Leitplanken für das Internet

Von Boris, Do, 28. Mai 2009 09:59

Für Aufruhr sorgt ein Artikel von Michael Lynton, Chef der Sony Pictures, der vor einigen Wochen schon mit dem Zitat “Das Internet hat nichts Gutes hervorgebracht” auffiel. Er versucht, seinen Standpunkt zu erläutern und nimmt ein, meines Erachtens nicht passendes, Beispiel, den Autobahn-Bau, her um zu erläutern, was beim Internet falsch läuft.

Ich gebe Michael zu 99% Recht. Und es ist interessant, wie sehr sich Leute über ihn aufregen und dabei, mit Verlaub, genau das beweisen, was er relativ sachlich zu erklären versucht:

Das Internet ist für viele Leute eine willkommene Entschuldigung, einen unausgesprochenen Pakt zu brechen und sich Leistungen zu erschleichen.

Scott Adams beschreibt in seinem Buch “The Dilbert Future” was passieren würde, wenn jeder einen Phaser wie bei Star Trek hätte und einfach so jeden schwubbsdiwubbs betäuben könnte. Jeder würde es tun. Zu lange Schlange am Supermarkt? Unfreundlicher Typ am Bankschalter? Wenn man jeden ohne lästige Nebenwirkungen für zehn Minuten ausknocken könnte, würde der größte Teil der Menschheit der Versuchung nicht widerstehen.

Den Beweis für diese amüsant klingende Theorie liefern CD-Brenner und das Internet: Auf einmal kann man sich Musik, Filme, Spiele, Bücher einfach so zusammenkopieren. Anders als bei einem Ladendiebstahl wirkt es so, als hätte man niemanden geschädigt. Innerhalb von zehn Jahren ist das Thema so massentauglich geworden, daß Mütter im Kindergarten kopierte Hörspiel-CDs austauschen und Computerzeitschriften außer Microsoft-Bashing nichts anderes zu berichten wissen als “wo man alles saugen kann”.

Sicher, es gibt freie Inhalte, die frei fließen wollen und sollen. Aber jeder, der jetzt hier reingrätscht und sagt, die Industrie solle sich gefälligst was anders ausdenken und mit der Technik mitgehen ist, mit Verlaub, ein Arschloch. Du kannst dich doch nicht, nur weil es technisch möglich ist, über den Wunsch des Schaffenden und des von ihm vertraglich beauftragen Vertriebs hinwegsetzen!

Mit einer Parade von Geländewagen über die Wiese vom Bauer Huber zu fahren, nur weil der Weg kürzer und die Aussicht schöner ist, und ihm dabei zuzurufen: “Hey, Bauer Huber, es gibt jetzt Autos und denen ist es scheißegal, ob das deine Wiese ist – änder halt dein Geschäftsmodell! Stell doch “˜ne Werbetafel hin!” ist eine absolute Frechheit. Oder?

Hat die Medien-Industrie Fehler gemacht?. Bei Gott, ja. Mit jahrelangem Opponieren, mit immer neuen Kopierschützen, die im wesentlichen nur die ehrlichen Käufer gegängelt haben, haben Musik- und Filmfirmen die rebellische Glut nur angefeuert. Ich hab auch aufgehört, kopiergeschützte Audio-CDs zu kaufen, die ich mir nicht auf meinen Ipod ziehen konnte.

Bauer Huber hätte vielleicht Nägel auf die in seine Wiese gefressene Fahrspur gelegt, um ein paar Autos lahmzulegen und einen Standpunkt zu setzen. Und ja, das hätte auch nix genützt, die Fronten nur verhärtet und wäre moralisch falsch gewesen. Aber was soll der arme Kerl denn machen? Den Autos zuwinken und seine Kühe verkaufen, weil er sie nicht mehr grasen lassen kann, so ist das eben? Dürfen die Jungs im Auto fremdbestimmen, wie Bauer Huber sein Geschäft betreibt? Und dann trotzdem noch täglich frische Bio-Milch haben wollen?

Die Fehler der Medien-Industrie ändern nichts daran, daß es eben NICHT OK ist, sich die Musik, Filme, Spiele und Bücher zu erschleichen.

Der Pakt aus den analogen Zeiten ist gebrochen: Ja, mach ein Mixtape für deine besten Freunde, ich kriege zwanzig Cent für die leere Cassette. Nimm es aus dem Radio auf, schneide dir die Werbung aus der Videoaufnahme vom Fernsehen raus, mach eine Photokopie von dem Artikel. Weil ich weiß, das ist lästig und macht dir Arbeit, muß ich dich nicht jeden Tag daran erinnern, daß du das eigentlich nicht tun solltest.

Heute dauert das Kopieren einer CD mit einem modernen Brenner wenige Minuten, ist der neueste Kinofilm mit DSL-16000 in unter einer Stunde geladen, gibt es zig Suchmaschinen, mit denen jeder die Inhalte problemlos finden kann. Und es wird gemacht, ohne sich an den unausgesprochenen Pakt zu erinnern.

Das Ganze ist nicht eine Frage von Technologie und Möglichkeiten. Es ist eine Frage der Moral. Wobei die in den heutigen Zeiten von Raffgier und Egoismus vielleicht auch gar nicht mehr stellbar ist.

212 Antworten für “Leitplanken für das Internet”

  1. M@rlon sagt:

    Der Beitrag ist zu 100% richtig, stellenweise sehr spitz ausgedrückt, aber richtig. Ich muss jetzt nur nachfragen, ist das die Übersetzung von Michael Lynton, oder deine Sichtweise?

    Dann zum Thema “Moral”, genau an dieser hängt es nämlich nur. Das Internet ist nicht der einzige Platz an dem ohne Moral gehandelt wird
    Wenn sich ein Manager vor die Belegschaft stellt und mit einem leichten Grinsen verkündet das man 5.000 Stellen streichen muss um Gelder zu sparen, dieser eine aber mehr verdient als die 5.000 gestrichenen Stellen zusammen, ist das auch ein Mangel an Moral.

    Was ich mit dem Beispiel sagen will ist, wo will man ansetzen, das ganze ist ein Faß ohne Boden

    • Meine Sichtweise – Lyntons Artikel hat dieses schräge Autobahn-Beispiel und die Forderung nach Regulierungen, denen ich micht nicht 100% anschließen mag. Ich weiß nicht, welche Lösung es für diese Situation geben kann. Am liebsten wäre mir, die Konsumenten würden einfach zu den alten Spielregeln zurückkehren. Aber der Geist ist nun mal aus der Flasche.

  2. greatestgatsby sagt:

    Schon dem ursprünglichen Artikel von Michael Lynton konnte ich fast uneingeschränkt zustimmen und Dein Kommentar bringt die ganze Sache noch einmal wunderbar auf den Punkt.

  3. tintifax sagt:

    Ich als Softwareentwickler würde sogar einen Schritt weitergehn. Inzwischen muß man sich ja sogar als Firma/Entwickler entschuldigen, wenn man Geld für seine Leistung verlangt, und nicht alles Open Source gratis verschenkt…

  4. Kausrufe sagt:

    Das Beispiel mit dem Phaser halte ich für etwas inkorrekt.
    Es ist mehr so, als würde man dem Banker (der nur schlechte Leistungen abliefert), betäuben.
    Würden daß die meisten machen? Ja.
    Wenn die Milch des Bauern sauer ist, genauso.
    Man schadet damit nicht (direkt) der alten Oma, die von einer mickrigen Rente lebt (im Gegensatz zu ihrem Beispiel).

    Gute Produkte verkaufen sich auch weiterhin.
    Allerdings werden sich auch gute Musik CDs mit nur einem Lied nicht für 8€ verkaufen lassen.
    Es Quängeln nur die großen (Microsoft-)Bosse die sich nicht mehr 3 sondern nur noch 2 Pazifikinseln pro Monat kaufen können und die Produzenten von schlechten Wii-Minispielsammlungen die nicht mehr 1000000% Gewinn machen, mit einem Spiel das Praktikanten entwickelt haben.
    Manche Sachen sind ihr Geld einfach nicht wert. Man würde es aber trotzdem gerne sehen/hören/spielen, nur eben nicht zu dem Preis.
    Das ist wie wenn man einen Ford Fiesta für 1Mil.€ verkaufen würde.
    Die Leute brauchen das Auto, aber keiner würde es für den Preis kaufen.

    Wenn die Preise auf ein realistisches Maß sinken würden, ginge auh die Zahl der Raubkopien zurück.
    10€ für eine Kinokarte oder 20€ für ein Hörbuch, halte ich für unangemessen.

    Bevor jetzt etwege Bemerkungen kommen, ich kaufe genug Bücher, Zeitschriften und Spiele im Monat, daß ich die Wirtschaft praktisch alleine am laufen halte^^.

    • “Es ist mir zu teuer, also kopier ich es mir” ist in meinen Augen schlicht und einfach der angesprochene Bruch des Paktes.
      Und es ist ein Ammenmärchen, daß mit niedrigeren Preisen das Problem zu lösen sei. You can not compete with “free”.

      • Kausrufe sagt:

        Was sagt dieser Pakt allerdings auf der anderen Seite?
        Die Kunden sollen für jeden Dreck das max zahlen, ist wohl nicht der einzige Punkt dieses Paktes (auch wenn ich verstehe, daß du das als höherer MS Angstellter das so siehst).
        Die andere Seite ist, die Produzenten müßen für ihr Produkt einen “angemessen” Preis verlangen.

        Ich kann jetzt nur für mich sprechen, aber ich habe mir schon öfters Spiele gekauft und fand nach dem spielen, daß die Produzenten das Geld verdient haben.
        Allerdings ist es mir 100 mal öfters paßiert, daß ich dachte was ist das für ein Bockmist. Für 10€ ok, aber nicht für 60€.

        Ich sage auch garnicht, daß man das Problem mit einem niedrigeren Preis komplett lösen könnte. Allerdings würde man es verkleinern.

        Und doch man kann auch mit “Freiem” konkurieren.
        Niemand würde sich ein Buch, was 500 Seiten hat ausdrucken, anstatt die 10€ im Handel zu bezahlen.
        Niemand würde eine ganze Zeitschrift ausdrucken, wenn jeder Artikel das Geld wert ist, was man am Kiosk dafür zahlt.
        Einfach weil der Aufwand und die Kosten beim eigenständigen Kopieren zu hoch sind.
        Aber wenn nur eine Seite aus einem Heft für 6€ gut geschrieben ist, sollten sich die Verlage nicht wundern.

        Ein Xboxspiel, in dessen Hülle nur eine DVD liegt und ein Handbuch von 3 Seiten. Ist vom Produktionsaufwand sicherlich keine 60€ wert (schlag mich wenn die Aussage falsch ist).
        Wenn die Preise für Originale nur im entferntesten auf das Niveau sinken, was man ausgibt wenn man sich Spiele selbst kopiert (Modchip einbauen, Rohlinge kaufen, Strom usw.), wird das Problem sehr viel geringer werden.

        Bücher mit 500 Seiten sind 10€ rein vom Materiellen her wert, Spiele nur auf einer DVD, aber nicht 60€.
        Es würde sich auch keiner ein Ebook für 10€ hollen.

        • Jahrelang galt der Preis als angemessen. Der Preis ist jetzt auf einmal “nicht mehr angemessen”, weil es die Möglichkeit gibt, sich das umsonst zu besorgen. Genau das schreibe ich. Dabei hat sich das Produkt gar nicht verändert.
          Wenn dir der Preis als zu hoch erscheint: Konsumiere es nicht, setz dein Geld für was anderes ein. Genau das ist dein Recht als Konsument. Aber nicht, sich das Zeug dann einfach zu saugen.

          • Kausrufe sagt:

            Weil es immer falsch war können wir es auch weiter falsch machen.

            Wenn die Konsumenten eine moralische Verpflichtung haben, haben die Unternehmen auch eine.
            Und zwar den Leuten nicht das Geld aus der Tasche zu ziehen.
            Wenn du dieses moralische Gebot für Unsinn hältst, weil eine Firma Gewinn machen will, gilt das für den Konsumenten genauso.
            Der Konsument will wenig Geld ausgeben, dein moralisches Gebot für das Produkt einen überteuerten Preis (mehr als man ausgeben müßte um es zu kopieren) zu bezahlen ist damit ebenfalls hinfällig.

            Aber Recht und Moral sind Worte die man nicht leichtfertig benutzen sollte.
            Vorallem nicht wenn man nicht objektiv ist (MS Mitarbeiter).

            Wenn sich das Versorgungsangebot ändert (Kopien sind möglich) müßen die Unternehmen preislich hinterherziehen.
            Das ist ähnlich wie wenn ein neuer Konzern (Kopien) in einen Markt tritt in dem bisher nur ein Monopolist (Produzenten) herrschte.
            Der Monopolist findet den neuen Konzern auch nicht toll und muß preislich nach unten gehen um konkurrieren zu können.

          • Ich wiederhole mich: Ja, wäre es ein Konkurrenz-Angebot, wäre diese Argumentation vollkommen korrekt.
            Es ist aber kein Konkurrenz-Angebot. Es ist das Besorgen an ALLEN Angeboten vorbei. Und es wird nur deswegen gemacht, weil man nicht erwischt werden kann (glaubt man zumindest).

          • TheBard sagt:

            Nein. Es IST ein Angebot. Und es IST eine Quelle für Material. Und es IST eine unmittelbare Konkurrenz.

            Und, das ist das wichtige, TPB etc. werden genutzt, weil die Industrie keine besseren Angebote bieten kann oder will. Denn dass es einen lukrativen Markt trotz Filesharing etc. gibt, beweisen viele ertragsreiche Unternehmen.

            Sich als Unternehmen hinzustellen und zu sagen “Hey Leute, sorry, wir bekommen es nicht gebacken, ein vernünftiges Angebot aufzubauen, so wie ihr das wollt, aber bitte bastelt nix eigenes, sondern nutzt unseren Kram immernoch so unzureichend wie wir das schon seit Jahren von euch wollen” ist eine zu platte Geisteshaltung.

          • Retrofanboy sagt:

            100% Agree!

          • h.maps sagt:

            @TheBard

            Wie kann man allen ernstes das illegale Beschaffen von “Material” als Konkurrenz zum “wie auch immer gearteten” legalen Vertrieb hinstellen.

            Nach der Argumentation wäre ein Banküberfall auch nur Konkurrenz zum Online-Banking?

          • professional sagt:

            Nicht das illegale beschaffen, sondern die Plattform ist die Konkurenz. Und um die kümmert sich die Branche viel zu wenig, vermutlich weil sie nicht verstanden wird.

          • TheBard sagt:

            “Wie kann man allen ernstes das illegale Beschaffen von “Material” als Konkurrenz zum “wie auch immer gearteten” legalen Vertrieb hinstellen.”

            ehm… ganz einfach? Wenn es keine Konkurrenz wäre, würde der legale Vertrieb ja nicht von der illegalen Beschaffung beeinflusst werden?

            Wohlgemerkt: Ich behaupte nicht, dass illegale Beschaffung toll ist. Wohl aber sehe ich hier auch ein Stück weit eine Selbstregulierung des Marktes.

            Eine Kollegin hat sich unlängst darüber aufgeregt, dass in den USA die erste Season True Blood abgelaufen ist, es aber keine gute Möglichkeit gibt, diese Serie hier zu gucken. Wir reden über eine ehrliche, moralisch gefestigte Person, die durchaus bereit ist, gutes Geld für etwas auszugeben, das sie haben will.

            In diesem Fall gibt es aber keinerlei legalen Angebote. Würde sie sich daher die Serie über BitTorrent herunterladen, fände ich es schwer zu verargumentieren, dass sie moralisch falsch handelt.

            Zumal bei einer Bereitstellung einer legalen Downloadmöglichkeit tatsächlich direkt und unmittelbar Umsatz gemacht werden könnte, und sie nicht auf die Idee käme, die Serie illegal zu beziehen.

          • dermax sagt:

            Das ist doch auch kein Argument… Diebstahl kann man doch nicht damit rechtfertigen, daß es das legale Produkt hier nicht gibt… und wenn die Dame es nicht aushält, bis zur Deutschland-Release zu warten, kann man auch nicht von gefestigt reden.

          • TheBard sagt:

            Genau das ist doch der Kern der Sache: Es ist _kein_ Diebstahl. Diebstahl ist es, wenn man etwas weg nimmt. Das ist bei Piraterie aber nicht der Fall.

            Und kaum einen illegal heruntergeladener Film hätte man stattdessen tatsächlich als DVD gekauft.

            Sicherlich hat Piraterie Einfluss auf Umsätze der Medienindustrie. Aber wohlgemerkt nicht nur negative Einflüsse, wie all jene Aussagen von Leuten beweisen, die über Piraterie neue Künstler entdeckt haben, deren Werke dann gekauft wurden.

            Und dass Einnahmen weg brechen ist zu einem gewissen Faktor sicher der Fall. Aber ist das Geld denn wirklich weg? Gibt denn irgendwer tatsächlich weniger Kohle für Medien aus?

            Ich überspitze hier sicher meine eigene Meinung im Sinne des Arguments. Aber ich weigere mich zu glauben, dass Medienpiraterie tatsächlich derart unmittelbar zu Verkaufseinbrüchen führt.

          • Hast du in den letzten zwei, drei Jahren mal eine Zeitung gelesen? So mit den realen Zahlen des Musikmarktes im Vorjahresvergleich und so? Wieviele Videothekare muß ich dir noch als User beschaffen, die aus ihrer täglichen Praxis berichten? Nur weil einer im Internet schreibt “Ich hab ne Platte gekauft, weil ich da einen neuen Künstler entdeckt habe” wiegt das nicht hunderttausende Downloads des neuen Madonna-Albums auf.

          • TheBard sagt:

            “Hast du in den letzten zwei, drei Jahren mal eine Zeitung gelesen? So mit den realen Zahlen des Musikmarktes im Vorjahresvergleich und so? Wieviele Videothekare muß ich dir noch als User beschaffen, die aus ihrer täglichen Praxis berichten? Nur weil einer im Internet schreibt “Ich hab ne Platte gekauft, weil ich da einen neuen Künstler entdeckt habe” wiegt das nicht hunderttausende Downloads des neuen Madonna-Albums auf.”

            Du hast Recht. Aber das bestreite ich ja auch gar nicht. Ich sage nur, dass Raubkopien auf die Umsätze der Musikindustrie weit weniger Einfluss haben, als oft dargestellt wird.

            Oder argumentierst du wirklich, dass die Musikindustrie wirklich massive Wachstumsraten einfahren würde, wenn es Musikpiraten nicht geben würde? Dass die iPods dieser Welt (wenn es sie denn in der aktuellen Form in dieser alternativen Gegenwart wirklich geben würde) stattdessen mit ~64GB legaler Musik bestückt wären, die aus legalen Downloadbörsen stammen würden (wenn es denn auch diese in dieser alternativen Gegenwart geben würde)? Die Einflüsse von Mp3s etc. auf das Musikinteresse der Jugend lasse ich mal vollkommen außen vor.

            Wie bitte lassen sich denn die in den letzten zehn Jahren vollkommen in ihrer Bedeutung veränderten Märkte für Videospiele, Kino, DVD und BluRays verstehen, wenn es keine Abwanderung von Kaufkraft geben würde?

          • AnZy sagt:

            Die gute Frau nagt aber auch nicht am Hungertuch.

            Besorge meinen einen Videothekar, der mir nicht nur darlegen kann, dass sein Laden zu Grunde ging aufgrund sinkender Umsatzzahlen, sondern der mir auch noch zweifelsfrei einen Zusammenhang zwischen seinen gesunkenen Umsaetzen und FIlesharing bilden kann.

            Danke.

            Als ehemaliger Videotheken Finanzierer, kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass das Angebot in den Videotheken immer schlechter geworden. Die Uh-Uh-Ahhhh Ecken wurden immer weiter ausgeweitet, waehrend das Angebot an normalen Filmen stetig abnahm. Irgendwann war ich es leid, fuer ein Wochenende 12 Euro pro Film zu bezahlen. Da bin ich lieber nach Media Markt gefahren, und habe mir fuer 9,99 Euro den Film gekauft. Der gehoerte mir dann Zeit meines Lebens.

            Nein, so einfach ist das nicht.

          • Hmm…ich verstehe es nicht. Aber vielleicht erklärst du es mir nochmal. Sollten die Firmen ihre Produkte über diverse Kanäle wie Bittorrent oder anderes Filesharing anbieten, dann würdest du sie konsumieren? Aber dann auch nur kostenlos? Möchtest du überhaupt Geld ausgeben?

          • dermax sagt:

            “Genau das ist doch der Kern der Sache: Es ist _kein_ Diebstahl. Diebstahl ist es, wenn man etwas weg nimmt. Das ist bei Piraterie aber nicht der Fall.”
            Erklärt einiges, Du kennst ja nicht mal die Definition von Diebstahl… Guck mal Wikipedia!

            “Und kaum einen illegal heruntergeladener Film hätte man stattdessen tatsächlich als DVD gekauft.”

            Natüüüürlich nicht…

            “Und dass Einnahmen weg brechen ist zu einem gewissen Faktor sicher der Fall. Aber ist das Geld denn wirklich weg? Gibt denn irgendwer tatsächlich weniger Kohle für Medien aus?”

            Ist das wichtig? Dann kann ich auch das Parfüm klauen mit der Begründung, daß ich statt dessen die Kohle woanders raushau…

            “Ich überspitze hier sicher meine eigene Meinung im Sinne des Arguments. Aber ich weigere mich zu glauben, dass Medienpiraterie tatsächlich derart unmittelbar zu Verkaufseinbrüchen führt.”

            Sorry, irgendwie hat das was von Kreationismus… mein Glaube schlägt alle Fakten…

          • TheBard sagt:

            “”Genau das ist doch der Kern der Sache: Es ist _kein_ Diebstahl. Diebstahl ist es, wenn man etwas weg nimmt. Das ist bei Piraterie aber nicht der Fall.”
            Erklärt einiges, Du kennst ja nicht mal die Definition von Diebstahl… Guck mal Wikipedia!”

            Und dort steht genau das, was ich gesagt habe. Entwende ich beispielsweise einen Film in Form von Daten aus einem DVD Presswerk, so ist das klar eine Form des Diebstahls.

            Das Herunterladen von einem Film von einer Quelle, die die Verbreitungsrechte nicht besitzt, ist aber ein Verstoß gegen das Urheberrecht.

            Dass das ein wichtiger Unterschied ist, wird aber bei der Diskussion über die Sache meist ignoriert.

          • dermax sagt:

            Ist das eigentlich irgendwie wichtig, welche Art von Straftat es ist? Es ist eine und damit hat sichs.

          • Jürgen sagt:

            @TheBard:
            Auf Deinen Einwand, dass es kein Diebstahl ist und wegen der Urheberrechtsverletzung:
            ————-
            “Diebstahl ist es, wenn man etwas weg nimmt. Das ist bei Piraterie aber nicht der Fall.

            Dass (Diebstahl und Urhebrrecht) ein wichtiger Unterschied ist, wird aber bei der Diskussion über die Sache meist ignoriert.
            ————-

            Man muss doch da in zwei Richtungen denken:

            Da gibt’s zum einen den, der Daten illegal hostet und *verbreitet*, also den Serverinhaber.
            Der macht sich ganz klar der Urheberrechtsverletzung schuldig, weil er NICHT die Erlaubnis hat, die Daten zu verbreiten.
            Er schadet ganz klar finanziell dem Rechteinhaber, also dem Hersteller. Weil er diesem so die Verkaufsmöglichkeiten seiner legalen Vertriebswege kaputt macht.

            Und dann hätten wir ja noch den “armen”, kleinen Sauger. Der verlernt hat, auch mal auf Dinge verichten zu müssen. Früher hatte man aufgrund von Geldmangel noch Träume, heute gibt’s zum “Glück” das Internet.

            Wenn der ohne zu bezahlen die Daten saugt und downloaded, verletzt er zwar nicht das Urheberrecht, weil er die Daten ja (zunächst!) nicht bereitstellt. Viele argumentieren, er nehme ja niemadem etwas weg.
            Aber wieso *besitzt* er nun etwas, wofür er nicht bezahlt hat? Obwohl er genau weiß, dass er dafür im Grunde bezahlen musste?

            Er hat nun zwar nicht die physikalische CD, den Datenträger geklaut, was Ladendiebstahl wäre, aber trotzdem die Musik in Form von Daten.
            Es kommt deshalb letzten Endes auf genau dasselbe raus! Was ist das anderes als Diebstahl?

            Und er *nimmt* definitiv etwas weg, und zwar die potentielle Gewinnmöglichkeit, die sich beteiligten Hersteller durch ihre Arbeit am Produkt verdient haben.

            Jetzt zu sagen, man hätte es sich trotzdem nicht gekauft ist verlogen.
            Warum hat derjenige es denn sonst im ersten Schritt heruntergeladen und so im zweiten wieder anderen Sauger-Genossen den illegalen Filesharing-Download ermöglicht?

            Es bleibt festzuhalten:
            Urheberrecht zu verletzen ist ein genauso ernstes Problem, wie Datendiebstahl. Beides geht Hand in Hand. Gerade bei den Torrent Systemen, wo Du nicht nur herunterlädst, sondern auch gleichzeitg das Heruntergeladene wieder anderen zur Verfügung stellst.

            Tolle Erkenntis:
            Du bist dann in der Regel gleichzeitig ein Datendieb und Urheberrechtsverletzer.
            Doppelt gemoppelt hält ja auch besser, gelle? ;-)

          • …nochmal ich mit einer naiven Frage: Kann man sein Wunschprodukt nicht im Ausland bestellen? Wie hat man es denn in den 80er Jahren gemacht? Ich glaube auf einen europäischen Release geduldig gewartet, wenn ich mich nicht irre…

          • Sicho sagt:

            Die Zeiten ändern sich. Vor x Jahren durften Frauen auch nicht wählen gehen .. hätte man dass so sein lassen sollen weil es sich bewährt hat?
            Früher war NICHT immer alles besser und nur weil’s früher so und so war heisst das nicht dass es heute nicht anders sein kann/darf/soll!

          • TheBard sagt:

            “Nach der Argumentation wäre ein Banküberfall auch nur Konkurrenz zum Online-Banking?”

            Natürlich nicht. Wenn ich eine Bank überfalle, dann ist das Geld weg. Piraterie ist kein Diebstahl, sondern eine unberechtigte Vervielfältigung.

            Und Banknoten haben vor allem eine Kaufkraft, auch deshalb passt das Beispiel nicht. Aber adaptiert auf die echte Welt könnte die Aussage durchaus lauten:

            “Nach der Argumentation wäre ein Ausdrucken von Bildern aus dem Internet auch nur Konkurrenz zur Gemälde-Galerie?”

            Und hier muss ich sagen: Ja. Aber ein schickes Ölgemälde hat natürlich einen deutlichen Mehrwert zu einem noch so gelungenen Ausdruck.

          • wombat sagt:

            “Piraterie ist kein Diebstahl, sondern eine unberechtigte Vervielfältigung”
            Selten so einen Schwachsinn gehört. Sorry.

          • dmXbox sagt:

            “Sich als Unternehmen hinzustellen und zu sagen “Hey Leute, sorry, wir bekommen es nicht gebacken, ein vernünftiges Angebot aufzubauen, so wie ihr das wollt, aber bitte bastelt nix eigenes, sondern nutzt unseren Kram immernoch so unzureichend wie wir das schon seit Jahren von euch wollen” ist eine zu platte Geisteshaltung.”

            es ist aber nix eigenes!

            nur weil man zum beispiel musik kostenlos und schneller über illegale wege erhält ist es nicht der RICHTIGE WEG!

            das ist so als ob ich sage meine fahrzeug kann ich günstiger und schneller vom schwarzmarkt bekommen! warum sollte ich mir einen kaufen?

            etwas eigenes
            ist es erst dann wenn du dir dein fahrzeug selbst zusammen bastelts aus teile die du selbst erstellt oder gekauft hast und es dann verschenkst… genauso sollte es mit virtuellen gütern auch sein!

          • Retrofanboy sagt:

            Lieber Boris,

            makroökonomisch betrachtet sind diese “schmarotzenden Blutegel” sehr Wohl Konkurrenten.

          • dermax sagt:

            Unglaublich… wie oft muss man denn noch einwerfen, daß Kopien eine völlig andere Situation sind als das plötzliche Auftauchen eines Konkurrenten… der Konkurrent arbeitet nämlich unter denselben Voraussetzungen wie der ehemalige Monopolist und verkauft nicht einfach dessen Produkte billiger (oder für lau) und last, but not least: er machts legal!

          • TheBard sagt:

            “Jahrelang galt der Preis als angemessen.”

            Genau dieser Satz beschreibt doch das Problem, oder?

      • Jürgen sagt:

        Sehe ich auch so, für sehr viele Leute ist doch schon geschenkt zu teuer.

        Traurig ist, dass es eigentlich egal ist, wie vernünftig der inhaltsschöpfende Teil der Gesellschaft und die Industrie argumentiert. Das Selbstverständnis, dass man sich eben nicht alles einfach so nehmen darf – auch wenn man es kann – sollte doch von Haus aus jedem Menschen inne wohnen. Das hat auch etwas mit Respekt zu tun.

        Gäbe es Repsekt und Vernunft, dann wären die ganzen Diskussionen, Appelle und Kopiergeschütze überflüssig.
        Den beiden Artikeln, sowohl Boris’ als auch dem von Lynton, kann ich daher nur zustimmen. Ob das Beispiel mit der Autobahn holprig ist, sei dahingestellt. Auf die Kernaussage kommt es an und die wollen eben viele Leute nicht hören. Weil: it’s “an inconvenient truth”.

        Ich bin immer wieder überrascht mit welchen selbstgerechten, egoistischen Ansichten pseudo-argumentiert wird, das Urheberrecht, Patentschutz und Co. abzuschaffen. Weil es sich die Leute nicht verbieten lassen, soll man es also erlauben?
        Dann können wir ja auch gleich mit anderen “Kavaliersdelikten” weiter machen und kommen irgendwann bei Mord und Totschlag an. ;-)
        Wird ja alles sowieso gemacht, kommt immer wieder vor und wenn man alles erlaubt, ist es nichts schlimmes mehr. Alles legal egal.
        Wie schön einfach man sich die Welt doch machen kann.

        Oder das berühmte Argument, dass durch Filesharing Kultur für alle verbreitet wird:
        Kultur war und ist nie wirklich kostenlos. Selbst in der Bücherei muss man eine monatliche Gebühr für das Ausleihen bezahlen. Oder in der Videothek. Da wird auch Wissen und Kultur geboten. Manchmal mehr, manchmal weniger.

        Überträgt man die Ideologie der kostenlosen Kulturverbreitung konsequent von der virtuellen, in die “handfeste” Welt, kann man nun also auch wunderbar dem sicher nicht so erfreuten Computerverkäufer im Mediamarkt erklären, warum man sich den Laptop ab jetzt einfach so mitnimmt und eben nichts dafür bezahlt:
        denn über den kann ich Internet empfangen und Kultur und Wissen verbreiten. Also ist der Computer ein Werkzeug für das Allgemeinwohl.
        Er darf dann logischerweise, genau wie die Inhalte, die damit verbreitet werden, nichts kosten. Weil es sonst böserweise die Kulturverbreitung aufhält. ;-)

        Schade, dass es wohl vielen nicht bewußt ist, dass das Ausdenken und Schaffen geistiger Inhalte, sei es Musik, Bildende Kunst oder Software, oftmals ein langer, arbeitsintensiver Prozess ist. Aber Toleranz wächst mit Distanz:
        würden die ganzen fleißigen Sauger genauso fleißig selbst kreative Inhalte herstellen – ich sage nicht bereitstellen, denn das ist ein gewaltiger Unterschied – dann würden sie sicher ein wenig respektvoller mit dem geistigen Eigentum anderer umgehen. Weil sie wüssten, wie sehr man oft dafür schuften muss.
        Alleine die empathische Erkenntnis wäre schon viel wert, dass man eben NICHT allein von der Freude darüber leben kann, dass das eigene Musikstück oder Spiel nun auf Platz 1 in allen Torrentcharts ist.

        Mir als Wohlfühl-Atheist fällt zum Schluß noch ein anderer, biblischer Vergleich ein:
        Wenn das Internet als Ort für Versuchungen jeder Art steht, dann muss es wohl ein Werk des Teufels sein. ;-)
        Zumindest ist es für die Inhaltsschaffende Industrie die Hölle. Die Adams und Evas sehen es weiterhin als Schlaraffenland und Paradis an unbd lassen sich gerne Verführen. So haben sie ihre Unschuld schon lange verloren. Nicht deshalb, weil beim Pflücken der vielen, aus ihrer Sicht kostenlosen, Früchte der berühmte Apfel der Erkenntnis schon dabei war – der hätte eh keine Chance zu fruchten.
        Die Gier hat längst das Hirn gefressen. ;-)

        So oder so, auf jeden Fall werden sich die Adams und Evas nicht aus “ihrem” Paradies vertreiben lassen. Das ist das neue Selbstverständnis unserer Zeit. Entstanden aus Anarchie, Respektlosigkeit und Unvernunft.

      • Jürgen sagt:

        @my post obendrüber:
        mein erster Satz bezieht sich auf Boris’ Abschlusssatz: “You can not compete with “free”.

        Will in keinster Weise mit meinen Einleitungssatz Leuten wie Kausrufe rechtgeben. Bei gewissen Ansichten dieser Art rollen sich mir nur die Zehennägel hoch.

      • mrreynolds sagt:

        Die Lösung ist auch nicht: Mach es billiger. Eine Lösung könnte sein: Biete es EINFACH, zeitnah, günstig und frei von Verkrüppelungen an. Es ist immer noch nicht EINFACH, online einen Film zu leihen oder zu kaufen. Apple geht da mit dem iTunes Filmangebot in die richtige Richtung, einfach ist es dennoch noch lange nicht. Der Konsument wird letzten Endes doch wieder nur mit Vorgaben für die Abspielmöglichkeiten und -geräte überhäuft. Der Xbox Live Marktplatz für Filme geht auch in die richtige Richtung, allerdings ist das Angebot zum Großteil einfach nicht “heiß” genug – richtig aktuelle Filme erscheinen immer noch nicht gleichzeitig mit der DVD. Für all diese Sachen gibt es keine Gründe, sie so zu tun wie sie getan werden – und genau diese Dinge sind einfach GEGEN den potenziellen Kunden und nicht für ihn.

    • dmXbox sagt:

      “Ein Xboxspiel, in dessen Hülle nur eine DVD liegt und ein Handbuch von 3 Seiten. Ist vom Produktionsaufwand sicherlich keine 60€ wert”

      schoneinmal was von der entwicklung der software gehört?
      das kosten heutzutage unsummen… und die preise der videospiele sind kaum höher als noch vor 10-20 Jahren… diese logik ist ja mal sowas von verquer… und wie boris richtig sagt :”You can not compete with “free”.”
      also was soll das preis senken denn bringen.. wenn dich die preise stören, darfst du aus moralischer sicht trotzdem nicht kopieren…

      • Reihnold sagt:

        Es gab da bei der Serie “The West Wing” ein schönes Zitat in Bezug auf Medikamentenpreise, welches sinngemäß auch bei Medien hervorragend passt: “The second pill cost ‘em four cents; the first pill cost ‘em four hundred million dollars.”

    • andym sagt:

      “Wenn die Preise auf ein realistisches Maß sinken würden, ginge auh die Zahl der Raubkopien zurück.”

      Definitiv nicht. Es gibt dafür zig Beispiele. Siehe zum Beispiel hier:

      http://tinyurl.com/r8su8b

  5. robbin sagt:

    Dank der vielen Werbeblocker wären aber auch Werbetafeln für Bauer Huber nicht wirklich ein gutes Geschäft ;-)

  6. fuxx1.0 sagt:

    Wie so oft stimme ich dir da 100%ig zu, Boris. Ich verstehe an der ganzen Problematik nur nicht, warum der Diebstahl im Internet nicht stärker verfolgt wird. Meiner Meinung nach sind  das Problem nicht unbedingt die großen Raubkopieproduzenten, die alle Jubeljahre mal geschnappt werden, sondern die riesige Masse an Privatleuten, für die Diebstahl im Internet völlig in Ordnung ist. Warum wird das nicht stärker verfolgt? Wenn ein 15-jähriger in der Drogerie ne Packung Kondome klaut, weil’s ihm vllt. peinlich ist, an die Kasse zu gehen, wird die Polizei gerufen, es gibt Hausverbot und ‘ne Strafanzeige. Der Polizist, der diese schreibt, schaut sich dann aber am gleichen Abend wahrscheinlich den neusten Kinofilm als Raubkopie aus dem Internet an. Ich denke, die technischen Möglichkeiten zur Verfolgung dieser Raubkopiererei sind gegeben, warum wird da also nicht mehr gegen vorgegangen?

  7. ComeToSin sagt:

    Boris,

    ich sehe das Ganze nicht so schwarz-weiß und finde auch mehrere Fehler auf Seiten der Medienindustrie. Bei Musik magst Du noch so gut wie uneingeschränkt Recht haben, aber bei Video-Inhalten sieht die Welt schon gewaltig anders aus. Wenn beispielsweise ein Simpsons-Fan in Deutschland die Serie gucken möchte, so hat er zwei Möglichkeiten:

    a) Er guckt die Serie wöchentlich im Free-TV, in einer miserablen Qualität (deutsche Synchronisation)
    b) Er wartet auf die DVDs und schaut die Serie etwa 8 Jahre nach der Originalausstrahlung im amerikanischen Fernsehen endlich in vernünftiger Qualität in seinem Heim. Allerdings gehen dabei jegliche Witze über aktuelle Themen total kaputt, und der Kunde ist wieder frustriert. (2008 erschien Season 11 in Deutschland als DVD-Box, in den USA lief zu dem Zeitpunkt schon Season 19/20)
    c) Er besorgt sich die Folgen über einen US-Anbietet wie z.B. iTunes einen Tag nach Erscheinen. (Ich weiss nicht, ob es die Simpsons tagesaktuell bei iTunes gibt, aber dies soll auch nur als Beispiel dienen)
    d) Er lädt die aktuellen Folgen über BitTorrent kurz nach Erstaustrahlung im amerikanischen Fernsehen herunter.

    Schauen wir doch mal… Möglichkeiten a und b sind vollkommen legal, erwünscht und bringen dem Produzenten seinen verdienten Lohn für die Erstellung der Serie. Möglichkeit c ist (vermutlich) illegal, da man einen US-iTunes-Account eigentlich nur mit einer US-Adresse bekommen würde und so falsche Angaben bei der Accounteröffnung machen müsste. Allerdings würde auch hier der Produzent zumindest an seinen verdienten Erlös für die Folgen kommen, also kann ich hier zumindest nicht nachvollziehen wo der Schaden entsteht.

