Lesetipp Pro Wertung

Von Boris, Do, 26. Nov 2009 09:01

Aber da muß ich doch glatt mal verlinken! Denn Petra Fröhlichs Antwort auf meine Kolumne – Keine Wertung, keine Eier - beleuchtet hervorragend die andere Seite der Diskussion rund um Wertungen mit einer Reihe von Aspekten, die bis jetzt auch nicht in den Kommentaren stehen. Petra, der Artikel hat mir außerordentlich gut gefallen! (Meine Meinung hat er natürlich trotzdem nicht geändert).

27 Antworten für “Lesetipp Pro Wertung”

  1. mnemo sagt:

    Hut ab, guter Artikel! Boris 0:1 Petra. 8-)

  2. Mibran sagt:

    Danke an Boris und Petra für beide Stellungnahmen! Ich kann beide nachvollziehen.

    Ich kann verstehen, dass einem die pseudowissenschaftliche Akribie, mit denen Prozentwerte teilweise errechnet werden und eine Objektivität vortäuschen wollen, gehörig auf den Senkel geht. Weil jede Wertung vor allem eines ist: Subjektiv. Spielspaß lässt sich nicht messen, und jede Definition einer Messlatte ist Etikettenschwindel. Insofern können die umfangreichen Prozenttabellen ruhig verschwinden – sie gaukeln eine Objektivität vor, die es nicht geben kann.

    Unangenehme Forumsdiskussionen mit Beschwerden über zu niedrige oder zu hohe Zahlen sind für mich völlig irrelevant: Wertungszahlungen sind Meinungsäußerungen, und ich kann einem Redakteur seine Meinung nicht vorwerfen. Stimmt eine Zeitschrift mit meiner Meinung oftmals nicht überein, muss ich mir eben eine andere suchen. Aus dieser Sicht bewirken Wertungszahlen tatsächlich höchst unsinnige Auswüchse.

    Andererseits erwarte ich als Kunde vom Tester eine klare Stellungnahme (und das war schon mein Argument in den seligen CompuServe-Foren, als es um die Sternchenwertung ging): Ich bezahle das Heft und damit den Redakteur dafür, dass er mir sagt, welches von zwei Spielen er besser findet, und was seine ganz eigene, höchstpersönliche und rein subjektive Einschätzung eines Spiels ist – und zwar nicht nur durch einen Textkasten, sondern auch durch eine klare Zahl.

    Diese Zahl allein ist nicht das Problem, sondern was man in sie hinein interpretiert. Für mich stellt diese Zahl nicht mehr als eine Meinungsäußerung dar. Die ich wissen will, die mich interessiert und für die ich bezahle. Ich käme nicht im Traum auf die Idee, andere Wertungen einzufordern – im Gegenteil: Denn ließe sich ein Redakteur durch Beschwerden beeinflussen, wäre sein Testurteil für mich nicht länger unabhängig und kritisch.

    Mit der Zeit kennt man sein Spieleblatt und seine Tester – seine “Pappenheimer”. Was ihnen an einem Spiel wichtig ist, wofür sie jeweils ab- oder aufwerten. Und man kennt seine eigenen Vorlieben. Aus der Abwägung der beiden geschieht, wie Petra richtig schreibt, eine persönliche Meinungsbildung, die einem kein Blatt abnehmen kann.

    Zu einer Kaufentscheidung gelange ich nicht, weil “Tester X exakt 85,85 Prozent gegeben hat”, sondern weil er mir wie ein kompetenter und guter Freund damit eine allerletzte Entscheidungshilfe gegeben hat, wenn ich nach Abwägung aller sonstigen Informationen zu einem persönlichen Urteil kommen möchte.

    Daher: Eine Zeitschrift ohne Wertungszahl, wie auch immer sie aussieht, würde ich schlichtweg nicht kaufen.

    • Zup sagt:

      Wieso muss es denn unbedingt eine Wertung sein, wenn es denn auch eine Empfehlung sein könnte ?

      Die meissten Tests haben eh einen Absatz für das Fazit. Dort kann man alles wissenswerte Für oder Gegen den Kauf nochmals zusammenfassen.

      Braucht es dann wirklich zusätzlich noch eine “85%” als Wertungsstempel ?

      Man wirft wohl kaum seine (aus dem Test gewonnenen) Eindrücke über den Haufen, nur weil als Testergebnis dann eine 70 anstatt einer 90 steht, oder doch ?

