Wieso macht sich die Branche…
…eigentlich die Mühe mit dem Jugendschutz und USK und so weiter, wenn ich daß hier lesen muß:
http://www.mediabiz.de/newsvoll.afp?Nnr=265355&RSS=1&Biz=gamesbiz&Premium=N&Navi=00000000&T=1
Zwar sind die Alterseinstufungen der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle inzwischen 83 Prozent der Jugendlichen bekannt (Mädchen: 75 Prozent, Jungen: 91 Prozent), doch hält sich kaum jemand daran. 64 Prozent der Jugendlichen gaben zu, schon einmal Spiele mit einer höheren Altersfreigabe gespielt zu haben. Gegenüber den 61 Prozent aus der JIM-Studie 2005 ein klarer Rückschritt. Vor allem Jungen, aber auch die Ab-14-Jährigen und Jugendliche mit geringer formaler Bildung ignorieren die Altersfreigaben. 73 Prozent der Mädchen und 76 Prozent der Jungen gaben zudem an, "einfach" oder gar "sehr einfach" an für sie ungeeignete Spiele gelangen zu können. Mit 67 Prozent sind die eigenen Freunde die am häufigsten genannte Bezugsquelle für Spiele mit einer hohen Altersfreigabe. Auf Platz zwei folgt mit einer Nennung von 44 Prozent das Internet, immerhin 37 Prozent entfallen auf den Handel.
44 Prozent nennen also “das Internet”, was meines Erachtens schlicht und einfach bedeutet, die Spiele werden halt illegal runtergeladen. Die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich noch höher denn auch die “Freunde” aus der selben Liste haben sicher oft die Inhalte “gesaugt”.
Nun kann man bei solchen Zahlens schlicht und einfach die Segel streichen und sagen “Wenn sich die Eltern nicht drum kümmern, was die eigenen Kinder spielen, warum zum Teufel sollen die Hersteller das dann tun?”. Umgekehrt stößt das natürlich bei CDU/CSU und den Pfeiffers dieser Welt wieder das Lied vom Herstellungs- und Vertriebsverbot an. Nur sollte einem nach dieser Studie eines klar sein:
Ein Herstellungs- und/oder Vertriebsverbot von “Killerspielen” (sowieso immer noch ein undefinierter Begriff) wird den Konsum dieser Spiele von Jugendlichen in keiner Weise einschränken. Die besorgen sich das Zeug über Freunde oder laden es aus dem Internet. Das kriegt Bayerns Innenminister Hermann nicht in den Griff, in dem er Grand Theft Auto 4 aus dem Media Markt räumen läßt, denn der Media Markt prüft ohnehin an der Kasse, ob der Käufer das Spiel überhaupt haben darf.
Wenn schon eine wirkungsvolle Maßnahme gefordert wird, Jugendlichen den Zugriff auf diese Spiele zu erschweren, dann müssten (Achtung! Ironie!) Schulhof-Razzias her, Bayern-Trojaner auf alle PCs im Besitz von Minderjährigen und Zwangsunterricht für Eltern, wie sie denn in Spielekonsolen den Jugendschutz einschalten und auf PCs den ungehemmten Internet-Zugriff abdrehen. Und am Besten Vista für alle, weil das im Gegensatz zu anderen Betriebssystemen auch eine Jugendschutz-Funktion hat.

Also, mit Linux funktioniert die Rechtebeschränkung meiner Erfahrung nach wesentlich besser und einfacher als mit Vista.
Ist halt anders als Windows schon immer ein Multi-User-Betriebssystem gewesen.
Unabhängig davon: ich finde es ja viel erschreckender, dass 37 Prozent auf den Handeln entfallen. Das heißt ja direkt, dass der Handel hier NICHT eingreift und die Spiele trotz USK dennoch verkauft.
In Kinos klappt das wesentlich besser: dort kommt man einfach nicht rein, weil es hohe Strafen zu Folge hat, wenn die irgendwen trotz zu geringen Alters da rein lassen. Sowas sollte man einfach auch für die Mediamäkrte und Saturns dieses Landes einführen – samt unabhängiger Kontrollen durch Kinder.
Aber DAGEGEN wehrt sich die Politik wieder. Kontrolleure würden schließlich Geld kosten…
Wobei die Überprüfung an der Kasse des MediaMarkts (und anderen Läden) noch viel Platz für Verbesserung lässt. Da kenn ich genug Gegenbeispiele aus eigenen Situationen an der Kasse, bei denen nicht nach dem Ausweis gefragt wurde, obwohl der Käufer vom Aussehen her schon grenzwertig volljährig gewesen sein dürfte. Aber viele Kassierinnen nervt es vermutlich oder sie sind dann peinlich berührt, wenn jemand über 18 ist und fragen deswegen dann gar nicht mehr nach.
