Kinorückblick 2008
Ich war viel zu wenig im Kino. Und hab noch weniger darüber gebloggt, obwohl ich das eigentlich gerne mache. Deswegen hier im Schnelldurchlauf und ohne richtige Reihenfolge ein Checkup einiger meiner ungebloggten Kino-Besuche 2008. Maximal einen Absatz pro Film.
The Dark Knight. Bringen wir es hinter uns, zur Steinigung bitte hinten anstellen: Der war gut, aber bei weitem nicht so toll wie alle sagen. Um genau zu sein – der Joker ist auch meiner Meinung nach untoppbar, aber Batman (ich hack mich mal in alle Handys der Stadt) ist ne Lachnummer, unfreiwillig. Und in den letzten dreißig Minuten kippt der Film ganz seltsam um – erst wird haarklein dargestellt, wie “böse” auch die normalen Menschen unter Druck sein können, und dann wird die Fähren-Nummer typisch amerikanisch aufgelöst und sogar die Bösen Buben sind auf einmal Gut…
Ironman. Spannungsabfall: Ich liebte bei aller Absurdität (Herzoperation und Quantenphysik in einer staubigen Höhle in Afghanistan) die erste halbe Stunde und den sehr, sehr zynischen Tony Stark. Dann war er nur noch gut. Das Finale fand ich sterbenslangweilig. Lag vielleicht am Jetlag (in USA gesehen).
Tropic Thunder. Extrem komisch. Insbesondere weil, wenn man denkt “Das ist jetzt zu eklig…” (Ich sag nur Regisseur) dann setzt er noch einen drauf und noch einen… Und der extrem böse Monolog von Downey Jr. zum Thema “Gewinn einen Oscar in dem du…”, der in den USA für Empörung sorgte, außer natürlich bei den wirklich Betroffenen, die wahrscheinlich den Zynismus nicht gegen Behinderte, sondern gegen die Vermarktungsmaschinerie tatsächlich verstanden.
Wall-E. Keiner rendert schöner als Pixar. Wall-E ist der moderne Buster Keaton – einfach unglaublich. Der Plot ist der löchrigste, den Pixar jemals verfilmt hat (da könnte man sooooolche Abhandlungen schreiben), aber es stört nicht, denn man kann sich an den Bildern einfach nicht satt sehen. Und am Sound nicht satt hören. Oscar bitte für Ben Burtt. Muß man in einem Kino mit Digital-Projektion sehen.
Eagle Eye. Au Backe. C-Movie Drehbuch mit A-Movie Production Values. Der ganz große Haken: Der Film nimmt sich und seinen Plot ernst. Als Parodie würde der wahrscheinlich sogar funktionieren. So wie Indiana Jones beispielsweise, wo jede Szene sagt: He, ist nur ein Film, wir wollen nur ein bisschen Spaß haben.
Shine a Light. Großer Film, der leider auch zeigt, daß Mick Jagger schon mal eine bessere Stimme hatte. Bitte nicht auf DVD gucken, der gehört in ein Kino mit guter Tonanlage. Hätte mir aber mehr Hintergrundinfo gewünscht. Die ersten zehn Minuten deuten nur an, wie primadonnenhaft die Stones Marty und Team behandelt haben müssen.
Brügge sehen und sterben. Mein Film des Jahres. Noch nicht gesehen? DVD bitte sofort im gut sortierten Fachhandel kaufen. Mehr hier.

Ich habe “In Bruges” erst vor wenigen Wochen gesehen. Und kann nur Zustimmen … mit ziemlich großen Abstand der Film des Jahres. Selten konnte ein Film so perfekt die Gratwanderung zwischen feinem Witz und tiefgründigem Drama beschreiten. Schauspielerisch großartig, wunderschön gefilmt, zeitweise urkomisch … und dann noch einfach wieder nur tieftraurig. Kommt in meine Liste meiner Lieblingsfilme … und da stehen definitiv nur edlet Tropfen wie zB “The Thin Red Line” oder “There Will Be Blood” drinnen
Danke für die Fünf Filmfreunde – denn 8 Blickwinkel (Vantage Point) hab ich vergessen. Schöne Prämisse, 40 Minuten lang spannend, dann kommt die vierte Wiederholung (gähn), der total vorhersehbare Twist und die bescheurteste Autoverfolgungsjagd der letzten dreissig Jahre, weil nach einer langen Tour alle auf einmal wieder auf der gleichen Kreuzung ankommen, egal ob mit Auto oder zu Fuß! Waaaah!
