Unobtanium kann fliegen!

Von Boris, Fr, 18. Dez 2009 20:32

Ich bin ganz frisch aus der Nachmittagsvorstellung von Avatar (zu irgendwas muß der erste Urlaubstag ja nutze sein) und ich halte hiermit fest: Ich war ein großer Fan von James Cameron. Aliens ist einer der besten Actionfilme aller Zeiten. Terminator 2 hat ihn etabliert als jemanden, der neue Technik und nie dagewesene Effekte in einen Plot einbauen kann. Hut ab.

Aber mit Avatar hat er sein magisches Händchen für mich verloren. AvL wird jubeln – alles das, was er mir damals in Köln sagte, als wir aus dem Kino kamen, wo wir 20 Minuten aus dem Film sehen konnten, ist leider wahr. Aus der schönsten Optik, dem besten Setdesign, den irrsten Spezialeffekten holt Cameron in der Story nichts, aber auch gar nichts heraus.

Terminator 2 funktioniert, weil der Gegner ein Typ aus flüssigem Metall ist, was uns den ganzen Plot hindurch begleitet und was beim Showdown von essentieller Bedeutung ist. Avatar hat zwar 3 Meter hohe blaue Aliens und ein paar lustige, bunte Tiere, aber macht nichts draus. Und diesmal hat der Bösewicht den Powerloader, der mich, ehrlich gesagt, mit Ripley am Steuer deutlich mehr beeindruckt hat als hier.

Ganz klar, optisch bleibt es bei meinem “Das hast du noch nicht gesehen!”. Der Einsatz von 3D ist fantastisch und es gibt praktisch keine Szene, in der man durch technische Mängel aus der Story rausgeholt wird. Avatar ist in allen technischen Bereichen die neue Referenz. Nie sahen Aliens und ein fremder Planet so echt aus.

Aber der Plot? Ein üble Western-Geschichte mit bösen Cowboys und guten Indianern. Und einigen guten Cowboys, die den Indianern helfen. Keine einzige unerwartete Wende im Plot, alles nach Schema F und, für mich entscheidend, alles problemlos ohne all die Technik erzählbar.

Cameron hat nicht 14 Jahre gewartet, weil er eine tolle Geschichte erzählen wollte, sondern weil er dieses Bild von 3 Meter blauen Menschen (die evolutionär übrigens zu NICHTS auf Pandora passen, das nur so nebenbei) verwirklichen wollte. Weil er 3D-vernarrt ist und weil er der einzige Kerl auf der Erde bleibt, dem Filmstudios glauben, wenn er sagt “Für X Millionen Dollar baue ich euch einen kompletten anderen Planeten”. Selbst Spielberg hätte das Geld selber auftreiben müssen. (Lucas hätte den Film durch Merchandising-Rechte vorfinanziert…)

Was Cameron kann wie kein anderer, ist eine Actionszene so zu erzählen, daß man sie versteht. Warum sind die Flugdrachen alle so bunt? Weil wir in den letzten 20 Minuten niemals Probleme haben zu verstehen, wer gerade wo ist. Sozusagen das genaue Gegenteil zum letzten James Bond, wo ich auch nach wiederholtem Ansehen die Actionszenen einfach in der Chronologie nicht verstehe. Das Finale ist nicht nur schön anzusehen, es ergibt auch innerhalb der Welt von Pandora absolut Sinn. Und deswegen fiebert man im Kinosessel mit und verkrampft sich regelrecht in einigen Momenten. Kamera, Effekte, Schnitt und auch 3D at its best.

Das kann man aber vom ganzen Drumherum nicht behaupten. Wir erfahren niemals, was Jack vor seinem Pandora-Trip wirklich gemacht hat, außer das er wohl bei den Marines in Venezuela ein echt harter Knochen war und daß er querschnittgelähmt ist. Damit die zweite Hälfte des Films emotional funktioniert, müßte Jack irgendeine Hintergrundgeschichte haben, aber er bleibt ein Mann ohne Vergangenheit. Selbst sein Zwillingsbruder hat keinerlei Bedeutung – außer der McGuffin zu sein, der Jack nach Pandora und in den Avatar hinein bringt. Mir kommt Jack deswegen nur wie ein selbstsüchtiges Arschloch vor, das halt jede Chance nutzt, wieder laufen zu können. Die Wandlung vom Saulus zum Paulus kann man ihm nicht abnehmen, es gibt keinen Anhaltspunkt dafür, außer daß es ihm halt Spaß macht, diesen neuen Körper zu haben.

