Ein Quantum Film

Von Boris, Do, 13. Nov 2008 11:58

Lange nix mehr über Filme geschrieben, dabei hab ich doch Meinungen zu Dark Night, Tropic Thunder und anderen Filmen des Sommers. Aber jetzt muß ich schnell noch was loswerden zu der 007-Spätvorstellung die ich mir gestern noch gegeben habe. Das Quantum Trost ist zwar nicht wirklich grottig, aber trotzdem ein absolut schaler Actionstreifen ohne Seele und ohne guten Regisseur oder Cutter. Die Actionszenen sind alles dröge Verfolgungsjagden, die Neues nur zeigen, wenn man es mit einem bisher technisch nicht möglichen Spezialeffekt (Kamerafahrt hinter dem durch ein Glasdach stürzenden Bond) machen konnte. Bond läuft über Dächer, Hotels und zum Schluß durch ein absurdes menschenleeres High-Tech-Hotel in der Wüste. Die Action ist auf Kameraeinstellungen und “cooler Look” optimiert, macht aber teilweise keinen Sinn. Es ist unmöglich, in der Gerüst-Szene in Siena zu kapieren, wer nun warum wo ist. Sie will verzweifelt eine toll konstruierte Szene sein, die hoffnungslos versagt. Selten hat mich eine Autoverfolgungsjagd so kalt gelassen wie die ersten zehn Minuten. Es gibt in den Actionszenen nicht eine Einstellung, die dem Zuschauer mal einen Überblick verschafft, sondern nur die ständigen 0,3-Sekunden-Schnitte wie in den Bourne Filmen, nur eben nicht so gut wie in den Bourne-Filmen. Und bitte erklär mir einer, warum am Ende irgendwas wirklich aufgeklärt sein sollte? Greene war doch nicht der Kopf der Organisation sondern auch nur ein weiterer Handlanger so wie White (der ja immer noch lebt). Ist im nächsten Film ein Mr. Blue dran? Und dieses leere High-Tech-Hotel mit Explosiv-Stoffen auf jeder Etage macht mich wirklich fertig. Was für ein Setting sollte das sein? Das toppt Venedig als “blödsinnigstes Finale eines Bond-Films” problemlos.

45 Antworten für “Ein Quantum Film”

  1. Dooode sagt:

    wer braucht schon mr. bond wenn in wenigen tagen NXE erscheint? :D

  2. wut sagt:

    Also wieder action zum einschlafen wie in stirb langsam 4.0, dann kann ich mir den gang ins kino wohl sparen.

  3. phoque sagt:

    Mir hat der Film eigentlich sehr gut gefallen…

    Dass Greene nur ein Handlanger war und James Bond nicht in einem Film eine ganze Organisation vernichten konnte, ist nunmal der Plot-Stil der neuen James Bond Filme. Der nächste Teil wird vermutlich dort weitergehen, wo Ein Quantum Trost aufgehört hat.

    Das finde ich sehr viel besser als die bisherigen Filme mit ihren “ich übernehme mt meinem Super-Laser mal ganz alleine die Weltherrschaft”-Bösewichten, die dann jedes mal innerhalb von zwei Stunden vernichtet werden.

    Und wenn man “Lets make money” und den darin beschriebenen unglaublichen Immobilienboom an Spaniens Küsten gesehen hat, trifft das unbewohnte Hightech-Wüsten-Hotel eigentlich ziemlich gut den Zahn der Zeit.

  4. skull77 sagt:

    Ich muss dir absolut zustimmen. Dieses Gewackel mit der Kamera macht einfach keinen Spaß!! Es ließ sich zu kaum einem Zeitpunkt nachvollziehen, was gerade genau passiert ist. Man hätte den Hauptdarsteller die meiste Zeit auch mal durch jemand anderen ersetzen können. Es wäre keinem aufgefallen. Das Hotel fand ich auch reichlich albern. Hätte es wenigstens irgendwie echt gewirkt…

  5. tomat360 sagt:

    … na da bin ich aber beruhigt, dass ich den Film nicht als einziger schrecklich fand…

  6. Winkeladvokat sagt:

    Hm, soll ich mir überhaupt die Mühe machen zu widersprechen? Oder reicht der Hinweis darauf, dass nach Boris’ Ansicht “Live Free or Die Hard” ein toller und “Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull” sogar ein Film ist, an dem irgendeine Form von Kritik zu üben Ausdruck mangelnder Intelligenz ist?