Und selbst wenn das funktioniert, gibt’s folgende Situationen (auch schon selbst am eigenen Körper erlebt): “Kannst du mir das Spiel bitte für mich mitkaufen?”.
Vista unterstützt, wie Xbox 360, die USK-Ratings und es können für einzelne Nutzer alle Programme z.B. “bis USK 12″ freigegeben werden. Ungemein praktisch.
Und es ist mir noch nie aufgefallen, daß ein ordentlicher Händler in den letzten Jahren NICHT an der Kasse kontrolliert hätte, ob jemand den 18er Titel haben darf. Was ich aber immer wieder sehe ist, daß Eltern oder ältere Freunde an die Kasse vorgeschickt werden um das Spiel zu bezahlen. Was soll der Handel da machen? “Ich vermute, sie wollen das ihrem Kind geben, deswegen verkaufe ich ihnen das jetzt nicht?”
Man sollte es aber auch nicht immer dramatisieren. Spiele mit dem USK16-Stempel oder die “Keine Jugendfreigabe” erhalten haben (oder schlimmer) sind nicht per se schädlich. Mit den Altersfreigaben soll doch viel mehr erreicht werden, dass sich Kinder und Jugendliche nicht ohne Wissen der Eltern solche Titel zulegen und diese deswegen nicht mehr den Medienkonsum ihrer Sprößlinge wirksam beeinflussen oder wenigstens beobachten können.
Dass Viele diese Altersfreigaben trotzdem umgehen können, wird sich aber nicht verhindern lassen. Das Internet erlaubt nun mal leichten Zugang zu illegalen Versionen und bei Kindern und Jugendlichen ist das Rechts- bzw. Unrechtsbewusstsein schlicht noch nicht so ausgeprägt, dass Sie sich der Konsequenzen wirklich bewusst sind – nicht bei so einem abstrakten und unpersönlichem Vergehen.
Ich denke eine solche Studie an Jugendlichen ist nicht representativ.
Kein Jugendlicher wird es sich nehmen lassen, zu sagen, dass er NATÜRLICH an alle spiele ran kommt. Wie steht er denn da vor den anderen da, wenn er nur “Spyro” und “Crash” spielen darf, die anderen aber vollmundig von Bad Company und Co sprechen?
Das Kopierproblem ist denke ich auch eher ein PC Problem. Irgendwie ist es zwar möglich die Xbox mit kopierten Spielen zu füttern, aber ich denke, die dadurch verfallende Garantie bei doch noch auftretenden Hardwaredefekten ist da eine nicht zu verachtende Barriere. Außerdem ist es meines Wissens ja nicht einfach so zu machen wie am PC?!
“Ich vermute, sie wollen das ihrem Kind geben, deswegen verkaufe ich ihnen das jetzt nicht?”
Genau so hat es ein Mitarbeiter in meiner Videothek gemacht als so ein Knirps seine Mutter an die Kasse geschickt hatte um GTA IV zu kaufen. Der hatte dann die Erziehungsberechtigte darauf hingewiesen das es ab 18 ist und welche Inhalte es hat. Auf den Deutschen verpackungen fehlt dazu ja noch die angabe wie die Pegi sie macht.
Ich war immerhin schon positiv überascht zu sehen das es doch noch verantwortungsbewusste Verkäufer gibt.
Wenn man seinen Kindern eine Xbox 360 schenkt und ihnen auch noch das Online Spielen per Xbox Live ermöglichen will, wieso gibt sich Microsoft dann nicht damit zufrieden dass man 1 x pro Konsole für Xbox Live Gold zahlt?
Es ist ja schon so dass man gegenüber der Playstation 3 für das Onlinespielen extra zur Kasse gebeten wird, aber warum dann bitte für jedes Familienmitglied einmal?
Man kann die ganzen Jugendschutzeinstellungen doch komplett vergessen, weil sich sicher keine 4köpfige Familie, in der alle Onlinespielen wollen, 4 x Xbox Live Gold für 240 Euro im Jahr kauft. Also wird nur ein gemeinsamer Xbox Live Gold Account genutzt, was ich total daneben finde.
Selbst wenn nur 2 Geschwister sich eine Konsole Teilen, dann müssen sie sich auch einen Xbox Live Gold Account teilen oder die Eltern müssen 120 Euro im Jahr statt nur 60 Euro ausgeben damit ihre Kinder je einen eigenen Account bekommen und somit auch für ihr Alter entsprechend die Jugendschutzeinstellungen vorgenommen werden können.
Microsoft ist in der Hinsicht nicht sehr Familienfreundlich und von Jugendschutz kann dann auch keine Rede mehr sein.
Klar ist eine PS3 teurer, aber wenn sich schon nur 2 Spieler eine Konsole teilen ist die PS3 im 2 Jahr schon günstiger, oder liege ich falsch?