Der große andere McGuffin des Films ist der, der mich allerdings so richtig richtig sauer macht, weil wegen einem coolen Effekt Cameron seinen ganzen Plot von vorne bis hinten ruiniert. Achtung, ganz leichter Spoiler ahead (aber in dem Film kann man nur die Plotlöcher spoilern, weil der Rest so vorsehbar ist). Also, nicht weiterlesen!

Die Menschen wollen “Unobtanium” (ja, das heißt wirklich so! Augenreib! Was für ein bescheidenes Wortspiel!) abbauen. In zwei Szenen zeigt Cameron die wesentliche Eigenschaft dieses Zeugs: Es kann schweben. Und in beiden Szenen zeigt Cameron das nur, weil es cool ist. Es ist nur ein Effekt, sonst nix. Er stößt uns zweimal mit der Nase drauf: Unobtanium kann fliegen!

Auf dem Planeten Pandora gibt es fliegende Berge. Die sind nahezu unbewohnt, auf einem solchen fliegenden Berg gibt es zwar ein paar Drachen, aber jede Menge schwebt einfach so rum. Rund um die Berge gibt es übrigens ganz fiese Kraftfelder, die angeblich sämtliche Bordelektronik stören (obwohl trotzdem alle Cockpitinstrumente so wie das System, das diese Hubschrauber im Gleichgewicht hält, einwandfrei funktionieren. Auch das zeigt uns Cameron mit aufwendigen Effekten).

Wo suchen die Menschen das Unobtanium? Klar: IM BODEN. Unter dem Dorf der Aliens. Und deswegen müssen Sie alles abreißen und die Aliens bekriegen.

Ne, die Nummer mit “14 Jahre gewartet, damit ich diese Story erzählen kann” kauf ich dem Mann nicht ab.

58 Antworten für “Unobtanium kann fliegen!”

  1. NS6 sagt:

    Nur eine Idee von mir dazu, was das Unobtanium angeht.

    Nirgendwo in dem Film wird beschrieben oder gezeigt dass das Unobtanium selbständig fliegen kann. Lediglich wird gezeigt das ein kleines Stück dieses grauen Minerals auf einer kleinen Platte schwebt. Schweben ist zudem etwas anderes als Fliegen.

    Es gibt auch heutzutage schon Gerätschaften die Objekte zum schweben bringen können. Soweit mir bekannt ist funktioniert diese Technik durch Elektromagnetische Felder, wodurch ein Objekt in einen Schwebezustand versetzt wird.

    Genau das wird in 2 oder 3 Szenen innerhalb des Filmes gezeigt, natürlich entsprechend aufgewertet in der Grafik durch den simulierten 3D-Effekt.

    • Natürlich KÖNNTEN es auch zwei unterschiedliche Dinge sein. Viel einfacher wäre es aber, wenn Cameron das Zeug nicht sinnbefreit rumschweben lassen würde (das Unobtanium, nicht die fliegenden Berge). Für einen optischen Trick setzt er seinen Plot aufs Spiel, was mich davon überzeugt, daß der Plot ihm eigentlich schnuppe war.

      • MajorGucky sagt:

        Es sind sicherlich zwei unterschiedliche Dinge und ich wäre auch nicht darauf gekommen, das miteinander in Verbindung zu sehen/setzen.

        Das schwebende Metallstück ist für mich einfach nur eine spielerisch protzige Schreibtischdekoration, wie sie es (in unterschiedlichen Formen und Varianten) bereits heute schon gibt.

