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	<title>Kommentare zu: Dextrose</title>
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		<title>Von: Philisher</title>
		<link>http://www.dreisechzig.net/wp/archives/1455#comment-17118</link>
		<dc:creator>Philisher</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Nov 2008 19:20:08 +0000</pubDate>
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		<description>Hallo zusammen,

hat man mich doch tatsächlich motiviert, mich hier zu registrieren, beim verzweifelten Versuch die meiner Meinung nach beste Serie der letzten Jahre zu retten... oder wenigstens eine der Besten. 

Dexter spielt - zumindest im Originalton - mit eben den angesprochenen Klischees gerade bei den Kollegen der Polizei und nutzt Sie eigentlich brilliant, um eine gewisse Unvorhersehbarkeit zu erzeugen, die von wiederkehrenden Verhaltensmustern unterbrochen wird. Auf diese Weise entstehen - auch wenn ich zugebe, das das vielleicht nach 2-3 Folgen noch nicht ersichtlich ist - sehr glaubwürdige Charaktere, die sich einerseits weiterentwickeln, auf der anderen Seite aber ähnlich wieder andere Mensch auf diesem Planeten trotzdem Gewohnheitstiere sind, die gerne in angelebte Verhaltensmuster zurückfallen. 
Das gleiche kann man auch über den Hauptcharacter sagen. Dexter Morgan ist zweifelsohne eine schwer gestörte Persönlichkeit, reflektiert mit seinem eigenen Moralkodex allerdings gleichzeitig die teilweise gestörten Moralvorstellungen unserer Gesellschaft - wenn auch sicher in einem Extrembereich.

Vielleicht solltest Du der Serie noch eine kleine Chance geben, in meinen Augen stellt sie ein hervorragendes Beispiel dar, welchen Vorteil Serien gegenüber Filmen haben (und leider viel zu selten nutzen) - die Charactere können sich entwickeln. Und das tun sie meiner bescheidenen Ansicht nach gerade hier in Perfektion. Dexter hadert mehr als einmal mit seiner eigenen Moral und seiner Wertvorstellung, bemerkt die Zwispältigkeit seiner eigenen Realität und kämpft dagegen an. Die in der deutschen Version als &quot;coole Sprüche&quot; wahrgenommenen Off-Kommentare von Dexter sind im Original wiederum selten das, was ich unter &quot;cooler Spruch&quot; verstehe - sie stellen vielmehr eine sehr exakte, gefühllose Wahrnehmung der Realität dar.

Dexter als Selbstjustiz-Party abzutun ist so ähnlich, wie Computerspiele in denen Waffen vorkommen, pauschal zu verteufeln. Sicherlich fiebert man ein wenig mit Dexter mit. Das tut man übrigens auch in anderen Filmen, die wesentlich populärer sind und die sich um nichts als Selbstjustiz, durch irgendetwas gerechtfertigt, was nicht mehr und nicht weniger Stichhaltig ist, als Dexters Kodex seines toten Adoptiv-Vaters (James Bond mit der &quot;Lizenz zu töten&quot;, sämtliche Marvel-Filme, in denen die Helden auch nur so munter drauf los morden, um &quot;das Gute zu verteidigen&quot;, weil sie irgendwas antreibt...). 

Der Vergleich Dexters mit einem Marvel-Character liegt übrigens sehr nahe - Dexter nutzt das negative, das gewalttätige in sich, um das zu tun, was er für gerecht und gut hält... erinnert sehr an &quot;The Punisher&quot;. 

Da ich davon ausgehe, dass das in der deutschen Version wie üblich versaubeutelt wurde - bitte bitte sowas nicht auf deutsch schauen. 