      Das einzige was man wirklich vergleichbar bewerten könnte, wären technische Details wie Grafik, Sound, KI, Umfang oder dergleichen. Aber selbst hier gibt es Unterschiede. Ein Dragon Age wird nirgends einen Grafik Award verdienen, aber es ist trotzdem eines der besten RPGs.

      Von daher sollte man nochmal darüber nachdenken. Braucht man Test UND Wertung, um zu einem Fazit zu kommen, oder kann der Test alleine zu einer Entscheidung führen ?

      • Mibran sagt:

        Was “man” braucht, muss jeder individuell für sich selbst festlegen. Ich persönlich möchte neben dem Test noch eine Wertung haben, weil ich vom Tester wissen will, welches Spiel im Zweifelsfall seiner persönlichen Meinung nach mehr Spaß gemacht hat – denn nichts anderes sollte diese Zahl aussagen.

        Das ist für mich persönlich immer noch tausendmal aussagekräftiger als ellenlanges Meinungskastengeschwafel mit austauschbaren Standardformulierungen, die keinem wirklich wehtun. Denn Meinungskästen können in der Praxis dazu verleiten, sie so zu formulieren, dass selbst die größte Gurke noch als prinzipiell kaufbar dasteht und sich so kein Hersteller mehr auf den Schlips getreten fühlt – Publisher’s Paradise.

        Genau das aber ist für mich ein absolutes No-Go für ein kritisches Magazin, und aus dieser Verantwortung entlasse ich den Redakteur nicht. Marketingphrasen bekomme ich vom Publisher bereits gratis.

        Übrigens, so wie es die leider eingestampfte “PC PowerPlay” gemacht hat, war es durchaus eine interessante Alternative: Jeweils fünf Gründe für “Sollten Sie kaufen wenn” bzw. “Sollten Sie nicht kaufen wenn”.

      • ro sagt:

        Mibran, sehr guter Punkt:

        “Das ist für mich persönlich immer noch tausendmal aussagekräftiger als ellenlanges Meinungskastengeschwafel mit austauschbaren Standardformulierungen, die keinem wirklich wehtun.”

        Mir sind solche Meinungskästen ein Greuel. Wenn man heute Zeitschriften aufschlägt, zwei Meinungskästen zu guten Spielen nimmt und deren Titel austauscht, wird keinem etwas auffallen.

        Das genau meint Boris. Und genau das fehlt auch mir in den meisten Medien, die Spiele rezensieren.

        Guck vor Spaß mal auf http://www.pcplayer.de und lies Dir ein paar der alten Meinungskästen durch. :)

  3. kwoelfer sagt:

    Unter dem Artikel von Petra Fröhlich finde ich leider keine Kommentar-Funktion. Ich gehe mal davon aus, dass sie die Diskussion auf Deinem Blog verfolgt. Tut mir leid, dass Du dafür jetzt herhalten musst Boris.

    Sie schreibt, sie fände es eine Frechheit, dem vielzietierten “mündigen Spieler” möglichst viele Informationen vor die Füße zu werfen [...]

    Ich fühle mich da angesprochen und fühle mich in meiner vor drei Jahren getroffenen Entscheidung mein Abo eines Print-Magazins gekündigt zu haben, bestätigt. Die Arroganz mit der viele der heutigen Redakteure Ihren Kunden gegenübertreten ist unfassbar. Ich bin einer der vielzitierten “mündigen Spieler”, und wenn ich eines verabscheue, ist es bevormundet zu werden.

    Eine Wertung, so Objektiv sie auch ist, ist eine Bevormundung und soll mir eine Meinung vorgeben. Ich selbst habe in diesem Jahr ca. 15 Vollpreistitel gekauft und mich bei jedem selbst informiert. Dabei schaue ich mir Previews an, lese Testberichte auf verschiedenen Portalen, schaue Videos und IGNORIERE die Prozentzahl. Sie sagt in meinen Augen nichts aus. Schon allein, weil es nie ein Spiel geben wird, was 100% erreichen kann … einfach weil “es ja noch etwas besseres, irgendwann ein mal, vielleicht, ganz bestimmt, irgendwie schon, geben könnte”.

    Eine Skalen-Wertung ist nur dann sinnvoll, wenn eine Vergleichbarkeit besteht. Wie will man aber Subjektive Aspekte vergleichen? Eigentlich ist jeder Tester dazu verdammt, die technisch vergleichbaren Aspekte in eine Prozentzahl zu pressen und darüber hinaus noch ein bis zwei Prozent Subjektivität einzubringen. Und das sind dann genau die Prozentpunkte, die in Foren, News-Portalen und Blogs Diskussionen auslösen, weil ein Spiel nicht über 90% erlangt hat, sondern nur 88%.