    Nun ja, rein vorsorglich: In einem durchaus wesentlichen Punkt stimme ich zu: die Inszenierung der Actionszenen ist unterirdisch. Tatsächlich wäre das Grundgerüst vieler Szenen, insbesondere der einleitenden Verfolgungsjagd, überaus spektakulär – wenn man als Zuschauer aber mit Bildern abgespeist wird, die sich im Sekundenbruchteil abwechseln und jedes Gefühl für räumliche Zuordnung und Abläufe im Keim ersticken, dann muss man Regisseur und Cutter das Talent, Action zu inszenieren, wohl einfach absprechen. Dies wird umso deutlicher, als ein erklecklicher Teil des ersten Aktes nahezu eine 1:1-Kopie entsprechender Szenen aus “The Bourne Ultimatum” ist. Dort hingegen verstand man es, die (schnellen) Schnitte so zu setzen und die Kameraeinstellungen so zu wählen, dass ein stimmiges Gesamtbild entstand.

    Die große Ausnahme ist der Showdown, der wirklich fabelhaft in Szene gesetzt wurde. Gleiches gilt generell für jede einzelne Einstellung des Films jenseits der Actionszenen. Marc Forster ist ein extrem architektonisch denkender Mensch, geradezu ein Pedant beim Arrangement der Bilder – und das Resultat ist nicht nur der visuell interessanteste sondern generell ein cineastisch ambitionierter Bond – the thinking man’s action movie wenn man so will.

    Geradezu einzigartig ist die Konsequenz mit der “Quantum of Solace” den Zuschauer nicht nur ernst nimmt sondern geradezu fordert – ein Novum von dem man, wie ich fürchte, wieder abrücken wird, schließlich will der Durchschnittszuschauer an der Hand genommen werden. So dürften denn auch vergleichsweise wenige Blockbuster der letzten Jahre ähnlich viel Kopfschütteln im Publikum verursacht haben wie dieser “Bond”. Allerdings ist das kein Fehler des Films, der bewusst eine Antitugend vermeidet, anhand derer sich Polemiker gerne auf das cineastische Feindbild Hollywood einschießen: Hier werden die Zusammenhänge eben nicht gebetsmühlenartig wiederholt, bis sie auch der Letzte im Saal verstanden hat. Entsprechend könnten einem die Haare zu Berge stehen, angesichts der inhaltlichen Fragen, die in diversen Foren gestellt werden…

    So, bis hierher war nun alles Spoiler-frei, bevor ich in medias res gehe nur die klare Ansage: “Quantum of Solace” ist eine Rarität. Ein Film, der sich Schwächen in einem ganz wesentlichen Aspekt (der Action) erlaubt – und unter dem Strich doch hervorragend ist. Unbedingt ansehen, unbedingt aufmerksam sein – und unbedingt direkt davor “Casino Royale” (noch einmal) genießen.

    Ab hier massive Spoiler!

    “Und bitte erklär mir einer, warum am Ende irgendwas wirklich aufgeklärt sein sollte?”

    Nun, das mache ich doch gerne, Herr Schneider. Die Antwort ist simpel: Es geht in “Quantum of Solace” nicht im Mindesten darum, die Geschichte um “Quantum” zu einem Ende zu führen – tatsächlich stellt der Film selbst die Erreichbarkeit eines solchen Ziels klar in Frage. Bond operiert nicht länger in jenem simplen (und stupiden) Umfeld, in dem es gilt, pro Abenteuer eine isolierte Bedrohung auszuschalten. Die Grenzen zwischen gut und böse, schwarz und weiß sind verwischt, die Fronten unklar. Was Sie abgeschlossen sehen wollen, ist lediglich das Umfeld innerhalb dessen die Evolution einer Figur geschildert wird. “Quantum of Solace” ist ein Requiem auf Vesper, die Geschichte der Suche nach dem Schuldigen und vor allem die Geschichte der Person James Bond. Jene “Aufklärung” nach der es Ihnen im Sinne eines bequemen Schlusses verlangt, ist eben jenes “Quantum Trost”, das dem Titelhelden zuteil wird und das ihn am Schluss zu einer Handlung (oder besser deren Unterlassung) befähigt, mit der eine Evolutionsstufe erreicht, ein Kapitel abgeschlossen wird.

    Bond war nie primär auf der Suche nach dem Kopf von “Quantum”. Was dieser Film schildert ist ein persönlicher Rachefeldzug, die Suche nach jener Person, die Vesper dazu verleitete, ihn zu verraten. Das – und nichts anderes – ist die Story. Und diese wird abgeschlossen. Nicht mit einem “Yippie-Kay-Yeah” und einer Schießerei, wie es Ihrem Filmgeschmack wohl eher entsprochen hätte, sondern mit einem Abschied. Einem Loslassen. Dieser Film hat mehr Seele als alle Bond-Streifen in der Prä-Craig-Ära bislang zusammen. Man muss nur in der Lage sein, sie zu erkennen.