    Erstaunlicherweise ist für den Kunden die einfachste und qualitativ beste Möglichkeit, an seine Lieblingsserie zu kommen jedoch Möglichkeit d. Er erhält die Serie tagesaktuell, in guter Video- und Audio-Qualität, in englischer Originalsprache und das auch noch schnell, unkompliziert, ohne das Haus zu verlassen oder die Liefergebühren eines Versandhandels zu bezahlen. Würde die Industrie einen solchen Service gegen Bezahlung anbieten, ich bin mir sicher dass nicht wenige Kunden ihn nutzen würden.

    Übrigens, auch Dein Bauern-Beispiel hinkt. Wenn ein paar dämliche Leute Musik oder andere digitale Inhalte kopieren, ist dies sicherlich ein Vergehen – aber es macht nicht die Basis der ganzen Industrie kaputt – der Bauer kann seine Kühe immer noch grasen lassen.

    Ich für meinen Teil überlege schon mal, wie ich schnell vollkommen legal und in guter Qualität an meine Lieblingsserien kommen kann. Dafür fällt mir momentan leider nur Auswanderung ein. Da ich das nicht tun werde, bekommt die Industrie halt nicht mein Geld – und ich nicht meine Serien. Schade, es hätte so schön sein können.

    Gruß,
    (Arschloch) Alexander

    • Cedric sagt:

      Das ist ja nicht der erste Schwarz-Weiße Beitrag von Boris und finde es für jemandem in seiner Position sehr unpassend.

      Der letzte Beitrag über die Firefox und Werbeblocker-Theorie hat dem Fass ja schon (fast) den Boden ausgeschlagen

      • Für jemanden in meiner Position? Der jahrelang mit kreativer Arbeit Geld verdient hat? Der bei einer Firma arbeitet, deren Produkte deutlich häufiger kopiert als gekauft werden?
        Junge, wenn jemand in meiner Position eine andere Meinung hat und vertritt, sollte er seinen Job wechseln.

    • wolfmar sagt:

      Ich muss deiner Argumentation entschieden wiedersprechen. Diese setzt nämlich vorraus, dass es Dein Gott gegebenes Recht ist die Serie Simpsons im Originalton wann immer es Dir passt zu konsumieren. Bei Ferrari gibt es Modelle, die verkauft Ferrari nur an Stammkunden. Wenn Du nicht dazu gehörst, bekommst Du ihn nicht. Basta. Egal wieviel Geld du bietest. Da kannst Du dann auch nicht hingehen und Dir einen klauen.

      Der erzeuger eines Produktes kann darüber entscheiden ob und wem er es verkaufen möchte. Und Du hast kein Recht zu konsumieren. Auch wenn viele das anscheinend glauben.

      Wenn es Dein Wunschprodukt Legal nicht gibt, kannst Du es nicht konsumieren.

    • AnZy sagt:

      Nicht zu vergessen, dass die Preise fuer legal downloadbare Inhalte in keinem Verhaeltnis zu den Preisen einer richtigen Box stehen.

      Beispiel Lost bei iTunes. 50 Euro je Staffel. Wuerde ich die DVDs kaufen, kaeme ich guenstiger weg, haette zwei Tunspuren, ordentlich Extras, und eine bessere Qualitaet.

      Macht die Entscheidung nur zu leicht, mal eben BitTorrent anzuchmeissen.

  8. Cedric sagt:

    Ich habe eigentlich gar keine Lust mehr auf die ewig geführte Diskussion, fühle mich aber dennoch genötigt deinem Beitrag etwas hinzuzufügen.

    Es ist ja alles so einfach: Das Internet ist böse, du hast Recht, Sony sowieso, alle anderen sind Arschlöcher. Ich stelle die folgende Theorie auf: Leute die Waren/Dienstleistungen kopieren/erschleichen, wird man auch mit noch niedrigeren Preisen nicht dazu bringen können eben solche zu erwerben. Von Umsatzverlusten kann also gar keine Rede sein. Diejenigen hingegen, die bereit sind Geld auszugeben werden es auch tun. So einfach ist das. Das einzige was sich im Laufe der Zeit verändert hat sind die Möglichkeiten, Methoden und Praktiken.

    • Leider falsch. Die Umsätze der Musikindustrie sinken kontinuierlich, PC Spiele kaufen auch immer weniger Leute, es entsteht ein realer, wirtschaftlicher Schaden. Nur mir dem Phantom-Argument “Ich hätte es eh nicht gekauft, also schade ich niemanden” zu argumentieren, ist wirklich arm. Respektive moralischer Selbstbetrug.

      • TheBard sagt:

        Als Gedankenspiel:

        Wenn wir Piraterie einfach mal der Diskussion halber ignorieren würden, also diesen Brückenschlag von der illegalen Kopie zum nicht erfolgten Verkauf sein lassen, was passiert dann?

        PC Spiele bieten keinen Mehrwert, der den Kauf wert wäre. Ausnahme bilden hier Angebote wie Steam, die ja offenbar sehr erfolgreich sind und, meiner Meinung nach, den Markt verstanden haben. Und ein ernst gemeinter, nicht zu missachtender Faktor: Ein Großteil der potentiellen PC Spiele Kunden ist durch World of Warcraft sozusagen “gebunden”.

        Die Musikindustrie hat fortschreitend sinkende Umsätze. Mit Ausnahme von vielen sehr fähigen Indie Bands, die über Plattformen wie last.fm bekannter geworden sind und im MP3 Direktvertrieb schöne Einnahmen verzeichnen können.

        Alternative TV Angebote über Hulu.com finanzieren sich durch Werbeeinnahmen und fahren ebenfalls richtig schicke Gewinne ein.

        Will sagen: Wenn ein Mehrwert für den Kunden generiert wird, sind Kunden auch trotz böser Filesharing Plattformen bereit, für Produkte die es wert sind zu zahlen.

      • Cedric sagt:

        Das ist kein Phantom-Argument und auch kein moralischer Selbstbetrug, sondern zeigen viele Beispiele von unabhängigen Entwicklern sehr deutlich.

        Hier mal ein paar Links…
        http://2dboy.com/2008/11/13/90/
        http://www.icombatgame.com/2009/05/08/my-experience-getting-owned-by-app-store-pirates/

      • AnZy sagt:

        Die Musikindustrie ist ein ganz schlechtes Beispiel. Auch wenn die Kosten fuer eine CD hier keine Rolle spielen sollten, da diese seit Ende der 90er nahezu unveraendert sind (damals 32 Mark, heute 17 Euro). Bei den sinkenden Umsaetzen darf man nicht vergessen, dass die produzierten Bands, welche im Fernsehen gecastet werden, beliebig austauschbar sein, und dem Kunden dieses auch gezeigt wird.

        Deutschland sucht den Superstar 2007, 2008, 2009. Spielen diese Superstars noch eine Rolle? Wer war das ueberhaupt? Ja schoen, sie hatten das eine erfolgreiche Jahr. Haben Millionen umgesetzt, in dem sich nach der Musik von Dieter Bohlen mit nackten Bruesten herumgehuepft sind. Der Superstar von 2009 ist out. Lasst uns fuer 2010 einen neuen suchen.

        Aber warum gibt es so ‘unbedeutende’ Bands wie Sodom noch heute? Weil wir, die Konsumenten, den Unterschied bemerken, zwischen echten Kuenstlern, und nur irgendwelchen Huepfdohlen, die dressiert wurden. Wenn Metallica, Slayer, Finntroll & CO bei Rock am Ring auftreten, sind sie nicht nur da um schoen auszusehen, sonder sie spielen echt. Kein Playback. Das merkt der Kunde.

        Ich behaupte, der prozentuale Anteil an kopierter Musik ist im Metal Bereich geringer als im Mainstream.

        Und ja, auch Metal Beands bemerken es. Aber wenn Monat fuer Monat ueber hundert Alben neu herauskommen, wer soll sich die alle kaufen? Der Musikmarkt ist uebersaettigt. Kaum wird eine Band mit einem Musikstil besonders erfolgreich, treten 20 neue Bands auf den Plan, die am Kuchen teilhaben wollen.

        Musik wurde schon immer kopiert. Was sich mit dem Internet geaendert hat, ist die Tatsache, dass es leichter geworden ist ran zu kommen. Wer der heute Mittdreiziger hatte in den 80ern die Alben von Nena und Co gekauft?

        Die Preise werden bei Musik von den Kunden als zu hoch eingestuft, weil irgendwann man wer die Kosten aufgeschluesselt hat, und lediglich ein bis zwei Euro beim Kuenstler landen, waehrend die anderen 15 Euro irgendwo zwischen Kunde und Kuenstler versacken.

        Wuerden Kunden mehr kaufen, wenn der Kuenstler einen groesseren Anteil bekommen wuerde? Keine Ahnung, es kaeme auf einen Versuch an.

        Was jedoch Seitens der Industrie vollkommen Contra-Produktiv ist, und diesen Schuh muss sich die Musikindustrie, die FIlmindustrie und die Softwareindustrie anziehen (auch Dein Arbeitgeber), ist die Tatsache, der Seitens der Industrie der Kopierer als Verbrecher hingestellt wird!

        Farin Urlaub hatte in einem Interview selbst zugegeben, auch Musik zu kopieren. Als Hoerprobe sozusagen. Gefaellts ihm, kauft er die CD, missfaellts ihm, loescht er wieder. Er hatte die Kopierer auch nicht verdammt und verteufelt, sondern ihnen mangelnden Respekt gegeueber der Arbeit der Kuenstler unterstellt. Eine ganz andere Herangehensweise.

        Ein Beispiel aus der Praxis. Ein Arbeitskollege, ganz grosser Slayer Fan, hat sich die letzte Slayer CD aus dem Internet besorgt. “Weil ich keine 17 Euro bezahlen will”. Ich habe ihn gefragt, warum er die Erzeugnisse seiner Lieblingsband kopiert, und keinen Respekt vor deren Leistungen hat, sich ueber Monate in einem Studio zu vergraben um diese Album (welches nach seiner Aussage ein Hammergeiles Album ist) zu produzieren. Die Frage konnte er mir nicht beantworten.

        Anderes Beispiel aus der Praxis. als FIlm-Freund kaufe ich mir meine Filme auf DVD und besorg sie mir nicht im Internet. Wenn ich eine aktuelle DVD in meinen Player schiebe, werde ich in der Regel direkt von einem dieser daemlichen Spots begruesst, in dem das Kopieren als Straftat dargestellt wird. Ich frage mich jedes Mal, wieso muss ich mir diesen Spot anschauen (ein ueberspringen ist haeufig nicht moeglich)? Ich habe fuer die DVD bezahlt, ihn auf legalem Wege gekauft, und muss mir diesen Mist anschauen. Meine Konsequenz ist, dass die DVD unverzueglich zum Haendler zurueck geht, und ich mein Geld fordere. Und da die Industrie mich sowieso schon fuer einen Verbrecher haelt, habe ich weniger Bedenken mir den selben Film aus dem Netz zu besorgen. Denn dieser kommt ohne den Spot daher.

        Ergo: die Industrie sollte ihre Strategie mal ueberdenken, und an den Respekt der Konsumenten gegenueber den Kuenstlern appelieren.

        Sie sollte den Kunden auch mal erklaere, warum eine CD 17 Euro kostet, und beim Kuenstler nur ein oder zwei Euro ankommen.

        Sie sollte erklaeren, warum ein Spiel mit 10 Stunden Spielzeit 60 Euro kosten muss.

        Was von den ‘im Internet darf nichts Geld kosten’ Bubis nicht erkannt wird, ist, dass an den Open Source Produkten, welche vielfach kostenlos erhaeltlich sind, Menschen stecken, die fuer die Arbeit bezahlt werden. Ob es der Firefox ist, OpenOffice oder Linux, ein nicht unbetraechtlicher Teil der Entwickler werden von Unternehmen wie Netscape, RedHat, Google und SUN dafuer bezahlt, dafuer zu arbeiten. Weil die Unternehmen aus dieser Arbeit selbst einen Nutzen haben. RedHat verlang fuer RHEL Geld. Nicht fuer das Produkt, sondern den damit verbundenen Support. Aehnlich bei SUN mit deren StarOffice (gibt es da ueberhaupt noch?), und Netscape hatte die Enwicklungen an der Mozilla Engine fuer deren Produkte benutzt.

        Und letztendlich: VIelleicht sollte die Industrie, die Produzenten auch mal Naegel mit Kopfen machen, und keine Produkte mehr herstellen.

        Ganz ehrlich? Wenn meine Hoerer sich die Musik im Internet kostenlos besorgen, wuerde ich keine CDs mehr produzieren. Ich wuerde nur noch auf Konzerten spielen.

        Wenn ich Entwickler von den Sims gewesen waere, waere ich ziemlich stinkig gewesen, als einige Tage vor dem Release das Spiel downloadbar war, und haette die weitere Produktion angehalten, und das Spiel gar nicht mehr veroeffentlich, ungeachtet der Umsaetze, die mir die echten Kunden beschert haetten.

        Die meisten sagen doch ‘Haett ich mir eh nicht gekauft’. Wenn sie es nicht kaufen, dann muss man sich mal selbst fragen, warum man noch produziert.

        Zum Abschluss noch folgender Gedankengang: Ist es vielleicht nicht auch so, dass heute der Kopiervorgang an sich staerker wahrgenommen wird, weil er in aller Oeffentlichkeit stattfindend? In den 80ern machen Videobaender unter Arbeitskollegen die Runde, weil die Quellen schwerer zugaenglich waren. Ich glaube nicht, dass heute mehr als frueher kopiert wird.

        Auch wenn die Produkte von Microsoft zu den Meistkopierten gehoeren, wie Du sagst, scheint es Microsoft ja nicht schlecht zu gehen, oder?

  9. Retrofanboy sagt:

    entschuldigung boris aber ich habe selten einen solchen blödsinn gelesen! wie allseits bekannt leben wir in einer ökosozialen marktwirtschaft dh das prinzip von angebot und nachfrage bestimmt im wesentlichen das preisgefüge.

    tintifax schreibt dass er als software entwickler gewissensbisse bei der preisgestaltung seiner produkte hat. nun da stellt sich mir die frage warum er dann als software entwickler arbeitet wenn der markt dort keine hohen margen zulässt und die “community” ähnliche produkte umsonst bietet? Warum ist der Appstore von apple – trotz raubkopien – ein riesenerfolg? weil preis/leistung dort vom kunden als gut bis sehr gut empfunden wird.

    beispiel filme: warum soll ich für einen bereits im kino gesehen film, und ich gehe wirklich häufig ins kino, auf xbox live, im itunes store oder sonst wo noch mal für ein bereits “konsumiertes” produkt, in diesem fall kein verbrauchsgegenstand ~10-13 euro bezahlen?

    zum schluss: als microsoft mitarbeiter an die moral der konsumenten zu appelieren ist (mit verlaub) eine frechheit!

    • Nein, du schreibst Blödsinn. Das Prinzip von Angebot und Nachfrage wird durch das Saugen aus dem Internet bequem umgangen. Du kannst kein Angebot mehr machen, die Nachfrage holt sich die Leistung über andere Wege.
      Thema Appstore – mal die Statistiken von Entwicklern gelesen, daß selbst ,79 Cent Programme mit Quoten von 10:1 kopiert statt gekauft werden?

      • TheBard sagt:

        Das Angebot und Nachfrage Prinzip besteht hier nach wie vor: BitTorrent als Beispiel ist einfach nur ein weiterer Marktplatz, der als Konkurrenz existiert. BT ist weitgehend kostenfrei, allerdings mit einer gewissen technischen Schwelle versehen, nur wirklich brauchbar für aktuelles Material und mit einem gewissen Risiko versehen, was die Qualität des gezogenen Films etc. angeht.

        Als Rechteinhaber ist es in der Welt, die wir nun mal haben, die neue Aufgabe, durch gezielten Aufbau eigener Plattformen ein besseres Angebot als bspw BitTorrent zu liefern. Was aber auch keine unschaffbare Sache ist.

        Als der Amazon MP3 Store Alben für nen Fünfer hatte, DRM-frei und in schöner Qualität, habe ich direkt zugeschlagen. Und ich würde bei Musik auch zuerst dort schauen, als dass ich mir irgendwelche Sachen bei der Piratebay ziehe. Ich weiß, dass die Qualität stimmt, ich weiß, dass der Einkauf sicher ist und ich weiß, dass mein Geld auch irgendwo landet wo es hin soll … was mir auch ein Anliegen und Teil der Kauferfahrung ist.

        Darauf zu bestehen, dass (ver)alte(te) Märkte geschützt werden müssen, damit (ver)alte(te) Modelle weiter greifen, ist nicht zukunftsträchtig.

        Und, frei zitiert: Wenn das eigene Business Model darauf baut, seine Fans zu verklagen, macht man was falsch.

        • Die Website mit den vielen tollen Axxo-Downloads, den 0-Day-Rips und den Telecines IST KEIN ANBIETER, ist kein Marktplatz, sondern nur ein schmarotzendes Blutegel, daß den Wirtskörper aussaugt und rein gar nichts zurückgibt.
          Nicht kaufen weil zu teuer, zu kopiergeschützt: Ja, macht das.
          Den Anbietern zu sagen: “Ich klau euer Zeug solange ihr das nicht zu meinen Regeln anbietet” ist Erpressung. Manche Politiker vergleichen es inzwischen mit Terrorismus – der Schaden ist ein anderer, aber die Geisteshaltung sehr sehr ähnlich.

          • Bash sagt:

            Hm warum hab ich das Gefühl, dass wenn jeder Axxo-Download 1 Euro für den Rechteinhaber generieren würde, die ganze Geschichte auf einmal total egal wäre?

            Wo sind denn die Marktplätze mit den 700MB Downloads der Filme von Sony, Warner und Konsorten? Wo gibt’s zum Tag der Veröffentlichung der DVD den Film mit 4 Tonspuren zum Download für 10 Euro?

            Ja ich weiß – der Bauer darf mit seinen Sachen machen, was er will. Ich frag mich nur warum der Bauer mit den Musikdateien mit Apple so gut fährt…

      • Retrofanboy sagt:

        @TheBard: Danke du hast mir die Antwort vorweggenommen!

        @Boris: Das mag bei den günstigen und meiner Meinung nach meist miesen Apps der Fall sein. Die werden in irgendwelche (raubkopierten) App-Sammlungen gepackt und zum Download bereitgestellt. Wirklich verwenden wird sie niemand.

        Ich kann mir allerdings nicht vorstellen dass das bei einem qualitativ hochwertigem Titel wie z.B. Zenonia für EUR 4.99 die große Mehrheit auf die Idee kommt sich eine Raubkopie zu holen anstatt den Entwickler zu unterstützen.

  10. BleedingGuitar sagt:

    Absolut treffend. Danke.

    Übrigens, die wirklich blödsinnigste Ausrede in dem Zusammenhang: dass die, die sich Software, Filme etc. herunterladen, es ohnehin nie (oder in den seltensten Fällen) kaufen würden, und daher auch kein Schaden entsteht.

    Fan der Industrie bin ich aber auch keiner … dass man nach wie vor zB in Österreich keinen Videomarktplatz hat und einfach legal gar keine Filmdownloads kaufen kann, obwohl man wirklich gerne Geld dafür zahlen würde, ist nicht gerade förderlich.

    Ich denke, dass man einen relativ großen Teil der illegalen Kopien in den Griff bekommt, wenn man den Kunden einfache, faire, schnelle, qualitativ hochwertige Möglichkeiten bietet, Content zu erwerben und zu konsumieren. Nur wenige werden sich es antun, über BitTorrent Filme mühsam und in fragwürdiger Qualität runterzuladen, wenn man alles viel schneller und einfacher für 2 Euro direkt über die XBox am Fernseher über ein bequemes Menü und mit superschnellen Download haben kann.

  11. knp sagt:

    @ ***löcher da oben

    hier werden mal wieder Meinungen vom Stapel gelassen, bei der sich mir die Haut abpellt.
    Satz des Tages von “Kausrufe” :
    “Manche Sachen sind ihr Geld einfach nicht wert. Man würde es aber trotzdem gerne sehen/hören/spielen, nur eben nicht zu dem Preis.
    Das ist wie wenn man einen Ford Fiesta für 1Mil.€ verkaufen würde.”

    Wer bist du eigentlich, der entscheiden will was welchen Preis wert ist was nicht. Du hast hoffentlich einen Job, wird da was verkauft? Ja? Wetten ich kann das was du kaufst irgendwo billiger und/oder sogar besser UND billiger bekommen? Nein? Warum nicht, weil du denkst, dass dein Produkt etwas hat, was andere nicht haben.
    Vielleicht finde ich das aber gar nicht. Oder ich mag einfach dein Gesicht nicht. Daher kaufe ich es woanders. Nein ich mache es so, ich besorge es mir schnell! Das ist doch viel einfacher!

    Du willst es trotzdem sehen? Hää? Ich versteh dich nicht! Das ist Pech, schade, you name it!
    Ich wette da klingelt nichts, aber macht mal schön weiter.

    Lieber Boris, wo ich dir nicht recht gebe ist, das die Industrie zum Teil keine Möglichkeit mehr sieht. Man möge mir einfach mal erklären, warum die Industrie nicht die Möglichkeiten nutzt die Ihnen offen steht. Nur wenn ich eine CD selber brenne, kann ich in CD-Text zum Beispiel geniessen, nur in meinen MP3 kann ich von Hand selber Lyrics, Erscheinungsjahr, Kommentare, Komponisten usw, usw, usw.. einfügen. Warum macht das die Industrie nur leidlich? Die haben alle Möglichkeiten, einen Mehrwert zu generienen. Statt dessen wird alles beschränkt.
    Filme auf der XBOX für 4€ verleihen ist nicht nur zu teuer, sondern Quatsch. Mein Plattenplatz ist nämlich zu begrenzt. Viele Spiele, ein paar Demos und meine Platte ist voll. (120 gig)
    Software, warum muss ich mir Software immer noch kaufen, wenn ich privat excel vielleicht 3 mal im Monat brauche? Warum kann ich mir das nicht mieten? Ich weiss da kommt noch was, aber ganz schön spät und bisher noch nicht fertig? Falls doch, her damit ;-)
    usw.

    • Ich sag dem Excel-Team mal eben Bescheid. :-)

    • iVO sagt:

      Wenn er >>> schlau <<< ist benutzt er Open Office. ;)

      Ein heißes Thema… Natürlich schadet es den Händler… aber wenigstens macht der böse Dieb damit ein bisschen Werbung.
      Diebe gab es schon immer… und heutzutage schafft es jeder über das Internet etwas zu “klauen”.

      Ich aber, kaufe mir immer das Produkt. Sei es ein Xbox Live Arcade Game ein App oder irgendein anderes Programm aus den Internet. Denn schließlich will ich den Händler mit mein Geld auch sein Produkt und die Idee unterstützen.

      Ist es zu teuer oder stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht… dann bekommt der Händler von mir auch dementsprechend “ein Hauch von nichts!” ;)

    • hdgamer sagt:

      Sehr, sehr schöne Beispiele! Besonders das Excel Beispiel gefällt mir – sowas ist ja auch in der Mache, nur nicht von MS soweit ich das weiss.

      Dein Plattenplatzproblem leuchtet mir aber nicht ein. Du reservierst halt 20GB auf deiner Platte zu dem Zweck und gut ist. Werden ja nach dem Schauen wieder gelöscht – die Preise sind mir aber auch zu hoch.

  12. TheBard sagt:

    Hi,

    die Ausführungen kann ich bis zu einem bestimmten Punkt nachvollziehen. Allerdings glaube ich drei Sachen:

    (1) Es wird immer eine Minderheit geben, die Medien klaut. Das war früher nicht so leicht wie es heute ist, das gebe ich gerne zu, aber auch “damals” gab es sie.

    (2) Piraterie in dem Maße, wie sie heute existiert, kommt schwerpunktmäßig nicht von einer Bosheit des Menschen, sondern aus erheblichen Lücken im Bedarf. Das Simpsons Beispiel von Alexander beschreibt das sehr gut. Sicher kann man nicht mit gratis konkurrieren. Aber dass die selben Geschäftsmodelle von vor zehn Jahren heute noch funktionieren müssen, kann ja keiner im Ernst fordern.

    (3) Freie und flexible Nutzung von Medien ist technischer Fortschritt und wichtig für unsere größere kulturelle Entwicklung und unser Selbstverständnis.

    Lustigerweise fallen mir gerade hierzu zwei sehr interessante Beiträge ein, die genau zum Thema passen und für mich wirklich bereichernd waren:

    - The New Socialism: Global Collectivist Society Is Coming Online (http://www.wired.com/culture/culturereviews/magazine/17-06/nep_newsocialism)

    - Matt Mason: The Pirates Dilemma: How Youth Culture Is Reinventing Capitalism (http://vimeo.com/4802347)

    Viele Grüße aus einem herbstlichen Köln,
    Andy

  13. gonknoggin sagt:

    Grundsätzlich gebe ich dir natürlich Recht. Die Möglichkeiten des Internet, der globalen digitalen Vernetzung, sollten die Moralprinzipien selbstverständlich nicht komplett aushebeln.

    Aber andererseits gehören meiner Meinung nach auch immer zwei zu einem solchen “Streit”. Was werden einem teilweise für Steine in den Weg geworfen, legal an digitale Unterhaltungsmedien wie Spiele oder Filme aus dem Ausland zu kommen.

    Ich finde es hochspannend, dass ich einerseits in jeden gut sortierten Bücherladen in Deutschland gehen kann und dort ganz legal und unkompliziert bspw. ein US-Buch bestellen kann. Und da es keine Regioncodes oder sonstige Hindernise gibt, kann ich es wenige Tage nach der Bestellung ganz einfach lesen. Bei Spielen oder Filmen sieht es hingegen ganz anders aus, da ärgert man sich über Importsanktionen, Inkompatibilitäten usw.

    Und ich frage mich ob diese ganzen Massnahmen nur ein Ergebnis des technisch machbaren sind oder wirklich fundiert und valide belegt. Was ich sagen will: hätte es zur Zeit von Gutenberg auch schon Ländercodes gegeben, hätte ich dann heute auch so Probleme ein US-Buch zu kaufen/lesen? Audiokassetten oder Musik-CDs hatten sowas ja auch nicht – und Verwertungsrechte sind da sicherlich genaus so relevant wie bei anderen Medienformen.

    Die Welt wächst zusammen, egal ob in der Gesellschaft, der Wirtschaft oder sonst wo. Aber was man medientechnisch wo, wann und wie konsumieren kann, wird einem oftmals vorgeschrieben. Globalisierung ist gut, aber keine Einbahnstrasse!

  14. soulrise sagt:

    Es ist nur ein Bruchteil eines weitaus größeren gesellschaftlichen Problems, das oft kritisiert und angesprochen wird, aber Niemand fühlt sich genötigt etwas zu ändern.
    Warum auch? Jammern und meckern ist viel einfacher und ist ebenfalls kostenlos. Ein genügsames Hobby, dass 82 Millionen Menschen verbindet, ohne Brücken zu schlagen.

    Diese Mentalität, die da kritisiert wird, steckt doch in uns allen drin. Wir bekommen es jeden Tag vorgemacht.

    Zurück vom großen Ganzen zum kleinen Übel: Musik sollte Kunst sein. Aber Musik ist in meinen Augen, ups, sorry (bzw. verzeihung, für die Anglophilen) nur noch eine billig produzierte Massenware geworden. Rechts rein, links raus, ist ja auch nicht mehr viel dazwischen, was es aufhalten könnte, gell?!

    Vom Glattgebügelter Wegwerfpop aus Bohlens Feder. Blowing in the Wind, adios.

    Und dann regt man sich darüber auf, dass die Leute für die Scheiße nichts bezahlen wollen?! Ich glaube, es hackt.

    Die einzigen Leidtragenden an dieser Entwicklung sind doch nicht die armen Konzerne, die sich anscheinend dick und fett “Volksverdummung” auf das Label, Branding, oder wie man das heute nennen mag gekritzelt haben. Permanent, denn von dem ganzen Rumgeflenne könnte ja der Lack abgehen…

    Nein, die Leidtragenden, sind die Menschen, die mit Herzblut ihr Ding durchziehen. Für die Musik noch eine Bedeutung hat, selbst wenn sie bloß der reinen Unterhaltung dient.
    Menschen, die ihr Handwerk noch verstehen und die die Töne auch treffen, wenn Alex C. gerade mal Mittag macht und das Mischpult unbesetzt bleibt.

    • Macht die volksverdummenden Konzerne kaputt, in dem ihr deren Krempel nicht kauft. Ja. BITTE!
      Aber verflucht nochmal kopiert den Krempel dann auch nicht.

      • soulrise sagt:

        Dann wird man doof angeguckt:”Wie, Du hast Dir ‘ne CD gekauft?!”, ebenso wie man sich saudämlich fühlt vor dem Kindergarten als Einziger an der roten Ampel stehenzubleiben.

        Schmarotzer wird es immer geben, nur heutzutage gehört es einfach zum guten Ton.

        Wäre der werte Herr Blogbetreiber bei einem großen Versicherungsunternehmen beschäftigt, ginge es hier wohl um Versicherungsbetrug und wir würden die gleichen Argumente dagegen und dafür verwenden.

        Ich werde als ehrlicher Mensch jeden Tag nur dafür bestraft, während die “Arschlöcher” am Abend als strahlende Gewinner dastehen.

        Und solange sich daran nichts ändert, wird sich auch an dieser Thematik nichts ändern.
        Was im Großen funktioniert, wird im kleinen nachgeahmt.

  15. Ben sagt:

    Das mag ja alles zutreffen. Die Leute arbeiten und wollen für ihr Produkt entlohnt werden. So weit so gut.
    Nur komme ich zunehmend zu der Überzeugung, dass Digitaltechnologie und Internet grundlegendere Veränderungen mit sich bringen als wir das ahnen können und wahrhaben wollen, vergleichbar mit dem Aufkommen der Schrift oder dem Buchdruck die nicht nur Medienproduktion und Vertrieb, sondern ganze Gesellschaften umgestürzt haben.

    Vielleicht funktionieren die alten Konzepte einfach nicht mehr, so bedauerlich das auch sein mag. Ich möchte zwar auch in Zukunft noch Millionen-Dollar-Produktionen ansehen, spielen und genießen können… aber vielleicht ist diese Zeit einfach vorbei.

    Dass die etablierten Firmen des “Analogzeitalters” sich mit aller Macht widersetzen ist ihr gutes Recht, die mittelalterlichen Klöster fanden es vermutlich auch nicht besonders cool, dass ihr Monopol auf einmal von jedem dahergelaufenen Hanswurst in Frage gestellt wurde und letzten Endes Aufklärung und Wissenschaft die Herrschaft, und die Kirche selbst, zerschlugen.

    Wie neue Strukturen, zumindest momentan, funktionieren könnten, zeigen Wikipedia, Linux oder Mozilla… World of Warcraft, iTunes und zum Teil sicher auch XBox-Live wo der Dienst und das Hardware-Drumherum als Einnahmequelle zunehmend wichtiger werden, als die Inhalte selbst. Es ist also nicht alles verloren, aber vielleicht sollte man einfach mal aufhören nur dem alten hinterherzujammern und darauf zu hoffen dass ein moralischer Ruck das Machbare sanktioniert.

    • Ja, aber (langsam verzweifelnd) – trotzdem hat keiner das Recht, sich einfach was zu nehmen, wenn der Erzeuger das nicht will. Ende.

      • Ben sagt:

        Das Recht nicht, aber die Möglichkeit. Und die wird auch ohne größere Anstrengung nicht wieder wegzudiskutieren sein. Die Moralische Komponente ist zwar da, aber nicht so stark wie bei Mord oder Diebstahl. Das ist zwar auch “machbar”, aber die Konsequenzen sind sofort ersichtlich. Die Digitalkopie nimmt niemandem etwas “weg”, sie enthält ihm nur eine potenzielle Entlohnung vor.

        Es ist ja nicht so dass die Leute nicht willens wären, Geld auszugeben, im Gegenteil, die Leute sind verschuldet wie nie zuvor. Nur der Wert den man Medienprodukten zubilligt, hat rapide abgenommen. Und daran sind imo nicht nur BitTorrent und die Tauschbörsen schuld, sondern auch die Tatsache dass die Menge dieser Produkte rapide zugenommen hat, gleichzeitig aber auch der Nutzwert abgenommen hat:
        Man muss nur einmal überlegen wieviele Filme, Bücher und Spiele wöchentlich veröffentlicht werden, und wie lange diese in der öffentlichen Diskussion stehen. Ein E.T., der die Welt über ein Jahr lang bewegt, wird auch der dickste Blockbuster nicht mehr… und das hat nicht mal was mit der oft bemängelten Qualität z.B. aktueller Musik zu tun. Der Markt hat sich mit seinem Innovationszwang selbst so beschleunigt, daß die eigenen Produkte letztlich für den Kunden an Wert verloren haben.
        Offenbar bis zu dem Punkt an dem die bessere und schnellere Verfügbarkeit und ein Preis von annähernd 0 dem Kunden als angemessen erscheinen.

        Neue Produkte, die dem Kunden wieder einen Gegenwert suggerieren, dürften deutlich hilfreicher sein, als jegliche DRM-Moral-Diskussion.

  16. NewBrof sagt:

    Ich kaufe mir die meisten Spiele und DVDs gebraucht nach 6-12 Monaten… dannzahlt man für ein 60 Euro Spiel nur noch 10-15 Euro und für eine DVD 3-6 Euro. Klar, die Industrie sieht das nicht gerne… besser wäre es: es würden günstigere Spiele an mehr Käufer gehen, als teure Spiele an weniger Käufer.

  17. Drew sagt:

    Ich muss Boris hier auch total recht geben. Ich bin Videothekar und bis vor ca. 3 Jahren ging das Geschäft eigtl. noch recht gut. Aber seitdem es gewisse Seiten im Netz gibt und Filesharing für jeden Deppen verständlich wurde ging es richtig bergab. Genauso wie damals für die Musikbranche als Napster so richtig in die Gänge kam. Ab da gings auch dort bergab.

    Eigtl. müsste ich ja auch auf MS böse sein wegen ihrem Filmstreaming über XBL, aber das sehe ich dann als ehrlichen Konkurrenten wo man eben besser sein und was bieten muss um dagegen anzukämpfen. Gegen Gratisangebote im Web/gecracktes Premiere oder Kabel Deutschland und ähnliches kann man aber nicht konkurrieren und das letzte Ziel was immer näher rückt bei mir, das ist die Pleite. Sieht echt nicht gut aus derzeit in der Branche

    Und der Kommentar weiter oben, dass die Leute die es sich leisten können, auch kaufen werden anstatt es sich illegal zu besorgen, da lach ich drüber. Ich kenn genug Ex-Kunden aus den Branchen Banken, Anwalt, Versicherung, Vorstände usw. die sich die Filme mittlerweile anderweitig besorgen anstatt sie sich ehrlich auszuleihen in der Videothek oder sie zu kaufen.

    Entweder es wird in Zukunft das komplette Weltwirtschaftsmodell modifiziert dass man nicht mehr von der Formel “Geld durch Arbeit/Leistung” abhängig ist oder es wird irgendwann den grossen Knall geben (Arbeitslosigkeit, Unruhen ect.)
    Andere Alternative: Internet abschalten

    • TheBard sagt:

      Ich selbst nutze meine Videothek auch nicht mehr häufig. Das liegt aber eher daran, dass DVDs verdammt günstig geworden sind und ich lieber einen Film für zehn Euro kaufe als für sechs Euro leihe, oder weil ich bei den Filmen, die mich interessieren, einen Kinobesuch vorziehe.

      Da ein Kinofilm meist nur wenige Monate später in den Videotheken landet, und die meisten Videotheken keinen brauchbaren “Altfilmbestand” haben, finde ich dort wenig sehenswertes.

      Und ich bin der festen Überzeugung, dass das Herunterladen aus dem Netz auch und vor allem deswegen eine Alternative zum Videothekenbesuch ist, weil das hin und her fahren zum Laden und das zurück bringen am nächsten Tag einfach und ergreifend “lästig” ist. Das Saugen aus dem Netz ist für viele einfacher.

      Abgesehen vom Angebot: Welche legale Möglichkeit habe ich als zahlungswilliger Kunde, wenn meine Freunde und ich beispielsweise einen Sherlock Holmes Videoabend machen wollen? Wo bekomme ich denn die Filme her? Aus der Videothek wohl kaum, es sei denn sie ist sehr sehr gut sortiert, was aber auch betriebswirtschaftlich wenig Sinn macht.

      Man möge mich nicht falsch verstehen, bitte. Ich MAG meine Videothek und ich bin sehr willig, dort Kunde zu sein. Aber sie gibt mir momentan einfach keinen Mehrwert zu Alternativen am Markt.

      (Zum Sherlock Holmes Beispiel gab es auch eine konkrete Antwort: Amazon.de)

  18. elchi2006 sagt:

    Salut,
    ich lese hier schob länger (passiv) mit, aber hier möchte ich auch mal meinen Senf dazugeben.
    Auch ich arbeite in der Softwarebranche und verdiene mein Geld mit Dingen, die man nicht “in die Hand nehmen kann”, wenn auch im B2B Bereich, in dem diese Problematik weniger auftritt.
    Das Problem bei der ganzen Sache ist ja – und das wird von den Dieben (als solche möchte ich diejenigen bezeichnen, die sich etwas nehmen, das nicht “for free” angeboten wurde, aber trotzdem nicht bezahlen) gerne vergessen: warum sind denn diese Produkte mitunter so teuer? Wenn z.B. ein Spiel wirklich von jedem gekauft wird, der es spielt, dann kann das Spiel auch billiger im Verkauf angeboten werden. Oder (wenn der Preis unverändert bleibt) die Marge des Unternehmens steigt, was wiederum alle freut, die Aktien haben (oder eine aktienbasierte Rentenversicherung oder einen solchen Sparplan), bzw. die Käufer des nächsten Spiels, denn dann können mehr Leute in längerer Zeit ordentliche Produkte produzieren (und nicht schnell was auf den Markt werfen, weil man nicht weiß, ob die finanzielle Decke noch einen weiteren Testmonat ausreicht).
    Ich fände es klasse, wenn mal ein Jahr nichts mehr produziert werden würde (Spiele, Musik, Filme, eBooks, …), weil man ja damit keinen ordentlichen Gewinn mehr einfahren kann – bin mal gespannt, was diese Diebe dann kopieren.
    Genauso wie diejenigen blöd aus der Wäsche schauen, die in den fachmarkt gehen, und sich ausgiebig beraten lassen, um dann das Produkt im Internet zum billigsten Preis kaufen – irgendwann gibt es dann einfach diese Fachmärkte mit kompententer Beratung nicht mehr (ist ja heute schon selten geworden). Dann ist das Gejammer aber groß – und am lautesten jammern dann die, die es ursprünglich verursacht haben. Aber dann will es ja wieder keiner gewesen sein.

