Nostalgie Anfall

Von Boris, Di, 13. Jan 2009 22:59

Ich weiß nicht warum, aber heute Abend hatte ich den unstillbaren Drang, mir den PC Player Jahrgang 1993 mal vorzunehmen. Als ich Ende 96 die PC Player in Richtung Microsoft verließ, hatte die Redaktion mir alle erschienenen Hefte in schöne Bücher binden lassen, so daß ich mit einem dicken Wälzer am Esstisch staunte. Wie viel man doch vergessen kann!

Was Hardware damals gekostet hat, geht auf keine Kuhhaut (CD-ROMs, Soundkarten, Grafikkarten – alles im Bereich von mehreren Hundert Mark). Davon, daß 40 MHz als extrem schnell galten, will ich gar nicht reden. Erschreckend sind Worte wie “detailreich” und “realistisch” unter Bildschirmfotos mit einer Handvoll unsauberer Polygone.

CD-ROM-Laufwerke erforderten oft noch Cartridges, in die die CD eingelegt werden mußte. Grafik-Karten, die Beschleunigungs-Funktionen (2D!) für Windows hatten, bremsten DOS-Spiele aus. Es gab einen Kampf um den Markennamen Soundblaster. Mit CONFIG.SYS Tricksereien holte man sich noch 20 Kilobyte (ja, KILObyte) mehr Speicher für ein Spiel und staunte über Windows mit 8 Megabyte Speicher, bei dem sich Spiele dann richtig austoben können.

Am spannendesten finde ich aber – die Spielepreise. Unter 70 Mark gab es fast nichts aktuelles, und 100 Mark für Top-Neuheiten aus USA wie Ultima 7 oder Wing Commander 2 waren durchaus möglich. Eine Shareware-Sammlung (400 Demos, eine Vollversion) auf CD-ROM durfte ebenfalls ungestraft 100 Mark kosten. Inflationsbereinigt zahlt man heute auch für Top-Spiele auf Konsole mit zigmal höherem Entwicklungsaufwand deutlich weniger – wenn ich richtig rechne, ist die Inflationsrate von 1993 auf 2007 1,47 – die Kaufkraft von 100 Mark damals entspricht also 68,02 Mark oder 34,78 Euro. Umgekehrt würde ein 100 Mark teures Produkt dann heute 75 Euro kosten. Ein Nintendo-Modul mit 1993-Preisen um 120 bis 140 Mark sprengt dann schon die 100-Euro-Marke.

Und das alles bei deutlich kleinerem Spielwitz. Denn wenn man sich auch so gerne an die Perlen der 90er-Jahre zurückerinnert (sofern man alt genug ist): Mann, war damals viel Müll dabei, den man heute nicht mal mit der Kneifzange anfassen würde.

So, ich blätter mal weiter, bin bei der April-Ausgabe hängengeblieben, um das hier mal schnell reinzuhacken (und die Inflationsrate auszurechnen)…

83 Antworten für “Nostalgie Anfall”

  1. akira62 sagt:

    Hach, das waren noch Zeiten. Ich muss gestehen, dass ich meine PC-Player Sammlung (alle Jahrgänge) beim letzten Umzug weggeworfen habe, da Sie zu viel Platz im Keller eingenommen haben, und man ja heute die Infos aus dem Internet zieht. Aber einen Nostalgieanfall hatte ich heute auch habe meine Dreamcast, Saturn an mein neues Heimkino angeschlossen um zu sehen wie das mit der “alten” Hardware aussieht. Nicht schlecht kann ich da nur sagen. Übrigens habe ich mir damals aufgrund eurer Empfehlung für Wing Commander 2 meinen PC Aufgerüstet, das gab Stress mit den Eltern.

  2. Stefan sagt:

    Tja, habe irgendwie das gleiche Problem. Bei mir stapeln sich auch noch alle PCPs seit 08/96 bis zum bitteren Ende der PCP. Nur was tun damit? Habe lustigerweise noch vor zwei Tagen darüber nachgedacht. Nostalgie schön und gut, aber die ganzen Kisten sind doch auf die Dauer schon ganz schön sperrig… ;)

  3. momo sagt:

    Zufällig hatte ich wiederum heute (ohne Mist) Monkey Island 1 auf der ScummVM “nachgeschaut”. War wohl ein nostalgischer Tag.

    Aber jetzt kommts: Im Zuge dessen habe ich dann ein bisschen in der Wikipedia nach den Lucasfilm-/LucasArts-Spielen geschaut – bis ich am Ende auf den Artikel “Deppenleerzeichen” kam. So schließt sich der Kreis :)

  4. Ben sagt:

    Zwei kleine nostalgische Anmerkungen:
    - der Preisverfall bei Spielen war damals weder so schnell, noch so extrem wie heute (10€ Verwurstung im Erscheinungsjahr, die ganzen Vollversionen-Coverdiscs)
    - man hat allerdings _wesentlich_ weniger Spiele gekauft und gespielt, weil einfach auch die Auswahl längst nicht bei den heutigen Dimensionen war,
    - entsprechend ist heute der Absatz enorm gestiegen, auch durch die stetig grössere Anzahl an Spielern/Spielerinnen

  5. Deus ex machina sagt:

    Das erinnert mich gerade an die Aufrüstung von meinem Amiga 500 mit 1 MB RAM, zu der Zeit waren das die 4 GB von heute. Monkey Island, Indiana Jones, Dune, North & South und Wings of Fury, wenn ich daran zurückdenke werde ich fast schon etwas melancholisch.

  6. spanksen sagt:

    Ich blicke ja lieber noch ein Stück weiter in die Vergangenheit, wie z.B. an die Zeiten der guten alten Powerplay. In diesem Zusammenhang wollte ich dich fragen ob du dich eventuell dafür einsetzen könntest das “Nebulus” endlich in einer aufgemotzen Version für XBLA umgesetzt wird, immerhin fandest du das Game ja früher auch mal ganz gut ;-) Gruß Spank

    http://www.northsiderecords.de/nebulus.jpg

  7. XeroX sagt:

    Man waren die Nintendo Module teuer. Fällt heute gar nicht mehr so auf, jedoch waren die Konsolen deutlich billiger.

    Gibts die PC Player eigentlich noch :x ? Dürfte man davon vielleicht mal eine Lesen ? :P

  8. El Pazerino sagt:

    Ich war damals ein Nintendo-User und hab mir daher die TOTAL gekauft, ich hab die Hefte heute noch und werd sie mir wohl mal wieder ansehen (hab ich viel zu lange nicht mehr getan).

    Bin gespannt was da bei mir für Erinnerungen wach werden.

    Preislich geb ich dir aber vollkommen recht, ich hab mir damals Super Streetfigther um 1.200 Schilling = 87 Euro gekauft.