    Wenn die Bewertenden weiterhin davon ausgehen, dass eine Bevormundung besser ist, als eine Unterstützung des Mündigen, dürfen sie sich nicht wundern, wenn Ihre Tests zerrissen oder eben weniger bis gar nicht mehr gelesen werden.

    @Boris: Ich bin da ganz Deiner Meinung und unterstütze jedes kreative Konzept, dass sich bemüht dem vielzitierten “mündigen Spieler” ein Bild von dem zu machen, was er sich kaufen will … und das ganz unabhängig von den obligatorischen 95%.

  4. cndic sagt:

    Ah ja, genau. Dafür ist sie Profi, dass sie mit viel weniger Worten viel besser ausdrücken kann, was ich mit meinem Kommentar eigentlich gemeint habe: Unter einem Test muss genau eine Wertung stehen, sonst ist er für potenzielle Spielekäufer bestenfalls unterhaltsam aber nutzlos. Keine Wertung, keine Eier.

  5. Jürgen sagt:

    Petras Artikel finde ich gut, aber er ändert nichts daran, dass ich Zahlenwertungen für unangebracht halte.
    Was ich an dem Artikel vor allem als richtig und wichtig empfinde ist nochmal derHinweis darauf, dass die sog. “Features” unbedingt in einem Test stehen müssen. Sie sind es letzten Endes, die zu einer Kaufentscheidung beitragen. Deshalb heißt es ja auch “Test”, denn es geht in Gegensatz zu Büchern und Filmen viel mehr um “Usability”, wie man so schön auf Deutsch sagt.
    Spiele sind eben keine Kunst und gehören nicht in ein intellektuelles Feuilleton. Sie sind Unterhaltung und wollen auch selbst oft gar nicht mehr sein.
    Aber ist diese Unterhaltung auch gelungen? Was bietet mir das Spiel? Wie sind die Dinge im Detail gelöst worden?

    Ich will z. B. immer wissen, ob die Steuerung gut ist, da sowas für mich erheblich über Frust und Lust entscheidet. Da sagen Worte mehr aus, als eine Zahl. In vielen Tests verliert sich der Schreiber aber in den Vordergründigkeiten, wie der Grafik.
    Z. B. GTA4 – was ich DA schon den Controller in die Ecke feuern wollte. Dieses Spiel kann überall 1000 Prozent bekommen, mir vergeht – bei aller erzählerischer Stärke und Grafikpracht – durch die unpräziße, träge Steuerung oft die Lust und ich greif’ lieber wieder zu San Andreas.

    Das ist auch ein Grund, warum ich auch mal gerne bei Amazon gucke. In guten Kundenrezenssionen finde ich oft besser beschrieben, was in der Praxis gut und schlecht ist, als in manchem “professionellem” Test. Und ich schaue da auch nicht auf die Sterne. Erfahrung, Meinung und Begründung ist mir wichtig, damit ich mir selbst eine erste Meinung bilden kann.
    Vor allem: ich traue dem Kunden, der schon Geld für ein Spiel ausgegeben hat, eher, als einem Tester, der durch “Aufmerksamkeiten” der Publisher vielleicht etwas zu euphorisch seine Professionalität nutzt und sich dann mit seinem Test als Marketingtexter einspannen lässt.

    Aber nochmal zu den Zahlen:
    Der Text eines “Test” in seiner Ganzheit ist doch im Grunde schon selbst die Wertung, bzw.: sollte er es sein. Für mich ist dieses Klammern an Zahlen ein indirektes Eingeständnis, dass die Schreiber der Aussagekraft und dem Informationsgehalt ihres eigenes “Erfahrungsberichtes” nicht trauen.
    Wenn, wie oft argumentiert wird, die Endverbraucher lieber Zahlen anstatt Worte und starker Meinung sehen wollen, statt zu lesen ohnehin gleich auf die Seite mit der Zahl blättern/scrollen, dann braucht man dafür im Grunde auch keine Spiele-”Journalisten”.

  6. uste sagt:

    Bei der c’t klappt es von jeher auch ohne “Endnote”. Bei Vergleichstest ist das in meinan Augen auch super. Ich picke mir das Produkt nicht anhand der Maximalnote heraus, sondern was mir am ehesten in mir wichtigen Feature-Merkmalen zusagt.