Schön&#039; Tach noch!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo zusammen,</p>
<p>hat man mich doch tatsächlich motiviert, mich hier zu registrieren, beim verzweifelten Versuch die meiner Meinung nach beste Serie der letzten Jahre zu retten&#8230; oder wenigstens eine der Besten. </p>
<p>Dexter spielt &#8211; zumindest im Originalton &#8211; mit eben den angesprochenen Klischees gerade bei den Kollegen der Polizei und nutzt Sie eigentlich brilliant, um eine gewisse Unvorhersehbarkeit zu erzeugen, die von wiederkehrenden Verhaltensmustern unterbrochen wird. Auf diese Weise entstehen &#8211; auch wenn ich zugebe, das das vielleicht nach 2-3 Folgen noch nicht ersichtlich ist &#8211; sehr glaubwürdige Charaktere, die sich einerseits weiterentwickeln, auf der anderen Seite aber ähnlich wieder andere Mensch auf diesem Planeten trotzdem Gewohnheitstiere sind, die gerne in angelebte Verhaltensmuster zurückfallen.<br />
Das gleiche kann man auch über den Hauptcharacter sagen. Dexter Morgan ist zweifelsohne eine schwer gestörte Persönlichkeit, reflektiert mit seinem eigenen Moralkodex allerdings gleichzeitig die teilweise gestörten Moralvorstellungen unserer Gesellschaft &#8211; wenn auch sicher in einem Extrembereich.</p>
<p>Vielleicht solltest Du der Serie noch eine kleine Chance geben, in meinen Augen stellt sie ein hervorragendes Beispiel dar, welchen Vorteil Serien gegenüber Filmen haben (und leider viel zu selten nutzen) &#8211; die Charactere können sich entwickeln. Und das tun sie meiner bescheidenen Ansicht nach gerade hier in Perfektion. Dexter hadert mehr als einmal mit seiner eigenen Moral und seiner Wertvorstellung, bemerkt die Zwispältigkeit seiner eigenen Realität und kämpft dagegen an. Die in der deutschen Version als &#8220;coole Sprüche&#8221; wahrgenommenen Off-Kommentare von Dexter sind im Original wiederum selten das, was ich unter &#8220;cooler Spruch&#8221; verstehe &#8211; sie stellen vielmehr eine sehr exakte, gefühllose Wahrnehmung der Realität dar.</p>
<p>Dexter als Selbstjustiz-Party abzutun ist so ähnlich, wie Computerspiele in denen Waffen vorkommen, pauschal zu verteufeln. Sicherlich fiebert man ein wenig mit Dexter mit. Das tut man übrigens auch in anderen Filmen, die wesentlich populärer sind und die sich um nichts als Selbstjustiz, durch irgendetwas gerechtfertigt, was nicht mehr und nicht weniger Stichhaltig ist, als Dexters Kodex seines toten Adoptiv-Vaters (James Bond mit der &#8220;Lizenz zu töten&#8221;, sämtliche Marvel-Filme, in denen die Helden auch nur so munter drauf los morden, um &#8220;das Gute zu verteidigen&#8221;, weil sie irgendwas antreibt&#8230;). </p>
<p>Der Vergleich Dexters mit einem Marvel-Character liegt übrigens sehr nahe &#8211; Dexter nutzt das negative, das gewalttätige in sich, um das zu tun, was er für gerecht und gut hält&#8230; erinnert sehr an &#8220;The Punisher&#8221;. </p>
<p>Da ich davon ausgehe, dass das in der deutschen Version wie üblich versaubeutelt wurde &#8211; bitte bitte sowas nicht auf deutsch schauen. </p>
<p>Schön&#8217; Tach noch!</p>
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	<item>
		<title>Von: Will</title>
		<link>http://www.dreisechzig.net/wp/archives/1455#comment-17020</link>
		<dc:creator>Will</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Oct 2008 14:13:20 +0000</pubDate>
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		<description>Ich finde nicht, dass Dexter gewalt- oder selbstjustizverherrlichend ist, denn der Protagonist wird sehr neutral dargestellt, ohne ihn besonders positiv aussehen zu lassen (ein bisschen wie der Film &quot;Das Parfüm&quot;). Die Sympathie zu ihm wird hauptsächlich durch seine zynischen, eigenwilligen Gedanken erzeugt, entsteht also nicht durch die Präsentation, sondern im Zuschauer selbst. Dadurch wirkt die Serie besonders makaber, denn der Zuschauer ist hin- und hergerissen zwischen der Faszination von Dexter und seinem eigentlich unmoralischen Handeln (Sopranos anyone?). So gesehen macht man sich über Moral und Gewalt sogar mehr Gedanken als bei den üblichen eindimensionalen Guter-Cop-böser-Bube-Filmen.

Außerdem erfährt man im späteren Verlauf noch mehr über den Grund für seine scheinbare Gefühllosigkeit, sein schwieriges Verhältnis zu seinen Geschwistern und über die Beziehung zu seinem Vater, und wie er wirklich zu Dexter stand. Er ist also ein durchaus tiefgründiger Charakter, und gerade das macht die Faszination an ihm aus und erzeugt die gespaltenen Gefühle.

