Hier irrt der Luibl

Von Boris, Mo, 23. Nov 2009 15:18

Nur mal vorweg: Hier schreibt die Privatperson Boris Schneider-Johne, nicht die Firma Microsoft. Ich habe auch in jungen Jahren Spieletests verfaßt und sogar das eine oder andere Embargo-Zettelchen unterschrieben.

Jörg Luibl hat auf 4players.de in einem Artikel recht heftig über die Praxis hergezogen, daß immer mehr Spielehersteller mit Embargos oder Einschränkungen der Berichterstattung über ihre Spiele den Webseiten das Leben schwer machen und eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema “Spiel” verhindern wollen.

Allerdings macht Jörg in seiner Kolumne einen kleinen Denkfehler. Er denkt, die Spieleindustrie sei verpflichtet, ganz ohne Gegenleistung jedermann an seine Produkte ranzulassen und diese schlimmstenfalls durch einen Verriß im wirtschaftlichen Erfolg zu gefährden. Das ist natürlich Quatsch.

Lieber Jörg, eine Spiele-Publikation kann es nur geben, wenn es Spiele gibt und Firmen, die ab und an mal eine Anzeige schalten. Um das in Zukunft zu gewährleisten müssen die Firmen jetzt, hier und heute Spiele verkaufen. Das Ganze ist eine Symbiose. Und in einer solchen Partnerschaft darf man sich gegenseitig auch mal daran erinnern, wie gemeinschaftliche Spielregeln auszusehen haben. Aber es sind gemeinschaftliche Regeln.

Wenn eine Spielefirma ein Produkt X an Zeitschrift Y oder Webseite Z herausgibt, ist das immer ein Risiko. Werden Y und Z das Produkt mögen und hoch bewerten? Sofern man glaubt, daß Wertungen die Verkaufszahlen beeinflussen (und davon soll hier nicht die Rede sein, dies wäre ein eigener Artikel), liefert man sein wirtschaftliches Wohl also jemandem aus, der, und jetzt wird es hart aber ehrlich, aus rein eigenem Interesse, ohne echte Ausbildung und mit einem individuellem Geschmack das Produkt “bewertet”. Sollte da ein Multi-Millionen-Euro-Umsatz betroffen sein, erlaube ich dem Hersteller durchaus zu sagen: “Du darfst den Test nur drucken, wenn das Produkt dir gefällt und eine entsprechend gute Wertung bekommt. Sonst warte bitte, bis das Produkt erschienen ist.”

Ja, der autodidaktische Spieleredakteur, geimpft durch Parolen aus den Zeitschriften der 90er und 2000er über “Unabhängigkeit” und “Unbestechlichkeit” wird sich jetzt in seinen Grundsätzen erschüttert fühlen und wüten über eine Industrie, die seine Meinung beeinflussen will. Dabei geht hier doch was ganz anderes ab.

In Deutschland kann, dank Pressefreiheit, jedermann über ein Produkt schreiben, was er will (ja, es gibt Grenzen, aber die überlasse ich den Anwälten). Sobald ein Produkt im Laden steht, ist es Freiwild für alle Journalisten, selbsternannten Tester, Blogger und Twitterer und nicht zuletzt diese doofe Metacritic-Ding. Das ist auch gut so, wird von mir gar nicht angezweifelt und ja auch selbst ausgenutzt (wenn ich hier das eine oder andere erhältliche Produkt kritisiere).

Nun wollen Hefte und Webseiten aber natürlich Leser an sich binden und das geht am besten, wenn man Sachen “vorher” hat. Damit ein Test in einer Zeitschrift erscheint, muß die Redaktion das Spiel etwa drei Wochen vor dem Kiosktermin in der Hand haben. Der Spielehersteller muß also dem Journalisten mindestens einen Monat früher als üblich Zugriff auf das Produkt gewähren.

Nur – dieses “muß” ist kein gottgegebenes Recht des Journalisten. Er hat keinen Anspruch darauf, seine Publikation mit Berichten über Dinge zu schmücken, an die normale Käufer gar nicht ran kämen. Der Spielehersteller hat in meinen Augen jedes Recht der Welt zu sagen: Ich geb dir mein Produkt früher, aber wenn der Test nicht gut ausfällt, dann halte ihn bis Datum X zurück.

Wenn sich jemand wie Jörg Luibl darüber mit starken Worten aufregt, kann ich nur erwidern: Wieso geht Ihr Schreiber davon aus, daß Ihr alle unfehlbare Ikonen der Spielewelt seit? Was gibt Euch eigentlich das Recht, unter ein Spiel eine Zahl von Eins bis Hundert zu setzen? Wieso seit Ihr schlau und die PR-Leute doof? Welche von diesen beiden Gruppen arbeitet professioneller und hat seinen Job wirklich in einer Ausbildung gelernt?

In den Zeiten der Zeitschriften war das alles etwas einfacher. Da gab es eine Handvoll Redakteure, da wurde nicht jeder an einen Test rangelassen, da guckten mehrere Leute über den Beitrag drüber oder wurden Wertungen einmal im Monat im Team besprochen. Damit will ich jetzt nicht im speziellen die Arbeit von 4players kritisieren (Jörgs Tirade – und nicht die Tests auf der Seite – sind der Anlass für diesen Beitrag), aber Fakt ist, daß auf vielen Webseiten weitaus sorgloser, unausgebildeter und meistens im Solo gearbeitet wird, als das zu meinen Tester-Zeiten der Fall war.

Wäre ich PR-Manager einer Spielefirma (zum Glück bin ich das nicht mehr, auch wenn das im Internet immer noch manchmal zu lesen ist) würde ich eine Reihe von den Dingen machen müssen, die Jörg kritisiert: Auswählen, wer meinem Produkt gut gewogen ist oder eine größere Wirkung hat. Absichern, daß derjenige sich darauf einläßt, seine Berichterstattung nur dann vor allen anderen zu haben, wenn sie auch wirklich gut ist. Das Produkt nicht unvorbereitet einer hungrigen Meute zum Fraß vorwerfen, sondern immer genau abwägen, was für das Produkt gut ist und was schlicht und einfach töricht ist. Berichterstattung vor einem bestimmten Datum zu untersagen und das auch schriftlich mit Vertragsstrafen einfordern – denn sonst hält sich keiner dran. “Schlechte” Testberichte kriegt man früher oder später, aber warum zur Hölle soll es unbedingt früher sein?

Genauso geht es mir auch mit dem Thema “Plot verraten” – Redaktionen anzuweisen, über bestimmte Teile des Produkts den Mund zu halten, zumindest vor Datum X. Das ist legitim, liebe Journalisten, denn ihr habt das Produkt ja nicht gemacht! Und wenn der Hersteller meint, das die potentiellen Käufer und Spieler nicht “gespoilert” werden sollen, dann ist das seine Entscheidung.

Bleibt noch das Argument des “Ich hab einen Nachteil, wenn andere das Material vor mir haben, nur weil ich nix unterschreibe” – die eigentliche “Kränkung”, auf die es den Meckerern ankommt. Darauf gibt es nur zwei Antworten: Entweder man hat Leser, die das schätzen, die verstehen, warum in meiner Publikation eben noch kein Test ist und sich daraus etwas ableiten können. Leser, die wirklich tiefe Informationen über die Spiele wollen und gerne auch mal zwei Wochen länger warten. Dann muß man sich nicht beschweren, sondern kann einfach lächelnd warten, bis das fertige Produkt kommt, und dann unbeschwert mit spitzer Zunge darüber herziehen. Es wird der Publikation gar nicht weh tun.

Oder aber man hat Leser, die das einen Scheiß interessiert. Die wollen alles über das Spiel jetzt, hier und heute lesen, wechseln dann halt zu einer anderen Zeitschrift/Webseite, die das schon hat. Nur – das sind dann doch gar nicht “deine” Leser? Wenn ich immer der Erste sein will, dann lasse ich mich auch auf den Pakt mit den Spielerherstellern ein. Diese Leser freuen sich über die 98% und die 11/10 und erwarten gar nicht die kritische Zerlegung von Spielmechanik und Plotdetails.

“Kleingeistig” sind hier nicht die Big Player der Spieleindustrie, die mit den wenigen zur Verfügung stehenden Mitteln eine schlechte, frühe Berichterstattung verhindern wollen. Kleingeistig ist der meckernde Journalist, der sich nach außen unabhängig geben will, nach innen von der Spieleindustrie aber naives Vertrauen und wahlfreien Zugriff auf Produkte erwartet. So funktioniert keine Symbiose.

Pressefreiheit – in jedem Fall. Jeder soll ein Produkt, das im Laden steht, besprechen können wie er mag, ohne Einschränkungen. Wer aber vorher schon dran will, muß sich Einschränkungen gefallen lassen.

168 Antworten für “Hier irrt der Luibl”

  1. bwalde sagt:

    Ich kann nur für mich sprechen:

    Es gibt wenige Spiele, die ich am Releasetag haben muss. Solche Spiele kaufe ich auch ohne einen Test gelesen zu haben.

    Eine Zahl unter einem Test führt bei mir nicht zur Kaufentscheidung, da sie über das Spielerlebnis für mich nichts aussagt.

    Daher ist es mir relativ egal, wann ein Test erscheint. Am aussagekräftigsten finde ich immer noch eine Spieletestversion ( ;-) ) und/oder Videomaterial.

    Interessanter sind da schon die Infos aus Previews, die aber leider auch immer euphorischer über kommende Spiele berichten. Macht ja auch keinen Sinn seitenweise über eine schlappe Nummer zu berichten.

    Ich kann Embargos verstehen und fände es besser, wenn Industrie und Medien die Thematik gemeinsam erörtern würden anstatt mit fingerpointing anzufangen.

  2. epict0b3 sagt:

    Also entweder unterstützt du gerade das skandalöse Verhalten von Entwicklern, gute Bewertungen zu erpressen oder ich verstehe deinen Artikel komplett falsch.

    Ich weiss nur noch, dass Atari bei Alone in the Dark damals Abmahnungen verschickt hat, weil die Tests durchweg negativ ausgefallen sind (Zu Recht, das Spiel ist absoluter Müll). Dabei wird gar nicht bedacht, dass durch solche Aktionen die Wahrhheit verschleiert und der Spieler getäuscht wird.

    Sprich: Ein Leser liest den unehrlichen Test, kauft sich das Spiel und ist enttäuscht. Nun wird er sich sicher überlegen ob er sich a) das Magazin noch kauft und b) nochmal Spiele der entsprechenden Firma kauft. Ich z.B. habe nach AitD keine Lust mehr auf Atari.

    Oder habe ich das ganze jetzt falsch interpretiert?

    • Du verstehst mich falsch.

      Es ist für mich keine Erpressung zu sagen: “Wenn du mein Testmuster früher haben willst, dann nur wenn auch nur ein guter Test erscheint und ein schlechter zurückgehalten wird”.

      Jeder soll ehrliche ungeschminkte Tests schreiben können, wenn er mag, aber auch respektieren daß er dann sein Spiel erst bekommt, wenn es auch in den Laden geht.

      • Fischstaebchen sagt:

        Keiner ist gezwungen, sie anzunehmen, aber die Magazine und Websites, die sich auf das Angebot einlassen, erhalten so einen Startvorteil gegenüber der “ehrlichen” Konkurrenz, der sich zweifellos auch finanziell niederschlägt. Aus diesem Grund sehe ich im Verteilen dieser Testmuster eine Form von Korruption.

        Ich erwarte von einem Spieletester das gleiche wie von meinem Arzt, daß er sich von der Industrie nicht in seiner Objektivität beeinflussen lässt. Wenn die Herausgabe von Testmustern an eine positive Berichterstattung verknüpft ist, halte ich die Grenze zur Korruption für weit überschritten.

      • MajorGucky sagt:

        Wo steht denn in dem Artikel bitte schön, daß die Annahme eines Testmusters einen zu einer freundlichen Berichterstattung verpflichtet?

        Wenn ich die Antworten hier lese, dann frage ich mich ernsthaft, ob die Antwortenden deinen Artikel wirklich richtig gelesen und vor allem auch verstanden haben?

        Diese Auflage der “Hausherren/Spielepublisher” hat meines Erachtens nicht, aber auch gar nichts mit Zensur oder Bestechung zu tun. Wenn ein Spieletester/Chefredakteur/Journalist, nur weil er einer der “ersten” sein will, die journalistischen Grundsätze einer “ehrlichen” (aber dennoch subjektiven) Berichterstattung über den Haufen wirft, ist das doch wohl kaum die Schuld des Spielepublishers.

        Ich kaufe mir schon seit langem Spiele erst zwei bis vier Wochen nach Erscheinungsdatum und kann auch den anscheinend in großen Teilen der Spielerschar vorherrschenden (teils lächerlichen und kindischen) Zwang, ein Spiel sofort nach Erscheinen spielen zu müssen, überhaupt nicht nachvollziehen. Wenn man unbedingt zu den ersten gehören will, die ein Spiel spielen wollen, muß man eben auch bereit sein, notfalls mit Enttäuschungen zu leben. Wenn man das nicht will, wartet man einfach, bis der erste Ansturm vorbei ist und die “echten” Tests und Spielermeinungen nach Veröffentlichung des Spiels ihren Weg ins Netz finden.

      • Draugr sagt:

        Prinzipiell gebe ich dir vollkommen Recht Boris. Ich hab nur ein Problem damit, und das ist, dass die Magazine, die einen “ehrlichen” Test nach Release machen wollen ruckzuck weg vom Fenster wären. Die Masse der Leser (ich stelle mir hier einen amorphen, gesichtslosen Blob vor) will leider die Informationen am liebsten vorgestern.

        Wie auch immer, die Spieleindustrie kann man hier nicht verantwortlich machen, niemand ist gezwungen ein Produkt zu kaufen, auch nicht wenn “gekaufte” Redaktionen vorher wider besseres Wissen gute Wertungen geben. Dann muss man halt als Konsument reagieren und weder die Zeitschriften noch die Spiele bei Release kaufen. Machen das genug Leute richtet es der Markt. ;)

        Mir ist’s eigentlich eh egal, ich les keine Wertungen mehr und kaufe nur noch die GEE. Ich will schließlich auch keine Wertungen bei Filmen (Verdient Bladerunner 91%? Oder doch nur 90%, wenn Brazil schon 91% hat? Und gehört Clockwork Orange nicht nach 38 Jahren langsam abgewertet?).

    • slryu sagt:

      epict0b3

      An deinem Kommentar sieht man das es sehr gut ist das es solche Embargos gibt. Denn Alone in the Dark ist sicher kein Überspiel aber es ist weit von “absolutem Müll” entfernt. Es ist deine Meinung aber die meissten denken anders. Fast alle Wertungen befinden sich im 70% Bereich, das ist doch ok. Aber solche Aussagen wie deine können einem Händler das ganze Geschäft kaputt machen und viele Käufer abschrecken. Und das ist nicht fair denn das Spiel kann richtig Spass machen, habs selber durchgespielt.

      • Destynova sagt:

        Wäre vor allem interessant zu wissen, ob man ein “schlechtes” Spiel immer noch den absoluten Müll finden würde, wenn es einem nicht von einem Spielemagazin bereits mitgeteilt werden würde. Zumal prozentuale Wertungen imo eh Quatsch sind.

        Wie will man sich denn bitte ein eigenes Bild von so etwas hochsubjektivem wie Videospiele machen, wenn das Produkt bereits von vermeintlich “professionellen” verrissen wurde?

        Genau aus diesem Grund lese ich maximal noch die GEE, andere Testberichte erst NACH dem Spiel. Ist ja net so das es Demos ausschliesslich im offiziellen Xbox-Magazin und sonst nirgends gibt ;)

  3. Kausrufe sagt:

    Ich freu mich schon darauf wenn ich nächstes mal ein Spiel von Microsoft kaufen will und ich vorher in einem nicht “gekauften” (von MS) Magazin lese, daß es Schund ist und ich es mir deshalb nicht kaufe.^^

    Es ist klar warum das dein Blickwinkel ist.

    Wenn ich als Käufer in Fachzeitschriften/Webseiten vorher lese das ein Spiel Göttlich ist und locker 200 von 100 Punkten bekommt, und ich später feststelle daß die Magzine geschmiert wurden und das Spiel grottig ist, werde ich extrem sauer.
    Es steht an den Tests ja nicht dran, powered by Microsoft.
    Ich hab so (in der Regel) garnicht die Möglichkeit, zu bewerten, ob dieser Artikel jetzt extrem geschönt ist oder nicht.
    Wenn das Spiel rauskommt und dann die kritischen Tests von seriösen Magazinen kommen ist es schon zu spät, außer wiegesagt es kommt vorher raus daß etwas gezahlt werden sollte (z.B. COD MW2).

  4. hdgamer sagt:

    “Sollte da ein Multi-Millionen-Euro-Umsatz betroffen sein, erlaube ich dem Hersteller durchaus zu sagen: “Du darfst den Test nur drucken, wenn das Produkt dir gefällt und eine entsprechend gute Wertung bekommt. Sonst warte bitte, bis das Produkt erschienen ist.” ”

    Natürlich ist es vollkommen im Interesse der Industrie – aber ist es auch im Interesse der Pressefreiheit?

    Wenn eine Redaktion abwägen muss ob sie einem Spiel nicht doch eine bessere Bewertung gibt, um auch den “ich muss es jetzt sofort haben” Zeitschriftenkäufer zu erreichen, dann wird in meinen Augen die Pressefreiheit eingeschränkt.
    Ich finde es vollkommen legitim, wenn ein Hersteller sein Produkt einer Zeitschrift nicht zukommen lässt, weil er ein schlechtes Urteil erwartet. In dem Moment wo er allerdings ein Pressemuster an die Presse abgibt hat er nicht mehr das Recht Einfluss zu nehmen (und das gilt in meinen Augen ebenfalls für den Plot etc.).

    Meine Zeit als kleiner Hobby Spieleredakteur mit Pressemustern ist schon ein paar Jahre her – aber hätte mir seinerzeit jemand ein Muster mit solchen Auflagen in die Hand gegeben, dann hätte ich keinen Testbericht geschrieben, sondern einen Text in der Art “Warum ich keinem Test zu Spiel XYZ trauen würde!”.

    Jetzt wird mir auch klar warum Resident Evil 5 trotz seiner teilweise katastrophalen Spielmechaniken so gute Bewertungen bekommen hat. Keiner wollte auf den Test zum frühen Zeitpunkt verzichten – aber es durfte auch keiner die Wahrheit schreiben. Scheinbar war ja sogar die mittelmäßige bis gute Bewertung verboten (die hätte das Spiel ja auch verdient gehabt – ist ja kein totaler Müll).

    Wenn ich Zeit habe, dann werde ich mir mal die Meta Seiten vornehmen und einige Testberichtsergebnisse auswerten. Mal sehen welche Onlinemags den Veröffentlichungstermin eines Reviews vor eine ehrliche Bewertung setzen.

    • Im Sinne der Pressefreiheit ist, sich als Presse das Produkt für 69 Euro zu kaufen und dann (auch unter diesem Gesichtspunkt) zu bewerten.
      In dem Augenblick wo “Presse” einen Testbericht erst schreibt, wo der Hersteller das Produkt zur Verfügung stellen muß, wurde die Freiheit doch schon aufgegeben.

      • MajorGucky sagt:

        Zitat:

        “In dem Augenblick wo “Presse” einen Testbericht erst schreibt, wo der Hersteller das Produkt zur Verfügung stellen muß, wurde die Freiheit doch schon aufgegeben.”

        Genau so sehe ich das auch.

        Ich empfinde schon das Verlangen nach kostenfreien Testmustern, um damit seine eigene subjektive Meinung zu seinem eigenen finanziellen Vorteil zu nutzen, als Unart. Das Verlangen mit einem negativen Test bis zum offiziellen Erscheinungstag zu warten, empfinde ich persönlich nicht als Eingriff in die Pressefreiheit.

        Wer unbeeinflusst testen, schreiben und veröffentlichen will, muß nichts weiter tun, als ein paar Tage zu warten oder sich seine Testobjekte selber kaufen oder leihen. Ich verstehe nicht, was daran so schwer oder untragbar sein soll…

        Spieletests, welche auf Basis der Verkaufsversion stattfinden und welche nach Erscheinen des Spiels veröffentlicht werden, und welche ausdrücklich die Schwachpunkte eines Spieles darstellen, geniessen bei mir einen deutlich höheren Status. Allerdings kann ich, wie bereits ausgeführt, auch warten und bin nicht von einem unsichtbaren Zwang belegt, ein Spiel sofort spielen zu “müssen”.

      • Yoshi sagt:

        Ein Heft hat gewisse Vorlaufzeiten, ein Magazin, dass sich die Spiele im Laden kauft, kann nie aktuell sein.
        Gibt auch kein Heft auf dem deutschen Markt, das so agiert, es wäre schon längst pleite gegangen.
        Die Leser erwarten zum Releasezeitpunkt einen Test Offline bzw. Online.

        Magazine, die die Publisher mit guten Wertungen locken, haben im Gegensatz zur ehrlichen Konkurrenz also einen Vorteil.

      • hdgamer sagt:

        Von “muss” ist ja auch keine Rede – dies aber zu tun nur unter der Auflage, dass ein negatives Urteil künstlich zurückgehalten wird – DAS finde ich äusserst bedenklich.
        Kein Pressemuster zur Verfügung zu stellen ist da ein ganz anderer Schnack.

      • ro sagt:

        Boris, Du weißt schon, dass das eher Unfug ist. Wenn Zeitschriften sich ein Spiel kaufen und dann erst vier Wochen später darüber schreiben können, interessiert das keinen Menschen mehr.

        Mich wundert stark, dass die Spieleindustrie mit der Nummer wie jetzt zuletzt bei Assassin’s Creed 2 immer noch durchkommt. Wie sieht es mit Kinofilmen aus, die oft mehrere Größenordnungen über den Herstellungskosten von Spielen liegen? Da werden manche Filme von manchen Kritikern verrissen, die Leute mögen sie trotzdem, die Kritiker werden auch nicht abgemahnt.

        Hätte nie geglaubt, dass ich mal dem Luibl und nicht Dir zustimmen würde. ;)

      • Bei Kinofilmen oder Büchern gibt es genauso Embargos respektive keine Einladungen zu Vorführungen oder Probeexemplare wenn man auf Nummer Sicher gehen will. Dann muß sich der “Kritiker” halt am Release-Tag ins Kino schleppen.
        Ich für meinen Teil gehen selten ins Kino nur weil ein Film gute Kritiken gekriegt hat, sondern weil mich das Thema des Films oder aber Schauspieler und Regisseur interessieren. Manchmal macht mich ein Kritiker auf was aufmerksam, das ich so nicht gesehen hätte. Manchmal warnt er mich vor was, mit dem ich geliebäugelt habe. Aber 90% meiner Kinobesuche finden statt, egal was Kritiker über den Film schreiben. Worauf hin ich dann selber abundan eine Kritik blogge…

  5. Strolch sagt:

    Naja die Atari Alone in the Dark Geschichte ist schon etwas länger :) .

    Aber darum gehts mir gerade gar nicht.

    Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich sehr von Wertungen beeinflussen lasse. Sowohl mein frei verfügbares Einkommen ist (da ich Student bin) genau wie meine Freizeit (obwohl ich Student bin ;) ) limitiert.

    Das heißt nun nicht, dass ich mir ein FIFA 10 kaufe weil es einen (doofen) Metascore von 90 hat, nein deswegen interessiert mich Fußball noch immer nicht. Aber von den Titeln, die für mich in Frage kommen, suche ich mir dann eben die mit den besten Bewertungen raus.
    Wahrscheinlich verpasse ich dadurch das ein oder andere Juwel, denn so wie mich beispielsweise das hochgelobte GTA4 gelangweilt hat könnte mich eventuell ein 60er Titel auf der anderen Seite in seinen Bann schlage. Aber ich denke dass ich im Schnitt ganz gut damit fahre.
    Da für mich Vorfreude, etwaige mysteriöse Counter und das Sammeln von noch so kleinen Informationsschnipselchen zu einem besonders heiß erwarteten Titeln einen großen Teil der “Faszination Videospiel” ausmachen gehöre ich außerdem zu denen, die nach dieser Prozedur das Spiel dann auch unbedingt am Releasetag haben wollen. Deswegen käme es mir natürlich sehr gelegen, wenn bis dahin auch möglichst viele Reviews online wären.