      • mindVex sagt:

        Dass Cameron die Handlungen seiner Filme oft nicht sehr wichtig sind, unterstreicht er im aktuellen Spiegel selbst nochmal rückblickend auf Titanic: “Als ich Titanic drehte, ging es mir vor allem darum, dieses legendäre Schiff zu erforschen. Die Liebesgeschichte war der Preis, den ich dafür zahlen musste.”

      • Sicho sagt:

        @mindVex
        bzgl. Titanic-Story kann ich den guten Cameron aber auch verstehen … warum in einem Film viel Energie bei der Story verschwenden, wenn eh schon die ganze Welt weiß, wie der Film ausgehen wird? ;) ;)

  2. MajorGucky sagt:

    Ich seh’ schn, bei Filmen haben wir wohl nicht den gleichen Geschmack. Das habe ich schon bei Indy IV gemerkt, welchen ich grottenschlecht und teilweise extrem peinlich fand.

    Daß du den unterirdischen Plot bei Indy erträglich fandest und den von Avatar aber nieder machst, läßt mich momentan nur mit dem Kopf schütteln. Ganz zu schweigen von der Dschungelverfolgungsjagd, welche du deinem früheren Post nach zu urteilen offensichtlich spannend fandest, ich hingegen fand die gesamte Verfolgungsjagd einfach nur öde und effekt- und regietechnisch schlecht inszeniert. Das Rumgehopse und den Beinahe-Spagat des zudem völlig überbewerteten Jungspunds war doch (so wie viele andere Szenen in dem Film auch) einfach nur noch megapeinlich.

    Von “Avatar” oder besser von “Pandora” bin ich hingegen total geflasht. Ich habe bestimmt immer noch einen ganz verklärten Blick drauf und bin noch ganz überwältigt, ob dem, was ich gestern in 2D gesehen habe und morgen in 3D sehen werde.

    Das war ganz zweifelsohne bei weitem mein lohnendster Kinobesuch seit “Herr der Ringe”. Wer also auch nur ansatzweise was mit Themen wie “Fantasy”, “Märchen” und “Science-Fiction” anfangen kann, für den ist der Film ein absolutes Muß.

    Der Film hat zudem einige wirklich intensive Szenen, welche mich persönlich sehr berührt und angesprochen haben und eine, nennen wir es mal, “positive Gänsehaut” bei mir erzeugt haben. Und das hat seit “Herr der Ringe” auch kein Film mehr geschafft.

    Unnötig zu sagen, daß der Film tricktechnisch derzeit und für die nächste Zukunft wohl das Maß der Dinge darstellt bzw. darstellen wird.

    Es ist einfach ein echter Cameron mit einer (relativ) einfachen Gut-Böse-Story, was ich hier (wie auch bei seinen anderen Filmen) aber keineswegs als Nachteil empfinde. Selbst T2 hat im Kern eine einfache Story und wird nur durch die Zeitreise und Schicksalskomponente ein klein wenig aufgewertet.

    Das wichtigste ist doch: Wie bei all seinen Filmen erzählt Cameron auch diese einfache Geschichte absolut perfekt und mitreißend. Das war auch schon bei Abyss, Aliens, T2 und Titanic so. Einfache Geschichten bei denen man gleich weiß, wer gut und wer böse ist, in perfekter technischer und erzählerischer Umsetzung.

    Cameron ist und bleibt mein Held (als Regisseur) für echte Fantasy-Sci-Fi-Abenteuer-Action. Hier ist Kino noch wirklich Kino, es gibt Unglaubliches zu entdecken, ständig ist man am Staunen und last but not least gibt es wunderschöne fremde Welten zu sehen.

    Sogar mein Vater (70 Jahre) hat gemeint “Der war wirklich gut” – und das habe ich von ihm auch schon lange nicht mehr gehört, obwohl ich mit ihm öfters ins Kino gehe und er übertriebene Materialschlachten und CGI-Effekte normalerweise nicht so prickelnd findet. Aber hier war einfach alles so verdammt perfekt integriert in die Geschichte…

    Und obwohl ich absolut kein Blu-ray-Fan bin. Dieser Film wäre für mich der erste und derzeit noch einzige Grund über einen Blu-ray-Player nachzudenken.