Die erste Staffel ist bereits erstklassig, aber die zweite Staffel ist (meiner Meinung nach) sogar noch besser. Für mich ohne Frage die beste Serie, die ich kenne. (Kein Vergleich zu Lost! *duck*)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich finde nicht, dass Dexter gewalt- oder selbstjustizverherrlichend ist, denn der Protagonist wird sehr neutral dargestellt, ohne ihn besonders positiv aussehen zu lassen (ein bisschen wie der Film &#8220;Das Parfüm&#8221;). Die Sympathie zu ihm wird hauptsächlich durch seine zynischen, eigenwilligen Gedanken erzeugt, entsteht also nicht durch die Präsentation, sondern im Zuschauer selbst. Dadurch wirkt die Serie besonders makaber, denn der Zuschauer ist hin- und hergerissen zwischen der Faszination von Dexter und seinem eigentlich unmoralischen Handeln (Sopranos anyone?). So gesehen macht man sich über Moral und Gewalt sogar mehr Gedanken als bei den üblichen eindimensionalen Guter-Cop-böser-Bube-Filmen.</p>
<p>Außerdem erfährt man im späteren Verlauf noch mehr über den Grund für seine scheinbare Gefühllosigkeit, sein schwieriges Verhältnis zu seinen Geschwistern und über die Beziehung zu seinem Vater, und wie er wirklich zu Dexter stand. Er ist also ein durchaus tiefgründiger Charakter, und gerade das macht die Faszination an ihm aus und erzeugt die gespaltenen Gefühle.</p>
<p>Die erste Staffel ist bereits erstklassig, aber die zweite Staffel ist (meiner Meinung nach) sogar noch besser. Für mich ohne Frage die beste Serie, die ich kenne. (Kein Vergleich zu Lost! *duck*)</p>
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	<item>
		<title>Von: iob</title>
		<link>http://www.dreisechzig.net/wp/archives/1455#comment-16954</link>
		<dc:creator>iob</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Oct 2008 00:17:57 +0000</pubDate>
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		<description>&gt;&gt;&gt;Fakt ist aber, daß _kein_ Mensch verdient hat, auf einem Tisch mit Plastikfolie gefesselt von Dexter &quot;bearbeitet&quot; zu werden. Ende.&lt;&lt;&lt;
Bloß weil das im realen leben so ist, heißt das ja nicht, dass man in einer Serie nicht mit dem Bösewicht mitfiebern kann. Was habe ich gelacht, als der T-Rex im ersten Teil von Jurrassic Park den umsympatischen Buchhalter auf dem Klo gefuttert hat. Wie habe ich mich darauf gefreut, das Jack Bauer endlich den Bösewicht in irgend einer beliebigen Staffel von 24 foltert. Das ist halt eine fiktionale Serie, und der Held tut halt ein paar moralisch verwerfliche Sachen. Hell, ich habe in Dungeon Keeper auch schon Helden gefoltert, in Vampire: The Masquerade meinen Ghul leergesaugt und bei den ganzen Jedi Knight Titeln mit Genuß die Dunkle Seite gewählt.

Mein Gewissen kann man also schon mit sehr billigen Mitteln abschalten. Das ist glaube ich aber auch normal?