    Aber auf der anderen Seite kann ich dich, Boris, und deinen Artikeln so gut verstehen wie der Artikel es selber ist: sehr! :)

    Naja, bisher habe ich 4players nur genutzt, um mir dort die neuesten WoW Patches runterzuladen. Da ich kein WoW mehr spiele gibts es für mich, nachdem ich Jörgs Artikel gelesen habe und dieser meine Meinung nur nochmal bestätigt hat, eigentlich auch keinen Grund mehr, denen Clicks zu generieren.

    Das war aber auch nicht was ich sagen wollte, denn eigentlich wollte ich nur anmerken, dass mich der “Beeinflussen Wertungen die Verkaufszahlen?” Artikel sehr interessieren würde :) .

  6. DarkRaziel sagt:

    Im großem und ganzen verstehe ich die Publisher schon wenn sie die Testmuter gut einen Monat vorher verteilen und das noch für Lau und sie in gewisser Weise eine Absicherung haben wollen das XYZ es auch positiv Bewerten.

    Doch so was kann auch schnell nach Hinten losgehen, denn es kratzt an der Glaubwürdigkeit wie im Falle Atari mit Alone in the Dark für die Xbox360. Die Entwickler haben bis heute es nicht mal geschafft ein Update raus zubringen um die Fehler zu beseitigen. Lieber lassen sie es in den Geschäften auf dem Wühltisch versauern um am Ende noch unwissende Käufer zu finden die sich diesen Softwaremüll antun wollen.

    Aber auch Activision hat bei Call of Duty Modern Warfare 2 die Deutschen Kunden so was von Verarscht um die Verkäufe der Deutschen Version nicht zu gefährden. Denn hätten alle Potenziellen Uncut Käufer gewusst das in der Deutschen Version in einem Level doch eine Moralische Zensur ist hätten diese sich bestimmt die UK Version zugelegt.

    Wie ich persönlich finde es jetzt nicht so Schlimm mit dem einem Level auf dem Flughafen, aber man kann doch Manns genug sein und das auch ehrlich zugeben und nicht noch groß mit Pressemitteilungen die Fangemeinde an der Nase rumführen es sei alles wie in der US Version vorhanden.

    Und sollte irgendwann mal das Speichermedium DVD oder so wegfallen und Games nur noch zum Runterladen geben und ich somit nicht mehr an Uncut Games komme wegen einer IP Sperre oder Spiele die keine Freigabe bekommen haben werde ich mein Hobby Videospiele aufgeben, denn von dem Deutschen Wahn Erwachsenen Spieler vorzuschreiben was wir spielen oder schauen sollen.
    Oh ich drifte etwas vom eigentlichen Thema ab und von daher beende ich jetzt diese Ausführung meiner Gedanken.
    In diesem Sinne

    • Da du das CoD Thema aufgebracht hast: Da fehlt mir dann doch das Verständnis für deutsche Kunden die darauf bestehen (!) Zivilisten erschießen zu dürfen. Hat Activision da Mist gebaut? Logisch, die hätten nie “ungeschnitten” sagen sollen, weil die Fans das Wort eben knallhart als “gar keine Unterschiede” auslegen.
      Und am besten könnte man darüber schreiben, wenn man sich die Spiele am Erstverkaufstag besorgt, spielt, miteinander vergleicht, Multiplayer testet und dann eine Woche später einen fundierten Artikel veröffentlicht. Es ist ein Hohn, innerhalb von 24 Stunden ein Spiel zu spielen und den Artikel schreiben zu wollen. Das ist alles andere als fundiert.

      • DarkRaziel sagt:

        Ich habe ja auch nicht gesagt das diese Szenen gut sind um nur zu verdeutlichen das die Terroristen keinen Spaß verstehen.
        Man hätte diesen Abschnitt auch einfach weglassen können.
        Denn so fragt man sich wiederum:

        Auf wehrlose Zivilisten darf man nicht schießen – aber auf Bewaffnete Sicherheitsleute schon. Habe die auch keine Familie im wirklichen Leben? Wenn dieses Szenario echt wäre. Und wenn es echt wäre spricht man über alle Toten und nicht nur über unbewaffnete Zivilisten.
        Aber so sind nunmal Shooter, doch ist solche fragwürdigen Abschnitte selten und auch nicht Moralisch vertretbar und geschmacklos das man so was überhaupt durch lässt.

      • Yoshi sagt:

        Der deutsche Kunde möchte bloß ein Spiel das Sinn ergibt.
        Die Flughafenszene ergibt in der deutschen Version keinen Sinn mehr.
        Des Weiteren sollte man die Selbstzensur der Publisher nicht noch mit Geld belohnen, dann doch lieber die US/UK/PEGI Fassung kaufen, dann landet das Geld wenigstens in den richtigen Händen.

        Wer interessiert sich eine Woche nach Release eigentlich noch für einen Test? Auf Gamepro.de haben die Tests die vor dem Release der Spiele erschienen im Durchschnitt 20* mal so viele Klicks bekommen wie die Tests zu Spielen die bereits erschienen waren und bereits in der Printausgabe getestet wurden.

      • Strolch sagt:

        “Alle Spielmodi, Level, Missionen, Gegner und Animationen sind enthalten. Die deutsche Version wird voll kompatibel mit der US- und anderen Versionen sein, um ein optimales Mehrspieler-Erlebnis zu garantieren”

        Das ist schon etwas konkreter als “ungeschnitten” :) .
        Und ob dem nun so war, das ist wohl Auslegungssache. Also kann ich durchaus verstehen, dass einige sich da aufgregt haben.

        Andererseits muss man Activision hoch anrechnen wie sie das Spiel an unseren Jugendschutz angepasst haben. Man hätte das Spiel auch erst gar nicht in Deutschland veröffentlichen können oder eben bis zur Unkenntlichkeit zerschnippeln.
        So ist man aber den, in meinen Augen, perfekten Weg gegangen und hat nur etwas entfernt, auf das man – und da gebe ich dir recht – gut verzichten kann. Zudem die Flughafenszene durch die ganze Berichterstattung im Vorfeld eh keine dramatische Wirkung mehr auf mich hatte.

      • ro sagt:

        “Es ist ein Hohn, innerhalb von 24 Stunden ein Spiel zu spielen und den Artikel schreiben zu wollen. Das ist alles andere als fundiert.”

        Wie lang ist die Einzelspielerkampagne von MW2? Zehn, 12 Stunden? Das ist gar kein so großer Hohn. Und die Online-Komponenten-Bewertung kann man ja immer noch nachliefern.

        1996 ist schon ein paar Jahre her, doch mal ehrlich: Wie lange wurde damals in Zeitschriften, auch der PC Player, getestet? Wenn es 80 Tests im Monat Dezember gab, wären das bei 24 Stunden pro Spiel 240 Manntage. Bei sechs Leuten im Team wären das 40 Tage á  acht Stunden. Die dürften dann nur spielen, nicht schreiben, keine Videos schneiden, keine Firmen besuchen, oh, und natürlich auch keine Samstage und Sonntage frei nehmen. Und dann würden denen am Ende des Monats immer noch zehn Tage fehlen. ;)

      • Roland, Altersweisheit – ich kann ja durchaus vor 15 Jahren auch Sachen “falsch” gemacht haben. Das ich nicht den Hauch von Lust daran habe, ins Zeitschriftengeschäft zurück zu gehen, liegt nicht zuletzt daran, daß ehrliche und gründliche Arbeit von einem zu geringen Teil der Leser geschätzt werden würde, während das Gros der Leser halt “schnell, schnell” will (und unter anderem deswegen auch Internet einer gedruckten Seite vorzieht. Da kommt auch das “und kostet nix” Argument dazu).

    • MajorGucky sagt:

      Zitat:

      “Denn hätten alle Potenziellen Uncut Käufer gewusst das in der Deutschen Version in einem Level doch eine Moralische Zensur ist hätten diese sich bestimmt die UK Version zugelegt.”

      Nein, hätten Sie nicht. Ich zähle mich zu den “Uncut”-Käufern, aber in diesem speziellen Fall hätte ich absolut nichts dagegen einzuwenden gehabt, wenn diese geschmacklosen und völlig überflüssigen drei bis vier Minuten komplett gefehlt hätten.

      Was mich allerdings auch stört, ist die Frechheit des Publishers, vorher eine inhaltsgleiche Fassung anzukündigen und denen, die andeuten, daß Sie geschnitten sein wird, zu unterstellen, daß Sie keine Ahnung haben. Den Kommentar “Call of Blutbad” bei 4Players fand ich in diesem Fall auch in Ordnung und würde den so mitunterschreiben.

  7. Dragonslayer sagt:

    Und wer ist hier der Dumme? Nein es ist nicht der Entwickler und auch nicht Herr Luibl. Sondern der Kunde, der am Veröffentlichungstag mit ‘nem grossen Fragezeichen vor’m Spielregal steht. Und natürlich auch die Händler, denen so sichere Vorbesteller ausbleiben, aufgrund der Verunsicherung! Gaaaaanz toll.

  8. Aerendil sagt:

    Also ich würde Erpressung genauso definieren: Wenn… dann…

    Und was ist mit Filmen, die Videsopiele-Industrie vergleicht sich doch so gern mit der Filmbranche – da werden Filmkritiken auch veröffentlicht bevor der Film anläuft und keiner jammert.

    Das “scheinbar” immer raffgierigere Verhalten (DLC’s, sinkende Spielzeit, Multiplayer-Bezahlmodelle etc.) von Publishern auch noch zu verteidigen, zeigt schon wo du stehst. Außerdem ist es ja laut Studien angeblich egal wie getestet wird, ein Spielkauf hängt ja nur vom Hype der Werbung ab – aber es ist schon hilfreich zu sehen, welche Mankos man in Kauf nehmen muss/müsste bei einem Spiel und halt ob man dann nicht doch noch 1-2 Monate mit dem Kauf wartet, weil es eben Mankos hat, über die man Bescheid weiß.

    Es geht hier nicht um das “Recht” des Journalisten, es geht hier vielmehr um das “Recht” des Kunden informiert zu werden – und das wird hier mMn maßgeblich angegriffen, denn ich ärgere mich immer wenn ich höre “öh wir dürfen noch nicht berichten, weil Embargo.”

    Und auch wenn du betonst hier als Privatperson und nicht als MS-Mitarbeiter zu schreiben, so bleibt doch immer der schale Beigeschmack, dass sich jeder von uns dass auch als MS-Firmenpolitik durchaus vorstellen kann.

    Was ich nicht verstehe – warum Publisher nicht auf den Kunden zugehen und mal sagen, so, dass ist unser Spiel, wir finden es total geil und sind davon überzeugt, hier schaut es euch an und ihr dürft auch gerne darüber berichten – wahrscheinlich weil die Qualität einfach stetig sinkt (Verhältnis Preis, Spieldauer)

    Bei Brütal Legend war das finde ich vorbildlich gelöst, obgleich die Demo eigentlich schon als Vorspiegelung falscher Tatsachen gewertet werden konnte, weil es nicht alle und/oder nur einige Genretypischen Elemente gezeigt hat.

    • Ich sags gern nochmal: Ich will nichts und niemanden in seiner Berichterstattung nach Erscheinen eines Spiels einschränken. Gott bewahre! Aber ich vertraue mein Baby, an dem 100 Leute zwei Jahre lang gearbeitet haben, nicht einem autodidaktischen, selbsternannten “Spieletester” vier Wochen vor Release ohne Sicherheitsgurt an.

      • MajorGucky sagt:

        Zitat:

        “Aber ich vertraue mein Baby, an dem 100 Leute zwei Jahre lang gearbeitet haben, nicht einem autodidaktischen, selbsternannten “Spieletester” vier Wochen vor Release ohne Sicherheitsgurt an.”

        Das trifft es doch genau. Aber viele wollen das wohl ganz einfach nicht verstehen. Ist ja auch so einfach mit dem Standard-Argument “Einschränkung der Pressefreiheit” daherzukommen, auch wenn das den Kern der Sache nicht wirklich trifft.

      • Yoshi sagt:

        Wer Qualität entwickelt und von seinen Spielen überzeugt ist, der braucht auch keine Angst vor frühzeitiger Berichterstattung haben.

        Außerdem brauchst du es ja nicht nur einem Redakteur geben, sondern kannst alle Print- und Online-Redaktionen damit beglücken.
        Dann steht nicht dein Spiel, sondern der Tester, der das Spiel zerreißt, ziemlich blöd dar, wenn alle anderen Websites von dem Spiel begeistert sind.
        Wenn ich weiß, dass mein Spiel nichts taugt oder nur Durchschnitt ist, würd ich natürlich auch einen Teufel tun und irgendwem ein Testmuster geben.

      • ro sagt:

        Doch. Machst Du, wenn Du weißt, dass es gut ist. Denn das weißt Du, wenn Du zwei Jahre lang mit 100 Leuten daran gearbeitet hast.

        Wenn Du aber etwas zweifelst, dann vertraust Du es natürlich weniger gerne jemandem an. Keine Frage.

      • Bash sagt:

        Öh und der Autodidakt darf dann NACH Erscheinen schreiben, was er will? Oder hättest Du ganz gerne, dass er gar keinen Test schreibt?

        Klingt für mich fast so, als ob die Versorgung mit Früh-Mustern und Knebelvertrag die einzige Möglichkeit ist, diesem “Autodidakten” eine Note abzuluchsen, die er selbst so nicht “gefunden” hätte.

        Das ist dann jetzt alles doch ein wenig entlarvend. Du bist von vorne herein mit der Person an sich als Tester unzufrieden, bist aber (unter Vorbedingungen) doch bereit, ihm ein Testmuster im Vorfeld zu schicken?

        Wo liegt denn da bitte die Konsequenz? Da hab ich ja dann doch fast das Gefühl, dass Du es Deinen 100 Leuten, die zwei Jahre an dem Spiel gearbeitet haben, nicht zumuten kannst, die Zielgruppe des Autodidakten nicht auch noch zu erreichen.

        Find ich ehrlich gesagt nicht wirklich schön…

    • MajorGucky sagt:

      Zitat:

      “Und was ist mit Filmen, die Videsopiele-Industrie vergleicht sich doch so gern mit der Filmbranche – da werden Filmkritiken auch veröffentlicht bevor der Film anläuft und keiner jammert.”

      Nein, das stimmt meines Wissens nach nicht. Inzwischen gibt es auch in diesen Bereichen schon Regelungen, an die sich ein Journalist halten sollte, wenn er zu einer kostenfreien Pressevorführung eingeladen werden will.

      Zitat:

      “Und auch wenn du betonst hier als Privatperson und nicht als MS-Mitarbeiter zu schreiben, so bleibt doch immer der schale Beigeschmack, dass sich jeder von uns dass auch als MS-Firmenpolitik durchaus vorstellen kann.”

      Nein, du solltest von dir aus nicht auf andere schließen. Ich für meinen Teil kann sehr wohl zwischen einer privaten Ansicht und einem Firmenpolitik unterscheiden.

  9. TheSaintSonix sagt:

    Ich fürchte du machst hier auch einen Fehler:
    Natürlich ist es das “gute Recht” der Hersteller nur mit denen zu reden, die ihnen wohlgesonnen sind. Aber würde sich das so durchsetzen, wie du hier schreibst, würde die Spielepresse erst Recht den Bach runter gehen. Und darunter würden auch die Spielehersteller leiden. Gibst du nämlich nur an ausgewählte Redaktionen ein Testexemplar weiter, sodass zum Release oder vorher ausführlich in den entsprechenden Publikationen berichtet wird, so hast du zwar “tolle” Presse, die aber NICHTS mehr wert ist.

    Man stelle sich folgendes Szenario vor: Jemand hat von dem Spiel “Assassins Creed 2″ gehört und überlegt es sich zu kaufen, geht also in den Zeitschriftenladen und sucht das Magazin seines Vertrauens. Doch kein “Assassins Creed” auf der Titelseite zu sehen, ein Blick auf die letzte Seite enthüllt, dass der Titel erst im nächsten Heft getestet wird. Na toll, dann nehmen wir eben das Blatt nebenan, das hat 18 Seiten Test + 22 Seiten Walkthrough, gekauft. Wertung 99,982%, Hammerspiel, Jubel, Trubel, Heiterkeit, ab in den Blöd-Markt, Spiel kaufen. Doof nur, wenn sich das Spiel dann doch als Gurke (nicht AC2, das ist toll!) erweist. Effekt: Der Käufer ist vom Spiel enttäuscht, und das sogar mehr als normal, schliesslich wurde ihm ja durch “unabhängige” Presse der Mund wässrig gemacht. Er verliert also übermäßig Vertrauen in den Hersteller, aber noch viel mehr Vertrauen in die Spiele-Presse. Denn ohne wirklichen Journalismus, sind Spiele-Zeitschriften nicht mehr als blosse Anzeigenheftchen. Kostenlos-Zeitungen zum direkt in den Müll schmeissen. Damit zerstört man die Spiele-Journalismus-Branche und schädigt die Hersteller, denn mit guten Wertungen UNABHÄNGIGER Zeitschriften brüstet sich jeder Entwickler und jedes Spiel gerne! Nicht umsonst fand man und findet man immer noch die Abzeichen von Gamestar, PCGames und co. auf Anzeigen und Packungen.

    Aber dieses System kann nur funktionieren, wenn die Hersteller mitmachen. Es ist eine Symbiose, ja. Aber eigentlich profitiert der Hersteller mehr als der Journalist.

    • Wenn die Welt so funktionieren würde, würden alle nur noch die Zeitschriften lesen, die über Spiele erst ein paar Tage später berichten als alle anderen.
      Beispielsweise ist es ja heutzutage eigentlich unmöglich ein Spiel mit Multiplayer-Funktionalität vor dem Erscheinen korrekt zu testen, denn dazu braucht man ja ein paar tausend Spieler um Dinge wie Balancing, Ranking, Serverloads und so zu testen. Trotzdem erscheinen in vielen Publikationen “Tests” mit Multiplayer-Wertung die Wochen vor Release geschrieben worden sein müssen. Warum? Weil die meisten (!) Leser eben nicht eine sauber recherchierte sondern eine schnelle Geschichte haben wollen (und am besten auch noch online und umsonst ohne ein lästiges Heft kaufen zu müssen).
      In dieses Haifischbecken geht kein ernstzunehmender Publisher, der seine Programmierer bezahlen will, ohne entsprechenden Schutzkäfig rein.

    • MajorGucky sagt:

      Nein, das genaue Gegenteil wird eintreten. Der intelligente Spieler wird sich diese augenscheinlich nichts taugende “Frühtester”-Zeitschrift nicht mehr kaufen und das nächste Mal auf die nächste Ausgabe des Magazins seines Vertrauens warten.

      Natürlich gibt es bestimmt auch solche, die nichts daraus lernen, aber denen ist wohl ohnehin nicht mehr zu helfen.

  10. Veno sagt:

    Ähnliche Gedanken, wie in diesem Blog-Beitrag, gingen mir durch den Kopf, als ich den… sagen wir mal… melodramatischen Kommentar des Herrn Luibl “Dumm, dümmer, Embargo!” gelesen hatte.
    Und natürlich wird die freie Pressearbeit der Spielredaktionen in keiner Weise tangiert, wenn Publisher zu speziellen Events einladen und auf vorteilhafte Previews hoffen… Redaktionen und Publisher befinden sich halt in einem natürlichen Kreislauf der gegenseitigen Abhängigkeit. Da muss sich der Konsument halt seinen Weg durch bahnen. Doch leider führt das an zahllosen schwachen und einfach schlechten Texten vorbei, die in weiten Teilen nichts mit Journalismus zu tun haben… sachliche und fundierte Kritik an tragfähigen Standards ist Mangelware. Die obskuren Wertungstabellen sind verzerrt und meist das subjektive Produkt eines einzelnen “Testers”.
    Wer kein Gehetzter oder Getriebener der erweiterten Marketingkampagne ist, der kann auch auf fundierte Testberichte ein paar Tage warten und muss nicht gleich, in fast sexueller Erregung, am Veröffentlichungstag das Spiel kaufen und durchspielen.
    Gut Ding braucht Zeit

  11. 4P sagt:

    Nur mal vorweg: Hier antwortet der Privatkritiker Jörg Luibl, der zur Kritikerfirma 4Players.de gehört und das auch nicht trennt – das wäre nämlich Heuchelei. Oder PR.

    Lieber Boris,

    (ich hätte dir ja gerne auf eine E-Mail geantwortet, aber so erfahre ich erst jetzt, dass du mich öffentlich ansprichst)

    es ist schon erstaunlich, wie wenig Restjournalismus in einem ehemaligen Redakteur steckt, wenn er jeden Tag in Herstellerseife badet – da muss man sich wirklich die Augen reiben, wenn man diesen Text liest.

    Das brennt richtig, wenn man da als “hungrige Meute” bezeichnet wird, mit “Parolen geimpft”, die dank ihrem “gottgegebenen Recht” die armen Produkte des Herstellers “frisst”. Sind wir im Jahr 2009? Und warst du wirklich mal “Journalist”? Ich sage das jetzt nicht, weil du immer noch nicht zwischen seid und seit unterscheiden kannst…

    >>>Was gibt Euch eigentlich das Recht, unter ein Spiel eine Zahl von Eins bis Hundert zu setzen?

    Hattest du in der Schule, spätestens so in der 10. Klasse, nicht auch mal das Thema Meinungsfreiheit? Und freust du dich nicht auch über knallharte Tests, bevor du dir für viel Geld einen Fön oder ein Auto kaufst? Oder liegt es einfach daran, dass “Produktmanager” aus beruflichen Gründen wenig mit dem Wert und dem Begriff der Kritik anfangen können? Ich empfehle einen Blick auf Lessing, das war so ein Hamburger Vorreiter für die freche Gattung, zu der ich mich und alle anderen Spieletester zähle – der ist zwar längst verstorben, könnte aber auch Printopas noch bilden.

    >>Schlechte” Testberichte kriegt man früher oder später, aber warum zur Hölle soll es unbedingt früher sein?

    Ja, warum nur? Vielleicht damit man den Scheiß, der einem zur Primetime schön geredet und zum Himmel gehypet wird, nicht aus Versehen vorbestellt.

    >>Und wenn der Hersteller meint, das die potentiellen Käufer und Spieler nicht “gespoilert” werden sollen, dann ist das seine Entscheidung.

    Großartig. Das sind Probleme, die wir anpacken müssen. Lass und doch endlich ein Anti-Spoiler-Gesetz beantragen. Am besten bei der CSU. Auch für Film und Literatur!

    >>>Wieso seit Ihr schlau und die PR-Leute doof? Welche von diesen beiden Gruppen arbeitet professioneller und hat seinen Job wirklich in einer Ausbildung gelernt?

    Das ist alles nicht so einfach mit den Doofies. Es gibt nämlich gute und schlechte PR, gute und schlechte Presse.

    >>>daß auf vielen Webseiten weitaus sorgloser, unausgebildeter und meistens im Solo gearbeitet wird, als das zu meinen Tester-Zeiten der Fall war.

    Kennst du eigentlich Online-Redaktionen? Weißt du wie die Teams arbeiten? Was die “Kompetenzen” angeht, die du bezweifeln willst, weil ja alle Spielekritiker da draußen abgebrochene “Autodidakten” ohne echte Ausbildung sein müssen: Im Gegensatz zur dir, der damals wie heute im Stile eines jungen Klempners textet, besitze ich wie einige andere Onliner (!) – natürlich als Privatperson und Chefredakteur – einen Magister Artium germanistischer Prägung plus journalistische Ausbildung. Schöne Grüße an den Kollegen in Berlin!

    Und selbst wenn da draußen viele ohne Uni-Abschluss, dafür aber mit Leidenschaft und gutem Stil ihre Spieletests schreiben, mache ich mir keine Sorgen. Ich traue den Jungs da mehr zu als einem Produktmanager von Microsoft, der überall ungebildete Pressewölfe sieht, die seine Produkte zerreißen.

    • Wer austeilt, muß einstecken können und wenn der gute Jörg meine Rechtschreibfehler anstreicht, dann hat er recht. Aber das hier ist ein Blog, welches ich in Arbeitspausen und meistens an Abenden mehr schlecht als recht pflege und ohne Lektoren laufen lasse.

      Wenn Jörg meint, Privatperson und Berufsperson könne man nicht trennen, hat er meiner Ansicht nach unrecht (sonst wäre jeder in seinem Job mit allem immer zufrieden) – aber ich gebe zu daß ich, als jemand der auf beiden Seiten gearbeitet hat, natürlich eine andere Sicht der Dinge habe als jemand der “nur” Spieler oder “nur” Journalist war und ist.