Passend dazu ist doch das Posting von Lorenz Matzat aus der Spielekultur Liste von vorhin [zitiert aus der Mail "eben auf dem CDU Parteitag: Killerspiele]:
Ursprünglicher Antrag Nr. C 30 – KV Göttingen
“Der Bundesparteitag möge beschließen:
Der CDU-Bundesparteitag fordert die Bundesregierung nachdrücklich auf,
sich für ein Herstellungs- und Verbreitungsverbot virtueller
Killerspiele einzusetzen.”
Die Antragskommission hat daraus gemacht:
“Die Antragskommission empfiehlt die Annnahme des Antrages C 30 in
folgender Fassung:
Die CDU Deutschland tritt dafür ein, den Jugendschutz bei
Computerspielen im Hinblick
auf die technologischen Veränderungen konsequent weiterzuentwickeln.
Dies umfasst ein
effektives Wächteramt des Staates, die gelebte Verantwortung von
Herstellern und Anbietern sowie eine frühzeitige Medienerziehung in
Familie, Kindergarten und Schule.”
Dann wurde kurz debattiert (eine Rednerin) – worauf offenbar der
letzte Satz gestrichen wurde – weil die “gelebte Verantwortung”
seitens der Hersteller bezweifelt wurde – die Medienerziehung fiel dem
dann wohl auch zum Opfer.
(Antragsheft mit besagtem Antrag auf S. 372: http://www.stuttgart08.cdu.de/wp-content/uploads/2008/11/broschuere_komplett_081114_deckblaeter-2.pdf)
____CUT____
Was soll man dazu sagen? Grundsätzlich kann und will eine Gesellschaft nicht alle Medien filtern und kontrollieren. Das tut sie auch bei Alkohl, Zigaretten, Filmen, Büchern, Musik etc. nicht. Problematisch wird es immer nur dann, wenn ein neues Medium bzw. Konsumgut hinzukommt, das die “entscheidende” Generation bzw. deren Kinder, aufgrund restriktiver Erziehung oder mangels Interesse, nicht kennt und nicht versteht oder sogar nicht verstehen will.
Meiner Ansicht nach ist dies zum einen eine Zeit- und zum anderen eine Aufklärungsphase, die jedes junge Medium durchschreiten muss. Und dazu gehört auch eine vernünftige Medienerziehung.
Ziel kann es nur sein, die Extreme durch gesetzliche Regeln einzufangen und den Rest, wie auch beim Film, durch den Markt zu regeln. Raubkopien, Internet und Schulhoftausch (gabs sogar bei uns schon damals mit 5 1/4 Zoll Disketten) wird es immer geben. Man möge sich damit abfinden.
@Boris: Wieso habt ihr Gears of War nicht auch öfter bei der USK vorgelegt. Wie man am Beispiel Dead Space sieht, muss man scheinbar nur Geduld haben und irgentwann bekommt man dann eine Prüfungskommission die den Titel durch winkt. Das sollten ab jetzt alle Hersteller so machen, einfach so oft vorlegen bis es durch kommt. Oder wie erklärst du dir das mit Dead Space?
Die Jugendschutzeinstellungen zum Thema USK sind bei der Xbox 360 völlig unabhängig von Xbox Live Konten. Man kann die Konsole auf “USK 12″ einstellen und dann USK 16/18 Spiele nur dann spielen, wenn man seinen Geheimcode eingibt. Das hat nichts mit dem Live-Konto zu tun und zwingt auch niemanden, mehrere Live-Konten anzulegen und zu bezahlen.
@Dilanor:
Tja, riesige Scheiterhaufen mit brenenden Bü.. ähh Spielen funktionieren in Deutschland wohl besser als Bildung für die Massen.
>> Das hat nichts mit dem Live-Konto zu tun und zwingt auch niemanden, mehrere Live-Konten anzulegen und zu bezahlen.
Wieso ist das überhaupt so inkonsistent geregelt? Arcade-Spiele werden doch auch für die ganze Konsole freigegeben, egal welcher Nutzer gerade dransitzt. Es kann doch nicht Sinn der Sache sein, Familienmitglieder entweder zum Mehrfachzahlen zu zwingen, was bei der Konkurrenz selbst für einzelne Nutzer kostenlos ist, oder von Ihnen zu verlangen, ein- und dasselbe Profil zu nutzen. Letzteres negiert den Nutzen unterschiedlicher Profile komplett und verstößt doch sogar gegen die Nutzungsbedingungen, oder nicht? (von wegen Vortäuschung einer falschen Identität)
Ich kriege schon Bauchschmerzen bei dem Wort “Killerspiele”. Ist es sozial akzeptableres Verhalten, wenn man virtuelle Figuren mit einem Fall aus gewisser Höhe zu Brei zermatscht? Was macht denn ein Killerspiel aus. Ich hab’ schon niedliche Pinatas mit der Schaufel verkloppt. Bin ich jetzt ein Killerspiele-Killerspieler?