Trotzdem leben alle Menschen in meinem Umfeld noch und die Kettensäge hat immer noch kein Benzin :-). Wie gesagt, guck dir bei gelegenheit mal Mr. Brooks mit Kevin Costner und William Hurt an. Für mich der beste Film des letzten Jahres - von der Thematik halt dicht an &quot;Dexter&quot; dran, aber das ganze nochmal 10 Klassen besser.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&gt;&gt;&gt;Fakt ist aber, daß _kein_ Mensch verdient hat, auf einem Tisch mit Plastikfolie gefesselt von Dexter &#8220;bearbeitet&#8221; zu werden. Ende.&lt;&lt;&lt;<br />
Bloß weil das im realen leben so ist, heißt das ja nicht, dass man in einer Serie nicht mit dem Bösewicht mitfiebern kann. Was habe ich gelacht, als der T-Rex im ersten Teil von Jurrassic Park den umsympatischen Buchhalter auf dem Klo gefuttert hat. Wie habe ich mich darauf gefreut, das Jack Bauer endlich den Bösewicht in irgend einer beliebigen Staffel von 24 foltert. Das ist halt eine fiktionale Serie, und der Held tut halt ein paar moralisch verwerfliche Sachen. Hell, ich habe in Dungeon Keeper auch schon Helden gefoltert, in Vampire: The Masquerade meinen Ghul leergesaugt und bei den ganzen Jedi Knight Titeln mit Genuß die Dunkle Seite gewählt.</p>
<p>Mein Gewissen kann man also schon mit sehr billigen Mitteln abschalten. Das ist glaube ich aber auch normal?</p>
<p>Trotzdem leben alle Menschen in meinem Umfeld noch und die Kettensäge hat immer noch kein Benzin <img src='http://www.dreisechzig.net/wp/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> . Wie gesagt, guck dir bei gelegenheit mal Mr. Brooks mit Kevin Costner und William Hurt an. Für mich der beste Film des letzten Jahres &#8211; von der Thematik halt dicht an &#8220;Dexter&#8221; dran, aber das ganze nochmal 10 Klassen besser.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: hdgamer</title>
		<link>http://www.dreisechzig.net/wp/archives/1455#comment-16898</link>
		<dc:creator>hdgamer</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Oct 2008 15:49:56 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.dreisechzig.net/wp/archives/1455#comment-16898</guid>
		<description>@Jürgen - nein nur nette Leute die ich wirklich mag kommen bei mir auf die Kinocouch. Schliesslich hast DU hier angefangen den Film zu empfehlen - ich trage die Empfehlung doch nur in den Freundeskreis. Und danach gehe ich in die Küche, leih mir ein Ei und schraub fix meinen Golfschläger zusammen - bringt mehr Schrecken als jede Kettensäge. :D</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Jürgen &#8211; nein nur nette Leute die ich wirklich mag kommen bei mir auf die Kinocouch. Schliesslich hast DU hier angefangen den Film zu empfehlen &#8211; ich trage die Empfehlung doch nur in den Freundeskreis. Und danach gehe ich in die Küche, leih mir ein Ei und schraub fix meinen Golfschläger zusammen &#8211; bringt mehr Schrecken als jede Kettensäge. <img src='http://www.dreisechzig.net/wp/wp-includes/images/smilies/icon_biggrin.gif' alt=':D' class='wp-smiley' /> </p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Jürgen</title>
		<link>http://www.dreisechzig.net/wp/archives/1455#comment-16887</link>
		<dc:creator>Jürgen</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Oct 2008 11:38:20 +0000</pubDate>
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		<description>@TimK:

In vielen Filmen, nun auch in einer Serie wie Dexter verkommt Gewalt einfach &quot;nur&quot; zur Plotkrücke. Mediengerecht wird sie oft in eine unterhaltsame, alles schön erklärende Geschichte verpackt. Sie wird somit verharmlost. 
In einer langen Serie finde ich es sogar noch grenzwertiger als in einem kurzen Film, weil es durch das ständige Wiederholen für den Zuschauer &quot;normal&quot; werden kann.

Und das ist der Unterschied zwischen Hanekes Werk und trivialen Produktionen:
es will gar nicht mit seiner Plakativität unterhalten und Gewalt als etwas normales darstellen. 
Nach dem Motto: Du als Zuschauer willst das Leid, Elend und den Schmerz sehen? Hier bitte - dann sieh aber auch zu, wie DU mit sowas in seiner reinsten Form klar kommst.

Haneke scheint den Film zwar so nur seinem eigenen Motiv folgen zu lassen, aber kann man denn den Kern solcher Gewalt wirklich erklären und somit rechtfertigen? 
Macht es die Gewalt und die Tat _besser_, wenn man ein Motiv des Täters hat? 

Eigentlich willst Du doch nur erklären, dass die Handlung ( bzw. die Morde) in Dexter besser und nachvollziehbarer sind als in Funny Games, weil sich &quot;eine feine Geschichte spinnt&quot;, die die Aussage direkt vermitteln will. Aber genau da liegt doch bei dieser Thematik auch die Gefahr. 