      Aber schade, daß du dich dann doch direkt angesprochen fühlst. Das Hersteller mit Embargos und anderem Gedöns kommen, liegt ja nicht speziell an 4players.de, sondern an einem allgemeinen “Verfall” in der Branche. Es gibt gute Webseiten, es gibt schlechte Webseiten und in Zeiten wie diesen trifft es dann auch gute, wenn sich ein Hersteller gegen die schlechteren absichert.

      Aus dem Kommentar entnehme ich weiterhin die Unsicherheit, ob du jetzt ein Medium haben willst, das sich über “schnell” oder über “gründlich” definiert. Beides geht nicht. Wenn der Druck der Leser da ist, den Testbericht zu X so früh wie möglich zu haben (um vorbestellen zu können), dann mußt du eine andere Publikation machen als wenn du eine gründliche willst.

      Was mir zum Halse raushängt (und damit meine ich nicht 4players) sind zum Beispiel Publikationen die einerseits den großen Unabhängigen vortäuschen, aber sich um der Auflage willen doch mit der Spieleindustrie ins Bett legen. Eine Episode aus dem Frühjahr: Im Editorial schreibt eine Zeitschrift wie EIN Redakteur ein Spiel 48 Stunden vor Ort ausprobieren konnte. Im Testbericht gibt es aber “Meinungskästen” von zwei Leuten, die das Spiel (laut Editorial) ja gar nicht gespielt haben…

      “Kritisch. Ehrlich. Aktuell.” steht bei 4players und, ganz ehrlich, wenn ihr Kritisch und Ehrlich sein wollt, dann sagt einfach “Wir machen den Scheiß nicht mit und warten auf fertige Spielversionen” und gut ist. Den Lesern aber den Floh von der bösen Spieleindustrie ins Ohr zu setzen, wenn man doch selber gar nicht betroffen sein sollte, ist irgendwie zwiespältig. Du willst das Testmuster vorher UND ohne Vorbehalte und ich sag: Das kann es nicht geben. Du kriegst es vorher mit oder zum Release ohne Vorbehalte, wenn der Hersteller das so will.

      Darüber zu schimpfen, daß Hersteller es wagen, eine Gegenleistung zu erwarten, wenn sie dir was vorab anbieten, ist meiner Ansicht nach ziemlich daneben gewesen.

      Und ansonsten betone ich noch ein letztes Mal: Meinungs- und Pressefreiheit, in jedem Fall, ich habe die Produkte selber als Freiwild bezeichnet, sobald sie veröffentlicht sind.

      Aber wer Pressefreiheit leben will, zuckt nur lächelnd mit den Schultern und verzichtet auf die Vorabversion mit angehängtem Vertrag, sagt seinen Lesern gerne “Da machen wir nicht mit” und sollte lieber über die Publikationen meckern, die das machen, als die Hersteller, die das nutzen.

      • 4P sagt:

        Du wunderst dich wirklich, dass ich mich direkt angesprochen fühle, wenn du einen Blogeintrag mit “Lieber Jörg” einleitest? Dass ich Rechtschreiberbsen zähle, liegt an deinem überheblichen Urteil über die “Qualifikation” von Spieletestern – da arbeiten ja nur unprofessionelle Deppen ohne Ausbildung…meine Herren, wo die mal landen können!

        Aber lassen wir die Eitelkeiten, mal zum Status quo des Arbeitsalltags:

        Embargos haben nichts mit einem “Verfall” in der Spielebranche zu tun (schon wieder so ein Pauschalmythos), sondern mit Verlustängsten – da geht es letztlich um Umsatz. Also will man gute Besprechungen im Vorfeld sehen. Das ist für einen Produktmanager mit Zielvorgabe verständlich, aber einem Journalisten kann und muss das egal sein – vor allem “Gegenleistungen”. Die größtmögliche “Gegenleistung” ist, dass wir eine Vorschau oder einen Test prominent platzieren, weil uns das Thema wichtig ist; was der Hersteller sonst will, soll er als Werbung buchen – seine Mitsprache endet, sobald er etwas über sein Produkt veröffentlicht. Schlecht ist schlecht und das muss gesagt werden.

        Die Spielepresse haut doch im Vorfeld eines Tests über Monate jeden kleinen Scheiß, jeden Screenshot, jedes Video eines Spiels ohne Gegenleistung(!) online und dann soll man mit der Kritik brav bis zum Verkaufstag warten? Nein, wir werden in Zukunft auch die Vorschau immer mehr für kritische Ersteindrücke nutzen. Auch da hätte man am liebsten eine “neutrale Tonalität”, auch da soll am besten “schön beschrieben” werden. Alles hofierender Bullshit: Wenns in der Vorschaufassung Spaß macht, dann schreibt man das; wenn nicht, dann erklärt man, warum das so ist.

        Ich will übrigens keinen Test zwei, drei Wochen vor Release anbieten, aber ich will unseren Lesern spätestens einen Tag vor dem Verkaufsstart sagen können, was Sache ist. Und wenn man wirklich gute Spiele im Portfolio hat, dann braucht man davor auch keine Angst haben.

        Zumal einige Hersteller es genau so professionell machen: Wir bekommen die finale Version spätestens eine Woche vor Release, haben genug Zeit und können den Test vor dem Streetday anbieten – ohne, dass wir vorher ein Wertungsversprechen geben müssen!

        Die ganze elende Zickerei beginnt erst, wenn man nicht so brav wertet wie die Herren das gerne bei ihrem “Top-Produkt” hätten. Und weil das zu Konsequenzen führt, kaufen wir bei 4Players.de ohnehin schon viele Spiele selbst ein.

        Professionelles Produkt-Management geht souverän mit seiner Qualität um und akzeptiert, dass es im Internetzeitalter immer auch Kritiken gibt – selbst wenn man denkt, dass die eigenen Blumen natürlich die schönsten sind.

    • cndic sagt:

      Ich erlaube mir einen Kommentar aus Sicht eines seit knapp 30 Jahren leidenschaftlichen Videospielers:

      Jörg Luibl schrieb:
      > [...]
      > Ja, warum nur? Vielleicht damit man den Scheiß,
      > der einem zur Primetime schön geredet und zum
      > Himmel gehypet wird, nicht aus Versehen vorbestellt
      > [...]

      Darin verbirgt sich meiner Meinung nach das Kernproblem:

      Die potenziellen Käufer werden durch gezielten Hype angefixt, so dass sie ein Produkt unbedingt vorbestellen wollen. Um sie dabei vor Fehlgriffen zu bewahren, leiten Publikationen daraus einen Anspruch auf vorgezogene Tests ab.

      Aber muss das sein? Ich sage nein.
      Über Wortwahl lässt sich streiten, aber ich finde, Boris hat völlig recht mit seinen Argumenten.

      Soll ein Videospieler doch ein paar Mal Produkte vorbestellen, auf die er durch Hype angefixt wurde – ohne rechtzeitig von einem Verriss gewarnt zu werden, der auf Basis einer Vorabversion entstanden ist. Gut so!

      Wenn dieser Videospieler dann immer noch nicht gelernt hat, auf den Hype der PR-Leute nichts zu geben und auf einen seriösen Testbericht zu warten, warum ihn dann zu seinem Glück zwingen?

      Ja, der Marketing-Hype vor Einführung eines Produkts ist lästig, v.a. wenn er ungerechtfertigt ist. Ich könnte darauf sehr gut verzichten, aber ich habe gelernt damit umzugehen.

      Daraus den (rechtlichen? moralischen?) Anspruch auf entsprechend frühe kritische Tests ableiten zu wollen ist blanker Unsinn.

      • Schnake227 sagt:

        Zumal davon abgesehen das ich selber als Person allg. 4Player.de gegenüber sehr kritisch stehe, muss ich bei diese Antworten hier einfach dem Kopf schütteln!

        Auch ich muss Cndic und Boris zustimmen. Seine Argumente sind vollkommend Gerechtfertigt!

        “Embargos haben nichts mit einem “Verfall” in der Spielebranche zu tun (schon wieder so ein Pauschalmythos), sondern mit Verlustängsten – da geht es letztlich um Umsatz” Da redet der Herr Luibl vom Umsatz: Aus welchem Grund werden die “Vorrab Tests” an Gewisse Konditionen gebunden? Damit der Publisher selber seinem Umsatz sichern kann! Man braucht sich nur die Aktionen von z.b. Sony damals anzuschauen wo sie die Ps3 Raus brachten (wenn ich mich nicht täusche einem umsatz verlust von 200$ pro verkaufte konsole?) Da weiss man schon was ich meine!

        “Die Spielepresse haut doch im Vorfeld eines Tests über Monate jeden kleinen Scheiß, jeden Screenshot, jedes Video eines Spiels ohne Gegenleistung(!) online und dann soll man mit der Kritik brav bis zum Verkaufstag warten? Nein, wir werden in Zukunft auch die Vorschau immer mehr für kritische Ersteindrücke nutzen.”

        Wenn ich das richtig verstanden habe, will 4Player.de aus einem Screenshot oder ein aufgetauchtest Video bei Youtube oder sonstwo eine Spiele Beurteilung schreiben? DAS ist bullshit!

        Verwiesen auf dem Nächstem blog Eintrag von Boris muss ich einfach nur lachen wenn ich solchen Zeilen lese. Bei eine Spiele Bewertung sollte es sich ja um dem Spiel Erlebniss gehen, um dem Persönlichem der Nicht für verallgemeinert werden kann! Und genau aus diesem Grund ist eine “Note” Schwachsinn!

        “Ich will übrigens keinen Test zwei, drei Wochen vor Release anbieten, aber ich will unseren Lesern spätestens einen Tag vor dem Verkaufsstart sagen können, was Sache ist. Und wenn man wirklich gute Spiele im Portfolio hat, dann braucht man davor auch keine Angst haben.”
        Auch Schwachsinn, Woher wollt ihr wissen das ein von euch gespielter Spiel was “Schlecht” bewertet wurde mir persönlich nicht gefällt? Nur weil ihr das geschrieben habt?

        Seien wir doch mal Ganz ehrlich, hier dreht sich alles um eine sache: Money, Money Money!

        Was ich dennoch hinzufügen möchte, bin mir zwar sicher das sich Boris Selber verteidigen kann aber: Herr Luibl, sie fühlen sich von Herr Schneider-Johne persönlich angegriffen? Egal was er schrieb, in jedem Einzelnen punkt waren seine Worte mit mehr Sorgfalt gewählt worden als ihren! Erst vor seine eigene tür kehren bevor man sich um dem Schmutz der Nachbarschaft kümmert!

  12. polynils sagt:

    Mal abgesehen davon, daß durchaus noch Magazine existieren und vermutlich auch noch eine Weile länger existieren können, ohne über jeden Titel lange vor dem Erscheinungstag zu berichten, kann ich nicht glauben, daß es den Spieleherstellern und -verlegern hilft, wenn ausschließlich positiv über ihre Produkte geschrieben wird.
    Es sitzen nun einmal nicht die Kreativen an den Konzernspitzen, sondern die Erbsenzähler. Und denen traue ich nicht zu, daß sie über ihren eigenen Schatten springen und das Risiko schlechter Kritiken und Verkäufe eingehen. Genau das halte ich jedoch für eine Notwendigkeit, denn die Praxis, gefällige und anfänglich auch einträgliche Fortsetzungen wie am Fließband zu veröffentlichen, scheint ja zumindest bei EA nicht (ganz) gefruchtet zu haben.
    Vielleicht haben die großen Firmen es ja tatsächlich nicht nötig, aber idealerweise sendet die sogenannte Fachpresse mit einer schlechten Kritik auch Impulse zurück und hilft dem Hersteller, seine Produkte in Zukunft zu verbessern.
    Auch muß nicht jeder Leser ein Spiel, das kritisiert wird, gleich als schlecht ansehen. Falls einem Redakteur oder einem Käufer selbst bestimmte Aspekte eines Spieles nicht gefallen, muß dies doch nicht automatisch bedeuten, daß er oder sie es nicht doch kauft, weil andere, positive Eigenschaften überwiegen.
    Zu guter Letzt halte ich es für unredlich, wenn ein Unternehmen mit allen Mitteln versucht, die Meinungsbildung von Kritikern zu beeinflussen und Journalisten ständig mit der Karotte vor der Nase herum wedelt oder auf der anderen Seite drakonische Strafen androht. Das Ansehen jedes Konzerns, von dem ich lese, der so erwas versucht, sinkt bei mir persönlich jedenfalls enorm. Falls jemand schlechte Kritiken fürchtet, sollte er zumindest alle Pressevertreter gleich schlecht behandeln, alles andere halte ich für unanständig.

  13. Yoshi sagt:

    (Folgenden Text hat Yoshi wohl von Henry Ernst, Gamepro, teilweise kopiert: http://www.gamepro.de/forum/showthread.php?t=113415)

    Es ist mal wieder Herbst, der gute Herr Luibl holt die Polemik-Keule raus und bläst zum Rundumschlag gegen die bösen und korrupten Print-Hefte. Die Publisher scheren sich nicht die Bohne darum, ob Hefte überleben oder nicht. Sonst sähe die Anzeigensituation im Print-Markt anders aus. Sie interessieren sich aber sehr wohl für die Form der Berichterstattung. Ich schätze im kommenden Monat wird er sich darüber beklagen, dass Print-Hefte in der Wahrnehmung der Leute immer noch höher angesehen werden als Websites. Oder die Frechheit der Entwickler ihre Spiele noch auf Datenträger zu pressen, anstatt sie gleich ins Internet zu stellen. Solange ich das Internet nicht anfassen und mit aufs Klo nehmen kann, wird Print nicht sterben.

    Ansonsten haben Embargos aber einen bislang nicht erwähnten Vorteil: Der Artikel kann sauber geschrieben werden und dann bequem am Tag des Embargo-Endes online gestellt werden. Das gibt den Redakteuren einen gewissen Vorlauf, der enorm praktisch ist.

    Bleiben wir mal realistisch. Herr Luibl schimpft gegen ein System, in dem er selbst mitschwimmt. Das Geschäftsmodell eines jeden Spielemagazins basiert darauf, Informationen zu verkaufen, die von den Spieleherstellern exklusiv der Presse zur Verfügung gestellt werden. In Form von Screenshots, Infos, Preview- und Reviewversionen. Klar muss man sich einen Gutteil der Infos erst erspielen, aber letztendlich basieren Preview- und Revieweindrücke immer auf Vorabmaterial vom Hersteller. Herr Luibl möchte die ihm “geschenkten” Infos gerne früher verkaufen als die Print-Konkurrenz es kann. Dem entgegen stehen Herstellerinteressen.

    Bei den Embargos gehts ja nicht darum, negative Berichterstattung zu unterdrücken (Ausnahmen bestätigen die Regel). Der Hersteller möchte die Test-Berichterstattung gerne konzentriert gestartet sehen. Weil sonst die Printler sagen: “Wozu Spiel XY auf 8 Seiten testen, wenn die Onliner den Test schon seit 3 Wochen draußen haben, da reicht uns ein Einseiter.” Obendrein macht es für den Hersteller keinen Sinn, wenn Tests Wochen vor Release erscheinen. Ergo bekommen Print und Online ein Embargo aufgedrückt und gehen mit den Tests zeitnah in den Markt. Alle sind glücklich – außer den Onlinern, die sich ihres Wettbewerbsvorteils beraubt sehen.

    Was Herr Luibl bei seinem Rant vergisst ist, dass die Sitte die Presse mit Vorabmustern zu versorgen überhaupt erst aufgrund der Printmagazine entstanden ist. Printmagazine arbeiten mit etlichen Wochen Vorlaufzeit und können einen Test nur dann zeitgleich zum Spielrelease veröffentlichen, wenn sie schon wochen vorher mit Reviewmustern versorgt werden. Herr Lubibl braucht das Material gar nicht so zeitig, bekommt es aber trotzdem – und beschwert sich dann, dass er es nicht 4 Wochen vor den Printlern veröffentlichen darf. Seltsame Logik.

    Die Kolumne ist ein geschickt verpackter Bash gegen die Print-Konkurrenz, die Sorge um die Unabhängigkeit der Presse ist IMO nur vorgeschoben. Ein paar weniger Schimpfwörter hättens übrigens auch getan. Aber das ist wohl Kalkül: Möglichst oft Scheiße verwenden und PR-Menschen als Affen bezeichnen! Dann entsteht in der Zielgruppe der Eindruck, 4Players kämpfe gegen das System, von dem es lebt…

    Ich kann die Gründe für Embargos in vielerlei Hinsicht durchaus nachvollziehen. So geht es den Herstellern natürlich um Informationskontrolle, in einigen Fällen geht es schlicht und einfach darum, die Hintergrundgeschichte zu beschützen und in anderen Fällen, wollen sich die Publisher auch davor schützen, dass ihre Spiele »kaputtgeschrieben « werden. Das bedeutet allerdings nicht, dass hier versucht wird Wertungen zu beeinflussen, sondern dem Produkt die Fairness die es verdient zukommen zu lassen. Jeder Vollidiot kann heutzutage eine Website hochziehen und seinen geistigen Durchfall in die Welt hinausposaunen, bei Zeitschriften ist das zum Glück nicht ganz so einfach. Deswegen bekommt Print im Normalfall mehr und andere Informationen als der selbsternannte CEO- und Chefredakteur von http://www.meinekleinespielsammlung.de. Es hat immer Embargos gegeben und es hat immer exklusive Titelgeschichten gegeben, daran wird sich wahrscheinlich auch nichts ändern.

    • MajorGucky sagt:

      Ein gutes Statement, was ich so durchaus mitunterschreiben würde.

      Nichtsdestotrotz gab es auch schon gute, objektive und gehaltvolle Kommentare von Herrn Luibl – nur dieses Mal hat er sich doch etwas verrannt mit seinen plakativen Statements, welche ich dieses Mal nicht teile.

    • Hernst sagt:

      Also mein lieber Yoshi,
      wenn du schon kopierst, solltest du zumindest die Quelle angeben…..

      Gruß,

      Henry Ernst

  14. donnerbrenn sagt:

    Hier liegt doch ganz klar ein einfacher Interessenkonflikt zwischen drei Parteien vor. Das Ding ist, jeder hat auf seine Weise ein wenig recht und versucht Druck auszuüben, wie gut es geht.

    Partei A) Die Hersteller und Publisher wollen Ihr Produkt verkaufen. Das natürlich in möglichst großer Zahl.

    Partei B) Die Print und Webmedien wollen das Produkt frühst möglich testen, damit sie Ihr eigenes Produkt verkaufen können. Ebenfalls in möglichst großer Zahl

    Partei C) Die Spieler wollen Möglichst früh von B wissen, wie A seinen Job gemacht hat. Denn der entscheidet, welches Medium B er nutzen möchte, um sich über A zu informieren.

    A hat recht, wenn er mit seinem Produkt vorsichtig umgeht und beobachtet, was damit passiert. A ist schließlich auf das Geld von C angewiesen.

    B hat recht, wenn er versucht, alles möglichst früh in die Finger zu kriegen, um seine Kundschaft zu bedienen. B ist auf das Geld von C angewiesen.Bzw auf Werbegelder von A, was es A ermöglicht, Druck auf B zu machen.

    C Hat recht, wenn er’s doof findet, das A seine Produkte nur dann an B weitergibt, wenn der verspricht, seine Meinung nur dann sofort kund zu tun, wenn sie wohlwollend verfasst ist. C würde dann ja kein Geld mehr ausgeben wollen. Denn C hat kein Geld zu verschenken. C hat also die Möglichkeit Druck auf A und B auszuüben, was letztendlich Grund für diesen Interessenkonflikt ist.

  15. Strolch sagt:

    edit: der folgende Beitrag sollte eigentlich etwas weiter oben stehen, es geht um Modern Warfare 2:

    “Ungeschnitten” wäre ja kein Problem gewesen.
    Ich denke die Probleme haben sich aus folgender Behauptung ergeben:
    “Alle Spielmodi, Level, Missionen, Gegner und Animationen sind enthalten. Die deutsche Version wird voll kompatibel mit der US- und anderen Versionen sein, um ein optimales Mehrspieler-Erlebnis zu garantieren”

    Und ob dem wirklich so war… das ist halt Auslegungssache. Also kann ich durchaus verstehen, dass einige sich da aufgregt haben.

    Andererseits muss man Activision hoch anrechnen wie sie das Spiel an unseren Jugendschutz angepasst haben. Man hätte das Spiel auch erst gar nicht in Deutschland veröffentlichen können oder eben bis zur Unkenntlichkeit zerschnippeln.
    So ist man aber den, in meinen Augen, perfekten Weg gegangen und hat nur etwas entfernt, auf das man – und da gebe ich dir recht – gut verzichten kann. Zudem die Flughafenszene durch die ganze Berichterstattung im Vorfeld eh keine dramatische Wirkung mehr auf mich hatte.

  16. Stargaze sagt:

    Jetzt muss ich, als einer der angesprochen “Freizeitjournalisten” dann doch auch mal meinen Senf zu diesem Thema abgeben.
    Ich habe den entsprechenden Kommentar (Dumm, dümmer, Embargo) auf 4players auch gelesen und mich köstlich amüsiert. Gerade 4players wo man seit Gothic 3 und Alone in the Dark eigentlich jegliche journalistische Sorgfaltspflicht über Bord geworfen hat, sich nur noch über das “kritisch” definiert und dem Leser bei jeder passenden (und unpassenden) Gelegenheit die Ehrlichkeit und Unbestechlichkeit der Redaktion unter die Nase reibt wundert man sich über ein Embargo seitens der Publisher? Die Tests von 4players kann man doch seit geraumer Zeit kaum noch für voll nehmen und da soll ein Publisher (im aktuellen Fall Ubisoft mit einem DER Hits im Weihnachtsgeschäft 2009) ein Risiko eingehen? Wohl kaum.
    Vor allem muss man sich die aktuellen Wertungsdiskussionen mal ansehen: Alles unter 70% ist für viele Spieler Müll, bei einem lange erwarteten Tripple-A Titel sind mittlere 80er Wertungen ein Verriss, da muss ein Publisher ja schon sichergehen das zu Release größtenteils 90+X Wertungen auftauchen damit das Spiel gekauft wird.

  17. xwormwood sagt:

    Wenn man diesen durchdachten, ehrlichen und gut lesbaren Artikel liest, ach, dann wird es einem so schwer ums Herz, dass Herr Schneider-Johne eben nicht mehr Redakteur bzw. Redaktionsleiter eines Testmagazins ist.
    Vielen Dank also für dieses Kleinod, da wurde mir beim Lesen wieder ganz warm ums Herz.

  18. popey24 sagt:

    Die Hersteller wollen Ihr Produkt schützten, wo ist das Problem? Die Tester geben dem Spiel entweder eine gute und gerechtfertigte Wertung oder teilen den Lesern mit, daß aus diesen und jenen Gründen der Test nachgereicht wird. Und das kommt ja dann schon einem nicht so tollen Test recht nahme… Gabs nicht letzten Monat eine Zeitschrift, die genau das bei CoD gemacht hat und den finalen Test am Releasetag auf der Homepage angekündigt hat? Wenn die Kunden dann auch mit dem Kauf warten würden, bis es einen ehrlichen Test gibt, dann könnten natürlch im schlimmsten Fall die Hersteller doof aus der Wäsche schauen, weil am Releasetag kein Mensch das Spiel kauft, weil man erstmal den Test abwartet…

    Ein Teufelskreis!

  19. Nepumax sagt:

    Das eigentliche Problem ist doch, dass die Publisher Angst vor schlechten Bewertungen haben. Wenn ich von meinem Produkt überzeugt bin, dann stehe ich doch dazu. Es wird doch etwas sein, worauf er stolz sein kann. Und wenn es einigen nicht gefällt, dann nehme ich die Kritik hin und versuche es beim nächsten mal besser zu machen. Wenn ein Hersteller sagt “Vorabversion nur gegen gute Bewertung” ist das Erpressung, ganz klar! Denn in diesem Moment versucht er sich ja einen beständigen Vorteil zu verschaffen. Der Vorteil für die Presse ist dagegen nur temporär…

  20. buzzybee sagt:

    Schöner und wahrer Text, Herr Schneider-Johne. Kann ich aus journalistischer Sicht voll und ganz unterschreiben. Ich fürchte nur, der Text ist zu lang, zu analytisch, zu wenig polemisch, als dass er in der kurzatmigen Internet-Welt breite Akzeptanz fände. Will sagen: bevor der Leser das alles schnallt, klickt er mal lieber schnell die fragliche Webseite an. Und damit passiert genau das, was Herr Luibl mit diesem und etlichen anderen vergleichbaren Ausrutschern bezwecken möchte. Neugier wecken, Klicks generieren. Schade eigentlich.