    Von “Dark Night” habe ich übrigens noch gar nichts gehört – ist das das Sequel zu “Bright Day” ? ;-) Aber schon mal vorsorglich: “Dark Knight” ist auch nicht Ihres, richtig?

  7. Melvin sagt:

    Danke, du sprichst mir aus der Seele.
    Ich habe mir den Film am Samstag in der 23 Uhr Vorstellung angesehen.
    Nach der Eröffnungsszene habe ich an meiner Aufnahmefähigkeit gezweifelt.
    Nach den Schüssen in der Menschenmenge fragte mein Kumpel “Wer schiesst gerade? Das ist doch alles viel zu schnell.” und ich war erleichtert.

    Die Story war auch irgendwie ….. grottig!

    Ich bin sogar 2x während des Films eingenickt, da mich der Film nicht fesseln konnte. Wirklich traurig nach dem, in meinen Augen, sehr gelungenem Casino Royal.

  8. mindVex sagt:

    Die angesprochenen 0,3-Sekunden-Schnitte gehen mir schon seit längerem auf den Keks. Auch im ansonsten tollen Batman-Film hat mich das enorm gestört. Bis das Auge sich im Bild orientiert hat, ist man schon wieder in der nächsten Szene. Die Folge: Man erkennt nicht, was da gerade überhaupt passiert.

    Fraglich nur, wieso dieses Stilmittel in den letzten Jahren so übermäßig strapaziert wird. Liegt es daran, dass die Actionszenen sonst zu langweilig daherkämen? Kann man durch die schnellen Schnitte dafür sorgen, dass der Zuschauer einige Dinge nicht bemerkt, die ansonsten schlecht gemacht erschienen?

  9. dgschrei sagt:

    Nu gut, gesehen hab ich den Streifen noch nicht, deshalb sollt ich mir Kritik wahrscheinlich verkneifen, aber ich muss ganz klar sagen dass ich nach dem letzten film nichts anderes erwartet habe.
    Allein schon die blödsinnige Idee den Reset-Knopf beim Bond Universum zu betätigen und damit dafür zu sorgen dass Bonds Karriere erst im neuen Jahrtausend beginnt ist ja schon eine Frechheit und tritt die einmaligen Leistungen, die Schauspieler wie Sean Connery, Roger Moore und Pierce Brosnan gebracht haben mit Füßen.
    Auch kann ich nicht wirklich behaupten, dass der “neue” Bond aus Casino Royale noch viel mit der Idee eines britischen Edel-Spions gemeinsam hat. Vielmehr verhält sich Bond nun wie eine Mischung aus Ethan Hunt und John McClane.
    Für mich waren die Brosnan Filme die perfekte Symbiose aus modernem Film und den Ideen die Ian Fleming für den Charakter hatte.
    Aber gut dass ich jetzt hier schon mal eine ehrlich und unbezahlte Kritik zu lesen bekomme, denn so kann ich mir ein erneutes mehrstündiges Herumtrampeln auf einem meiner Lieblingscharaktere ersparen.

  10. scarab360 sagt:

    Das erklärt vieles, denn in den ersten 10 Minuten des Spiels zum Film kam ich mir genauso vor und habe noch gedacht “Hey,wiedermal seit langem eine Versoftung eines Bond Films,die nicht mehr als ein fader Shooter ist”Da hatte EA seine Hausaufgaben besser gemacht mit den vorherigen beiden Bond Games.
    Nun gut, da sich das Spiel aber scheinbar an die Qualität des Films anschliesst, passen diesmal wenigstens versoftung und filmisches pendant in eine Schublade. -.-

  11. hdgamer sagt:

    Danke – a) für Dark Night ( immer wieder lustig, einer der häufigsten Vertipper ) b) zu viel Infos ( und ich lese noch locker drauf los weil du einen Beitrag vorher schreibst, dass du Spoiler hasst und hier legst du mal eben offen wer was überlebt … arghhh ).

  12. Starkiller sagt:

    Ich hab den Film gestern Abend gesehen, wirklich furchtbar. Als Actionfilm würde ich ihn als Mittelmäßig einstufen, aber richtig übel nehm ich es das es einfach kein Bond-Film war.

  13. Montym sagt:

    Fandest du den Batman schlecht wie die “N”ight oder wars ein Tipfehler?

  14. Stefan sagt:

    100% Agree. Ich dachte schon ich bin der einzige, der das so sieht. Danke für’s Finden von Worten.