    In Summe ist es eine Frage der Moral in der Gesellschaft – und die ist eben auf dem absteigenden Ast – da nützt es auch nicht, Sozialromantiker zu sein. Aber der Bösewicht ist nicht nur auf einer Seite zu finden: wenn Banker in London mit höhnischem Gesicht mit Banknoten aus dem Fenster den Demonstranten gegen das Bankengehabe zuwinken, dann läuft etwas ganz gewaltig insgesamt schief. Oder wenn man hören muß, eine Marge von unter 25% ist nicht akzeptabel.
    Leider habe ich kein Rezept dagegen, nur eines: man muß bei sich selber anfangen und bei denen, auf die man Einfluß hat (Kinder, Neffen, Enkel), entsprechend einwirken und ihnen ein moralisches Grundgerüst mitgeben.

    Grüße, Elchi

  19. hdgamer sagt:

    Ich finde das ist ein sehr guter Artikel! Das Problem ist nur eben, dass die Industrie sich ihre Kunden selbst vergrault hat. Und ich sehe da auch kein Zurückrudern.

    Seinerzeit als Schüler hatte ich ungefähr 100 VHS Originale über 10(?) Jahre angesammelt. Mehr hat das Schüler Dasein nicht eingebracht. Daneben stand dann noch ungefähr die gleiche Anzahl an selbst bespielten Kasetten – TV oder Videothek. Oft Filme die ich mir offiziell nicht hätte kaufen können (18er). Dazu dann noch ein Packen Laserdiscs.

    Eintritt in die Ausbildung war fast zeitgleich auch der Eintritt ins DVD und Heimkinozeitalter. Trotz Preisen von über 60DM anfangs habe ich mir viele Filme gekauft – aber der Player hätte anfangs sich ohne Kopien überhaupt nicht gelohnt. Zum Ende meiner DVD Zeit hatte ich schätzungsweise 300 selbst erstellte und 200 Original DVDs – und die Zeit kam recht fix (Einstieg in HDTV mit einem DVHS Rekorder). Da war dann das Verhältnis Original zu selbstaufgezeichnet (bzw. aufzeichnen lassen) wieder sehr ungünstig für die Industrie – die Preise für DVHS Originale waren einfach zu hoch. Sie haben aber bestimmt das Equivalent zu 100+ Original DVDs gekostet.
    Heute ? Rund 70 HD-DVDs und noch keinen Bluray Player. Finanziell stehe ich nicht so gut da, dass ich jetzt schon wieder umstellen kann. HD soll es aber dennoch sein. Ich habe allerdings auch deutlich weniger Zeit zum Filme schauen, somit fällt das nicht so ins Gewicht und im Freundeskreis habe ich Zugriff auf vielleicht 200 weitere unterschiedliche HD-DVDs (ist jetzt geschätzt). Nur wenn was neues erscheint schaue ich in die Röhre.

    Richtig vergrault hat mich Microsoft als sie mir nach einigen Monaten verboten meine WMV-HD Edition von Terminator 2 zu schauen. Ja ich sehe schon das Problem mit den Veröffentlichungsrechten in unterschiedlichen Regionen – aber die Handvoll Freaks zu verärgern die sich die Filme importieren weil es sie hierzulande nicht gibt war ein besonders dämlicher Schachzug der Industrie.

    Abspielprobleme darf es nicht geben – aber das weisst du ja selbst.

    Und mit Rasch und Co machen sie sich auch meiner Meinung nach keine Freunde. Abmahnen finde ich okay, aber die Summen sind einfach zu hoch gegriffen. Wieder keine Sympathiepunkte die Verständnis fördern würden. Obendrein fehlt das Geld in Kassen der Leute – die werden in nächster Zeit bestimmt keine Filme/Musik mehr kaufen (und das Geld landet zum größten Teil bei den Anwälten und beim Staat für die IP Ermitttlung). Viel mehr wird in diesen Kreisen diskutiert wie man sicher herunterladen können. Ein Blick nach Schweden ist hier sehr interessant.

    MS macht heute vieles richtig – deshalb stehen in meinem Rücken auch dutzende Original Xbox360 Spiele. Und ich bin technisch versiert genug …

    Wenn die Raubkopie (wie bei der Xbox) aber mehr bietet (Komfort) als das Original, dann läuft eben was falsch.

    Dann haben sie defakto das Recht auf die Privatkopie unterlaufen – das ist etwas das ich nie verzeihen werde. Ich lese heute tatsächlich mehr Bücher / spiele mehr Videospiele und schaue weniger Filme. Ganz kann ich mich dem Konsum leider nicht entziehen – aber ich will ja auch nicht jeden Filmemacher für die Fehler der übergeordneten Industrie strafen.

    Das Problem der Industrie ist der immer erhobene Zeigefinger ohne auch nur ansatzweise ernsthaft Einsicht zu zeigen. Nicht die Raubkopierer sind die Bösen – es sind die NICHTKÄUFER !! Ich kenne Leute die wirklich nur mit Raubkopien ihren Medienalltag bestreiten und finde das zum Kotzen. Eine Raubkopie kostet die Industrie kein Geld – es ist ein nicht gekauftes Original das Geld kostet. Kaum einer könnte 200+ Xbox 360 Originale kaufen – kopiert man sie ist das aber “nur” das Equivalent von 3-4 Spielen.

    Naja – es ist nur eine Frage der Zeit bis sich das Problem wieder stark einschränkt weil die Distribution zwingend über das Inet läuft. Hat wohl noch keiner das GTA IV Addon kopiert – preislich dürfte es deshalb so langsam auch mal fallen finde ich (dann greife ich vielleicht zu – noch habe ich GTAIV nicht durchgespielt).

    In 10 Jahren wird die Industrie dann aber vermutlich auch einen Einbruch bei den Verkaufszahlen feststellen – denn wenn sich aufgrund nicht mehr möglicher Mischkalkulation die Anschaffung zum Beispiel eines Online-HD-Players nicht mehr rechnet werden ganze Nutzergruppen wegbrechen. Dem wird dann sicherlich ein Überdenken des Preismodells folgen – ich kann mir für 2 Stunden Abendunterhaltung nicht für über 5€ einen HD Film “mieten”. Da kaufe ich dann lieber einmal CallofDuty 4 und bin für Monate hinweg immer mal wieder abends gut unterhalten. Wären es 2-3€ (inkl. englischer 5.1 Spur), dann würde ich bestimmt im Monat 40-50€ ausgeben. Tja – wenn man mein Geld nicht möchte, ich werde es keinem aufzwingen. Wäre ich ein Ami, dann würde meine 360 ständig HD Material streamen – aber wir haben ja kein bezahlbares Netflix. In meinem Bekanntenkreis denkt auch nur einer darüber nach Filme zu mieten – und das auch nur, weil er es immer verplant die Thekenfilme pünktlich zurück zu bringen und es sich somit für ihn rechnet. Das ist ein Faktor der wohl nur bei wenigen zum tragen kommt.

    Wer jetzt mit Mischkalkulation etc. kommt … Geschäftsmodell ändern. Ich hätte kein Problem einen Gutschein für 40 Filme für 80-100€ zu kaufen dessen Gültigkeit 2 Monate nach Schauen des ersten Filmes erlischt. Damit zahlen die Wenigseher dann entsprechend weniger und die Vielgucker können ihr Geld genauso dalassen.

    Aber die Industrie ist zu träge – Geschäftsmodelle sind zu stark auf Besserverdiener ausgelegt.

    Bleibt nur noch zu sagen – KAUFT ORIGINALE !! SCHÄMT euch, wenn ihr mehr Kopien als Originale besitzt.

  20. Kazoom sagt:

    “Jahrelang galt der Preis als angemessen.”
    Wie kommst du darauf? Als ich mir damals meine Sam & Max Box für DM 129,- gekauft habe war ich pleite und das Gefühl von angemessen kam nicht wirklich auf.

    “Der Pakt aus den analogen Zeiten ist gebrochen:”
    Mit Verlaub: Schwachsinn! Als wären die Leute früher nicht mit Diskettenboxen durch die Gegend gezogen. diskcopy!? Musikkassetten? Kopiert! VHS? Kopiert! Heute wird globaler und vielleicht auch einfacher “getauscht”. Sonst hat sich da kaum etwas geändert.
    Mir ist das relativ gleich. Ich hege keinen Groll gegen Downloader. Ich habe hier Medien für mehrere €1000 liegen. Alle gekauft. Wenn mich jemand fragt, gebe ich sie ihm mit. (die Originale) Nach deiner Logik entsteht dadurch ein realer wirtschaftlicher Schaden. Fühle ich mich schlecht? Nein.

    Thema Qualität heute.
    Irgendwie steckt in der DM 129,- Sam & Max Box mehr Liebe, als in den hässlichen € 60,- Hüllen, die man für heutige Systeme bekommt. Ich könnte natürlich auch € 20+x für eine Collectors-Edition drauflegen… Ich kenne auch noch Handbücher, die mehr als 5 Seiten hatten. Liegt wahrscheinlich an den “Raubkopieren”, dass es sowas heute nicht mehr gibt.
    Das alles ist natürlich keine Rechtfertigung es sich anderweitig zu beschaffen, aber vielleicht eher ein Grund für sinkende Verkaufszahlen. Und bitte nicht die Musikindustrie als Beispiel bringen. Bei denen läuft seit Ende der 90er Jahre die immer gleiche Platte vom Band. Aber dann weinen, dass man die nicht mehr unter’s Volk bringt.

    Letztendlich hat die Industrie da einiges Verschlafen und jetzt konkurriert man eben mit kostenlos. Da muss man eben die A****backen zusammenkneifen und sich was einfallen lassen. Mit Sicherheit sind “Leitplanken”, der absolut falsche Weg. Ich hoffe da sind wir uns einig.

  21. SILence sagt:

    Nun, nach der Definition ist aber auch der Teil von YouTube ein Parasit auf dem normale Nutzer Musikvideos, Musik oder Serien hochladen…

    YouTube aber früher auch Tauschbörsen haben bei mir dafür gesorgt dass mein CD/DVD-Konsum so hoch ist wie nie zuvor, was zwar teils auch an der gestiegenen Kaufkraft liegt, aber besonders auch daran, dass auch Titel die nicht groß beworben werden dort sozusagen als Teaser verfügbar sind und, sollten sie mir zusagen, dann danach im Geschäft oder ab und zu auch in iTunes gekauft werden – teilweise sogar beides, da ich Musik gerne auch noch mal als CD in bestmöglicher Ausstattung habe.

    Klar, damit gehöre ich wohl einer Minderheit an, aber einer Minderheit die dann auch vergleichsweise viel für diese Medien ausgibt.
    Auf meinem Schreibtisch liegen gerade 2 Konzertkarten, eine davon für “The Killers” dieses Wochenende, die Band hab ich vor anderthalb Jahren ein einziges mal auf Viva gehört (hatte nur zufällig überhaupt den Fernseher, den ich sonst kaum nutze, laufen), dann auf YouTube mehr von der Band gehört.
    Anschließend einige Tracks in iTunes gekauft, Guitar Hero und Rock Band auch gezielt wegen Titeln der Band gekauft und dann nach und nach, nachdem ich weitere Titel auf YouTube hörte, die Alben auf CD gekauft – und nun eben das Konzert.

    Ohne Internet hätte ich den Song ein einziges mal gehört und niemals weiter danach geforscht, hätte niemals wegen dem einen Titel die Single oder gar das Album gekauft – bzw hätte nicht mal erfahren, dass es das als Single gibt.

    Deshalb bin ich fest überzeugt, dass das Internet auch eine Nachfrage erzeugt die sonst gar nicht existieren würde.

  22. Ach Boris, du tust mir irgendwie leid – bekommst du beim Freischalten der Kommentare eigentlich keinen Migräneanfall? Ich würde ständig vor Schmerz ko*zen.

    Entweder hast du unwahrscheinlich viele BWLer/VWLer als Leser oder jeder scheint Experte zu sein. Keiner kennt aber tatsächlich die Gesetze des Markts und auch nicht was selbst “Billo-Titel” in der Entwicklung kosten. Es werden einfach viele Faktoren übersehen und immer nur über die bösen Margen gesprochen.

    Zum Beitrag: Ich finde deinen Text absolut richtig. Auch Michael hat größtenteils recht und kämpft nicht nur für seine Sache.

    Nennt mich Weichei aber ich scheue einfach diese illegalen Beschaffungsmaßnahmen. A) bin so erzogen B) habe einfach Angst mir irgendwelche Viren etc. einzufangen C) habe Respekt vor Entwicklern/Ideen und deren Kosten (die schließlich oft auf Kredite basieren)

    Mein persönlicher Weg. Vor dem Kauf reichlich recherchieren (das Netz macht sowas auch möglich!) und falls sich doch ein Fehlkauf eingeschlichen hat – dann halt mit möglichst wenig Verlust gebraucht verkaufen. Passiert, ärgerlich aber es gibt auch schlimmere Dinge im Leben.

    Bussi!

  23. BioteckGodzilla sagt:

    Hallo, ich bin ein Gamer alter Schule heisst ich habe mit Super Nintendo und Megadrive angefangen und bin jetzt bei XBOX360 und Playstation3, PC spiele ich nicht.
    Es ist selbstverständlich sich die Spiele zu kaufen im Geschäft oder aus dem Internet ein Original zu bestellen, die Qualität leidet darunter wenn die Entwickler keinen Ansporn mehr haben.
    Seht euch doch mal das PC Spiele Geschäft an und seht euch mal an wie viel minderwertiger billiger Müll drauf erscheint, richtig grosse Titel sogenannte Blockbuster Titel findet man selten, das einzige was erschienen ist ist Crisis, das wars.
    Wenn selbst ein sehr traditioneller PC Entwickler wie ID sagt, man muss darüber nachdenken ob man in Zukunft überhaupt noch was für den PC macht und wenn selbst eine Firma wie EPIC lieber für Konsolen Spiele macht als für den PC.
    Spätestens da sollten doch die Alarmglocken läuten, wenn ich mit meinen XBOX Live Freunden darüber rede sind wirklich alle einhellig der Meinung, das Leute die ihre Konsole so modifizieren dass man gebrannte drauf ziehen kann absolut gebannt gehören, schließlich zahlt man selbst 60 Euro für ein Spiel, dann sollen die anderen Teilnehmer auch zahlen.
    Ich kenne wirklich fast keinen PC User der sich selbst ein Spiel gekauft hat, aber dann ist das gejammere gross das auf der E3 der PC eine Randerscheinung ist, dann frage ich die betreffende Person immer “Wieviele Spiele hast du dir den für deinen PC gekauft?”

  24. dermax sagt:

    Also, mir fällt hier schon das Mittagessen aus dem Gesicht ob der Argumente, die hier kommen… nix als fadenscheinige Ausreden, um sich ums Bezahlen zu drücken.

    Sehe ich es richtig, daß es dann auch absolut ok ist, mir aus dem Ostblock billig ein geklautes Auto zu besorgen, weil BMW/Mercedes/Opel halt gefälligst billiger (dh im Endeffekt zum Preis meines Hehlers, also absurd niedrig) ihre Karren verscherbeln sollten?

    Wenn mir der Preis zu hoch, ist Diebstahl also ok… unfassbar…

  25. Riplex sagt:

    Jeder wird einmal was kopiert haben, sei es wissentlich oder unwissentlich.
    Raubkopien wird man nie in den Griff bekommen, solange der Vertriebsweg da ist. Ohne das Internet damals, war es um einiges schwerer an “Stoff” zu kommen als heute. Da musste man noch Kontakte pflegen usw. Heute lädt man Filme und Spiele dank V-DSL mit 50 Mbit in Minuten herunter.
    Man sollte den normalen Vertriebsweg von Software und Filmen einstellen und alles nur noch direkt im Internet anbieten. Auch aktuelle Filme, die gerade erst im Kino angelaufen sind.

  26. Lord Homer sagt:

    Es wird Besitz angeboten an dem kein Eigentumsrecht besteht >> kein Angebot sondern illegale Verbreitung.
    Das das für viele als Angebot wahrgenommen wird zeigt doch, das viele es schon gar nicht mehr wahrnehmen was sie da eigentlich machen und dass es nicht erlaubt ist.

    Nur weil mir ein Angebot nicht passt klau ich es doch nicht einfach. Man kann der Industrie auch einfach mit Nichtkauf zeigen dass sie sich ändern müssen.
    Klauen ist dazu absolut nicht notwendig sondern dient nur der Selbstbereicherung.

    Die ganzen Argumente das es auch anders geht z.B. nur vorher geschaut wird ob das Spiel/die Software einem gefällt sozusagen als Demo und wenn es gefällt wird es gekauft, stimme ich gerne zu und auch ich nutze es oft so, aber die Masse sieht einfach keinen Grund dann Geld auszugeben obwohl es dann keinen Mehrwert gegenüber der Raubkopie bekommt.

    Naja genug der Selbstbeweihräucherung, auch ich habe so viele Spiele und Filme hier rumliegen die mir leider nicht gehören. Trotzdem versuche ich es in Grenzen zu halten. Z.B. THE MAW das wunderschöne arcade game auf Xbox Live. Die Demo hat mich begeistert, aber für 800 MSP will ich das Spiel + die Bonus Level haben. Mir hat es schon so oft in den Finger gejuckt das Ding für den Pc einfach umsonst runterzuladen. 200 MB- ein paar Minuten- und los gehts.
    Bis jetzt habe ich es geschafft auf ein Preissenkung oder Wochendeal zu warten auch wenn es wirklich nicht einfach ist.

    Da zeigt sich das doch noch ein bissel Moral vorhanden ist, diese aber sehr Subjektiv beeinflusst wird. Ich habe ein weniger schlechtes Gewissen wenn ich etwas illegal beschaffe was sehr erfolgreich ist als von unbekannten kleinen Entwicklern die es angeblich “mehr” nötig haben.
    Ich weiß, keine Superlösung, aber immer noch besser als Leute die noch nie Geld für Software oder Spiele ausgegeben haben aber trotzdem immer das neuste dahaben.

  27. Spitz sagt:

    Schon lustig wer hier wieder den Zeigefinger hebt.

    http://www.dreisechzig.net/wp/archives/633

    Nicht das ich das völlig anders sehe und der Sony Mensch hat mit vielem Recht was er sagt. Aber zwischen einem Bittorrent Client und einem Freund der es auf DVD schickt sehe ich auch nicht wirklich einen Unterschied.

    • Ja, das mag man gleich sehen. Ich befinde mich da technologisch noch im VHS-Alter und ich brenn mir auch keine Kopie.

    • Cedric sagt:

      Nein das ist was anderes und zwar komplett. Also bei Boris zumindest. Sehen die TV-Sender in den Staaten bestimmt auch nicht gerne. Steht aber nicht zur Debatte. In irgendeinem späteren Beitrag hat Boris sich doch auch über die Dreistigkeit der Leser und Kommentatoren beschwert, die US-Serien herunterladen – aber wie gesagt: “DVD” vom Freund aus USA per Post bekommen ist in Ordnung…

  28. karaokefreak sagt:

    Schweres Thema und ein ungewohnt deftiges Statement von deiner Seite, lieber Boris. Ich kann mich leider weder auf die eine, noch auf die andere Seite stellen, denn auch ich finde, dass an dem “Kunst-Argument” etwas dran ist.

    Natürlich sollte niemand kopieren – egal ob software , Musik oder Literatur. Aber gerade beim Thema Musik steckt die Problematik im Detail. Wir haben Jahrelang Preissteigerungen gesehn – Schallplatten wurden teurer, dann kam die CD in Schwung und man verkaufte uns teure Datenträger, die deutlich billiger zu produzieren waren als Platten, mit dem Argument, sie hätten besseren Klang – Wobei heute jedem klar ist, dass das nicht stimmt. Die CD ist praktischer, aber keinesfalls im Klang besser.

    Dazu noch eine deutliche Abwärtsbewegung in der Musikqualität. Ich meine damit nicht die Geschmacksfrage, sondern das Handwerkliche. Und da nutzt es leider nichts, als einzelne Person keine Dieter Bohlen Songs zu kaufen. Wer Dieter Bohlen sowieso nicht mag, fällt auch kaum in einen potentiellen Kundenkreis.

    Viele kaufen den Mist, weil er so lange angepriesen und in den Radios rauf und runter gespielt wird, bis die Kiddis irgendwann von selbst losrennen. Hört euch mal die Endlosschleifen im Radio an. 20 Songs laufen den ganzen Tag rauf und runter. Zumal 95% des heutigen Muskangebotes Retortenware ist. Woher sollen die Kids “gute” Musik kennen?

    Ich will nicht behaupten, es gäbe keine Künstler mehr. Es gibt sie, und man findet sie. Zudem gab es schon immer Mainstream-Käse für die anspruchslose Masse. Aber echte Künstler haben es deutlich schwerer als früher, sich im Schwall der Durchschnittsware zu behaupten.

    Die Musikindustrie hat sich ihre “undankbaren” Kunden selbst erzogen, denn Musik als solche wird nicht mehr als Kunst betrachtet. Ähnlich wie in einer Fabrik gibt es hier Passformen für alle Bedürfnisse. Experimente werden nicht eingegenangen – Das ist der Tod der Kunst. Sieht man dazu noch das Bild, das Shows wie DSDS generieren (Das Bild vom austauschbaren Super Star, der als Gesangsmaschine funktionieren muss, sonst aber keine Aufgabe hat, als gut auszusehen), wird einem doch sofort klar, warum manche dafür nichts zahlen wollen. Selbst wenn ihnen das Produkt gefällt.

    Das ist natürlich nur ein Teil des ganzen Gefüges. Man kann den Piraterieboom nicht einzig und allein darauf münzen, aber es schwingt erheblich mit. Ich sehe Piraterie und die Abnahme der Musikeinnahmen eher als parallel laufende Vorgänge, die gemeinsam zu diesen desaströsen Ergebnissen führen.

    Zudem möchte ich mal darauf hinweisen, dass schon immer kopiert wurde. Wenn sich jemand in den 80ern ne neue Platte gekauft hat, dann waren in der Regel gleich mehrere Freunde mit ner Leerkassette am Start und haben die Platte rübergezogen. Und von diesen Kopien wurden oft weitere Kopien angefertigt. Ich bin sogar geneigt zu behaupten, dass das früher genauso selbstverständlich gemacht wurde wie heute das Ziehen aus dem Netz. Platten, die Kumpels nicht hatten, fand man in der Stadtbibliothek, im Radio oder sonstwo. Ich hatte jedenfalls nie Probleme, meine Kasetten zu füllen. Das die Quellen heute zentraler und leichter zu finden sind, macht die Verbreitung höchstens schneller, aber ich zweifel stark daran, dass heute mehr leute kopieren als damals. Jedenfalls von den leuten, die die Musik auch gekauft hätten.

    Und auch das ist ein Argument: Nur weil etwas 1 mio mal gesaugt wurde, würde es sich unter anderen Umständen keinesfalls 1 mio mal verkaufen. Der normale Arbeiter muss heute sparen wo er kann, schließlich muss er für Zahnersatz, die Privatrente und weiß der Geier was selbst sparen. Im normalfall hätte er sich die Platte eben verkniffen. Nun da er es kann, saugt er sie. In den 80ern wär er in die Stadtbücherei gerannt.

    Was Software und Literatur angeht, so kann ich da keine Parallelen ziehen. Aber es wäre zumindest hilfreich, wenn die Spieleindustrie endlich auch mal Kunst schaffen würde, statt immer nur Wegwerfware. Klar, es gibt tolle Spiele die Spaß machen, aber nichts davon erfüllt einen Bildungsauftrag oder hinterlässt Spuren in der Geschichte. Selbst in der überwirtschafteten Filmindustrie gibt es noch immer Werke, die Aussagekraft haben. Davon ist Software bzw. insbesondere der Spielemarkt noch meilenweit entfernt. Löbliche Ausnahmen gibt es, aber sehr wenige.

    Ach ja: Wer Blu Rays wegen dem bisschen mehr Auflösung für 25 Euro und mehr verkauft, braucht sich nicht wundern, wenn er sie nicht loswird. Kein Argument für das Kopieren, andererseits macht man den legalen Handel auch nicht besonders attraktiv. Bei iTunes kostet ein Album mehr als im Handel, obwohl es ohne Booklet, ohne Hülle und mit eigenschränkten Nutzungsrechten daherkommt. Ja hallo? Wen wundert’s denn da noch?

  29. quickie sagt:

    Das gleiche hatten wir bei den ersten Kühlschränken…

    Der Kühlschrank ist für viele Leute eine willkommene Entschuldigung, einen unausgesprochenen Pakt zu brechen und sich Leistungen zu erschleichen.

    [...]

    Den Beweis für diese amüsant klingende Theorie liefern Kühlaggregate und das Stromleitungen: Auf einmal kann man sich Eis, Kaltes Wasser, Yoghurt einfach so zusammeneinfrieren. Anders als bei einem Ladendiebstahl wirkt es so, als hätte man niemanden geschädigt. Innerhalb von zehn Jahren ist das Thema so massentauglich geworden, daß Mütter im Kindergarten Yoghurts austauschen und Computerzeitschriften außer Microsoft-Bashing nichts anderes zu berichten wissen als “was man alles einfrieren kann”.

    Sicher, es gibt freie Inhalte, die frei fließen wollen und sollen. Aber jeder, der jetzt hier reingrätscht und sagt, die Industrie solle sich gefälligst was anders ausdenken und mit der Technik mitgehen ist, mit Verlaub, ein Arschloch. Du kannst dich doch nicht, nur weil es technisch möglich ist, über den Wunsch des Eisblocklieferantenmanns und des von ihm vertraglich beauftragen Vertriebs hinwegsetzen!

    Hat die Eislieferanten-Industrie Fehler gemacht?. Bei Gott, ja. Mit jahrelangem Opponieren, mit immer neuen Kopierschützen, die im wesentlichen nur die ehrlichen Käufer gegängelt haben, haben Eis- und Eisschrankfirmen die rebellische Glut nur angefeuert. Ich hab auch aufgehört, kopiergeschützte Eiswürfel zu kaufen, die ich mir nicht auf meinen Kühlschrank ziehen konnte.

    Die Fehler der Medien-Industrie ändern nichts daran, daß es eben NICHT OK ist, sich die Musik, Filme, Spiele und Bücher zu erschleichen.

    Der Pakt aus den analogen Zeiten ist gebrochen: Ja, mach ein Mixtape für deine besten Freunde, ich kriege zwanzig Cent für die leere Cassette. Nimm es aus dem Radio auf, schneide dir die Werbung aus der Videoaufnahme vom Fernsehen raus, mach eine Photokopie von dem Artikel. Weil ich weiß, das ist lästig und macht dir Arbeit, muß ich dich nicht jeden Tag daran erinnern, daß du das eigentlich nicht tun solltest.

    Heute dauert das Kopieren einer CD mit einem modernen Brenner wenige Minuten, ist der neueste Kinofilm mit DSL-16000 in unter einer Stunde geladen, gibt es zig Suchmaschinen, mit denen jeder die Inhalte problemlos finden kann. Und es wird gemacht, ohne sich an den unausgesprochenen Pakt zu erinnern.

    Das Ganze ist nicht eine Frage von Technologie und Möglichkeiten. Es ist eine Frage der Moral. Wobei die in den heutigen Zeiten von Raffgier und Egoismus vielleicht auch gar nicht mehr stellbar ist.

    • quickie sagt:

      Da hab ich doch glatt vergessen das ende entsprechend anzupassen. Nunja kann jeder selbst machen.

      Ich halte nicht viel vom zügellosen kopieren.

      Vllt. muss die Medienindustrie umdenken. Ja, es gab mal nen Markt für digital Inhalte. Die Musikindustrie erlebt gerade das Ende. Live-Konzerte machen für viele Bands heute mehr Sinn als CD’s.
      Vllt. sollte die Spieleindustrie hier neue Konzepte analog dazu entwickeln. Gaming-Events, Spiele die nur mit 1000 von Menschen gleichzeitig, am selben Ort gespielt werden können.
      Ja, das wär toll. Wird aber nicht kommen,

    • hdgamer sagt:

      Ein unpassendes Beispiel – ich nehme doch die Leistung des Eiswürfelproduzenten gar nimmer in Anspruch. Dein Vergleich ist so, als ob ich mir statt DVDs zu kaufen meinen Camcorder schnappe und mir die Filme selbst drehe. ;)

  30. Zeny sagt:

    Ich weiß gar nicht, was es da zu diskutieren gibt. Wenn ich zum Obstverkäufer gehe, dann liegen da Äpfel, mit einem Preisschild. Ich kann einen Apfel kaufen, oder ich lasse ihn liegen, wenn er mir zu teuer ist.
    Ich kann aber nicht einfach sagen, der Apfel ist mir zu teuer, also nehme ich ihn mir, wenn der Verkäufer grade nicht hersieht.

    Ganz sicher liegts nicht nur am Internet und den bösen Raupkopierern, daß die Umsätze bei Software, Cds und DVDs zurückgehen. Aber daß Raubkopieren Diebstahl ist, das ist doch völlig klar, wer was Anderes behauptet ist ein Schwätzer.

    • hdgamer sagt:

      Wenn Äpfel aber 15€ das Stück kosten würden und alle anderen Lebensmittel ebenso und du weisst, dass du deinen Vitaminbedarf nicht aus deinem Einkommen decken kannst?

      • Vitamine sind nicht Musik.

      • Zeny sagt:

        Welcher Film, welches Musikstück ist lebensnotwendig? Wer bestimmt, was “zu teuer” genau bedeuted? Wenn ich mir was nicht leisten kann, muß ich drauf verzichten – einfach nehmen ist keine Option. Gutes Geld für gute Arbeit, so ist das eben.

  31. Gehnius sagt:

    Wenn das Volk den Wert eines Produktes nicht erkennt, oder der einzelne den Nutzen eines Produktes für Ihn als nicht wertvoll erachtet (Preis/Leistung) wird niemand gezwungen dieses zu kaufen, zu bezahlen oder sonst was. Bei der Moral stimme ich Boris 100% zu, die Menschen erlauben sich in der digitalen Welt einfach die Ausbeutung der Industrie .. die Industrie beute aber nicht das Volk aus, sondern bietet Arbeitsplätze und übernimmt soziale Aufgaben. Die Produkte haben einen bestimmten Preis dafür, keiner muss diesen Preis zahlen wenn der Nutzen für Ihn nicht erkennbar ist.

    Boris meinen Respekt hast Du zu diesem Artikel es ist nämlich ganz egal ob du für Microsoft arbeitest oder für UNICEF, das trifft den Punkt der Zeit.

    Würde sich das Volk an die spielregeln halten, müssen auch die Manager/Firmen sich an die Spielregeln halten, so hat keiner eine Ausrede. Es geht aber vom Volk aus, hier wird der Druck aufgebaut.

    Die Personen die sich anscheinend mit Moral nicht auskennen und immer gerne mit dem Finger auf die “großen Bosse” und “Firmen” zeigen und damit versuchen das Kopieren und den Diebstahl zu rechtfertigen sind echt Armseelig, bzw. grössere Arsch… als die “immer so gern genommenen” Manager.

  32. quickie sagt:

    Gegenbeispiel Steam:

    Komfortabler als Piratebay und Co.
    Patches, Updates automatisch
    Serverinfrastruktur für Multiplayer
    Community-features
    Einfache/transpartente Bezahlung
    Reload auf jedem neuen Rechner, sofort & immer wieder
    Preload vor neuen Releases, Freischaltung direkt beim Release (okok nicht immer)

  33. Al sagt:

    In einer Zeit von Moral zu sprechen wo Millionen von Kindern verhungern, Menschen zu Millionen ermordet ,
    vertrieben, misshandelt werden. Wo allein in Deutschland im Vergleich zu anderen Regionen zwar noch auf einem hohen Niveau gesellschaftliche Strukturen immer weiter auseinanderdriften, finde ich es im allgemeinen sehr weit von oben herab mal wieder über die Medienbranche und deren Blutegel herzuziehen.
    Ist es doch ein Problem was eher die gut betuchten trifft und eben nicht mal den kleinen Mann auf der Straße !

    Es geht dabei weniger um Moral(die hier von Author leider nur einseitig betrachtet wird( Selbst noch nie ne Kassette,Spiel,mp3,DVD, “raupkopiert”/ bei Rot über die Ampel gefahren etc. ?) als um Regeln! Nach denen wurde/wird egal in welcher Branche noch nie gespielt.
    Das digitale Zeitalter verändert nur ein wenig diese Spielregeln.

    Ändere den Mensch und du wirst glücklicher oder ändere dich selbst!

  34. ScipioIII sagt:

    Wer Raubkopien nutzt macht sich strafbar bzw. begeht unrecht, das muss jeder zugeben, der halbwegs ehrlich mit sich ist! Da gibt es nichts zu diskutieren.

    Aber warum machen es die Firmen so einfach? Die ganzen Mediacenter sind ja relativ neu, vorher musste man alles auf CD/DVD brennen – Brenner, die Sony selber produziert?
    Wozu gibt es XVID & Co? Doch wohl fast nur für Raubkopien. Warum kann inzwischen fast jeder DVD/Blu Ray-Player, Konsolen und sonst was XVID-Dateien wiedergeben – für die handvoll legalen Filmtrailer? Wohl kaum…
    MP3 – ein Format, welches, den Eindruck habe ich, ausschließlich für Raubkopien entwickelt wurde.

    Welcher Privatanwender kann denn bitte eine Blu Ray füllen – warum hat Sony schon vor Jahren einen Blu Ray-Brenner herausgebracht?
    Man hätte doch für Fotos, Camcorder eine physikalisch inkompatible Disc entwickeln können, die einfach nicht in einen DVD-Player passt.
    …Die Geister die ich rief!

    Geht gegen Raubkopien vor, das ist Euer gutes Recht aber bitte fasst Euch an die eigene Nase und lernt aus Euren Fehlern für die nächsten Disc-Generationen.

  35. Stockfisch sagt:

    Also ich stimme grundsätzlich zu und finde es falsch, Inhalte einfach zu besorgen statt dafür zu bezahlen. Dass es so ein Massenphänomen wurde, daran haben die Rechteinhaber aber nicht ganz Unschuld. Wer der Meinung ist, den Kunden verarschen zu können muss sich nicht wundern.

    Es gibt immer kluge Köpfe, die sich was ausdenken, um bspw. Serien in Originalsprache ohne jahrelange Verzögerung zu sehen oder halt Homebrew-Software auf ihrer Konsole zum laufen zu bringen.

    Entweder ermöglicht man diese Dinge als Rechteinhaber, in dem man keine Regioncodes benutzt und die Leute auch sonst nicht hindert die Inhalte zu kaufen, oder im Fall der Konsolen, in dem man wie Sony auf der PS3 die Möglichkeit bietet sich auszuprobieren. Auch wenn die Hardware dort nicht völlig zur Verfügung steht ist es ein sehr guter Anfang.

    Wenn man diese Möglichkeiten nicht bietet, finden schlaue Köpfe sicher eine andere Lösung (BitTorrent, Rapidshare – oder halt Konsolenhacks). Früher oder später findet man dann überall Anleitungen dazu und auch Otto N. kauft nicht mehr sondern saugt.

    Das ist dann zwar moralisch noch nicht richtig, aber wundern muss man sich nicht drüber. Und wenn man schon von Moral redet, dann gehört halt auf Seiten der Rechteinhaber dazu, dass man den Kunden einfache Möglichkeiten bietet Inhalte zu kaufen und sie nicht verarscht (und damit meine ich nicht den Preis).

  36. MM360 sagt:

    Also ich glaube die Kopiererszene ist größer als man denkt, sieht man auch deutlich an manchen agressiven Kommentaren hier.
    Ich war seit klein auf von Leuten umgeben die nur kopierte Spiele,Filme und Musik hatten. Von C64/Amiga Zeiten bis heute. Da denkt man echt das wäre normal.
    Ein Vater der Musik von I-Net Illegal auf CD brennt und seiner Tochter es zu Geburtstag schenkt obwohl er das Geld hätte sich locker das Album zu kaufen. Ein Kollege der richtig zaster hat und ein fetten Audi fährt und trotzdem kopierte Medien hat. In dieser Gesellschaft wird das als ziemlich normal angesehn, ich weiß jetzt nicht ob Deutschland schon zu den extremen Ländern gehört, mir kommts aber so vor. Eine Geselschaft verseucht von Egoisten die nur ans Geld denkt und über Leichen gehen, die aber natürlich eine freundliche Maske tragen. ;)
    Damit meine ich jetzt nicht nur kopieren sondern allgemein. Obwohl ich wenig Geld habe kaufe ich mir trotzdem ab und zu meine Spiele, Filme und Musik Original. Vielleicht sollte Microsoft mit der nächsten Xbox wirklich nur noch auf Spieledownloads setzten, wäre ein schlag gegen die Kopiererszene.

  37. Bjoern sagt:

    Bei der ganzen Diskussionsrunde hier kommt mir die “Moral” zu kurz. Wieder nur eine Pingpongdiskussion zwischen Industrie und Endkunde, mit den immer wiederkehrenden Aussagen wenn es um dieses Thema geht.

    Was ist “Moral”?
    Moral beschreibt, was Menschen FAKTISCH für ihr richtiges Handeln halten.

    Somit ist davon auszugehen das die Moral eine Erziehungsfrage ist. Wie sollen Eltern ihre Kinder, bezogen auf Raubkopien, richtig erziehen wenn diese selbst nicht dazu erzogen worden sind. Die meisten Eltern haben doch überhaupt keine Ahnung was ihr Sprössling vor dem Bildschirm gerade macht. Sind wir nicht gerade in einem Loch von (überwiegend) “Computer-unwissenden” Eltern …? Wird sich das Problem mit den neuen Elterngenerationen vielleicht (teilweise) von selbst lösen? Eltern müssen für das Thema “Raubkopien” sensibilisiert werden und hart durchgreifen.

    Natürlich möchte ich hier nicht komplette die Schuld auf die Eltern schieben. Denn jeder moralisch korrekt erzogene Mensch wird irgendwann merken das dass, was er tut, nicht richtig ist. Künftige Elterngenerationen können nur wesentlich früher auf dieses Fehlverhalten reagieren und unterbinden.

  38. Ypsilon sagt:

    also ich stimme boris ebenfalls 100%zu. es kann doch nicht sein das ich mir etwas nehme, ohne schlechtes gewissen, ohne scham, ohne reue zu haben und dafür auch noch nicht zu bezahlen. an alle die, die es nicht so sehen und vielleicht piraterie unterstützen: würde ich jetzt bitten mir mal ihre geldbörsen zu zeigen und ich greife einfach mal ganz frech rein und zieh mir 60 euro raus! und ihr habt dann nix dagegen. is klar…

  39. Arminator sagt:

    Ich stimme größtenteils mit den Argumenten überein, und das Beispiel mit dem Offroadrowdy-geplagten Bauern passt recht gut (zumindest besser als manch anderer Autovergleich).