  21. Jörg schreibt:
    “Ich will übrigens keinen Test zwei, drei Wochen vor Release anbieten, aber ich will unseren Lesern spätestens einen Tag vor dem Verkaufsstart sagen können, was Sache ist. Und wenn man wirklich gute Spiele im Portfolio hat, dann braucht man davor auch keine Angst haben.”

    Genau. Du willst. Der Hersteller will das vielleicht nicht. Wer hat mehr Rechte?

    Und ja, auch mit einem guten Spiel muß man Angst vor den Spieletestern haben. Denn auch gute Spiele mit großem Publikumserfolg (nicht nur Verkauf, sondern auch von den Spielern gemocht) werden immer wieder mal von einzelnen Journalisten zerrissen. Und wenn das dann der erste erschienene Test ist, kann der auch Domino-mässig die darauf folgenden Tests unberechtigt abwerten. Also daher die Lebensversicherung.

  22. Da unterschwellig unterstellt wird, mein Arbeitgeber würde bei diesem Spiel mitmachen, will ich hier dann doch mal kurz den Microsoft-Hut aufsetzen und was klarstellen:
    Für das Produkt “Forza Motorsport 3″, bei dem ich leihweise Produktmanager war, gab es zeitliche Embargos, wann Print und Online Testberichte bringen durften, im wesentlichen um Print eine Chance zu geben, auch was zu drucken, wenn alle Journalisten (Web & PRint) nahezu gleichzeitig und vorab Muster bekommen.
    Es gab allerdings nirgendwo eine Regelung, daß Mindestwertungen einzuhalten wären.
    Um den Journalisten Gelegenheit zu geben, zum Start des Tests das Produkt näher kennen zu lernen, und um Microsoft Gelegenheit zu geben, einige Details des Produkts vorzustellen, gab es ein “Review Event” in Hamburg, bei dem die finale Version angespielt werden konnte – allerdings wurden dann kurz darauf Testmuster ohne Auflagen in Bezug auf Wertungen oder ähnliches verschickt, einige Wochen vor Verkauf des Spiels.
    Also alles eine “Light” Version von dem, was in der 4players Kolumne zu lesen ist; im wesentlichen ein Embargo-Datum, damit Testberichte gleichzeitig (aber deutlich vor Release) erscheinen.

    Trotzdem spreche ich jedem Spielehersteller das Recht zu, vor Release des Spiels ein Testmuster nur unter Auflagen rauszurücken. Auch wenn die Tester launig nölen.

    • Stargaze sagt:

      Eventuell noch als Ergänzung: Das Testembargo endete am 8. Oktober, Forza 3 stand ab dem 23. Oktober in den Läden. Das Embargo endete also über 2 Wochen VOR Release, da kann man nun wirklich nicht argumentieren, dass Microsoft negative Reviews zurückhalten wollte.

  23. Zecher sagt:

    Ich muss sagen der Jörg von 4P argumentiert besser.
    Jedem Spieler ist es schon mehrfach passiert, dass er ein gehyptes Produkt gekauft hat, dass sich als Niete rausgestellt hat.
    Genauso gehts mit vielen Kinofilmen, die gehypt werden und keiner eine wirklich ehrliche Kritik schreibt.
    Ich will mich gar nicht über Spiel A oder B auslassen aber Jörg hat in meinen Augen recht.

    @ Boris: Ein (sehr) gutes Spiel kann auch von einem Einzelnen Tester nicht schlecht geredet werden. Ich glaube, da ist die Angst unbegründet. Der von Dir erwähnte Dominoeffekt kann nicht entstehen wenn das Game einfach Spaß macht. Niemand wird es schaffen z.B. ein Halo oder Starcraft 2 schlecht zu reden!

    • Ich hole diese Woche mal meinen seit über einem Jahr immer wieder verschobenen, ellenlangen Blogpost zum Thema “Spieletests und Testverfahren” hervor. Der muß jetzt raus, auch wenn ich immer wieder noch dran rumfeile und zögere.

    • ro sagt:

      Zecher, vielen Dank für Deinen Kommentar. Besser hätte ich es auch nicht formulieren können. Ich musste mir in meinen Zeiten als fester Redakteur auch manchen Anruf von Publishern gefallen lassen, in denen sie über die Wertung jammerten: “Wie, 20 Prozent? Alle anderen haben 70er gegeben!” Nur: Wenn alle anderen zusammen genommen deutlich mehr Hefte verkauft haben als wir seinerzeit, dann hätte das Spiel eigentlich ein Hit sein müssen. War es aber nicht.

      Meiner Meinung nach müsste dringend mal eine Untersuchung zur These stattfinden, dass Spieletests nur einen verschwindend geringen Teil der Käufer in irgendeiner Form beeinflussen. Ich habe im Bus mal gesehen, wie jemand ein Spieleheft “gelesen” hat. Das war traurig, wenn man bedenkt, wie viel Arbeit in einen Text fließt.

      Oh, und ich habe nichts gegen Embargos. Aber ich habe etwas gegen Wertungsvorgaben gegen Testmuster. Da hört der Spaß für mich auf.

      • Die Marktforschungsfirma EEDAR will genau das nachgewiesen haben:

        http://kotaku.com/5248966/famous-people-sell-games-better-than-game-reviewers

        Leider kann ich nirgendwo den EEDAR Report finden und ich weiß von früheren Reports das deren Methodologie manchmal sehr zweifelhaft ist.

        Aber wie “machtlos” Reviews tatsächlich sind sieht man am besten an allen in der Fachpresse hervorragend bewerteten Nicht-Nintendo-Wii-Spielen, die alle weltweit wie Blei in den Regalen liegen.

      • Maniac007 sagt:

        Der Artikel spricht aber ausdrücklich von Spielen für den Massenmarkt, also casual games, Musikspiele, etc. Ansonsten gibt es schon eine recht starke Korrelation zwischen Spielewertungen un Verkaufszahlen, zumindest für 360- und PS3-Spiele:

        http://www.vgchartz.com/forum/thread.php?id=89153

      • Korrelation ungleich Garantie!
        Auch wenn in vielen Fällen die Wertung mit den Verkaufszahlen stimmt (muß ja auch, sonst würden Spieletester nun wirklich immer am Geschmack der Käufer vorbei schreiben), gibt es halt auch Ausreißer, bei denen es nicht stimmt.

      • ro sagt:

        @Maniac007:

        “Der Artikel spricht aber ausdrücklich von Spielen für den Massenmarkt, also casual games, Musikspiele, etc. Ansonsten gibt es schon eine recht starke Korrelation zwischen Spielewertungen un Verkaufszahlen, zumindest für 360- und PS3-Spiele:”

        Na klar. Wenn ein Spiel gut ist, verkauft es sich ja auch und dann gibt es auch “gute” Tests. Aber es ist halt nur eine Korrelation, keine Bedingung. Erinnert sich jemand an das erste Matrix-Spiel? Was ein Hype. Was ein schlechtes Spiel.

  24. Bash sagt:

    Eins vorweg: ich gehe nicht davon aus, dass Du durch Deinen Arbeitgeber motiviert bist. Wenn man sich den Spieleveteranenpodcast anhört, Deinen Twitter-Stream und diese Webseite liest, dann wird klar, dass dies sicherlich Deine eigene Meinung ist.

    Nachdem das gesagt ist muss ich meine Fassungslosigkeit über diese Meinung zum Ausdruck bringen. Du warst mal Spieleredakteur. Damals hast Du Embargos unterzeichnet. Jetzt bist Du bei Microsoft beschäftigt. Und verteidigst Knebelbedingungen.

    Ich drücke es mal positiv aus. Du bist ein verdammt loyaler Arbeitnehmer.

    • Ich seh das in diesem Fall anders. Unlautere Knebel gäbe es auch: Anzeigen-Entzug wegen eines Tests, nicht mehr auf Presse-Events einladen oder sonstwie abstrafen.
      Nur, wenn es um das Zusenden einer VORAB-Version geht, da gebe ich dem Hersteller das Recht zu sagen “Vorab nur, wenn wir das und das haben – ansonsten halt zeitgleich mit Release”.
      Würde ich heute eine Zeitschrift machen, würde ich mich klar festlegen, wie ich dieses Thema handhaben will. Ich zum Beispiel würde in die Richtung “Mein Heft berichtet später, aber gründlich” tendieren, wobei das aber wahrscheinlich nicht die wirtschaftlich erfolgreiche Version ist. Denn warum reißen sich sonst Zeitschriften andauernd um “Exklusiv-Tests”, “Erster Test” und andere Formulierungen auf dem Titelblatt? Um Käufer anzuziehen, richtig? Also hat die Vorab-Version einen wirtschaftlichen und nicht einen “moralischen” Wert für die Publikation.

      • Maniac007 sagt:

        Ich sehe da den Unterschied zwischen fairen und unfairen Embargos nicht. Wieso ist das Vorenthalten eines Previewmusters fair, aber der Ausschluss aus einem Presse-Event unfair? Und ist es nicht das gute Recht eines Publishers, mit einem Verlag, der aus eigener Sicht eine unfaire Wertung gegeben hat keine Geschäfte mehr zu machen und auf Anzeigen zu verzichten?

      • Weil sich Themen wie “ich lad euch nicht mehr ein und anzeigen kriegt ihr auch nicht” immer auf Folgeprodukte beziehen und gar nicht auf das Produkt, um das es eigentlich geht. Da geht es um das Bestrafen eines schon erschienenen schlechten Tests.

      • Bash sagt:

        Hm ich verstehe, was Du meinst. Ich denke diese Knebelverträge sind durch die Dinge wie Spieletester entstanden, die die Natur einer Vorversion nicht begreifen, und Verrisse schreiben, obwohl das Spiel noch nicht fertig im Laden steht.

        Nur kann man hier eventuell davon ausgehen, dass diese Autoren so viele unfertig in den Läden angekommene Spiele getestet haben, dass sie gar nicht mehr zwischen “Ladenversion” und “Pre Alpha” unterscheiden können.

        Worauf ich hinaus will: wenn ein Spielehersteller der Meinung ist, dass sie eine Version so nicht herausgeben können, weil sie einfach grottenschlecht ist, dann sollten sie es lassen. Können sie aber nicht, weil inzwischen so viel Geld daran hängt.

        Ihre Lösung: Knebelverträge. Meine Lösung: lasst es einfach. Gebt diese Versionen nicht heraus.

        Meine Quintessenz ist einfach: wenn man einem Spieletester nicht dahingehend vertrauen kann, dass er den Unterschied zwischen einer Pre-Alpha und einer endgültigen Spieleversion kennt, dann gibt man ihm keine Testversion. Die Lösung kann einfach nicht sein, dass man die Person einen Knebelvertrag unterschreiben lässt.

        Das hat was von Zensur. Es stinkt einfach vom Kopf her. Und deshalb bin ich so vor den Kopf geschlagen. Ich weiß, was Du meinst. Ich verstehe das. Nur weiß ich auch, dass Du Excel-Tabellen schubst und habe deshalb so ein wenig das Gefühl, dass Du gar nicht umhin kommst, aus dieser Blickrichtung diese Dinge zu nachvollziehbar zu finden.

        Für mich als Spieler kann ein Knebelvertrag nie gut sein. Niemals.

    • Stargaze sagt:

      Ich glaube nicht, dass es zu Zeiten von Boris als Spieletester Embargos gab – das Internet war praktisch nciht existent und die Tests kamen zu 99% nach Release des Spiels.

      • Nicht das Embargo im heute zu verstehenden Sinne, aber als ich zum Beispiel die Vorab-Version von 7th Guest durch die Mangel nahm, hat der Publisher danach etwas vorsichtiger die Vorab-Disks in meine Richtung gefeuert. War ja auch sein gutes Recht. Ich hatte auch Fälle, wo man der Redaktion das Spiel schickte, um unverbindliche Meinung bat und erst als die gut war, die Version für einen Test freigab. Fand ich damals schon fair – denn damit konnte man ein gutes Spiel früh im Heft haben; und bei einem nicht so guten ist es ums Warten nicht schade.

  25. fatal2107 sagt:

    Eine interessante Diskussion. Wobei ich beide Seiten zum Teil verstehen kann.
    Das wäre doch mal eine Sonderausgabe des Podcast wert, bzw. ein Podcast-Streitgespräch zw. Boris und Jörg L. Finde ich persönlich zumindest!

  26. PhilB sagt:

    Warum verschwenden die Spielehersteller Zeit mit dem ganzen PR-Scheiß, Knebelverträgen mit Spielemagazinen, gerichtlichen Klagen usw … – anstatt einfach gute Spiele zu produzieren, die dann ganz von allein gute Wertungen bekommen?

    Ich bezweifle dass es Spielemagazine mit ernstzunehmender Reichweite gibt, die ein gutes Spiel aus Bosheit schlecht und unfair bewerten.

    Produziert Qualität anstatt euch um die Berichte über die Qualität zu kümmern!

    • Das ist so wieder einer der Kommentare, der mich an Themen wie Schwarmintelligenz zweifeln läßt.
      Ich sag mal der Spieleindustrie Bescheid, daß die Spiele besser werden müssen. Da hat bestimmt vorher keiner dran gedacht. Wenn die Marketingleute mitprogrammieren, wird bestimmt alles gut.

      • Nepumax sagt:

        Aber er hat doch Recht!

        Die Hersteller und Co. sollten eher ihre Mühen in die Verbesserung der Entwicklung des Produkts stecken, als nicht ständig mit der Angst kämpfen zu wollen, ein Dutzend schlechter Tests würde ihnen einen wirtschaftlichen Schaden bereiten. Das ist natürlich etwas naiv, aber als so gesehenes Grundprinzip müsstest du mir da doch zustimmen, oder?

        Das was du da sagst ist nicht gerecht, denn so trägt das Risiko hinterher der Spieler, der sich x Tests durchgelesen hat, sofort zuschlägt und feststellen muss, dass es doch nicht so seins ist, um das später von anderen Magazinen, sei es Print oder Online, noch bestätigt zu bekommen.

        Wenn beide Parteien in einer Symbiose leben, so wie du es sagst, dann müssen sie auch symbiotisch mit den Risiken umgehen!

      • Diese Aussage setzt voraus, daß Spielehersteller bis heute nicht an der Qualität der Produkte interessiert sind und das ist natürlich Quatsch. Wie in jedem anderen Genre auch (TV, Film, Musik, Buch, Comic) gibt es einige wenige außergewöhnlich gute Sachen, ein großes Mittelfeld und Schrott. Das große Mittelfeld, das in allen anderen Genres aber ein ganz solides Geschäft bietet, bei dem der Kunde sich auch NICHT über das Ohr gehauen fühlt, wird von “Spieletestern” kleiner geredet als es ist und dient hier als Fallbeispiel für “Qualität verbessern”. Nö – das ist das ganz normale Mittelfeld, der Durchschnitt, und der kann nunmal über eine “normale” Qualität nicht herauswachsen. Oder wir lassen per Kommission nur noch 25 Spiele im Jahr zu, alle anderen dürfen nicht erscheinen.

    • BleedingGuitar sagt:

      “Macht doch einfach gute Spiele!” – “MS soll doch einfach ein sicheres Betriebssytem machen!” – “Die sollen doch einfach ein Auto bauen, mit dem man keinen Unfall haben kann!” … prinzipiell hat Boris diese ziemlich naive Einstellung ohnehin treffend kommentiert.

      Ergänzend dazu vielleicht, weils an der Sache schon eine interessante Komponente gibt: meine persönliche Meinung, die ich nicht durch Zahlen untermauern kann, ist, dass bereits eine Wertung von unter 9.0 auf einer Skala von 10 den Publishern beträchtlich Absatz kostet. Noch schlimmer ist eie Wertung unter 8.0 auch wenn zB eine 7.9 in der Regel noch lang kein schlechtes Spiel ist, es ist halt nur nicht der ganz große Knaller.

      Den Effekt, den Spielezeitschriften mit solchen Wertungen erreichen können, sollte man nicht unterschätzen. Auch wenn dahinter keine böse Absicht steht. Und genau davor haben die Publisher zu Recht Angst. Vor allem dann, wenn so ein Test mehrere Wochen vor dem Release draussen ist. Wenn alle Meinungen beim Konsumenten rein auf einer solchen Wertung basieren. Keine Mundpropaganda unter Gamern, die das Spiel schon haben, und vielleicht klarstellen, dass es ja “eh ganz cool” ist. Keine User-Reviews in den entsprechenden Foren als Gegengewicht.

      Ein super Beispiel ist Vista: dessen Ruf war zerstört, bevor es am Markt überhaupt zu haben war. Sogar mein Opa wusste, dass Vista schlecht ist, obwohl er noch nichtmal einen Computer besitzt. Und da geht es noch gar nicht darum, ob es dann wirklich so schlecht war. Denn es hatte nie eine wirkliche Chance.

      Deshalb sollte man das Thema eines Vorab-Tests nicht unterschätzen. Und deshalb bin ich hier 100 % der Meinung von Boris.

  27. harlekin sagt:

    Informations-Embargos sind nicht gut, oder böse, sie sind aus Unternehmenssicht notwendig. Sie sind vertretbar, wenn es darum geht, ob ein Journalist als Außenstehender an der Konzeption, oder der Produktion eines Produktes Anteil nehmen kann – um darüber zu berichten.

    An dieser Stelle stellt der Journalist seine Informationspflicht aus Gründen des Quellenschutzes und im Interesse des Kommunikationsklimas zurück.

    -

    Embargos sind aus Marketing Perspektive nicht vertretbar, wenn sie an Bedingungen geknüpft sind, die in die journalistische Integrität eingreifen.

    Bei der Diskussion ob Wertungs-Vereinbarungen unter Embargo Androhung für Hersteller legitim sein sollten, bewegen wir uns nicht mehr auf dem Feld der gegenseitigen Abhängigkeit, an dieser Stelle wird vielmehr bereits offen gedroht und mit Existenzängsten von Medien operiert. Ein Test in der Ausgabe des nächsten Monats ist keine Alternative, er ist nicht mehr relevant. Es gibt nichts älteres als “old news”.

    Das ringt mir deshalb ein Kopfschütteln ab, weil es nicht im Sinne von Public Relations Bemühungen sein kann diese Konflikte öffentlich auszutragen, zumal man sich hinsichtlich der Zensur Diskussion eindeutig auf dünnem Eis bewegt, zum anderen aber auch da es Ziel von PR und Marketingbemühungen sein muss die “unabhängigen Medien” zu fördern – da sie an der Außenwahnehmung von Unternehmen und deren Produkten Anteil nehmen und freie Medien gerade durch ihre Ungebundenheit an interne Unternehmensinteressen, dem Unternehmen und dem Produkt das verleihen, was es selbst nicht generieren kann.

    Unabhängige Legitimität.

    Welcher Konsument würde ein Spiel aufgrund einer Wertung (zutreffend, oder nicht) kaufen von der er weiß, dass sie aus der Marketingabteilung eines Herstellers stammt?

  28. mnz sagt:

    Ein gutes Negativbeispiel zu dieser Problematik:
    Tony Hawk Ride.

    Am Releasetag konnte man unter metacritic genau drei Reviews zu diesem piel finden, alle drei mit 90% oder mehr.
    Und was ist nun, ein paar Tage später? Alle die dazugekommen sind, sind massiv schlechter (eben so wie das Spiel wirklich ist).
    Niemand kann mir erzählen, dass das ganze Zufall ist.

    Ich bin hier wirklich auf der Seite der Redakteure und damit auch einigermaßen auf der der Spieler.

  29. Kermani sagt:

    Ich stimme Boris absolut zu, daß es das Recht eines jeden Herstellers ist zu entscheiden, wer vor dem Release das Produkt in die Hände bekommt und sich gestützt auf diese Geste einen Wettbewerbsvorteil erlauben darf. Das mag vll. einen schlechten Eindruck bei dem gegen das “böse” Sytem kämpfenden 4Players-Redakteur sowie auch bei manchen verblendeten Lesern erzeugen, aber damit muss diese Gruppe eben leben.

    Herr Luibl, der selbsternannte Rene Descartes der Videospielszene (Jeanne d’Arc wäre hier vll. treffender) mit Magister Artium (man höre und staune, eine Seltenheit in der Branche), profiliert sich sichtbar mit seiner aufgesetzten überkritischen, analytischen und in Bud Spencer-Manier um sich herumschlagenden Art und Weise, daß ich mich als Konsument dafür regelmäßig fremdschämen muß. Natürlich, es ist sein Geschäft und seine Publikation hat die Marke “kritisch und unabhängig” zu verteidigen (quasi als Wettbewerbsvorteil gegenüber dem unkritischen “Rest”), jedoch muß Herr Luibl dafür auch gerade stehen und eben akzeptieren, wenn er nicht mehr mit Mustern beliefert wird… erst dann wirkt dieser Che Guevara auch glaubwürdiger! Auch 1 Tag vor Release ein Muster zu haben ist ein Luxus, den nicht jede Publikation genießen darf (zumeist Online-Mags). Also entweder spielt Herr Luibl mit oder lässt es sein.

    Und noch etwas: Du (Jörg) kannst von Glück reden, dass es in diesem Land schon Kultur ist, abzulästern, zu kritisieren und über andere(s) herzuziehen, damit hast Du beachtenswerterweise den Nerv des typisch deutschen Kunden getroffen.

    So, und jetzt warte ich auf das fulminante Gegenfeuer vom Che… meine Antwort darauf wird sich bestimmt nicht in der verbalen Schweinebucht verirren, das garantiere ich ;)

  30. Evil sagt:

    Im Endeffekt geht es hier doch um Wettbewerbsvorteile für beide Seiten. Die Publisher ermöglichen den Magazinen/Blogs/etc. einen Vorteil dadurch, dass sie ihnen Testmuster früher zur Verfügung stellen. Gleichzeitig hätten sie eben gerne einen Wettbewerbsvorteil zurück in Form einer ordentlichen Wertung. Wenn das nicht zu machen ist, dann muss eben mit dem Test gewartet werden und keiner hat einen Vorteil dadurch.

    Und seien wir doch mal ehrlich, will man wirklich einem Magazin einen “Vorteil” geben in Form von mehr Lesern, welches sich mit einer sehr schlechten Wertung bedankt. Dann schadet man sich doch gleich doppelt. Erstmal hat das aktuelle Produkt darunter zu leiden und was ist wenn der nächste Spielelaunch ansteht? Dann hat das Magazin ja schon mehr Leser als vorher und wenn wieder eine schlechte Review ins Haus flattert, leidet im Endeffekt auch das nachfolgende Spiel schon unter dem Effekt der ersten Review.

    Ich denke dennoch, dass man hier unterscheiden muss zwischen diesen Embargos und anderen Taktiken. Wenn die Testmuster an solche Bedingungen geknüpft werden ist das nämlich kein Eingriff in die Pressefreiheit (außer natürlich, wenn der Journalist beschließt, das Spiel in der Review besser zu bewerten. Aber dann hat er im Endeffekt seine eigenen, journalistischen Grundsätze verletzt und ist die Person, die die Pressefreiheit angreift), aber wenn plötzlich monetäre Geschenke und ähnliche Manipulationen ins Spiel kommen, sollte schon die Grenze gezogen werden, da eben dort der Punkt erreicht wird, wo die Transparenz und Unabhängigkeit nicht mehr wirklich gegeben ist.

  31. StormJF sagt:

    Möchte ich meine ehrlich Meinung sagen, muss ich mit den Konsequenzen umgehen lernen. Konsequenz hier, einen vorab Test wird es nicht geben. Sollte mir das die Freiheit meiner Meinung wert sein? Ja sollte es, eigentlich. Doch was bedeutet das jetzt? Nun ich verliere Leser, ganz klar. Schließlich will ich mich ja über ein Spiel informieren bevor ich es kaufe und meist will man es am Release Tag haben.

    Also was muss die Zeitschrift tun? Es gut bewerten, was bedeutet, dass auch wenn es Schrott ist muss ich es gut bewerten.

    Leider leben viele Zeitschriften danach, so mancher Fehlkauf ist auch bei mir dadurch entstanden. Konsequenz? Ich lese keine Spiele-Zeitschriften mehr.