Es wird einfach Zeit für einen Generationenwechsel in der Politik. Da diskutieren doch heute noch Menschen, die ihr Wissen halbjährlich aus der Frontal21 Reportage beziehen.
Wir haben ein Jugendschutzgesetz, dass massiv daran krankt, dass die Eltern die Hände heben und “Jetzt machen Sie mal Herr Schäuble!” schreien. Ausserdem kann ich nur bestätigen, dass an den meisten Kassen ein USK Aufdruck komplett ignoriert wird. Ob es dann hilft das Packungs-Artwork mit einem Riesenaufdruck zu verschandeln, wage ich mal zu bezweifeln.
es stimmt schon das Linux kein Jugendschutz für Spiele hat aber das liegt auch daran das bisher kein Bedarf existiert hat, es gibt Programme die Webseiten aussperren aber für spiele war das unnötig, es gibt gerade mal eine handvoll Spiele die ein ab 16 Rating verdient hätten (aber diese nicht haben weil sie frei programmiert worden sind) und wenn nur Papi das Sudo-Passwort hat kann das Kind kein einziges installieren, so können die Eltern das auch kontrollieren, wenn Linux tatsächlich mal beliebter wird und es dann viele Spiele für das System erscheinen dann werden die meisten Distributoren auch eine Kindersicherung einbauen aber das ist bis jetzt nicht der Fall.
Jugendschutz ist sowieso etwas, was selten funktioniert. Da müsste man den Kindern und Jugendlichen schon gänzlich den Umgang mit Fernsehen und Internet verbieten. Ich habe mit 10 Jahren schon indizierte Hörspiele gehört (Larry Brandt), und ich fand sie nur spannend aber in keinster Weise grausam. Das Interesse wird einfach sofort geweckt, wenn etwas als anrüchig oder verboten gilt. Mit Bevormundung und Verboten erreicht man generell nichts.
Geburtenkontrolle gehört her und Menschen dürfen nur Kinder bekommen, wenn sie vorher 2 Jahre in einer Ausbildung waren und die Abschlussprüfung bestanden haben!!!
Mich kotzt es an, wenn Eltern nicht schnallen, dass manche Spiele einfach nicht für ihre Sprößlinge geeignet sind.
Bei uns in Österreich gibt es ja nichts in der Art. Ich denke, da kann sich ein 10-Jähriger ohne Probleme Gears Of War 2 kaufen.
Ja, der Jugendschutz. Das ist leider eines der Themen, welches mich heute (bin 33) mehr ärgert (Grund: Nichterscheinen von DLC zu “gewissen” Spielen in Deutschland) als zu den Zeiten in denen er mich schützen sollte. Witzig daran finde ich allerdings, dass seit “damals” der Schutz stark verschärft wurde. Wenn ich aber jetzt einen Blick aus meinem Fenster zur Bushaltestelle gegenüber werfe, muss ich feststellen, dass die Kids aber irgendwie ziemlich neben der Rolle sind. Da wird getrunken, gekifft und geprügelt. Und ich wohn eigentlich in einer recht gesitteten Gegend. Nun stell ich mir natürlich nicht selten die Frage woran das liegen könnte. Und ich komm immer wieder zur gleichen Antwort: Die Gesellschaft (also nicht nur die Eltern) kümmert sich nicht mehr. Es wird mit dem Finger gezeigt, aber keiner geht mehr hin und sagt “So nicht!”. Woran liegt das? Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Symptome die Kinder angeblich durch diese “Killerspiele” zeigen, ganz anderen Ursprungs sind. Aber anstatt sich darüber mal den Kopf zu zerbrechen – wobei man unweigerlich feststellen wird, dass das ein mit einfachen Mitteln nicht gerade unschwer zu lösendes Problem ist, da es sich schon seit Jahren durch die Gesellschaft frisst – wird halt eine Hexenjagd (dieses Wort könnte nicht passender sein) gegen Spiele mit extremer oder realistischer Gewaltdarstellung gemacht.