  9. Falcon030 sagt:

    Naja, sooo klein war der Spielwitz nun auch wieder nicht.
    Natürlich gab es rückblickend einige Blender (auch ich hab mir extra für Rebel Assault mit seiner “fotorealistischen Grafik wie im Kino” ein CD-Rom-Laufwerk zugelegt), aber etliche Spiele kann man auch heute noch mit Begeisterung einlegen, sofern man nicht auf reine Grafikorgien fixiert ist.

    • Klar, es gab jeden Monat ein, zwei gute Spiele, aber sobald wir nicht mehr von den richtig guten reden fällt die Qualität ins (heute gesehen) Bodenlose. Vielleicht mach ich morgen mal ‘ne Liste von Titeln. Auf ein Monkey Island 2 kommen halt auch ein Rex Nebular und ein Ringworld und…

    • Bash sagt:

      Ich spiele seit Erscheinen alle zwei Jahre immer mal wieder Colonization. Das muss unbedingt auf die Liste :-)

      Zum Thema: ich finde 60 Euro für ein Spiel trotzdem zu teuer. Man müsste hier mal die Auflagenzahlen miteinander vergleichen, die Anzahl Mitarbeiter, die Anzahl der Spieleschmieden und Konzerne etc. pp…

      Klar war das damals alles teurer aber dafür erschienen auch noch Spiele mit richtigem Mehrwert… heute ist doch alles Fortsetzung von den Dingen, die damals erfunden wurden.

      Magic Carpet hätte heute keine Chance…

  10. Melvin sagt:

    Damals…. ich kann mich noch genau erinnern… Quantum Fireball 1,2gb – 419DM.
    Damit “Rise of the Triads” lief brauchte ich 8mb Ram. Als ein Kumpel in einem PC Laden sein Praktikum machte, kam ich endlich “günstig” an die fehlenden 4mb Ram für viel zu viel Geld.

    Aber meine schönste Erinnerung hat etwas mit meinem Soundblaster 16 zu tun. Ich bekam die Karte zu Weihnachten und habe sie natürlich direkt eingebaut. Alles lief ohne Probleme. (IRQ7, DMA9,… gab es noch was bei Soundkarten?).
    Am nächsten Wochenende sollte es eine Lan Session (BNC Kabel FTW) geben und ich baute meinen PC auf. Leider ging beim Setup von Duke Nukem 3D nur noch 8bit und kein 16bit Sound. Ich war am Boden zerstört.
    Nach 2 Stunden herumtüfteln schraubt wir den PC auf. Was war passiert?
    Die Soundkarte steckte nur noch halb im Slot. Nur der 8bit Teil hatte Kontakt und der 16bit Teil hing über dem Slot.

    Ich finde man merkt, dass man alt ist wenn der erste 3d Shooter Doom / Wolfen-”Stone” war und die Anderen alle von CS reden. ^^

  11. Rohal sagt:

    *Seufz* … Mehr davon!
    So einen Wälzer hätte ich ja auch gerne. Also falls Du den irgendwann nicht mehr brauchst… ;-)

  12. fubu sagt:

    Hi,

    du rechnest falsch. Die Inflationsrate von 1993 auf 2007 ist 1,303…

    Gruß,

    Mathe-fubu

  13. DerVMANN sagt:

    Oh ja…der Ärger mit verständislosen Eltern, wenn es darum ging, den PC aufzurüsten, weil das F1 Grand Prix von Microprose dann viel besser aussehen würde, an den kann ich mich auch noch lebhaft erinnern. :D

    Vor kurzem hielt ich eine 2GB SD-Karte in der Hand und dachte darüber nach, wie man damals noch Programme und Spiele schweren Herzens von seiner Platte löschen musste, damit das neue Spiel/Programm auf die 20MB Platte passte, die verhältnismässig die Ausmaße eines LKWs hatte.

    Zugabe: Wer deutschen HipHop hört, gerät bei der Dendemann-Zeile “…und wär HipHop C64, wär das hier Commando Lybia” zwangsläufig ins Nostalgieren. :)

  14. mindVex sagt:

    Ja, in Nostalgie schwelgen ist schon was schönes. Bei Spielen darf man nur den Fehler nicht machen, und die alten Sachen per Emulator nochmal zurück ins Leben zu rufen. Man verdirbt sich damit leider oft viele gute Erinnerungen (weil es eben dann doch nicht mehr so ganz up-to-date ist) und emuliert hat das ganze dann noch nicht mal annähernd den Charme wie auf der damaligen Hardware.

  15. HomerNarr sagt:

    IIRC hast du doch schon an der “64er” mitgemacht oder?
    Gut, einiges was damals ein Renner war würde zumindest die “Jugend von Heute” nicht mit dem Arsch(sorry) anschauen, aber andererseits wurde noch die eigene Fantasie gefordert. Ein altes Ultima sah nicht toll aus, aber konnte sehr lange fesseln.
    Oder die Lucasartsadventures, die wirklich noch einen tollen Humor hatten. Auch die deutsche Version war wunderbar.
    Danke an den Übersetzer…
    ;)

    Was die Preise betrifft möchte ich aber noch einwerfen, das der Markt inzwischen deutlich größer geworden ist.
    Nicht mehr nur Nerds haben Computer zuhause.
    So ist die Gewinnspanne geringer, aber sie wird von der größeren Menge an Verkäufen wieder gedeckt.
    OK, damals waren die Produkte günstiger herzustellen, aber dafür mussten auch nicht so viele verkauft werden.
    Wenn heute der Hersteller jammert 1.5 Mio Verkäufe sind zuwenig, dann bleibt mir schon die Spucke weg.
    Leider ist inzwischen auch zur Regel geworden unfertiges Material auszuliefern, so das man IMHO schlecht noch mehr Geld fordern kann.
    Und von DRM (die Pest ehrlicher Käufer) fange ich gar nicht erst an.

  16. hdgamer sagt:

    Jaja – die guten alten Zeiten, als man für die Strike Commander Demo noch den PC aufgeschraubt hat um den IRQ der Soundblaster 2.0 korrekt einzustellen (denn die Demo funktionierte nur mit dem richtigen IRQ und verweigerte ansonsten nicht nur den Sound).
    Noch nostalgischer wurde es mir aber zumute als ich vor ein paar Tagen auf Tom´s Hardware einen Bericht über Brotkästen gelesen habe. Der Bericht ist eigentlicht unter aller Sau ( eher ne Bilderreihe als ein Bericht ). Aber die Kommentare der Leser … ach war das ne schöne Jugendzeit.
    http://www.tomshardware.com/de/fotoreportage/26-C64-Commodore-64-C128.html#xtor=RSS-122

  17. DarkVamp sagt:

    Für mich ist WingCommander2 immer noch eines der herausragendsten Spiele aller Zeiten. Nur dafür habe ich damals meinen ersten PC gekauft (neben diversen SIERRA ONLINE Spielen). Bei meinen Eltern auf dem Dachboden sollten auch noch PowerPlayer Ausgaben und Happy Computer dazu liegen :-) Und vor allem die Erstausgabe der PlayTime mit den miesesten Bildschirmfotos der Geschichte !