Wie Boris schreibt: der &quot;Mindfuck&quot; funktioniert wunderbar. Das sieht man offensichtlich an Deiner Erklärung zu Dexters &quot;Qualitäten&quot;.
Es hat überhaupt nichts mit &quot;80er-Jahre-Moralvorstellung&quot; zu tun, wie Du schreibst. Denn ein Mord ist erstmal ein kapitales Verbrechen, das war schon vor den 80ern so und wird sich in Zukunft sicher nicht ändern. Auch wenn eine Serie wie Dexter im Grunde mehr oder weniger subtil Werbung für eine andere Auffassung und Relativierung des Ganzen betreibt. ;-)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@TimK:</p>
<p>In vielen Filmen, nun auch in einer Serie wie Dexter verkommt Gewalt einfach &#8220;nur&#8221; zur Plotkrücke. Mediengerecht wird sie oft in eine unterhaltsame, alles schön erklärende Geschichte verpackt. Sie wird somit verharmlost.<br />
In einer langen Serie finde ich es sogar noch grenzwertiger als in einem kurzen Film, weil es durch das ständige Wiederholen für den Zuschauer &#8220;normal&#8221; werden kann.</p>
<p>Und das ist der Unterschied zwischen Hanekes Werk und trivialen Produktionen:<br />
es will gar nicht mit seiner Plakativität unterhalten und Gewalt als etwas normales darstellen.<br />
Nach dem Motto: Du als Zuschauer willst das Leid, Elend und den Schmerz sehen? Hier bitte &#8211; dann sieh aber auch zu, wie DU mit sowas in seiner reinsten Form klar kommst.</p>
<p>Haneke scheint den Film zwar so nur seinem eigenen Motiv folgen zu lassen, aber kann man denn den Kern solcher Gewalt wirklich erklären und somit rechtfertigen?<br />
Macht es die Gewalt und die Tat _besser_, wenn man ein Motiv des Täters hat? </p>
<p>Eigentlich willst Du doch nur erklären, dass die Handlung ( bzw. die Morde) in Dexter besser und nachvollziehbarer sind als in Funny Games, weil sich &#8220;eine feine Geschichte spinnt&#8221;, die die Aussage direkt vermitteln will. Aber genau da liegt doch bei dieser Thematik auch die Gefahr. </p>
<p>Wie Boris schreibt: der &#8220;Mindfuck&#8221; funktioniert wunderbar. Das sieht man offensichtlich an Deiner Erklärung zu Dexters &#8220;Qualitäten&#8221;.<br />
Es hat überhaupt nichts mit &#8220;80er-Jahre-Moralvorstellung&#8221; zu tun, wie Du schreibst. Denn ein Mord ist erstmal ein kapitales Verbrechen, das war schon vor den 80ern so und wird sich in Zukunft sicher nicht ändern. Auch wenn eine Serie wie Dexter im Grunde mehr oder weniger subtil Werbung für eine andere Auffassung und Relativierung des Ganzen betreibt. <img src='http://www.dreisechzig.net/wp/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: daniel c w</title>
		<link>http://www.dreisechzig.net/wp/archives/1455#comment-16885</link>
		<dc:creator>daniel c w</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Oct 2008 08:50:17 +0000</pubDate>
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		<description>Inwiefern spielt das Gewissen bei Fernsehserien oder bei Dexter eine Rolle?