In meinem kompletten Freundes- und Bekanntenkreis den ich zu minderjährigen Zeiten zu haben pflegte, spielte nahezu jeder Spiele die auch auf dem Index standen. Meist sogar gerade deswegen. Allerdings auch genauso gern Pirates, Defender of the Crown und Fugger. Tja, aus allen, die ich heute noch kenn, ist was geworden. Keiner zeigt irgendwelche psychischen Probleme (außer den üblichen, die man ja haben muss in unserer heutigen Zeit). Ich will damit nicht sagen, dass es richtig ist, dass ein GoW Kindern zugänglich gemacht wird. Nein, auf keinen Fall. Aber Verbote und überzogene Zensur lösen das eigentliche Problem nicht. Eher sollten ALLE (nicht nur die Eltern) darauf achten was Kinder da tun und nicht unbedingt gleich alles verbieten, sondern vielleicht mal mit ihnen darüber reden und ein Auge darauf haben wie sie damit umgehen und ob ein gesundes Maß eingehalten wird. Aber Eigenverantwortung ist eine Sache, die einem seitens der heutigen Politik wohl nicht mehr zugetraut wird. Aber wenn ich nochmal den Blick hebe und nach draußen schau… vielleicht doch nicht unbegründet.
@Peterbubenjoe: Naja, soweit wird es Gott sei Dank nicht kommen. Ich bin auch der Meinung, daß der Jugendschutz vom System her in Deutschland eine sinnvolle Einrichtung ist und daß die USK grundsätzlich gute Arbeit leistet. Unerträglich dagegen ist die öffentliche Polemik auf der einen Seite “Verbote” zu fordern – erinnert sich noch jemand an die ersten CDs der Ärtze und der Hosen, die waren auch “verboten – ohne das Thema tatsächlich einmal behandelt zu haben. Wer sich intensiv damit befaßt und immer noch “Verbote” fordert, der ist ja zumindest ernstzunehmen und dessen Ansicht muss man auch akzeptieren, wenn auch nicht teilen.
Auf der anderen Seite schlägt sich die Politik darum, mit dem jungen und erfolgreichen Medium “Computerspiele” in Verbindung gebracht zu werden, wie man es so oft auf Veranstaltungen der Wirtschaftsförderungen, den Messen oder bei Preisverleihungen sieht.
BTW: Boris, bist du morgen in Essen?
Das hilft ALLES nichts! Solange sich die ELTERN nicht um Ihre Kinder kümmern und auch mal schauen, was die lieben Kleinen so zocken, ist alle Mühe umsonst. Traurig, aber so isses! Beste Quelle ist natürlich der ´ältere´ Bruder, der dann auch gerne an ALLE Kleineren verteilt – die Eltern sind (warum auch immer) nicht in der Lage die einfachsten Kontrollen wahr zu nehmen! Muss ich leider immer wieder LIVE im Bekanntenpreis erleben…und : Es ist ein Kampf gegen Windmühlen…
Halöle!
So mein erster Post auf dieser tollen Seite^^
Kurz vorweg: Sie machen eien sehr gute Arbeit mit diesem Blog und dem Kugelblitzkanal Hr. Schneider-Johne.
Ich hoffe das sie noch lange diese tollen Dinge machen werden.
Kurze Frage noch dazu: Werden die alten Kugelblitzbeiträge vielleicht später noch hinzugefügt oder vielleicht runterladbar?
@topic:
Meiner Meinung nach ist es nicht nötig die gesetzte des jugendschutzes zu verschärfen, ich bin sogar der Meinung, dass es für eine Person über 18 jahre möglich sein sollte uncuts zu spielen wenn er dies möchte und nicht noch für Spiele die sowieso ab 18 sind den Hersteller zu verdonnern die Spiele zu cutten, alles nur unnötig.
Aber das ist ein anderes Thema.
Was ich als notwendig erachte ist ein allgemein verpflichtendes Programm für Eltern, von Minderjährigen, das sie über Videospiele informiert und besonders über die Altersbeschränkungen und die Möglichkeiten diese in Systemen wie Windows Vista, der Xbox 360 und der Playstation 3 zu aktivieren um ihre Kinder daran zu hindern solche Spiele zu spielen.
Zusätzlich sollten Kinder in der Schule vielleicht bereits für soetwas sensibilisiert werden.
Es wird sicher immer noch ausreißer geben aber wenn schon nur die Eltern mehr machen würden, wäre das ganze sicher nicht so dramatisch.
Was die Kontrolle an der Kasse angeht, nehmen es einige Kassierer manchmal echt ein bssl zu ernst^^
ich wollte mir am Erscheinungsdatum World of Warcraft Burning Crusade kaufen, als ich dann endlich ne Version hatte wurde ich an der Kasse nach meinem Ausweiß gefragt. Zu dem Zeitpunkt war ich bereits 17 und hatte grad nen Bart im Gesicht stehn xD. Hab mich da bssl verarscht gefühlt weil das schon länger her war das ich gefragt wurde (Spiele ab 18 ausgenommen). Aber was solls Verkäuferin hat wenigstens alles korrekt gemacht.
lg
Jede Mutter und jeder Vater weiß, dass man seinen Kindern unmöglich die erste Freundin / den ersten Freund verbieten kann. Irgendwann ist die Versuchung einfach zu groß.