  18. BongoUser sagt:

    Oh ja, die gute alte PC-Player Zeit :) Gerne erinnere mich auch zurück wenn ich mal wieder ein altes PC-Player Heft zwischen die Finger bekomme.
    An alle “alten” PC-Player Fans. Viele Infos von damals gibt noch auf der PC-Player Forever Seite: http://www.pcplayer.de/

    …. und es war bis heute die einzig gute PC Games Zeitung.

  19. marjel sagt:

    Ich habe die Erstausgabe der PCPlayer aufbewahrt. Zu der Zeit kostete ein CD-Rom-Laufwerk ziemlich genau Lesegeschwindigkeitsfaktor * 100, ich schwankte dann zwischen 3-fach und 4-fach und habe 4-fach genommen. Schon damals musste man für fast jedes Spiel auch neue Hardware kaufen.
    Ich hatte für Rebel Assault sogar einen 17 Zoll Farbmonitor für DM 1050,- angeschafft, weil der Schwarzweiss-VGA das rote Zielkreuz nicht angezeigt hatte. Für TombRaider(1) musste dann eine Voodoo-Karte her, nur um Bilineares Filtern zu ermöglichen, damit sah das Spiel aber gleich 2 Klassen besser aus als auf der PSX.
    Wenn man das zu den Spielepreisen dazurechnet, hätte ich auch locker Module kaufen können, dann aber bestimmt nicht Programmieren gelernt und Informatik studiert (Wer weiß, vielleicht wäre sonst auch ein guter Anwalt dabei rumgekommen).
    Jetzt ist der PC nur noch Arbeitsgerät. Die letzte Aufrüstung erfuhr mein PC 2003 für Half Life 2. Danach ka Gamecube, GBA, NDS, N64 und XBOX 360 (alles zusammen immer noch billiger als die jährlichen Rechnerupgrades).

    • NeoLeon sagt:

      Interessant! Genau wir bei mir! Nach meinen letzten Supa-Dupa- GEForce xyzw Karte für 399.- EUR habe ich mir auch geschworen “nie wieder kaufst Du dir einen Desktop-Rechner und rüstests den regelmässig auf”. Das habe ich auch nicht getan, das ganze Klump verkauft und seitdem nur noch Notebooks und diverse Konsolen.

      Seitdem die Notebooks auch durch immer kompliziertere und umfangreichere Spieleinstallationen nicht mehr belastet sind, laufen die Teile ohne Probleme – sogar mit Windows Vista.

  20. Starkiller sagt:

    Mir ist auch schon aufgefallen das Spielepreise in den letzten 15 Jahren quasi nicht zugenommen haben.

    Einer der Gründe dürfte sicherlich sein das schon jetzt viele Leute jeden Grund suchen um ein Spiel “kopieren” zu dürfen, weil der Kopierschutz böse ist, weil man Internet dafür braucht, weil der Vorgänger bestimmt besser war, oder sonstwas, “zu teuer” ist da schon seit 20 Jahren (oder länger) ein beliebtes Argument. Daher wird der Preis aus Angst Kunden zu vergraulen gehalten.

    Der andere Grund warum Spiele inflationsbereinigt über die Jahre sogar billiger geworden sind, dürfte sein weil heute andere Stückzahlen abgesetzt werden. Es gab Zeiten da waren 100.000 verkaufte Kopien ein Topseller, heute wird das Geld über die Masse reingeholt, Toptitel verkaufen sich meist im einstelligen Millionenbereich.

  21. Ich bitte zu bedenken, daß viele der Spiele, die damals für hundert Mark über den Tisch gingen, von Teams mit vielleicht zwölf Leuten programmiert wurden (Wing Commander mal ausgenommen), während man heute mit zwölf Menschen selten ein Nintendo DS Modul stemmt. Und die haben damals auch in der Regel nur zehn Monate und nicht zwei Jahre an einem Titel gearbeitet. Die Entwicklungskosten sind heutzutage also um ein Vielfaches höher als 1993, trotzdem sind die Preise gefallen. (Andererseits ist auch die Produktausstattung in der Regel geringer, damals gab es bei manchen Titeln richtig schöne Handbücher…)

    • BongoUser sagt:

      Richtig, die Anforderungen der Gamer sind heute auch andere. Früher kam ein Game auf 4 Disketten und es zählten keine grafischen Effekte oder ähnliches. Natürlich achtete man auf sowas, aber heute werden Spiele (von Spielern) als “schlecht” eingestuft weil sie nicht dem neusten Standard entsprechen, auch wenn das Game an sich she gut ist.
      Aber nur weil ein Spiel in 576p statt in 720p oder 1080i läuft muss es nicht gleich schlecht sein. Andererseits wurden damals mit wenig Geld viel gemacht.

  22. mindVex sagt:

    Wegen den “hohen Preisen”: klar waren früher die Spiele nicht so aufwändig und es werkelten weniger Leute daran. Aber damals mussten diese Kosten ja auch von wesentlich weniger Käufern getragen werden. Inzwischen kaufen ja auch *wesentlich* mehr Leute Videospiele, so dass sich das natürlich schon sehr viel weiter verteilt.

  23. Falcon030 sagt:

    Argh, die Produktausstattung. Ganz wunder Punkt.
    In der Ultima-Schachtel lag eine Stoff-Landkarte. Infocom lieferte in jedem Spiel lustige Goodies mit. Wingcommander hatte Konstruktionszeichnungen der Raumschiffe. Von den umfangreichen und oft liebevoll illustrierten Handbüchern will ich hier ganz schweigen. Natürlich war das auch nicht bei jedem Titel so, aber bei den guten Spielen eben doch.
    Wenn ich heute was Adäquates will, muss ich schon zur Limited Collectors Edition greifen, die dann in der Regel aber auch gleich nochmal 20 Euro mehr kostet.
    Ausserdem finde ich bis heute trotz des zugegebenermaßen höheren Platzbedarfs die damaligen Kartonverpackungen schöner als die DVD-Hüllen.

  24. easy.2ci sagt:

    Boris, wenn ich mich an die frühen 90er erinnern und das Durchblättern der alten PCPlayer, fällt mir als folgende Frage ein:

    Wo sind deine langen Haare hin? Das -Johne kam und die Haare wichen?

  25. Starkiller sagt:

    ich wollte auch nicht den Eindruck entstehen lassen, als würden Publisher mittlerweile viel zu viel für ihre Titel verlangen. Sicherlich wird mit Spielen mehr Geld “umgesetzt” als früher, die Entwicklungskosten sind aber X-fach gestiegen, hinzu kommen Lizenzkosten und oftmals sehr teure Werbekampanien.

  26. NeoLeon sagt:

    Heute gibts aber genau denselben Mist zu kaufen wie damals! Zwar bietet heute fast jedes Spiel opulente, geshadete, antialiased und was weiß-ich-noch Grafik, trotzdem kommen dann solche Null-Nummern wie “Assasins Creed” raus. Einmal anspielen, Grafik perfekt, ein paar Missionen durchziehen – gääääähnende Langeweile und man holt die DVD wieder aus der Konsole und verkauft das Spiel.