    Aber die Analogen Beispiele passen nicht:
    Bei Kopierern, leeren Musikcassetten und (ich hab die Entwicklung nicht mehr ganz mitverfolgt) CD Brennern bezahlt man gewisse Pauschalen. Bei Kopierern und Scannern an die “VG Wort” oder so ähnlich. Bei Scannern wurde das oftmals früher so umgetrickst, dass schwarz-weiß Scans langsamer abliefen, um diese Abgabe zu umgehen.

    Also insofern haben so “Dachverbände” wie GEMA, VG Wort und Co. vorgesorgt, dass durch die Nutzung von solchen Kopiergeräten und Leercassetten doch noch Geld fließt.

    Zu Deinem vorigen Kommentar “Den Anbietern zu sagen: “Ich klau euer Zeug solange ihr das nicht zu meinen Regeln anbietet” ist Erpressung.” drehe ich den Spieß einfach mal rum:
    Dem Konsumenten zu sagen “Ich verweigere Dir, mein Produkt zu genießen, solange Du das nicht so konsumierst wie ich es will” ist Erpressung.

    Positivbeispiel Xbox: Hier ist das DRM transparent, und für mich erträglich. Ein gekauftes Spiel (egal ob Disc oder Download) funktioniert auf meiner Konsole immer, und wenn ich bei Freunden bin, weiß ich dass ich für ein Arcade Game online sein muss (erträglich).

    Was auf dem PC mit Bioshock, Spore und co. abgeht (Du *musst* online sein, darfst nur 3 Mal installieren oder ähnliches) ist in meinen Augen eine Frechheit.

    Bei Musik-Un-CDs die in meinem Auto-CD-Player nicht laufen ist es einfach zu sagen: Die CD kauf ich nicht. Das Lied hör ich eh alle halbe Nase lang im Radio.

    Aber auf ein einzigartiges Spiel zu verzichten fällt mir schwer.
    Und als mir der Eidos Support bei einer Inkompatibilität bei Thief III mit meinem DVD Laufwerk und dem Kopierschutz nicht weiterhelfen konnte, holte ich mir halt den No-CD Crack aus dem Netz.
    Genauso falsch wie das “Ich war im Kino also lade ich mir jetzt den Film runter”, aber was soll man denn sonst tun?

  40. greatestgatsby sagt:

    Ich bewundere Deine argumentative Geduld in dieser Diskussion Boris und bin immer wieder aufs Neue erstaunt, wie sich manche Menschen ein Allgemeinrecht auf digitale Medien einreden.

    Wahrscheinlich um sich in Ihrer eigenen “kleinen” Gedankenwelt eine moralische Rechtfertigung für Ihre Handlungen zurechtzulegen.

    Es ist wirklich eine Schande, wie jegliche moralische Schranken fallen, sobald ein Mensch das Gefühl hat, nicht für seine Handlungen zur Rechenschaft gezogen zu werden. Aber solche Verhaltensmuster kann man ja leider auch immer wieder im “realen Leben” beobachten.

    Ein Konsens in diesem Thema zu finden grenzt an einem Ding der Unmöglichkeit.

    Es mag sein, dass die Industrie viele Fehler in den letzten Jahren gemacht hat. Die verschiedenen Kopierschutzsysteme, zum Beispiel, haben mich schon oft zur Verzweiflung getrieben. Die weltweite Lizenzpolitik ist im Moment schlicht ein Scherz und behindert Verbraucher und Vertrieb, aber ist ihnen der Versuch, einen Gewinne zu erzielen vorzuwerfen?

    Solange unser Wirtschaftssystem auf Gewinnmaximierung und Wachstum ausgelegt ist, wird auch jeder, der sich daran beteiligt nach dieser Maxime handeln. Das ist vielleicht nicht der Weisheit letzter Schluß, aber im Moment ist es das Umfeld, in dem wir uns alle bewegen.

    Vielleicht braucht es aber auch einfach nur ein wenig mehr Zeit, bis die Menschen den Wert einer digitalen Ware mit ihrem Verstand wirklich greifen können.

    Hoffen wir, dass es nicht mehr all zu lange dauert, denn wenn es so weiter geht wie bisher, werden am Ende alle als Verlierer dastehen.

  41. M@rlon sagt:

    Mit welchen Thesen sich hier offensichtliche Kopierer Recht verschaffen wollen ist haarsträubend! Sich Software, Musik oder sonst irgendwas runter zu laden ohne Rechteinhaber zu sein ist illegal PUNKT! Da gibts schonmal nix zu beschönigen.

    Das gerade die Musik- und Filmindustrie eine Menge Fehler gemacht hat oder immer noch macht sei ausser Frage gestellt, es gibt dennoch nicht das Recht sich “gratis” zu bereichern.

    Um zu dieser Annahme zu gelangen muss ich nicht einmal bei Sony oder Microsoft arbeiten, sondern einfach nur mein von Gott gegebenes Hirn benutzen.

    Mit Terror will ich Kopierer jetzt nicht gleich stellen, nicht mal annähernd, sonst fühle ich mich zu sehr mit Schäuble und Co. auf eine Stufe gestellt, aber gut heissen kann man es auch nicht egal wie es viele hier drehen und wenden wollen.

    Und die Poster die BT und Co. als “Marktplatz” sehen, sollten sich doch einfach mal zwei Minuten gönnen und bei Wikipedia nachschlagen wie sich ein Markt definiert. Und “schwupp” man sieht sehr schnell das Tauschbörsen KEINE Marktplätze sind.

    Über Preise kann man diskutieren, sollte man sogar, aber in einem Bereich der seit fast 20 Jahren gar nicht mal so viel, wenn überhaupt, teurer geworden ist, die Preise zu bemängeln ist einfach nur dumm. Schon zu Amigazeiten gab es Spiele die jenseits der 100,- DM (für die jüngeren, die alte Währung, ca 50,-€) gekostet haben.
    Heute zahle ich für 360 Spiele 59,-€, oder warte ein paar Wochen und schlage dann bei eBay oder ähnlichem zu. PC-Spiele sind zur Zeit sogar etwas günstiger wie ich finde da bekommt man Neuerscheinungen für 39,- bis 49 ,-€! Das sind Preise wie vor 15 Jahren!

  42. SUFFEL77 sagt:

    Das ewige kopieren und ziehen finde ich auch nicht gut, allerdings muss man sich nicht wundern, und da sind wir wieder bei den auch von dir bemerkten Fehlern der Industrie, wenn der “Dieb” ein hochwertigeres Produkt als der ehrliche Konsument bekommt, oder nach beenden eines Spieles nicht das Gefühl hat vonb der lieben Industrie geneppt worden zu sein.

    Wenn ich von höherwertigen Produkten spreche ziele ich hier ins Besondere auf Kauf-DVDs. Wenn ich mir heutzutage eine DVD kaufe muss ich als Käufer folgende, meiner Meinung nach nicht hinzunehmende “Features” gefallen lassen. Es fängt mit einem nervigen, nicht überspringbaren Trailer gegen die bösen Kopierer und Sauger an. Wenn ich Glück habe kann ich cih schnell vorspulen, wenn nicht 60 Sekunden meiner Zeit werden “geklaut”. Jedem Leecher bleibt das erspart….

    Als nächstes kommt die nette Filmwerbung was nicht noch für tolle Streifen vom selben Studio erschienen sind. Interessiert mich und wahrscheinlich 90% der Käufer nicht die Bohne. Sollen sie es ins Menü packen aber nicht zwangsweise vor den Hauptfilm. Leecher werden idR auch hiermit nicht konfrontiert.

    So jetzt kommt die Sprachschulung. Je nachdem welches Lable gerade sich im Laufwerk dreht werde ich nun multilingual nochmals auf das Kopierverbot hingewiesen. Wiederum mindestens 60 Sekunden meiner Zeit gestohlen. Und ratet mal… richtig, die Internetsauger haben das auch noch nie zu Gesicht bekommen.

    Und hier ist der Knackpunkt für mich. Ich ziehe mir keine Filme oder ähnliches im Netz. Allerdings kotzt es mich an dass ich als Käufer mir diesen Scheiß der Industrie ansehen muss. Diese Trailer und Warnhinweise haben genau keinen Menschen bisher davon abgehalten sich was zu saugen, aber mich immer öfter was zu kaufen.

    Bei der SOftware ist es ähnlich. Spiele werden, häufig immer schlampiger programmiert und abgeliefert. Manchmal kommt noch ein Patch nach oft aber auch nicht. Demos sind zwar häufig vorher anspielbar, diese aber auch in der Regel Bugfrei, im Gegensatz zum gekauften Spiel. Schuld sind natürlich die Raubkopierer weil den Studios das Geld fehlt. Aber ich bin Käufer und will Leistung für mein Geld, wenn ich die nicht bekomme ist mir der Grund hierfür gelinde gesagt scheißegal. Wenn ich ein unspielbares Spiel für 60€ Kaufe dann wurde ICH bestohlen! Wo ist da deine Moral Boris. Zurückgeben kann ich ja Software nicht.

    Meine eigene Moral verbietet es mir im Gegenzug zu sagen gut dann lade ich halt das nächste mal von Lable XY dass mir das letzte mal ein unfertiges SPiel als fertig verkauft hat runter. Aber kaufen werde ich dann auch ninchts mehr.
    Der geschädigte bleibe aber in dem Moment ich, der Käufer!

  43. professional sagt:

    Ich finde man sollte die zwei Seiten nicht einfach nur zu Wort kommen lassen, sondern muss auch mal die grundsätzlichen Unterschiede herausarbeiten.

    1. Die Industrie spricht immer von Verlusten. Diese seien durch verschiedene, nicht autorisierte Wege verursacht. Man verstößt dabei gegen Gesetze, AGB und ruiniert Künstler.

    2. Die Gegenseite ist nun in Erklärungsnot und muss sich rechtfertigen. Die Art und Methodik der Angebote sei veraltet, wären ihr Geld oft nicht wert.

    Der Unterschied besteht nun darin, dass die einen nur anklagen und verteufeln, die anderen aber einen Lösungsweg aufzeigen, den die Industrie nicht sehen will oder kann. Hätte sich die Industrie von anfang an mehr für den Markt Internet interessiert, mehr Einfluss genommen, wären illegale Alternativen heute vielleicht gar kein so großes Problem.

    Boris, Du hast recht. Niemand hat das Recht sich Material gegen den Willen des Artisten zu beschaffen. Trotzdem sollte diese Art der kindischen Diskussion endlich ein Ende finden.

    1. Die Industrie muss endlich einen Weg finden das althergebrachte Modell des Verkaufs seiner Produkte auf den neusten Stand zu bringen, den Wünschen der Konsumenten anzupassen und flexibel zu halten. Man muss auf die neuen Wünsche der Kunden eingehen und sie nicht ignorieren.

    2. Die Konsumentenseite muss sich darüber im Klaren sein, dass ohne eine Änderung der Moral gegenüber den Produzenten in Zukunft kein Material mehr zum Tauschen vorhanden sein wird. Wer das Geld für bestimmte Inhalte nicht hat, muss eben wie früher darauf sparen oder verzichten.

    Solange diese Dinge nicht in den Köpfen ankommen, kann hier noch so viel gestritten und diskutiert werden, es wird sich nichts ändern. Das der Insustrie trotzdem Geld durch die Lappen geht, ist natürlich verständlich aber nur ein Grund mehr die Lösung des Problems schnell voran zu treiben.

    Und zuletzt noch was zum Sony Menschen: “Das Internet hat nichts Gutes hervorgebracht”? WTF? Man kann das Internet nicht auf das illegale Tauschen von Inhalten reduzieren, auch wenn es mehr Datentransfer verursacht als alle sinnvollen Diskussionen zusammen.

  44. Sorcy sagt:

    Vielleicht kommt der Aufschrei ja auch einfach daher, dass die meisten Leute es satt haben über einen Kamm geschert und grundsätzlich als Verbrecher dargestellt zu werden. Ganz ehrlich Boris, du musst dir gefallen lassen, dass du, wenn du dich mit Hunden in ein Bett legst, mit Flöhen aufwachst.

    Ich raubkopiere keine Musik, ich zieh mir keine Filme und ich kopiere auch keine Spiele. Ich habe aber tatsächlich meinen Konsum drastisch zurückgefahren. Wo ich in Jugendjahren jeden Monat zwei bis drei CDs gekauft habe, kaufe ich heute eine in drei bis vier Monaten – weil mich der Kram auf dem Markt nicht mehr anspricht und ich lieber meine alte Sammlung höre als den Kram der momentan durch die Radios gehyped wird. Wo ich mir früher jeden Monat ein neues Spiel gekauft habe, kaufe ich mir heute höchstens einmal im Vierteljahr ein neues und ansonsten nur gebrauchte. Eben auch, weil ich früher für ein Spiel 50 Mark gezahlt habe (ich kann mich noch entsinnen was für einen Aufstand ich gemacht habe, als sie für Super Street Fighter II Turbo auf dem SNES 90 Mark haben wollten!) und heute halt 50 bis 60 Euro zahle.

    An dieser Verdrossenheit meinerseits seid ihr (die Spieleindustrie im Allgemeinen und ihre Firma, werter Herr Schneider-Johne, im Besonderen) nicht unschuldig – das ist zwar ein sehr deutschen-spezifisches Thema, aber trotzdem: ich komme mir in vielen Belangen immer mehr vor wie ein Kunde zweiter Klasse oder schlimmer noch, wie ein unerwünschter Störenfried. “Vorsicht, Kunde droht mit Auftrag.”

    Das fängt bei CDs an, die ich auf meinem Computer nicht abspielen kann, oder die ich mir nicht auf meinen MP3 Player ziehen darf. Früher hab ich mir Kopien der VHS Filme gemacht, die ich mir in der Videothek ausgeliehen habe, das darf ich mit den DVDs nicht mehr, selbst für den Privatverbrauch nicht (nein, halt, ich DÜRFTE schon, wenn es ginge ohne den Kopierschutz zu knacken…). Ich darf mir Crackdown für die XBox360 kaufen, aber ich darf mich nicht die Erweiterung kaufen, weil eigentlich darf ich Crackdown gar nicht haben, denn ich könnte ja ein 12jähriger Junge sein (das bin ich übrigends seit 28 Jahren nicht mehr). Und ich darf nicht die XNA Community Games ankucken, aus welchem Grund auch immer, der mir natürlich nicht verraten wird, weil die Mitarbeiter von Microsoft lieber ihre gesamte Leserschaft als Verbrecher bezeichnen und auf den “Das Internet ist das inkarnierte Böse an sich und ihr seid alle Arschlöcher, weil ihr es benutzt!” Zug aufspringen, anstatt die Userschaft mal informiert zu halten.

    Und du wunderst dich wirklich, dass manche Leute keine moralischen Bedenken haben sich irgendwas zu ziehen wenn sie doch sowieso von Vornherein als “der Feind” von der Industrie wahrgenommen und auch mehr als deutlich so behandelt werden?

  45. Fincher23 sagt:

    “Nach der Argumentation wäre ein Banküberfall auch nur Konkurrenz zum Online-Banking?”
    You nailed it.
    Ich sehe auch Boris Argument “wenn du’s zu teuer findest und eh nich kaufen würdest, weil’s scheisse ist – dann kopier’s auch nicht” als richtig an. Aber wen kann man damit heutzutage schon überzeugen? Das Internet schafft eben wunderbare Idiotenargumente. Hier kommen die zu Wort die sonst eine auf den Kopp kriegen! Zu Recht.

    Aber es wäre halt doch wunderbar wenn XBox LIVE und iTunes und wie sie alle heissen die ganzen Filme und Serien (in Originalsprache und auf deutsch für die Banausen ;) ) günstiger anbieten würden. Weil wenn Videothek dermaßen günstiger ist stimmt was an der Preispolitik nicht! Und da liegt nicht die Schuld bei Microsoft oder bei Apple. Ich sehe es doch an iTunes mit der Musik – funtkioniert für mich. “Geiles Lied” – “Klick” – “1 Euro? is ja nüüüx”. Aber schnell ging das Ganze hier auch nicht von statten – bis ein taugliches online Musikangebot auf dem Markt war. Jetz sind es meiner Meinung nach zwei. Wobei ich iTunes dank iPhone bevorzuge. Seitdem ich iTunes benutze kauf ich mir mehr Lieder als ich mir jemals runterladen würde. Schön sortiert, mit Vorschau, mit Bildern, so macht das Spaß. Und mir zeigt MyVideo.de dass es mit Music-TV ja auch ein legales Angebot gibt – bei dem Youtube eben nicht mitziehen wollte. Ob sich das lohnt? Davon geh ich aus bei so massiver Fernsehwerbung, auch wenn die momentan mehr als günstig ist.
    Zum Thema Appstore: Da find ich es eine Frechheit sich Titel für 79 cent gecrackt runterzuladen. Also da fühl ich mich ja sogar verarscht. 79 CENT???? Also da gibts nun wirklich kein Argument….zu schlecht? FÜR 79 CENT???? WTF! Und woher hätte man es wissen sollen des es schlecht ist? Ahhh Kommentare – ja aber die lügen vielleicht alle…Schön hat das mal ein Kommentator von einem 2 oder 3 Euro Titel formuliert, nachdem bestimmt 10 Leute geschriebenen haben: “zu teuer”. “Ja n iPhone für 600 Euro kaufen, aber dann bei 2 Euro rumheulen…”

    Eigentlich muss man sich nur ein Spiel kaufen PEGGLE – 4 Euro und Sucht aktiviert. Den Raubkopierern von Peggle wünsch ich übrigens Computerverbot von Mami! Also wenn man den Hersteller nicht unterstützt hat man irgendwie nen Dachschaden.

    Das “irgendwie” nehm ich zurück.

  46. Jürgen sagt:

    Ein Hersteller hat etwas hergestellt und will etwas dafür haben, wenn ein Kunde es konsumieren möchte. Er hat Enticklungsarbeit geleistet, investiert und so weiter. Kurz: er weiß, was sein Produkt wert ist und will eine entsprechende Gegenleistung. Das ist sein gutes Recht.

    Oft wird es nun so hingestellt als würden die Konzerne den Konsumenten das Geld aus der Tasche ziehen.
    Aber eine Firma bucht nicht ungefragt Geld von Deinem Konto und sagt: dafür darfst Du Dir jetzt ein Produkt von uns aussuchen. Dann würden die, die sich oft als “arme” Konsumenten-Opfer darstellen, wirklich das Geld aus der Tasche gezogen bekommen.

    Ich will den Spieß mal umdrehen:
    Mittlerweile ist es so, dass der Konsument im Digital-Zeitalter, dem Hersteller das Produkt locker aus der Tasche ziehen kann und es oft auch tut. Überhaupt kein Problem. Ein Mauslick und schon erledigt. Der Hersteller wird zum Opfer. Der Konsument bestrafft ihn dafür, dass er ein Produkt gefertigt hat, was der Konsument zwar besitzen aber nicht bezahlen will.

    Das mit der Begründung zu rechtfertigen, die Ware ist zu teuer, die Firmen haben es verdient, weil sie sich ändern müssten, blabla… ist dann wirklich arschig. Ich wüsste nicht, wie man es sonst nennen sollte. Die Konsumenten konsumieren doch nicht deshalb, weil sie von den Konzernen, den Musikern, Softwareentwicklern, usw… gezwungen werden. Der Konsument will in der Regel konsumieren und im Idealfall hat er gelernt auch mal auf etwas zu verzichten, wenn er sich etwas nicht leisten kann. Zumindest war es die ganze Zeit so.

    Natürlich kann ich zum Benz-Händler gehen und sagen, ich hätte die Karre gerne, aber ich bezahl nicht viel dafür, weil sie mir persönlich viel zu teuer ist.
    Wenn der Händler mich mit der Masche auflaufen lässt, drohe ich als unzufriedener Konsument ja auch nicht damit, dass Auto dann eben zu klauen. Das wäre sonst, wie Boris sagt, Erpressung. Aber mit Software und Co. läuft es so und ist für viele ganz normal.

    Wäre ich in der Softwarebranche, ich würde mir ernsthaft überlegen ob es überhaupt Sinn macht, in einer Branche weiterzurbeiten, wo Verlustgeschäft und Ausbeutung vorprogrammiert ist.

  47. DAG JaboFu sagt:

    “Das Internet ist für viele Leute eine willkommene Entschuldigung, einen unausgesprochenen Pakt zu brechen und sich Leistungen zu erschleichen.”

    Das entspricht eindeutig der Wahrheit. Aber das passiert mit fast allen Selbstläufern, wenn nicht kontrolliert oder reguliert wird. Zensuren oder Verbote sind hier definitiv nicht die richtige Lösung und in diesem Fall gibts es wohl auch keine wirkliche.

    Wenn möglichkeiten vorhanden sind, werden diese auch in jeglicher Weise vollkommen ausgeschöpft.

    Meiner Meinung nach wird auch nicht genug gegen das Erschleichen von Leistungen gemacht.

    Es gibt unzählige Tauschbörsen, Warezseiten, usw., die fast nur die Nachfrage an illegalen Kopien von Filmen, Musik und Spielen decken. Warum wird dort kein Riegel vorgeschoben?

    Aber auch als XBOX 360 nutzer, habe ich mindestens 3-4 Mitspieler in meiner Liste, die illegale Kopien von 360 Spielen verwenden. Was wird dagegen getan? – Nichts. Ok, es ist technisch schwer für Microsoft dies zu erkennen, aber es ist schon bitter, wenn man sich die Spiele für ca. 60,00 € kauft und dann sieht wie solche Leute sich die Spiele einfach für lau brennen. Hm, was kann ich dagegen tuen? Beschwerde einreichen? – Na da kann ich die Leute auch natürlich nett bitten, dass sie doch zukünftig Originale verwenden (Haha).

    Da fragt man sich schonmal, warum man dann für sein geliebtes Hobby soviel Geld ausgibt…

  48. Promaster sagt:

    Hi Boris,
    hast du in deinem Ganzen Leben noch nie ein Lied kopiert, oder eine Raupkopie gespielt? Auch nicht als Juendlicher? In der Schule?

    Du hattes ja das Glück durch deinen Beruf immer alles praktisch für lau zu bekommen. Jetzt wirst du bestimmt sagen, das du dir auch Spiele und Musik usw. Kaufst. Aber auch Du hast bestimmt schon mal was vom Blutegel geholt und sei es nur von einem Freund oder Bekannten

    Ich will damit nichts rechtfertigen, oder sagen das es toll cool usw. Raupkopien zu verwenden, um Geld zu sparen . Ich wollte es rein interessehalber mal wissen.

    Hoffe du schaltest die Frage frei.
    cu
    Promaster

    • Ja, ich hatte eine bewegte C 64 Vergangenheit. Und ich hab auch viele Platten von Freunden mit Analog-Kassetten aufgenommen. Ist allerdings auch 25 Jahre her. Und nein, ich kriege nicht alles für lau. Die meisten Nintendo DS Spiele (da gibt es Ausnahmen), Musik, Filme, Bücher muß ich heute auch alles kaufen. Das ich beruflich eine Reihe Xbox 360 Spielen zu Hause habe, ist nett – aber wer meine Gamercard sieht weiß, das ich davon das wenigste irgendwie spiele, weil ich gar keine Zeit habe.
      Das Problem ist ja nicht, das “ein bisschen kopiert” wird, wie das jahrzehnte lang der Fall war, sondern das heute eine Kultur des “möglichst alles kopiert” vorherrscht.

  49. Maniac007 sagt:

    Von allen abstrusen Argumenten, die das Raubkopieren verteidgen ist der Eiswürfelvergleich mein Favorit. Ich sag mal so: Wenn man sich zu Hause seine Spiele selber programmiert, seine Musik selbst komponiert und einspielt und die Spielfilme selbst produziert, dann wird sich auch die Industrie nicht mehr beschweren können, wenn ihre Produkte nicht mehr gekauft werden.

    Allerdings kann man auch das Verhalten der Industrie kritisieren, und zwar mit tiefgehenderen Argumenten als “zu hohe Preise” und “Qualität zu gering”.

    Ich sehe deshalb das Problem der Piraterie eher als Problem der Ungrechtigkeit zwischen Verbrauchern als ein Problem der Industrie.

  50. Reihnold sagt:

    Ich finde übrigens das “ist alles überteuert und ich bezahle max x Euro für ein Spiel/für einen Film/…” Argument, welches man ja öfters hört, relativ merkwürdig, da es eigentlich jedes Spiel/jeden Film/etc. nach ein paar Monaten für einen akzeptablen Preis gibt.
    Ich habe z.B. in diesem Jahr meine XBox Spiele-Sammlung stark vergrößert und das teuerste Spiel hat dabei dann noch nicht mal 15€ gekostet (und da waren auch halbwegs aktuelle Sachen wie Prince of Persia, Pure oder Scene It 2 dabei). Wenn man also geduldig ist und die Preise im Auge behält, fällt das Argument der übererhöhten Preise in sich zusammen. Wenn man natürlich immer alles sofort haben möchte, sollte man auch so fair sein und die entsprechenden Preise bezahlen.

  51. robert_s sagt:

    Die “Zeiten von Raffgier und Egoismus” sind sicherlich nicht heutig, sondern schon immer so gewesen.

    Aber wer den Moralapostel spielen will, sollte sich mal vergegenwärtigen, worauf unser Wohlstand beruht: Nur darauf, dass in anderen Ländern Leute bereit sind, unsere “Luxusgüter” (Handy, Computer, Haushaltsgeräte) so billig herzustellen, dass wir uns die alle leisten können.

    Wer also den “raffgierigen Egoisten” anprangern möchte, kann ihn auch gleich selbst im Spiegel bewundern – ja, wir sind es alle. Aber das interessiert eigentlich keinen von uns, bis – ja, bis man selbst derjenige ist, der plötzlich weniger bekommt für seine Arbeit, weil die an Wert verloren hat. Erst dann findet man die Welt verkommen und unmoralisch…

    Aber das möge man sich bitte mal vor Augen halten: Da kommt einer daher, der ein Leben in Wohlstand auf Kosten von Hungerlöhnen für andere führt, und jammert dann, wenn er mal etwas von seiner Arbeit kostenlos abgeben muss? Ist das nicht Jammern auf unmoralischstem Niveau…?

  52. Frybird sagt:

    Als jemand, der seit er ein bisschen Einkommen hat mit der Raubkopiererei (ausser TV-Serien, dazu komme ich eventuell später) … und mir wurde es nie gedankt.

    Spiele werden immer teurer. Nichtnur das man das gleiche Zahlt, aber zunehmend weniger zum Spielen bekommt (was mit der aufwendigen aktuellen technik zumindest zu erklären ist), aber jetzt hat jedes zweite Spiel teures DLC, das man früher entweder gratis bekam oder für etwas mehr Geld, aber in VIEL eleganterer Ausführung als Expansion Pack.
    Und sei das nicht genug, muss man sich mit Kopierschutzmaßnahmen herumärgern, weil man ja einer der bösen Raubkopierer sein könnte.

    Auf Filme muss man lange warten, und öfter als es mir lieb wäre habe ich außerhalb der Großstädte trotzdem pech gehabt, wenn ich den Film im Kino sehen will, einfach weil es den Kinos das nicht Wert ist. “The Wrestler”? Wart auf die DVD, im Westerwald nicht zu sehen.
    Und wo wir schon bei Kinos sind: 9 Euro für einen Film (ohne eventuellen Überlängen Zuschlag) in einem mittelmäßigen Saal mit Projektoren in mieser Qualität, und fast schon genausoviel Werbung wie im Fernsehen.

    Wie ist es mit DVDs? Da kanns schonmal passieren, das man 25-50% draufzahlt, nur weil man ne Englische Tonspur haben will. Directors Cut? Gibts bei Paramount z.B. bei Tropic Thunder nur in der wesentlich teureren Blu Ray Edition. Und weil sich für Europäer eh keine Sau interessiert, kann man meist von hochwertigen Special Editions und Re-Releases gefüllt mit Bonusmaterial wie in den USA nur träumen.
    Und sei das nicht genug, nervt jede 2te DVD mit nicht-überspringbaren Trailern, und, traurig ironisch, Anti-Raubkopierer Werbungen.
    Und wenn ich mal den oh-so-tollen Xbox Service nutzen will, bezahle ich mehr als bei jedem Onlineverleiher und bekomme dafür sehr viel weniger.

    Software? Gut das es Open Source gibt. Der Preis für ein bisschen Textverarbeitung und Präsentationen, die man selten aber dann auch wirklich braucht, ist für die meisten kaum tragbar.

    Nur die Musik hat noch einen kleinen Hoffnungsschimmer an sich. Klar, CDs sind teuer, zu teuer, aber immerhin gibt es endlich Onlineplattformen wie die von Amazon, wo man Songs zu einem fairen Preis bekommt und ohne Kopierschutz, damit man es auch unterwegs auf dem MP3 Player hören kann.
    Ich frag mich, welchem Umstand wir das zu verdanken haben.

    Ich bin dafür, Filme, Spiele, Software und Musik fair und ehrlich zu kaufen, damit die Macher kriegen, was sie verdienen. Aber für mein bisschen ehrlichkeit wird mir nur immer mehr Geld aus der Tasche gezogen.

    Ich kann Raubkopierer verstehen….denn wie könnte ich es nicht?

  53. CX226 sagt:

    Hallo Boris!

    Ich schreibe so gut wie nie hier, aber heute muss es mal sein. Ich gebe Dir in allen Punkte zu 100% Recht.

    Ich bin bei zwei Online-Videotheken plus einer im “echten Leben”, bezahl für meine Napster Musik-Flat (mit kompatiblem Player), spiele gekaufte Spiele auf meiner 360 und gehe wöchentlich ins Kino. Alle Programme auf meinem Rechner sind bezahlt (Windows selber gekauft und so …. war nicht mal beim Rechner dabei …) oder Freeware.

    Warum? Weil mir die gebotenen Leistungen etwas wert sind und ich bereit bin, dafür zu bezahlen.
    Bei Leistungen und Medien, die es mir nicht wert sind, finde ich kein wirkliches Argument, wieso ich mir diese dann kostenlos beschaffen sollen dürfte.
    Das hat nichts mit Feigheit zu tun – sondern eben mit moralischem Gewissen, selbst wenn es nur in meinem Kopf existieren sollte.

    Und bei Kommentaren wie “Raubkopieren gehört heute zum guten Ton” ziehts mir echt die Schuhe aus … Wenn ich ein kreativer(er) Mensch wäre und ein Jahr an einem Programm/einem Album/einem Film gearbeitet hätte, das/das/der sich miserabel verkauft, im Gegenzug aber alle Downloadportale sprengt … ich würd genauso reagieren.

    Wie gesagt – 100% Zustimmung …

  54. stressbomber sagt:

    Wir können hier zusammen ja jede wirtschaftliche Spitzfindigkeit und jeden medienrechtlichen Winkelzug durchdiskutieren. Einfacher fände ich es, wenn sich jeder eingestehen könnte, dass die Berwertung des Streitpunktes durchaus von nichts anderem als der eigenen Moral abhängt.

    Es ist natürlich schwer sich einzugestehen, dass es einem selbst in gewissen Punkten an Moral mangelt.

    Menschen, die sich gerne in der Schlange vordrängeln, können oft nicht nachollziehen, warum andere dies nicht tun. Ihre Erklärung ist, dass diese Menschen sich zu fein sind, zu feiger, oder zu doof.

    In einer solchen Situation sagt mein Kopf: Das macht man nicht.
    Bekannte von mir sehen das anders.

    Die gleiche Frage stellt sich auch im Bezug auf den Streitpunkt. Allerdings in vielen verschiedenen Situationen mit verschiedenem Ausgang.

    Jeder hat an anderen Stellen seine Grenze. Meine liegt zum einen bei aktuellen Serien aus den USA und dem ein oder anderen Film.
    Alte Hörspiele sind auch so ein Thema.

    Fairerweise muss ich aber auch dazu sagen, dass diese Schwelle wohl auch etwas mit dem Einkommen zu tun hat.

  55. garvin sagt:

    Es heißt Internet und nicht Kommerznet.

    Was Du schreibst ist auf kommerzielle Aspekte sicherlich zutreffender, aber das Internet als solches ist eine Erfindung die so viel mehr ist, als nur dessen Missbrauchsmöglichkeiten.

    Was Du beschreibst ist ein konzeptioneller Fehler der Menschlichkeit, nicht inhärent des Internets. Daher kommt mir die Galle hoch, wenn es heißt “das Internet hat nichts Gutes hervorgebracht”.

    Die Möglichkeiten das Internet als globales Bewusstsein nutzen zu können, als Instrument der Gleichberechtigung und des “Empowerments”, diese sind aus meiner Sicht genauso eine weltbewegende Einrichtung wie die Aufklärung. Und zwar nicht die sexuelle. ;-)

    Letztlich ist das Internet genauso ein Konzept wie “Freiheit”. Wenn jemand seine persönliche Freiheit dazu nutzt, es anderen Menschen schwer zu machen, dann heißt das nicht unbedingt, dass niemand Freiheit haben sollte oder niemandem Freiheit ein besseres Leben ermöglicht.

    Und daher nerven mich auch Verbote der Politik zur Einschränkung der Freiheit genauso, wie pauschale Aussagen dass Internet sei doch nur ein Selbstbedienungs-Warenumschlagplatz.

    /rant.

  56. Bonuspunkt sagt:

    ich hab gestern für 2000MS points musik gekauft :D
    und erst letztens hab ich mir futurama folgen geladen, obwohl ich die DVD Boxen herumstehen hab – faulheit siegt ^^

  57. Superfrog sagt:

    Boris, ich stimme deinem Beitrag auch vollkommen zu. Das in der Regel komplett fehlende Unrechtsbewusstsein vieler Leute bezüglich Raubkopien ist erbärmlich und besorgniserregend.

    Einzig bei US-TV-Serien kann ich die Argumentation der Leecher noch ansatzweise nachvollziehen, darüber hinaus aber nicht.

    So weit zu gehen und zu sagen das Internet habe deshalb “nichts Gutes hervorgebracht”, ist aber natürlich völlig übertrieben und schlichtweg falsch.

  58. Nasreddin sagt:

    Zum Ende deines Kommentars stellst du richtigerweise fest, dass das Filesharing im Internet kein technisches, sondern ein moralisches Problem ist. Damit stimmst du Herrn Lynton aber nicht mehr zu 99% zu, sondern bist weit von seinem Plädoyer entfernt. Das fängt damit an, dass er immer wieder von Diebstahl redet, was genauso falsch ist wie deine Phaser- und Bauernvergleiche. Ein Verstoß gegen das Urheberrecht ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht! Diese Feststellung ist elementar, um die Raubkopiererproblematik zu verstehen.

    Deine These vom Phaser weitergesponnen, würde bedeuten, dass die Mehrheit der Menschen auch Sachen klauen würde, wenn sich denn nur die Möglichkeit bieten würde. Die Realität beweist doch das Gegenteil, auch wenn ein Fahrrad nicht abgeschlossen ist, würden es nicht 70% der Passanten in einer unbeobachteten Situation mitnehmen. Raubkopiert hat in der jüngeren Generation dagegen fast jeder schon mal. Das moralische Problem ist ein spezifisches Urheberrechtsproblem. Es ist fehlender Respekt vor geistigem(!) Eigentum, nicht fehlender Respekt vor Eigentum.

    Und deshalb sind Leitplanken für das Internet in meinen Augen auch zu kurz gedacht. Ich bin sowohl als ehrlicher Nutzer als auch als Autor genauso enttäuscht und frustriert von der aktuellen Situation. Aber für das Funktionieren der vorgeschlagenen Leitplanken braucht es erst einmal überhaupt einen gesellschaftlichen Konsens über Rechte von Urhebern. Und den sehe ich in vielen Schichten nicht mehr gegeben.

    Der Aspekt der Moral wird von der Kulturwirtschaft vernachlässigt. Auf meinen legal erworbenen DVDs bekomme ich Gefängnisspots aufgezwungen, aber wo wurde/ wird dem durchschnittlichen Raubkopierer mal vernünftig erklärt, wie in unserer Gesellschaft momentan Kultur, Ideen oder Software entstehen? Die gemeinsame Basis von Kulturschaffenden und Konsumenten ist doch längst weggebrochen und da stellt sich schon auch die Frage, ob erstere nur zu spät auf den Zug aufgesprungen sind oder ob dieser Zug nicht schon längst abgefahren ist.

    Ja, jeder sollte sich sein Geschäftsmodell selbst aussuchen dürfen. Aber so sympathisch mir deine Vorschläge im Grunde auch sind, sie sind naiv gedacht und imo nicht zielführend. Denn unterm Strich geht es beim Thema Raubkopien nicht nur um Geschäftsmodelle, sondern auch um den Fortschritt unserer Gesellschaft. Von daher ist es wichtig, auch über neue radikalere Vergütungsmodelle nachzudenken, damit sich weiterhin das Denken in unserer Gesellschaft lohnen kann. Damit weiterhin Menschen davon leben können, Ideen zu entwickeln. Für rein restriktive Maßnahmen im Netz ist es zu spät.

  59. Cos sagt:

    Ich glaube, TheBard und einige andere wollen es einfach nicht verstehen.

    Auch wenn die Vergleiche von Boris und Micheal Lynton etwas hinken, fact ist, das – auch wenn manche BitTorrent als Konnkurrenz, Markplatz oder sonstwas bezeichnet – das Beziehen von Software, Spielen oder Musik von dort ILLEGAL ist.
    Das ist der einzige Punkt, an dem es Nichts, aber auch Garnichts zu rütteln gibt.

    Und es ist das vermeintliche Gefühl, nicht erwischt werden zu können. Weil alle das machen, kann es doch nicht falsch sein, oder?

    Man bringt einfach Menschen, die dafür gearbeitet haben, um ihren Verdienst.

    Jeder – oder zumindest die meisten – von uns arbeitet und ich frage mich, was die Schreihälse, die hier sagen, Raubkopien wären okay, machen würden, wenn ihr Lohn davon abhinge, wenn eines Tages der Chef kommt und sagt: “Sorry, diesen Monat gibt es nur 20 € Gehalt und nächsten Monat wirst Du wohl umsonst arbeiten müssen.”

    Es wird doch nur Raubkopiert, weil man es dort kann.
    Mann kann sich keine Versicherung erschleichen, ohne vorher was dafür bezahlt zu haben, man bekommt keine Brötchen beim Bäcker, kann keinen Führerschein machen, keinen Plasmabildschirm kaufen, ohne dafür etwas hinblättern zu müssen.