Dexters taten werden nciht unbedingt sympatisch dargestellt.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Inwiefern spielt das Gewissen bei Fernsehserien oder bei Dexter eine Rolle?</p>
<p>Dexters taten werden nciht unbedingt sympatisch dargestellt.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Boris Schneider-Johne</title>
		<link>http://www.dreisechzig.net/wp/archives/1455#comment-16884</link>
		<dc:creator>Boris Schneider-Johne</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 Oct 2008 07:24:35 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.dreisechzig.net/wp/archives/1455#comment-16884</guid>
		<description>Schöne Kommentare zu Dexter, danke für die Durchhalteparolen. Aber: Wenn in der zweiten Episode Dexter einen Alkoholiker der im Suff einen Jungen überfahren hat, aber im Gericht nochmal davonkommt, zerlegt, dann finde ich das saugefährlich - denn viele Menschen würden sich sagen &quot;Ja, der hat das verdient.&quot;
Fakt ist aber, daß _kein_ Mensch verdient hat, auf einem Tisch mit Plastikfolie gefesselt von Dexter &quot;bearbeitet&quot; zu werden. Ende.
Selbst wenn die Serie ein paar Folgen später hier eine Kurve kriegen sollte, bin ich entsetzt, wie &quot;gut&quot; der &quot;Mindfuck&quot; hier funktioniert, wie man durch coole Sprüche, einen interessanten Charakter und schöne Kameraführung das Gewissen des Zuschauers so total ausschalten kann.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Schöne Kommentare zu Dexter, danke für die Durchhalteparolen. Aber: Wenn in der zweiten Episode Dexter einen Alkoholiker der im Suff einen Jungen überfahren hat, aber im Gericht nochmal davonkommt, zerlegt, dann finde ich das saugefährlich &#8211; denn viele Menschen würden sich sagen &#8220;Ja, der hat das verdient.&#8221;<br />
Fakt ist aber, daß _kein_ Mensch verdient hat, auf einem Tisch mit Plastikfolie gefesselt von Dexter &#8220;bearbeitet&#8221; zu werden. Ende.<br />
Selbst wenn die Serie ein paar Folgen später hier eine Kurve kriegen sollte, bin ich entsetzt, wie &#8220;gut&#8221; der &#8220;Mindfuck&#8221; hier funktioniert, wie man durch coole Sprüche, einen interessanten Charakter und schöne Kameraführung das Gewissen des Zuschauers so total ausschalten kann.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: TimK</title>
		<link>http://www.dreisechzig.net/wp/archives/1455#comment-16882</link>
		<dc:creator>TimK</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Oct 2008 23:19:02 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.dreisechzig.net/wp/archives/1455#comment-16882</guid>
		<description>Und noch zu den Kommentaren: Hanekes &quot;Funny Games&quot; ist keine Kunst, es ist billige Exploitation und unterscheidet sich von Ittenbach- und Schnaas-Unfug nur durch ein weitaus höheres Budget und einem übersteigerten Selbstbewusstsein. Realistischer, höher, weiter, aber im Endeffekt doch nur mieseste &quot;House on the Left&quot;-Gewalthudelei. Er erklärt nichts, stellt nur dar und ist am Ende lediglich ein aufwendig gefilmter Mindfuck. Dass das fälschlich für Kunst gehalten wird liegt vor allem daran, dass man da wirklich alles auf der Welt reininterpretieren kann. 

Da ist Dexter anders. Der Stoff entwickelt sich, es ist eben GENAU NICHT &quot;Heiter weiter&quot;, - zugegebenermaßen entwickelt sich das erst nach ein paar Folgen - oder einfach die Verkehrung von CSI ins Gegenteil. Es wird da genug (natürlich, arg klischeehaft, aber mein Gott, es ist eine US-Fernsehserie) Stoff eingearbeitet, um sich ein recht dfferenziertes Bild der ganzen Geschichte machen zu können. Und, das finde ich am besten, die Serie legt sich sogar fest, wie sie interpretiert werden möchte. 