  15. leppi92 sagt:

    Meiner Meinung nach machen 0,3-Sekunden-Schnitte und eine schlechte Handlung einfach keinen “echten” Bond aus. Die zum teil verwirrenden Action Szenen ohne Überblick machen das Anschauen des Films nicht gerade zur Entspannung. Leider wurden auch die typischen Bond Sätze “Mein Name ist Bond, James Bond” und “Wodka Martini, geschüttelt nicht gerührt” weggelassen. Hoffentlich lassen sie sich bei dem nächsten Film mehr Zeit das er wieder besser wird.

  16. mnemo sagt:

    “Dark Night”? *g*

    Beim Bond stimme ich zu, genau denselben Eindruck hatte ich auch. Man sah dem Hotel gleich an, dass es zum Hochjagen in die Wüste gesetzt wurde, dass man nicht weiß wer nun wer ist bei der Gerüstszene ging mir genauso. Daniel Craig ist ein cooler Bond, aber die Filme sind nur noch Standardactionkost.

  17. OthelloCTR sagt:

    Dark Night = Dark Knight ??? ;)

  18. fuxx1.0 sagt:

    Ich habe mir den neuen Bond vorgestern auch angesehen und stimme dir in allen Punkten zu. Vor allem diese Unsitte, Actionszenen viel zu schnell zu schneiden, mit wackeliger Kamera und viel zu nah zu filmen nervt mich. Man erkennt überhaupt nichts mehr, das war bei Casino Royale erheblich besser gemacht. Die Story in ein Quantum Trost fand’ ich auch sehr dünn. Das war leider nix. :(

  19. SUFFEL77 sagt:

    Als eingefleischter Bond Liebhaber ( nicht im körperlichen Sinne ;) werde ich den Film auf jeden Fall im Kino ansehen. Allerdings haben mir gewisse Bondreduktionen schon im vorraus die Laune verdorben.
    Mann kann ja gerne bei der Filmproduktion mit der Zeit gehen wie das der Regisseur angemerkt hat, das ändert aber bitte schön nichts an der Tatsache wie ein Martini zu sein hat. Zu dem fehlt dem neuen Bond einfach der gewisse Charme. Töten mit Herz….
    Er ist mir auf jeden Fall zu abgebrüht, zu kalt. Auch fehlen mir die Gimmicks.
    Schon erschrekend aber dass man mit dem Wissen in einen Film geht dass einem der Film nicht gefallen wird….

  20. Dark Night war ein Tippfehler. Sorry.

    Stirb Langsam 4.0 und Indiana Jones waren absichtlich und mit Ironie Over-The-Top Actionfilme. Ein Quantum Trost nimmt sich bis zur Selbstverweigerung Ernst.

    Vor dem Hauptfilm lief eine Vorschau auf Twykers “The International”, der im Nachhinein wie eine bessere Version von Quantum wirkt.

    Und ehrlich, ich hab nix gespoilert. Das White überlebt hat nichts mit dem Schluß des Films zu tun.

    Es hat mir allerdings durchaus gefallen, daß im Bond nicht jedes Detail verzweifelt erklärt wird. Wobei die Nummer mit den Banknoten, wenn man sie durchdenkt, gar keinen Sinn macht. Wieso hatte Mitchell diese Banknote? Ein klassischer McGuffin, nur um die Handlung an den nächsten Ort zu kicken – nur mach ich dann nicht optisch eine coole Sequenz draus.

  21. Oh, und ein gutes Beispiel für einen Actionfilm bei dem die Action blöde ist, aber der Rest vom Film mir unerwartet gut gefallen hat, ist der erste Spider-Man Film. 2 und 3 haben für mich nicht mehr so gut funktioniert.

  22. BleedingGuitar sagt:

    Ich würde noch weiter gehen und dieses Desaster von einem Film als einen der schlechtesten der letzten Jahre bezeichnen. Selbst B-Produktionen haben in der Regel eine bessere Regie (weil wenigstens klassisch-einfallslos) als dieses pseudo-coole Wackelkamera-Chaos. Als unterdurchschnittlicher Action-Blockbuster geht der Film gerade noch so durch, aber als Bond ist er einfach eine Katastrophe, die ihre Auswirkungen auch auf die restliche Filmwelt (zumindest in Hollywood) haben wird. Wenn man mit diesem Mist so viele positive Kritiken sammeln kann, ist das Qualitäts- und Arthouse-Kino, in Hollywood ohnehin ein Stiefkind, endgültig in seiner Existenz bedroht.
    PS: Casino Royale war hingegen ein wirklich guter Film und Daniel Craig ist ein wirklich guter, moderner Bond.