Daher wäre es ratsamer, aufzuklären, statt sich auf Verbote zu verlassen, denn nur so lassen sich ungewollte “Konsequenzen” vermeiden.
Schade, das “Vater Staat” nicht wie ein Elternteil denkt und auf Aufklärung statt Verbote setzt.
Ich persönlich finde den deutschen Jugendschutz eine höchst sinnvolle Einrichtung. Dennoch ist das alles keinen Pfifferling wert, wenn keiner weiß was er eigentlich bewirken soll. Viele Eltern sind schlichtweg überfordert mit dem Thema, da das Medium Computerspiel bei vielen eine ähnliche Stellung wie Comics in Deutschland genießen: Viele bunte Bilder, wenig Text und belanglose Story. Ich habs im Comicladen am Ostbahnhof München mitbekommen: Mutter mit Kind rein in Laden, O-Ton der Mutter:”Schau mal, ein ganzer Laden nur für Dich”. Der ca. 10jährige Sohnemann zieht los und kommt mit Band 1 vom “Preacher” (http://de.wikipedia.org/wiki/Preacher) an die Kasse. Mama zückt die Börse, will schnell zahlen und wird jäh gestoppt als die Dame hinter dem Tresen sagt: “Moment, bitte schauen Sie sich folgendes an” – und anfängt der Mutter einige Bilder im Comic zu zeigen. Antwort: “Aber das ist doch ein Comicbuch…”
Viele peilen einfach nicht, daß es bei Computerspielen einfach Titel gibt, die nix bei einem Viertklässler zu suchen haben. Das ist im Endeffekt genau dasselbe wie es in meiner Kindheit mit Videofilmen war. Und mit dem Internet verhält sichs fast genauso: Viele denken, daß mit Ihrem DSL-Anschluß das Internet ein all inklusive Angebot is, wo alles legal und kostenlos ist. Und viele geben genau diese falsche Einstellung an Ihren Nachwuchs weiter. Leider ist sowas halt wieder Wasser auf den Mühlen der Pfeiffers und Hermanns der Republik. Wobei der Forderung der Union eh schon Genüge getan ist. FAktisch gibt es das Verbot von Killerspielen schon. Titel, bei denen GEwalt zum Selbstzweck wird, landen regelmäßig auf Liste B und gehen den Weg der Beschlagnahmung. Eine weitere Verschärfung wird nur mit einer ganz genauen Formulierung möglich sein. Alles andere könnte leicht gegen das Grundgesetz verstoßen.
Zu dem Medienverständnis noch ein Nachtrag editieren geht ja nimmer
Keiner würde einem 8jährigen sowohl “Wo die wilden Kerle wohnen” als auch “Der Fänger im Roggen” zum lesen geben, bei Comicversionen wäre ich mir da nicht so sicher. Und bei Computerspieladaptionen garantiert nicht.
Es macht in meinen Augen eigentlich auch gar keinen Sinn, groß um den Jugendschutz herum zu debattieren. Das System ist im internationalen Vergleich zu streng, zu restriktiv und entspricht einer Giftschrankpolitik, welche einer freien Gesellschaft nicht gut zu Gesicht steht, zumal das ganze staatlich verordnete Zensur ist.
Fakt ist – die USK “funktioniert” genauso gut wie PEGI oder ESRB und das sind beides freiwillige Selbstkontrollen, welche weitaus weniger Bürokratie und Restriktionen mitbringen wie unser deutsches System. Ebenso typisch deutsch ist unsere BPjM, welche zu der für jeden klar denkenden Menschen absurden Situation führt, dass Titel noch mehr “ab18″ sind, als “ab18″-Titel.
Die These, bzw. der Wunsch, welcher hinter der BPjM steht, Jugendliche damit vor solchen Titeln solange zu “schützen”, bis sie Volljährig sind, ist realitätsfern und abstrus. Gerade in Zeiten des Internets können sich die Kiddies doch ohne Altersschranke oder andere Restriktionen über alle Games detailliert informieren. Gamespot, IGN oder Eurogamer wird es einen Dreck interessieren, ob Gears of War indiziert ist, auch das Dismemberment in Deadspace wird dort detailliert breitgetreten.
Und warum? Weil in englischsprachigen Ländern “Freedom of Speech” noch einen Wert hat – in Deutschland heißt es “Rede- und Kunstfreiheit – ja, aber” – alles muss und wird bis in kleinste reglementiert und beschränkt. Und was bringt es? Ruhiges Gewissen bei den Gutmenschen, welche sich selbst bei billigen Actionstreifen um die übermäßige Gewaltdarstellung gruseln. Gewalt auch einmal als Überzeichnung und Parodie verstehen? Unmöglich für solche Menschen!