    • Cameron ist ein großartiger Regisseur und ein lausiger Autor.
      Avatar ist eine hervorragende Achterbahnfahrt.

      Und Indy 4 ist eine Selbst-Parodie und deswegen gut. Der nimmt sich nicht ernst (so wie bei Avatar alles wirklich ernst gemeint ist).

      Und über Geschmack kann man vorzüglich streiten, weswegen ich gerne auf meinen Spieletest-Blogpost verweisen mag :-)

  3. Yoshi sagt:

    Endlich kann ich dir mal vollkommen zustimmen!

    Visuell ist Avatar einer der beeindruckendsten Filme aller Zeiten, aber inhaltlich ist er wirklich nur allerhöchstens Durchschnitt.
    Ich fand das “Beamen” in den Navi-Körper und ein paar andere Sachen darüber hinaus ziemlich unlogisch und auch die Liebesgeschichte hätte man besser erzählen können.
    Nichtsdestotrotz lohnt sich der Kinobesuch, wenn man einfach nur Popcorn-Kino will.

  4. tuwdc sagt:

    ich habe den film in 4K 3D gesehen und fand den film von den 3D effekten her nur durchschnitt. die bildtiefe ist zwar sehr gut, setzt sich aber auch nicht von den anderen filmen ab. in your face effekte gibt es gar keine, weswegen man mittlerweile im cinemaxx schon die vordersten reihen gesetzt wird und fürs vordere parkett einen euro aufpreis zahlen muss während die loge den normalpreis hat. verkehrte welt.

    hauptproblem ist aber der realfilm cgi mix. realfilme (final destination 4, my bloody valentine) hatten leider bislang nicht die gleiche bildschärfe wie die animationsfilme und so ist es auch bei avatar. die cgi szenen sind da natürlich angepasst. auch wenn die hintergründe deutlich detaillierter sind als in den meisten reinen animationsfilmen. im vergleich zur weihnachtsgeschichte wirken die details fast wie oberflächen oder gesichter fast (aber auch nur fast) wie eine direct to video produktion.

    der ton bietet schon einiges, geht aber auch eher familienfreundlich zur sache.

    von der handlung her. der mit dem wolf tanzt/pocahontas/the new world. stellenweise plätschert der film doch sehr lange vor sich her, ohne aber wirklich langweilig zu werden. und die action am ende hat mich auch nicht vom hocker gehauen.

    also insgesamt ein netter film, der mir aber nicht im geringsten im gedächtnis bleiben wird. und das sollte nun die 3D revolution werden von der ich seit mindestens 4 jahren gehört habe? vor einem jahr wäre es das sicherlich für mich gewesen. heute nur ein film von vielen.

    interessant aber mal azurik auf der großen leinwand zu sehen ;)

  5. NS6 sagt:

    Vielleicht bist Du, Boris, auch nur schon zu verwöhnt durch deine Arbeit in der Spiele-Branche. Nur ein Gedanke von mir.

    • Ganz im Gegenteil. Der andere Blogpost, der seit Jahren in meinem Kopf spukt, ist eine seitenlange Tirade über die angeblich “Spielfilmreife Handlung” die so viele Spiele bieten sollen, die aber selbst für eine “Made for TV movie” nicht ausreichen.
      Spiele sind wirklich der falsche Platz um nach Handlung zu suchen.

      • Jürgen sagt:

        “Spiele sind wirklich der falsche Platz um nach Handlung zu suchen.”

        (Ich wollte nur mal was schlaues zitieren.)

      • fuxx1.0 sagt:

        Da hast du leider sehr Recht, Boris, und das ist auch der Grund, warum dieses Medium leider immer noch nicht erwachsen ist und es in absehbarer Zeit auch nicht wird. Der Spiegel fragte so treffend beim neusten Call of Duty: “Ist das die nächste Stufe der Unterhaltung”?
        Löbliche Gegenbeispiele wie das grandiose Dragon Age gibt es aber zum Glück ab und an doch noch.