    Im Internet ist es möglich, aber deswegen ist es noch lange nicht RICHTIG, egal, ob man den Preis für angemessen hält oder nicht.
    Ein Programm ist mir zu teuer, als saug ich’s aus dem Inet.
    Ein Brötchen kostet mir zu viel, also kauf ich es nicht. Aber ich habe keine Möglichkeit, anders daran zu kommen.

    Außer klauen.
    Nun sagen hier machen, Raubkopien oder Piraterie sei kein Diebstahl. Haarspalterei sag ich. Der Mensch/die Firma, die das Produkt herstellt und anbietet wird um ihren Verdienst gebracht. Und damit hat man sich strafbar gemacht. Punkt, aus, fertig, basta. Da gibt es nichts dran zu rütteln.

  60. Caco sagt:

    Erstmal zum Thema niedrigere Preise würden nichts bewirken, http://www.hlportal.de/?site=news&do=shownews&news_id=6642 ich denke mal wenn ein Spiel deutlich günstiger angeboten wird findet man auch den ein oder anderen Gelegenheitsäufer.

    Aber warum wird so viel kopiert? Das Leben ist in den letzten Jahren nicht günstiger geworden, also wird gespart(am Auto, Wohnung, Lebensmitteln kann man schlecht sparen) aber ein Film, Album… daran kann man eben sparen ob es legal ist oder nicht.
    Witziger weise sind die Medien auch nicht günstiger geworden(Spiele mal ausgenommen da hat sich der Preis trotz Inflation… sehr stabil gehalten) eine neue VHS kostete damals 30DM! eine neue DVD/Bluray kostet heutzutage gerne mal 30€ für ein Album hatte man damals 15-25DM gezahlt heute sind es auch mal eben 16-19€.
    Also die Menschen haben weniger Geld für Luxusgüter aber diese sind Teurer geworden was bleibt den ein oder anderen da übrig. Gäb es keine illegalen Kopien währe der Markt dennoch geschwächt weil halt weniger Kaufkraft da ist als vor 10-20 Jahren.

  61. Abronath sagt:

    Das Problem an der ganzen Sache ist doch, das es keine Hemmschwelle mehr gibt. Das sieht man doch hier auch an manchen Kommentaren. Fakt ist doch, wenn ich ein Produkt auf den Markt bringe, sei es Software/Musik usw. das der Hersteller auch die rechte darauf hat. Es wird auch immer wieder GERNE vergessen, das auch nen paar Leute an dem Produkt arbeiten und die auch irgendwie ihre Rechnungen zahlen müssen(das man Wirtschaftlich arbeitet ist doch normal, woher soll den z.B das Geld für ein neues Produkt kommen?). Wir sind einfach zu einer Gesellschaft verkommen die alles haben will, aber keine Gegenleistung dafür erbringt.

    Auf der anderen seit hat aber auch die Industrie in einigen punkten (die hier schon aufgeführt wurden) wirklich gepennt.

  62. CineKie sagt:

    Wie Boris schon ganz richtig schreibt, ist alles eine Frage der Moral – denn eines wird immer wieder vergessen bzw. bewusst ignoriert: Bei gekauften Spielen, Filmen und CDs handelt es sich um LUXUSgüter, die niemand zum Überleben braucht.

    Mir ist der Kinobesuch zu teuer? Fein, dann warte ich halt auf die DVD.
    Mir ist die DVD zu teuer? Fein, dann leihe ich mir den Film halt in der Videothek aus.
    Mir ist die Leihgebühr zu teuer? Fein, dann warte ich halt auf die TV-Ausstrahlung.

    Lieder kann man im Radio hören, Spiele nach ein paar Monaten gebraucht für 5-10 € kaufen und im Software-Bereich gibt es für praktisch alles eine freie Alternative.

    Das Problem ist, dass die Menschen glauben, ein Anrecht auf aktuelle, kostenlose Ware in bester Qualität zu haben. Gott alleine weiß, wer ihnen diesen Unsinn eingetrichtert hat …

    Wenn mir der Preis einer Ware nicht angemessen erscheint, dann kaufe ich sie nicht. Aber “Verzicht” scheinen heute nur noch die Wenigsten zu kennen …

  63. sonnendeck sagt:

    Das ganz Problem ist wohl eher Gesamt gesellschaftlich zu betrachten, es sind ja nicht nur geklaute Stücke von Autoren ( es ist Diebstahl/Betrug, na einem Autor wenn man gegen seinen Willen seine Produkte vervielfältigt und keine romantische Piraterie, “ich gegen die böse Industrie” ) viel mehr, kann man eh einen Verfall von Werten betrachten, das fängt bei kleinen Dingen an “Man ich bin auf meine Brille getreten, können wir das nicht über deine Haftpflicht machen ?” solche oder ähnliche Anfragen hat doch schon jeder bekommen, beim Finanzamt wird mal hier und da getrickst “weil die grossen machen das doch auch”, es wird weiter gefahren obwohl man genau weiss das man einen anderen Wagen touchiert hat (“bei mir hat keiner eine Nachricht hinterlassen, warum sollte ich jetzt” ) Tag täglich muss ich meine Verträge im Auge halten, weil da irgendjemand was verlängern oder ändern will und das nicht zu meinem Vorteil, wenn ich ein paar Wörter bei Ebay oder meiner Webseite durch einander Würfel werde ich gleich Abgemahnt usw. Versteht mich nicht falsch das ist keine Legitimation, denn es steht hinter jedem Musikstück auf einer CD mindestens eine Band, Produzent, mindestens ein Toningenieur

  64. daniel c w sagt:

    @TheBard:
    Warum ist dieser Unterschied wichtig?

  65. Rizzo sagt:

    Ich will mal nicht bezweifeln, dass der Industrie mehr Umsatz machen würde, wenn es keine Kopien geben würde, aber ich bezweifel ganz stark die Zahlen, die in diesem Zusammenhang immer fallen…

    Die Industrie rechnet doch so: Mr. X kopiert 50 Filme / Spiele / CDs im Monat. Mr. X könnte sich aber vielleicht nur 5 Medien im Monat leisten… wäre nach meinem Menschenverstand ein Nettoverlust von 5 Medien, die Industrie gibt aber lieber 50 an… die Zahlen sind also astronomisch und unrealistisch hoch…
    Macht die Industrie also bei Mr. X Verlust, wenn er sein vefügbares Kapital für 5 Medien ausgibt und dann den Rest kopiert? Nein, man kann ihm ja nicht mehr Geld aus der Tasche ziehen, wie vorhanden ist…

    Sicher ist das Kopieren der anderen 45 Medien illegal, aber in diesem Fall entsteht der Industrie gar kein finanzieller Schaden.

    Ich persönlich kenne aus meinem persönlichen Umfeld zwei Arten von Konsumenten, die, die nur Originale kaufen und die Gruppe der Mr. Xen … Und Fakt ist, die Mr. Xen geben deutlich mehr Geld für Medien aus, als die “nur Käufer” …

    Ich gehört zur ersten Gruppe und obwohl ich heute ein deutlich höheres Budget zur freien Verfügung habe, als noch vor 5 Jahren, gebe ich heute ca. 25% weniger für Medien aus, als noch vor 5 Jahren. Warum? Weil ich mich in den letzten Jahren von der Industrie oft genug um mein schwer verdientes Geld geprellt gefühlt habe.
    20 Euro für ne 45min CD, von denen dann auch nur 10min erträglich sind, ist mir zu viel; 20 Euro für nen 120min Film, wo aber alle interessanten Szenen schon im 30sec TV Spot zu sehen waren, sind mir zu viel; 60 Euro für ein Spiel, bei dem man nach 6 Stunden alles gesehen und erlebt hat, sind mir zu viel.
    Ich gebe heute ( im Vergleich von vor 5 Jahren ) deutlich mehr Geld für Zeitschriften aus, aus denen ich im Vorfeld herauslesen kann, ob sich der Kauf lohnt und komme immer öfter zu dem Schluss: die CD, der Film, das Spiel ist es mir nicht wert.
    Folglich selektiere ich viel häufiger, kaufe mir keine ganzen Alben mehr, sondern nur noch die 2 interessanten Lieder oder leihe mir lieber mal den Film oder das Spiel in der Videothek oder bei Freunden -> und das bedeutet für die Industrie bis zu 100 Euro weniger im Monat von mir… ganz ohne Raubkopie.

    Was will ich damit sagen: Das Internet kann man nicht allein dafür verantwortlich machen, dass die Umsätze sinken, es liegt auch an der Qualität der Produkte…

    Solange die Industrie aber die Schuld an der Misere dem Internet und den Raubkopierern in die Schuhe schiebt und auch nur das in den Vordergrund stellt, solange fühle ich mich als ehrlicher Käufer verarscht.

  66. xXDarkShotXx 93 sagt:

    Ich verstehe allgemein einfach nicht warum wir (alle die die den Euro haben) für alles soviel mehr bezahlen müssen. Sei es bei Spielen oder bei der Konsole selber. In England z.B. bekommt man die ganzen Spiele auch viel günstiger.

  67. ChiefJudy sagt:

    Bin ich ganz Deiner Meinung. Und was hälst Du dann von der “Kulturflatrate”, die die Grünen gerade vorschlagen?
    Ich sag ja lieber nichts dazu…

  68. Brommel sagt:

    Servus,
    mit der 360 wurde das online Angebot etc. so gut erweitert dass ich nicht mal daran dachte diese mit einem ModChip zu versehen. Man sieht also dass man auch durch gute Produkte die Piraterie umschiffen kann. Klar gibt es noch 360 Kopien in WWW aber alle XBOX User die ich persönliche kenne (sieben) haben keinen Mod und kaufen die Games.

    Nachdem Apple endlich DRM aus der Musik entfernt hat kaufe ich wieder regelmäßig Musik im Store. Nein, ich gebe sie nicht weiter.
    Für eine Audio CD die ich erst rippen muß (wegen irgend einem Drecks-Kopierschutz) um sie mit Qualitätsverlust auf meiner Anlage abspielen zu können gebe ich kein Geld aus. Die Industrie hat mich da bereits vor Jahren als Kunden verloren.

    Aber bitte erkläre mir mal einer warum die meisten Konsolen-Spiele 60-70€, die PC Versionen aber nur 40-50€ kosten? Da müsst ihr noch einiges nachbessern.
    Jetzt sagt mir nicht dass die 360 sooooo komplex sein soll. Bei der PS3 mag das noch stimmen … soviel man liest.

  69. ChiefJudy sagt:

    Stimme Dir voll und ganz zu. Und was hälst Du dann von der “Kulturflatrate”, die die Grünen gerade vorschlagen? Das läuft dieser Meinung ja dann total gegen den
    Strich, und würde den Quatsch nur noch unterstützen.
    Ich sag mal gar nichts dazu…

  70. Nepumax sagt:

    Tja, wenn wundert’s da, dass es mittlerweile eine “Piraten-Partei” gibt. Bin mal gespannt, wie sich das alles noch weiterentwickelt…

  71. pn18 sagt:

    Oftmals habe ich in den Kommentaren hier folgende, oder ähnliche Sätze gelesen: “Wenn du dir Produkt X nicht leisten kannst, dann lass es doch einfach im Regal liegen! Entweder du kannst es dir leisten, oder eben nicht. Es ist ein Produkt wie jedes andere auch und der Hersteller dieses Produktes hat Anrecht mit dem Preis seine Kosten zu decken, Gewinne einzufahren, etc. …nicht illegal besorgen, da moralisch falsch, rechtlich verboten, et cetera, et cetera, et cetera…” Grundsätzlich natürlich ein vertretbarer Standpunkt, insbesondere aus Sicht des Herstellers.

    Doch drehen wir mal die Argumentation um:
    Lieber Hersteller, Musikproduzent, Softwareentwickler, es zwingt euch keiner euren Job auszuüben. Sucht euch einen anderen Job, wechselt doch vom tertiären bzw. quartären Sektor in den primären oder sekundären wenn euch diese jetzige Situation nicht passt. Es wird euch Niemand aufhalten außer ihr euch selbst. Ihr wollt diesen Beruf ausüben, also hört verdammt noch mal mit dieser Raunzerei auf. Jede Sparte, egal welcher wirtschaftliche Sektor, hat so seine Probleme und kaum einer veranstaltet so ein Geheule wie ihr. Beispiele gefällig? Die Rebstöcke eines Weinbauers werden durch einen Hagelschauer zerstört. Was macht dieser Bauer? Entweder er macht weiter, oder sucht sich einen anderen Job. Er könnte weiterhin Bauer bleiben und sich ja auf die Rapsverarbeitung spezialisieren, oder er könnte sich zum Banker umschulen lassen, oder sich als Taxifahrer selbstständig machen. Gott im Himmel, er kann tun und machen was er will und genau genommen kann er das, dank Maastricht, sogar in der ganzen EU. Weiteres Beispiel gefällig? Ein Friseur verliert, aus einem nicht näher bekannten Grund, seine ganze Stammkundschaft. Der Betrieb läuft schlecht. Was macht dieser Friseur? Siehe oben.

    Auf was ich hinaus will: “Stop complaining, start doing something” Niemand zwingt euch euren Job auszuüben und wenn ihr weiterhin euren Job ausüben wollt, dann lernt gefälligst mit dieser Situation umzugehen.

  72. sirlantis sagt:

    Warum nach so einem absolut nachvollziehbarem Statement gleich dieser Aufruhr herrschen muss… wenn mir da “dieses Internet” vor die Nase gefahren wäre, ginge es mir als Geschäftsmann genau so wie Layton – da muss irgendwann mal die Luft raus.

    Man muss die Filmindustrie, die im Gegensatz zu Musikern nicht mit Konzerten Geld machen kann, auch mal loben. Dass sie fast neun Jahre nach dem WWW-Boom immer noch existiert obwohl sie das Internet nicht in die Filmverwertung einbezogen hat, DVD-RegioCodes mit IP-Blocking emuliert, vier Videomedien (VHS, DVD, HD, BD) und X Preisklassen durchwandert hat.

    Erinnert mich an H. Perot’s “Life is a cobweb. The lines cross at funny angles. Whether You´re successful or not doesn´t depend on how good your plans are, especially those 5-year strategic plans business schools teach. Success depends on how you react to unexpected opportunities.”

    IMAX, Netflix, Hulu, Zune mit Flatrate… wofür ich nicht im Monat alles Geld ausgeben würde wenn man mich in der EU ließe. Dann fehlen mir nur GenuineAlbumOwner Achievements zum Angeben.

    Aber vielleicht pinkel ich da ja auch einfach den falschen ans Bein. Gibt ja noch andere Dinge die in der EU einfach kompliziert sind *grummel*.

    P.S. Ich würde mal gerne wissen, wo das Kino momentan stehen würde, wenn wir das Internet nicht hätten – für mich riecht das nach VGC 1983 in Popcorn-Edition… wo ist eine Singularität zum nachgucken?

  73. BFBeast666 sagt:

    Ich hab – trotz neuer Maschine – das PC-Gaming zum Großteil hinter mir gelassen. Zum einen nervt mich das ständige Hochrüsten, die unglaublich verbugten Spiele (Sacred 2, z.B.) und dann der wirklich nervige Kopierschutz. Wer bitte ist denn auf die Idee gekommen, daß ich ein Spiel nur noch 5x installieren darf und dann ist die für 50 Euro gekaufte Software wertlos?

    Wäre ich jetzt ein Teenager, wäre die Lösung klar. Bestraft die blöden Konzerne, indem man das Zeug kopiert. Allein schon des Rebellentums wegen.

    Der elegantere Weg meiner Meinung nach ist: Entweder die Spiele für Konsole kaufen (z.B. Mass Effect) oder die Kohle an Entwickler weitergeben, die zum einen auf so einen DRM-Schmonzes verzichten und zum anderen auch noch die besseren Spiele programmieren.

    Ich hab mit Sins Of A Solar Empire und Demigod von Stardock (beide legal käuflich über Impulse erworben) mehr Spaß gehabt als mit so manchem EA-08/15-Produkt.

    Es ist nur schade, daß der so oft zitierte Spruch “Vote with your Wallet” nicht ganz zu funktionieren scheint. Andernfalls kann ich mir nicht erklären, wie EA von seiner unglaublich überteuerten “Hasbro Family Game Night” so viele Einheiten absetzen kann, daß es mehrmals in Folge in den Top 10 der meistgekauften Arcade Games gelandet ist.

  74. Unplausibel sagt:

    “Der Preis galt jahrelang als angemessen”
    Hmmjanee, ich finde 60 EUR für ein neues Spiel teuer. Und 30 EUR sind nicht “nice price”.
    Zu DM-Zeiten war “nice price” 10 bis 20 DM, bei Audio-CDs zwischen 5 und 10 DM.
    Da hat der böse Euro wohl so einige Preise in die Höhe getrieben – oder war’s nur die gute Gelegenheit bei Einführung des Euro?
    Ich als Entwickler würde lieber 4 Exemplare für 20 EUR als eines für 60 EUR verkaufen.

    “Das Internet hat nichts Gutes hervorgebracht”
    Das ist wohl etwas sehr übertrieben und polemisch. Und das gerade von Sony, die mit all ihren digitalen Geräten die Entwicklung vorangetrieben und genutzt haben. Hätte sich die Playstation über all ihre Generationen so gut verkauft, wenn nicht so viele Raubkopien im Umlauf gewesen wären?

    “Das Erschleichen von Leistungen ist moralisch verwerflich”
    Das ist es, ohne Zweifel. Und noch schockierender ist es, dass da kaum ein Unrechtsbewusstsein vorhanden ist. Da muss mittels Erziehung eine Art “Ehrenkodex” geschaffen werden. Da gibt es aber für beide Seiten Regeln: Der Konsument möchte als Beispiel Musik hören, die er gut findet und will den Künstler für seine Kunst belohnen, indem er ihm Geld gibt, damit der seine Miete und seine Brötchen zahlen kann (und auch der Vertrieb und alles soll natürlich seine Kosten decken) – und gerne auch ein bisschen darüber hinaus verdient, damit es mal auch etwas mehr sein darf.
    Auf der anderen Seite sollten Produzent und Vertrieb das Gefühl für einen “anständigen” Preis nicht verlieren.

    Leider zieht sich durch verschiedenste Wirtschaftszweige, dass “Anständigkeit” von den Konsumenten eingefordert, aber von den Produzenten nicht gelebt wird. Warum kostet Benzin schon wieder über 1,30 EUR der Liter, obwohl der Rohölpreis gerade mal halb so hoch ist wie noch vor einem Jahr? Warum kostete die neueste Madonna-CD 2001 17,95 DM beim “Ich bin vielleicht doch blöd” und 2002 14 EUR? Warum soll ich für ein Sting-Konzert 80 EUR zahlen, wenn ich früher für 40 DM ne Karte bekommen hab?
    Microsoft fordert von seinen Kunden Moral, wird aber gleichzeitig von Gerichten wegen verschiedenster moralischer Verfehlungen zu Millionzahlungen verknackt – ok, das Unrecht anderer macht das eigene Unrecht nicht zu Recht, mein Punkt ist: Wer Wasser predigt, sollte keinen Wein trinken.

  75. Va1is sagt:

    Hab die meisten Kommentare jetzt nicht gelesen. Aber ich hab ein Beispiel aus einer anderen Sichtweise. Ich bin “Black Metaler”, höre also eine spezielle Musikrichtung. Und bin dementsprechend auch “in der Szene”. Hier ist es so, das wenn man sich Musik runterladen würde, man würde sich zum gespött seiner Kameraden machen. Danach wäre man als “Poser” abgestempelt und bräuchte sich nicht mehr zu melden. Es geht einfach darum die Underground-Bands zu unterstützen, gerade weil man manche Bands auch persönlich kennt. Ich würde nie von einer Band ein Album runterladen! Auf den anderen Seite kosten diese “Underground” Alben aber auch nur 10€. Runterladen würde ich nur Musik die auch umsonst auf der Band Page angeboten wird, oder auf Seiten wie http://www.8bitcollective.com . Mein Problem ist eher die Tatsache DAS es so viele machen, nicht warum sie es machen. Gegenmittel könnten die Anzeigen sein. 2-3 Leute aus meiner alten Klasse haben damals eine Anzeige bekommen weil sie illegal “gesaugt” haben. Danach hat die ganze Klasse nie wieder irgendwas gesaugt. Filme und Serien kaufe ich sowieso nur noch auf Blu-Ray, da ist die Qualität wichtiger. Und auf Xbox Live will ich nicht mehr verzichten, deshalb würde ich mir auch nie nen Chip und gebrannte Spiele zulegen. zu große Angst das die Gamercard resetet und jahrelange Arbeit weg ist.

    Jedenfalls stimme ich dir 100% zu Boris! Nur was soll man machen?

  76. Slash sagt:

    Alsoooo…nachdem ich hier zig Kommentare gelesen habe möchte ich auch mal meinen Senf dazugeben, habe mich dazu extra registriert.

    Wie ja schon einige Leute treffend bemerkt haben hat sich in den letzten 30 Jahren nichts verändert, was das “böse” Kopieren angeht.

    Man hat in seiner Kindheit die Tapes kopiert, von LP aufgenommen und VHS überspielt. Die Konzerne haben geheult vor den bösen Buben. Die Preise damals waren auch “zu hoch” und “niemand” bereit dafür zu bezahlen.

    In der Schulzeit gab es die ersten Computer. Doch es gab nur jedes Jahr ein Spiel vom Taschengeld. Den Rest hat man auf dem Schulhof vertauscht, Disketten für Freunde kopiert und das “nicht zu wenig”.

    Heute nutzt man das Internet. Ich kaufe noch immer nur wenige Spiele im Jahr (so wie früher auch). Aber es gibt nun das Internet. Daheim, in der Schule, auf dem Handy, der PSP und Co.

    Jetzt wird dort getauscht. Und weil das jeder kann, läuft auch heute keiner mehr mit Disketten/CD/UMD/Disc/wasweisich-Koffern herum. Nein, das hat man nun “Digital” und so wird es auch getauscht.

    Aber anders als auf dem Schulhof macht man jetzt Jagd auf die “bösen” Buben und will das tauschen verhindern und zelebriert es umso mehr als “böses Spiel”.

    Schon früher hat sich die Industrie viel für Kopierer einfallen lassen und alles hat dazu beigetragen, dass noch mehr kopiert wurde. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern.

    Denn warum soll ich 20 Euro für ein Medium ausgeben, dass man nur auf Gerät X abspielen kann und in ein paar Jahren will Firma Z dann wieder Geld für den gleichen Inhalt auf einem neuen Medium kassieren?

    Nicht dass es das neue Medium nicht wert wäre, aber wenn das alte Medium noch funktionieren würde, dann könnte man sich neue Filme/Spiele/Musik kaufen.

    Spiele wie Gears of War / Dead Rising und früher Zelda 64 / Mario 64 usw. hat man alle gekauft. Sie waren ihr Geld wert. Es gab bei PC-Spielen fette Extras dazu, wie T-Shirts, Anhänger, dicke Anleitungen und Aufkleber, Figuren und Co, das nannte man Standardversion und war für 80 Mark zu haben. Nun muss man für den gleichen Service 60 + 20 Euro zahlen, ohne Dickes Handbuch.

    In der Zukunft sollten sich die Konzerne dazu durchringen, Spiele spielenswert zu machen, Preise dem Wert anzupassen und ehrliche Käufer nicht zu gängeln. Ich sage nicht, verkauft neue Xbox 360 Spiele für 20 Euro! Aber ich sage, wenn ihr schon Games für 60 Euro verkauft, dann legt auch mal nen Gratis-Monat XBox Live dazu. Oder ein T-Shirt, gebt dem Käufer etwas mehr in die Hand als eine läppische Hülle, Disc und 4-Seitenanleitung.

    Geld hat schon immer eine Rolle gespielt und wird es auch in Zukunft. Aber die Leute werden, nicht nur durch die Krise, in kommenden Zeiten weniger dafür ausgeben können für Medien.

    Die Industrie denkt sie kann uns mit den alten Preismodellen ein Leben lang ausquetschen und das ist falsch. Früher hat die Produktion einer LP einiges an Geld gekostet und trotzdem wurde die Scheibe für 25 Mark verkauft. Eine CD in Massen herzustellen kostet läppische 8-9 Cent, die Künstler bekommen kaum was für Verkäufe und trotzdem kostet die neuste Scheibe 16 Euro.

    Noch schlimmer wird es wenn die Hersteller meinen sie bekommen das gleiche Geld für Online-Musik, ohne Datenträger, ohne Coverheft, ohne Medium, “ABER” mit DRM, mit Zwang an Geräten, mit begrentzer Brennbarkeit, mit mit mit…

    Der Kunde hat sich früher schon genommen was er “brauchte” und er wird es auch in Zukunft tun. Nur die Formen ändern sich. Die Firmen dahinter leben weiter und heulen auch noch in 50 Jahren über Miese Geschäfte…mal sehen wer dann der Sündenbock ist.

    Das Internet jedenfalls mag zwar deutlich machen, dass Titel Y in etwa eine Million mal heruntergeladen wurde, aber war es nicht früher auch so hoch? Nur hat es keiner Schwarz auf Weiß gehabt? Und was ist eigentlich damit, dass die Konzerne jedes Quartal neue Rekordverkäufe registrieren? 5 Mio mal Resi 5, 10 Mio GTA IV? Dementsprechend steigen die Kopien und auf solche Desaster wie DRM kann ich verzichten.

    Das Internet verdeutlicht vieles. Plötzlich ist der ROD der Tod ALLER Xboxes und Spiel X musste eingestellt werden wegen blablabla…das geht um die ganze Welt und jeder User der das wiederholt, pusht es in gewissem Maße. Und ich bin mir sehr sicher, dass, wenn es das Internet schon 1995 so massiv gegeben hätte, die PlayStation nicht den Siegeszug angetreten hätte. Denn das Problem der Überhitzung war tatsächlich sehr viel größer als man es nach vielen Jahren erst erfahren hat.

    Naja, es mag keine Ultimative Lösung geben. Hersteller sollten sich auf ihre Käufer besinnen und Kopierer sollten nicht JEDES Werk kopieren…mehr sag ich mal dazu nicht.

  77. Nepumax sagt:

    So, ich bin fertig. Habe mir so ziemlich alles fleißig durchgelesen. Da sind wirklich viele gute Beiträge dabei!

    Aber, wenn ich das Ganze jetzt mal ganz nüchtern betrachte, bilden sich hier ja zwei Standpunkte heraus, die sich eigentlich nur in der Ursache und Wirkung unterscheiden.

    Die einen sagen, lapidar gesagt, die Industrie ist Schuld, dass es soviele genatzte Kunden und Raubkopierer gibt, die anderen sagen die Raubkopierer sind schuld, dass die Industrie so mit ihren Kunden verfährt.

    Wer von uns kann denn noch sagen, was die “wahre” Ursache und die “wahre” Wirkung ist bei dieser Entwicklung ist?

    Wer hat angefangen?

    Ist es nicht so, dass sich das Ganze synchron entwickelt hat?

    So sehe ich das. Wenn wir nicht wissen, wie genau das Ganze begonnen hat, können wir auch niemanden verurteilen.

    Eine Lösung sehe ich nur, wenn einer der beiden “Kontrahenten” den ersten Schritt macht.

    Ich als Konsument, Moral hin oder her (auch eine Form von Moral), wüsste nicht, wie ich dabei effektiv etwas bewirken könnte. Ich bin garantiert kein weißes Schaf, aber, zurückblickend betrachtet, sehe ich mich zu 99% als Unterstützer des Marktes (und meine Definition von Markt beinhaltet kein BT und Co.!). Nur wie gesagt, was soll ich tun? Mehr Medien kaufen, die mir qualitativ, oder aufgrund ihrer kundenunfreundlichen Nebenwirkungen nicht gefallen?
    Ich sehne mich ein wenig zu den Zeiten zurück, bei denen zweimal hingucken noch gereicht hat…

    Es macht mich echt müde, immer alles 100mal analysieren zu müssen. Daher denke ich, müsste die Industrie den ersten Schritt machen.

    Selbst wenn es schief geht, oder ihr nicht voll auf der Schiene “Gewinnmaximierung und Co.” fahren könnt:

    Bitte, lasst euch etwas einfallen!

  78. fekigo sagt:

    Ja toll, sowas würde ich auch schreiben wenn ich genug Geld verdienen würde, ok, fairer weiße muss ich sagen das ich das auch tue, aber 69,- € und mehr für ein Spiel mit Herstellungskosten von ein paar euro? Ich finde es auch interessant, das sich Menschen über sowas aufregen die genug verdienen (Chef von Sony Pictures, Adobe und andere)

  79. Bash sagt:

    So viele Sichtweisen zu der Thematik.

    Grundsätzlich: ja Boris, Du hast Recht – immaterielle Güter gehören entlohnt. Ethik ist was Feines. Soziale Marktwirtschaft ist super.

    Nur ist gerade die USA keine eben solche, sondern Kapitalismus pur. Und da beginnt nämlich schon der Hamster zu bonern.

    Dein Beispiel mit dem Bauern finde ich geradezu herzig in Anbetracht der Tatsache, dass die Jugendlichen demnächst beim dritten mal “Über den Acker brettern” für 6 Monate ihr Auto weggenommen bekommen. Und “Die Bauern” mit den für die Milch eingesteckten Millionen in den Hauptstädten der Länder so lustige Vögel im eleganten Zweireiher platzieren, die ein “Körbchen” nach dem anderen zusammenschnüren, um den Raubmordkopierern das Handwerk zu legen. Ich stell mir “den Acker” inzwischen mit Tretminen durchsetzt vor und mit Panzerspuren übersäht.

    Aber nicht nur das – schauen wir uns doch mal die Milchabgabe an – die gibt’s zunächst nur im großen Saal, für 10 Euro den Liter. Drei Monate später gibt es die Milch in um Einiges schlechterer Qualität als Trockenpulver zum “zu Hause anschauen”. Leider teilt dabei der Bauer dabei die ganze Welt in Zonen ein. Die Milch von der Lotti gibt’s nur in den USA, mit schicken Geschmacksrichtungen und als Bonus ggf. noch ein paar verquirlte Strohhalme dazu. Zur gleichen Zeit in Deutschland gibt’s die Milch nur pur, keine Extras. Import der Milch aus USA? _Eigentlich_ illegal. Alles über 20 Euro Warenwert wird mit 7,5 Euro “Strafzoll” belegt. Ach und zwei Jahre später gibt’s die Milch dann noch mit Werbebildchen auf der Packung in 100ml Häppchen für Umsonst beim Händler um die Ecke, wenn man lange genug sitzen bleibt und zwischendrin nicht umschaltet… äh… woanders was trinken geht.

    Sorry Boris aber ICH habe zum einen Clipinc.fx und schneide mir meine Musik bei MP3-Radios im Internet mit – da hängen dann aber ab und an Fade-Ins und Fade-Outs so beschissen, dass ich inzwischen in der Disco mit Shazam im iPhone die Musik erkenne und zu Hause dutzendfach einzelne Lieder für 1 Euro bei iTunes kaufe. Ich habe in den letzten Wochen so viel Musik gekauft wie in meinem ganzen Leben noch nicht. Meine Englischkenntnisse sind nur so angehend perfekt, weil ich mir hunderte DVDs aus den USA importiert habe. Ich will den neuen Star Trek nicht zwangsweise in OV im lokalen Cinestar für 9,90 Euro sehen müssen bzw. 3 Monate zwangsweise darauf warten. Ich will es SOFORT. UND WENN dabei die verdammten Kinos drauf gehen. Das ist mir so schnurzpiepegal. Den Film, den man auf eine Filmrolle zieht, einfach als digitalen Download SOFORT zum Start anzubieten, ist heute ohne Weiteres möglich. Ich bin dabei auch gerne bereit, wie im Apple Appstore, den Premiumpreis zu bezahlen von sagen wir 9 Euro für sofort – 3 Monate später sinkt der Preis dann auf 5 Euro, 1 Jahr nach release auf 2 Euro und gleichzeitig kommt er mit Werbeeinblendungen für “umsonst” raus.

    Warum gibt es in Deutschland kein TiVo? Warum kein Hulu? Weil wir hier mehr damit beschäftigt sind, mit Anwälten den Raubmordkopierern hinterher zu rennen, als vernünftige Lösungen zu schaffen, dass man rechtlich geschützte Ware EINFACH zu konsumieren. So lange es von den Rechteverwertern einfach nicht begriffen wird, dass SOFORT und ohne Ländergrenzen verfügbar = $$$ ist, seh ich weiterhin nur einen Dinosaurier, der immer trauriger wird.

    Bei Spielen mag das alles anders sein, aber ich gehe hier ganz klar erst einmal auf den Bereich Video los, denn das ist es doch, was im Internet so zahlreich kopiert wird. Meine XBox 360 ist nicht gecrackt, ich besitze aber auch nur NFS Carbon und GTA IV und hab seit 8 Monaten nicht mehr davor gesessen. Ich spiele einfach nur noch auf dem iPhone und da habe ich diese Woche mit “Stoneloops of Jurassica” einen Zuma-Klon für 79 Cent bekommen, der mich nach meinem Geisteszustand fragen lässt, in dem ich damals gewesen sein muss, als ich über den RealArcade-Shop von RealNetworks Zuma für 25 Euro gekauft habe. Einfach ein Witz hoch 5.

    Ich hatte Wirtschaft in der Schule. Diese ganzen Aussagen hier über mir, die davon ausgehen, dass ein Gut, was nichts kostet, NICHT anders nachgefragt wird, als wenn es auch nur EINEN Cent kosten würde, sind total hirnrissig. Bei NULL Kosten entsteht Nachfrage selbst bei Menschen, die sich das Gut NIEMALS zugeführt hätten. Die Aussagen, dass bei Preissenkungen keine zusätzlichen Käufer gefunden werden, sollen mir doch bitte mal die Softwarepyramide erklären.

    Das Beispiel mit der Pille (erste Millionen, zweite Centbeträge) ist genauso behämmert wenn man bedenkt, was die Privatisierung der HMOs in den USA gebracht hat. Das ist ein Affront für alle, die nach Canada und Mexiko pilgern, um sich billig Medikamente zu besorgen.

    Nein die Welt ist nicht so schwarz/weiß, wie Du es gerne hättest. Gerade nicht wenn ich sehe, dass ich für meine drei legalen Windows XP-Kopien jeweils 80 Euro bezahlt habe (gewusst wie, anstatt der 130 Euro hab ich ein Sonderangebot einer großen Ladenkette genutzt und mir sogar zwei Lizenzen “auf Halde” gekauft). Wenn dann die nächste Version (“Witzta”) in den USA in der dicksten Ausführung 300 Dollar kostet, in Deutschland 500 Euro, dann greif ich mir, wiederum, an den Kopf und greif ins Leere. Ich weill ALLE Funktionen. Wenn ich das nicht bezahlbar bekomme, muss man auf mich als Kunden verzichten. Mit Vista war der Punkt erreich, wo für mich Schluß war. Das ziel von M$, jedes Jahr mindestens x Prozent Rendite (20% würd ich mal raten) zu machen, war nur über diese durchgeknallten Preise zu erreichen. Für wen? Für die verdammten Shareholder. So lange der Kapitalismuss und die Raffgier bei den Herstellern regiert, so lange sich selbst jeder der Nächste ist, so lange kann man vom Kunden auch nicht erwarten, dass er den Ehrenmann gibt. Was ist denn bei Vista den Preisaufschlag von 300% gegenüber dem drei Jahre älteren Vorprodukt wert? Was bitte?

    Hier wird auf hohem Niveau von Sony rumgeheult. Ethik – ha, dass ich nicht lache. Da wird von “Guardrails” gesprochen und zwar nicht im Sinne von “Wenn die nicht wären, gäb’s Tote” sondern im Sinne von “shackles”, WIE IMMER. Pferch den Consumer ein. Das ist WIEDER der Hinweis darauf, dass Sony nix begriffen hat. Digital und jederzeit vervielfältigbar heißt, dass man künstliche Beschränkungen gefälligst zu unterlassen hat. Ich unterschreibe gerne dutzendfach die Kommentare unter dem Artikel des Sony-Menschen wo z.B. Robert Heinlein. Ethik? Ja gerne. Ich zahle sofort und mit Wonne den gleichen Preis wie im Kino dafür, den Film sofort zu Hause ansehen zu können, weil mich ein Kinobesuch heutzutage mit zwei Personen schlappe 30 Euro kostet. 9 Euro für zwei Leute – gerne doch. Jetzt sofort. Nachher mit Bonus und anderen Extras gerne noch 25 Euro für die BluRay oder 20 Euro für die DVD – 6 Monate später dann 10 Euro auf dem Grabbeltisch. Setzt Eure Preise gerne fest wie ihr wollt, aber verflucht nochmal steckt Euch endlich die Einteilung der Welt in Zonen und die künstliche Verknappung des Gutes an die Mütze. Filme und Musik sind eben KEINE Milch und KEINE Autobahn und wenn es Milch wäre, dann könnte man sie verlustfrei kopieren, dass ALLE satt werden würden und sie rund um die welt im Bruchteil einer Sekunde verschicken.

    Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, warum Du dieses Beispiel mit dem Acker genommen hast oder der Typ von Sony die Autobahn. Warum nehmen Rechteinhaber immer Beispiele mit Materiellen Gütern, mit Dingen, die verknappt und zerstört werden können? Eine Datei sind Nullen und Einsen. Ich bezahle für den Konsum und selbiger verbraucht das Gut nicht. Nachdem ich im Kino war zerstört sich die Filmrolle nicht von selbst danach. Wann geht es in die Betonschädel der Rechteverwerter hinein, dass digital eben NICHT das Buch ist? NICHT die DVD. NICHT die VHS-Kassette? Dass ich für den Download NICHT das Gleiche zu bezahlen haben sollte wie für die Kiste mit dem Medium drin?

    Warum gehen derzeit dutzende Autohersteller pleite? Weil sie etwas produzieren, was am Konsumenten vorbei geht. Was keiner haben will oder jedenfalls NICHT SO. Ethik Schmethik. Der Kunde ist König. Sobald diese ganzen perversen künstlichen Hindernisse fallen, können wir uns gerne wieder unterhalten. Warum gibt es denn auf jeder Plattform die Arcade-Shops? Weil damit Geld zu machen ist bis der Arzt kommt. Weil man da Filme, Spiele und all das Zeug SOFORT laden kann. Auf meinem iPhone habe ich inzwischen 9 Seiten voll mit icons und spielen. Ich habe knapp 300 Euro im Appstore gelassen. Wer mir da erzählt, dass das Konzept nicht aufgeht, der spinnt. Nochmal: Zuma-Klon für 79 Cent.

    Als Gegenbeispiel: GTA IV für PC. Da krieg ich doch Schreikrämpfe. Games for Windows Live und Rockstar Online gleichzeitig von Nöten, damit ich offline abspeichern kann. Himmel hilf!