    Sicher es ist so, es geht um Geld. Ich als Spiele Hersteller will mein Spiel verkaufen, will es gut dastehen lassen um möglichst großen Umsatz zu machen. Doch Kritik muss auch zugelassen werden, es muss auch mal gesagt werden, das was ihr da macht oder vorhabt auf den Markt zu bringen ist so noch Müll.

    Meine persönliche Empfehlung, nehmt lieber den Hans und den Franz aus dem Forum, aus dem Blog, aus dem Chat. Hört es euch an, filtert es, wiegt es in Herz und Verstand und dann entscheidet euch.

    • Die Alternative ist doch ganz einfach: Über die guten Sachen berichte ich früh, über die schlechten spät, alle sind zufrieden und der gesunde Käufer kann das Nicht-Vorhandensein eines Testberichts sofort deuten.

  32. marx sagt:

    Wieso lese ich hier eigentlich die ganze Zeit nur von den Spieletestern und den Spieleproduzenten? Was ist denn eigentlich mit den Spielekonsumenten? Wenn man den Argumentationen hier folgt, dann kann man daraus im Großen und Ganzen ein Fazit ziehen: Der gemeine Spieler ist extrem doof, kann nicht für sich selber entscheiden und will von den einen seines Geldes beraubt und von den anderen ritterlich vor diesem Unrecht beschützt werden.

    Aber ist dem wirklich so?

    Ich vermute fast ja. Und dennoch denke ich oder besser hoffe ich, es gibt noch genügend denkwillige Spieler da draußen, denen der ganze Tester-Produzenten-Streit am A**** vorbeigeht. Ich persönlich würde mir nie im Leben ein Spiel am Erscheinungstag kaufen. Ganz einfach aus dem Grund, weil ich dann nur 24 Stunden warten muss, um anschließend all die enttäuschten Twitter-, Facebook- und Blogposts lesen zu können, die mir sagen “Dieses Spiel ist der letzte Dreck!” Was interessieren mich die Werbung, die Events, die Euphorie, für die teilweise Millionen ausgegeben werden und auf die so viele Spieler hereinfallen. Die besten und ehrlichsten Meinungen bekommt man nicht vor, sondern nach dem Verkaufsstart, von all denen, die nicht warten konnten. Wenn es sein muss auch nur in 140 Zeichen. Aber noch ehrlicher geht dann schon gar nicht mehr.

    • Ich sag es ja nochmal: Die Konsumenten sollen bitte in jedem Fall umfassend, ehrlich und vollständig informiert werden können. Aber keiner kann vom Hersteller VERLANGEN daß das immer vor der Veröffentlichung stattfindet.

      • marx sagt:

        Ja, das ich sehe ich ja genauso. Ich als Spieler will natürlich so früh wie möglich alles über ein Spiel erfahren und auch Tests zu diesem Spiel lesen. Ich weiß aber auch, dass positive Tests, die vor dem Verkaufsstart erscheinen, entweder a) wirklich ein gutes Spiel versprechen oder b) getürkt sind, damit der Test im Einklang mit dem Hersteller erscheinen kann und das Heft sich gut verkauft/die Seite oft angeklickt wird. Da ich nicht weiß, welche der beiden Möglichkeiten die zutreffende ist, warte ich als Käufer einfach bis nach dem Verkaufsstart, und schaue was dann diejenigen schreiben, die nicht warten konnten. Das wollte ich eigentlich damit sagen.

  33. Mibran sagt:

    @Boris: Er hat keinen Anspruch darauf, seine Publikation mit Berichten über Dinge zu schmücken, an die normale Käufer gar nicht ran kämen.

    Ich verstehe Deine Argumentation: Vorab-Testmuster und sonstiges Entgegenkommen der Spieleindustrie sind freiwillige Leistungen, auf die niemand, auch und auch erst nicht kritische Medien ein Recht haben oder einfordern können. Insofern ist es tatsächlich müßig von 4Players, sich über das Ausbleiben oder Verweigern dieser Leistung zu beschweren.

    @Boris: Wieso seit Ihr schlau und die PR-Leute doof? Welche von diesen beiden Gruppen arbeitet professioneller und hat seinen Job wirklich in einer Ausbildung gelernt?

    PR-Leute und Spieletester haben völlig unterschiedliche Zielsetzungen: Das Ziel von PR-Leuten ist es, den Absatz eines Produktes und damit den Gewinn des Unternehmens zu maximieren – mit allen legalen und sonstigen Mitteln, die in der Branche zulässig und üblich sind. Das Ziel eines Spieleredakteurs sollte sein, im Hinblick auf seine Zielgruppe und seine Fachkenntnis eines bestimmten Genres ein faires Urteil über ein Produkt zu fällen. Und zwar möglichst unbeeinflusst davon, was der Hersteller gerne hören möchte. Das sind zeitweise diametral entgegengesetzte Ziele.

    @Boris: So funktioniert keine Symbiose.

    Eine Symbiose, die aufgrund der Notwendigkeit eines Spieleblattes besteht, überall der Erste sein zu müssen, wenn die Auflage erhalten bleiben soll. Spinnen wir den Gedanken einmal zu Ende und nennen wir das Kind beim Namen: Insofern muss sich tatsächlich der Leser an die eigene Nase fassen, ob er lieber einen unglaubwürdigen Gefälligkeitstest vor dem Release lesen will, oder eine neutrale Wertung mehrere Wochen danach. Bei dieser Form von Symbiose stellen sich mir ehrlich gesagt die Nackenhaare auf: Denn wenn von einer Wertungszahl indirekt das Überleben der Publikation abhängt, wird aus Symbiose schnell Abhängigkeit – und ein Glaubwürdigkeitsproblem.

    @Boris: Genauso geht es mir auch mit dem Thema “Plot verraten” – Redaktionen anzuweisen, über bestimmte Teile des Produkts den Mund zu halten, zumindest vor Datum X. Das ist legitim, liebe Journalisten

    Wer zuerst berichten will, muss sich den Regeln des Herstellers beugen, wenn er in den Genuss von Vorableistungen kommen will. Rechtlich gesehen ist das natürlich legitim. Ob das aus sonstiger Sicht ebenso ist, muss jeder für sich selbst beantworten. Selbstverständlich macht es keinen Sinn, sich darüber einseitig bei der Spieleindustrie zu beklagen: Man kann einem Unternehmen nicht vorwerfen, nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu handeln.

    @Boris: Und nicht zuletzt diese doofe Metacritic-Ding

    Metacritic mag aus deiner persönlichen Sicht, die durch deinen Job geprägt ist, “doof” sein. Aus Sicht eines Verbrauchers gibt es zumindest einen ersten vagen Hinweis darauf, ob man sich mit einem Titel näher beschäftigen sollte. Und zwar nicht wegen der Gesamtnote, sondern aufgrund der Betrachtung der Herkunft der Einzelwertungen, aus denen sie sich zusammensetzt. Es ist ein ein praktisches Überblicksinstrument.

  34. mindVex sagt:

    Generell bin ich auch der Meinung, dass viele (nicht alle) Tester sich weit aus dem Fenster lehnen und sich desöfteren eher wie Papa vorkommen, dessen Sohn einem die Zeichnung aus dem Kunstunterricht vorlegen *muss* und der doch froh sein soll, wenn sich Paps überhaupt dafür interessiert.

    Eine Sache, die ich dennoch nicht teile – zumindest teilweise: es gibt aufgrund des Charakters des Online-Mediums sicher viele Tester, denen das Talent des Schreibens nicht in die Wiege gelegt wurde und/oder nichts in der Richtung studiert oder gelernt haben. Die werden dann zu den von dir zitierten Autodidakten und haben womöglich in Sachen Aufbau, Stilistik und Grammatik Defizite. Aber es sitzen immer leidenschaftliche Spieler mit (meist) sehr langer Videospielerfahrung vor dem Test. Und ich denke schon, dass diese sehr gut beurteilen können, ob ein Spiel gut oder schlecht ist – dafür muss man nicht studiert haben. Sie können es vielleicht nicht so gut zu Papier bringen,
    aber ich würde ihre Meinung als genauso hochwertig einschätzen.

    • Drei Worte: “Meinung” Ungleich “Test”. Mein Plädoyer zu dem Thema folgt in Kürze auf dieser Seite.

      • ro sagt:

        Da bin ich gespannt.

        Die drei Worte mögen bei Auto- oder Waschmaschinentests stimmen.

        Aber bei Produkten, denen der Einsatz von Kreativität zugrunde liegt, wird es immer Menschen geben, denen selbst ein Kracherspiel nicht gefällt, weil es etwa am Genre liegt.

        Deswegen werden “Tests” ja immer von Leuten geschrieben, die eine gute Meinung zum jeweiligen Genre haben.

        Nee, “objektive” “Tests” gibt es bei Spielen nun mal nicht. Eher eine Spielbeschreibung eines Genreliebhabers, der halt schon viel gesehen hat.

  35. Manzbuur sagt:

    Boris, bei dem lesen Deiner Meinung dreht sich mir der Magen um. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll!

    Erstmal schimpfst du über die Pressefreiheit. Du schreibst, die Industrie sei nicht verpflichtet sich der Meinung der Presse hinzugeben. Dann die Symbiose. Was für ein Wort! So wie ich das hier lese forderst bzw. unterstützt du eine Kooperation von Industrie und Presse – im Sinne des Spieleverkaufs. Herzlichen Glückwunsch! Du schreibst “Wieso geht Ihr Schreiber davon aus, daß Ihr alle unfehlbare Ikonen der Spielewelt seit? Was gibt Euch eigentlich das Recht, unter ein Spiel eine Zahl von Eins bis Hundert zu setzen?” Gegenfrage: Wer gibt denen das Recht, es NICHT zu tun??? Du schreibst “In den Zeiten der Zeitschriften war das alles etwas einfacher.”. In der Tat, da war alles einfacher… auch das mit der Symbiose. Wie schön konnte man da noch korrumpieren und die Konsumenten verarschen. Du schreibst: “Redaktionen anzuweisen, über bestimmte Teile des Produkts den Mund zu halten, zumindest vor Datum X. Das ist legitim, liebe Journalisten, denn ihr habt das Produkt ja nicht gemacht!”… sag mal, merkst du gar nicht, WAS du da schreibst?

    Mit so einer Argumentation könnte man auch Kriegsberichterstattung behindern. “Haltet gefälligst den Mund, bis der Präsident gestürtzt ist. Danach können wir über zivile Opfer sprechen.” Dies nur ein kleiner Ausflug in andere Realitäten.

    Du schreibst: “”Kleingeistig” sind hier nicht die Big Player der Spieleindustrie, die mit den wenigen zur Verfügung stehenden Mitteln eine schlechte, frühe Berichterstattung verhindern wollen. Kleingeistig ist der meckernde Journalist, der sich nach außen unabhängig geben will, nach innen von der Spieleindustrie aber naives Vertrauen und wahlfreien Zugriff auf Produkte erwartet. So funktioniert keine Symbiose.” Ich bin sprachlos – ehrlich!

    Du schreibst: “Pressefreiheit – in jedem Fall.” Welch ein Hohn! Aber sowas von dermaßen… Nachdem du dich erstmal zeilenweise über die Pressefreiheit ausgetobt hast, solch ein Satz.

    Man liest es: Der Konsument ist Dir Scheiß egal. Du postest hier zwar irgendwo “Die Konsumenten sollen bitte in jedem Fall umfassend, ehrlich und vollständig informiert werden können.” – was sie aber durch vorab initialisierten und korrumpierten Hype nicht werden! Verkauft wird vorher, Meinungsmache ist wichtig. Du legitimierst die Beeinflussung der Presse mit Arbeitsplätze & Profit der Unternehmen. Der Konsument ist Dir egal, es geht um den Profit der Unternehmen. Und da muss auch mal die Presse irgendwie schweigen und so Kommentare wie Jörg sind zu unterlassen! Willkommen im Club der Lobbyisten. Du wurdest instrumentalisiert. (Oder willst vllt. auch zu denen gehören.)

    • So ein Fucking Blödsinn. Präsident Bush lädt auch nicht alle Journalisten vier Wochen vorher ein, um ihnen schonmal die Pläne für die Invasion im Irak zu präsentieren, damit sie dann besser berichten können.

      Pressefreiheit bedeutet, über ein Geschehnis, ein Produkt, eine Person, schreiben zu können, was man mag, solange es belegbar und wahr ist. Dafür nicht verklagt werden zu können oder ins Gefängnis zu müssen.

      Pressefreiheit bedeutet aber nicht, daß sich der Hersteller Wochen vorher offenbaren MUSS, weil sonst der Spieletester beleidigt schmollt, daß er nicht vor allen anderen verreissen durfte.

      Genauso wie “Zensur” wird mit dem Wort “Pressefreiheit” etwas sehr grundlegendes von aufgebrachten Videospielern instrumentalisiert. Ich würde Begriffe wie diese gerne nochmal in chinesischen Dimensionen sehen und nicht im kleingeistigen “Ich will aber schon am 8. November meine 87% unter Modern Warfare 2 schreiben dürfen und dafür MUSS mir der Hersteller das Spiel vorbehaltlos geben, sonst beschneidet er meine Pressefreiheit”.

      Nö. Der Journalist will sich mit dieser Argumentation nur einen eigenen Vorteil herausschneiden und die selbstverständlich auch vorhandene Freiheit des Erzeugers beschneiden, sein Produkt halt vor der Veröffentlichung nur unter Auflagen rauszugeben.

      Und mantraartig wiederhole ich: Die “Presse” soll über Produkte schreiben können, was sie will, auch wirklich kritische Sachen. Das will ich doch gar nicht einschränken.

      Aber meine Ware “Heft” auf Kosten der Ware “Spiel” aufwerten zu wollen hat nichts, aber auch gar nichts, mit Pressefreiheit zu tun, sondern mit wirtschaftlichem Erfolg.

      • Manzbuur sagt:

        Warum schreibst du “verreisen”? Deine gesamte Argumentation hört sich hinsichtlich der Pressearbeit der Spieletester sehr negativ an. Da gehen bei mir schon die Alarmglocken!

        So, jetzt erklär mir mal, wo und wann es um uns, die Konsumenten geht! Ansonsten werde ich den Eindruck nicht los, dass du hier Lobbyarbeit leistest. Also Tacheles! Wo sind die Konsumenten, die ja nach deiner Aussage “bitte in jedem Fall umfassend, ehrlich und vollständig informiert werden” sollen. Wie soll das geschehen? Mit gekauften Vorabtests? (LoL?!)

      • ro sagt:

        “Aber meine Ware “Heft” auf Kosten der Ware “Spiel” aufwerten zu wollen hat nichts, aber auch gar nichts, mit Pressefreiheit zu tun, sondern mit wirtschaftlichem Erfolg.”

        Das muss dann aber auch umgekehrt gelten: die Ware “Spiel” auf Kosten der Ware “Heft” aufwerten zu wollen, hat ebenfalls nichts mit Pressefreiheit zu tun, sondern mit einem verlängerten Arm der Marketingabteilung.

      • Wenn ich Jörg Luibl richtig verstehe, werden die Leser auf 4players.de umfassend, ehrlich und vollständig informiert.

      • Arminator sagt:

        “Aber meine Ware “Heft” auf Kosten der Ware “Spiel” aufwerten zu wollen hat nichts, aber auch gar nichts, mit Pressefreiheit zu tun, sondern mit wirtschaftlichem Erfolg.”

        Das fand ich damals schon bei Powerplay/PC Player und auch Gamestar so klasse:
        Wenn der Redakteur “nur als Zuschauer” zu einem Publisher geladen wird, und die Preview von einem Mitarbeiter nur vorgespielt bekommt, dann gabs den “richtigen” Test einen Monat später.

        Das wurde im Heft auch so erklärt, und ich fand das gut so. Dann hab ich mir das Spiel auch erst einen Monat später nach dem richtigen Test gekauft (oder eben nicht).

        Wer als “Early Adopter” ein Produkt gleich zum Erscheinungstermin haben will, setzt sich eben einem großen Risiko aus.
        So war es mit den Blu-Ray Playern, die ein paar Wochen später mit einem neuen Blu-Ray Profil eigentlich für die “Cutting-Edge” Technik-Fans obsolet gemacht wurden.

        Wenn eben ein Spielehersteller die Tester mit Embargos belegt, dann kaufe ich das Spiel eben so lange nicht, bis ein Tester meines Vertrauens wirklich das Spiel komplett testen konnte.

        Und wenn ein Publisher eben so “rumzickt”, dann gehe ich mal davon aus, dass er berechtigt Angst vor einer schlechten Kritik hat. Also *noch* ein Grund zu warten, bis das Spiel mit Geduld und Zeit komplett zerpflückt wurde, und nicht mal schnell für ein paar Stunden angespielt wurde, um einen Ersteindruck (und ich sage beswusst nicht “Test”) vorm Release rauszuwerfen.

        Dieses eine neue Spiel, was eben nicht vor Release getestet werden konnte, kann ruhig noch eine Woche im Verkaufsregal liegen, meinetwegen genau neben den Zeitschriften, die sich mit der Exclusiv Preview brüsten und auf der Titelseite sogar noch unterbringen, wie man sich Software vorm Release noch runterladen kann, um damit auch noch den Verkauf (des Heftes) ankurbeln zu wollen.

        Ich zahle für kompetente Tests, nicht für “Ich bin der Erste, der *irgendwas* dazu schreibt”.

    • MajorGucky sagt:

      Zitat:

      “Mit so einer Argumentation könnte man auch Kriegsberichterstattung behindern.”

      Wie kann man nur einen Spielebericht mit einer Kriegsberichterstattung vergleichen – was für ein unsinniger und unpassender Vergleich! Der zeigt allerdings (leider) auch, daß manche Spieler in einer anderen “Realität” zu leben scheinen.

  36. gameothek sagt:

    Hallo! Nur kurz und knapp: Beide Seiten haben auf Ihre Art Recht aber irren sich auch. Wirkt ein wenig auch wie Kindergarten. Die guten alten Zeiten der Printmagazine sind leider vorbei und in diesen Zusammenhang finde ich es schrecklich wie sich JL als scheinbar hochwertig und enorm belesener Autor gegenüber dieser angeschlagenen Konkurrenz verhält. Das Publisher nicht immer alles richtig machen oder strategische Entscheidungen treffen kommt vor. Nur – ein Unternehmen hat die Verantwortung in Sachen Umsätze und demnach auch gegenüber seiner Angestellten. Durch das Web und den 2.0 Kram denken leider immer mehr Menschen es müsste jedem aber auch alles zugänglich sein und man müsste in allen Dingen involviert werden. Das nervt! Tipp an die 4P: Praktikum in der Industrie/Wirtschaft.

  37. Zup sagt:

    Egal wie man es dreht oder wendet.
    Mit der Aussage “Du darfst den Test nur drucken, wenn das Produkt dir gefällt und eine entsprechend gute Wertung bekommt. Sonst warte bitte, bis das Produkt erschienen ist.” nimmt die Industrie Einfluss auf das Testergebnis. Warum ? Weil es sich, gerade im Internetzeitalter, keine Seite erlauben kann, einen verspäteten Spieletest zu veröffentlichen, nur um “unabhängig” zu bleiben. In diesem Wissen, ist dieses Angebot eines, was man nicht ablehnen kann (Frei nach dem Paten).

    Auszug von der CBS:

    “Unabhängige Testurteile opfern wir nicht auf dem Altar der Aktualität. Das gilt auch für “Assassins Creed 2″. Der Hersteller verlangte die Notengarantie “sehr gut”, sonst gibt es vorab kein Testmuster. Deshalb kommt der Test erst in der nächsten Ausgabe – gerne mit “sehr gut”, aber nur, wenn es das Spiel verdient.”

    Sowas kann sich auch nur eine CBS, mit dem großen Springer Verlag im Rücken, erlauben. 9 von 10 Spieleseiten oder Magazinen, die wirklich jeden Leser oder jeden Klick brauchen, entscheiden im Interesse der Industrie, um vorne dabei zu sein.

    Ein Test ist nur so aktuell, wie das Releasedatum nah ist. Bereits 1 Woche später interessiert das die Masse nicht mehr. Die hat sich dann woanders informiert und man sitzt auf einem vielleicht sehr guten Test, nur weil man keine Garantie abgegeben hat.

    Auflage gegen Unabhängigkeit gegen Glaubwürdigkeit.

    • Und in dem Fall halte ich das Vorgehen der Spieleindustrie für legitim und der entsprechenden Medien für falsch, die ihre Wertung “verbessern”, um vorne dabei zu sein, statt schlicht und einfach zu warten. Wer von den beiden Parteien spielt hier nicht mit offenen Karten und betrügt?

      • Jürgen sagt:

        Durch das Internet will heute keiner mehr warten. Weder was Tests, noch was den Kauf (Idealfall ;-) ) eines Spiels betrifft. Ich habe in Xbox1 Zeiten schon mein Lehrgeld bezahlt und mich durch Werbeversprechungen zum Kauf von zwei, drei Spielen hinreißen lassen, mit denen ich nicht zufrieden war.
        Aber daraus habe ich gelernt: “Don’t believe the hype.”

        Es ist ja nicht so, dass man ein Spiel sofort, bei Releasetag, kaufen muss, weil es dann ab dem nächsten Tag für immer restlos vergriffen ist. Und man hat bei vielen Spielen so lange gewartet, dass es auf ein paar Tage mehr oder weniger auch nicht ankommt.

        Wenn man keine Geduld hat, und sofort alles haben will, anstatt kurz abzuwarten, um sich angemessen durch Tests zu informieren, dann ist man selbst schuld, wenn man sich über den Kauf eines Produktes ärgert.
        Das ist im Grunde ganz einfach: man braucht nur Disziplin. Dass man die nicht hat, kann man keinem anderen Vorwerfen.

      • Zup sagt:

        Solche Testgarantien verleiten die Käufer am Releasetag unter falschen Voraussetzungen in den Laden, um ein vermeintlich “sehr gutes” Spiel zu kaufen. Das böse Erwachen kommt dann wenige Tage später. Das kann auch nicht Sinn der Sache sein.

        Wenn schon Vorberichte, dann auch mit allen Licht- und Schattenseiten. Wer von seinem Produkt überzeugt ist, der braucht keine Embargos für Testberichte.

      • donnerbrenn sagt:

        Mir als Käufer gegenüber?

        Keiner von beiden. Weder, der Publisher, der einen guten Test _verlangt_, damit der Test erscheinen darf. Noch der Tester, der seinen Test “anpasst”.

        Offene Karten heißt, auch ein schlechtes Testurteil zu akzeptieren und zu zugeben, wenn ein Spiel mal nicht so gelungen ist. Auch vor dem Release, aber das würde ja die Einnahmen verringern.

      • harlekin sagt:

        Und genau hier liegt das Problem in der Argumentation. Ich habe es hier im Beitrag bereits einmal angesprochen, du hast darauf bisher nicht reagiert.

        “Warten” ist im Geschäft des Journalismus keine gangbare Alternative – was du an dieser Stelle verlangst ist dass Medien sich gezielt einem Wettbewerbsnachteil gegenüber der nicht so moralisch gefestigten Konkurrenz aussetzen.

        Wie hier unstrittig in vielen Stellungnahmen zu lesen ist, interessiert ein Monat nach dem Release (bei Print nächste Ausgabe, bei Online ohne Bemusterung 3 Wochen Vorlaufzeit) ein Spiel nur noch wenige der Enthusiasten die im im allgemeinen auch Testmedien konsumieren.

        Dass du so blauäugig bist und nicht siehst, dass durch diese Vorgehensweise bei der Bemusterung zumindest ein Trend, oder sagen wir ein ökonomisches Interesse in den Medien geschürt wird “vorne mit dabei zu sein” und damit tendentiell bessere Wertungen zu vergeben kann ich dir fast nicht abnehmen – schließlich ist es durchaus im Interesse der Hersteller, wenn kriesengeschüttelte Qualitätsblätter dann doch mal fünf Prozent aufwerten, nur um die Auflage stabil zu halten, oder Pageviews zu generieren.

        Deine Position ist aus unternehmensinternem Blickwinkel nachvollziehbar, und das bestätigen dir hier auch viele Gleichgesinnte. Aber PR Arbeit ist mehr als das, es ist Arbeit am Image eines Unternehmens nach außen und hat die öffentliche Wahrnehmung im Auge zu behalten.