    Bloß bei Einzeltests – wie einem Spiel – fehlt mir dabei der vergleichende Aspekt. Extra nachblättern, wie gut Konkurrenzprodukt X in diesem Punkt war, ist mir zu viel Aufwand.

    Daher: Eine Zeitschrift ohne Wertungszahl, wie etwa die c’t, kaufe ich regelmässig. Ein Spielemagazin mit diesem Bewertungsschema funktioniert aber nur, wenn genügend Konkurrenzprodukte vergleichend aufgeführt sind…

    • hoetz sagt:

      Die c’t kam mir auch sofort in den Sinn. Trotz Spielekritik auf minimalstem Raum ist hier die Qualität sehr oft sehr überlegen.

      • feierabend sagt:

        Naja gut, die Spieletests der C’t sind nu nicht ganz so der Bringer. Auch wenn da ein guter Anzatz eines Tests ohne Wertung zu sehen ist. Oft ist es aber nicht mehr als eine Beschreibung des Spiels. Und von einem Spieletest erwarte ich mehr.

        Die C’t ist aber sicher kein Spielemagazin. Und an den Tests, Reportagen und News können sich nicht nur andere Computermagazine eine dicke Scheibe abschneiden.

  7. feierabend sagt:

    Ich oute mich hier mal als ehemaligen PCG-Abonnenten über 11 Jahre hinweg.

    Habe somit also Hunderte Test und die verschiedenen Wertungssysteme des Magazins gelesen.

    Ich persönlich finde die Motivationsskala nicht sehr glücklich, kann mir aber auch schlimmeres vorstellen.

    Gut finde ich den direkten verleich mit ähnlichen Spielen in Text Form.

    Wenn ich die bewertung eines Spiels wissen möchte, aber keine Lust habe den ganzen TEst zu lesen (weil mich das Spiel nicht so anspricht z.B.) dann Lese ich auf der letzten Seite das Fazit kästchen von ein oder zwei Redakteuren.

    Die % Wertung ist für mich nicht sehr ausschlaggebend.

    Was ich sagen will ist, dass ich jeder das beste aus den Test raussucht um herraus zu finden, was ihm gefällt.
    Wenn die es Leute gibt, die das Fazit in eine %-Wertung gequetscht haben wollen, warum nicht.
    Und das 50% nicht mittelwert sondern schlecht ist hat sich mit der Zeit einfach ergeben, das weiß aber auch fast jeder. Das wird man auch nicht einfach so ändern können. Es muss ja nicht immer alles logisch sein, so lange die Menschen wissen, was gemeint ist.

    Und im vergleich zu Gedichten, Bildern oder auch Büchern sind bei Videospielen die technischen Aspekte sehr wichtig. Man muss Dinge wie Bugs, Ladezeiten, Recourcenbedarf, Steuerungsmacken usw. knall hart bewerten und Fehler aufdecken.
    Wenn dann die Grundidee, die Geschichte oder das Gameplay den Einzelnen über diese Macken hinweg sehen lässt, mag das ja sein. Dann kann dieser ja auch gerne über die Wertung meckern. Nur kann man so etwas nicht in einer Wertung berücksichtigen, welche für die breite Masse gedacht ist.

    imo…

  8. Silber sagt:

    Es ist einfach ein schwierig, sowas an die Leute zu bringen. Auf unserer Seite haben wir schon seit ein paar Jahren gerade eine neue Wertung eingeführt. In Form von Empfehlung oder eben nicht. Damit kommt aber niemand klar und alle versuchen die Wertung dann in ein Prozentsatz umzurechnen… Das klappt natürlich nicht wirklich, aber wir haben nun ein paar Zahlen von 1-7 daran geschrieben um die größten Verwirrungen zu vermeiden. Ich finde unser Chefredakteur hat dies mal treffend formuliert und in unsere Wertungsinfo geschrieben:

    “Faktor Mensch:
    Dazu kommt, dass Wertungen immer subjektiv sind. Während Spiel XY auf Magazin A vom Redakteur 95% erhält, bekommt Spiel YZ vom gleichen Redakter nur 91%. Ist das Spiel jetzt schlechter? Und wo liegt nun eigentlich genau der Unterschied zwischen diesen 4% und wieso macht das (Wii-)Spiel, dass “nur” 71% bekommen hat weil es eine einfachere Grafik bietet einem selbst eigentlich viel mehr Spaß als ein (PS3) Spiel das mit 92% bewertet worden ist?