    Trotzdem aber mein vollstes Verständnis, wenn Plattformen sterben, weil zu viel kopiert wird. Dann produziert halt nix mehr für den PC, wenn dort nur kopiert wird. Die Konsumenten werden schon lernen, was es heißt, keine guten Spiele mehr zu bekommen, weil sie allen Scheiß kopieren.

    Dass das dann immer noch nicht das Vorgehen von EA-Sports erklärt sei mal dahingestellt… von wegen jedes Jahr einfach nur die Zahl auf der Packung erhöhen und so. Wie war das nochmal mit Ethik?

    Dass währenddessen die richtigen Bauern dafür Hungerstreiks einlegen müssen, weil die großen Lebensmittelketten wie Aldi und Lidl mit Dumpingpreisen versuchen, die Verbraucher in ihre Warenhausketten zu locken, lass ich mal so als Randbemerkung stehen. Da stehen wirklich Existenzen auf dem Spiel.

  80. Lain sagt:

    Ich sehe einen zentralen Unterschied zwischen Bauer Huber und der Content-Industrie: Bauer Huber arbeitet jeden Tag hart und verdient sein Geld im Schweiße seines Angesichts. In der Contentindustrie dagegen geht verdammt viel Geld an die Industrie, es bleibt nicht bei den hart arbeitenden, schaffenden Künstlern.

    Ich halte das für eines der zentralen Probleme des Themas. Viele Menschen fragen sich: warum sollte ich eine Industrie subventionieren, die den Künstlern faktisch den Großteil des Gewinnes raubt? Das ist eben auch eine Frage von Moral. Natürlich macht es das vor dem Gesetz nicht besser, aber wenn du schon über Moral redest, so sehe ich das ganz einfach: ich halte es für moralischer, die CD eines Künstlers zu kopieren und dann eine Karte für sein Live-Konzert zu kaufen, anstatt die CD zu kaufen und nicht zum Konzert zu gehen.

    Die Contentindustrie verteidigt vielfach einfach einen unmoralischen Standpunkt. Sie beraubt die Kulturschaffenden ihrer Rechte, sorgt für einen Massenmarkt in welchem Qualität weniger zählt als Absatz, und sie macht die Künstler vollkommen von sich abhängig. Genau deswegen zieht dein Argument mit der Moral nicht.

    Sich zur Kopie zu entscheiden bedeutet eben auch ein Widerstand gegen das System; ein Widerstand gegen die Machenschaften einer Industrie. Und wenn das ohne Verluste des Komforts geht, warum nicht, wenn ich damit ausschließlich demjenigen schade, die ich bekämpfen will?

  81. lexusburn sagt:

    Zuallererst möchte ich mich auch davon distanzieren das man sich Leistungen erschleicht und Musik, Filme, Spiele, Software klaut, respektive nciht rechtmässige Kopien nutzt.

    Das ist nicht richtig und man schadet sich nur selbst, denn wenn man eine Band gut findet und nicht für die Musik zahlt bekommt die Band kein Geld mehr und kann so nicht leben also keine weitere Musik produzieren (auch wenn nur ein kleiner Prozentsatz nur beim Künstler selbst ankommt in den meisten Fällen)…

    Dies gilt ebenso für Filme, Spiele und Software.
    Wenn es einem gefällt, man es nutzen/sehen/hören/spielen will, sollte man es bezahlen, damit man dem Entwickler/Künstler/etc. einen gewissen Tribut für die Arbeit zollt und er seine Arbeit fortsetzen kann.

    Was aber nicht stimmt, ist das jeder Raubkopierer auch für vorlerenen Umsatz steht, denn wenn ein jugendlicher sich CDs kopiert und/oder eine Kopie von Photoshop einsetzt, dann heisst das nicht im Umkehrschluss das er dies auch alles kaufen und bezahlen würde wenn er keine andere Möglichkeit hätte. Das Geld kann man halt nur einmal ausgeben.

    Ich kaufe mir Filme auf DVD/BD die ich sehr gut finde und CDs von Bands die ich sehr gut finde auch gerne mal als Special Edition, weil ich da einen Mehrwert habe: zusätzliche Informationen, Goodies, etc.
    Bands die mich während einer Bahnfahrt aus dem Kopfhörer berieseln während ich ein Buch lese, nur damit ich nicht von anderen Leuten im Abteil abgelenkt/genervt werde, kaufe ich mir für 10 EUR bei iTunes. Mehr ist mir das nicht wert. Die selbe CD kostet bei so manchem Geizmarkt weitaus mehr, obwohl die Songs die selben sind, ich diese aber selber für unterwegs rippen muss, im Auto keine Informationen ausser “Track 1″ angezeigt werden und die Beilagen meist aus einem einfachen Cover und dem Rückblatt bestehen…

    Bei DVDs/BDs die ich nur mal so schauen will (leichte Kost) und mir nicht eine Special Edition wert sind, werden in der Videothek ausgeliehen oder im Sonderangebot gekauft.
    20-30 EUR sind die wenigsten Filme wert, wenn nur der Film auf dem Medium ist (kaum Extras), man zuerst als potentieller Raubkopierer beschimpft wird und man erst 10 Minuten mit teilweise nicht überspringbarer Werbung malträtiert wird.

    Bei Spielen (Konsole) geht es mir ähnlich: Gute spiele kaufe ich gerne sofort. Andere die ich auch interessant finde, kaufe ich später weil sie mir einfach das Geld nicht wert sind.
    Aber auch bei guten Spielen schaue ich genau wo ich diese bekomme, denn es gibt ein ganz großes Problem mit unseren Konzernen (egal ob Musik/Film oder Spiele):

    Sie haben verpennt das die Welt mittlerweile globaler geworden ist und man auch über die Landesgrenzen hinweg sieht.
    Wieso kostet ein neues Spiel bei uns für PS3/XBOX360 59-69 EUR und in GB/USA/Kanada umgerechnet 35-50 EUR?

    Ich denke das trägt nämlich mit zu dem Problem bei…
    DU beschuldigst deine Kunden das die den Wert von Spielen nicht sehen. Ich behaupte das die Konzerne kräftig mit Schuld daran sind, denn sie verkaufen hier Spiele mit 30-50% Preisaufschlag. Und nun komm mir bitte nicht mit Steuern, denn die sind nicht daran schuld.

    Weil einige Leute es gewagt haben Content günstiger aus dem Ausland zu importieren sind die Konzerne dann wach geworden und sahen ihre Felle wegschwimmen.
    Die Lösung dagegen das man beispielsweise in Europa dicke Gewinne einbüsst weil in den USA bestellt wird: Region-Codes.

    Ich denke wenn die großen Konzerne mal ordentliche Preise weltweit nutzen dann werden auch mehr Kunden den wahren Preis der Ware anerkennen.
    Solang es solche Phatasie-Preise gibt kaufe ich mit der PS3 gerne weitaus günstiger im Ausland ein und bin halt gekniffen was DLC angeht.

    Und um nochmal auf deinen Einwurf einzugehen das man früher auch entsprechend für Spiele gelöhnt hat:
    Ich habe früher auch viel am PC gespielt, als es noch Disketten gab. Damals kosteten Spiele zwischen 50 und 100 DM.
    Heutzutage kostet ein neues Spiel für die Konsole in Deutschland 59-69 EUR. Die Umrechnung brauche ich jetzt nicht machen, oder?

    Un auch damals wurden Spiele kopiert. Von Jugendlichen die auch damals vom Taschengeld nicht alles bezahlen konnten. Und wenn sie die Möglichkeit des Kopierens nciht hatten, hätten sie das Geld trotzdem nicht gehabt um sich das Spiel zu kaufen.

  82. Malakay sagt:

    Würde geistiges Eigentum überall auf der Welt so gehandhabt wie in China, dann wäre die Welt der Entertainmentprodukte bei weitem nicht so vielfältig wie sie bei uns ist. Von dieser Sichtweise aus, kann ich deinem Standpunkt nur zustimmen.

    Hier ein paar von meinen Erfahrungen im Umgang mit geistigem Eigentum:

    Bis es iTunes gab, hatte ich kaum Musik, und das meiste war auf MP3s die ich nie gekauft hatte, oder Mixtapes. Seitdem es iTunes gibt, kaufe ich meine Musik ausschließlich online, und ich habe auch bis auf eine Handvoll keine MP3s mehr von Songs für die ich keine Lizenz habe.
    Es hat also meiner Meinung nach sehr wohl mit der Verfügbarkeit des Produktes zu tun, ob und wann sich Menschen dazu bereiterklären, für ein Produkt zu bezahlen.

    Ich war einer der early adopter des iTunes Store, und hatte eine kleine Sammlung and DRM-geschützten Songs, die ich mir dort gekauft hatte. Als ich Details an meinen Accountdaten veränderte, funktionierten auf einmal diese Songs nicht mehr, obwohl der Computer dafür autorisiert war. Also hab ich da hundert oder mehr Euro für Songs ausgegeben, die auf einmal nicht mehr gehen.

    Die hohen Zahlen für Musik-, Software- und Videopiraterie schließen meiner Meinung nach meistens Downloads aus Ländern mit ein, wo es diese Produkte kaum, oder nur zu nicht marktgerechten Preisen gibt.

    Zum Beispiel lade ich mir per Bittorrent regelmäßig die neuen Simpsons- und Scrubs-Folgen herunter. Die gibt es in Deutschland erst in ein paar Jahren, und wenn ich das englische Original will, muss ich mir erst die DVD kaufen. Da habe ich echt keine Hemmungen. Und ich habe schon zehn Staffeln Simpsons-DVDs im Schrank stehen, inklusive dem Simpsons Movie, also ein paar Euros hat Matt Groening schon von mir.

    In meinem Schrank stehen ein riesiger Haufen DVDs, auch Serien. Gerne würde ich mir die auf meinen persönlichen Mediaserver kopieren, um von dort die Filme anschauen zu können, ohne jedes Mal die DVD aus dem Regal zu nehmen. Darf ich aber nicht, weil die kopiergeschützt sind.

    Und jedes Mal wenn ich eine Futurama-DVD ins Laufwerk lege, kommen erst einmal mehrere Copyright-Warnungen, die ich teilweise nicht einmal überspringen kann. Und wenn ich nicht schnell genug am Ende der Folge auf die Menü-Taste drücke, bekomme ich noch einmal eine Textwarnung in Rot auf schwarzem Hintergrund. Zehn mal hintereinander in verschidenen Sprachen! Und das lässt sich nicht unterbrechen!

    Und warum kostet bitte Star Trek – The Next Generation auf DVD pro Staffel € 60-80? Die Serie hat ihre Kosten schon zigmal reingeholt, und vergleichbare Serien gibt es für die Hälfte. Ich kann aber nicht hergehen und bei Paramount anrufen, und mit ihnen handeln, die würden mir was pusten. Zack, die Serie gibts per Torrent, und damit hats sich. Und das ist kein Beispiel dafür, dass ich etwas haben will, was ich mir nicht leisten kann. Andere Serien kaufe ich mir auch auf DVD. Aber ich sehs nicht ein, Halsabschneiderei zu unterstützen.

    Und irgendwie geht mir das nicht in den Kopf, dass ein Haufen armer Schlucker mit ihren ALDI-PCs und DSL-Zugängen einen so zuverlässigen Service wie Bittorrent hinkriegen, und die Filmindustrie keinen ähnlichen Service zu einem vertretbaren Preis hinbekommt. Gibt es natürlich schon, heißt Hulu, und wird auch irgendwann nach Deutschland kommen.

    Und wenn man mal alle Debatten außen vor lässt: Bittorrent ist eine Dienstleistung, die man so praktisch nirgendwo anders bekommt, nicht mal gegen Geld. Jede Menge Medieninhalte, die ich von einem Anbieter herunterladen kann, und das auch noch teilweise sehr schnell. Das ist das Gleiche wie mit Napster damals: Es gab einfach keine Alternative. Und die erste richtig gute Alternative, iTunes, tja die hat sich mächtig rentiert :-)

    Es wird auf jeden Fall noch ein paar Jahre dauern, bis sich da ein wirklicher Konsens entwickelt hat, was genau nun “fair use” ist, und was nicht. Und dieser sollte dann den Menschen auch beigebracht werden. Denn vielen Menschen fehlt meiner Meinung nach völlig das Bewußtsein für geistiges Eigentum. Und ohne Recht auf geistiges Eigentum würden viele moderne Dienstleistungen, wie die Filmindustrie, schnell verschwinden, oder bei weitem nicht mehr die Qualität an Produkten liefern können, wie sie es derzeit tun. Aber die Rechtehersteller müssen sich auch darüber im Klaren sein, dass sich das Geschäft verändert hat.

    Und speziell zu dem Leak von Wolverine (den ich selber nicht gesehen habe), kann ich nur sagen: Das ist ein Problem von Sony Pictures, wenn sie nicht in der Lage sind, einen in der Post Production befindlichen Film vom Internet fernzuhalten. Das wird den CEO mächtig geärgert haben. Ist aber leider sein Problem, wenn die internen Strukturen sowas nicht verhindern können, und hat nix mit den Raubkopierern an sich zu tun.

  83. rkunit sagt:

    hehehe unsere Vulkanier-Freunde würden sagen…”so menschlich primitiv,demzufolge versteht man unter einer primitiven Zivilisation eine sehr naturverbundene Kultur oder Religion auf einer frühen Entwicklungsstufe, mit wenig differenzierten Lebensweisen und einfacher Technik.”
    tja ich wusste ja ..wir sind noch unterentwickelt ..den einfachsten weg gehen..jaja

  84. Iceman346 sagt:

    Ich hab bei diesem Thema immer den Eindruck, dass sich da, ähnlich wie bei den Killerspielen, ein Generationenkonflikt auftut.

    Die Firmen sind relativ festgefahren in ihren alten Geschäftsmodellen und bewegen sich nur langsam auf die Anforderungen der Internetgeneration zu, die ihre Unterhaltung eben schnell, einfach und günstig haben wollen.

    Ich für meinen Teil bin ziemlich zwiegespalten. Einerseits gönne ich den Herstellern ihren Lohn und bin regelmäßiger Käufer in quasi allen Bereichen des Medienkonsums.

    Andererseits sind viele Vorgehensweisen der Industrie einfach völlig unverständlich und teilweise unverschämt.
    - Wohl das leidigste Thema: Raubkopiererspots auf gekauften Filmen. Das ist einfach eine absolute Unverschämtheit am Kunden der grade sein hart verdientes Geld auf die Theke gelegt hat um diese Scheibe zu kaufen.

    - Ähnliches gilt für massive Beschränkungen bei gekaufter Software. Ich will mir nicht in 3 Jahren wenn ich ein altes Spiel wieder installiere darüber Gedanken machen müssen ob die Aktivierungen schon alle weg sind oder gar die Server nicht mehr funktionieren

    - Preispolitik. Ja, ein leidiges Thema, aber im Konsolenbereich find ich die Entwicklung doch arg bedenklich. Während die PC Spiele seit Jahren quasi preisstabil sind (Nein, die haben neu nie um die 50 Mark gekostet seitdem ich zocke und das ist immerhin seit ungefähr 1992) ist der Spielepreis bei den Konsolen innerhalb dieser Generation von etwa 60€ auf mittlerweile 70€ gestiegen. Konsequenz daraus: Seit ein paar Monaten besitze ich eine Kreditkarte und bestelle bei amazon.co.uk, wo man selbst bei absoluten Neuerscheinungen noch locker 20€ sparen kann, Versandkosten bereits mit eingerechnet.
    Und dies bezieht sich auch auf digitale Downloads. Warum darf ich als Deutscher auf Steam für viele Spiele deutlich mehr zahlen als beispielsweise ein Amerikaner? Ich kann mir nicht vorstellen, dass der durchschnittliche Verdienst so extrem unterschiedlich ist. Es ist nunmal mittlerweile ein Leichtes sich über die Preise in anderen Gebieten zu informieren und eventuell gleich von dort zu bestellen. Einheitliche Preisgestaltungen für die westlichen Industrienationen wären hier der sinnige Weg.

    - Und zu guter Letzt der Punkt der mich auch des öfteren zum Raubmordkillerkopierer werden lässt: Fehlendes Angebot.
    Es gibt eine Reihe US Fernsehserien die ich gerne verfolge. Die Chance da aber von Deutschland aus zeitnah legal dranzukommen ist gleich Null. Es existiert einfach kein Angebot dafür von Seiten der Industrie.
    Man hat die Wahl entweder darauf zu warten, dass die Serie irgendwann schlecht lokalisiert auf irgendeinem deutschen Sender läuft (was bei unbekannteren/kleineren Serien auch durchaus mal garnicht passieren kann), nach X Monaten Wartezeit die DVDs zu importieren (was ich dann normalerweise sowieso mache) oder die Dateien innerhalb weniger Stunden nach der Ausstrahlung aus einem beliebigen Torrent Netzwerk zu beziehen.
    Ich kann natürlich schwer beurteilen, wie groß der Markt wirklich wäre, aber hier sehe ich eine große Verwertungslücke der Industrie. Gäbe es ein legales Angebot diese Serien zu einem angemessenen Preis (ich würd sagen so 1-3 Euro pro Folge) und aktuell hier als Download zu erwerben, ich wäre regelmäßiger Kunde. Nur so wie das Angebot besteht habe ich keine Möglichkeit hier der Industrie das Geld zukommen zu lassen welches ich ihnen gern bezahlen würde. Vor dem Hintergrund ist es für mich dann auch nicht moralisch bedenklich die Serien über Bittorrent zu verfolgen. Wo kein Angebot ist kann auch kein Umsatz verloren gehen.

  85. Evil sagt:

    Der Beitrag ist durchaus richtig, dass hier teilweise der Piraterie eben keine Grenzen mehr gesetzt sind. Aber du hast auch gut erwähnt, dass die Musikindustrie eben viele Fehler begangen hat. Anstelle früh auf den Internetzug aufzuspringen, hat man das jahrelang verschlafen.
    Das Problem ist eben leider, dass die MAFIA heute noch immer zuviele Fehler begeht. Alleine diese nervigen Kino-Werbungen. Ich meine, du jetzt persönlich Boris, wenn du ins Kino gehst um einen Film zu gucken, fühlst du dich nicht auch durch die ständige Raubkopierwerbung genervt? ich meine, da ist man schon im Kino, und dann kommt die MAFIA und erhebt den Zeigefinger. Man zahlt, damit man sich noch belehren lassen darf, für etwas, was man garnicht vorhatte. Und das jedes Mal.
    Genauso bei DVDs. Ich wette du hast die Firefly DVD im Schrank, und die hat ja auch so ein nettes Filmchen mit Text dabei. Jedes mal, wenn ich mir auf meinem DVD-Player eine Episode angucken will, darf ich mir also das Video und den Text geben (Video wegdrücken klappt noch mit Umständen, den Belehrungstext dann nicht). Aber ich habe doch die DVD legal gekauft, wieso werde ich also als Konsument im Vergleich zum Raubkopierer schlechter behandelt? Denn DER, der mutwillig das Verbrechen der Raubkopie begeht, sieht sowas nicht. Der hat sich nicht darüber zu ärgern. Wieso müssen also die unschuldigen Konsumenten es ertragen, dass sie ständig belehrt werden. Wo ist die Logik dahinter?

    • dermax sagt:

      Da steckt dieselbe Logik dahinter wie bei Fahrkartenkontrolleuren, die die große Mehrheit der Leute nervt, die sich einen Fahrschein gekauft haben…
      Da steckt dieselbe Logik dahinter wie am Flughafen-Gate, wenn mein Zeuch durchleuchtet wird, obwohl ich kein Terrorist bin…
      Im Vergleich dazu ist es doch harmlos, nur nen Spot überstehen zu müssen, so abwegig wärs nicht, den Leuten sämtliche Aufnahmegeräte abzunehmen.

      Bedank Dich nicht bei der MAFIA, sondern bei den Leuten, die eben gerade das tun, was in den Spots angeprangert wird (im KINO mit der Cam sitzen, die DVD kopieren).

      Nervige Kino-Raubkopier-Werbung… wenn Ihr sonst keine Probleme habt…

      • Evil sagt:

        Wieso vergleichst du Äpfel mit Birnen? Die Belehrung durch diese Spots und aktive Überprüfung auf eine Rechtsverletzugn sind durchaus ein großer Unterschied.

  86. derpiet sagt:

    Boris hat Recht, nur die Diskussion hier geht völlig am Thema vorbei.

    Das Grundproblem ist die fehlende Moral, das fehlende Unrechtsbewusstsein. Wenn ein Börsenmakler 30% der weltweiten Getreideproduktion auf Option kauft, damit die Preise hochtreibt und nach 10 Minuten mit einigen Millionen Dollar Gewinn wieder verkauft, dann ist das sowohl eine ganz üble Sache für die Hungernden in Afrika wie auch ein Paradebeispiel für unmoralisches Handeln. Es gibt Hunderte weiterer Beispiele, die zeigen, daß unmoralisches Handeln oft extrem stark belohnt und dabei vielfach sogar legal ist.

    Ich kann nachvollziehen, daß Klein Hans den Download einer Musikdatei im Vergleich zu den Taten einiger Börsis und Banker als nicht unmoralisch empfindet. Täglich wird uns vorgelebt, daß Moral und Respekt unwichtig sind. Managergehälter, Guantanamo inkl. Begründung für den Irak-Krieg, Spesenskandale im gesamten britischen Parlament, grobe Datenschutzvergehen großer Unternehmen, etc etc. – und dann versucht eine Interessengruppe like MI den potentiellen Kunden zu erzählen, daß sie Moral zeigen sollen?

    Ich glaube, daß wir die Sache viel grundsätzlicher anpacken müssen, wenn wir nicht auf eine kalte, egoistische Gesellschaft hinaus möchten.

  87. derpiet sagt:

    Achja, kleiner Nachtrag:

    Es würde viel helfen, wenn sich Moralvorstellungen und Gesetze wieder etwas annähern würden. Kein Mensch versteht, warum (ehemals verbotene) Folter nun doch wieder sanktionslos möglich ist und warum einige Menschen durch die Ausbeutung Anderer Millarden scheffeln dürfen.

    Die Moral geht den Bach runter und der Bürger macht im kleinen Rahmen fröhlich nach, was ihm von den Oberen vorgelebt wird. Ist das unschön? Selbstverständlich, aber wundern tut es mich nicht..

  88. NekYar sagt:

    Meiner Meinung nach ist das Problem hausgemacht, dadurch das in den Medien seit Jahren ständig für die neuesten Produkte geworben wird ist eben eine Art “Zwang” entstanden stets das Neueste haben zu möchten. Da man das auf Dauer (im Regelfall) nicht finanzieren kann beginnt man ab und an etwas zu kopieren. Und im Laufe der Zeit wird aus ab und an dann ein sehr regelmäßiger Prozess. In anderen Branchen würde man sagen: der Markt ist übersättigt. Eins der Hauptargumente lieferst du ja schon selbst: du hast keine Zeit die ganzen Spiele zu spielen. So gehts den meisten Leuten, das senkt die Hemmschwelle sich die Spiele runterzuladen anstatt zu kaufen natürlich immer weiter. Man muss sich halt auch mal an die eigene Nase fassen. Nicht falsch verstehen: das macht die Raubkopiererei natürlich nicht besser oder soll sie gar rechtfertigen – es ist aber meiner Meinung nach eine ganz gute Erklärung.

    Meckern ist aber natürlich auch immer leichter als Auswege aus der Misere zu finden. Man muss Originalversionen eben noch attraktiver machen – durch Bonusgegenstände oder Gratiskarten wie in Gears Of War 2 zum Beispiel. Natürlich werden auch solche Titel noch massig raubkopiert, für einen relativ kleinen Aufwand kann man so aber doch zusätzliche Kunden gewinnen.

    Insgesamt stimmt mich die Entwicklung aber auch eher traurig, wenn ich mich in meinem Freundeskreis so umsehe gibts tatsächlich immer mehr, die sich in der Richtung garnichts mehr kaufen – oder eben nur Titel, bei denen man dazu gezwungen ist (wie z.B. WoW).

  89. JPS sagt:

    Ich verstehe nicht ganz, warum Du von einer Entwicklung durch billige CD-Brenner und das Internet sprichst. Da Du doch selbst recht aktiv (damit will ich Dir keine Raubkopien unterstellen) die C64 und Amiga Zeit miterlebt hast, müsstest Du wissen, dass das keine neue Erscheinung des Internetzeitalters ist.

    Damals konnte man sogar nach der Schule ins Kaufhaus gehen und auf den dort vorhandenen Geräten seine Copy-Sessions starten. Ich glaube das macht Dir inzwischen kein Media-Markt oder Karstadt Verkäufer mehr mit. Zu der Zeit war es in vielen Läden kein Problem. Und wenn man so einen Laden nicht auf seinem Schulweg gefunden hat, dann wurden eben mehrstündige Kopiersessions bei den Schulfreunden abgehalten, Kleinanzeigen in Fachzeitschriften geschalten, etc.

    Das Internet und die Möglichkeit dieses nun mit einem größeren Personenkreis zu praktizieren, verändert die Situation meiner Meinung nach nur minimal. Wer knapp bei Kasse ist und viel Freizeit hat wird damals wie heute keine oder wenige Originale kaufen – ob sie jetzt bei ihren Freunden aus 500 oder im Internet aus 5000 Titeln wählen können, ist diesem Personenkreis relativ egal. Es wird kopiert und gespielt was gerade verfügbar ist. Das knappe Geld wird in materiele Waren gesteckt.

    Es ist doch auch so, dass eher in dem Bereich (Spiele, TV, Film, Musik) kopiert wird, der weniger geschätzt wird. Sehr gut ist dies in den jeweiligen Internetforen zu beobachten. In Videospieleforen werden Spielekopien verteufelt, in Filmforen eben Filmkopien als minderwertig und verachtenswert angesehen. Kopien aus den jeweils anderen Bereichen werden wesentlich mehr geduldet oder sogar offen besprochen.

    Mein Fazit daraus ist, dass man langfristig eine positive Bindung und Verständnis bei seinen “Stammkunden” aufbauen muss, so dass diese wie oben geschrieben eine Kopie als minderwertig ansehen.

    Gleichzeitig muss aber auch die Bestrafung der ehrlichen Käufer durch nervige Schutzmaßnahmen, nicht abbrechbare Anti-Raubkopie-Trailer, etc. einstellen und im Onlinevertrieb auf faire Preise zurückfahren (die Filmdownloads am XBOX Marktplatz sind IMO z.B. um mindestens 100% zu hoch, wenn man mit der großen Menge an 5-10 Euro Kauf-DVDs vergleicht). Sonst wird das nichts mit der positiven Kundenbindung.

    Bestimmte Personenkreise wird man aber mit keiner dieser Maßnahmen zum regelmässigen Kauf animieren können. Diese muss man dann eben “ausbuchen”, anstatt sich durch sie zu merkwürdigen Maßnahmen und Aktionen (Abmahnwellen, Lobbyarbeit zur Verschärfung der Gesetze, etc.) genötigt zu sehen und dabei auch bei relativ ehrlichen Kunden ein positives Klima und eine gute Kundenbindung zu verhindern.

  90. DK sagt:

    Ich muss gestehen, ich konnte nur die Hälfte der Kommentare lesen, dann bekam ich Kopfschmerzen von den immer gleichen Wiederholungen, aber ich muss auch kurz meinen Senf dazu geben.

    Wenn mir ein Film, ein Spiel oder ein Musik-Album wirklich WIRKLICH sehr gut gefällt, dann möchte ich auch das Original besitzen, mit Handbuch etc. und dem Schöpfer mein Geld geben, als Anerkennung!

    Herr Schneider-Johne, Sie unterstützen mich, wenn ich sage, ich möchte mir Lied XY nicht kaufen, da es mir zu teuer ist. Ok, das mache ich dann auch nicht PUNKT
    oder doch KOMMA?
    denn mir ist es eben keine 5€ wert, sondern gerade mal 50 Cent, dafür kann ich es nicht kaufen, dann lass ichs halt… gut.
    Und jetzt hält mich doch nur EINE Sache davon ab es mir kostenlos zu saugen, die MORAL.
    Wenn die allerdings versagt und ich mir das Lied XY sauge, dann habe ich tatsächlich niemandem geschadet.
    Auch wenn sie dies als Pseudo-Argument ansehen!

    Wenn man Geld nicht scheißen kann (und ich bin mir sicher, mit ihrem Beruf verdienen sie im Verhältnis zu einem Schüler genug, damit dieser das als Geldscheißerei bezeichnet) möchte man sich trotzdem viel gönnen. Ohne die Möglichkeiten des kostenlos Saugens würde man es jetzt einfach lassen (schließlich wurde früher ja nicht so viel geklaut, wie heute gesaugt!) aber da ich es mir kostenlos besorgen kann, tue ich das ohne etwas an der Gesamtsituation zu verändern. Ich habe nur mir einen Vorteil verschafft, niemandem einen Nachteil!

    mfg

  91. JPS sagt:

    Zum Thema iTunes Appstore:

    Entwickler sprechen davon, dass 80% der User Raubkopien nutzen. Daraus leiten einige ab, dass 80% der User Raubkopierer sind, die sich nie oder selten eine App kaufen und günstige Preise nichts bringen.

    Hierzu meine Meinung:

    Die Preise im Appstore sind nicht immer super günstig. Bis auf wenige Ausnahmen handelt es sich z.B. bei den Spielen um sehr simple Geschichten, die man auch als einfaches Flash-Spielchen programmieren könnte. Der Umfang kann seltenst mit richtigen Konsolenspielen mithalten, teilweise fehlt bei den ersten Versionen der Sound oder andere wesentliche Features, die Spielzeit beträgt oft nur 2-3 Stunden, etc. Da sind dann auch $1-$10 für einen personengebundenen Download plötzlich nicht mehr das Megaschnäppchen, sondern einfach ein angemessener Preis. Wobei man immerhin das dem Appstore im Gegensatz zu Download-Musik oder -Filmen zu Gute halten muss: ein Großteil der Softwareprodukte ist angemessen bepreist. Schnäppchen sind gegenüber überteurten Angeboten klar in der Überzahl.

    Im Appstore gibt es keine Demos (hier ein großes Lob an XBLA), Light Versionen erscheinen oft erst Wochen später oder gar nicht, ohne große Suche gibt es oftmals auch keine Videos um das Ganze mal in Aktion zu sehen, Bewertungen sind teilweise offensichtlich gefaked und die 2-5 Bildchen oft wenig aussagekräftig. Wie oft muss ein Käufer wohl daneben greifen, bevor er sich nach alternativen Testmöglichkeiten umsieht?

    Dazu kommt dann noch die Preisentwicklung: Unerfahrene Entwickler senken und erhöhen dort die Preise wie sie gerade lustig sind. Das Einführungsangebot von $3 wird nicht wie angekündigt auf $5 erhöht, sondern plötzlich durch einen $1 Weekend-Sale, etc. abgelöst. Wie oft wird ein durchschnittlicher User dieses Spielchen mitmachen, bevor er beschließt nur noch $1/$2 Angebote zu kaufen?

    Was ich damit sagen will: 80% hört sich brutal an. Davon muss man aber definitiv einen Großteil an Testusern abziehen. Ich würde wetten, dass 3/4 der Raubkopierer die App weniger als 30 Minuten aktiv nutzen. Dazu kommen User die durch die Preisschwankungen erst dann das Original kaufen, wenn es im Sale ist – nicht die feinste Art, aber irgendwie nach ein paar negativen Preissenkungserfahrungen nicht vollkommen unverständlich.

    Auch sollte man beim Betrachten des Appstores die Erfolgsstories nicht ignorieren. Trotz der auf den ersten Blick erschreckenden Raubkopiezahlen gibt es jede Menge sehr erfolgreiche Apps. Nicht wenige der Entwickler konnten effektiv einen höheren drei- oder gar vierstelligen Stundenlohn erzielen. Etliche Apps haben 6stellige Einnahmen generiert – nicht schlecht für Software in der selten mehr als ein paar Monate Entwicklungszeit steckt. Dass natürlich nicht jeder Hobbyentwickler mit 2-3 mittelmässigen Games zum Millionär werden kann ist klar – gerade das sind dann aber oft die Entwickler, welche die Ursache nicht bei sich oder ihrer Software, sondern bei den Raubkopierern suchen.

    PS: Ich selbst habe übrigens inzwischen so viele Apps gekauft, dass die 9 Seiten schon lange nicht mehr ausreichen und dabei über 500 Euro ausgegeben. Dank Appsniper, RSS-Preissenkungs-Feeds und diversen Foren konnte ich dabei Enttäuschungen und Fehlkäufe sehr gut vermeiden. Trotzdem kann ich gut nachvollziehen, dass für einen einfachen User, der keinen Spass daran hat sich intensiv zu informieren, eine Raubkopie die leichtere Lösung ist um eine App zu testen oder den negativen Auswirkungen von Preisschwankungen zu entgehen. Im Gegensatz dazu habe ich z.B. noch nie ein Lied oder einen Film als Download erworben – einfach weil ich dort die Preise für überzogen und nicht angemessen ansehe.

  92. Z3R0B4NG sagt:

    ohne die comments jetzt gelesen zu haben mal mein Senf dazu, ohne Scheuklappen und Schönredefilter:

    Boris du vergleichst Birnen und Äpfel, das wird aber meistens von Leuten gemacht die es einfach nicht verstehen wollen bzw. garnicht verstehen können (weil einfach zu viel Geld auf dem Konto liegt und man in ganz anderen finanziellen Regionen denkt).

    Kopieren ist kein physikalischer Diebstahl sondern ein Copyrightverstoß. Der einzige schaden der hier entsteht ist das theoretisch nicht eingenommene Gewinn der Händler (und damit sind auch nicht die angestellten beim Entwickler gemeint, die haben ihr monatliches Einkommen, es geht hier nur um die Bosse die mit den großen Zahlen um sich werfen).

    Nicht jede Kopie ist gleich ein nicht verkauftes Produkt, die meisten P2P User laden einfach nur runter weil sie es können, würden das was sie saugen aber oft nichtmal kaufen, löschen es nach dem testen auch oft ganz schnell wieder wenn es doch nicht so gefällt (nur dumm wenn die Vollversion nach 2 mal testen abends schon durchgespielt ist!!! Langzeitmotivation und Spielzeit sind gefragt! Der Wochenendshooter ist niemandem 65€ wert wenn nichtmal ein Multiplayermodus dabei ist).

    Natürlich gibt es da auch verschiedene Metalitäten bei den P2P Usern, der eine lädt zum aussortieren was ihm gefällt und käuft sich dann nur die Sahnestücke, der nächste lädt aus Prinzip alles und würde nie auf die Idee kommen freiwillig Geld für binäre Inhalte auszugeben (in dem fall hilft eh nix mehr), Andere haben einfach nur nicht genug Geld um sich auch nur annähernd das zu leisten was Sie gerne haben wollen (ja und im Free TV läuft auch nur noch Schund, was soll man da noch machen um sich kostengünstig und Niveauvoll zu beschäftigen? Den ganzen Tag nen Fußball kicken?)
    Umso mehr Leute entlassen werden umso schlimmer wird die ganze Situation werden, man muss nur die Nachrichten schauen, ich kann da garnicht mehr hinsehen.
    Es wird weiter wegrationalisiert wo es nur geht, die “Finanzkrise” lebe hoch! Jetzt müssen wir nichtmal mehr so tun als würden wir uns schlecht fühlen, die perfekte Ausrede tausende auf die Strasse zu setzen und auf 400€ Jobs und Zeitarbeiter umzustellen die kosten ja nix und sind billig ach und wenn es Probleme gibt ist der Subunternehmer schuld der die heinies verwaltet also kann man uns nichtmal vorwerfen das wir schlecht bezahlen würden….

    Während man vom Staat immer mehr das Geld aus der Tasche gezogen bekommt werden Computerspiele, Musik und Filme ganz schnell zur Nebensächlichkeit und mit der Moral ist es dann auch nicht mehr weit. Ist doch egal wie es gut bezahlten Spieledesignern geht und Multimillionen $Dollar$ Publishern wie EA wenn ich schon probleme habe meine KFZ Steuer oder die Krankenversicherung die gerade beide wieder angehoben wurden zu bezahlen…

    ***

    Die andere Seite der Geschichte ist, als ehrlicher Käufer werde ich inzwischen behandelt wie das letzte Stück Schei*e.
    Warum sollte ich es andersrum dann nicht ganz genau so machen??? Der Kunde ist König war einmal!

    Patches für defekte Spiele kommen nur wenn der Hersteller lust dazu hat (mein beste Beispiel ist immernoch Test Drive Unlimited, auf der Xbox 360 gab es ständig neue Autos per DLC (DLC bringt ja auch Geld), der PC bekam nach SECHS MONATEN einen futzeligen kleinen Patch hingeschmissen für die veröffentlichte Vollpreis BETA Version [ich hab an der open beta teilgenommen und die vorbestellte Vollversion hat 1:1 die selben Bugs gezeigt und 6 Monate hat sich NICHTS getan!]

    Sogar die Cheater werden grundsätzlich ignoriert, da kommt alle Nase lang mal eine News das Blizzard soundsoviel tausend user vom Battle.net gekickt hat und eine Woche später rennen die kiddies beim Baal Run in Diablo 2 wieder mit Map Hack rum.

    Dazu noch die alljährlichen “gekickte Cheater”-News von Microsoft, auch nix andres als Heuchelei und Vorzeigeopfer um PR zu machen um den Kunden das Gefühl zu geben man würde etwas tun.

    Du sagst das es nicht moralisch richtig ist von deinem erdachtem Bauern Nägel in den Weg zu legen? Naja MS macht nix andres mit den Jährlichen Bannwellen aber was sollt ihr auch andres machen?

    Die Kiddis rennen trotzdem nur los kaufen die nächste Xbox Arcade zum schnäpchenpreis und machen gerade weiter mit der Kopiererei, das ist halt der Nachteil wenn die Hardware weniger kostet als 3 Vollpreis Spiele aber meine Vermutung ist sowiso das MS damit nur die Verkaufszahlen zum Weihnachtsgeschäft ankurbeln will.

    PS: wo sind die Demos zu Halo 3, Assassins Creed, GTA4? Oft hat man ja nichtmal die möglichkeit ein Spiel zu testen und soll sich seine Meinung dann wie bilden? Anhand von Werbetrailern? oder anhand von Testern aus der Zeitung die sich nicht trauen weniger als 80% für ein halbwegs Namenhaftes Spiel zu geben weil sie befürchten müssen bei schlechten Wertungen keine Werbung mehr schalten zu können? Nein Danke!

    Nichts davon rechtfertig irgendwas, aber es gibt vielleicht ein paar neue Denkanstöße in den verhärteten Fronten für den ein oder andren.

