Konjunkturprogramm

Von Boris, Di, 9. Dez 2008 17:00

Ich frage mich, warum bescheuert investierende Banken und Autofirmen mit offensichtlich falscher Produktpalette bei ihrer Regierung wahrscheinlich erfolgreich um Geld betteln, eine der wichtigsten Branchen allerdings unbeachtet bleibt?

Der Computerpresse, insbesondere der Computerspielepresse, geht es schlecht. Siehe hier.Oder hier. Dieses Internet-Dingens war ja auch nicht vorherzusehen oder die Tatsache, daß irgendwann Leser keine Testwüsten mehr lesen, weil der klassische Spieletest eh ein Auslaufmodell ist und jeder sowieso nur World of Warcraft spielt.

Ich fordere also zinslose Milliardenkredite und Staatsgarantien für Bravo Screenfun und Co. Sonst sind Arbeitsplätze in Gefahr! Und die Zulieferindustrie erst, die zahlreichen freien Autoren! Sollen die für Webseiten ohne Werbeeinnahmen umsonst schreiben? Wer soll dann noch ein Gegengewicht zur Bayerischen Landesregierung herstellen? Frau Merkel! Handeln sie jetzt!

14 Antworten für “Konjunkturprogramm”

  1. NewBrof sagt:

    yep, verstehe auch nicht, warum Firmen die nicht konkurrenzfähig sind unterstützt werden sollen für ihre Doofheit. Und Banken, die nicht mit Geld umgehen können braucht auch keiner. Wäre besser, dass diese Loser vom Markt verschwinden. Keine Ironie hier…

    cheer, brof

  2. neonoxDE sagt:

    Seien wir mal realistisch: An den Zeitungen hängen nicht viele Jobs, jedenfalls nicht so viele wie an der Autoindustrie. Wenn eine Autokonzern pleite geht, dann sind nicht nur dessen Mitarbeiter arbeitslos, sondern auch die der Zulieferer, weil die direkt von denen abhängig sind. Bei den Zeitungen sind hier und dort die Druckereien und Zeitschriftenläden betroffen, aber im Vergleich zu den Autofirmen sind das lange nicht so viele Arbeitslose auf einmal.

  3. Steffen65 sagt:

    Tja, Freunde der Nacht… wo es überhaupt noch irgendwie geht, wird an Qualität gespart. Für Inhalte von Freien werden Hungerlöhne bezahlt, für die höchstens Studenten und Berufsanfgänger arbeiten. Die Leser quittieren das auf ihre Art. Warum sollten sie auch für Agenturmeldungen und windige News bezahlen, die man sich ebensogut für lau aus dem Netz klauben kann?

  4. Schwatten sagt:

    Ich will aber auch kein Geld mehr für “langweilige” Tests bezahlen. Im Internet kann ich mich genauso langweilen, aber dafür kostenlos.
    Die einzig gute Zeitschrift ist imo die Edge. Aber auch nur wegen der etwas anderen Berichterstattung.
    Mehr davon

  5. DarkVamp sagt:

    Hey Boris,

    Das schlimme ist ja das die Regierung über so einen Unfug derzeit wirklich nachdenkt. Es soll möglich werden ZeitschriftenAbo´s komplett von der Steuer abzusetzen !

  6. Trueffeltorf sagt:

    Ok, dann sind wir mal realistisch. Unsere Politiker subventionieren eine Industrie die (wahrscheinlich seit vielen Jahren) im großen Stil die Politik durch manipulierende Lobby-Arbeit beeinflusst. Wir “Steuerzahler” subventionieren also eine Industrie die vor gut 10 Jahren alternative Motoren hätte auf den Markt bringen könnnen. Wir subventionieren eine Industrie wo die Vorstände in engem Kontakt mit den Öl-Firmen stehen und womöglich deshalb auch kein Interesse besteht alternative Technik zu verwenden. Wir subventionieren aber auch eine Industrie die kleine Unternehmen (mit alternativer Technik) kapitalistisch folgerichtig platt gemacht hat. Wir subventionieren eine Industrie die unsere Gesundheit täglich negativ beeinflusst, da sie wesentliche Trend´s ignoriert oder verschlafen hat. Warum kommen “Kleinwagen” für das “Volk” jetzt aus Indien statt aus Europa? Das Wissen war vorhanden. Die Technik war vorhanden. Aber gewollt war es nicht. Die Gründe hierfür bleiben wohl im dunkeln.