    Wir halten das Prozentsystem und seine Ableger wie Wertungen von 1-10, zum großen Teil noch mit Nachkommastellen, schlichtweg für unpassend und haben uns deshalb für eindeutige Empfehlungen entschieden ob man ein Spiel kaufen soll oder lieber die Finger davon lässt, denn das ist schließlich gibt es doch nur eine Frage: Bekomme ich für mein Geld auch die Gegenleistung, die ich erwarte?”

  9. Man darf sich keine Illusionen hingeben: Geschmäcker sind verschieden und Spass eine Note zu geben wird immer eine Einzelmeinung bleiben, egal was für verrückte und auch so gut gemeinten “fairen” Formel errechnet werden.

    Schlussendlich zeigen aber gerade Blockbuster und die Marketing technisch brillant aufgezogenen Hypes, dass der Mensch ein Herdentier ist und in den seltensten Fällen sich getraut aus der Masse auszubrechen. Ich kann bei diversen angeblichen Blockbuster nicht wirklich behaupten, dass sie mir soviel Spass bereitet haben, wie man vom Hype her erwarten würden, während ich jedes Jahr Überraschungstitel antreffe die wirklich einfach nur ein machen: Spass!

    Am besten ist eigentlich nicht der Blick in die Glaskugel sondern zurück. Im nach hinein ist man immer schlauer, und Spiele die ich vor 20 Jahre gespielt habe und noch heute erinnern kann als wäre erst gestern gewesen, darf man wirklich einer guten Qualität rühmen.

  10. Zecher sagt:

    Zwei Sachen:
    1.) Wenn eine Frau von Eiern schreibt, klingt das seltsam.
    2.) Frau F. vergisst, dass die erfolgreichste IT – Zeitschrift Europas (C’t) sehr gut ohne Gesamtbewertungen auskommt. Der mündige Leser enstcheidet selbst, welches Feature eienr Produktes für ihn interessant ist.

  11. steffenj sagt:

    Überzeugt hat mich die Antwort von Petra nicht. Aber daran erinnert das die Wertungen einen Effekt haben – ob der nun gut ist oder nicht: wenn ich in Eile schnell die Zeitschrift durchblättere, schaue ich erst auf den Wertungskasten. Wenn die Wertung nicht gut genug ist, lese ich den Artikel nicht, oder sogar gerade deswegen.

    Beispielsweise: lange erwartetes, gehyptes Spiel bekommt “nur” 65%. Lesen oder nicht? Wenn ich für mich dachte, das müsste eigentlich gut sein, will ich die Kritik verstehen, und lese. Wenn ich nur dachte, das könnte was werden, und sehe das es grade mal durchschnittlich ist, lese ich nicht.

    Das gleiche passiert umgekehrt bei Titeln die mich bisher nicht interessiert haben aber tatsächlich 90% oder mehr bekommen. Da will ich wissen wieso, und raushören obs doch nur ein Hype ist.

    Da interessiert mich trotzdem nicht die Wertung fürs Spiel, sondern vielmehr wie es dazu gekommen ist, um festzustellen ob die Argumente dieselben sind die ich auch normalerweise bemängele oder Dinge sind, über die ich hinwegsehen kann. Die Vergleichbarkeit hilft mir lediglich bei der Entscheidung, ob es Wert ist den Artikel zu lesen oder nicht. Und meistens lese ich gerade wenn sich die Wertung von meiner Erwartung oder allen anderen Wertungen deutlich unterscheidet. Das weckt meine Neugier. Da hört der Sinn für Wertungen für mich aber auch schon wieder auf.

  12. soulrise sagt:

    Jo, netter Artikel, mit Witz und Charme geschrieben, aber irgendwie doch ein wenig verzweifelt.

    Ich habe schon vor Jahren aufgehört, mich nach der Wertung zu orientieren. Gerade im PC-Bereich habe ich mehr als genug 90+ Titel gespielt, die am Ende nicht den hohen Erwartungshaltungen gerecht wurden. Sei es aus subjektiven Präferenzen heraus, oder gar durch Bugs und technische Schwächen, die den Spielspaß dann doch trübten.

    Videospiele sind Kunst und Kultur und es ist in meinen Augen nicht nur “Kunst”, eine schöne anspruchsvolle Story zu präsentieren, sondern auch angenehmes Gameplay und einwandfreie Technik. Diesen Spagat kriegen leider nur wenige Publisher hin und hier fehlt es an der Konstante.