    Wen ich überlege, welche Spiele z.B. auf der 360 wirklich von mir (und wahrscheinlich auch anderen) sehr viel gespielt werden (Beispiel GRAW2, COD4, FIFA09) kann ich die an einer Hand abzählen.

    Und das die Preise deshalb natürlich auch nicht steigen dürfen ist soch klar! Wobei ich ca. 65-70.- EUR für ein 360/PS3-Spiel doch eigentlich schon für arg überteuert halte.

  27. Mibran sagt:

    Ja, die PC-Player, ich war Leser der ersten Stunde, neben der Powerplay und dem Joker. Mein C64 wanderte 1990 wegen “Wing Commander” in Pension, ein 286er mit 1 MB RAM und 40 MB Festplatte mußte her. Habe die PC-Player stets gern gelesen, jedenfalls bis ich vor lauter Wertungen nur noch “Sternchen” sah ;-)

    “Andererseits ist auch die Produktausstattung in der Regel geringer”

    Nahezu jedes Spiel kam in einer (oftmals sogar geprägten) Kartonschachtel und besaß ein echtes Handbuch. Und das gezwungenermaßen: Erst neulich fiel mir auf, dass man unter “Tutorial” seinerzeit höchstens die ersten Handbuchseiten verstand. Wenn ich heute noch einmal “Battle Isle” einlege, stehe ich bedienungstechnisch erst einmal im Wald: Button-Popups, Bedienungshilfen oder eine Einführung? Fehlanzeige.

    “Und die haben damals auch in der Regel nur zehn Monate und nicht zwei Jahre an einem Titel gearbeitet.”

    War das nicht Richard Garriotts Erstlingswerk “Akalabeth” (ok, das war 1980), das anfangs nur in Form einer Diskette und einer bedruckten Pappe in selbst geschnürten Klarsichtbeuteln im Regal stand? Selbst 1993 konnte ein angehendes Spieletalent (z.B. Chris Roberts) noch fast in Eigenregie ein nettes kleines Spiel zusammenklopfen und sein Machwerk ähnlich wie Garriott nach gutem Zureden von einem lokalen Spielehändler auf Kommission ins Regal stellen lassen. Und trotzdem bekannt werden.

    Ok, mit XNA ginge das heute theoretisch auch, und sofern es das Community Program jemals nach Deutschland schafft, sogar ohne den Händler. Allerdings ist das Publikum grafisch und akustisch dermaßen verwöhnt, dass es viele Homebrew-Titel nicht mit der Kneifzange anfassen würde, wenn nicht mindestens ein guter Grafiker (oder Shaderprogrammierer) mit im Boot sitzt…

  28. Jongie sagt:

    Heute wird dafür im Gegenzug in ganz anderen Dimensionen produziert. Ich denke die Stückzahlen von einem Blockbuster in der heutigen Zeit stehen im selben Verhältnis wie die des Speichers von damals und heute… ;)

    Nicht umsonst hat die Branche jedes Jahr ganz gute Zuwächse!

    Schade ist es um die kleinen Entwicklerteams, die früher doch bessere Chancen hatten als heute. Heute haben die ‘Großen Geldgeber’ viel zu viel Einfluß. Aber das ist ja wiederum in der ganzen globalen Wirtschaft der Fall und steht hier auch nicht zur Debatte.

    Früher war alles besser… oder nicht!? :D

  29. Brommel sagt:

    LOAD”*”,8,1
    RUN

    Habe jetzt endlich ein SCART Kabel bekommen um meinen guten/alten C64 am modernen TV in Betrieb nehmen zu können :o )
    Gott ist das vielleicht viel Gelump für die drei Pixel und nicht mal 1MHz. Hatte das schon vollkommen vergessen.

    Geht doch nichts über eine Runde Paradroid auf dem Brotkasten. Sogar mein Action Replay funzt noch *freu*
    Irgend wie lässt mich dieses TAK TAK TAK der Floppy immer noch freudig grinsen (aber nur in Verbindung mit einem AR)
    OK, mein EMU auf der BOX kann das auch aber das ist nicht das selbe.
    Und einem Competition Pro macht es gleich 10x mehr Spaß als mit einem Pad ;o)

    Gruß
    Brommel

    PS: Mal sehen welche Schätzchen ich noch so in den Diskettenboxen so entdecke :o )

  30. eiti sagt:

    Naja, bei de Vergleich fällt doch so einiges unter den Tisch (unterschiedliche Produktivitäten, Skaleneffekte, Enwicklung der Branche, allgemeine wirtschaftliche Enticklung, Absatzzahlen) und die Inflationsbereinigung stimmt nicht so ganz wegen des Basisjahres. Den Kern der Aussage sehe ich zwar, aber so wirklich überraschend ist das ja nicht.

  31. Ron Nanko sagt:

    Nostalgie ist doch immer etwas feines. Wie einer meiner Vorredner aber schon sagte: wenn man sich die Spiele von damals anschaut, können leicht Illusionen zerstört werden. Pitfall 2 hat mich damals stundenlang beschäftigt und würde es heute auch wieder tun – vor Entsetzen, womit ich meine Zeit verbracht habe :)

    Aber unvergessen natürlich die ganzen liebevoll gestalteten Spiele wie Ultima (die Stoffkarte aus dem vierten Teil hängt hier heute noch an meiner Pinnwand) oder Zak McKracken (mit der genialen Zeitungsbeilage, die ich ebenfalls niemals wegschmeissen könnte).

    Bei der Preisberechnung sollte man allerdings vielleicht noch den Faktor Spieldauer mit einbeziehen. Ich habe das rein subjektive Gefühl, dass die Spiele heutzutage schneller “durch” sind als früher. Aber auch das mag mit den nostalgisch-verklärten Erinnerungen zusammen hängen…

  32. DarkVamp sagt:

    Ich denke ich werde mir am Wochenende nochmal den ATARI JAGUAR aus dem Keller holen… Da ist noch ein in Deutschland inidziertes sehr altes 3DSpiel im Schrank bei dem die teils deutsche Sprachausgabe einfach nur genial ist :-)

  33. Bin zwar noch nicht so alt wie Du, aber ich schmöker regelmäßig in meiner alten Zeitschriftensammlung. Gerade gestern habe ich auf der Toilette eine Mega Fun von 1993 gelesen ^^

  34. Lain sagt:

    Es ist doch kein Wunder, dass Spiele vergleichsweise günstig sind trotz gestiegener Produktionskosten. Schließlich sind sie in der Mitte der Gesellschaft angekommen und es können daher viel mehr Einheiten abgesetzt werden…

  35. troopers sagt:

    Hmm, ja schöne alte Zeit. Mein Wing Commander 3 hatte damals – neu rausgekommen bei einem großem Kaufhaus 89,90DM gekostet, mit dabei waren 3 CDs(das Spiel eben), fette Handbücher, ein fetter Karton und und und.