    Fakt ist jedoch die Kopierer sind nicht diejenigen die ein Friedensangebot machen werden, das KANN nur von der Industrie kommen und solang weiter Abmahnungen und Hausdurchsuchungen bei Jugendlichen gemacht werden, DRM auf die scheiben kommt um den 2nd Hand markt auszurotten und verfahren gegen Pirate Bay von voreingenommenen Richtern behandelt werden wird sich daran nicht viel ändern.

    50% Runter mit den Preisen, angemessene Preise für Spiele die nicht viel bieten (Terminator Salvation, 4 stunden spielzeit 65€ !? Das ist keine 30 wert!) weg mit kopierschutz und DRM, bringt eh nix und kostet nur Geld und lasst die laufenden Gerichtsverfahren fallen, dann würden sicher einige der Käufer zurückkehren da sie das als Friedensangebot ansehen würden.

    Klar wird das nicht passieren… aber man darf ja noch träumen!

    • Dann werd doch Chef einer Spielefirma und mach das alles was du vorschlägst.
      Sorry wenn ich so pampig reagiere, aber solches Posts sind genau das was ich meine – diese hocharrogante Einstellung, daß man als Kunde außer der binären Entscheidung “Kauf ich/Kauf ich nicht” sich jetzt mit einer dritten Nummer “Ich hätts eh nicht gekauft, also darf ich es mir einfach so nehmen” rausredet. Die ist und bleibt UNFUG egal in wievielen Variationen ich sie hier lese.
      Wieso bitte schön soll sich die Medienindustrie durch die Raubkopierer erpressen lassen? Die Geisteshaltung solcher Nicht-Kunden ist die Gleiche wie die eines Terroristen: Ich quäle meinen Partner so lange, bis er auf meine Forderungen eingeht.

  93. Z3R0B4NG sagt:

    Ihr wollt mir echt sagen Spiele sind nicht teurer geworden? Vor 10 Jahren hab ich PC Spiele für 50 BIS 80 DM gekauft, heute bezahle ich 65€ für jedes noch so miese Xbox Game, da kommen noch 20€ an DLC dazu (teils sogar für kram der schon von Anfang an auf die DVD gehört hätte) und zum online spielen darf ich auch nochmal pauschal 60€ im Jahr latzen!

    Nein ist gaaaaarnicht teurer als früher… HA HA HA!

    Und es ändert trotzdem nichts drann das mehr spiele gekauft werden würden wenn die Games billiger wären in der heissen Phase nach release! Nur will die industrie das ja garnicht denn dann würden nur mehr Scheiben verkauft aber nicht mehr Geld dadurch eingenommen. Denkt die Industrie wenigstens, probiert hats ja noch keiner, jedenfalls bei keinem der Top Games.

    Ich weis auch garnicht warum alle immer hin und her im Kreis diskutieren um das Thema LEGAL…
    jeder weis das es illegal ist und moralisch nicht wirklich korrekt, jeder weis aber auch das in der ECHTEN WELT täglich nur so die TerraBytes durch die Leitungen schiessen.

    ES PASSIERT!

    Es wird nicht aufhören!

    Will man nun den 3 Filesharern die den Blog hier lesen einreden dass es falsch ist was sie machen?
    Genauso gut kann man ins Meer pinkeln um den Meeresspiegel zu erhöhen.
    Dadurch gehen die Gewinne der Industriemafia auch nicht nach oben.

    Die Frage ist was kann man dagegen machen?

    Rechtliches Vorgehen wird seit Jahren praktiziert, hat sich die Situation irgendwie entschärft?
    Nein Sie hat sich nur noch weiter zugespitzt! Inzwischen gehen die Leute auf die Strasse wenn so ne dumme Seite wie Pirate Bay dicht gemacht wird und die verklagten werden als Märtyrer für die Bürgerrechte gefeiert!

    Die Situation ist da, alles Heulen und sich gegenseitig als Abzocker und Warez Blutegel beschimpfen bringt rein GARNICHTS…. Klingonen und Romulaner! Das wird so einfach nix.

    Denkt mal lieber drüber nach wie man die Situaton ändern könnte.

    • DU kannst die Situation ändern indem DU nichts mehr ohne Genehmigung kopierst.

      • Z3R0B4NG sagt:

        “Will man nun den 3 Filesharern die den Blog hier lesen einreden dass es falsch ist was sie machen?”

        Die Frage wäre damit also beantwortet -.-
        Selbst WENN das hier jemanden beeinflussen sollte ändert es trotzdem rein garnichts an der Gesamtsituation.
        Das kann NUR die Industrie ändern im großen Rahmen denn die Privatleute bleiben so lang auf ihrer Einstellung sitzen bis sich was merklich ändert!
        Verklagt nur weiter die kleinen Leute, verlangt weiter Unsummen für Games die oft nur noch ein Wochenende intresant sind und benutzt weiter eure Kunden als Sündenbock für alles -> es wird sich auch weiter NICHTS ändern.

        Wenn ihr was dagegen tut eure eigenen Kunden zu kriminalisieren und FAIRE Preise macht werdet ihr sehen das es genug gibt die von der dunklen seite zurück kommen. (erklär mir doch bitte nochmal den Preis der 120GB Festplatte bei der gelegenheit)

        PS:
        http://s6b.directupload.net/images/090531/fi3onngc.jpg
        Ist das Orginal genug für Dich?

        Nur weil ich beide Standpunkte VERSTEHE heist es noch lange nicht das ich ein pöser kopierer bin, bzw. es toll finde.
        Du verstehst die verschiedenen Standpunkte offensichtlich nicht, nur Deinen eigenen.

        • Was um Gottes Willen kann ein anderer valider Standpunkt sein als wenn einer sagt “Mein Zeug kostet so und so viel, kopier das nicht”? Der darf das sagen, der hat das Zeug gemacht! Wenn der Benutzer “Ällabätsch, zahl ich nicht, ich hols mir so!” sagt und mir dann auch noch ins Gesicht sagt, daß sei schließlich sein Recht, dann kann derjenige mich ernsthaft mal.
          Und immer wieder dieses blöde Wort der “Fairen Preise”. Schau dir an, welches Softwarefirmen in den letzten Monaten Leute entlassen haben, weil die Kosten zu hoch und die Einnahmen zu niedrig waren. Dir ist schon bewußt, das an einem Spiel heutzutage hunderte von Leuten über ein Jahr arbeiten? Früher, als Andrew Braybrook ganz alleine ein Paradroid in vier Monaten gemacht hat, war die Kostenstruktur natürlich eine andere. Ein Produkt das 1000 mal aufwändiger ist, aber trotzdem inflationsbereinigt (!) etwa das gleiche kostet wie vor zwanzig Jahren? Starke Sache!

          • Sicho sagt:

            Ich habe über 60 originale (!) Xbox 360 Spiele, rechne ich XBLA mit komme ich auf fast 100.
            Die waren würde ich mal sagen zu 90% auch jeweils das Geld wert, was ich bezahlt habe. Sind auch einige recht teure LEs dabei, vieles auch oft gleich am Releasetag zum Vollpreis gekauft, manches aber auch erst gebraucht oder verbilligt, weil sie mir den Vollpreis nicht wert waren.
            Ich habe auch einiges an Zubehör für meine Xbox 360 – übrigens bereits meine zweite GEKAUFTE – kurzum: ich bin ein zahlender Konsument.

            Und ich bereue auch keinen Cent. Ich kopiere auch keine Spiele.

            Ich würde mal behaupten ich sei ein guter Kunde der Industrie. Neben meiner X360 habe auch auch eine PS3 und eine Wii. X Konsolen sowie XY Spiele verschiedenster Generationen zieren meine Sammlung. Kopiert ist meistens nicht. Es gibt Ausnahmen – beispielsweise ein NES-Modul mit 300 Games drauf … das aber damals uninformierte Eltern einem Kumpel abgekauft hatten um ihrem damals 7 Jahre alten Sohn zu schenken. Oder ein Crazy Taxi für Dreamcast … damals einfach nur ein Experiment weil ich als Technikfreak wissen wollte, ob das kopieren echt so einfach wäre. Gespielt habe ich es nicht. Habe aber vorher sehr viel Geld im Arcadeautomaten von Crazy Taxi hängen gelassen.

            Ich habe mir auch brav ein HDTV-Gerät gekauft, besitze einen Standalone-HDDVD-Player und sogar ein Blu-Ray/HD-DVD Combo Laufwerk in meinem PC mit FullHD-Monitor und anderen Spielereien. Sprich: ich gebe Geld aus für das was ich haben will, oftmals sogar irrationell viel wenn es sich um technische Spielereien handelt.

            Trotzdem werde ich als Konsument ständig und immer wieder – pardon my french – ins Knie gef****! Beispiele gibt’s mehr als genug.

            So habe ich als Luxemburger beispielsweise bei meinem geliebten Xbox Live nicht die Möglichkeit Luxemburg als Land auszuwählen. Also habe ich seinerzeit einfach schnell einen DE-Gamertag kreiert. Nun kann ich mir hier in meinem Land im Laden ganz legal ein Gears of War kaufen, darf aber schön brav auf den DLC verzichten weil der mit dem DE-Gamertag nicht ladbar ist.
            Duke Nukem 3D habe ich seit Jahren auf dem PC, den XBL-Release hätte ich mir theoretisch nicht holen dürfen weil mein Gamertag auf Deutschland läuft. Mit gewissen technischen Tricks gings dann doch (und ich habe für das Spiel bezahlt!) aber das sind bereits zwei ganz gute Beispiele, wo ich als Konsument für etwas zahlen WILL, aber mein Geld scheinbar nicht gut genug ist als dass man sich dafür anstrengen könnte und beispielsweise auch ein kleines Land wie Luxemburg in seinen Service aufzunehmen.

            Als ich vor Jahren mal bei MS nachfragte, warum Luxemburg nicht aufgenomen würde, antwortete man mir mit einer vagen Antwort bzgl. gesetzlicher Lage. Seltsam nur, dass Sony dieses Problem scheinbar nicht hat – mein PSN-Account ist ein Luxemburger Account. Richtig dreist wird’s dann, wenn man bedenkt dass Microsoft hier in Luxemburg einen Sitz hat, um schön von unseren niedrigen Steuern zu profitieren aber gleichzeitig den Einwohnern diess Landes nicht ermöglicht, das Angebot zu nutzen. Das Ganze wird richtig ironisch wenn man bedenkt, dass man bei der Erstellung eines DE-Gamertags einen Vertrag mit Microsoft LUXEMBURG eingeht (siehe AGB-Text)!

            Ein anderes Beispiel: die lieben Blu-Rays und das liebe HDCP. Meine erste BR war Ironman – überteuert gekauft (heute kauf ich nur mehr BRs um 10 Euro) um endlich das BR-Laufwerk in meinem PC auszuprobieren. BR-Laufwerk ist HDCP-fähig, HDMI-Kabel auch, ebenso der Bildschirm (damals hing mein PC noch an meinem HDTV) sowie die Gafikkarte. Nichtsdestotrotz gab’s Troubles mit dem HDCP – irgendwie hatte die brandneue Ironman-Disc auch eine total neue Version von HDCP drauf – ich konnte die Disc trotz schweineteurem Equipment nicht abspielen.
            Der erste Vorschlag der seitens der Software kam, war die Abspielsoftware zu updaten – das würdemich ja auch nur weitere 25€ kosten. In dem Fall hab’ ich drauf geschissen, mir AnyDVD auf den PC getan, den Kopierschutz umgangen um so endlich meine bezahlten Disc abspielen zu können.
            Dieses Beispiel ist nicht neu, Kopierschutz-Probleme gab’s schon immer – der leidende ist nur der Kunde.

            Anderes Beispiel sind Regioncodes: dank Internet und co. WEISS der Konsument heute, was es wo gibt! Dank Internet und co. kann man sehr einfach importieren. Es gibt ihn, den Weltmarkt! Es gibt Globalisation! Also soll die – sorry wiedermal für die Ausdrücke – Rumscheißerei mit Region Codes endlich aufhören! Nintendo ist dem Fall beispielsweise der King of Bullshit – und ich bin eigentlich großer Nintendo-Fan.
            Der Region Code ist ein Beispiel von einer Methode, mit dem der Hersteller nur größere (!) Profite absichern will, welche im Laufe der Zeit dank der technischen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung obsolet wurde. Die Firmen die daran festhalten schaden sich im Endeffekt selbst. Mcirosoft geht den “wir waschen unsere Hände rein und lassen die Publisher entscheiden”-Weg, der OK ist aber nicht ideal, Sony lässt bei Games den RegionCode ganz weg und Nintendo verarscht seine Konsumenten in der Hinsicht.

            Oder man errinere sich mal an die Lik-Sang Sache: die Kundne haben damals für ihre PSPs Geld bezahlt das in Sony Taschen floss! Wir sind im 21ten Jahrhundert, wenn man sich lieberwas in HongKong als in Europa kauft dann sollte das jedermanns gutes Recht sein! die ganze Lik-Sang Story sehe ich als eine der grössten Sauereien der Industrie an – eine Industrie die immer öfters Mafia-ähnliche Züge aufweist.

            Um zur Schlussfolgerung zu kommen: Kopieren ist nicht OK, aber solange zahlende Kunden immer wieder und immer wieder verarscht werden (die obigen Beispiele sind ja nur ein Bruchteil von ganz vielen) werden immer weniger Leute was kaufen (d.h. nicht dass sie auch gleich kopieren sondern einfach mal dass halt kein Geld mehr für die Verarsche ausgegebn wird). Neben Raubkopiererei und Inflation ist DAS nämlich einer DER Gründe für sinkende Einnahmen. Und eine gewisse, unmoralische Raffgier ala “Wir haben dieses Jahr 300 Milliarden Gewinn gemacht, das sind 10 weniger als im Vorjahr also entlassen wir 300 Mann” … sollen froh sein überhaupt noch Gewinne zu machen statt gleich den Wald niederzubrennen wenn’s mal ein Millönchen weniger ist …

            Dabei stehen die verschiedenen Industrien – sei es Filme, Musik oder Games – schon seit Jahren vor Möglichkeiten, die sie einfach nicht nutzen. So gibt’s jetzt seit kurzem Bands, die nach einem Konzert USB-Sticks verkaufen, wo das gerade gehörte Konzert als MP3 drauf ist – ohne DRM. 20€ kostet so ein Stick, der auch noch eine nette Gravur hat usw. und man würde sich wundern wieviele sowas kaufen. Das ist ein Beispiel, wo von den neuen Medien auf kluge Weise Gebrauch gemacht wird. Man bietet dem Kunde was für sein Geld, erzeugt einen Mehrwert dadurch dass er a) eine emotionale Bindung dazu hat (“das ist das Konzert wo ICH selbst da war!!”) b) nicht verarscht wird und c) der Preis sich in akzeptablen Regionen bewegt (schöner Stick plus Musik, Musik kann man sich runterladen und dann auf dem Stick löschen und den dann als normalen USB-Stick weiterbenutzen, die oft schon das Gleiche kosten wie dieser hier mit Musik … super!)

            Ein weiteres positives Beispiel: ich habe mir vor kurzem Tropic Thunder auf BR gekauft – das war eine sogenannte “Digital Copy Special Edition”. Was heisst das? Das heisst nichts anderes als dass neben der BR noch eine DVD beiliegt, die mir die Möglichkeit bietet, eine digitale Kopie des Films auf meinen PC oder sonst ein Device zu spielen. Und das hat nichts mehr gekostet als die normale BR – ebenfalls super!

            Wenn man auf den digitalen Zug aufspringt, hat man neue Möglichkeiten zur Gewinnerzeugung. Microsoft hat’s im Konsolensektor mit DLC und XBLA ja auch vorgemacht.

            Allerdings gibt’s auch wieder viele, die trotz aufspringen auf Digital weiterhin an alten/veralteten Strukturen festhalten. So würde ich mir sehr gerne MP3s bei amazon.de kaufen, allerdings geht das ja nur Deutschland only (witzigerweise ist auch der Amazon Sitz in Luxemburg …). So würde ich sehr gerne mal einen Kindle ausprobieren, allerdings gibt’s den hir nicht … und erste Gerüchte dass EBooks mit Region Codes rauskommen sollen gibt’s auch bereits … nein danke, ohne mich! Da sehen die von mir keine Kohle!
            Klar hat das ganze Region Code / nicht verfügbar in deinem Land etc. was mit Rechten zu tun … aber genau in dieser Rechtevergabe sollte endlich ein Umdenken stattfinden. Das Internet ist ein GLOBALER Ort, da sollte es keine Länderunterschiede mehr geben! Genug Beispiele wo’s klappt gibt’s ja auch.

            Das ist meine bescheidene Meinung zu einem enorm komplexen Thema, das viele Argumente, Meinungen, Fakten, Theorien, Halbwissen und Visionen beinhaltet …

          • Nur zur Erklärung: Xbox Live ist ein Telekommunikations-Dienst, der nationalen gesetzlichen Bestimmungen genügen muß. Deswegen ist ein tatsächlich ein großer Aufwand, Xbox Live offiziell in einem Land gegen Geld anzubieten. Das lohnt sich erst ab einer bestimmten Zahl von Benutzern und deswegen ist Luxemburg zur Zeit nicht möglich – oder Microsoft müßte den paar hundert Usern dort sehr deutlich höhere Gebühren abverlangen. Ist absurd, läßt sich aber nicht ändern. Ist ja nicht so daß Microsoft sich sagt “Die ärgern wir jetzt” sondern daß gesetzliche Bestimmungen die Firma in manchen Ländern zu bestimmten Maßnahmen zwingen. Das ist natürlich dem Kunden schwer zu vermitteln, leider trotzdem nicht wegdiskutierbar.

          • Sorcy sagt:

            “Microsoft – die einzige Firma auf der Welt, die keine Lobbyisten hat”.

            Ich lach mich scheckig.

          • Rabenfeuer sagt:

            Wenn es nach einem Gesetzentwurf zweier EU-Kommissare geht, sollen ja demnächst Bugs in Spielen bzw. Software einen Umtausch gerechtfertigten (Quelle: http://www.gamestar.de/hardware/news/software/1955969/bugs_in_spielen_bald_garantiefall.html). Hört sich für mich als Konsumenten bzw. oft selbst unfreiwillig zahlendem Beta-Tester wunderbar an und ich hoffe sehr, dass das auch durchgeht. Nicht dass ich in irgendeiner Weise sagen möchte, dass der “Schrott” den uns die Industrie oft verkauft, das Kopieren desselbigen rechtfertigen würde, denn mir persönlich ist ein groß angelegter Boykott der verantwortlichen Firmen bei weitem sympathischer. Schlussendlich kommt auf den ersten Blick vielleicht das Gleiche raus (die Firmen erhalten weder in dem einen noch in dem anderen Fall Geld), aber zum einen ist ein Boykott eher moralisch vertretbar, zum anderen würde sich vielleicht etwas ändern. Obwohl, an den Osterhasen glaube ich auch nicht mehr.

            Für mich persönlich ist die Idee einer “Kulturflatrate” die, wenn auch nicht perfekte, aber dennoch beste aller Lösung. Zurzeit habe ich ein Napsterabo und meine DVDs lasse ich mir von Lovefilm schicken, was mich in etwa 33,-€ im Monat kostet. Für manchen ein stolzer Betrag, aber z.Bsp. ein paar Zigarettenschachteln im Monat schlagen wahrscheinlich mehr zu Buche, und so hoch müsste es ja auch nicht sein. Zudem könnte es man ja auch mit der GEZ-Gebühr verrechnen. Doch die Industrie verweigert sich, wohl weil man denkt, man könne noch höheren Profit einsacken. Aber eine “Kulturflatrate” hieße ja nicht zwangsläufig, dass man die Sachen nicht im Laden auch noch weiterhin kaufen könne, in einer schönen Hülle, vielleicht mit Extras und zu einem günstigeren Preis. Jedenfalls würde das der ganzen Sache die Schärfe nehmen und das leidige Thema der Kriminalisierung der Kunden beenden. Es müssen nur alle Seiten wollen. Ein wenig Federn lassen würden alle, aber es wäre nicht so schmerzhaft, wie jetzt.

            Im übrigen, lieber Boris, manchen Plattenbossen wäre es lieber, Du würdest Deine CDs nicht für den iPod rippen, sondern die Songs noch einmal im Store kaufen (http://www.tomshardware.com/de/deutsche-musikindustrie-will-recht-auf-privatkopien-ganz-kippen,news-7234.html). Also halte Dich gefälligst in vorauseilendem Gehorsam daran, denn ansonsten machst Du Dich ja völlig unglaubwürdig ;-) .

          • Dilanor sagt:

            Naja, diese “Initiative” der EU dürfte, soweit ich das bisher verfolgen konnte, keine Auswirkungen in Deutschland haben. Der Richtlinienentwurf sieht vor, daß der Erwerb von Software dem normalen Kaufrecht unterstellt wird, sprich mit 2 jähriger Gewährleistung etc. Das ist in den anglo-amerikanischen Rechtssystemen nicht der Fall, weil man dort von Lizenzverträgen ausgeht – sprich eine Unterform der Miete. Im deutschen Recht unterfällt der Kauf von Software, egal ob Download oder DVD, sowieso dem Kaufrecht und unterliegt sowieso der 2 jährigen Gewährleistung. Es ist also überhaupt keine Neuerung für Deutschland. Schon heute sind Bugs Mängel und lösen Gewährleistungsverpflichtungen aus, soweit sie erheblich sind. Insgesamt also viel Lärm um gar nichts.

          • async sagt:

            Ich stimme dir vollkommen zu! Genau diese Dinge stören mich auch und genau diese Dinge werden in den “Industrie macht 3 Mrd Gewinn” oder “Raubkopierer setzen Kinoindustrie zu” News nie angesprochen.

            Wobei ich zum Thema Kino noch sagen muss: Die “Hollywood-industrie” hat letztes Jahr einen Rekordumsatz gemacht – die Kinos sterben aber. Schuld sind dann die Kopierer… (?!) Ich vermute einfach (habe das auch von einem Kinobesitzer bestätigt bekommen), dass die Verleiher immer mehr für die Filme wollen, die Kinobesitzer dadurch weniger Gewinn haben oder die Preise erhöhen und dadurch weniger Kunden haben.

          • Die Umsätze steigen im wesentlichen durch DVD-Verkäufe auch von alten Titeln. In Deutschland beispielsweise gehen die Zuschauer-Zahlen im Kino zurück und der Pro-Kopf-Umsatz scheint auch zu fallen – weniger Popcorn-Verkauf sozusagen.

          • AnZy sagt:

            Aus welchem Grund?

            Weil es Downloads gibt?

            Oder weil man fuer einen einzigen Kinobesuch locker 30 Euro im Kino laesst? So incl. Karte, Parkhausgebuehr, Popkorn und Coke?

            Als ich bei AvP2 nach vielen, vielen Jahren mal wieder im Kino war, war ich schockiert, wie viel Geld ich ausgegeben habe!

            Das Kino ist und bleibt ein Erlebnisort, und kein Download und keine DVD kann das Erlebnis bieten, dass man in einem voll besetzten Kinosaal hat.

            Nur die Preise sind mitlerweile dermassen abgehoben, dass es keinen Spass mehr macht!

            Nicht, dass ich es mir nicht leisten koennte, aber bei 30 Euro ueberlegt man sich, ob man das Geld nicht lieber anderweitig investiwert.

  94. Z3R0B4NG sagt:

    auch ein sehr intresanter Artikel zu dem Thema:
    http://tim.oreilly.com/pub/a/p2p/2002/12/11/piracy.html

    • Der Artikel ist sieben Jahre alt. Die Situation hat sich inzwischen deutlich verändert; Tim geht immer noch vom Guten im Menschen aus, das wurde aber leider nicht bewahrheitet.

      • Z3R0B4NG sagt:

        Der Mann redet auch mehr aus der Sichtweise der kleinen Unternehmen die um jeden Kunden froh sind und die Kopiererei als Mundpropaganda dankend annehmen.
        Während MS es nur noch lästig ist (ohne Raubkopien von Windows und Office wäre MS heute auch nicht da wo sie sind!).

        Und in 7 Jahrn hat sich was geändert?
        Die Bandbreite?
        Die Auflösung der Bildformate?
        jetzt wird halt .mkv anstadt .avi geladen.
        Die P2P Programme?
        Die Konsolengeneration?

        Aber nicht die Einstellung der Leute, egal ob Pro oder Contra.

        Jetzt gibt es zusätzlich noch Abmahnanwälte die meine Kumpels anzeigen und 800€ verlangen weil die Freundin EIN Album runtergeladen hat (erst vorgestern!).
        Das wäre dann Nummer 2 in meinem Bekanntenkreis, bei dem ersten hat sogar das BKA die Rechner direkt Zuhause abgeholt (WEIL ER PORNOS IN EMULE GELADEN HAT !?!?!)
        Beide sehe ich als ehrliche Käufer an die halt auch mal was runterladen.
        SCHWERVERBRECHER!

        Auf der andren Seite gehen die Leute inzwischen auf die Stasse um FÜR PirateBay zu demonstrieren.

        Geändert hat sich nur das die Fronten sich weiter verhärtet haben, einer Lösung ist man aber keinen Schritt näher gekommen.

        • Das Argument “ohne Raubkopien wäre Microsoft nicht da, wo sie heute sind” ist ein ziemlich beschissenes, falsches und auch noch blödes. Das wird immer so dahin gesagt, ohne irgendeine Form von statistischen Beweis zu haben.
          Und “ehrliche Käufer die ab und an mal was runterladen” ist so wie “ehrliche Käufer, die nur abundzu einen Apfel im Laden mitnehmen”.

          • Yoshi sagt:

            Von wem hat Microsoft denn Windows kopiert? Von Apple. Und MS-DOS war auch nur eine Kopie von CP/M.;)
            Die EU hat schon mehrere Milliardenklagen gegen Microsoft verhängt, Micrsoft verhält sich moralisch auch nicht so viel besser als seine User.

          • Natürlich darf jeder eine eigene Meinung haben – aber die EU Milliardeklagen haben nix damit zu tun, daß irgendwer was von irgendwem kopiert hat, sondern das Oracle, Opera und andere sauer sind, das ihre Produkte Windows nicht beiliegen oder das Windows Funktionen hat, die diese Produkte gerne verkaufen würden. Kommt die EU langfristig damit durch, ist das ein Verbot an Microsoft, seine Produkte mit Funktionen zu verbessern, die vielleicht irgendwer anders gerne verkaufen würde. Das ist genau das Gegenteil von dem, was die EU will: Kundenfreundlichkeit.

  95. sonnendeck sagt:

    Keine Ahnung warum immer alle auf den Kopierschutz rumreiten. Meine MP3 Dateien die ich von Musikload oder Itunes gekauft habe konnte ich auf CD brennen ganz legal und ganz legal dann ohne Kopierschutz überall importieren. War für mich nicht schlimm, schneller als LP´s auf Kassetten kopieren.

    Kopierschutz von Spielen, fand ich immer seltsam warum sich Leute drüber aufgeregt haben, eigentlich spielt man ein Spiel stellt es dann in den Schrank, selbst wenn ich nur 5 mal kopieren darf, sind das bei einer Hardware Langlebigkeit von einem Hardcore Spieler von 18 Monaten, in Summe 7 einhalb Jahre. Ob die dann vorherrschende Hardware dann den Zustand X von vor 7 Jahren simulieren kann ist eher fraglich.

    Zu Raubkopien bzw die Begrifflichkeit Piraterie in dem Zusammenhang, den hat man sich so um 1998 zu gelegt als DSL aufkam, die Begründung war Kopien von Musik, Filmen oder Programme schadet keinen sondern man nimmt von der bösen Industrie. Es gab da solche Mär´n z.B. von Microsoft die “niemals nie” so gross geworden wären, hätten Sie nicht aktiv Raubkopien von ihren Programmen wie Dos oder Windows unterstützt. Spiele würde nur deshalb als Kulturgut existieren, weil in den 80´gern Raubkopien dieses Medium dazu transportiert haben, in 80´gern gab es mal eine kurze Zeit Rechtsfreien Raum, da gabs so eindeutige Angebote in der Happy Computer, Kassette mit Spielen für 10 DM, die sind dann schnell verschwunden. Die Wahrheit war wir haben die Spiele abgetippt oder uns die mit Freunden zusammen gekauft und zusammen gespielt.

    Die Wahrheit ist, wenn du Musiker, Spieldesigner, Filmschauspieler, Cutter, Toningenieur usw. bist verdienst du nicht wirklich sehr viel, das sind nur die wenigsten die in Villen wohnen. Viel mehr verdienst du nur unregelmässig, weisst nie wann dein Geld kommt, ob es die vereinbarte Summe ist und wann das nächste Projekt vor der Haustür steht.

    Mich ärgert es z.B. masslos das jetzt wieder so eine neue Variante von ich belüg mich selbst und kopiere, weil …. das neuste weil heisst, mit CD´s machen Band´s kein Geld mehr, sondern nur noch mit Konzerten.

    Zeigt mal Respekt vor den Leistungen anderen Menschen, jeder regt sich drüber auf wenn er bei einer Firma arbeitet die z.B. Fenster herstellt und diese werden in China 1:1 kopiert und in der Firma müssen die hälfte der Belegschaft gehen. Bei Filmen, Musik und Spielen wird da auf einmal eine andere Messlatte angelegt da spricht man dann von Kulturflat Rate usw … wacht mal auf und reflektiert eure Leistung in so ein gebilde und ob ihr wirklich in einem Umfeld arbeiten wollt in dem es z.B. eine Fensterflatrate gibt anstatt das ihr wie bisher für eure Leistung und Errungenschaften bezahlt werdet …..

  96. N1d3L sagt:

    Also ich kann dem Artikel nur zustimmen. Allerdings finde ich, dass sich die Diskussion erübrigt. Es ist so als würde man mit einer Wand reden, denn ja die Fronten sind extrem verhärtet. Denn Leute die kopieren um jeden Preis nicht als falsch empfinden, werden sich nie umstimmen lassen. Es tut schlicht und ergreifend nicht weh genug. Und wenn ich ehrlich bin, haben alle nur glück, dass seitens der Hersteller von egal welchem Medium keine Kriminalisierung der Massen stattfindet. Denn die Konzerne hätten sehrwohl das Recht bei jedem Lied jedem Spiel etc. das kopiert wird die eigenen Rechte geltend zu machen. Zur Zeit muss man dafür den Bogen aber auch sehr überspannen. Ich denke es ist so als gäbe es auf den Straßen weder Blitzer noch die Polizei. Nur sehr wenige würden sich an Geschwindigkeitsbegrenzungen halten, mit dem Spruch auf den Lippen “Es fahren sich nur die anderen Tot, und ich schade niemandem” – bis der erste Fußgänger dran glauben muss, denn dann tuts weh!

    Allerdings möchte ich eine kleine Einschränkung zu den Kommentaren loswerden. Ich denke niedrigere Preise (ob das möglich ist sei hier mal dahingestellt) könnten doh etwas ändern. Ich kaufe mir meine Spiele immer gebraucht, weil ich nicht einsehe, dass ich für guten, aber zu kurzen Spielspaß 60 Euronen ausgeben soll. Das heißt der eigentliche Hersteller bekommt keinen Cent von mir für seine Software, legal! Es fühlt sich beim erwerber nur wie ein wesentlich günstigerer Preis an, wie auch bei mir. Und ich hole mir wesentlich öffter Spiele, als wenn ich sie zum vollpreis erstehen müsste.

    Doch wahrscheinlich ist auch die mittelmäßige (ich will das Wort schlecht hier mal weglassen) Qualität mancher Titel und das ständige wieder aufwärmen von Titeln auch ein hausgemachtes Problem. Denn für kreativität ist wohl zu wenig Geld da, das würde sich aber ändern lassen, wenn mehr Leute Software kaufen. Aber ob die Firmen dann was ändern ist auch fraglich, Vielleicht wird die Kuh dann richig gemolken.

    Ich denke unterm strich wird sich nichts ändern. Wir werden mehr mittelmäßige Software bekommen, und die Hersteller werden sich über da kopieren beklagen. Alle sind unzufrieden – wir habens echt weit gebracht. So, ich werf jetzt meine Box an, das Wetter ist viel zu gut um rauszugehen ;-)

  97. ro sagt:

    @Frybird:

    “Spiele werden immer teurer. Nichtnur das man das gleiche Zahlt, aber zunehmend weniger zum Spielen bekommt (was mit der aufwendigen aktuellen technik zumindest zu erklären ist), aber jetzt hat jedes zweite Spiel teures DLC, das man früher entweder gratis bekam oder für etwas mehr Geld, aber in VIEL eleganterer Ausführung als Expansion Pack.”

    Nope. Spiele werden nicht teurer. 1980 oder 1981 habe ich mir Pitfall 2 gekauft, damals für 130 Mark. Für das Atari VCS. Yup, darfste gerne mal umrechnen.

    @Quickie:

    “Der Kühlschrank ist für viele Leute eine willkommene Entschuldigung, einen unausgesprochenen Pakt zu brechen und sich Leistungen zu erschleichen.

    [...]

    Den Beweis für diese amüsant klingende Theorie liefern Kühlaggregate und das Stromleitungen: Auf einmal kann man sich Eis, Kaltes Wasser, Yoghurt einfach so zusammeneinfrieren.”

    Der Vergleich ist Mumpitz. Um sich etwas einzufrieren, muss man es erst kaufen.

    @Lain:

    “Ich sehe einen zentralen Unterschied zwischen Bauer Huber und der Content-Industrie: Bauer Huber arbeitet jeden Tag hart und verdient sein Geld im Schweiße seines Angesichts. In der Contentindustrie dagegen geht verdammt viel Geld an die Industrie, es bleibt nicht bei den hart arbeitenden, schaffenden Künstlern.”

    Das ist in meinen Augen ein Scheinargument, das gerne zur Rechtfertigung gebraucht wird. Auch, wenn die Industrie verdammt viel Geld kriegt, so geht doch etwas an die hart arbeitenden, schaffenden Künstler.

    “Sich zur Kopie zu entscheiden bedeutet eben auch ein Widerstand gegen das System; ein Widerstand gegen die Machenschaften einer Industrie. Und wenn das ohne Verluste des Komforts geht, warum nicht, wenn ich damit ausschließlich demjenigen schade, die ich bekämpfen will?”

    Das ist ziemlich absurd. Widerstand gegen ein System? Ich persönlich kaufe meine CDs direkt bei den Labeln beziehungsweise deren Webseiten. Dann geht alles direkt an die und nicht an das System. Beim Raubkopieren geht gar nichts an niemanden.

    @derpiet:

    “Das Grundproblem ist die fehlende Moral, das fehlende Unrechtsbewusstsein.”

    Danke. Genau das ist es. Zeigen mir Kommentare wie

    @DK:

    “Ohne die Möglichkeiten des kostenlos Saugens würde man es jetzt einfach lassen (schließlich wurde früher ja nicht so viel geklaut, wie heute gesaugt!) aber da ich es mir kostenlos besorgen kann, tue ich das ohne etwas an der Gesamtsituation zu verändern. Ich habe nur mir einen Vorteil verschafft, niemandem einen Nachteil!”

  98. Yoshi sagt:

    Durch Verbote lassen sich Kopien nicht verhindern, nur ein Umdenken in der Gesellschaft kann dazu führen, dass die Menschen erkennen, dass ein digitales Produkt genauso einen Wert hat wie ein Liter Milch.

    Wenn jeder nur noch kopiert, darf man sich nicht wundern, wenn die eigene Arbeit den Arbeitgebern bald auch nur 2 Euro die Stunde wert ist.
    Wenn alles umsonst zu haben ist, ist Arbeit nichts wert und wer arbeiten geht ist der Dumme.

    Hinter diesen Spielen stecken Menschen, die jeden Tag hart arbeiten und eine Familie zu ernähren haben.
    Jeder Mensch sollte freien Zugriff auf das Wissen dieser Welt haben, aber Computerspiele sind nichts lebensnotwendiges. Wenn sie einem das Geld nicht wert sind, kauft man sie einfach nicht.
    Wenn mir eine Kinokarte zu teuer ist, geh ich auch nicht ins Internet und saug mir den Film dort runter.

  99. robotologist sagt:

    Mich macht das ganze wirklich wütend. In meiner Freundesliste hab ich Leute, die ohne schlechtes Gewissen einen Titel nach dem anderen saugen mit dem Argument: “So zum durchzocken passt’s, zu teuer zum kaufen”

    Wenn ich mir überlege, dass ich mir jedes Spiel quasi vom Mund abspare, im Laden stehe und 15 min überlege wofür ich mein sauerverdientes Geld liegen lasse und mich dann zuhause wie ein Schnitzel freue, ein neues Spiel im Regal stehen zu haben und dann sehe, wie andere sich *alles* übers Netz ziehen und einen Titel nach dem anderen konsumieren krieg ich wirklich Magenschmerzen.

    Wenn ich dann den Zeigefinger erhebe und darauf hinweise, dass das überhaupt nicht ok ist kommt der Kommentar: “Kannst deine Xbox ja auch flashen lassen” und auf Unverständnis stoße weil ich das komplett ablehne verstehe ich die Welt nicht mehr.

    Es ist einfach nicht fair, nicht nur den Produzenten gegenüber sondern auch den ehrlichen Käufern.

    Spiele waren schon immer teuer, auch damals man auch bis zu 150 Mark für ein Konsolenspiel hingelegt.

    Ich trinke sehr gerne Single Malt Scotch, die Flasche ab 40/50 Euro aufwärts. Wenn ich kein Geld dafür habe kauf ich mir keinen aber ich würde nicht auf die Idee kommen, mir den einfach so zu klauen. Bei Spielen ist es imho das Gleiche.

    Außerdem leidet die Qualität des Spielerlebnisses imho erheblich unter Raubkopien. Ich war auch mal jung, habe auch einen C64 und einen Amiga gehabt mit weißnichtwievielen Disketten. Hab ich davon eines wirklich gezockt? Nein. Die schiere Masse hats nicht möglich gemacht. Was nutzen mir 50 gebrannte Spiele wenn ich vor lauter Masse nicht dazu komme eines wirklich zu zocken?

  100. SamHain sagt:

    Die Unterhaltungsindustrie hat den Pakt zuerst gebrochen, als sie mit der Einführung güstiger optischer Medien eine Preissenkung versprach.

    Und was ist? Neue Album teilweise 18Eur, neue Filme auf DVD 24EUR, Blueray ganz zu schweigen. Sind höchstens teurer geworden. Tja, da steigen die meisten Konsumenten eben aus. Wer kann sich denn pro Monat mehrere Filme und Alben leisten? Lösung: Verzicht oder Schwarzkopie.

    Als ich ein neues Album das ich mal hören wollte für 18 EUR im Promarkt sah, dachte ich mir, gehts noch? Habs dann per Inet “Probegehört” und musste es unbedingt haben, Verzicht unmöglich. Was nun?