        Und was die Konsumenten von dieser Gangart halten – wie es in der öffentlichen Wahrnehmung rüberkommt – siehst du an den Kommentaren hier im Beitrag.

      • Entschuldige bitte, dreh doch mal dein Argument um: Eine Wertung um 3% schlechter als ein “Konkurrenzprodukt” ist auch ein Wettbewerbsnachteil. Wieso soll sich der Hersteller dem aussetzen? Der Hersteller hat genau so ein Recht auf wirtschaftliches Handeln wie die Publikation.
        Du hast die Diskussion jetzt dankenswerterweise in die Business-Ecke gezogen, weg von der “Pressefreiheit”. Und da hab ich dich, salopp gesagt, wirklich bei den Eiern, weil du jetzt das Recht auf Geschäft bei der Zeitschrift höher einschätzt als das bei dem Hersteller. Und nein, beide haben genau die gleichen Rechte.

      • ro sagt:

        “Wer von den beiden Parteien spielt hier nicht mit offenen Karten und betrügt?”

        Beide Parteien?

        Die Industrie, weil sie Angst hat, dass ihr Spiel nicht die erhoffte Qualität besitzt und deswegen zu Knebeln greift.

        Die Zeitschriften, weil sie aufgrund des Aktualitätswahns solche Deals eingeht.

        Dabei wäre alles so einfacht. Die Chefredakteure der verbliebenen Magazine müssten einfach mal miteinander reden und beschließen, dass NIEMAND einen derartig geknebeleten Test bringt. Hoppla, auf einmal steht das Spiel ohne Test in den Läden. Das würde zumindest die Hersteller zum Nachdenken bringen.

  38. marx sagt:

    Ich glaube, ich verstehe immer noch nicht ganz, wo manche das Problem sehen. Was Boris schreibt unterstütze ich vollkommen. Um das mal zusammenzufassen, wie ich das verstanden habe:

    Ein Spiele-Magazin hat ein Interesse daran ein Spiel zu testen. Der Spiele-Hersteller sagt: “Wenn du uns versprichst unser Spiel positiv zu testen, bekommst du das Spiel schon bevor es im Laden steht, was dir bestimmt noch ein paar Ausgaben/Klicks mehr verkauft. Wenn du schlecht testest, dann warte bitte bis zum Release.” Das Spiele-Magazin hat jetzt drei Möglichkeiten:

    a) Es geht auf den Deal ein, schreibt einen positiven Artikel, auch wenn das Spiel eher schlecht war und macht wahrscheinlich etwas mehr Umsatz, weil es früher als manch andere einen Test veröffentlicht hat. Der Leser wird verarscht, aber wenn kümmerts.

    b) Es geht nicht auf den Deal ein, wartet bis zum Release, kauft das Game im Laden und testet es. Der Test fällt sehr schlecht aus, der Umsatz bleibt wahrscheinlich gleich (nicht zwingend), der Tester hat ein reines Gewissen seinen Lesern gegenüber.

    c) Es geht auf den Deal ein, schreibt einen negativen Artikel und veröffentlich diesen erst am Releasetag. Das Gewissen bleibt rein und man ist vielleicht sogar einer der ersten der sagen kann “Hey, das Spiel ist schlecht, die anderen Deppen haben euch nur verarscht.”

    Wo genau ist da jetzt das Problem? An welcher Stelle wird die Pressefreiheit eingeschränkt? Warum regt man sich darüber auf?

    Nur um das nochmal festzuhalten. Die Magazine haben KEIN Recht auf Vorabversionen. Wenn der Hersteller Ihnen eine Version schickt, dann kann er die Bedingungen dafür festlegen. Es steht ihnen frei diese anzunehmen oder es bleiben zu lassen.

    • donnerbrenn sagt:

      Ja, auch ich kaufe ein Spiel mal ganz gerne am Releasetag. Am liebsten dann, wenn ich ungefähr weiß was mich erwartet. Ja, ich kaufe sogar Spiele, die im Test vielleicht nicht so Raketenmäßig abgeschnitten haben. Denn ein Spiel ist nunmal mehr, als eine Wertung in einer Zeitung oder einer Internet Publikation. Auch Spiele, an denen viel Kritik geübt wird (wird ja eh an jedem Spiel, kritisieren kann man immer) kann Unterhalten. Hier ist es das berühmte Beispiel AC2. Meint denn irgendwer ernsthaft, irgendwer hätte sich vom Kauf abhalten lassen, wenn nur “Gut” statt “Sehr Gut” unter dem Test gestanden hätte?
      Wenn ein “Gut” nicht ausreicht (Ubi wollte ein “Sehr Gut” für AC2), als positiver Test bezeichnet zu werden, stimmt was nicht im Staate Dänemark.

      Das Problem ist, dass ich als Leser dann gar nicht mehr weiß, ob ich einem frühen Testurteil glauben schenken kann. Ich habe durchaus Verständnis dafür, das Publisher einen frühen Test lieber mit guten Bewertungen sehen. Wenn dieser mit der Presse in Symbiose lebende Publisher dann aber auch noch Tester dazu drängt, einen Test wohlwollender ausfallen zu lassen ist in dieser Symbiose für mich als Außenstehender was kaputt. Denn wenn ich als Spieler (ich weiß, ich habe kein Recht auf einen frühen Test, ich will ihn aber…) nicht mehr weiß, ob ich den Medien trauen kann, kann ich mich auch gleich vor’s Spieleregal mit den Neuerscheiningen meines Liebloingsgenres stellen, die Augen schließen und irgend ein Spiel herausgreifen. Denn man kann vom Käufer nicht erwarten, dass er die offensichtlich komplizierte Symbiose zwischen Publishern und Testern versteht. Das tun jetzt vielleicht einige mehr, aber immer noch längst nicht alle.

      Ach und.. @Boris
      Ab wann ist ein Test denn negativ? Ab einer bestimmten Wertungsnote? Ab einer bestimmten Anzahl an Kritikpunkten? Ich würde gerne verstehen, nach welchen Kriterien Publisher da entscheiden.

    • Zup sagt:

      Mittlerweile erleben wir einen Boom des Vorbesteller-Zirkus bei Spielen. Wer vorbestellt bekommt besondere Gegenstände, Rabatte oder sonstiges. Diese Vorbestellungen können aber nur funktionieren, wenn es vorab größtenteils nur positive Presse zu dem Spiel gibt. Da wir ja nun wissen, daß Dank der Embargos die meissten positiven (Vor)Ergebnisse nicht der Wahrheit entsprechen müssen, ist das durchaus eine Win-Win-Situation für die Industrie. Auf der einen Seite (eventuell unangebrachte) positive kostenlose PR und auf der anderen Seite dadurch eine Menge an Vorbesteller. Herz was willst du mehr.

      Ausserdem fordert er nirgends das Recht einer Vorabversion ein. Er fordert lediglich die Bevormundung für das Ergebnis fallen zu lassen.

  39. Va1is sagt:

    Kann dir nur Recht geben Boris. Die M! Games sagen in ihrem Podcast auch immer “oh da dürfen wir noch nicht drüber reden, Embargo. Aber Freud euch auf nächste Woche” Und ehrlich gesagt Freud man sich dann auch auf nächste Woche. Was ich damit sagen will, ich kaufe die M! Games nicht nur wegen irgendwelcher Tests, sondern eben auch wegen Berichten zu Messen oder auch einfach nur weil mir die Leute sympathisch sind. Aber diese Mentalität immer alles als erstes haben zu müssen, nur um dann wie blöd drauf rumzukritisieren (siehe MW2 in der aktuellen Gamestar). Sowas regt mich schon seit langem auf. Leider ist man was das angeht hilflos, man kann eben nur für sich selbst entscheiden was einem wichtiger ist.

  40. Schnake227 sagt:

    “Ich verschwende eindeutig zu viel Zeit damit, Blog-Kommentare zu kommentieren…”

    Ohje anscheinend schon, und bei dem 100. Kommentar gibt es einem Extra Geschenk von Xbox? :P

    Ne Scherz mal beiseite, bevor ich meinem Kommentar poste will ich erwähnen das ich ab dem 10. oder so aufgegeben habe alle kommentare zu lesen, da ich heute noch antworten wollte.

    Also ich bin mit deine Meinung über jedem Punkt vollkommen einverstanden, die “Gute” Presse bekommen das spiel ja meistens kostenlos vor dem Release um es ja “testen” zu können und dann die Beurteilung darüber zu schreiben. Andere die nicht vorher Schreiben wollen sondern dies erst tun wenn das Spiel draussen ist, dürfen meistens dem Vollen Preis bezahlen, es sei denn jemand ist so nett und Sponsort denen das spiel, damit sie es austesten können.

    Nun gut, wenn man schon dem Privileg hat, das die Spieleindustrie einem Das spiel verfügbar macht ohne Zwingend Entgeld zu verlangen, kann ja die aussage von dem Herrausgeber Respektieren wenn er sagt “Wenn es eine Gute Kritik sein soll, dann Sofort, wenn nicht dann bitte bis zum Release Warten um diese Raus zu bringen!”.Medienfreiheit hin oder her, weil schliesslich verdient ja dann die “Presse” was daran und der Publisher möchte gerne auch seine Brötchen verdienen!

    Weil ja einige doch auf die Meinung eines Spiels achten um sich dem zu holen und ja 2,50€ ausgeben um diese zu lesen. Da sollte der Publisher umsonst die spiele abgeben, damit die “Presse” schlechte publicity für das spiel schreibt wodurch der Umsatz des Publisher zurück geht, weil es Gibt genug Naive leute die sich nur auf sowas einlassen, ganz egal ob das Spiel der reinste müll ist oder nicht!

    Und zudem sind geschmäcke unterschiedlich, sich darauf zu verlassen ist ja unsinnig weil es ja nicht umbedingt dem eigenen Geschmack trifft, aber das ist eine andere sache. Aber das ober genannte von mir weiss die Presse ganz genau, Begriffe wie “Medien Beinflussung” usw. sind ja auch denen nicht fremd. Aber dann zu meckern dass die Publisher ihre Spiele zum test nur gegen gewisse bediegungen abgeben? unverständlich. Es wäre ja genauso als wenn ich einem Blog hätte, oder Boris auf seinem Blogs seine Urteilung über eine Zeitschrift schreiben würde, die er auch 2 wochen oder mehr vor dem Veröffentlichungsdatum mit nur negativen sachen wie “Die Recherchen von dem Journalist war ja für dem müll” usw… Ganz egal ob es der Wahrheit enspricht oder nicht, da wäre die “Presse” bestimmt nicht bestimmt darüber begeistert und würde auch dann Boris oder mich (Je nachdem man dem Beispiel dreht) mit Verwarnungen, Sanktionen und Schlimmer drohen.

    Zum lezterem sich an diese stelle über die “Pressefreiheit” zu streiten ist meine meinung nach extrem Lächerlich. Schliesslich gäbe es diesem Blog nicht, wenn es in Deutschland sowas wie Pressefreiheit bzw. Meinungsfreiheit nicht gäbe, Boris schreibt immer direkt Geradeaus was er denkt, nimmt sich keinem Blatt vor dem mund und muss ja ausser mit eventuell ein paar Private beleidigungen (wo er dann Gerechtlich gegen vorgehen kann) nichts fürchten. Und genau diesem Privileg hat in dem meisten Fälle die “Presse” auch!

    P.S: @Boris, haben die leute immer noch nicht verstanden das hier es DEINEM Privaten Blog ist und nicht von der Firma Microsoft oder wieso deine erste Zeile?

    • Ich will nur nochmal klarstellen, daß das nicht auf anderen Webseiten (und Printobjekten) als Meinung von Microsoft auftauchen darf. In dem Fall würde mir mein Arbeitgeber dann doch das private Bloggen einschränken – zu Recht, denn er kann nicht riskieren, durch meine privaten Aussagen als Unternehmen gefährdet zu werden. Und es ist in der Vergangenheit leider immer wieder passiert, das meine Kommentare auf “dreisechzig.net” als “Wie Microsoft mitteilt…” zitiert wurden.

      • mindVex sagt:

        Vielleicht solltest Du dann deinen Blog nicht gerade unter einer Domain veröffentlichen, die einem Produkt von Microsoft sehr ähnlich klingt und mit dem grün eine ähnliche Hauptfarbe besitzt, sondern lieber ein ganz anderes Farbschema unter einer Domain verwenden, deren Name keine Ähnlichkeiten mit der Xbox 360 hat.

      • donnerbrenn sagt:

        Schon traurig, wenn einige Leute einen Blog nicht von einer Pressemitteilung unterschieden können. :-(

        Aber das ist wohl einer der Nachteile, wenn man für eine so große Firma arbeitet. In der Öffentlichkeit werden die Mitarbeiter immer mit dem Arbeitgeber und dessen Überzeugungen verwechselt. Dennoch halte ich deinen Blog immer wieder für eine recht interessante Quelle für News aus der Xbox Welt.

        Auch wenn ich deine Meinung nicht immer teile.

  41. Chris sagt:

    Hier geht’s ja richtig ab :)

    Kurz zu COD6: Ich finde die Empörung über das Töten von Zivilisten scheinheilig. Es gibt in vielen Spielen die Möglichkeit oder Pflicht zu unmoralischen bzw. unmenschlichen Handlungen, so daß mir etwas das Verständnis fehlt, warum man sich gerade hier aufregt.

    Zum Thema:
    In der Theorie hast du schon Recht. Mir wäre es am liebsten, die Tester würden unabhängig ihre Spiele einkaufen und darüber berichten. Ich muß aber gestehen, bei einem neuen Spiel lese auch ich die ersten Berichte und Wertungen. Da das die meiste Aufmerksamkeit erregt und inbesondere Onlineauftritte davon leben, sehe ich schon eine Nötigung der Presse, wenn der Veröffentlichungstermin von der Wertung abhängig gemacht wird. Terminvorgaben unabhängig von der Wertung sind selbstverständlich völlig ok.

    Das Beispiel Forza 3 zeigte mir wieder mal, daß Testberichte der Presse generell untauglich sind, um ein Spiel umfassend zu bewerten bzw. mir entscheidende Aspekte eines Produkts aufzuzeigen.
    Bei Forza 3 wurden im Vergleich zum Vorgänger der System Link Modus und öffentliche, frei einstellbare Lobbies entfernt. Dies führte inbesondere bei der Simracingcommunity zu großer Verärgerung.
    Kein einziger der zahlreichen, ähnlich früh erschienenen Testberichte erwähnte diese Fakten. Dies legte schon die Vermutung nahe, Microsoft wollte dies Infos bewußt zurückhalten. Aber du schreibst ja, es wäre nur ein zeitliches Embargo im Spiel gewesen.
    Edit: Wie es der Zufall will: 4Players erwähnte beide Fakten in seinem “späten” Test vom 23.10.
    Ein weiteres Beispiel ist NfS Shift. Oft war zu lesen, die beiden Fassungen seien gleichwertig. In der Praxis hat die PS3 Fassung im späteren Karriereverlauf deutliche Performanceprobleme. Hier wurde also zumindest eine der Fassungen nicht ausreichend lange gespielt.

    Wo fand man die Infos – natürlich in den zahlreichen Foren. Dort ist man umfangreicher informiert, auch wenn man viel Meinungsmüll aussortien muß.

    Ich bin gespannt auf deinen ausstehenden Metacriticartikel .

  42. feierabend sagt:

    Jetzt muss ich doch noch meinen Senf dazu geben.

    Ich persönlich bin bei der Sache sehr zwiegespalten.

    Einer Seits mag ich diese jornalistische “Allmacht” nicht. Im Sinne von “Wir haben das Recht über Jeden, Alles zu berichten. Völlig egal, ob er das will oder nicht!”
    Macht sich in meinen Augen auch in Bereichen wie Schwarzkopierer-Tools usw. sehr negativ bemerkbar.

    Anderer Seits wiederspricht es völlig meiner Vorstellung von Journalismuss, wenn ein Bericht nur veröffentlicht werden darf, wenn eine Partei (der Entwickler mit seinem Spiel) auch entgegen den Tatsachen positiv dargestellt wird.
    Ich sehe auch nicht, wo der Unterschied zu “vom Hersteller etwas vorher erhalten” und “im Laden gekauft” ist.

    Wenn der Hersteller sein Produkt nicht für Journalisten zugänglich machen möchte, dann soll er es lassen.
    Er kann ja z.B. Werbung schalten oder etwa Web-PDF-Magazin selber erstellen.

    Wenn der Hersteller allerdings solche Angebote macht, zwingt er die Journalisten indirekt dazu, geschönte Berichte zu verfassen.
    Für mich ist das eine Art der Bestechung(!).
    PR-Abteilung: “Hey Reporter, ich gebe dir einen Wettbewerbsvorteil, dafür lässt du uns besser da stehen!”

    Ich kann nicht nachvollziehen, warum dieses Verfahren hier so verteidigt wird. Für mich untergräbt dies einen guten Spiele-Journalismus.

    Weiterhin haben Journalisten für mich persönlich nicht automatisch das Recht die Produkte vor allen anderen zu erhalten, damit die Spieler auch vor Releas informiert sind. Das liegt ganz allein in der Hand des Herstellers.

    • MajorGucky sagt:

      Zitat:

      “PR-Abteilung: “Hey Reporter, ich gebe dir einen Wettbewerbsvorteil, dafür lässt du uns besser da stehen!”

      Wieder ein schönes Beispiel für die “Verschiebung” der Wahrnehmung. Selbst beim besten Willen kann ich eine solche Aussage in dem Blog-Eintrag von Boris nicht finden.

      Da steht höchstens sowas wie: “PR-Abteilung: “Hey Reporter, ich gebe dir einen Wettbewerbsvorteil. Die Bedingungen hierfür sind folgende: Wenn dir der Artikel gefällt, dann ist es okay, wenn du gleich darüber schreibst. Gefällt er dir nicht, dann darfst/kannst du das natürlich auch schreiben, in dem Fall allerdings erst zum offiziellen Erscheinungsdatum.”

      Beide Aussagen spiegeln natürlich Firmeninteressen wider, aber sie beinhalten gleichzeitig völlig unterschiedliche Kernaussagen. Die erste ist meines Erachtens moralisch verwerflich (und rechtlich unter Umständen angreifbar), die zweite hingegen ist moralisch durchaus vertretbar, weil man dem Spieletester die Freiheit der Entscheidung läßt und er das Spiel dennoch vorab begutachten kann und somit auch die Möglichkeit hat, einen negativen Test problemlos und pünktlich zum Releasdatum veröffentlichen zu können.

      • feierabend sagt:

        Hmm, ich seh den Unterschied nicht ganz.

        Deine Satz sagt nur das, was ich schon etwas kürzer geschrieben habe.

        Der Reporter hat die Wahl zwischen einem Artikel jetzt, im Sinne der PR und möglicherweise gegen die Tatsachen abgefälscht.
        Oder später ehrlich, dafür aber nach Releas und vielen anderen Konkurenten.
        Denn nichts anderes bedeutet es zu sagen, “Wenn uns der Artikel gefällt schreib ihn jetzt, wenn nicht später.

        Es ist natürlich Niemand gezwungen, einen gelogenen Artikel zu schreiben. Das finde ich genauso falsch.

        Ehrliche Journalisten haben auf Grund dieser Angebote der PR-Abteilung aber einen Nachteil.

  43. harlekin sagt:

    Medien haben aus einer stillen Vereinbarung heraus das Recht auf Vorabversionen, und die heißt angemessene, aktuelle Berichterstattung. Wobei angemessen nicht bedeutet, dass ein AAA Titel eine 90er Wertung erhalten muss, und aktuell nicht “irgendwann nach Release des Spiels” sein darf.

    Dass das auch, und vor allem im Sinne der Öffentlichkeitsarbeit der Hersteller sein muss, habe ich an dieser Stelle bereits mehrfach versucht nachvollziehbar darzulegen.

  44. harlekin sagt:

    @Boris ich kann oben unter deiner Stellungnahme nicht mehr antworten, daher hole ich das an dieser Stelle nach.

    >Eine Wertung um 3% schlechter als ein “Konkurrenzprodukt” ist auch ein Wettbewerbsnachteil. Wieso soll sich der Hersteller dem aussetzen? Der Hersteller hat genau so ein Recht auf wirtschaftliches Handeln wie die Publikation.<

    Da der Hersteller im Gegenzug eine "unabhängige Legitimierung" seines Produktes erhält (Awards als Gütesiegel auf den Spieleverpackungen, nette Textbausteine fürs Direktmarketing, ich erzähle dir hier ja nichts neues). Darum arbeitet er auch mit Medien zusammen und verlässt sich nicht ausschließlich auf seine Agenturen, oder eigenständigen Marketingbemühen.

    Wenn der Hersteller zwar nicht über direkten, aber dennoch Druck die 3% mehr durchsetzt, dann funktioniert die (und Achtung jetzt kommt leider wieder eines dieser großen Worte) Gewaltenteilung nicht mehr.
    Und das bemerkt der Konsument (wenn wir nicht von einem denunzierenden Konsumentenverständnis ausgehen, wie es in der Branche teilweise auch verbreitet ist) und quittiert es mit Vertrauensverlust in die Marke. An dieser Stelle hat dann das Marketing versagt und es beginnen im Normalfall Kriesenpläne zu laufen.

    Unabhängige Presse = unabhängige Legitimität = soetwas wie "Transparenz"

    Wenn wir uns darüber einig sind, brauchen wir uns nur noch darüber zu streiten, ob der push für die 3% noch ein gangbares Mittel ist oder nicht. Ich meine nicht.

  45. Techm0 sagt:

    Ahhhh – hier geht´s ja ab! ;)
    Aber jetzt weiß ich wenigstens, warum der Test zu Forza Motorsport 3 auf XBox Front so unglaublich gut ausgefallen ist, von plattformübergreifender Referenz gesprochen wird. Das Spiel ist aber im Grunde genommen einfach nur schlecht, schlechte Grafik, schlechtes Fahrverhalten, schlecht aussehende Autos, viele Bugs, langweilige Karriere, nerviger Motorensound. Hab ich was vergessen? Ach ja, vieeel zu bunt isses! Ein ehrlicher Test hätte definitiv anders ausgesehen und lies MICH definitiv an der Glaubwürdigkeit von XBox-Front zweifeln. Zumindest weiß ich jetzt, warum der Herr Brems am 13.10.09 schon einen sooo guten Test raushauen konnte (und musste).

    Aber jetzt sehe ich (Dank dem Gezanke hier) warum der Herr Brems diese Lobhudelei in die Tasten klimperte. Was Negatives durfte er ja nicht schreiben und davon gibt es SEITENWEISE Kritik zu diesem Game, sogar von eingefleischten Forza-Fans der ersten Stunde! ;)

    • MajorGucky sagt:

      Da stellt sich mir die Frage, warum jemand am 13.10.09 einen gekauften positiven Test schreiben sollte, wenn das diesbezügliche “Embargo” (wie wir im Post Nr. 22 erfahren haben) doch bereits am 08.10.09 ausgelaufen ist. Da hätte wohl auch ein schlechterer Test gedruckt werden können und dürfen.

      Letzten Endes erfahren wir hier nur eines. Dir hat Forza in allen Belangen nicht gefallen und deswegen muß der positive Bericht natürlich erkauft worden sein. Das liest sich für mich mehr wie ein sinnfreier Bashing-Versuch als wie ein ernstgemeiner Beitrag zu einer interessanten Diskussion.

      • Techm0 sagt:

        Ja nee, nicht Deiner Meinung? Schon ist es “bashing” – das Lieblingswort der “Non-Argument” Freunde. Ich kann Dir hier 3 Seiten Argumente vorlegen, warum Forza 3 UNFERTIG und KEIN 90%+ Titel ist! Es passt nur leider nicht ganz zum Topic. Die “Karriere” ist SOWAS von dermaßen langweilig, das ich sogar bezweifele, das da wirklich “Testspieler” am Werk waren, um den Programmieren die Fehler aufzuzeigen. Dann wäre auch die verbockte Startsequenz im Einzelspielermodus nicht entstanden uvm…

        Davon ab halte ich die gesamte “Testbranche”, egal ob Print oder Web für viel zu gutmütig, denn wenn man viele Spieledesignfehler etc. mal wirklich benennen würde, hätte der Boris noch viel mehr Kopfschmerzen. Viele Spiele sind einfach nur SCHROTT – ja auch die sogenannten “JAhreshighlights”. MW2 hatte ich nach 7Stunden Nettospielzeit auf Legendär durch, egal wie gut einige Szenen gemacht sind etc. Sowas verdient keine Wertung über 80%. Im Grunde müsste man die komplette Videospielebranche “reseten” und von vorne anfangen.