  6. Va1is sagt:

    Eines vorneweg, ich hab den Film noch nicht gesehen (wohl auch weil es bei uns weit und breit kein 3D Kino gibt).

    Aber ich habe schon sehr viele Ausschnitte und Trailer gesehen… und was du hier schreibst scheint meinen Verdacht zu bestätigen, die Story ist einfach nur ein “Vietnam im Weltraum” (O-Ton Cameron gestern auf VOX).
    Dachte ja am Ende gibts noch ein schönen Story Twist, scheint aber nicht so zu sein. Schade.

    Leider finde ich auch die Effekte die ich bisher gesehen habe absolut nicht so top wie alle sagen. Die Schlachten mit den Mechs gegen diese Drachen… nene… so toll finde ich die Effekte nun auch wieder nicht.

    • Schau es dir in 3D an. Es ist erstaunlich, wie organisch die Actionszenen wirken und wie alles zusammenpaßt. Der Teil des Films ist ein Genuß, erst recht auf einer großen Leinwand und mit einer 3D-Brille.

  7. Asmudeus sagt:

    Was ist denn mit Titanic, wie denkst du über den? Der war doch auch schon Platt und Triefend vor Kitsch und Klischee? Obwohl, wenn ich drüber nachdenke und kurz meine schleimiger-Kitsch-Allergie ignoriere war der Plot vielleicht doch nicht so schlecht…wer weiß.

    Naja, mal sehen. Und selbst wenn sich bei mir dein Eindruck bestätigt, ab und zu kann man imo auch mal eine schlechte Story verschmerzen^^. Denn demzufolge was ich bisher gelesen habe, kann man den Film als technisch stilbildend bezeichnen. Und das man das ab und zu verschmerzen kann sage ich obwohl ich mich immer als einer der ersten über Plotlöcher u.ä. beschwere (z.b. CoD: Modern Warfare 2 whahahahaha, das Spiel hat keine Plotlöcher, sonder Löcher mit Plotinseln)

    Auf jeden Fall werde ich mal auf die Sache mit dem Unobtainium, fliegenden Steinen sowie Felsen achten. Im ersten Post ist man sich schließlich nun wirklich nicht einig…

    Aber bei aller Kritik und Lob, wie Cameron den “Begriff” Unobtanium/Unobtainium an seinen Bossen vorbei gekriegt hat ist mir ein Rätsel. Schrecklich.

    Ach übrigens, eventuelle Fehler und Unzulänglichkeiten meines Posts könnt ihr getrost der Uhrzeit zuschreiben…

    • Lach nicht. Ich hab Titanic bis heute nicht gesehen – didn’t see the point.
      Und ja, natürlich kann man die Story verschmerzen bei Avatar. Die 2,5 Stunden gibts ordentlich was auf die Augen.
      Aber wenn Leute darüber reden daß Avatar ein Oscar-Kandidat “Bester Film” sein könnte – nee, bitte!
      Und Cameron hat keine Bosse, denen er was verkaufen muß.

    • lx-s sagt:

      Da ihr euch über den Namen beschwert. Unobtanium ist nicht etwa schlecht von “The Core” geklaut, oder sonst ein bescheidenes Selbst-erfundenes Wortspiel.
      Den Begriff gibts im Ingenieurswesen schon eine ganze Weile ;)
      http://en.wikipedia.org/wiki/Unobtainium#Aerospace_and_electronics
      Von dem her wohl ein netter Wink und kein absolut stupides Wortspielchen.

      In meinen Augen war der Film durchaus Unterhaltsam. Das 3D war, wie schon erwähnt genial. Die Story war lala, aber immerhin hat mich(!) die gesamte Machart des Films über die volle Zeit, ohne dass ich eine Länge verspürt habe oder jemals mit irgendwas überladen wurde, an den Kinositz gefesselt.
      Und das ist bei einem dermaßen langen Streifen nicht zu verachten.