Nchmal, Dexter hat auch viele Schwächen. Mir geht es bis heute tierisch auf die Nüsse, wie gut sich der Hauptdarsteller gefällt, aber es ist natürlich auch ganz reizvoll, Dexter nicht zu offensichtlich als vollkommen gebrochenen Menschen darzustellen. Was er, da wird kein Zweifel gelassen, ist. Aber im Gegensatz zu Funny Games hält hier nicht einfach die Kamera auf einen Soziopathen, sondern es entwickelt sich da eine fein gesponnene kleine Geschichte. Es ist einen zweiten Blick wert, vielleicht sollte man einfach auch erst mit der zweiten Staffel einsteigen, besonders viel Vorwissen braucht man eigentlich nicht.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Und noch zu den Kommentaren: Hanekes &#8220;Funny Games&#8221; ist keine Kunst, es ist billige Exploitation und unterscheidet sich von Ittenbach- und Schnaas-Unfug nur durch ein weitaus höheres Budget und einem übersteigerten Selbstbewusstsein. Realistischer, höher, weiter, aber im Endeffekt doch nur mieseste &#8220;House on the Left&#8221;-Gewalthudelei. Er erklärt nichts, stellt nur dar und ist am Ende lediglich ein aufwendig gefilmter Mindfuck. Dass das fälschlich für Kunst gehalten wird liegt vor allem daran, dass man da wirklich alles auf der Welt reininterpretieren kann. </p>
<p>Da ist Dexter anders. Der Stoff entwickelt sich, es ist eben GENAU NICHT &#8220;Heiter weiter&#8221;, &#8211; zugegebenermaßen entwickelt sich das erst nach ein paar Folgen &#8211; oder einfach die Verkehrung von CSI ins Gegenteil. Es wird da genug (natürlich, arg klischeehaft, aber mein Gott, es ist eine US-Fernsehserie) Stoff eingearbeitet, um sich ein recht dfferenziertes Bild der ganzen Geschichte machen zu können. Und, das finde ich am besten, die Serie legt sich sogar fest, wie sie interpretiert werden möchte. </p>
<p>Nchmal, Dexter hat auch viele Schwächen. Mir geht es bis heute tierisch auf die Nüsse, wie gut sich der Hauptdarsteller gefällt, aber es ist natürlich auch ganz reizvoll, Dexter nicht zu offensichtlich als vollkommen gebrochenen Menschen darzustellen. Was er, da wird kein Zweifel gelassen, ist. Aber im Gegensatz zu Funny Games hält hier nicht einfach die Kamera auf einen Soziopathen, sondern es entwickelt sich da eine fein gesponnene kleine Geschichte. Es ist einen zweiten Blick wert, vielleicht sollte man einfach auch erst mit der zweiten Staffel einsteigen, besonders viel Vorwissen braucht man eigentlich nicht.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: TimK</title>
		<link>http://www.dreisechzig.net/wp/archives/1455#comment-16881</link>
		<dc:creator>TimK</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 23 Oct 2008 23:08:28 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.dreisechzig.net/wp/archives/1455#comment-16881</guid>
		<description>Hätte man als Meinung so sicher unter einen Charles Bronson-Film schreiben können, aber bei Dexter trifft es den Kern nicht. Es geht ja gerade um die Auseinandersetzung mit der Selbstjustizfrage, und Dexter kommt eigentlich nie . Der Kontext ist - wieder im Gegensatz zu Charles Bronson - hier aber so ausdifferenziert, dass man eigentlich nicht den Eindruck haben kann, hier würde Selbstjustiz als valide Lösung dargestellt. Die Serie verherrlicht nicht, sie kommentiert vielleicht ein bißchen wenig und überlässt es etwas zu sehr dem Zuschauer, die Dexter-Perspektive (der ja nun eben auch der Erzähler ist) von außen zu betrachten und dabei alles andere als etwas erstrebenswertes zu sehen. Deine Kurzkritik könnte man so unter quasi jede Beschäftigung mit dem Thema Selbstjustiz schreiben. Sollen da an jeder Stelle &quot;Kinder, so gehts natürlich nicht!&quot;-Einblendungen gemacht werden? In der zweiten Staffel wird das eigentlich ziemlich gut gemacht, gerade aus der moralischen Ambivalenz zieht die Serie ja ihren Reiz. Wären das alles abgeschlossene Einzelfolgen im Stil der unsagbar drögen CSI-Heuler, dann wäre deine Kritik zutreffend. Allerdings trifft zumindest auf der moralischen eben das Gegenteil zu, es ist eine hochinteressante Gratwanderung, die überhaupt nichts mit dem 80er-Bronson-Schmonz zu tun hat, den du sicherlich im Kopf hast.