      • TechmO, Stricken ist auch ein schönes Hobby.

      • MajorGucky sagt:

        Zitat:

        “Davon ab halte ich die gesamte “Testbranche”, egal ob Print oder Web für viel zu gutmütig, denn wenn man viele Spieledesignfehler etc. mal wirklich benennen würde, hätte der Boris noch viel mehr Kopfschmerzen.”

        Also ich gebe dir Recht, daß in vielen Spielen (trotz vorheriger angeblich ausreichender Testphase) viel zu viele Bugs enthalten sind, die selbstverständlich auch Einfluß auf den direkten Spielspaß haben können, wenn Sie entsprechend schwerwiegend sind. Das ist insofern auch traurig, weil wir hier nur eine festgelegte Plattform haben, deren grundlegende Komponenten immer die gleichen sind. Da sollten technische und spielerische Bugs und Designfehler eher abnehmen, aber leider ist derzeit wohl das Gegenteil der Fall.

        Ich gebe dir allerdings nicht Recht, daß deswegen alle diese Spiele Schrott sind. Fehlerbehaftet ja (teilweise auch spielspaßmindernd), aber Schrott sind Sie deswegen normalerweise noch nicht.

        Wenn ein Spiel aufgrund eines echten Designfehlers natürlich unspielbar ist oder aufgrund mehrerer nerviger Bugs die Motivationskurve rapide gegen null fällt, dann sieht die Lage sicherlich anders aus. Und erst Recht dann, wenn diese Fehler bei einem anständigen Spieletest (der vor jede Veröffentlichung gehört) sofort hätten auffallen müssen.

  46. chrismue sagt:

    Vielleicht muss man sich mehr denn je der Rollen beider Seiten bewusst werden. Einer muss sein Produkt verkaufen, der andere muss Aufmerksamkeit erzeugen. Der Kern dieser Diskussion ist die Frage nach dem Sinn eines Reviews für dieses Medium im Jahre 2009 und niemand wird bwezeifeln, dass ein Review heute einen völlig anderen Wert besitzt, als vor 10 oder 20 Jahren. Ich erinnere mich noch an meine frühesten Power Play Zeiten, als ein paar Dutzend Schreiber die Meinung Tausender prägen konnten. Diese Zeiten sind vorbei und auch wenn der Journalist 2009 noch nach Rechtfertigung giert, in Zeiten von Online-Medien, hat sich das klassische Review völlig überholt. Es ist maximal nur noch ein winziger Faktor von vielen.

    Natürlich dürfen Publisher Auflagen definieren, solange sie Testversionen zur Verfügung stellen. Wäre es nicht so, würde man statt in einer Redaktion zu arbeiten, für den eigenen privaten Blog schreiben. Es gehören immer zwei Seiten dazu, einer der den Knebel bindet und einer der ihn schluckt. Die Aufgabe dem Leser eine Kaufentscheidung bieten zu wollen ist löblich, aber nur noch pure Illusion. Lange bevor ein Review 2009 online geht oder gedruckt wird, hat sich der harte Kern des Marktes (und schon immer einzig von Magazinen zu adressierender Teil) lange eine eigene Meinung gebildet. Der Informationslärm ist besonders online mächtiger als ein fokussierter 2000 Wörter Artikel, einer einzelnen Person.

    Jene neue Praktiken für Reviews sind schließlich auch Ergebnis der finanziellen Marktentwicklung. Wäre jeder Titel finanziell erfolgreich, müsste man nicht solche Mechanismen installieren, die einfach nur potentielle Umsätze sicher wollen. Es ist ja auch kein “MyPony DS” Embargo, sondern es betrifft genau ausgesuchte Titel, deren Abverkauft man in den so wichtigen ersten 3 Wochen maximieren möchte. Wenn daran Embargos gekoppelt sind, dann ist das sicherlich nicht die feine englische Art, aber aus Sicht der Publisher einfach nur verständlich. Das Medium ist wirtschaftlich einfach gereift, der Journalismus der es umgibt wahrscheinlich noch nicht. Ich bin sehr gespannt, auf den Folgeartikel zum Thema, denn dies wird das eigentlich spannendere Thema sein.

  47. Tloen Uqbar sagt:

    Zitat: “Wieso seit Ihr schlau und die PR-Leute doof? Welche von diesen beiden Gruppen arbeitet professioneller und hat seinen Job wirklich in einer Ausbildung gelernt?”

    So, so. PR-Leute sind ausgebildet und kompetent, Journalisten nicht. Solche Sprüche sind wirklich unsäglich.

    Zur Problematik zwischen Journalismus und PR sei hierauf verwiesen: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/1073740/

    Und wie so eine funktionierende Symbiose – passenderweise mit Microsoft – aussieht, kann man hier nachlesen: http://www.stefan-niggemeier.de/blog/focus-redakteure-zu-kaufen/

    • donnerbrenn sagt:

      Und was hat das, was der Focus da treibt mit dem Thema hier zu tun?

      • Tloen Uqbar sagt:

        Letzlich geht es darum, wie stark der Einfluß der PR auf redaktionelle Inhalte ist (“Hofberichterstattung”). Und das beschränkt sich nicht nur auf den Spielebereich sondern ist ein generelles Problem. Das Beispiel Microsoft habe ich gebracht, weil es Boris’ Arbeitgeber ist. Ich hätte genauso den Hype um das Neurodermitis-Mittelchen anführen können: http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3161202

        Man kann Boris’ Ansicht teilen oder auch nicht, letztlich führt diese PR-affine Berichterstattung zur Delegitimierung des Journalismus und Entmündigung des Mediennutzers.

    • Ich hab auch nicht geschrieben “Alle Journalisten sind doof” sondern die implizite Aussage der JL-Kolumne, die Spielehersteller seien doof aber die Webseiten hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen, hinterfragt.

      Es gibt hervorragende Journalisten-Ausbildungen. Es gibt auch parallel “Spieletester” und Editorials, in denen überschwänglich erzählt wurde, wie der Praktikant nach Japan zum Firmenbesuch fahren durfte. Im Bereich Spieletests (nicht Journalismus) gibt es keine richtige Ausbildung (woher auch), aber die Möglichkeit, “sein Hobby zum Beruf” zu machen.

      Ich hab gedacht so langsam würde mein Blutdruck bei der Sache wieder fallen, aber inzwischen macht mich die Janus-Köpfigkeit der Geschichte immer mehr an. Ich zitiere aus der Kolumne:

      “Wir werden uns aber so weit wie möglich von dieser Bevormundung lösen, die teilweise in Verträgen formuliert und inklusive der Androhung hoher Geldbußen unterzeichnet werden muss.”
      und
      “Natürlich würden wir dann weniger Faxe und mehr Kekse bekommen, aber wir würden uns aus dem Wettbewerb schmeißen; der ist zwar krank, aber die Ursache ist nicht die Kritik als solche oder die Zahl, sondern der Umsatzdruck, das Gieren nach mehr, mehr und noch mehr.”

      Also macht 4players selbst aus wirtschaftlichen Gründen bestimmte Dinge (wenn auch widerwillig), wirft aber den Partner vor, wirtschaftlich zu handeln – der darf das nicht, 4players ist aber leider dazu gezwungen.

      • feierabend sagt:

        Wie gesagt, ich halte diese Embargos mit Vortest-Recht für eine Bestechung.

        Jemand der eine Bestechung annimmt ist aber genau so schuldig.

        Ist nur doof, dass es immer wen geben wird, dem das egal ist und so einen Wettbewerbsvorteil hat…

        Ich mag zwar nicht die art, wie Herr JL Kollumnen schreibt, kann seinen Standpunkt aber gut verstehen.

        Und die Freiheit eine Kolummne zu schreiben muss ja noch gegeben sei!

  48. Frybird sagt:

    Wurde eigentlich schon erwähnt das die ganzen Spielemagazine, vorallem die Online, mit ihren unzähligen Previews und News zu jedem kleinen Marketingstunt überhaupt den Löwenanteil des ganzen “Hypes” erzeugen, der dazu führt das die Leute spielerischen Abfall vorbestellen.

    Nur mal etwas zum drüber nachdenken, denn nur mit ein bisschen Fernsehwerbung und einem bekannten Namen ist es zumindest bei Videospielen und in Deutschland noch lange nicht getan.

    • Techm0 sagt:

      Frybird, genau das bringt es doch auf den Punkt. Sogar die “Jahreshighlights” sind großenteils spielerischer Abfall. Wären da nicht der von den Medien kostenlos verteile “Hype” wäre die Branche bestimmt nicht da, wo sie im Moment ist.

      Es ist, wie es ist. Eine Hand wäscht die Andere – beide bleiben dreckig ;)

      • Techm0 sagt:

        reply auf #45:
        Ja, Boris – stricken und Häkeln sind wirklich schöne Hobbies. Leider habe ich in dieses Hobby aber schon zuviele Tausender versenkt – und werde auch weiterhin Spiele kaufen – so ist das nunmal. Videospiele sind eine Leidenschaft. Aber ich beobachte seit geraumer Zeit ein Phänomen:
        Früher kamen Blockbuster raus, die Freundesliste daddelte diese Spiele über WOCHEN hinweg, teilweise 2-3 Jahre (PGR2 auf XBox 1). Heutzutage verkommen die Spiele zu einem schnellen Konsumgut und sind nach nur ein paar Tagen nicht mehr interessant. Auch sehr schön in der Freundesliste zu beobachten. Die ersten Tage sind alle eifrig auf das aktuelle Game eingeschossen, schon 2-3 Tage später legt sich der Hype wieder. Forza3, Halo3ODST, CoD6 – früher hätte ich da WOCHENLANG in den Spielen rumgehangen, heutzutags empfinde ich die Games nur noch als “schnelle Nummer”. Und genau so sind sie auch aufgebaut. Die “Schreiberlinge” meinen es IMO noch viel zu gut mit den Herstellern, ich wäre da etwas – äääähhh – direkter und weniger zimperlich ;)

      • MajorGucky sagt:

        Zitat:

        “Früher kamen Blockbuster raus, die Freundesliste daddelte diese Spiele über WOCHEN hinweg, teilweise 2-3 Jahre (PGR2 auf XBox 1).”

        Korrekt! Was waren das doch für schöne Zeiten mit dem hervorragendes MP-Modus von Splinter Cell 2 und 3…

        Zitat:

        “Forza3, Halo3ODST, CoD6 – früher hätte ich da WOCHENLANG in den Spielen rumgehangen, heutzutags empfinde ich die Games nur noch als “schnelle Nummer”.”

        Sagt das nun wirklich IMMER etwas über das Spiel aus oder vielleicht nicht doch ZUNEHMEND auch etwas über die Spieler und deren gewandelte Mentalität oder “Konsumsucht”? Dieses Verhalten kann man im übrigen derzeit auch sehr schön beim Medium Film beobachten.

  49. harlekin sagt:

    Da hier teilweise in die Richtung argumentiert wird, dass journalistische Publikationen im Zeitalter der Blogs und Social Media Plattformen an Stellenwert und Bedeutung verloren haben (dem ich im Übrigen zustimmen möchte, ich glaube ohne diese Situation würden wir die Diskussion hier nicht führen…) möchte ich dennoch darauf hinweisen, dass Wertungsziffern (in einigen Key-Outlets) dem Marketinverständnis der Branche nach sehr hohe Aufmerksamkeit zukommt. Die Medien haben an dieser Stelle offensichtlich einen beachtlichen Einfluss (oder eine öffentlich wahrgenommene Beratungsfunktion, je nach dem aus welcher Richtung man argumentieren möchte) auf das Kaufverhalten.

    • Wenn dem so ist, unterstützt das aber nur meine Argumentation daß der Hersteller dann genau aufpassen muß, was vor Verkaufsstart über sein Produkt geschrieben wird.

      • harlekin sagt:

        Definitiv, Ja. Aber er darf dieses Ziel nicht mit allen Mitteln verfolgen, sowohl aus pr-theoretischem, ethischem, wie auch aus ökonomischem Interesse.

        Irgendwann funktioniert die Zusammenarbeit (oder nenn es Symbiose) nicht mehr, ab einem Punkt dominiert Marketing hier den Journalismus derart, dass der sich in seinem Selbstverständnis bedroht sieht.

        Wir sind hier einen Schritt davon entfernt die Wertfrage im Bezug auf den Magazin-Journalismus neu aufzurollen, aber wie auch immer die Antwort darauf heute, oder in ein paar Jahren aussehen mag – Marketing versteht es mit Journalismus zusammenzuarbeiten. Dieses Verständnis ist im Bezug auf Online Media noch nicht gegeben (gib der Wissenschaft noch fünf Jahre, .. ;) ), auch wenn es interessant ist zu beobachten, dass Hersteller und Kunde immer näher zusammenrücken, und auch die dafür notwendigen Kommunikationskanäle da sind – Marketing macht noch nicht den besseren Journalismus (Stichwort “unabhängige” Wertungen).

  50. mindVex sagt:

    Mich würde mal interessieren, ob die Wertungen im Endeffekt tatsächlich so einen großen Einfluss auf das Kaufverhalten haben. Ohne es begründen zu können, habe ich das Gefühl, dass wir hier alle immer davon ausgehen, dass jeder Videospieler ständig Print- oder Online-Magazine bemüht. Ich glaube aber fast, dass der Löwenanteil viele Leute beinhaltet, die sich im Vorfeld nicht so sehr darum kümmern. Das hängt sicher auch von der Plattform ab, aber gerade bei DS-Spielen dürfte die meinem Gefühl nach sehr viel höher sein als die nennen wir sie mal engagierteren Spieler.

  51. HomerNarr sagt:

    “Kommentar
    hundertprozent subjektiv”
    Wie kann man sich in einer subjektiven Meinung irren?
    Sehr interessant, wie Boris die Werte der “Gegenseite” verinnerlicht hat. Wie war das WOW und Gebrauchtspiele sind schlecht für den Markt weil sie den Neuabsatz anderer Spiele behindern? M$ ist befugt und berechtigt mit seinen Kunden nach eigenem Gutdünken umzugehen? Ich darf eine Xbox nur mir Originalhardware von M$ betreiben? Zitat: “Achja – MediaMonkey 3.2 kann wieder mit Ipod Touch und Iphones synchronisieren. Wohl nur bis zum nächsten Firmwareupdate, aber immerhin.” Fällt hier jemandem was auf? Was wäre wenn Apple das Iphone sperrt, weil man ja sonst Raubkopierte Musik auf dem Ipod abspeichern kann? M$ gut, Apple schlecht? Wenn Apple will, das das Iphone nur mit Itunes benutzt wird und sogar eine Windowsversion abietet, warum sollte jemand etwas anderes benutzen wollen? Darf er es denn?
    Der Tester hat kein Recht auf eine Vorabversion? OK, aber der Prodzent hat auch kein Recht auf eine bessere Wertung, auch nicht für Vorabreleases.
    Denn wenn der Tester Software aus diesem Grund besser bewertet, dann ist das Betrug an mir dem zahlenden Kunden.
    Da bin ich doch nur froh, das ich als alter Sack nicht mehr so oft spielen kann und will und gerne den Releasetermin verstreichen lasse. Als zuverlässige Infoquelle erweisen sich sowieso nur noch Foren, wo vermehrt auch Virale Marketingdeppen versuchen Stimmung für den letzten Dreck zu machen. So macht das keinen Spass mehr. Brauche ich diese Flughafenszene in CoD6? Nein ganz sicher nicht, aber verdammt ICH will entscheiden, ob ich mir den Mist antue, mit 45 bin ich alt genug.
    Ja, Boris, stricken ist auch ein Hobby.
    Und bevor ich es vergesse, als vorsichtiger Mensch, weiß man zwar wo man sich richtig über das gewählte Produkt vorab informiert und kann schon ahnen wohin der Hase läuft, aber in der Regel ists wie bei CoD6 das es sich trotzdem wie blöd verkauft.

  52. MeanFriday sagt:

    Lieber Boris
    Ich bewundere wie viel Ausdauer du hast, um dich mit all diesen Kommentaren rum zu schlagen. Ich konnte es mir nun aber nicht verkneifen auch noch meine Meinung zu diesem Thema abzugeben:
    Ich spiele nun schon seit 16 Lebensjahr Computerspiele und habe zeitweise bis zu 4 Spielezeitschriften gleichzeitig gelesen, habe aber nicht das Gefühl, dass dies bei mir irgendwelche Folgeschäden hinterlassen hat. Wenn ich aber gewisse Antworten auf deinen Beitrag lese bin ich mir nicht sicher, ob ich eine Ausnahme bin. Gewissen Zeitgenossen ist einfach die Fähigkeit in Zusammenhängen zu denken abhandengekommen. Ich kann nirgend in deinem Artikel lesen, dass du es befürwortest, dass falsche Testberichte aufgrund von Embargobestimmungen veröffentlicht werden. Trotzdem Argumentieren alle User welche deine Meinung nicht teilen genauso wie wenn du dies unterstützen würdest. Alle fühlen sich von den Spielefirmen betrogen, weil sie glauben, dass durch die Embargobestimmungen die Testresultate verfälscht werden. Es wird argumentiert, dass die Pressefreiheit verletzt werde.
    Schauen wir uns dies doch einmal genauer an, was schreiben die Spielefirmen den vor? Sie schreiben den Spieletestern vor, dass sie ihre Spiele nur im VORAUS testen dürfen, wenn eine gute Bewertung rausschaut. Die Betonung liegt hier auf: Im VORAUS. Der Tester ist in keiner Weise verpflichtet eine geschönte Bewertung abzugeben. Sollte das Produkt gut sein, kann er den Bericht vor dem Release veröffentlichen. Ist das Produkt in seinen Augen schlecht, muss er bis zum Release warten. Der Hersteller zwingt ihn weder zu einer beschönigten Bewertung, noch droht er ihm mit einer Straffe sollte das Produkt schlecht abschneiden. So lange sich das Embargo nur auf den Release-Tag bezieht, wird hier weder die Pressefreiheit beschnitten, noch wird hier jemand zu etwas gezwungen, was er nicht mit seinem ehrlichen gemüht vereinbaren könnte.
    Nun werden einige aber empört aufstehen und rufen, dass der Tester hier sehr wohl zu einer besseren Bewertung gezwungen wird. Denn wenn er sich nicht dem Diktat der Hersteller beugt, wird er seinen Testbericht nicht als erster veröffentlichen können, was dann wirtschaftliche Folgen nach sich ziehen wird. Er ist so also genötigt zu lügen um zu überleben. Auf dieses Argument habe ich gewartet. Warum muss er den Lügen? Warum ist es so wichtig der erste zu sein? Weil die Qualität nicht zählt, sondern die Geschwindigkeit! Der Leser will nicht warten, er will alles, jetzt und kostenlos. Denn wenn er nicht bekommt was er will, dann zieht er weiter, zum nächsten Tester. Die Wirtschaftliche Grundlage des Magazins oder der Homepage macht sich aus dem Staub.
    Hmmm, wenn der Tester also darauf angewiesen ist, dass seine Leser auch weiterhin bei ihm bleiben und er dies nur erreicht, in dem er gefälschte Bewertungen abgibt, wer genau übt dann den Druck aus? Für alle welchen die Antwort jetzt nicht gerade ins Gesicht springt: Es ist der Leser. Den mit seinem nach Neuigkeiten lechzenden Verhalten zwingt er den Tester, einen Bericht zu verfassen, welcher vielleicht nicht der Realität entspricht. Wäre sich der Tester aber sicher, dass seine Leser im auch die Treue halten wenn sein Bericht erst nach dem Release erscheint, wäre er frei und könnte schreiben was er will. Der Leser macht ihn erst zum “Sklaven der Industrie”. Wenn man sich die wirtschaftlichen Abhängigkeiten der drei Beteiligten anschaut wird einem dies noch viel bewusster. Der Hersteller ist in erster Linie abhängig vom Kunden und in zweiter Linie vom Tester, welcher das Produkt dem Kunden empfehlen kann. Der Tester ist voll und ganz vom Leser abhängig. Ohne Leser gibt es keine Anzeigen, Werbungen oder Abo Gebühren, also auch kein Geld. Kein Hersteller schaltet Werbung wenn sie von niemandem gelesen wird. Womit wir beim Leser angelangt wären. Dieser ist als einziger der drei völlig unabhängig in seiner Entscheidung. Er kann sich das Produkt kaufen welches er will und er kann das Magazin oder die Webseite lesen welche im gefällt. Mit seiner Entscheidung richtet er über das Schicksal des Spiels genauso wie über das des Testers. Es liegt also in seiner Hand zu entscheiden, ob er eine objektiven Testbericht oder ob er einfach den erst besten will. Kauft er ein Abo eines Spielemagazins, bei welchem er weiss, dass er nicht verschaukelt wird, ermöglicht er dem Magazin auch unabhängig zu bleiben. Bleibt der Leser seiner Lieblings Homepage treu, weil diese zwar nicht den ersten dafür einen fundierten Testbericht abliefert, dann unterstützt er den freien unabhängigen Tester. NUR wenn es sich ein Tester erlauben kann verfälschte Testberichte abzuliefern und die Leser bleiben trotzdem bei ihm, ist dies nicht die Schuld des Herstellers.
    Herr Luib hat mit seinem Artikel sicher das erreicht was er wollte: Aufmerksamkeit. Wenn es ihm wirklich um die Sache ginge hätte er nicht gegen die Spielehersteller gewettert. Er hätte sich über die Horden von Lesern aufgeregt, welche sich nicht für die Qualität interessieren sondern nur nach Quantität lechzen. Nur sind diese Leser leider seine Einkommensquelle und wie das Sprichwort sagt: “Man beisst nicht in die Hand, die einem füttert.”

    Boris mach weiter so und verschwende nicht zu viel Energie all die Kommentare zu beantworten. Ich freue mich lieber wieder über einen Blog Post oder den nächsten Veteranen Podcast.

  53. Manzbuur sagt:

    Das die “Embargo”-Politik seitens Publisher die Kaufentscheidung der Konsumenten durch manipulierte Tests erheblich beeinflusst, ist Boris vollkommen egal! Boris Schneider-Johne schreibt hier im Interesse der Industrie , der Presse und NICHT im Interesse der Spieler bzw. Konsumenten. Es geht um Profit auf Kosten manipulierender Informationspolitik (platt: Käuferverarschung). Das Boris das mit allerlei Argumentationsbrei versucht zu legitimieren – darüber kann man nur den Kopf schütteln.

    Lobbyist!

  54. El Grecco sagt:

    Die für mich als Endverbraucher richtig gute Seite an der Sache – es gibt weltweit relativ ähnliche Starttermine für die Spiele seitens der Publisher. Was habe ich früher geflucht, dass sich Spiel XY so lange hat Feiern lassen bis es mal in Europa erscheint.
    Ich denke sonst könnte man sich einfach die Importe holen und diese testen anstatt die Eur Versionen. Bei Importen wären ja deine Kriterien erfüllt, oder? Spiel wurde ja legal erworben.

    Ich denke inzwischen versteht die Mehrheit so langsam das Konzept. Will ich sofort loszocken, muss ich mit leicht euphorischen Berichten rechnen, wartet man ne Zeit (ein bis 2 Wochen nach erscheinen) kommen die ersten relativ neutralen Tests (was ist schon neutral frage ich mich) und sogar die total überzogenen Verrisse (ebenfalls oft aus Profilierungsgetue heraus).

    Liebe Grüße,
    der 32 jährige Zocker, der inzwischen mit dem Rhytmus an erscheinenden Hits nicht mehr klarkommt. Was für ein geiles Spielejahr bisher, gefakte Wertungen hin oder her, und das ist es doch worauf es ankommt.

  55. Sicho sagt:

    wenn Werbung in eigener Sache erlaubt ist:

    http://www.userrankings.com

    Da schreiben wir Reviews zum grössten Teil immer erst nach Release (zu 90% der Zeit aber auch weil wir nur eine kleine Seite sind und deswegen meistens erst zum Release – wenn überhaupt – bemustert werden) und bieten die Möglichkeit, dass unsere User die Spiele auch selbst bewerten und ein Review verfassen können. Wir teilen das ein in Master-Reviews (redaktioneller Teil) und User-Reviews.