    Es ist um jeden Arbeitsplatz schade, der als Folge der Krise verloren geht. Aber diese Krise hätte auch eine Chance sein können. Eine Chance durch Veränderung. Eine Chance in der kleine Unternehmen durch neue Ideen die Wirtschaft hätten verändern können. Eine Chance durch Umbruch und zyklischem Wandel.

    Wir subventionieren eine Industrie die weiter in festgefahrenen Spuren ihre Geschäfte tätigen wird. Willkommen in der kapitalistischen Marktwirtschaft. Oder besser: Willkommen in der (Sozialen-)Marktwirtschaft für Großkonzerne.

    Gute Nacht Deutschland!

    Dies ist eine persönliche Meinung und möchte auch als eine solche Verstanden werden.

  7. Bash sagt:

    Ein Herz für Knot Gollert oder wie? :-D

    Ach und Plural wird nicht apostrophiert DarkVamp…

    Ich geh mal richtig in der Annahme, dass das hier eher ne Kritik an Testmagazinen war, gelle? ;-)

  8. wazi sagt:

    Ich denke nicht, dass es sich hierbei um das Phänomen Internet handelt, sondern vielmehr, dass die Qualität der Zeitungen und Magazine stetig abnehmen.

    Wir beispielsweise konnten in den letzten 2 Jahren einen massiven Zuwachs an Leserschaft und Abonennten verzeichnen :-)
    Auch unsere Bücher werden jetzt mehr verkauft, als früher.

    Man muss seine Medien einfach an die Leserschaft anpassen und verstehen, was sie interessiert und wie sie es aufbereitet sehen wollen.

    Ich persönlich kauf mir nach wie vor gerne diverse Fach-Zeitschriften und lese sie lieber, als dass ich mir die Informationen im Netz zusammen kratze.
    Wenn ich mir diverse Computer-Zeitschriften ansehen, dann kommt mir das Kotzen. Schlecht recherchierte Artikel (oder gar Copy & Paste-Artikel), schlechte bis gar keine Bildretusche und Fotomontage, Typografie teilweise echt grottig zusammen gewürfelt und unleserliche Farb-Kompositionen.

    So braucht sich dann auch keiner wundern, wenn keiner mehr das Heft kauft.

    Das ist halt der große Nachteil, wenn Möchtegern-Grafiker ein Heft mal eben schnell schnell layouten und das vielleicht auch noch im Word passiert ist (ja auch sowas solls leider geben – hab ich alles schon mal gesehen).

  9. HomerNarr sagt:

    Stimme dem ersten posting zu:
    Banken absaufen lassen!
    Wer so nach freiem Kapitalismus schreit, soll ihn am eigenen Leib erfahren.
    Lieber den den davon Betroffenen direkt helfen, denn ich fürchte, wenn man die Banken rettet, das die Jungs weiter machen wie bisher.

    Autobranche:
    Irgenwann ist das Öl auch mal alle, Boris, davon hat man die sicher auch schon in der Schule erzählt.

    Zeitschriften allgemein:
    Informationen aus dem Internet sind schneller und die Qualität der Printmedien hat sich nicht verbessert.
    Wer Nachrichten bei der Bildzeitung abschreibt, hat nix besseres verdient.

    Spielezeitschriften Printmedien und Internet:
    Beide haben mit Glaubwürdigkeit zu kämpfen.
    Boris konnte sich damals(TM) leisten kritischer zu sein, als es die Schreiber heute sein können. Denn die Leute die Werbung schalten, sind auch die die kritiserit werden(sollten aber nicht wirklich werden).
    Lieber klicke ich mich kurz durch die Foren, klicke durch bekannte Blogs und:
    Ich klicke durch die Amazon Bewertungen, denn ehrliche “Tests” gibts zumindest im Print(IMO) nicht mehr. Und online? Ich muss da nicht an den kleinen “Skandal” vor kurzem erinnern, wo auf Druck des Herstellers eine Redakteur einer Onlinezeitschrift gefeuert wurde, weil er eine schlechte Wertung vergeben hat.