    Heute, für 60Eur, eine DVD Hülle, mit einem – wenns hoch kommt 20 Seiten Boooklet in schwarzweiß.

    Ach, neben Monkey Island, Indiana Jones gabs noch Day of the Tentacle und und und, alles geniale Spiele. Die heutigen – so meine Meinung, sind nicht wirklich mehr so prickelnd.

  36. PrinzJohnny99 sagt:

    Bei mir staubt es beim schmökern noch ein bisschen mehr. Meine PowerPlay-Sammlung hat diesen Monat sein 20-jähriges Jubiläum (erste Ausgabe 01/89), leider nicht in einer gebundenen Ausgabe sondern als Einzelausgaben in vier großen Stapeln auf meinem Regal.
    Ich blättere die letzten Tage immer mal wieder in den alten Heften rum und bin erstaunt, dass ich mich noch fast genauso für die alten Spiele begeistern wie damals. Ich habe dann auch gleich mal wieder eine Runde “Project Firestart” gespielt, das fast schon ein Vorläufer von “Dead Space” sein kann.
    Jedenfalls kann ich ruhigen Gewissens behaupten, dass wir uns in den letzten 20 Jahren optisch gut gemacht haben (auch wenn wir etwas mopsiger geworden sind ;-) ).

    In diesem Sinne auf die nächsten 20 Jahre, und das wir weiterhin so gut altern.

  37. Bin gerade bei meinem berühmten “7th Guest” Test angelangt und stelle mit Erstaunen fest, daß die unverbindliche Preisempfehlung dafür 199 Mark war. Uff! Das Preis/Leistungs-Verhältnis bei Professor Layton ist da doch ein wenig vorteilhafter.

    • derKlaus sagt:

      Das war echt der Hammer. Wegen diesem – Verzeihung – Kackspiel hatte sich ein damaliger freund extra ein CD-Rom geholt. Dieses Komische Mitsumi CD-ROM zum aufklappen. Und dann war der Titel absolut Rock-Bottom. Nunja, Frustriert weiterverkauft und wir sind dann wieder ans MegaDrive zum Streets of Rage Zocken…
      Nunja, ich hab richtig viel Kohle für Mortal Kombat 3 fürs SuperNES gelöhnt (waren glaub ich 170 Euro). Tat weh, hat aber auch viel Spaß gemacht.

  38. Nik sagt:

    Ähm, diese UVPs hat aber damals nun wirklich selten jemand in dieser Höhe bezahlt. Und der Umsatz von damals und heute ist doch um Klassen anders.

  39. DarkVamp sagt:

    Tip von mir !

    Die Leute von ScummVM haben gerade THE 7TH GUEST auf allen System zum laufen gebraucht und so kannst Du das Spiel sogar unter VISTA und Co laufen lassen.

  40. Mich überkommt die Nostalgie immer wieder, weil 90% aller heute produzierten Spiele mit Ideenlosigkeit und Langeweile glänzen, gepaart mit einer hervorragenden Grafik. Nur davon habe ich dann auch nicht viel davon. Was heute alles als Blockbuster bezeichnet wird, und sich zudem millionenfach verkauft wird, dabei aber eigentlich nur ein lauer Aufguss alter Spiele sind, ich muss oft den Kopf darüber schütteln. Tja, aber das haben Konsolen hervorragend geschaft: sie haben die Spieler banaler, ideenloser, gewalttätiger und heroischer gemacht. Kein Trend den ich wirklich unterstützen will. Eigentlich genau dasselbe Konzept dass Hollywood schon seit langem verfolgt: gute PR macht eine Menge wett, auch wenn ein Drehbuch dem anderen gleich. Gears of War 2 ist ein guter Singleplayer Shooter, 6h Spass das war es dann aber auch. Und dafür 60 Euro hinlegen? Eure Branche hat sich genau wie die Musik- und Filmindustrie in eine Sackgasse gefahren. Denn langfristig werden die Kunden nicht mehr bereit sein, 60 Euro für ein Spiel zu bezahlen, dass maximal 10h unterhält, wenn es im Internet massig (legale!) Gratisspiele gibt die anstelle von Grafik mit Spielspass glänzen. Und für die Entwickler wird das finanzielle Risiko auch immer grösser. Wo wäre heute Rockstar wenn ihr GTA 4 Fiasko sich nicht auf den PC beschränkt hätte, sprich die Konsolenversionen genauso Probleme bereitet hätten? Ich vermute sie wären ein Übernahmekandidat von EA, und was dann mit einem Studio passiert weiss jeder Branchenkenner. Sequels, Adons, Abzocker DLCs, ich bekomme echt das Kotzen. Massgeblich das gefördert hat EA und Microsoft (mit dem Xbox Live Marketplace). Daher frage ich mich, wie du dich bei einer solchen Firma wohl fühlen kannst, bedenkt man dein Werdegang Boris. Aber das ist dein Ding.

    • Romantische Verklärung. Damals gab es genau das Gleiche, was du anprangerst. Sequels. Filmumsetzungen, schlechte Spiele für viel Geld und PDLC: Zum Beispiel “Speechpacks” für umgerechnet 30 Euro, bei denen man zu Strike Commander und anderen Produkten die Sprachausgabe (in der Regel nur ein paar Minuten Dialog) nachkaufen mußte. Kein Witz.

      • Bash sagt:

        “Commander, although I’m glad you made it back alive…”

        DX2-66, ein Jahr lang nur Strike Commander.

        Und Jahre vorher auf dem Atari-ST F-15 Strike Eagle II bis zum Umfallen.

        Ich bin so alt *heul*

        :-D

      • DarkVamp sagt:

        Nunja :-)

        Dieses Modulsytem gibts ja nun bei der XBox360 auch.
        Leute die kein BluRay wollen kaufen es nicht.

        Wer damals keine Soundblaster Karte hate (ja es gab noch Adlib!) oder nur zu wenig Ram der brauchte auch keine Speech Packs :-)

      • JonnyD sagt:

        Oh man, wie gerne hätte ich eine Fortsetzung zu Strike Commander gehabt. Ich war aber süchtig nach fast allen Spielen von Origin und bin auch schuldig alle Speechpacks und Zusatzmissionen für Strike und WingCommander zu kaufen. Die hatten auch meiner Meinung nach den besten Slogan für eine Spieleschmiede “We create Worlds”.

  41. WaveTwistah sagt:

    Ich glaube nicht, dass die Spiele heute so viel schlechter sind. Ich bin 24 und habe damals als ersten shooter auch wolfenstein gespielt, mit 9 bei meinem Kumpel, natürlich war das ein hammer Spiel, aber ich kann mich für die meisten Spiele heute noch genauso begeistern wie damals. Ich glaube eher das liegt bei vielen Leuten daran, dass sie sich nicht mehr so auf die Spiele einlassen wie damals.
    Kürzer sind die Spiele heute auch nicht, ich habe früher in den Ferien Indiana Jones 4 und Monkey Island an einem Tag durchgespielt, man hat halt nur länger dran gerätselt, wenn man es das erste Mal gespielt hat.
    Die Spielepreise heute gehen okay, ich muß zugeben, dass ich mir früher kaum spiele gekauft hab, aber für einen Schüler sind 90 Mark auch was anderes als für einen Berufstätigen 60 Euro.