    Zufällig bei Amazon gesehen für 12EUR! Zugeschlagen ohne zweimal nachzudenken! Was zeigt mir das? Das ich durchaus bereit bin für gute Unterhaltung gutes Geld zu zahlen, aber ausrauben lasse ich mich nun doch nicht!

    Insofern muss ich den Schwarzen Peter ähh Verzeihung, farbigen Peter mit Migrationshintergund an die Industrie zurückgeben.

    Zum Thema Musik: eine mp3 hat keinerlei Wert, sie ist kein Gegenstand und die einzige Dienstleitung ist die, den Download bereitzustellen. Deswegen sehe ich es nicht ein, dafür Geld zu verlangen und Leute zu kriminalisieren.
    Die Interpreten verdienen ihr Geld mit dem Angebot tatsächlicher Güter und Dienstleistungen: CDs (mit Booklet o.ä. eben für diejenigen, die Wert darauf legen), Live-DVDs, Konzerttickets, Merchandise.

    Ansonsten: sich darüber aufzuregen wenn man nichteinmal in der Branche tätig ist, ist geradezu lächerlich und ich wage zu behaupten in den allermeisten Fällen im bloßen Neid begründet, warum “ich als aufrechter Bürger” für etwas zahle, das andere folgenlos umsonst bekommen.

    • Jürgen sagt:

      @SamHain:

      Eine MP3 hat keinen Wert? Wenn ich die Leute immer höre, die den Wert einer geistigen Sache auf eine materielle Ebene ziehen und verrechnen wollen, dann erkenne ich leider, dass die überhaupt NICHTS verstanden haben.

      Natürlich ist eine MP3 nichts physikalisches, aber sie ist eine Aneinanderreihung von Daten, die zusammen ein Musikstück ergeben. Dieses Musikstück gibt Dir als Konsument doch etwas, wenn es Dir gefällt. Erbauung, gute Stimmung, Coolness, Vollgas-Gefühl auf der Autobahn (oder auf der Wiese des Bauern Huber), etc. – ist das etwas *nichts* wert?

      Sich diese Musikstücke auszudenken und zu produzieren, diesne Mehrwert bereitzustellen – ist das etwa *keine* Arbeit? Nichts wert?
      Dann denk dir Dein schöne Musik halt selber aus – wenn Du es kannst.

      Dasselbe gilt für ein Spiel, welches man sich virtuell auf die Platte zieht. In viel zu vielen Fällen leider ohne die Macher dafür zu entlohnen.

      Was soll das immer mit dem, entschuldigung, *scheiß*-materiellen Herstellungswert?
      Wenn ich eine künstlerische, sehr gelungene Zeichung auf ein Blatt Papier zeichne, die sonst niemand hinbekommt, sage ich einem kunstinteressierten Käufer auch nicht, dass die nur 5 Cent kostet, weil das Papier nur diesen Wert hat. Analog ist das mit dem digitalen Datenträger nichts anderes, der die MUSIK=KUNST beinhaltet.
      Es zählt vor allem der GEISTIGE, ideele Mehrwert, der nur zu gerne für polemisches Pseudo-Argumente übersehen wird.

      Klingt vielleicht hart, aber wenn die Leute das nicht zu würdigen und zu schätzen wissen, dann hat diese Gesellschaft, die ja ach so “uneigennützig” auf kostenlose Kulturverbreitung pocht, wertvolles Kulturgut NICHT verdient.

      Wie ich hier schon öfter sagte: Man kann sich etwas nicht leisten? Schade, aber zum Glück zwingt einem auch niemand etwas zu kaufen. In der Zwischenzeit kann man in Ruhe warten und sparen. Ach nein, das galt ja für die “echte” Welt, oder die “gute alte Zeit”, wo dich jeder kannte. Seit dem Internet sieht das anders aus und wer das leugnet oder schön redet verarscht sich selbst:
      Gelegenheit macht Datendiebe.

    • wombat sagt:

      Was willst Du eigentlich?
      Schonmal überlegt, wie sich die allgemeine Preissteigerung (Stichwort “Inflation”) seit dem Versprechen der Einführung “günstiger optischer Medien” vor ca. 25 Jahren entwickelt hat? Damals kostete der Liter Benzin auch nur 80 Pfennige. Wenn Du die heutigen CD/DVD-Preise auf 1985 zurückrechnest, wirst Du irgendwo bei 5-10 Euro ankommen. Ist das immer noch “viel zu teuer”?

      Sorry, ich komme aus einer Zeit, in der man anstandslos für eine stinknormale Kauf-VHS 129,- DM und mehr bezahlt hat (kein Witz!), da bin ich mit durchschnittlich 10-20 Euro für ne weitaus bessere DVD ganz zufrieden…

      “Verzicht unmöglich. Was nun?”
      Was soll das denn bitte heißen?
      Ich würde auch lieber nen schönen 7er oder ne S-Klasse fahren und BMW oder Mercedes würde ein Auto mehr oder weniger sicherlich auch nicht weh tun, aber trotzdem klaue ich mir nicht einfach einen beim Händler vom Parkplatz, oder?
      Wahnsinn…

  101. wlanboy sagt:

    Leider hat Boris, Sony und Co Recht.
    Viele Raubkopierer würden sich die Spiele kaufen, wenn sie sie nicht ohne Risiko so stehlen könnten.
    Warum ich das denke?
    Sucht man deren Foren findet man immer nach einem Patch 10000ende Beiträge wann denn nun endlich der *rack kommen wird.

    Also das Spiel ist schlecht, niemand will es haben, man schaut es sich doch nur kurz an.
    Aber warum sind dann 100000de nach einem halben Jahr, nach dem 5ten Patch dann immer noch auf der Suche nach einem *rack, damit sie weiterspielen können?

    Ich habe auch ein Recht auf einen Plasma-Fernsehr. Unverschämterweise kosten die viel zu viel. Herstellungskosten sind vielleicht 50%! Also gehe ich jetzt in den nächsten Blödmarkt und klaue mir einen.
    Macht natürlich niemand, weil man dann großen Ärger bekommt.

    Aber die Plasmas sind doch zu teuer. Der Blödmarkt verkauft doch so wieso zuviel. Merken die gar nicht.

    Machen wird es aber keiner. Weil es dann Konsequenzen geben wird. Und ausbaden dürfen es in beiden Fällen die ehrlichen Käufer.

    C64 und Atari sind durch Raubkopierer pleite gegangen. Einige Spielehersteller gibt es jetzt auch nicht mehr.

    Aber vielleicht sollte man das auch aus der Sicht der Sucht sehen. Es gibt sicherlich viele, die von den Downloads abhängig sind.
    Ich selbst kann nicht verstehen wie man jede Woche mindestens zwei Spiele und zwei Kinofilme und 5 Alben haben muss. Sozusagen als Droge. Unter 100GB im Monat kommt der Süchte unter seinem Level und dreht dann durch.

    Ich habe immer genügend Geld für den Kinobesuch und für meine Spiele. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich nur 1mal im Monat ins Kino gehe und auch nur höchstens alle 2 Monate ein Spiel kaufe.
    Mehr schaffe ich schon nicht. Ok Star Trek habe ich mir zweimal im Kino angesehen. Aber so etwas wirklich selten.
    Man kann doch das ganze nicht mehr genießen, wenn man sich täglich einen Kinofilm ansieht…

    So gesehen tun mir dir Raubkopierer auch leid, in ihrer Sucht gefangen sind sie eigentlich nur noch erbärmlich, wenn sie nicht gerade Jobs in der Spielebranche vernichten würden.

  102. wlanboy sagt:

    Eine Frage an die Kopierer:

    Wenn die ganzen Sachen die ihr klaut keinen Wert habt, warum müsst ihr sie dann unbedingt haben?

    • Bash sagt:

      Weil “umsonst” selbst bei Menschen für Konsum sorgt, die das Produkt für 1 Cent nicht kaufen würden.

      Das ist wie mit dem Gratis-Würstchen im Supermarkt. Das ist auch nicht “umsonst”, weil der Verkäufer die Kosten dafür über eine Umlage auf den Preis der Packung Würstchen wieder reinholt, aber er sagt “Gratis-Probe” und selbst die Leute, die auch in den nächsten 20 Jahren kein einziges Würstchen kaufen werden, und dies auch nicht wollen, kommen an und nehmen sich eins.

      Selbst einem Veganer schießt dann kurzzeitig das neuronale Netz im Hirn quer, bis er sich selbst wieder im Griff hat und dran erinnert, dass er keine Würstchen mag. Oder essen will.

      Von daher: die Frage gilt nicht. Die Frage muss immer sein: wenn Du Spaß dran hast, dieses Produkt für umsonst zu genießen, warum hast Du nicht den verdammten Anstand, dafür auch noch was zu bezahlen?

      Wenn’s toll ist, gehört es sich, dafür zu bezahlen. DAS ist der Knackpunkt. Fehlende Moral beim Entlohnen der Künstler.

  103. Velcanoy sagt:

    Ich denke das ganze Problem liegt einfach daran, dass die derzeitigen Märkte für Games und Musik vorallem in Deutschland zu unattraktiv geworden sind.
    Es geht keiner mehr in den Laden und kauft sich ein Album für teilweise 16.99, für ein ganzes Album, von denen man wohlmöglich eh nur ein paar gut findet. Dann hört man es sich wohl doch zwangsläufig auf Youtube oder sonst wo an, nimmt dafür aber eine schlechtere Qualität in Kauf. Und genau da liegt der Knackpunkt mit dem Preis, wäre er soweit runter, dass die Leute die paar € in Kauf nehmen, um Spitzenquali und ein paar Extra zu bekommen, wäre doch alles in Ordnung.

    Ein anderes Beispiel wäre zum Beispiel auch der Game-Markt. Es stimmt das heute fast jeder PC Spieler die Games aus dem Netz zieht, das bekommt man im eigenen Freundeskreis mit. Für mich jedoch kommt dies nicht in Frage, da ich eine schöne Xbox zu Hause stehen hab und sich für mich persöhnlich kein Flash o.ä. in Frage kommt.
    Was kostet sowas? 20€ und ich könnte Spiele soviel ich möchte aus dem Netz saugen. Aber warum mach ich das nicht?
    Ganz einfach, weil das Xbox Team es geschafft hat, Xbox Live und alles drum herrum so attraktiv zu machen, das ich mir sehr gerne Spiele orginal kaufe und diese dann Online spiele. Trotzdem gehe ich jeddoch nicht zu Saturn und bezahle da 70€ für Spiele die sogar manchmal schon 2 Jahre auf dem Buckel haben, sondern bestelle mir ganz bequem aus UK das gleiche Spiel mit einer besseren Sprachausgabe und unzensiert für 20€.
    20€ sind SEHR attraktiv und ich würde nie im Leben daran denken, mir anstatt der schönen Box irgentwo ne hässliche DVD hinzupacken, für 70€ würde dies schon komplett anders aussehen. Genau so wie bei den Arcade Games, was da immoment läuft versteh auch wer will, du Boris wahrscheinlich noch am besten. Death Tank für 1200 Punkte, wer soll sowas kaufen? Egal was die Produktionskosten oder so besagen, aber wie kann sich ein Entwickler denken, dass sowas bei so einem Preis gekauft wird? Wenn er es nicht billiger produzieren kann dann muss ers halt lassen. ganz anders bionic Commando, wer sagt da bei 400 Punkten nein? Ich habs gleich am Montag gekauft!

    Also Fazit ist, das Preis-Leistungsverhältnis macht es, und das ist bei Musik ist es für mich immoment nicht gegeben. Wie aber einige der erfolgreichsten Musiker sagen (hier mal der Herr Bohlen http://www.youtube.com/watch?v=qpUESyh1L9I , ka ob du dem unterstellen magst, dass er keine Ahnung hat), ist Filesharing nur nebensächlich und die Musiker machen Geld mit den Konzerten, der Markt hat sich also von den CDs auf die Konzerte verschoben, also sollen doch bitte die CD-Sparte nicht bei den Filesharern
    suchen, wenn die KÜNSTLER das Geld woanders einnehmen.

  104. SteelDeer sagt:

    Dem ganzen kann ich auch voll zustimmen. Klar kann man sich alles mögliche irgendwo her saugen, cracken, pachten, wie auch immer. Aber mal ganz ehrlich, macht das Spaß? Ich kauf mir doch lieber von meinem Lieblingskünstler ne CD mit Cover und hab die in meiner Sammlung, als dass ich meine Platte mit tausenden von mp3´s zuknall. Genauso bei Filmen, entweder ich leih mir ne Blu-Ray oder geh ins Kino. Wenn ich nen Film sehn will, dann in vernünftiger Qualität und nicht einen schlechten Rip mit Sound und Bildproblemen. Manche nehmen dies aber scheinbar in Kauf, nur um dann bei andern auch noch zu protzen, dass sie die ersten sind, die den gesehen haben. Da stellt sich mir gleich nebenbei noch die Frage, ob solche Leute nicht ohnehin unter Minderwertigkeitsgefühlen leiden. Das selbige bei Spielen, da gibt´s Menschen, die saugen sich alles, hauptsache die besitzen es. Ich such mir die Perlen raus, geb dafür gerne Geld aus und hab auch dieses Produkt wieder in meinem Regal stehen. Macht doch viel mehr Spaß als sich Spindeln von gebranntem minderwertigen Material zu sammeln. Zumal man mit einer solchen Sammlung nun wirklich nicht angeben kann. In diesem Sinne, schöne Pfingsten.:)

  105. Mittlerweile ist es doch so, das für raubkopiete PC Spiele die Konsolenbesitzer die Zeche Zahlen müssen.

    Die PC User kriegen den DLC kostenlos, und ich als Xbox Live Gold MItglied muss für jeden Mist Extra bezahlen.

    Es sollte eigentlich umgekehrt sein.

  106. Der Ralle sagt:

    Für diesen Blog Eintrag erntet Herr Johne bei begeistertes “Standing Ovations” inkl. freudigen Jubel. Das ich mit Herr Johnes Meinung sowieso absolut konform gehe ist allein schon aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit im Spielehandel klar.
    Gerade die letzten beiden Sätze von Herrn Johne: “Es ist eine Frage der Moral. Wobei die in den heutigen Zeiten von Raffgier und Egoismus vielleicht auch gar nicht mehr stellbar ist.”
    - bringen die ganze Sache auf den Punkt denn genau das kann ich auch Tag für Tag in meinem Job beobachten.

  107. Cos sagt:

    Es heißt, es wären 171 Kommentare vorhanden, aber ich bekomme nur 129 angezeigt – sind die restlichen nur einfach nur noch nicht freigeschaltet oder gibt es da einen Fehler, der verhindert, das mehr als 129 Kommentare gezeigt werden können?

  108. HDFreak sagt:

    Normalerweise unterstütze ich Boris Einstellung, aber lest mal die Kommentare unten: http://www.amazon.de/Herr-Ringe-Trilogie-exklusiv-Blu-ray/dp/B0026RHC10/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=dvd&qid=1243788929&sr=1-1

    Ist vielleicht ein krasses Vorgehen in diesem Fall, aber so sollte die Industrie nicht mit ihren Käufern umgehen.

  109. wlanboy sagt:

    Außerdem gibt es alles auch für einen vernünftigen Preis.
    Amazon haut jetzt Dawn of War 2 für 30€ raus.
    Der Stoff aus dem Helden sind gibt es jetzt für 5€ auf DVD.
    Man muss halt ein bisschen warten und schon gibt es alles für einen Bruchteil des Preises.

    Wobei mir dann
    ANNO 1404 – Limitierte Edition eben die EUR 61,45 einfach Wert sind. Schließlich will ich Anno 1104 auch noch spielen.

  110. BenSei sagt:

    Ich kann es wirklich nicht mehr hören. Es ist doch juristische Wortklauberei, obs nun Diebstahl, Piraterie oder Raub heisst, Fakt ist: Es wird geistiges Gut gestohlen, es waren Menschen, die Arbeit investiert haben um das Spiel, den Film, die Musik oder den Text zu erschaffen und nicht viel von uns arbeiten gerne für lau.

    Was zum Geier sind faire Preise? Ich habe neulich gerade wieder mein Megadrive ausgegraben und die entsprechenden Spiele dazu, fast alle noch mit den Preisetiketten von damals, sprich von vor über 15 Jahren. Alle haben sie über 100,- DM gekostet, eher sogar 130-140,- DM. Das kosten die Spiele heute auch, bieten aber viel, viel mehr. (vielleicht nicht alle, aber Ausnahmen…)
    Niemand wird gezwungen, irgendwas zu kaufen, ganz im Gegenteil, um bei der Xbox zu bleiben, ich kann ganz viele Spiele sogar vorher ausprobieren, bevor ich die Katze im Sack kaufen muss.

    Nur weil die Technik es hergibt, wird es doch nicht besser? Da liessen sich etliche Vergleiche beibringen.
    Auch die Ausrede, “hätte ich eh nicht gekauft” kann ich nicht durchgehen lassen, wieso wurde es (was auch immer) dann kopiert oder ähnliches?

    Auch gerne behauptet: “In Deutschland gibt es keine gute Musik mehr, da muss ich ja saugen!” Total unlogisch. Die deutschen Musik Charts setzen sich zwar nicht mehr unmittelbar aus Aberverkäufen zusammen, aber nichts desto trotz lässt sich jede Woche ablesen, was “Deutschland” gerne hören möchte und genau das sind auch die meistgesogenen Songs (die unbezahlten natürlich). Wer sich aber wirklich für Musik abseits des Radiogedudels interessiert, der findet auch in Deutschland interessante, neue Musik die es Wert ist gekauft zu werden, der Künstler wird sich freuen.

    Wer etwas neues sofort haben will, muss nunmal etwas mehr bezahlen, die Entwicklung bei Technik ist nunmal kostspielig, warum sollte das bei Medien anders sein?
    Ein wenig Geduld und man bekommt vom Auto, über die Spielkonsole bis hin zum Buch alles günstiger. (Auch hier bestätigen Ausnahme die Regel.)

    Um auch einmal Vince Ebert zu zitieren: “Die wahren Heuschrecken in diesem Land sind nicht irgendwelche Nokia-Chefs oder Hedge-Fonds-Manager. Die wahren Heuschrecken, das sind wir selbst…”

  111. Falkenfluegel sagt:

    Kann mir auch jemand erklären, warum ich in XBL nach dem braven zahlen von Grundgebühr, horenden Preisen für Zusatzlevels (natürlich nicht alle) und viel zu hohen Preisen für Filme (Videothek um die Ecke kostet nur ein Viertel) am Ende auch noch für Spielerbilder und Themes abgezockt werde? Und warum ich den ganzen Blödsinn mit MS Points machen muss, wo ich IMMER ein paar Cents mehr zahle und IMMER ein paar Punkte über habe die ich nicht nutzen kann?

    Da fühle ich mich als Kunde ehrlich gesagt auch ein wenig verarscht. Und das ist ja nur ein Beispiel von tausenden. Man wird nur noch verarscht, wenn man nicht über alles bescheit weiß und aufpasst wie ein Lux. Entspanntes Einkaufen ist nicht mehr möglich…
    Da bekommt man durchaus auch mal Lust es den großen Konzernen heim zu zahlen, auch wenn ich es letztendlich nicht mache. Ich verstehe nämlich schon sehr gut, dass man für Leistung zahlen muss, damit die Leute ihre Arbeitsplätze behalten.

    Und Sony zeigt in dieser Beziehung wie es deutlich besser geht ;)
    Ich sage nicht, dass MS die Gebühr abschaffen muss. Der Service ist super und funktioniert super, also durchaus Geld wert. Aber wie wäre es wenn man dann den Kunden auch ein wenig entgegen kommt? Spielerbiler … kosten in der Produktion NICHTS, alles andere wäre eine Lüge. Warum bekommen wir son Zeug nicht umsonst wenn wir Gold zahlen?

    Da brauch sich MS nicht wundern, wenn ich deutlich günstiger in England meine Punkte kaufe. Hätten sie XBL ja mit Europreisen auszeichnen können.

  112. Falkenfluegel sagt:

    Achso, noch was vergessen ;)

    Genug aufgeregt fürs erste. Freuen wir uns lieber auf die E3 ;)

  113. Sicho sagt:

    @Boris:
    danke für die Erklärung aber dennoch: die paar Kröten die MS in Luxemburg verlieren würde, weil’s dort “nur” ein paar Hundert benutzen, werden dann z.B. in DE wo’s hundertausende (?) User gibt doch wieder reingenommen … kalkulierbares Risiko ;) Die Luxemburger Kunden (die btw ja sehr zahlungsfreudige Kunden sind ;) ) würd’s freuen.

    Aber mir persönlich würde es ja schon ausreichen, wenn ich mit einer Luxemburgischen IP-Adresse und z.B. meinem belgischen Gamertag etwas wie Duke Nukem 3D problemlos laden könnte und nicht erst entweder 10 Minuten bis nach Belgien fahren, Xbox dort bei einem Kumpel ins Netz hängne und saugen oder daheim via einen Schweizer Service eine VPN-Verbindung aufbauen damit XBL meint ich hätte eine Schweizer IP etc.

    Wenn man schon Luxemburg nicht per se als Land aufnehmen kann/will, sollte man zumindest die luxemburgischen IP-Adressen in den “dürfen alles runteraden”-Pool aufnehmen ;) Könntest den Vorschlag ja mal weiterreichen, ausser da gäbe es wiedermal rechtliche Probleme die im Weg stehen …

  114. Bash sagt:

    Viele der Antworten gehen hier ja nur noch untereinander, jetzt bin ich mir nicht sicher, ob auf mich geantwortet wurde oder nicht und kommentier mal ins Blaue hinein:

    Boris, Du hast gesagt, dass der Hersteller die Preise festlegen kann. Dem widerspricht doch auch niemand. Auch widerspricht hier (fast) niemand, dass der Hersteller der Inhaber der Rechte ist, und eine Kopie verboten ist. Auch das ist nachvollziehbar.

    Nur beschwerst Du Dich seit einigen Monaten darüber, dass auf dutzenden Zeitschriften “So kopiert meine Oma in 5 Sekunden 5000 Euro-Software”-Titel prangen – kopieren ist so einfach geworden, dass es jeder Idiot kann. Und diese geringe Schwelle sorgt dafür, dass Euch die Profite wegbrechen. Bei den Leuten ist doch gar kein Wille zur Moral vorhanden, geschweige denn das VERSTÄNDNIS von Anstand und Moral.

    Ich habe dieses Jahr eine Artikelserie über “Friday Night Lights” geschrieben und unter jeden einzelnen Artikel “Kauf die DVDs” geschrieben und im Text mehrfach darum gebeten. Die Serie hat ZWEI neue Staffeln geordert bekommen im März. Ich bild mir ein ich hätte was dazu beigetragen. Ähnlich Dollhouse – da kann man auch davon ausgehen, dass das an den DVR-Zahlen liegt und an den treuen, KAUFENDEN Fans von Joss Whedon.

    Wer für den “Untergang des Abendlandes” sorgt sind die gleichen Menschen, die sich Kredite holen, die in den ersten beiden Jahren bezahlbar sind, und im dritten dann Explodieren, denen die Häuser dann weggenommen werden und was am Ende dazu führt, dass die ganze Weltwirtschaft vor die Wand fährt. Dass hier NIEMAND moralisch handelt, sollte doch durchaus klar sein.

    Ich habe hinter mir Mangas, Animes, DVDs und Bücher im Wert von ein paar zehntausend Euro im Schrank stehen. Trotzdem weiß ich genau, wie ich mir meine Filme konvertieren kann, damit sie auf dem iPod laufen – oder im Auto als MP3 zum hören.

    Erklär Du mir doch mal, warum JVC Autoradios mit Bildschirm herstellt, die DivX abspielen können und MP3.

    Ich bin doch im Moment der Leidtragende, dass jeder Trottel nur ne DVD ins Laufwerk schieben muss, EINEN Knopf drückt, und 40 Minuten später die fertig kopierte DVD rausgeflutscht kommt.

    Die Leute, die es betrifft, erreichst Du doch mit diesem Text hier gar nicht. Wir hier alle haben ein Gewissen und drücken zigtausende Euro in die Contentindustrie. Wer Euch kaputt macht sind die Leute, die auch bei McDoof so lange futtern gehen, bis sie Diabetes haben, die so lange Atari ST und Amiga-Software kopieren, bis die Systeme alle Viere von sich gestreckt haben. Ich hab damals noch dazu gehört… auf ein Original kamen 99 Raubkopien. Kaum hab ich mit 16 Geld verdient, hat sich das geändert. Ich hatte schon IMMER ein Gewissen – nur halt nicht ein absolut reines. Nicht mal ein halbwegs sauberes. Wenn man Kopie als Raub sieht, könnte man mich genauso wegsperren wie die tausenden Kiffer in den USA.

    Nur steht ihr jetzt vor dem Dilemma, dass als Nächstes der Schritt kommt, die Leute wirklich so wegzusperren. Kopierschutz funktioniert nur noch selten. Alle kopieren was das Zeug hält, das System steht vor dem Kollaps.

    Das Recht am eigenen Veröffentlichungs-Gebaren festzuhalten ist nicht mehr praktikabel, wenn Wolverine schon auf dem Schneidetisch geklaut wird, wenn in jedem Kino ne Kamera direkt auf die Filmrolle gerichtet wird… der ehrlich zahlende Kunde ist mehr und mehr der, der die Raubkopierer ausgleichen muss.

    Wenn ihr nicht pleite gehen wollt, dann müsst ihr die Konsumierbarkeit so vereinfachen, dass sie unterhalb der Kopierschwelle liegt – oder sehr nah in der Nähe. Ich sag’s nochmal, ich hab 300 Euro in den iTunes-Appstore geballter in den letzten sechs Monaten seit ich ein iPhone habe, und nicht weil ich nicht auch die raubkopierten Versionen finden könnte, sondern weil’s viel einfacher ist, im Appstore auf “kaufen” zu klicken.

    Ich finde es darüber hinaus absolut herzig, wie die Nicht-Finanzierbarkeit eines XBL in Luxemburg von Dir verteidigt wird. Ich verstehe das irgendwo, aber einem Luxemburger muss das doch wie ein Schlag ins Gesicht vorkommen, dass die niedrigere Mehrwertsteuer in L ausgenutzt wird von den Firmen in Europa, aber die Gesetze den Betrieb nicht erlauben, als wäre Europa eins. Im Moment wisst ihr doch nicht, was ihr machen sollt. Zölle gibt es immer noch, das Global Village ist nicht ansatzweise so, wie sich die Raubkopierer das gerne zusammenfanatiseren, dennoch kann man DVDs bei Amazon.com bestellen, solange einfach Importzölle erhoben werden können, und ich mir im PC einfach zwei DVD-Laufwerke einbaue – eins mit Regioncode 1, eins mit Regioncode 2. Aber dann bin ich wohl auch ein Verbrecher.

    Ganz davon ab, dass Japan Regioncode 2 hat – es lebe die Sprachbarriere. Treppenwitz Nummer eintausendfünfhundertzwo… von den Anime-Fansubs fang ich gar nicht erst an zu reden. “Moral” ist da ein Wort, dass zu Lachkrämpfen bei den Naturd0-Kids führt…

    Ich hab mir Kill Bill übrigens in J bestellt, weil der in dort keine s/w-Szenen hatte. Hat mich 90 Euro gekostet die Doppel- DVD. Nur so am Rande…

    Scheiß Protektionismus sag ich mal.

  115. async sagt:

    Ich denke das Problem ist folgendes:

    Auslöser sind die angesprochenen Missstände. Frust über Spiele für an die 70 Euro, die einfach nicht halten was sie versprechen, MusikCDs die außer dem einen Hit nur Müll enthalten oder Zeitschriften die im zweimonatszyklus zwischen “downloaden sie alles” und “101 geheime Windowstricks” wechseln.

    Das, gepaart mit unserer Gesellschaft lässt die Leute Überlegungen anstellen. “ich hab doch mal irgendwo gelesen, man kann doch auch irgendwie kopieren”. Wenn sie es einmal gemacht haben, machen sie es wieder, die Moral rückt in den Hintergrund. Einmal die Schwelle überschritten und die Konsole mit irgend einer Modifikation versehen bzw das Wissen für den PC angeeignet, hören sie nicht auf und kaufen selbst die Spiele / CDs nicht, die sie eigentlich unterstützen wollten.

    Ich weiß nicht was ich sonst zu dem Thema sagen kann. aber Ausschlaggebend finde ich trotzdem, den Auslöser. (Preispolitik, Enttäuschung, Neid auf andere, Qualitätsmängel)

    Ich weiß, dass die Entwicklung eines Spieles über die Jahre immer teurer geworden ist, die Entwicklungszeiten immer länger, der Erfolgsdruck größer.

    Aber die Leute fragen sich natürlich:
    Wieso kosten die Spiele auf der Box 20 Euro mehr als am PC? (obwohl das spiel da doch mehr anpassung bedarf, da nicht eine hardwarebasis?!)
    Wieso tendiert der Preis von XBLA immer weiter nach oben, auch für neu aufgelegte Classics? (kaum lizenzkosten, keine entwicklung der Spielidee nötig, einfach nur ein altes Schema neu aufsetzen)
    Wieso werde ich als Kinogänger zu immer höheren Eintrittspreisen gezwungen und muss bei einem Film, der um 20 Uhr beginnt noch bis 20:15 warten bis Werbung kommt, die sich dann mit Trailern gemischt bis 20:40 zieht? Einer der den Film herunterlädt schaut nur den Film. (auch wenn die sich mit schlechter Qualität quälen müssen)
    Wieso hab ich auf meinem PC mit der Zeit bald 10 DRM Applikationen auf dem Rechner, die alle im Hintergrund laufen, sich mit meinem Brennprogramm beißen und zum Teil mein (MEIN!!!!) Laufwerk sperren?
    Wieso muss ich als Verbraucher ein Rootkit von meinem Rechner entfernen, nur weil ich mein (S*ny-)Album in den PC gelegt habe?
    Ich versuche, die Kosten für meine DVD Sammlung etwas zu drücken und muss feststellen, dass die online in der Ferne bestellte DVD garnicht auf meinem Player läuft… SUper….
    Fragen über Fragen.
    Ich nehme es so hin, denke mir, ist ja für einen guten Zweck, lasse mir von den Produzenten einreden, das sei ein Mehrwert. Aber so manch einer ist wohl nicht so tolerant.

    (Ich will hier keinen zum Kopieren anregen, ich finde es höchst verwerflich und appelliere an “den freidlichen Kampf gegen die Hersteller” indem man die Produkte nicht einfach kopiert, sondern auf die Missstände hinweist. vielliecht fruchtet es ja mal… ich hoffe es)

  116. Ich glaube nicht, das irgend Jemand ein schlechtes gewissen hat, wenn er sich ein Spiel ausleiht oder gebraucht kauft.

    Genau wie beim kopieren sieht der Hersteller aber keinen Cent.

    Viele meiner Bekannten sagen, dass sie für 10 Stunden Spielspass keine 60 Euro hinblättern. Und das seh ich genauso.

  117. Beasteb sagt:

    Jaja, ein sehr leidiges und heisses Thema.
    In Punkto Moral kann und muss ich in jedem Fall zustimmen, und denke bei jedem der da anders argumentiert, hat irgend etwas bei seiner Erziehung nicht den rechten Platz gefunden.

    Aber meiner Meinung nach ist die Industrie selber schuld, Punkt!

    Jahrelang wurde es von der Musikindustrie versäumt das Inet mit einzubinden, oder die Möglichkeiten zu erkennen.
    Erst wenn es zu spät ist, möchte man schnell Schadensbegrenzung betreiben. Hierbei werden recht schnell irgendwelche Fragwürdigen Entwicklungen aus dem Ärmel gehauen, wo ich mich manchmal Frage ob die der Hausmeister entwickelt hat.

    Wie kann ich denn z.b. so d… sein und dem Ehrlichen Käufer vorschreiben wie oft er ein Programm zu installieren hat?!
    Hätte es dass zu Win98-Zeiten bereits gegeben, … ich hätte ein großes Problem gehabt ;-)

    Heute werden Programme und Spiele welche dieses erforden, einfach von mir im Regal gelassen. Dann stecke ich mein Geld halt in ein anderes Produkt, welches nicht diesen Quatsch beeinhaltet.

    Ich hab mir auch eine Zeitlang diesen DRM-Zirkus mit angeschaut, dann hatte ich die Nase voll.
    Seitdem läuft jedes Wochenende bei mir 24 Stunden ClipInc und die Musik für die Fahrt zur Arbeit der nächsten Woche ist gesichert.

    Ich hoffe doch sehr dass dieser Quatsch bald ein Ende findet, damit wir Ehrlichen Käufer endlich mal wieder belohnt werden.

  118. Michael Lankes sagt:

    Ich glaube, man muss sehr vorsichtig sein, wenn man diesbezüglich auf der Moral Ebene argumentiert. Weil dann natürlich nicht Schluss sein darf bei “es ist verboten, also darf man es nicht”. Genau genommen, wenn wir von Moral reden, noch nicht einmal bei “es ist gestohlen, also darf man es nicht”.

    Das erste Argument, “Es ist verboten”, stützt sich auf die aktuelle Gesetzeslage unserer Gesellschaft. Die wurde sicher nach bestem Wissen und Gewissen für ein gutes Zusammenleben entworfen, muss aber im konkreten Einzelfall nicht zwangsläufig zu moralisch einwandfreien Ergebnissen führen. Die meisten Banker, die uns alle durch Raffgier in die Krise gestürzt haben und sich daran auch noch bereichert haben, haben nie etwas illegales getan.

    Das zweite Argument ist da für die Moral schon entscheidender: “es ist gestohlen”. Das ist klar, stehlen ist unmoralisch. Aber wo fängt das Stehlen an? Und wo wird überall gestohlen? Und wer bestiehlt wen? Wenn man nicht mehr mit dem Gesetz argumentieren kann, sondern eben mit der Moral argumentieren muss, dann wird das Ganze schon schwieriger.

    Ich persönlich arbeite als Freelancer in der Filmbranche, muss mir also mein täglich Brot von Projekt zu Projekt immer wieder neu mit dem verdienen, was viele Leute nachher einfach illegal aus dem Internet runterladen. Ich hätt auch gern morgen noch Brot auf dem Tisch, für die Arbeit, die ich leiste.

    Wie der Zufall es will, werd ich aber vermutlich morgen zum Friseur gehen. Da bin ich nich so anspruchsvoll, der günstige um die Ecke reicht mir völlig. Die machen da auch gute Arbeit und werden nachher 12 Euro von mir haben wollen.

    Wenn man den Nachrichten über Friseurgehälter Glauben schenkt, muss der/die Arme, der/die mir morgen die Haare schneidet, ungefähr zwei Stunden arbeiten, um sich im Kino einen Film anschauen zu können, an dem ich mitgearbeitet habe. Jetzt nehmen wir mal an, der/diejenige hat sich einen dieser Filme aus dem Netz gezogen. Ganz ehrlich – selbst wenn ich dann nachher mit einem freundlich-gönnerhaften “stimmt so” 15 Euro auf den Tisch lege – wer hat hier am Ende wen bestohlen? Rechtlich eindeutig – moralisch schon deutlich schwieriger.

    Natürlich ist dieser Vergleich schwarz-weiß und hinkt zwangsläufig – so wie jeder Vergleich. Aber er zeigt vielleicht dennoch die Graustufen dazwischen auf, die eben doch da sind. Und wahrscheinlich werden sich leider – zu Unrecht – diejenigen unterstützt und bestätigt sehen, die Raubkopieren mit den immergleichen dümmlichen Argumenten a la “is alles zu teuer”, “die reichen Firmen wollen uns nur abzocken” oder “hätt ich eh nicht gekauft” rechtfertigen. Das kann ich nicht verhindern, ist aber keinesfalls meine Position.

    Ich denke nur, dass man sich mit der Moral Frage auf sehr dünnem Eis bewegt, wenn man sie umgekehrt einfach mit den Basta-Totschlag-Argumenten “ist verboten” oder “ist gestohlen” beantwortet. Weil man dann natürlich erstmal die Moral unseres Gesellschaftssystems im Allgemeinen hinterfragen muss. Das ist bei Gott kein Plädoyer für ein kommunistisches “Alles gehört Allen” – aber schon die Auffassung, dass das Urheberrecht überdacht werden muss.

    Ich glaube nicht, dass immer striktere Verbote und Strafverfolgungen die Lösung sind. Pragmatisch nicht, aber auch moralisch nicht. Schon heute gibt es ja zeitliche Grenzen – das Urheberrecht läuft ab. Nach ziemlich langer Zeit, aber es läuft ab. Weil es eine Sünde wäre, wenn irgendeine reiche Milliardärsfamilie auf ewig die Songs der Beatles oder die Sinfonien Beethovens exklusiv nur für sich beanspruchen dürfte. Sobald der Bereich der Kunst ins Spiel kommt, kann es nicht sein, dass der Geldbeutel entscheidet, wer teilhaben darf und wer nicht.

    Und das funktioniert dann durchaus auch in kleinerem Maßstab, jenseits von Beatles und Beethoven. Hier macht es eben dann doch einen Unterschied, ob man geistiges Eigentum oder ein Auto klaut. Es ist völlig wurscht, ob ich als Kind mit meiner Familie im 7er BMW oder im Trabbi in den Urlaub gefahren bin. Aber ein Monkey Island nicht gespielt haben zu können, würde ich in meiner kulturellen Entwicklung vermissen, so blöd das vielleicht klingt.

    Schöne Übersetzung übrigens, Danke dafür, ich habs damals auch original gekauft, falls ich den Karton noch irgendwo finde, liefere ich ein Beweisfoto auf Wunsch gerne nach :-)

  119. wombat sagt:

    Gratulation!
    Einer Deiner besten Artikel der letzten Jahre!
    Selbst Software-Entwickler, stimme ich Dir 100%ig zu!

    Wenn die ganzen geistigen Nichtschwimmer nur ENDLICH mal kapieren würden, daß sie die 10, 20 oder 60 Euro für eine CD/DVD/Game/etc. eben NICHT nur für die Plastik-Klapphülle, den Datenträger und das ach-so-schlechte-3-Seiten-Booklet zahlen, dann wäre die Welt ein ganzes Stück weiter…

  120. Z3R0B4NG sagt:

    http://www.netzwelt.de/news/80034-europawahl-piratenpartei-erhaelt-sitz-strassburg.html


    Vor allem der in Schweden viel beachtete Prozess gegen den BitTorrent-Tracker “The Pirate Bay” verschaffte der Piratenpartei große Popularität und Bekanntheit. Nach der Verurteilung der Betreiber der Torrent-Suchmaschine stieg die Mitgliederzahl der Partei sprunghaft von etwa 15.000 auf über 40.000 an.

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