Im Endeffekt ist es das, was George Carlin schon vor vielen Jahren als “Legislating Taste” bezeichnet hat – das In-Gesetze-Gießen von Moral- und Geschmacksvorstellungen bestimmter Gesellschaftsschichten. Mir gefallen bestimmte Dinge auch nicht, aber ich würde sich nicht verbieten, nur weil ich sie nicht verstehe, bzw. nicht nachvollziehen kann.
Das eigentliche Problem ist doch nur dies: Nicht jedes Medium, nicht jedes Game, nicht jeder Film, nicht jedes Buch ist für Menschen unter einem bestimmten Alter geeignet. Also vergibt man Empfehlungen, ab welchem Alter diese Inhalte typischerweise nicht mehr schädliche Wirkung haben könnten (!). Nun ist es die Aufgabe der Eltern (das Erziehungsprivileg gilt in Deutschland wider Erwarten immer noch!), dafür zu sorgen, dass ihre Kinder nicht ohne Begleitung mit all den sie umgebenden Medien aufgeben. Verbote wirken hier Kontraproduktiv, da erfahren Eltern noch weniger, was ihre Kids denn so tun. Aber solange die keine 18 sind, haben die Eltern jedes Recht, das Internet auch mal abzustellen, wenn Sohnemann wieder mal zu lange WoW gezockt hat, oder sich darin einzumischen, was er denn so zockt.
Meine Eltern sind auch ohne Computerspiele aufgewachsen, meine Mutter fand “Command&Conquer” damals schlimm, als ich es das erste Mal gezockt hab, aber sie hat es mich spielen lassen und ich hatte nie das Bedürfnis es heimlich zocken zu müssen. Meine Eltern hatten immer ein Auge darauf, was ich gezockt habe und hatten, wie sie mir einige Jahre später erzählten, nie irgendeine Sorge, da ich von selbst mit diesen Inhalten reflektierend umgegangen bin. Trotzdem hab ich viele Jahre später die US-Version von C&C erneut durchgespielt, weil ich das Game mal ohne die “Bots” erleben wollte.
Lange Rede kurzer Sinn: Die Politik sollte sich endlich darum kümmern, die Eltern besser auf diese modernen Medien vorzubereiten und auch den Stimmen in den Parteien Gehör schenken, die dies seit Jahren propagieren. An die Games kommen die Kids so oder so, dass die Kids heiß auf ein bestimmtes Game sein könnten, darauf sollten Eltern sich vorbereiten. Das ist anstrengend und das ist nicht einfach (genau genommen ist das die gesamte Erziehung eines Kindes nicht), aber darüber hätten sich die Erziehungsberechtigten bewusst sein sollen, bevor sie ihren Nachwuchs in die Welt gesetzt haben.
Es ist die verdammte Pflicht der Eltern, sich damit auseinanderzusetzen – Verteufeln und dann sagen “nein sowas spiele ich doch nicht” ist in meinen Augen ein demokratisches Versagnis: Von Lehrern, Eltern, Politikern und Pädagogen gleichermaßen! Dieses Problem wird nur schleichend mit den nächsten Generationen verschwinden, wenn Vielspieler wie unsereins selbst Kinder in die Welt setzen – wir werden dann mit ganz anderen Erziehungsproblemen zu kämpfen haben.
Was jedoch nicht verschwinden wird, ist eine Generationen von Kindern, welche mit Eltern aufwachsen, die selbst mit derartigen Medien trotz Volljährigkeit nicht vernünftig umgehen können – diese können auch keine Medienkompetenz weitergeben und hier liegt das größte Problem in meinen Augen.
Nahe meinem Arbeitsplatz befindet sich ein Saturn-Markt. Um es den Kleinen leicht zu machen, findet sich dort in der unteren Zeile bei den 360-Spielen ein Viva-Pinata-Party-Animals ab 6 Jahren neben einem Hitman ab 18. Interessanter sind aber die Reaktionen der Eltern, wenn die Kleinen ein neues Spiel haben wollen. Der Kleine reicht also einen Titel zur Mutter und diese wiegelt ab mit den Worten, dass das Spiel erst ab 12 ist. Darauf der Kleine “Das ist mir egal”, die Mutter kontert mit “Du weist, dass ich nur altersgerechte Spiele kaufe”, darauf der Kleine, “Ja, aber die sind alle Scheiße”. Womit der Besuch bei der Software beendet wäre. (Repost aus meinem Kommentar bei Golem.de).
Nächstes Jahr ist Bundestagswahl. Alle schön wählen gehen und mal was anderes als SPD oder CDU/CSU. Gibt ja noch genug Auswahl (und damit meine ich NICHT die Republikaner und Konsorten).
Im Licht dieses Artikels macht es auf eine perverse Weise schon wieder Sinn, wenn Titel mit “KJ” Gore-Zensuren bekommen, weil die “armen Kleinen” sowas ja auch zocken.