Und Get Smart natürlich! Achja! Denn der hat mir GEFALLEN! Ehrlich! Bester Lacher des Jahres – die Nummer mit dem Telefonhörer den Max in der Folterkammer wirft. Mit mittleren Erwartungen reingegangen und angenehm überrascht.
Na wenn dir Ironman zumindest gefallen hat, dann solltest du umbedingt noch den neuen Hulk schauen. Der hat mir sogar noch um einiges besser gefallen – was die Logik angeht (in Ironman), hey – es ist eine Comicverfilmung.
Batman empfand ich im Gegensatz zu Dir tatsächlich als Höhepunkt meines Filmjahres, auch ohne auf den Heath-Ledger-Hypezug aufzuspringen.
Wall-E hatte tatsächlich schöne Bilder, aber für meinen Geschmack viel zu wenig Substanz – ein Problem, mit dem Pixar in letzter Zeit meiner unmaßgeblichen Meinung nach immer stärker zu kämpfen hat.
Enttäuschung des Jahres war für mich Will Smith. Sowohl “I am Legend” als blasser Aufguss des Heston-Streifens (mit ein paar zugegebenermaßen beeindruckenden Bildern) als auch und gerade “Hancock” waren Filme, die man sich getrost schenken kann. Nochmal wird mich Herr Smith nicht im Kino treffen.
Mein persönlicher Geheimtipp in diesem Jahr war “Bank Job”, der raffiniert konstruiert war, die Spannung bis zum Schluß hielt und ohne jede großartige Effekthascherei einfach Spaß beim Anschauen gemacht hat.
Bei I am Legend gefiel mir das Ende nicht und Hancock fand ich insgesamt sehr schwach, mein Lieblingsfilm im Jahr 2008 war ohne Frage, hmm welcher war denn mein Lieblingsfilm? Ich kann das so spontan nicht sagen aber 8 Blickwinkel gefiel mir auf jedenfall auch sehr gut.
Boris ich muss sagen, dass Du wirklich Deinen eigenen Geschmack hast
Ich fand beispielsweise Iron Man und Batman voll genial und Brügge sehen und sterben sowie Wall-E eher mittelprächtig.
Aber was wäre die Welt wenn wir alle das gleich mögen würden!
Zumindest bei Quantum Trost verstehen wir uns ^^
Mir fehlt hier irgendwie der Kommentar zu Indy, den hattest Du doch auch hier besprochen… weil ne Highlight-Liste ist das hier doch grad nicht, oder?
Ich hab einen anderen Geschmack und deshalb spar ich mir eingehende Kommentare zu den Filmen und guck mal, ob mir Brügge gefällt oder nicht. Na jedenfalls bin ich für TDK 8 Stunden mit dem Zug nach Berlin gefahren, um ihm im IMAX (dem einzigen in Deutschland) sehen zu können. Das war in jedem Fall ein Erlebnis für sich. Und das NACHDEM ich den Screener geschaut habe. Das ist doch mal eine Ansage…
Zu “The Dark Knight”: Steinigen ist da ganz und gar nicht angesagt, denn der Film wurde wirklich zu hoch gelobt. Gerade im Vergleich zum Vorgänger fand ich ihn etwas enttäuschend, liegt einfach daran dass er mir viel zu sehr in eine “realistische” Richtung geht und scheinbar versucht alles comichafte abzustreifen. Bei “Batman Begins” ging das noch in Ordnung, hier wird’s meiner Ansicht nach übertrieben! (meine Benotung: 3-)
Zu “Iron Man”: Steht auf Platz 4 meiner TOP-Kinofilme von 2008. Ich fand den einfach klasse, Downey Jr. ist die perfekte Besetzung und ich hab selten so viel Spaß gehabt bei der Entstehung eines Superhelden. Schade dass er im Kino geschnitten war.. :/ (meine Benotung: 2+)
Zu “Tropic Thunder”: Vieles hat mir gut gefallen, einige Gags zündeten bei mir aber leider auch gar nicht. (meine Benotung: 3)
Zu “Wall-E”: Mein Kinofilm des Jahres 2008!! Allein der knuffige Wall-E selbst ist doch einfach nur der Hammer, ich hätte ihm stundenlang bei seinen Abenteuern zuschauen können..
(meine Benotung: 1)
Zu “Eagle Eye”, “Shine a Light” und “Brügge sehen und sterben”: Habe ich alle drei nicht gesehen, zumindest letzteren werd ich aber garantiert noch nachholen.
Falls Du mal meine TOPs und FLOPs sehen magst:
http://tiuri.myblog.de/tiuri/art/297134924
Gruß,
Thommy