  23. retronaut sagt:

    danke … treffender hätte ich es auch nicht beschreiben können. hatte große erwartungen an den Bond 22…

    …naja, gewiss ist eines: James Bond Will Return ;)

  24. Samco sagt:

    Ich denke mal das mit Hilfe des Hotels “Product-Placement um drei Ecken” gemacht wurde. Es gab doch diesen komischen Dialog über Brennstoffzellen wo ein Bösewicht bei der Vertragsverhandlung die Geräusche angesprochen hat. Sein Gegenspieler meinte doch das sich das Gefährlich anhört…

    Da wurden bestimmt Gelder der Holzpellet Unternehmen empfangen :-)

  25. ChiefJudy sagt:

    Wenn ich in der Spätvorstellung nicht so furchtbar mit dem schlaf zu kämpfen gehsbt hätte, könnte ich vielleicht auch was Intelligentes dazu schreiben. Das was ich gesehen habe hat mir gefallen – aber ich muß definitiv nochmal ;) .

  26. Winkeladvokat sagt:

    “Vor dem Hauptfilm lief eine Vorschau auf Twykers “The International”, der im Nachhinein wie eine bessere Version von Quantum wirkt.”

    Der gute Mann heißt Tykwer. Und “The International” lässt sich auch meiner Meinung nach gut an, auch wenn ich nicht so weit gehen würde, einen Trailer (bzw. in meinem Fall 5-10 Minuten) und einen kompletten Film zu vergleichen. Und Ironie halte ich in beiden genannten Fällen für einen Euphemismus. “Idiotie” träfe es in meinen Augen besser. Aber sei’s drum.

    Nochmal ganz kurz zurück zu “Quantum of Solace”: Kein “Bond”-Film zu sein, kann man dem Film möglicherweise sogar vorwerfen, wenn man die Marke “Bond” an zwei (!) immergleichen Zitaten und der Verwendung immer abstruserer Gadgets festmacht. Aber ehrlich gesgat: Wozu überhaupt noch einen neuen Bond, wenn man ohnehin immer nur das selbe sehen will? Und ist “Quantum of Solace” als Film schlechter, weil er mit vermeintlichen Regeln einer Serie bricht? Wird ein Film deshalb besser, weil der Titelfigur drei Sekunden eingeräumt werden, in denen sie “Bond. James Bond” nuscheln darf? Ich persönlich finde, der Bruch mit dem Angestaubten macht ihn nur besser. Zumal man ja ohnehin sagen muss, dass den Traditionsfanatikern (und nicht nur ihnen) ein paar sehr schöne filmische Knochen hingeworfen werden – an die Stelle des mittlerweile nicht mehr erträglichen “shaken, not stirred” tritt das Rezept, die wenigen comic reliefs funktionieren ob ihrer Dosiertheit umso besser (“…and we just won the lottery”) und Gold gegen Öl zu tauschen mag auf den ersten Blick als profane Idee erscheinen – aber dieses Bild fängt auf wunderbare, wenn auch etwas zu offensichtliche Weise ein, in welcher Welt man sich nun bewegt: einer schmutzigen.

    Bond wurde mit Craig nicht nur erwachsen, sondern geradezu politisch – und das mit einer Agenda, die Ihnen ja geradezu auf den Leib geschneidert sein müsste.

  27. hdgamer sagt:

    Achso – ich hab nur W überlebt gelesen und an dem Punkt sofort ausgeblendet, hört sich arghh nach Spoilern an – kann ich natürlich überhaupt nicht beurteilen ohne den Film gesehen zu haben. Dann kann ich ja jetzt auch beruhigt den Rest lesen. ;-)

  28. CED RadBAD BOY sagt:

    Dann weis ich ja, was ich mir demnächst nicht im Kino anschaun werde ;) .
    Bin zwar auch kein Bond-Fan oder Bond-Freund, aber das Spiel (welches mich als nicht Bond-Fan oder Bond-Freund überrascht hatte) hat mir die Überlegung beschert ob ich nicht doch mal ins Kino ziehe und mir dort (am besten in der 1. Reihe) den Hals verrenke um alles mit zu kriegen…
    Naja dann werde ich wohl erst wieder bei Bad Boys 3 oder Beverly Hills Cop 4 ins Kino pilgern ;) . Die restlichen Filme saug ich mir dann mal bei Lust und Laune vom Marktplatz der NXE (das Teil wird geil)…^^

  29. Bill Gates sagt:

    “Ein Quantum Trost” fand ich auch kameratechnisch äußerst mieserabel. Machen die keine Testvorführungen mehr?

  30. FightDog 85 sagt:

    Hab den Film zwar auch nicht gesehen, wenn er aber wirklich so schlecht ist, dann passt er ja zum Spiel. Das hab ich durchgezockt und war davon nicht so begeistert.