Dass die erste Staffel recht jämmerlich geschrieben ist und man so ab der Hälfte recht genau ahnen kann, wo der Hase lang läuft, das ist ein Problem. Das Setting ist keins, es sieht nur so aus. Und die zweite Staffel ist sogar fast ohne Einschränkungen empfehlenswert - ob man sich dafür wirklich durch die erste Staffel quälen muss, wenn man noch dazu seine Moralvorstellungen seit den 80ern nicht mehr nenneswert verfeinert hat, ich weiß es nicht. Wohl eher nicht.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hätte man als Meinung so sicher unter einen Charles Bronson-Film schreiben können, aber bei Dexter trifft es den Kern nicht. Es geht ja gerade um die Auseinandersetzung mit der Selbstjustizfrage, und Dexter kommt eigentlich nie . Der Kontext ist &#8211; wieder im Gegensatz zu Charles Bronson &#8211; hier aber so ausdifferenziert, dass man eigentlich nicht den Eindruck haben kann, hier würde Selbstjustiz als valide Lösung dargestellt. Die Serie verherrlicht nicht, sie kommentiert vielleicht ein bißchen wenig und überlässt es etwas zu sehr dem Zuschauer, die Dexter-Perspektive (der ja nun eben auch der Erzähler ist) von außen zu betrachten und dabei alles andere als etwas erstrebenswertes zu sehen. Deine Kurzkritik könnte man so unter quasi jede Beschäftigung mit dem Thema Selbstjustiz schreiben. Sollen da an jeder Stelle &#8220;Kinder, so gehts natürlich nicht!&#8221;-Einblendungen gemacht werden? In der zweiten Staffel wird das eigentlich ziemlich gut gemacht, gerade aus der moralischen Ambivalenz zieht die Serie ja ihren Reiz. Wären das alles abgeschlossene Einzelfolgen im Stil der unsagbar drögen CSI-Heuler, dann wäre deine Kritik zutreffend. Allerdings trifft zumindest auf der moralischen eben das Gegenteil zu, es ist eine hochinteressante Gratwanderung, die überhaupt nichts mit dem 80er-Bronson-Schmonz zu tun hat, den du sicherlich im Kopf hast.</p>
<p>Dass die erste Staffel recht jämmerlich geschrieben ist und man so ab der Hälfte recht genau ahnen kann, wo der Hase lang läuft, das ist ein Problem. Das Setting ist keins, es sieht nur so aus. Und die zweite Staffel ist sogar fast ohne Einschränkungen empfehlenswert &#8211; ob man sich dafür wirklich durch die erste Staffel quälen muss, wenn man noch dazu seine Moralvorstellungen seit den 80ern nicht mehr nenneswert verfeinert hat, ich weiß es nicht. Wohl eher nicht.</p>
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	<item>
		<title>Von: PatTheMav</title>
		<link>http://www.dreisechzig.net/wp/archives/1455#comment-16873</link>
		<dc:creator>PatTheMav</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 22 Oct 2008 22:30:40 +0000</pubDate>
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		<description>Ich kann hier an dieser Stelle auch nur noch Unterstreichen, was zuvor schon gesagt wurde:

1. Dexter (wie auch Entourage, Californication und Co) nur im Original anschauen - die Synchro ist verfälschend was Sinn, Ton und Stimmung betrifft.
2. Weiterschauen - die Charaktere und die Story entwickeln sich über die bisherigen 2 Staffeln und die dritte Staffel ging schon einmal gut los (was tut Dexter, wenn er einmal jemanden &quot;aus versehen&quot; tötet, der nicht schuldig bzw ein &quot;Monster&quot; ist?).
3. Dexter nicht nur als Täter sondern auch als Opfer bzw. wirklich kranke Person begreifen - Opfer seines Ziehvaters, des Codes, des Zwangs seinen Vater stolz machen zu müssen (ein Zwang, den auch seine Schwester nicht unerheblich auszeichnet), nicht umsonst begibt er sich in Suchtbehandlung
4. Selbstreflexion, inwieweit man Dexters taten versteht/befürwortet/nachvollziehen kann

Alles in allem keine Serie für Kids, deshalb auch bei Showtime (nicht bei HBO) in Amerika zu sehen im Abendprogramm.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich kann hier an dieser Stelle auch nur noch Unterstreichen, was zuvor schon gesagt wurde:</p>
<p>1. Dexter (wie auch Entourage, Californication und Co) nur im Original anschauen &#8211; die Synchro ist verfälschend was Sinn, Ton und Stimmung betrifft.<br />
2. Weiterschauen &#8211; die Charaktere und die Story entwickeln sich über die bisherigen 2 Staffeln und die dritte Staffel ging schon einmal gut los (was tut Dexter, wenn er einmal jemanden &#8220;aus versehen&#8221; tötet, der nicht schuldig bzw ein &#8220;Monster&#8221; ist?).<br />
3. Dexter nicht nur als Täter sondern auch als Opfer bzw. wirklich kranke Person begreifen &#8211; Opfer seines Ziehvaters, des Codes, des Zwangs seinen Vater stolz machen zu müssen (ein Zwang, den auch seine Schwester nicht unerheblich auszeichnet), nicht umsonst begibt er sich in Suchtbehandlung<br />
4. Selbstreflexion, inwieweit man Dexters taten versteht/befürwortet/nachvollziehen kann</p>
<p>Alles in allem keine Serie für Kids, deshalb auch bei Showtime (nicht bei HBO) in Amerika zu sehen im Abendprogramm.</p>
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