  10. fuxx1.0 sagt:

    Ich wüsste nicht, warum man irgendein Videospiel-Käseblatt mit Staatsgeldern vor dem Bankrott retten sollte. Das ist weder kulturell oder sonstwie wichtiges Allgemeingut (in den meisten Redaktionen sitzen ja noch nichtmal Journalisten) noch hängen da so viele Arbeitsplätze dran wie an einer Automobilfirma.

    • …und wieder mal ein Beweis, daß es nicht genügt, Beiträge einfach nur absurd überspitzt zu schreiben und dann “Achtung! Ironie!” draufzuschreiben um sicherzustellen, daß es nicht für bare Münze genommen wird.

  11. NeoLeon sagt:

    Also ich habe mich jetzt extra angemeldet (war bisher passiver Leser), weil man viele Kommentare hier einfach nicht so stehen lassen kann! Dieses ganze leichtsinnige Gerede von “selber schuld”, “die paar Arbeitsplätze”, und sowieso “veraltete Technologien” “hätten schon vor 10 Jahren das supa-dupa-Elektro/NAS/XBOX/IPOD-Auto auf den Markt bringen können, aber verbandelt mit böser Öl-Industrie….

    EH LEUTE: Habt ihr zuviel “Nackte Kanone” geguckt und geglaubt “Dr. Meinheimer” existiert wirklich? Man sollte über Arbeitsplätze die verloren gehen können nicht so einfach hinwegsehen, dahinter stehen Schicksale. Die meisten Leute machen/versuchen zu machen ihre Arbeit. Zeitschriften werden nicht einfach nur nicht gekauft, weil es Internet gibt – da irrt unserer Boris! Das hat auch mit der finanziellen Situation vieler Menschen zu tun, die halt bei solchen Dingen als erstes sparen.

    Trueffeltorf: das glaubt Du doch selber alles nicht wirklich oder? Diese darwinistische Gerede (“Chance durch Veränderung”), gepaart mit Verschwörungsthemen (“…Öl-Firmen…”), Kleinwagen die plötzlich aus Indien kommen sollen (meinst Du diese totale Schrottkarre von Tatra, die es auch noch gar nicht gibt, sondern von einem bekloppten Mafia-Millardär großspurig angekündigt wurde??). Kleinwagen WERDEN hier in Europa produziert, aber Du wirst doch wirklich den Menschen die freie Wahl lassen wollen, was sie für ein Auto kaufen, oder etwa nicht?

  12. Cedric sagt:

    Nicht das einige deiner ehemaligen Kollegen jetzt auf die Idee kommen im Kanzleramt anzurufen Boris. ;-)

    Ne mal im Ernst: Es sieht momentan schlecht aus für die Weltwirtschaft. Aber mal im Ernst: Wundert es überhaupt irgendjemand?

    - Die Banken.. da brauch ich nichts mehr zu sagen glaube. Das haben andere zur Genüge getan. Sie sind es selbst schuld.

    - Die Automobilhersteller… tja liebe Firmen wie BMW, VW, Daimler, & Co. Auch ihr seit es irgendwo schuld. Statt umweltfreundlicher Boliden wie z.B. der Smart, baut ihr richtig dicke SUV die niemand benötigt und nur den Straßenverkehr gefährden. Und sonst auch: In den USA geht der Trend zum Kleinwagen und hier in Europa wird mal kräftig geprotzt. Vielleicht mal überlegen warum sich der Smart in den Staaten so gut verkauft und in Europa nicht.

  13. Providius sagt:

    Solange es möglich ist und möglich sein wird, den Konsum des Westens so kostengünstig wie möglich abzudecken, wird diee Wirtschaft auch nicht mehr wachsen.
    Beispiele:
    kostenlose Donloads (Filme, Spiele MP3 u.s.w.).

    Billigprooduktion von Elektrogeräten in Fernost(China, Taiwan u.s.w.).

    PS:
    Da hilft auch nicht der intelligenteste Banker und schafft keine Abhilfe.

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