Was allerdings wieder ad absurdum geführt wird, wenn Schoten wie Dead Space uncut durch die USK kommen.
Pro Sachkundenachweis für Eltern!
Zum Thema Dead Space: “Steter Tropfen höhlt den Stein”
Zum Thema Wahlen: Ich bete diesbezüglich, daß bis dahin kein weiteres Erfurt geschieht. Dann schreiben sich wieder alle Parteien das Killerspielverbot auf die Fahnen.
Und was den Jugendschutz betrifft: Die Leute bei der USK machen meiner Meinung nach einen verteufelt guten Job (Ausnahmen bestätigen die Regel, siehe Gears 1 und 2). Ein Fallout 3 braucht z.B. den ganzen Gorekrempel nicht, um Spaß zu machen. Leider gabs da bis zu dem Zeitpunkt wo ichs gekauft habe keinen englischen O-Ton zum Download, sonst hätte ich da zur deutschen Version gegriffen (weil viel einfacher zu bekommen).
was mir schon länger durch den Kopf geistert. Die USK Logos mit den gefühlten Ausmaßen eines Fussbalfeldes sind schon gewöhnungsbedürftig. Eine Alternative wäre es, die Cover beidseitig zu bedrucken, auf der einen Seite mit USK-Logo und auf der Anderen mit dem PEGI Logo oder ohne Logo. Dann kann jeder daheim sein Cover umdrehen und muss nicht über das entstellende, weil meist nicht ins Artwork integrierbare USK-Logo mosern. Ich weiß nicht, was so ein doppelter Druck an Mehrkosten verursacht, Ich würde aber durchaus 3 bis 5 Euro mehr dafür zahlen (wäre ich wohl in der Minderheit).
Kleine Offtopic Frage: wo kann ich mcih für den absolut tollen Xbox Adventskalender dieses Jahr bedanken?
44 Prozent nennen also “das Internet”, was meines Erachtens schlicht und einfach bedeutet, die Spiele werden halt illegal runtergeladen. Die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich noch höher denn auch die “Freunde” aus der selben Liste haben sicher oft die Inhalte “gesaugt”.
Dazu muss ich sagen, dass das zwar möglich ist, aber es dennoch einfacher ist sich bei einem diverser Spieleshops im Netz anzumelden und dort seine Spiele zu bestellen. Denn dort wird (zumindestens bei denen, die ich kenne) nur ein Altersnachweis bei Spielen mit der USK 18 nötig ist. Es kann sich also jeder dort anmelden und Spiele mit USK 16 kaufen!
Nun muss ich auch mal meinen Senf dazu abgeben. Ich arbeite im Einzelhandel und erlebe täglich wie sch…egal es den Eltern ist, was die Kinder spielen wollen. Krassestes Beispiel: ein ca. 8-jähriger steht vor der Kasse mit COD3 (PC). Bekommt er logischerweise nicht. Kind ruft die Mutter und bekommt von mir logischerweise den Hinweis, dass das Spiel ab18 ist. Kommentar der Mutter – das spielen seine Freunde doch auch alle oder aber auch eine nette Antwort ist immer wieder gerne ‘das Spiel ist für mich’. Nee, is’ klar, weil Frauen Mitte 30 auch genau in die Zeilgruppe von COD fallen.
Weiteres Manko ist, dass sich Eltern mit der Thematik gar nicht befassen. Anders kann ich mir nicht erklären, wie Eltern auf die Idee kommen, dass Spiele mit dem roten Sticker auf dem Cover ab 13 sind. Merke auf: §13. Aber dafür müßte man ja wissen, was das §-Zeichen zu bedeuten hat. Auch ein guter Spruch, wenn man als Händler den Eltern erklärt, ab wieviel Jahren ein Spiel ist ‘ich habe davon ja keine Ahnung’. Das scheint hier in diesem Staat die schützende Antwort vor allen Fragen zu sein. Armes Deutschland. Na dann Gute Nacht.
Gruss
der Chris, der den Leuten morgen wieder die USK-Freigaben erklärt
Wofür Jugendschutz, wenn schon 12jährige bei sich zu Hause oder bei Freunden Zugang zum Internet haben? Selbst an Schulen werden mitunter ganze Klassen für 1-2 Schulstunden unbeaufsichtigt vor dem Internet geparkt.
Und was findet man dort dann mit 12 Jahren? Tierpornos, Asiatinen die sich den Finger in den Hals stecken, Obdachlose die ihren Kopf für ein paar $ mit voller Kraft gegen eine Wand schlagen und noch viel mehr. Wer das mit 12 Jahren sieht, der kann durch ein mit 15 Jahren gespieltes GTA nicht mehr verdorben werden.