  42. KEKSi sagt:

    also ich game schon seit den frühen atari zeiten und habe so ziemlich jedes system gespielt und besessen das auf den markt kam.

    früher, als kind bei den eltern wohnend, hatte man das geld für dieses hobby übrig. es tat einem schon manchmal weh aber wenn ich ehrlich bin kam es mir damals nicht so teuer vor wie heute.

    als ich damals meinen pc regelmäßig aufbohrte, sind schon wochen des sparens voran gegangen, aber das war nichts im verlgeich zu 2000-2005 wo man wirklich oft gezwungen war durch neue titel neue hardware zu kaufen.

    heute muss man, um beim pc zu bleiben, locker 3000€ investieren damit man höchsten genuß auch noch für sagen wir max 2 jahre erleben kann.

    das geld sitzt heute aber auch nicht mehr so locker wie damals. vor 10 jahren noch habe ich nicht so viele verzwickte rechnungen tragen müssen wie heute.

    deine rechnung boris, ist nicht schlecht, aber überlege mal was heute alles aufgesplitet wurde oder an lebensquailtät hinzu kam ( handy etc ). heute zahlt ein jeder hier viel mehr für sein leben und sein hobby als früher. rechnungen bringen jetzt leider kaum noch was, weil bestimmt niemand von uns noch kassenbons von früher hat :)

    aber eines kann und wird bestimmt jeder hier zugeben.
    die spiele von heute, sind kaum noch solche perlen wie damals. eines wird sich nie ändern. die spiele heute, vermitteln in 20 jahren den selben eindruck wie die spiele damals heute. sie sind richtig schöne erinnerungen aber im vergleich zur heutigen zeit eher ein witz.

    • Das halte ich teilweise für romantische Verklärung. Ja, es gibt einige zeitlose Klassiker, aber über 90% der Spiele die über 20 Jahre alt sind, haben keinen langen Atem.
      Und statt eines 3000 Euro PCs kann man für 179 bis 399 Euro ganz wundervolle Spielkonsolen bekommen.

      • DarkVamp sagt:

        Obwohl man fairerweise auch sagen muss das die Preise für PCs auch immer mehr purzeln und schon sehr gute Geräte zum Preis einer PS3 mit 2 Spielen zu bekommen sind :-)

      • toxicity sagt:

        man bekommt heute einen ganz guten PC für 400-500€, also mein rechner reicht fürs zocken.

  43. Belua sagt:

    Vor allem muss man auch bedenken, dass man sich selbst verändert. Als Kind hat man eben noch eine ganz andere Begeisterung, nicht nur für Spiele, sondern alles mögliche. Dass man 10 oder 20 Jahre später nicht mehr dasselbe empfindet, wenn man ein neues Spiel zockt, liegt zumindest zum großen Teil an einem selbst, und nur in zweiter Linie am Spiel. Überlegt euch mal, wenn ihr, wie auch immer, vor 20 Jahren die Gelegenheit bekommen hättet, die “ideenlosen”, “langweiligen” und “miesen” Spiele von heute zu spielen – als junge Gamer hätten die meisten doch für sowas getötet.
    Der größte Fehler ist jedoch, die besten Spiele der damaligen Zeit mit dem Mittelmaß oder den Flops von heute zu vergleichen. Schon damals gab es verdammt viel Schrott, nur den haben wir vergessen – zu Recht. Der Unterschied ist nur, der neue Schrott ist noch aktuell, und wir hatten noch keine Zeit, ihn zu vergessen. Und selbst die Highlights von damals sind nicht zwangsläufig auch heute noch gut, sondern oft nur die Erinnerung an die Spiele und daran, wie man sich damals gefühlt hat – Nostalgie halt. Man denke da nur beispielsweise an Doom: damals war’s ein Kracher, aber jeder, der mal einen Shooter gespielt hat, der 10 Jahre oder weniger alt ist, will garantiert nicht mehr zu Doom-Zuständen zurück. Bis auf die Masochisten vielleicht. Und so ist das mit vielen anderen Spielen auch, sie haben ihre Daseinsberechtigung und waren zu ihrer Zeit toll, aber heute würden die niemanden vom Hocker hauen. Selbst die Nostalgiker unter uns nicht, wenn sie nicht die tollen Erinnerungen von damals damit verbinden wird.
    Was dann noch übrig bleibt, Spiele, die auch heute noch gut und in diesem Sinne nicht “überholt” sind, sind wirklich nur eine Hand voll. Und wer erwartet, dass heute statt einer Hand voll plötzlich jedes zweite Spiel ein Meilenstein sein soll, sollte sich nochmal genauer überlegen, ob das überhaupt Sinn macht.

    Sorry, ich bin irgendwie in einen Rant abgerutscht =) Wurde bestimmt alles schon gesagt.

    • WaveTwistah sagt:

      Genau das meine ich, Belua. Die Begeisterungsfähigkeit sinkt. Außerdem ist das ganze wie bei einem Junkie, der seinem ersten Flash hinterher rennt und immer mehr konsumiert – es wird nie wieder wie beim ersten Mal sein.

      Und an Captain Future, ich glaube nicht daran, dass die Leute irgendwann nur noch legale gute aber hässliche Spiele spielen. Siehe Serien wie NFS – warum läuft jeder Teil gut? Die Leute wollen nicht suchen, die kaufen das bekannte und angeblich gute, nicht die Perlen die man erst “diggen” muß. Das wird sich sobald auch nicht ändern. Deine Behauptung ist ungefähr so, als würde man sagen, die Musikindustrie verkauft nicht mehr gut, weil es so viele gute Underground-Musiker gibt, die ihre Musik gratis ins Netz stellen – Schwachsinn, das meiste was gratis runtergeladen wird ist garantiert das, was bei MTV läuft und halt in irgendwelchen Tauschbörsen oder bei Rapidshare gratis zu haben ist. Gab jetzt auch irgendwo ne Studie dazu aber ich hab die Quelle vergessen :p

      • NFS läuft eben nicht mehr gut, sonst hätte EA das Studi wohl kaum geschlossen. Und ich finde es gut, dass endlich die Studios zur Rechenschaft gezogen werden, auch wen vieles eigentlich eher die Schuld des ungeduldigen Verlags ist.