  31. Die Loesung ist einfach: Keine Daniel Craig ‘Bond Filme’ ansehen! Denn: Daniel Craig != James Bond!

  32. derKlaus sagt:

    Okay, nachdem jetzt wirklich jeder, der halbwegs mit meinem Filmgeschmack auf einer Wellenlänge liegt, von dem Film enttäuscht war werd ich mir das Geld sparen und dann doch eher noch gucken, wo “Burn After Reading” noch läuft, über den hab ich nur gutes gehört.

    Das mit Indy 4 und Stirb Langsam 4.0 stimmt: Überzeichnete Action und die Filme nehmen sich selbst nicht für voll (Wobei bei Indy 4 am Schluß weniger mehr gewesen wäre). Was die Spiderman Filme betrifft würde ich das nochmal anders sehen: Das sind Comicverfilmungen. Und wie bei X-Men fand ich Teil eins und zwei gelungen und Teil drei vollends daneben.

  33. ikaruga sagt:

    Der neue Bond ist im Vergleich zu Casino Royale eine Enttäuschung. Die Story ist dünn, die Action lausig inszeniert. Mit zwei Ausnahmen: Die Titel- und die Opernszene. Auch weil sie eigenwillig sind.

    Tiefgründig ist hier wenig. Allerdings wird Bond das erste Mal in seiner Geschichte mit den Folgen seiner Taten konfrontiert. Stichwort Öl.

    Olga Kurylenko ist einfach nur hübsch, aber sie ist keine Schauspielerin. Vielleicht eines der größten Probleme des Films. Man merkt ja, dass sie eine Geschichte hat und das darin Potenzial steckt, doch das Drehbuch und dieses Model vergeuden es.

    Natürlich wird hier nichts endgültig geklärt. Das ist eine Trilogie. Ob Bond am Ende wirklich etwas gelernt hat, wage ich zu bezweifeln. Tatsächlich ist er der einzige, der am Ende mehr weiß als M und das könnte der Auftakt zum finalen Rachefeldzug sein. Fortsetzung folgt.

  34. gunatm sagt:

    Der neue Bond ist tatsächlich großartig, und ich muß mich in weiten Teilen der Argumentation von Winkeladvokat anschließen. Ich sehen den Film allerdings als Zweiteiler, weil er allein nicht stehen kann. Der neue James Bond geht für mich absolut in die richtige Richtung ohne Bourne explizit zu Kopieren.

    Die Hard 4.0 hat bei mir auch nicht funktioniert. Die Ironie sehe ich nicht. Dafür hat mir die Empfehlung von Hot Fuzz gut gefallen. Meine Mama sagt immer, daß man sich eine eigene Meinung bilden soll.

  35. sonnendeck sagt:

    Endlich Boris in höchst Form ;-) , das mag ich an dem Blog, wobei gerade diese Betrachtung des Boris Leben an sich in letzter Zeit zu kurz gekommen ist, kann man sich jetzt um so mehr freuen. Mit dem Film gebe ich dir recht und die Filmschaffenden sind bestimmt begeistert das du nicht Filmkritiker geworden bist sondern bei microsoft gelandet bist *GGG*

  36. Bill Gates sagt:

    @PowerPlayNostalgiker:
    Ich halte Craig für einen der besten Bonds. Von daher sollte man die Schuld für den schlechten Film nicht bei ihm suchen. Er kann nichts dafür, dass ihm ein mieses Drehbuch und unfähige Kameraleute die Tour versaut haben.

  37. Skoell sagt:

    hehe, und wir dachten, wir würden viel zu nah an der RIESIGEN Leinwand sitzen, … aber dann ist der Film wohl wirklich zu schnell geschnitten.
    Ich war sehr enttäuscht vom Film…

  38. Souljumper sagt:

    Ich halte nicht viel davon das die Bond-Tradition der unabhängigen Filme gebrochen wurde. Sequels sind in den seltesten Fällen besser als der erste Teil. Weil einfach das ganze Pulver im ersten Teil verschoßen wurde. (Ausnahme gibts sicherlich z.B. Terminator 2)

    Der letzte wirklich rund-um überzeugenden Bond war für mich Goldeneye. Da gabs wenigsten noch eine Handlung und der Film war nicht komplett auf Action reduziert.
    Für mich sind die neuen Bonds zwar durchaus unterhaltsam, aber letzendlich nur noch Actionfilme vom Fließband und keine echten Bonds mehr.

  39. wut sagt:

    Obwohl ich oben geschrieben habe, ich würde nach deinem kommentar nicht gehen, war ich jetzt doch (zum glück habe ich mich überreden lassen).

    Und mir hat der film sehr gut gefallen, sogar besser als casino royal, du hast total übertrieben so schlimm sind die schnitte gar nicht (nur die einstiegs sequenz).

    Also bildet euch selbst eine meinung, jeder hat einen anderen geschmack.

