabel an ein Glas schlägt, während ich für die Dialoge ein Hörgerärt brauche. Und falls es da einen Zusammenhang gibt – gibt es einen Unterschied zwischen DVDs und Downloads, etwa über Xbox Live? (Da ging es mir gestern nämlich mit der deutschen Version von “One Missed Call” so…)

  10. Steffen65 sagt:

    zu Metallica: Die alten Männer brauchen wohl mittlerweile jede Unterstützung, die sie kriegen können… Vielleicht war der Blechtopf-Sound von Ulrichs Schlagzeug auf “St. Anger” ja doch der authetische…

  11. Nico sagt:

    Danke, dass Du Dich auch dieses Themas annimmst, Boris – nur haben die Spiele eben noch _nicht_ Einfluss auf die Musikindustrie. Dass für GH eine “Pre-Rubin-Version” des finalen Mixes verwendet wurde, scheint eher Zufall zu sein.
    Übrigens: Dein hier zuletzt verlinktes Video von der GC scheint auch ein Opfer des Loudness Wars zu sein ;)

  12. BFBeast666 sagt:

    Ich werde jedesmal mit der Thematik konfrontiert, wenn ich CDs auf meine 360 rippe. Letztens hatte ich TYR von Black Sabbath und die letzte Soilwork zusammen auf der HDD, und die Soilwork war ca. doppelt so laut wie die Black Sabbath. Ist natürlich dämlich, wenn man ein Spiel daddelt, Musik auf “random”, die Lautstärke auf die lautere der beiden CD’s eingepegelt hat und man plötzlich ohne Musik durch die Gegend sägt.

    Vorschlag: Eine “Normalisieren”-Option in der nächsten Auflage des Audio-Rippers? So kann man zumindest den Pegel der CD’s halbwegs einheitlich halten.

  13. Dooode sagt:

    die klangqualität der original-cd ist einfach mal ein riesengrosser witz! was auch immer metallica sich dabei gedacht haben: “ich möchte diese rose nicht kaufen!” ;) ich lasse solange die finger davon bis hoffentlich ein remix erscheint. wenn nicht, werden die an mir auch kein geld verdienen.

    “gute reise!”

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