  44. Sebastian089 sagt:

    Und ich denke, ehrlich gesagt, dass Du etwas zu stark den romantische Verklärung Standpunkt vertrittst. Auf der einen Seite klar, schließlich verdienst Du Deinen Lebensunterhalt damit, dass neue Spiele gekauft werden. andererseits finde ich, machst Du die alten Zeiten unnötig schlecht.
    Klar, viele 20 Jahre alte Spiele sind einfach nur alt, man darf aber auch nicht vergessen, dass gerade was den PC anbelangt in der Zeit 88-93 ein MASSIVER Technologiesprung vorhanden ist. Ich muss mir nur vorstellen LSL1 –> Monkey 3 ist ein längerer Zeitraum als Monkey 3 –> heute, ich finde aber keinesfalls, dass MI3, für die Genreverhältnisse, technisch dermassen veraltet ist, wie es die Sierra Parser 1997 waren.
    Im Bereich Konsolen ist es noch viel extremer, viele NES/MD Titel aus den früher 90igern sind noch absolut up-to-date was den Spielspass anbelangt.
    Ganz ehrlich, über alle Konsolen+PC verteilt, könnte ich dir allein aus dem ersten PC Player Jahrgang 93 mehr Kracher die auch heute noch rocken aufzählen, als 2008 wirkliche Top-Titel erschienen sind.
    Ich habe mir dieses Jahr eine XBox360 gekauft und muss sagen, ich bin begeistert, habe aber auch genug zu kritisieren, gerade was sogenannte “Top” Spiele anbelangt. Über Assassin’s Creed wurde hier ja schon genug berichtet. Aber GTA4? Natürlich, so gut wurde das Sandkaste-Prinzip noch nie umgesetzt, aber trotzdem, same old, same old. Das spielt keiner mehr, wenn die Technik mal nicht mehr wegweisend ist. Oder GoW. IMHO nur ein besseres Rebel Assault. usw usf.
    Ich denke was den Eindruck heute ein bischen verfälscht ist, dass aufgrund der Wahnsinns-Budgets die Spiele einfach mehr gehyped werden müssen als damals, einfach um die Entwicklungskosten reinzuholen, sieht man ja auch an der Wertungsinflation. IMO war früher einfach mehr Mut da, Mistspiele auch so zu nennen.

  45. Sebastian089 sagt:

    “Ich muss mir nur vorstellen LSL1 -> Monkey 3 ist ein längerer Zeitraum als Monkey 3 -> heute”

    kürzerer Zeitraum muss es natürlich heissen

  46. NeoLeon sagt:

    Nostalgie-Spiele? RAILROAD TYCOON! Das habe ich jahrelang gespielt! Aberwitzig schlechtes Interface, schon für damalige Verhältnisse schlechte Grafik, Bugs ohne Ende … aber es war schlichtweg genial! Auch mich überkommt gerade der Gedanke, das es heute nur ganz wenige Spiele von diesem Schlag gibt. Alles ist heute austauschbar, vervielfältigt, Sequels ohne Ende.

  47. RedRascal sagt:

    Aber die Teile damals wurden nicht nur zum Zocken benutzt.

    Als ich meine Diplomarbeit geschrieben habe, habe ich mir einen sauteuren 128er Diesel zugelegt mit einem noch sauteureren Textverarbeitungsprogramm. Nur um nicht auf einer Adler rumhacken zu müssen.

    Subjektiv ist dafür das halbe BAFÖG des gesamten Studiums drauf gegangen.
    Aber: War nee geile Zeit……

  48. sevenredseven sagt:

    Die selbe Rechnung werden und koennen wir alle x Jahre wieder aufmachen. Trotzdem steht immer wieder “detailreich” und “realistisch” unter den Bildern in den Computerzeitschriften. Ich bin erst zufrieden wenn Holodeck auf einer Tuer steht.

    Die Zukunft der Tests von Computerspielen gehoert nicht Zeitschriften sondern Videos wie auf http://www.joergspielt.de. Fuer alles andere zum Thema Computer verschwinde ich mit der c’t auf dem stillen Oertchen.

  49. derKlaus sagt:

    Jaja, früher war alles besser… Wirklich.
    Das ach so tolle Wing Commander, da haben wir fast länger Config.sys und Autoexec.bat obtimiert als das Game durchzuzocken.
    Etwaige Titel, die nur AdLib unterstüzung hatten, mit einer Soundblaster zum tönen zu bringen haben nochmal genausoviel Zeit gekostet.
    Eine CPU die langsamer rechnet als mein Toaster (der muss nen Chip haben, der hat ja auchn LCD-Display) kosteten das Doppelte wie jetzt Top Grafikkarten.
    Für den Preis eines Diskettenlaufwerks gibts heute ne 500 GB Platte.
    Musik in CD Qualität konnte man auch schon am PC hören. Ein Song pro Festplatte.
    Klar gabs Games wie Popolous und die Lucasfilm Adventure, aber es gab damals auch Ocean Software und Codemasters (damals noch Budget-Label), die das gemacht haben was man heute gerne EA andichtet.

    Ich spiel hin und wieder noch am MegaDrive Sonic und Prügelspiele. Am Röhrenfernseher. Wenn ich PS1 Spiele über die PS3 am HDTV spiele, ist nach spätestens 30 Minuten Schluss, weils krätzig aussieht und die “flüssigen Bildraten” meilenweit von einem Gears of War und Konsorten entfernt ist.

    Es ist ein Blick durch die rosarote Brille. Die Zeit war geil, jetzt wär Sie es aber nicht mehr. Zumindest nicht Ohne xbox 360, Wii und PS3.

    • derKlaus sagt:

      Oh, eines hab ich Vergessen, der Lustige Grafikkarten Spaß mit ISA, EISA, Vesa-LocalBus und PCI. Als AGP kam, war das schon wieder einfach.

      Grad die VLB Karten waren damals schon so Groß wie jetzt die GTX280 Karten und Konsorten.

  50. DarkVamp sagt:

    Ich muss sagen das ich manche Spiele immer wieder gerne Spiele !
    Beispiele solcher Perlen sind :

    - Monkey Island 1 (ich mag Teil 2 nicht)
    - Dott
    - Unter a Killing Moon (unfassbar gut auch heute noch)
    - System Shock 1 (CDROM Version)
    - Lands of Lore 2
    - Leisure Suit Larry 3

    :-)

  51. Maniac007 sagt:

    Ach ja, der PC Player Jahrgang 1993 – da werden Erinnerungen wach.

    Die Ausgabe 03/93 war die erste Ausgabe einer Computerspielezeitschrift, die ich mir je gekauft habe. Meinen ersten PC habe ich mir gekauft, weil er bei euch im Test gut abgeschnitten hatte (den 486SX25 von Vobis) – besser gesagt ich habe meine Eltern bequatscht bis ich den bekommen habe. Mein erstes Spiel habe ich gekauft, weil es in der PCP das bis dahin höchstbewertetste Spiel überhaupt war: Ultima Underworld II – und dann kaum gespielt, weil mein Schulenglisch nicht ausgereicht hat.