  40. PatTheMav sagt:

    Zunächst einmal gehören der oder die Verantwortliche um mehrere Monatsgehälter beraubt, welche “A Quantum of Solace” direkt in “Ein Quantum-Trost” übersetzt haben – korrekt wäre “Ein quentchen Trost” gewesen oder entsprechend dem Buch “Ein Minimum an Trost”. Richtig ist, dass der Film für alte Bond-Fans eigentlich nichts mehr bringt, es ist vielmehr ein Bourne-Film mit nem anderen Charakter als Hauptdarsteller, damit also ein zeitgemäßer Agenten-Actionfilm.

    Das “Problem” an Bond ist nunmal (und das hat man schon in den letzten Brosnan-Filmen gesehen), dass die alten einfachen Feind- und Weltbilder in unserer heutigen Zeit nicht mehr passen. Es ist alles unscharf geworden und selbst “die Guten” tun Böses, ob des “höheren Wohls”, dem damit genüge getan werden soll. Allerdings darf man den Fehler nicht begehen, den Film als in sich abgeschlossenes Werk zu begreifen – das funktioniert bei den alten Filmen vielleicht genauso wie bei alten Fernsehserien, aber der Trend der letzten Jahre geht ganz eindeutig dahin, Dinge über mehrere Episoden hinweg sich ausbreiten zu lassen. Zugegeben, bei Kinofilmen ein riskantes Unterfangen, bei einem Franchise wie James Bond jedoch eines, dass man durchaus wagen darf. Dieser Bond, wie auch alle weiteren, werden auf den Reboot mit “Casino Royale” aufbauen, in dem Figur und auch die Welt, in der er agiert, einen ganz anderen Anstrich bekommen haben.

    Und das kann man dem Film dann durchaus zur “Last” legen, dass er vom Zuschauer mehr fordert, als in vergangenen Zeiten, wo Bond immer noch mit seinen abgefahrenen Gadgets, seltsam abgehobenen futuristisch seltsamen Sets und den sofort dahinfließenden Bondgirls eigentlich eine Anhäufung Comedy im Actionkostüm war. Diese ganze Fracht wird dann in ein Actionkorsett ala Bourne Ultimatum eingebettet, welches für den Zuschauer ebenfalls nicht unerheblich anstrengend ist und schon hat man einen Film, der wohl nur Fans modernerem Actionkinos gefallen wird.

    Die Hard 4 war im übrigen erst im auf DVD erschienenen “Harder Cut” ein echter Die Hard, dafür ab18 und mit “Yippie-ka-yeah Motherfucker!”

  41. jackson sagt:

    Boris, danke für deine Kritik. Ich dachte schon bei uns wurden im Kino die Spulen vertauscht. Was für ein merkwürdiger Unterschied zwischen den Kinozuschauern die den Film sahen einerseits und den super Kritiken andererseits.
    Ich hab’s mir bisher komplett verkniffen Filme zu kommentieren, da sowas halt Geschmacksache ist, aber beim neuen Bond und den dollen Kritiken dazu, halte ich eine “Gegendarstellung” wie die von dir für sehr hilfreich und für Bond-Fans vielleicht sogar notwendig :-)

    - Der Film ist imho eine Mogelpackung. Es steht Bond drauf und es ist ein Bourne light drin.
    Wenn ich z.B. Schokolade kaufe, dann darf die ruhig anders schmecken als andere, aber ich erwarte kein Sojaschnitzel. Bei TNG oder Young Indy, wird man wenigstens vorgewarnt das hier ein Neuanfang stattfand oder der Name “nur” aus Marketinggründen drauf steht.

    - Der/die Cutter hatte in den Anfangsszenen einen schlechten Tag. Manchmal ist weniger wirklich mehr. Wenn schon Bourne kopieren dann bitte das Gute und nicht das Schlechte. Zumindest das war bei Casino Royal gut.

    - Eine dürftige Story, die möglichst viele Löcher enthält + möglichst wenig Erklärung macht aus James Bond immer noch keinen Anspruchsfilm! Klar kann man sich da einen Wolf reininterpretieren, aber ich glaube das sagt mehr über die Kritiker als über den Film aus ;-) Total Recall oder Matrix boten wenigstens genug Handlung zum diskutieren ob das alles überhaupt Sinn machte.