    Eine Wertung in dem Sinn ist einfach überholt, zu altbacken und obsolet wirkt sie. Ein Relikt aus seeligen Pixelzeiten, demnach bin ich hier klar auf Seite des Blogbetreibers.

    Allerdings frage ich mich auch, ob es nicht eher an der Zeit ist, das Wertungssystem zu reformieren und die Schwerpunkte zu verlagern?

    Was sind denn beispielsweise Mirrors Edge, oder ein Assassins Creed II*, wenn nicht Beispiele für Konzepte, die wie aus einem Guss wirken? Die emotionale und gute Unterhaltung bieten, sich herrlich steuern lassen und zeigen, was Videospiele im 21. Jahrhundert sein können: ein ernstzunehmendes Medium, daß viel zu oft hinter dem eigenen Potential zurückbleibt?

    *man verzeihe mir die Festlegung auf diese zwei Beispiele, es gibt noch einige mehr, aber warum über Äpfel und Birnen streiten, wenn es nicht das Thema sein soll? ;)

  13. Am besten wäre es natürlich, wenn es zu Jedem Spiel eine Demo gäbe.
    Vor dem Relasedatum natürlich :-)

  14. robotologist sagt:

    Ich sehe das Problem nicht in der Wertung an sich, auch nicht an den Publikationen. Das Problem ist der spielende Mob und die selbsternannten Experten die ohne %-Wertungen gar nicht mehr können.

    Mich zerreißts jedesmal vor Lachen, wenn ich z.B. in den Kommentaren zu 4P Tests Sachen lese wie: “also 84% find ich ein bisschen wenig, der Tester hat doch keine Ahnung, 86% hätten es schon sein müssen”.

    Davon abgesehen bieten Spiele mittlerweile wenig Raum für Diskussionen. Das Erlebnis ist immer ein rein subjektives und das Niveau in den letzten 20 Jahren deutlich gestiegen. Jemanden, der überhaupt nicht auf Sci-Fi steht kann mit einem Mass Effect wohl nichts anfangen, auch wenn es mit 11/10 bewertet wird.

    Damals konnte man Spiele bzw. wurden Spiele neben dem Spaß auch und vor allem an der Technik gemessen. Das wird zwar heute auch noch so gemacht, aber die Unterschiede sind durch Konserven-Engines wie UT3 nicht mehr so gravierend wie damals.

  15. konsolenfan sagt:

    Ich bin ob dieser letzten Diskussionen doch etwas erstaunt. Da wird um eine fiktive Zahl gestritten, die sich definitiv weder wissenschaftlich noch objektiv ermitteln lässt, weil der Faktor “Tester” nicht entsprechend in diese Beiträge und Gedankengänge eingebunden wird. Wer glaubt denn allen Ernstes, dass ein RPG auch immer von einem RPG-Profi auf Herz und Nieren getestet wird, egal wieviele zusätzliche Menschen ihren Psalm in einem Zitate-Kästchen mit verewigen? Vermutlich hat jeder Tester, studiert oder autodidaktisch, schon einmal ein Spiel auf dem Tisch gehabt, zu dessen Inhalt er keinen echten Bezug hatte. Von daher kann die Zahl unter dem Test, wie auch immer ermittelt oder was immer für ein System, nicht wirklich den Wert, und um nichts anderes geht es hier, eines Spiels wiederspiegeln!

    Der Beitrag von Frau Fröhlich mag ja rethorischen Feinschliff beweisen, widerlegt aber keine der getätigten Contra-Zahl-Aussagen, zumal der Begriff “Eier” hier m.E. vollkommen deplaziert wirkt. Fr. Fröhlich ist im gesamten Beitrag nicht wirklich auf “ihr” Bewertungssystem eingegangen, deswegen stellt der Bericht für mich ein Klickzahlen-generierendes Muster ohne Wert dar.

    Wir befinden uns in ständig fließenden, täglich neue Grenzen auslotenden Zeiten des Internets, in dem alles und jeder auf die eine oder andere Art von Menschen bewertet wird. Ob dies immer sachlich und mit der ausreichenden Objektivität geschieht, lasse ich mal dahingestellt. Letztendlich entscheidet der Besucher eines Online-Magazins oder der Käufer eines Printmediums, welches Testsystem seiner persönlichen Neigung entspricht. Die Auswahl ist so vielfältig, dass jeder Spieler ausreichende Möglichkeiten findet, sich entsprechend zu informieren … egal ob am Ende eine Zahl oder ein Zitat steht!