    Danach habe ich jahrelang die PC Player gelesen und bis weit über Deinen Abgang hinaus kein Heft ausgelassen. Mein bis heute gepflegtes Hobby hat gewissermaßen damals seinen Anfang genommen. Wobei ich zugegebenermaßen schon vorher am C64 gespielt habe, da jedoch noch ohne jede journalistische Begleitung, sondern einfach indem ich Spiele anhand Ihrer Beschreibung auf der Verpackung gekauft habe.

    Die Hefte von damals habe ich übrigens bis heute aufbewahrt. Sie müssten noch auf dem Dachboden meiner Eltern liegen.

  52. Ekky sagt:

    Also ich finde die spielen waren früher besser , na klar gab es früher auch viel Müll aber die Games hatten mehr Charme und Seele.

    Auch habe ich gerne 120 DM für ein Ultima 7 oder aber Privateer ausgegeben. Die Verpackungen waren besser genauso wie deren Inhalt.

    Die heutigen Spiele sind zwar Grafisch ansprechend fehlen aber meiner Meinung nach das gewisse etwas.

    Fallout 3 … wenn ich da an Fallout 1+2 denke die noch ein Traum waren (Spiel sie momentan übrigens wieder)

    Genauso verhält sich das meiner Meinung auch mit den Mags.
    Was waren die ASM ,Power Play, Amiga Joker und die PCPlayer noch göttlicher Lesestoff im vergleich zu dem alles andere als Objektiven Magazinen zum Informationsgebrauch sind die heutigen Mags ja auch nicht mehr zu gebrauchen.

    Übrigens Boris um nochmal auf Spiele zurück zu kommen wer erinnert sich nicht gerne an einem Rebel Assault was mich nicht nur 100 Dm Gekostet hattet sondern noch ganze 600 Dm für das CD-Rom was man dafür brauchte…

    Ahhhh ja , das waren noch tolle Zeiten :)

  53. badoli sagt:

    Süsse Nostalgie… Gott, jetzt bin auf dem Trip hängen geblieben und merk grad, wieviele Powerplay Hefte von ’90 und ’91 ich offensichtlich versäumt habe. Und dass ich mal wieder Bard’s Tale 2 spielen sollte. Wenns doch nur einen Bernstein-Monochrom-Monitor-Emulator gäbe, um das Feeling von damals wieder aufleben zu lassen. Und ich brauch jetzt sofort einen Link zum legendären Test von “North Sea Inferno”! Ahjo, da isser schon: http://www.kultboy.com/index.php?site=t&id=165

  54. Iceman sagt:

    Ich kann irgendwie nur noch 3 Kommentare sehn ?

  55. derKlaus sagt:

    öhm, irgendwie werden hier nur drei Kommentare angezeigt, obwohl es 70 Kommentare sein sollten…. versuchs mal mit dem Firefox….

  56. -andi- sagt:

    Wenn ich mir so meine Spielesammlung anschaue, war die beste Investition, die ich wohl jemals getätigt habe M.U.L.E.

    $49.95 (wenn ich mich noch richtig erinnere) waren zwar ein Haufen Geld, aber umgerechnet auf rund 25 Jahre Spielspaß, ist’s gar nicht mehr sooo viel :-)

    Zwar bleibt der 64′er meist ausgestöppselt (außer dem alljährlichen Funktionstest), aber VICE hat auch den schicken Vorteil, daß man im Bedarfsfalle auch speichern kann und später weiterspielen.

  57. Shimrod sagt:

    Also es gibt, gerade aus der 8-Bit “Steinzeit” deutlich mehr Klassiker als wir heute bekommen. Klar, alles war neu und die Chancen auf Innovation waren einfach größer.
    Ich habe neulich mal wieder Namco’s Platform-Klassiker “Mappy” angespielt und der Spielspaß ist noch immer sagenhaft. …und es gibt heute kein ähnliches Spiel; kein anderer Platformer spielt sich so wie dieses Spiel. (Hoffentlich bekommen wir das neue Namco-Museum für die 360 auch hier in Deutschland!).

    Ich stimme den Kritiken über die heutigen Blockbuster zu, aber wir 360 Spieler haben doch trotzdem eine tolle Auswahl an innovativen Spielen, die das Zeug zum Klassiker – weit weg vom “GOW”-Hype etc. haben.
    Ich kann nur jeden ermutigen das neue Banjo-Kazooie anzuspielen. Sehr frisches Spielgefühl; weit weg vom üblichen Einerlei! Es gibt auf der 360 einige wirklich gute Alternativen zu den heutigen “Hype Games”.

    • Das ruft eigentlich wirklich nach einem “Rebuttal” wie der Amerikaner sagt. Ich nehm mir ein paar alte Powerplays und mach mal ne Quote von Spielen, die heute noch Bedeutung haben. Dann einen Satz PC Player. Ich fürchte da kommt weniger zusammen als man denkt.

      • Falcon030 sagt:

        Bei den alten Spielen kommt es meiner Meinung nach ja nicht nur darauf an, wie relevant sie für spätere Spielgenerationen waren.
        Auch Spiele, die keine Generationen von Spieleentwicklern nachhaltig beeinflusst haben, können heute noch Spaß machen – spontan fallen mir da “Phantasie II” auf dem ST, “Elemental Master” auf dem MD oder “Super Pang” auf dem SNES ein.
        Ich konnte – offtopic – gestern auch wieder problemlos alle Kommentare unter dem alten und, wie ich finde, deutlich schöneren Theme sehen.

      • Shimrod sagt:

        Na klar! Weil die meisten Klassiker auf den Spielkonsolen
        waren und nicht auf dem PC, Amiga oder Atari ST.
        In der PC Player wird man keinen Review zu Super Mario
        Brothers finden, oder?!?

  58. Holgi sagt:

    Danke für den Artikel Boris, ich habe mich gleich anstecken lassen und habe mich auf alte Hefte gestürzt. Im Nostalgiewahn habe ich dann eine PC Engine und ein Neo Geo (AES) aus einer Vitrine befreit und per Scart an die FullHD-Glotze angeschlossen. So richtig rocken wollte das aber nicht mehr, der Nostalgiewahn verflog schnell dank Monsterpixeln und kratziger Mucke. Auch der Schwierigkeitsgrad (R-Type oder Magician Lord) enorm frustig, unerklärlich wie ich sowas früher mal durchspielen konnte (man wird eben auch nicht jünger…)
    Selbst wenn ich die meisten “Kult” Titel im Original auf der originalen Hardware besitze, so kaufe ich dennoch regelmässig bei XBLA ein, der letzte Höhepunkt war “Metal Slug” und jetzt warte ich mal was noch alles kommen wird. “Nebulus” wäre natürlich ein Hammer, da muss ich mich anschliessen.

  59. Noggli sagt:

    schöner artikel! verwunderlich nur das deppenleerzeichen im titel – zumindest, wenn es von jenem buchstabenidealisten ins netz gesetzt wird, der seinerzeit massiv den bedingungslosen ersatz des wörtchens “beinhalten” durch “enthalten” propagierte. womit boris natürlich recht hatte und hat. silbensparen 4 t3h w1n! ;) gehört das zum erwähnten anfall?

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