    - Es gab definitiv auch einige sehenswerte (und neue) Einstellungen – Bregenz war ok

    - Und es gab deutlich weniger penetrantes Product placement als in Casino Royale :-)
    Bei James Bond muss man sowas mittlerweile schon hervorheben…

    Auch die alten Bond Filme waren meist sicher keine filmischen Meilensteine. Aber wer in Bond geht erwartet auch keine Doku, oder? Eine Aktualisierung tat an einigen Stellen sicher Not. Aber warum ist in diesem Film nur all das was Bond imho interessant machte herausgefallen – wo war z.B. Q?. Stattdessen nur schneller, härter, kaltblütiger? Ich mache allerdings keinen Hehl daraus das mir der aktuelle Trend nicht gefällt aus herz und storylosen Hollywood-Filmchen durch Hinzufügen von 1-2 zweifelnden Momenten einen Film mit Tiefgang machen zu wollen. Es gibt m.E. nur sehr wenige Filme in den letzen Jahren wo das klappte. Am besten vielleicht noch beim Dark Knight, und auch da fand ich teilweise den grauen Pseudorealismus als Gegenentwurf zur bisherigen bunten Comic-Welt, als viel zu aufgesetzt.

    Als Bond-Film kriegt QS deshalb von mir höchstens 2 Sterne – und die auch nur weil ich fürchte das es immer noch schlimmer kommen kann.
    Als x-beliebigem Actionstreifen würde ich ihm 3-4 Sterne geben, weil er ja nicht grundsätzlich grottig ist, nur halt kein bisschen besser als die meisten Durchschnitts-Actionstreifen. Bourne fand ich übrigens auch kein sooo großes Kino, aber er war mit all den Neuigkeiten damals deutlich besser als dieser Möchtegern Bond, der weder ironisch, witzig, mitreissend noch jemals spannend war. Wo gingen die ganzen Produktionskosten eigentlich hin? Wurde das Hotel etwa mehrmals in echt gebaut und zerstört?

    Wenn also nix anderes in den Kinos läuft und man die alten Bond-Filme nicht kennt, kann man schon reingehen, aber es gibt m.E. viel interessantere Anspruchs- und spannendere Actionfilme ;-)

  42. momo sagt:

    Ich finde es erstaunlich, dass Leute, die sich über Tippfehler eines legendären Spieleübersetzers lustig machen und deren aktiver Wortschatz offensichtlich direkt aus einem Konversationslexikon stammt, trotzdem lauter Kommata vergessen.

    Dennoch muss ich sagen, obgleich ich den neuen Bond noch nicht gesehen habe, dass der Schritt, den Stil zu modernisieren und auch weitergehend zu verändern, der einzige logische war. Schließlich haben die letzten echten Superbösewichte nicht wirklich zur Glaubwürdigkeit beigetragen – den wie sollen wohl 20 Weltherrscher nebeneinander existieren? (Und wenn auch nur in ihrer Wachstumsphase…)

    Auch die Kontinuität der Filme war nicht gesichert, da Bond auch in den 40 Jahren vor Craig nicht gealtert, aber mit dem Fortschritt der Technik mitgegangen war – so dass es mir überhaupt nicht sauer aufstößt, dass “Dr. No” nicht zu “Ein Quantum Trost” passt.

  43. Winkeladvokat sagt:

    “Zunächst einmal gehören der oder die Verantwortliche um mehrere Monatsgehälter beraubt, welche “A Quantum of Solace” direkt in “Ein Quantum-Trost” übersetzt haben – korrekt wäre “Ein quentchen Trost” gewesen oder entsprechend dem Buch “Ein Minimum an Trost”.”

    Das mag grundsätzlich stimmen – allerdings ist doch naheliegend, dass man sich des Wortes Quantum im Titel nicht berauben wollte, ist dies doch gleichzeitig der Name der Organisation.

    “Eine dürftige Story, die möglichst viele Löcher enthält + möglichst wenig Erklärung macht aus James Bond immer noch keinen Anspruchsfilm! Klar kann man sich da einen Wolf reininterpretieren, aber ich glaube das sagt mehr über die Kritiker als über den Film aus”

    Tasächlich fordert “Quantum of Solace” keine Interpretation, jeder wesentliche Gesichtspunkt wird im Film auch tatsächlich angesprochen. “Lücken” bestehen nur insofern, als Ereignisse aus dem Vorgänger praktisch nicht nacherzählt und einige wesentliche Informationen beinahe schon en passant eingestreut werden.

  44. Mutsch sagt:

    Komisch, irgendwie habe ich jetzt richtig, richtig Lust auf den Film bekommen.

  45. @Bill Gates: Daniel Craig hat einfach nicht den Charme eines britischen Top Agenten wie in Sean Connery, Roger Moore oder sogar Pierce Brosnan vermitteln konnte. Er wuerde sich gut auf der Seite der boesen machen aber als Bond? Nein Danke! Fuer mich sind die letzen beiden Bond Filme keine Bond Filme sondern ganz normale Action Filme (und dazu noch sehr schlechte).

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