    Doch auch unsere Redakteure sind User. D.h. im Klartext: wir schreiben ein Master-Review und versuchen dabei, möglichst objektiv zu bleiben und eine so weit wie möglich “allgemeine” Wertung zu einem Spiel abzugeben. Wir bewerten dabei in Noten von 1 bis 5, wobei jede Zahl für eine klar definierte Bewertung steht. Desweiteren aber bewertet danach der Schreiber des Master-Reviews nochmal getrennt das Spiel als “User” – diese Bewertung entspricht dann aber rein seinem persönlichen Geschmack und kann daher besser oder schlechter sein, als der eigentliche “Redaktionstest”.

    Wir denken, dass wir damit ein System haben, das ziemlich ehrlich ist. Man kann unseren Redaktionstest lesen und zudem die Meinungen von Usern mit einbeziehen.

    Wir haben glücklicherweise bislang nie mit Embargos (ausser zu Pressemitteilungen) zu tun gehabt (vermutlich sind wir auch einfach eine zu kleine Seite) und sollte es mal soweit kommen, ist es wohl ziemlich klar, dass wir nicht darauf eingehen werden und uns das Spiel dann erst zum Releasetag schicken lassen … oder wir kaufen es selbst, gibt eh einige Reviews bei uns, die selbstfinanziert sind.

    @harlekin:
    hey, lange nicht mehr gelesen. Wie geht’s? ;)

  56. PhilB sagt:

    Warum lassen die Hersteller eigentlich nicht das Verteilen von Vorabversionen sein, wenn Sie sowieso auf dem Standpunkt stehen “Entweder gute Presse vor dem Release oder gar keine”. Wenn man sich nicht anders zu helfen weiß, als den Testern gute Ergebnisse abzunötigen, dann kann man die Vorabgeschichte doch einfach weglassen und ohne Tests releasen. Die Freiheit hat auch jeder Hersteller, so wie jeder Tester die Freiheit hat derartige Verträge abzulehnen.

    Auf diese “Freiheit” greifen die Hersteller aber ebensowenig zurück, denn was zählt ist möglichst gute Presse und damit möglichst viel Gewinn.

  57. Wie damals der Gamespot Skandal gezeigt hat, gibt es in der Branche längst keine unabhängige Presse mehr. Kaum ein angeblicher Blockbuster der gehypt wurde, ist so gut wie man erwarten würde. Halo ODST ist das beste Beispiel wie man mit Namen Scheisse vergolden kann! Die Anzahl guter Spiele wird all kürzer, die der Blender all länger. Am besten zeigt sich die Diskrepanz bei Userwertungen bei metacritics oder Amazon Kommentaren. Wertungsunterschiede von 20 bis 30% unter denen der Presse sind keine Seltenheit!

  58. XeroX sagt:

    Gibt eben immer noch Leute auf der Welt die den Unterscheid zwischen “Recht” und “Privileg” nicht verstanden haben.

    Auf Preview bereichte geb ich eh nix.

    Danke für den Beitrag & Gruß
    XeroX

  59. einkay sagt:

    Servus Boris,
    eigentlich hatte ich hier eine ellenlange Analyse des Gesamtsystems getippt, aber eigentlich lässt sich alles auf ein kurzes Fazit zusammen dampfen: Weder Hersteller noch Journalisten müssen sich über den anderen stellen. Beide haben nur die eigenen wirtschaftlichen Interessen im Kopf und nichts anderes – und beide Seiten sind nicht gerade zimperlich im erreichen Ihrer Ziele.

  60. Zaphod sagt:

    Ist eigentlich das Argument “Beta-Test” schon gefallen? Da muss ich als Spieler ja auch eine NDA unterschreiben. Und da motzt eigenartigerweise keiner. Ist vielleicht ein hinkender Vergleich, aber warum sollen Publisher Journalisten so etwas nicht auch vorschreiben dürfen?

  61. akioWauer sagt:

    Hallo Boris!
    Du sprichts von einer Zusammenarbeit (ich meine sogar ich hätte irgendwo Symbiose gelesen) zwischen Zeitschriften und Spielehersteller bzw. Publisher. Dabei vergisst Du meines erachtens, dass die Herrsteller auf möglichst frühe Tests angewiesen sind. Denn Verbraucher kaufen eher selten (Titel wie Halo x oder GTA 12 mal ausgenommen) die Katze im Sack. Eine Empfehlung eines verlässlichem Magazin oder Webseite kann dort die Kaufentscheidung massgeblich beinflussen. Und da sind wir beim Knackpunkt. Auch für die Spieleindustrie ist es von großem interesse, dass die Testindustrie zumindest als unabhängig wahrgenommen wird. Sonst tragen sie nicht mehr zur Vermarktung bei.
    Somit sind Bewertungsabsprachen für beide Seiten schädlich.

  62. Va1is sagt:

    Da muss ich dem User TechmO leider wiedersprechen. MW2 hat sogar mehr als 80 verdient, eher sogar 92+. Du reduziert ein Produkt auf seine Kürze? Dann spielst du vielleicht lieber WoW. Ausserdem ist MW2 mit SpecOps und Multiplayer sogar länger als manches Vollpreis Rollenspiel. Ich habe liebe eine kurze Story Kampagne mit NUR Highlights als ein langweiliges Epos.

  63. Manzbuur sagt:

    Vergesst doch mal die Industrie. Es geht um die Spieler (Konsumenten)! Werden sie verarscht – durch manipulierte Werbepropaganda – dann ist das eine Sauerei. Der Spieler/Leser erwartet von der Presse eine objektive/subjektive Betrachtung (Stichwort TEST) des Spiels, OHNE Schmiergeld. Wer bspw. empfiehlt, dass das Medikament Kontagan risikolos ist, später aber Kinder durch diese Medikament behindert sind, handelt aus meiner Sicht hoch kriminell. Muss ich hier immer makabere Beispiele geben, damit man erkennt, worum es überhaupt geht?

    Macht ruhig weiter mit Eurer “Symbiose”… vom Prinzip her seid ihre ideale PR-Manager für hiesige Pharmakonzerne…. vllt. ergibt sich da ja beruflich was?

  64. Spiele die gehypt werden und dennoch enttäuschend, sind verlieren natürlich nachhaltig an Verkaufszahlen.

    Modern Warfare 2 z.B wird für den PC niemals so preisstabil sein wie der erste Teil. Schon jetzt zeichnet sich ab, das der Titel wahrscheinlich schneller günstiger wird, als Activision lieb sein kann.

  65. Karla Kolumna sagt:

    Entweder ist man so fair Embargos (vor ein paar Jahren nannte man so was noch Gentlemen Agreement – wie sich die Zeiten doch ändern) einzuhalten, oder den Arsch in der Hose zu haben auch mal dankend abzulehnen und den Test halt nicht vor allen anderen zu haben um seine PIs zu steigern und zB mehr Werbepartner zu bekommen. Dann heisst es eben warten und nach Release kann man dann die dreckige Wäsche waschen. Keinem wird hier doch etwas verboten. Ist kein Vorabtest zu lesen, kann der geneigte Leser davon ausgehen, das er nicht im Sinne des Herstellers gewesen ist. Keine Aussage ist auch eine Aussage. :) Wieso dreht sich alles immer nur um Zahlen und Statistiken? Redaktionen pochen auf ihre Bewertungszahlen und die Industrie auf PIs,oder Auflagen. Dies ist die Kehrseite der Medaille und auch ein Art Symbiose (leider die negative). Online Seiten finanzieren sich unter anderem durch Werbung. Werbeschaltungen hängen aber von den Zugriffszahlen einer Seite ab. Das ist die erste Frage, wenn man Werbepartner sucht – Wie viel PIs generieren sie pro Monat? Also braucht man ggf. Exklusiv-Content, um mehr Zugriffe zu generieren. Aber das weiss ich vorher. Entweder lässt man sich auf das Abenteuer ein und fügt sich den Regeln, oder man lässt es bleiben. Ich wäre als Firma auch nicht so scharf darauf einen Verriss zu lesen, der mich unter Umständen Umsatz kostet. Aber durch die Exklusivität des Artikel verdient Redaktion XY zB an neuen Werbeeinblendungen, da sie mit einem Vorabtest mehr Leser auf ihre Seite ziehen konnten, was wiederum mehr Zugriffe bedeutet. Das heisst im Klartext gesprochen…Redaktion XY bekommt zB Forza3 4 Wochen vor Release und ist in der Lage vor allen anderen einen Vorabtest zu schreiben. Dieser Test fällt negativ aus, was sich in den Bewertungszahlen niederschlägt. Aber aufgrund der Exklusivität generiert man mehr Zugriffe. Diese wiederum nutzt man um neue Werbepartner zu bekommen und darauf folgend erscheint eine nette Werbeeinblendung von Konkurrenzfirma XY. Unter Umständen hat man durch die erhöhten Zugriffszahlen einen Werbepartner mehr…aber auf wessen Kosten? Was des einen Freud, ist des anderen Leid…oder so ähnlich. Es sind nur Beispiele im kleinen Maßstab, welche man natürlich nach oben hin beliebig erweitern kann. Ich hoffe man versteht worauf ich hinaus möchte. Von daher kann ich Boris nur allzu gut verstehen und seine Meinung nachvollziehen. Ich habe diese Zahlenschubserei schon immer gehasst. Hätte ich mit Zahlen jonglieren wollen, wäre ich Mathematiker geworden.

  66. Fabulom sagt:

    Für mich bleibt ebenfalls ein schaler Beigeschmack, wenn der Hersteller sich ein temporäres Verschwiegenheitsversprechen geben lässt im Falle schlechter Vorveröffentlichungstests. PR hat zum Ziel, ein Produkt bekannt zu machen, Begehrlichkeiten zu wecken, das Produkt in bestem Licht erscheinen zu lassen. Weiter oben wurde ein womöglich ungeschickter Vergleich mit Kriegsberichterstattung gezogen. Ich musste bei Boris Argumenten allerdings ebenfalls an eine Analogie aus diesem Bereich denken. Mir kam der erste Golfkrieg in den Sinn, der PR-mäßig großartig betreut worden war. Ich denke, kein PR-Manager der US Army wurde währenddessen gefeuert. Als später jedoch herauskam, dass einiges stimmungsmachendes Filmmaterial, mit dem die Presse versorgt worden war, von Ölkatastrophen vor Kanada stammte u.ä.m., da wurden wahrscheinlich einige PR-Jobs vakant. Erst jetzt hatte die PR gefumblet. Was ich damit sagen will: “Wahrheit” gehört nicht zu den direkten Zielen von PR (wenngleich es ein Nebenziel sein kann, sofern negative Rückkoppelungen beim ertappten Lügen zu erwarten sind). Zuallerst kommt die Publicity und das Gewogen-Machen der Zielgruppe. Um diese höchste Zielsetzung zu verdeutlichen, sei der Vergleich gestattet.

    Jeder Versuch der PR, ihre Kontrolle über Informationsflüsse und Öffentlichkeitswahrnehmung weiter auszudehnen, erzeugt daher bei mir ein Unbehagen, da es vom Wunsch positiver Darstellung zur aktiven Unterdrückung (frühzeitiger) negativer Wahrnehmungsäußerungen ein Schritt in die falsche Richtung ist. Ein PR-Profi hat andere Ziele als ein Journalist-Profi. Der Vergleich des vermuteten unterschiedlichen Ausbildungsstand ist deshalb einer von Äpfeln und Birnen. Nach meinem Verständnis gehört die Suche nach der “Wahrheit” oder einer fundierten Meinung zu den primären Zielen eines Journalisten, während die Öffentlichkeitsdarstellung bestenfalls ein Nebenziel ist (weil man z.B. Leser binden will). Einem Journalisten gewähre ich daher a priori eine höhere Glaubwürdigkeit als einem PR-Manager. Auf einen Satz verkürzt: “Ein PR-Manager muss seine Glaubwürdigkeit erst beweisen, ein Journalist erst seine Unglaubwürdigkeit”.

    Wäre die Aussage: “Hersteller sollten generell keine Vorabmuster verteilen, wenn sie Angst vor schlechten Wertungen haben”, hätte ich überhaupt kein Problem mit der Haltung. Das Angebot des Herstellers an den Journalisten, nur bei positiver Berichterstattung am wirtschaftlichen Vorteil partizipieren zu können, droht Medien hingegen ernsthaft zu korrumpieren. Man instrumentalisiert ein Medium durch Einflußnahme auf sein ureigenes Metier (ein Test”bericht”, der hat ja etwas objektives). Viele Kommentare über dieses Dilemma sind zynisch und einige mögen zu Recht mit dem “real existierenden Journalismus” und den “real existierenden Lesern” hadern. Anyway, grundsätzlich halte ich so ein Herstellerangebot für unseriös und grenzverletzend.

    • Manzbuur sagt:

      Meine Postings waren anfangs noch recht “aggressiv”. Das lag daran, dass ich bei diesem Thema und der dahinterstehenden Logik sehr empfindlich reagiere.

      Dein Post, Fabulom, kann ich inhaltlich nur voll und ganz zustimmen! Ich hoffe, es wird vielen Lesern und dem Autor des obigen Beitrags überhaupt deutlich, worum es hier geht.

    • Karla Kolumna sagt:

      “Wäre die Aussage: “Hersteller sollten generell keine Vorabmuster verteilen, wenn sie Angst vor schlechten Wertungen haben”, hätte ich überhaupt kein Problem mit der Haltung.”

      Das wäre auch eine Aussage. Aber auch da kann man für Boris eine Lanze brechen und behaupten, das er tief in seinem Herzen vielleicht noch mehr Journalist ist, als viele glauben. Denn auch ihm wird nicht entgangen sein, wie schwer Redakteure und Journalisten mittlerweile ihre Brötchen verdienen müssen. Ihnen in der Hinsicht eine Wahl zu lassen, finde ich ok. Ist nur die Frage,wie verantwortungsvoll mit dieser Wahl umgegangen wird. Daran lässt sich am Ende erkennen, wie viel Wert der Pressekodex noch besitzt.

      “Ziffer 15 – Vergünstigungen
      Die Annahme von Vorteilen jeder Art, die geeignet sein könnten, die Entscheidungsfreiheit von Verlag und Redaktion zu beeinträchtigen, sind mit dem Ansehen, der Unabhängigkeit und der Aufgabe der Presse unvereinbar. Wer sich für die Verbreitung oder Unterdrückung von Nachrichten bestechen lässt, handelt unehrenhaft und berufswidrig. “

  67. DerDude sagt:

    Ein Problem ist sicherlich, daß die Journalie sich in ihrer Gesamtheit nie so geschlossen geben wird, als daß ein Publisher sich um die Gunst des Mediums an sich bemühen müßte. Für jedes einzelne Magazin bestünde ein großer Anreiz, einen hypothetischen Boykott zu brechen. Und dies weiß natürlich ein Publisher und kann so aus einer Position der Stärke seine Bedingungen diktieren: er korrumpiert somit das System und zieht daraus einen wirtschaftlichen Vorteil.

    Dieses Verhalten allerdings moralisch neutral oder gar nicht zu bewerten, die Schwäche des anderen Parts gar als eine Verfehlungen darzustellen, geht mir entschieden zu weit.

    Es ist und bleibt der Publisher, der sich einen Vorteil verschafft, in dem er die Verhandlungsschwäche jedes einzelnen Verlages und die Uneinigkeit der Branche ausnutzt.

  68. Über die Unabhängigkeit der Spieleindustrie kann man sich wirklich zusätzlich streiten, wenn man sich bei VGA die “Game of the Year Nominees genauer ansieht.

    http://www.gametrailers.com/event/vga/vote/34723

    Sind alles Big Budget Spiele.

  69. yanu23 sagt:

    Ich schreibe selber in meiner Freizeit Spieletests bei einem grösseren Game Portal und möchte meine private Meinung zu diesem Blogeintrag kundtun.

    Ein Publisher, hat meiner Meinung nach das Recht, einem Medium gewisse Auflagen zu stellen – die Wertung, ist aber darin ganz sicher nicht enthalten! Ich spreche von einem Embargo oder dass basierend auf dieser Vorabversion keine endgültigen Wertungen gegeben werden dürfen. Denn ich persönlich, bin der Meinung, dass die endgültige Wertung nur basierend auf Review Codes oder Release-Versionen gemacht werden sollten – auf keinen Fall mit dem unfertigen Game. Wenn die Magazine, aber mit einem unfertigen Game ihre endgültigen Tests schreiben dürfen, ist die logische Schlussfolgerung, dass man den Magazinen eine Wertung vorschreibt – das verstehe sogar ich. Was ich aber keinesfalls korrekt finde. Es wäre in jedem Fall sinniger, wenn die Publisher nicht die Wertung vorschreiben würden. Sondern den Magazinen mitteilen würden, dass keine endgültigen Wertungen basierend auf Vorabversionen zuschreiben sind!

    Denn so bald mir ein Publisher eine Vorabversion in die Hände gibt, sollte er auch negative Berichte akzeptieren können. Nicht nur ich als Tester, will meine Previews basierend auf Vorabversionen schreiben, sondern auch der Publisher hat Interesse daran, dass sein Spiel in die Presse kommt – auch vor Release. Das darfst du nicht vergessen Boris. Wenn ihr uns aber vorschreiben wollt, was wir schreiben sollen, dann macht dies über die Marketing-Abteilung und zahlt dafür. Dafür kriegt ihr zwar Werbung und keine Berichte! Aber ihr könnt genau steuern was kommt.

    Wir zum Beispiel, vergeben keine Wertungen basierend auf Vorabversionen. Bei uns gilt der Grundsatz, dass wir Wertungen erst vergeben, wenn wir die endgültige Version im Laufwerk haben.

  70. Garry Leusch sagt:

    Hier muss ich doch mal etwas zu sagen. Ich darf zitieren:

    “Wieso seit Ihr schlau und die PR-Leute doof? Welche von diesen beiden Gruppen arbeitet professioneller und hat seinen Job wirklich in einer Ausbildung gelernt?”

    Das ist nun wirklich eine ziemliche Anmaßung. Wenn ich einmal die vollkommerziellen Webseiten als Maßstab nehme, dann darf ich darauf hinweisen, dass die mit Sicherheit nicht weniger professionell arbeiten als die “PR Leute”.

    Ohne arrogant klingen zu wollen ist das Bildungsniveau bei uns sehr hoch, das sind studierte Leute und die arbeiten mit Akribie und Leidenschaft für ihr Projekt. Dass sich der Herr Schneider-Johne zu solchen Mutmaßungen und Aussagen hinreißen lässt, bestätigt ja nur, dass er offenbar keine Ahnung hat, wie professionelles Internet-Business abläuft.

    Im übrigen darf ich feststellen, dass ich mit Herrn Luibl und seinen immer wieder sehr erheiternden Kolumnen (könnte das so gewollt sein?) meist nicht übereinstimme. Trotzdem aber ist der Kommentar von Herrn Schneider-Johne vollkommen Fehl am Platze – zumindest die Unterstellungen sind beschämend: für uns und auch für anderen Online Magazine.

    Gruß
    Garry

    • Ich stehe weiterhin zu meiner Gegenfrage, die eben _nicht_ sagt “Webseitenschreiber sind doof”, obwohl man das beim flüchtigen Lesen natürlich so verstehen kann.

      • PatTheMav sagt:

        Ich zitiere hier unten mal die angegebenen Fragen, über die sich viele aus der Zunft das Gemüt erregen, damit auch nach dem vielen Scrollen man weiß, um welche Aussage(n) es denn geht:

        “Wieso seit Ihr schlau und die PR-Leute doof? Welche von diesen beiden Gruppen arbeitet professioneller und hat seinen Job wirklich in einer Ausbildung gelernt?”

        Ich denke zunächst einmal, dass es auch Kollege Jörg nicht um “schlau” oder “doof” ging, sondern darum, dass die PR-Abteilungen der Publisher zusehends dreist werden. Gut – einige waren es schon immer, Wertungsabsprachen und Co wird es ja nicht erst seit dem ersten Kritischen Herbst von 4P gegeben haben. Und natürlich wird der steigende Erfolgsdruck aufgrund steigender Budgets dafür mit ein Grund sein, warum die PR immer dreister und mit immer härteren Bandagen ihren “Pre-Release-Buzz” geschützt wissen will – nicht dass zum Verkaufsstart der halbe Globus weiß, was für einen Rotz man da eigentlich in den Laden stellen musste, weil der Release noch ins finanzielle Quartal zum Zahlen-Aufhübschen fallen musste (die Shareholder hätten eine weitere Verschiebung bestimmt nicht toll gefunden…).

        Es ist doch schlichtweg so, dass reine Embargos zur Harmonisierung des Erscheinungsdatums von Artikeln keine schlimme Sache sind – da kann man sich auch als aufrechter Journalist zu durchringen und sagen “geht klar, is ja kein Problem, da wir ja dann alle vom Embargo betroffen sind” – aber sind es denn alle? Natürlich wird’s dann Webseite X und Magazin Y geben, für die das Embargo nicht gilt und dann _hofft_ man, dass da nur ein gemeinsam durchzechter Abend nach einer Messe der Grund für die Ausnahme ist. Und solange jeder einmal so eine Ausnahme bekommt und es sich nicht auf 1-2 Publikationen beschränkt, ist das an sich zwar auch schon Einflußnahme, aber nichts wo man eine bewusste Täuschung der Leser vermuten würde.

        Sobald man aber Vorberichterstattung gegen gute Wertung als “Embargo” auferlegt, ist das einfach der dreiste Versuch, eine Publikation für die Prerelease-PR einzuspannen. Die Wertung hat man gesichert, der Name des Magazins gibt die Legitimation, die die eigenen Bulletpoints in der sonstigen PR nicht haben und die treudoofen Leser glauben dem ganzen auch noch. Das tun sie dann 2-3 mal und dann ist die Publikation verbrannt, sie gilt als käuflich und dann sucht sich die PR das nächste Opfer. Schließlich muss man nur schauen, wer aktuell wieder paar Klickzahlen braucht, die lassen sich doch bestimmt überreden…

        Das ist eine Taktik, die schlichtweg “blöd” ist und da hilft auch die tollste PR-Ausbildung nicht! Die Käufer, welche wirklich auf Tests und Awards schauen, erwarten dass diese aufgrund von journalistischen Kriterien vergeben wurden. Verheizt man sich jedoch durch derartige Absprachen den guten Ruf der Publikationen, bringen auch die tollsten Awards auf der Packung nichts mehr. Sie sind einfach unglaubwürdig und dann für Käufer nicht mehr als die sonstige PR.

        Ergo macht sich “die Industrie” damit die positive Wirkung des Spielejournalismus kaputt, um eine womöglich negative Wirkung kurzfristig zu verhindern? Dieses Verhalten hat langfristige Auswirkungen, die scheinbar einfach ausgeblendet werden! Und natürlich ist es eine Symbiose zwischen PR und Journalismus, aber das was hier betrieben wird, ist schlichtweg, dass die PR die Presse darum bittet, sie einfach zu belügen, damit sie besser schlafen kann – das ist dann keine Symbiose mehr, sondern das Halten eines “Speichelleckers”. Ergo sollte “die Industrie” ein gesundes Interesse an ehrlicher Presse haben. Und auch daran, ehrliche Reviews zum Verkaufsstart online zu haben. Und wenn das Produkt sowas nicht hergibt, gibt’s halt keine Vorberichterstattung!

        Natürlich ist es ihr Recht, Vorabkopien einzubehalten. Und die Presse hat kein Recht auf diese Vorabkopien. Aber derartige Embargos sind bewusste Einflußnahme, v.a. da jeder PRler weiß, dass die Onlinemagazine auf Klickzahlen und Aktualität angewiesen sind – derartige Embargos sind das bewusste Ausnutzen der marktwirtschaftlichen Situation der Onlinemagazine. Es ist kein Verbrechen und es ist auch legitim – fair oder moralisch einwandfrei ist es jedoch nicht!

        Was mich zu deiner zweiten Frage bringt: Ich halte einen Menschen nur wegen einer professionellen Ausbildung deshalb nicht a-priori für besser geeignet für einen Job. Mir sind in der PR schon Menschen untergekommen, die dir zwar viel Bullshit erzählen können von Produkten, von denen sie Null verstehen, aber für diese war die Presse nur ein weiteres “Tool” in ihrem Werkzeugkasten. Mir sind da doch die vielen, vielen Quereinsteiger auf beiden Seiten der Branche viel lieber, die das tun, was sie tun, weil ihr Herz für diese Branche schlägt.

        Dass ich “Thumbs up” und “Thumbs down” für Tests besser finde, kann ich dann ja unter den anderen Beitrag setzen ;)

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