  16. FloGaming sagt:

    @Boris: Auch Gunnar Lott hat einen Artikel zu deinem Post geschrieben. Link: http://tinyurl.com/yl9f68w

  17. ChaozzZJohnny sagt:

    Ich find Boris Meinung absolut sinnlos. Für mich sind diese Wertungen vor allem eines: eine Richtlinie welche Games ich mir kaufen sollte oder nicht. Bei Games die mich interessieren lese ich meist immer die kompletten Tests, die *** von 100-Wertung (mit entsprechenden Pros und Cons), zeigt eigentlich nur gut auf einem Blick was is nu scheiße, was nicht, wie Petra schrieb, es schafft Transparenz.

    Ich find das schon immer gut weil einem auch jede Menge Dreck am Händlerregal erwartet und wo Spiele heutzutage einiges kosten (außer natürlich man holt sich sich günstig im Ausland) sollte man sich meiner Meinung nach nicht jeden Scheiß ins Regal stellen.

    Auch bin ich grade durch sehr hohe Wertungen auf Spiele aufmerksam geworden die ich gar nicht auf den Radar hatte.

    Beispiel: Der 2. Teile eines heutzutage beschlagnahmten Spieles von Monolith/Sega. Ich sehe die GamePro liegen, auf dem Cover eben jenes Spiel. Dacht ich mir, okay scheint ja viel besser zu sein wie der Vorgänger, hats immerhin aufs Cover geschafft. Bin ich zu meinem Kumpel gefahren (Jahrelanger GamePro-Abonnent) und habs mir mal durchgelesen (90er Wertung). War zwar recht angetan aber zu der zeit war ich voll auf Modern Warfare eingeschossen. Als dann die Meldung kam: ein Beschlagnahmungsantrag liegt vor, bin ich sofort auf die Spielegrotte und hab es mir bestellt (für immerhin satte 65€ ohne Versand, soviel hab ich nie wieder für ein 360-Game ausgegeben) und war sowas von begeistert. Es ist heute noch eines meiner Lieblingsspiele. Ähnlich gings mir bei BioShock, das hat auch überall Traumwertungen bekommen und als ich es für nen 20er Uncut gesehen habe, hab ich direkt zugegriffen (da war ja was mit sensationellen Wertungen) und es ist ne absolute Granate. Oder ganz früher Resident Evil 4. Ich mochte die Vorgänger absolut 0 (das Gameplay war mir zu sperrig), aber nach der Wertung und anschließendem Test+Video hab ich es mir direkt gekauft und für mich ist es eines der besten Spiele aller Zeiten.

    Das waren nur einige Spiele wo es mir so ging, da gabs noch etliche andere (Left4Dead, Conker: L & R, Mass Effect, Prey, usw.).

    Auch gabs mal Spiele mit “niedrigeren Wertungen” die mich begeistert haben (like Max Payne) aber wo ich sagen muss das die IM VERGLEICH zu Top-Titeln den kürzeren ziehen würden.

    Zwar waren auch einige Fehlgriffe darunter (Far Cry: IP & Battlefield 2: MC) aber gerade dadurch konnt ich Totalausfälle bisher vermeiden und würde dieses System nicht gerade als sinnlos betrachten.

    • Sermon sagt:

      Schön wär’s, wenn Wertungen für die Transparenz förderlich wären. Leider tun sie das meiner Meinung nach schon lange nicht mehr, weil generell viel zu hoch und unrealistisch bewertet wird … und hier liegt in Wahrheit für mich der Hund begraben.

      Das generelle Problem des Spieletests ist für mich seit mindestens zehn Jahren, daß die Wertungen viel zu hoch sind und die Wertungssysteme so ad absurdum führen. War früher eine 80er Wertung eine respektable Punktzahl für ein wirklich gutes Spiel, stellt sie heute eine mittlere Katastrophe dar.

      Da fragt man sich schon durch die Bank, was da falsch läuft. Entweder sind alle Spiele heutzutage wirklich so gut, daß sie sich wirklich alle wertungstechnisch im Bereich zwischen 100 und 80 % bewegen (was ich ehrlich gesagt nicht glaube), oder können die Spieletester einfach mit Wertungen nicht mehr umgehen.

      Was mich ein bißchen ärgert ist der Umstand, daß anscheinend diese zu hohen Wertungen durch die Bank von Industrie, Redaktionen und Lesern gleichermassen über die Jahre hinweg akzeptiert wurden und sich dadurch ein neuer, verfälschter Standard ergeben hat. Klar, die Industrie freut’s wenn ihre Spiele fette Neuner vorne dran haben und Redaktionen würden wahrscheinlich von der Industrie (und auch von den Lesern?) kräftig Schelte bekommen, wenn wieder realistisch bewertet würde.