      Ansonsten hatte man aber leider Allgemein schon das Gefühl, dass hier und dort was fehlt. Aber vielleicht kommt ja dann auf Blu-Ray die “Hyper-Uncut-Extended-Directors 3D Version with 40 minutes of never seen before deleted scenes”, welches manches etwas klarer erklärt.
      So viel Zeit er sich lies, die Welt zu zeigen, so wenig Zeit nahm er sich leider die Charaktere zu erklären…

      Gruß

      • Wieder was dazu gelernt. Denn wie der Artikel sagt, verwenden SF-Autoren meistens einen erfundenen Eigennamen (Scrith, Dilithium) und Real-Life-Ingenieure den Begriff Unobtanium. (Ich würde das “ai” weglassen, damit es lateinischer aussieht – und in der deutschen Version reden die Charaktere im Film definitiv von Unobtanium).
        Noch länger? Wie ich Cameron einschätze wird dann die Sigourney-Schluß-Szene noch zehn Minuten länger. Mit Grausen erinnere ich mich an den Abyss Directors Cut mit der verlängerten Wiederbelebungsszene.

      • MajorGucky sagt:

        Also ich finde “The Abyss” super – und der Directors Cut verbessert den Film eindeutig. Im DC ist der Film doch deutlich stimmiger und erklärt den HiIntergrund der Ereignisse sehr viel besser als die Kinofassung.

  8. Rabenfeuer sagt:

    Ich war gestern Abend in Avatar und bin einfach nur begeistert. Selten hat mich ein Film derart gefesselt, dass ich, als er dann zu Ende war, gar nicht gemerkt hatte, dass schon so viel Zeit vergangen war.

    Was das “Unobtanium” angeht, so finde ich persönlich das Wortspiel ganz nett, ich habe auch hier: http://www.worldwidewords.org/weirdwords/ww-uno1.htm etwas dazu gefunden. Und wenn Du Dich über die Logik aufregst, die angeblich alles versaut, dann sollte z. B. Indy IV wirklich schlecht bei Dir weg kommen. Und ein Haufen anderer Filme auch.

    Ich denke es kommt immer auch darauf an, wann (zu welcher Uhr- und Jahreszeit)man einen Film sieht und mit welchen Erwartungen man in einen Film geht. Ich hatte keine großen und wurde begeistert.

    Im Übrigen, was die einfache Geschichte anbetrifft, so ist doch der Kern der Botschaft, dass die Menschheit aus Profitgier lieber die Natur zerstört, als zu bewahren, leider in den letzten Tagen durch den Umweltgipfel in Kopenhagen leider eindrucksvoll bestätigt worden. Dadurch gewinnt der Film eine interessante politische und gesellschaftliche Brisanz, die möglicherweise so nicht beabsichtigt war, trotz aller Einfachheit der Geschichte.

    • Indy 4 nimmt sich nicht ernst, er ist eine Parodie – und dann gibt das alles Sinn und macht Spaß. Ja, wenn man den ernst nimmt, ist der Film natürlich doof, aber Spielberg läßt uns doch von der ersten Sekunde an wissen, daß es sich um einen großen Spaß handelt, nicht mehr.
      Genauso wie manche Leute Starship Troopers für eine verkappte Faschismus-Propaganda halten, dabei ist es ja genau umgekehrt, eine bitterböse Faschismus-Kritik, die deswegen so gut funktioniert, weil sie eben beinahe missdeutet werden kann.

      Avatar hingegen hat keinen Funken Selbstironie sondern nimmt alles todernst. Sogar vermeintlich mystisches wird rational erklärt, nach dem Motto “Die Wilden glauben nicht an Götter, sie kennen die wahre Erklärung ihrer Welt”.

      Wobei, wie ich betonen will, evolutionär das alles nicht den geringsten Sinn ergibt. Wie kann sich in einem Öko-System dieses “Gehirne per Zopf verlinken” entwickeln, bei Spezien die nicht mal die gleiche Zahl Gliedmaßen haben? Das Jacks Avatar schon im “Reagenzglas” einen perfekt geflochtenen Zopf mit ISDN-Anschluß hat, ist auch seltsam. Und wieso können Menschen problemlos nach dem runterladen in einen Avatar laufen, wenn nicht nur alle Körperproportionen falsch sind, sondern man zudem noch einen Schwanz koordinieren muß?