      Natürlich kann man jetzt darüber diskutieren, wie blödsinnig es ist, wenn Spiel A 83 % Spaß macht, Spiel B aber nur 81 % Spaß macht, aber grundsätzlich hat sich für mich das Wertungssystem deshalb ad absurdum geführt, weil nicht mehr realistisch und viel zu hoch bewertet wird, weshalb ein Verzicht auf jegliche Wertungssysteme in Spieletests durchaus Sinn macht. Wenn sowieso in 80 % der Fälle mit einer 9+ oder 8+ bewertet wird, sind für mich Wertungen absolut überflüssig und es wäre besser, diese gleich ganz über Bord zu werfen.

      Da wäre für mich das leidige und ärgerliche Thema der viel zu hohen und unrealistischen Wertungen erledigt, das Problem eines veralteten und überholten Wertungssystem aus der Welt geschafft und viele Leute würden vielleicht wieder zu lesen anfangen, anstatt den Text zu überspringen und nur auf die Zusammenfassung und die Wertung zu schauen.

  18. Solange ich die Spiele weiterverkaufen kann, sind Fehlgriffe nicht so schlimm.

    Aber wenn ich irgendwann nur noch DLC Angeboten bekomme,ärgert man sich richtig über rausgeschmissenes Geld.

    • wlanboy sagt:

      Mir sind zu dem Thema drei (zum Teil schon genannte) Beispiele eingefallen:

      1. Die Vergleichstabellen der c’t für Hardware.
      2. Die grauen Meinungskästen der GamePro
      3. Die “ersten 10 Minuten” von xboxyde.com

      Alle drei gefallen mir sehr gut und erfüllen ihren Zweck, nämlich den, mir bei Kaufentscheidungen weiter zu helfen. Es bleibt aber trotzdem meine Entscheidung.

  19. ronnymiller sagt:

    Schade, dass die meisten Spielekritiken nicht annähernd die Qualität von Petras emotionalem Kommentar zu einem Blogeintrag auf Dreisechzig.net haben.

    Dann wäre die Welt der Spieletests vielleicht auch wieder lebendiger. So wie früher, als ich wie Petra mein Taschengeld für ASM, Power Play und Amiga Joker ausgab und mir das Autogramm von Boris Schneider lieber gewesen wäre, als das von Kylie Minogue. (Für die Poster an der Wand galt das nicht)

    Ich will WERTUNGEN. Aber ich will auch endlich wieder Texte, die was WERT sind.

  20. sonnendeck sagt:

    Irgendwie habe ich vergessen Spielezeitung zu kaufen, als Sie wahrscheinlich auf druck ihrer Werbeauftraggeber beschlossen keine Komplettlösungen mehr zu drucken. Den Beitrag von Boris verstehe ich sehr gut, die Printmedien wurde ja von den Publisher mehr oder minder getötet, Sie veröffentlichen News lieber selber und das im Internet anstatt in Printmedien und wenn bekommen die News nicht weltweit ausgewählte Printmedien zu gang zu den Informationen sondern ausgewählte Zeitschriften, die dann natürlich von den Fans gescannt werden so stirbt bei jeder exklusiven news ein Redakteure, Dann die Bewertungssysteme 11 Punkte von 10 ? äh ja mehr als perfekt, alles klar. Publisher knebeln Redakteure an bestimmte Wertungsvorgaben für Exklusive Previews, ehrlich gesagt sind da die Printmedien nicht als Kämpfer aufgefallen, sondern nur als beleidigtes kind in der ecke das da rumsteht und mit dem Füssen rumstampft, wohl wissentlich irgendwie doch mit zu spielen, Z.b. Der Bossfight Poision Eve so kurz vor dem Ende bei Batman auf Normal ist eine Frechheit und das Spiel hätte damit nie die 90% erreichen dürfen auch wenn das spiel über weite Strecken genial war habe ich es nie zu ende gespielt und das ärgert mich, denn ich wähle normal weil ich normal lebe und Spiele nebenbei spiele und nicht als Lebensmittelpunkt sondern als ziemlich geniale möglichkeit Geschichten interativ mit zu erleben aber das ist jetzt ne andere Geschichte, in dem Sinne kann man den Spielezeitung nur wünschen das sie ihren weg finden und ihre Unabhängigkeit weiter rausarbeiten !

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