      Dabei gibt er sich ansonsten solche Mühe, alles was aus Menschenhand ist extrem realistisch zu zeigen. Die Einstiegssequenz mit dem Raumschiff, die Waffensysteme, die Arbeitsfahrzeuge – nix zu beanstanden hier, alles sauber durchdacht und “glaubhaft” dargestellt. Auch wenn vieles straight aus “Aliens” zu kommen scheint. Und den hat er ja perfekt hingekriegt.

      Cameron wollte große blaue Menschen zeigen, nicht mehr, nicht weniger. Und hat für dieses Bild alles andere in seinem Film ignoriert. Das kapiere ich nicht.

      • MajorGucky sagt:

        “…Spielberg läßt uns doch von der ersten Sekunde an wissen, daß es sich um einen großen Spaß handelt, nicht mehr.”

        Das muß mir irgendwie entgangen sein, und damit meine ich nicht nur den Wink, sondern auch den Spaß. Okay, wenn man Szenen wie die mit dem Kühlschrank, dem blöden Rumgefechte zwischen den Autos oder eine belämmert aussehende Frau mit ‘nem Lenkrad in der Hand spaßig findet, hat man den (Spaß) vermutlich viel schneller gefunden…

        Bei den ersten drei Teilen war Indy eigentlich nie ‘ne peinliche Lachnummer und ich habe die Filme auch nie als Parodie betrachtet. Davon abgesehen hat der zweite Teil diesen schwierigen Spagat zwischen Abenteuer und Selbstironie imho sehr viel besser hinbekommen.

        Sicher ich gebe dir Recht, daß die Story letzten Endes eine einfache Schwarz-Weiß-Geschichte ist (mit einem kleinen Schuß Gesellschaftskritik und dem Hinweis auf das fehlende Umweltbewußtsein) und bei genauer Betrachtung diverse Logiklöcher entdeckt werden können, aber ist das bei diesem Film tatsächlich so wichtig?

        Der Film erzählt ein Märchen und nichts anderes. Dass er die Welt, in welcher er spielt, realistisch und “ernst” darzustellen versucht (und Gott sei Dank nicht als Parodie zu etablieren versucht), tut dem Film meines Erachtens keinen Abbruch, sondern wertet ihn auf und macht ihn auch für ein älteres Publikum interessant.

        Hast du ernsthaft erwartet, eine komplexe Geschichte mit zahlreichen unerwarteten Wendungen oder Story Twists serviert zu bekommen? Wenn ja, welcher Cameron Film hatte das bisher geboten?

        Ich behaupte mal, daß zu komplexe Sachverhalte bei einem richtig teuren Film die Studiobosse erblassen lassen, weil Sie Gift für die Kasse sind. Oder anders gefragt, welcher erfolgreiche Blockbuster der letzten Jahre hatte eine komplexe, in sich stimmige, Geschichte mit unerwarteten Wendungen/Story-Twists zu bieten?

        So etwas können sich heutzutage (leider) nur noch kleinere Produktionen oder Independent-Filme leisten (in Ansätzen vielleicht auch noch mittlere Produktionen, wenn Sie sehr bekannte und äußerst zugkräftige Namen beinhalten), aber keine Filme, welche hohe dreistellige Millionenbeträge in der Produktion verschlingen.

        Je komplexer die Geschichte bzw. der Sachverhalt, je “grauer” die Figuren sind, desto weniger Zuschauer – das dürfte die Regel sein. (Sieht man im übrigen auch bei anderen Medien sehr schön – egal ob Zeitungen, TV-Filme bzw. -serien oder in Ansätzen auch bei den Spielen.)

      • Bash sagt:

        Sobald Aliens auftauchen hat ein Spiel/Film/Buch, das in der Nazizeit spielt, bei mir verloren. Es sei denn es ist von vorne herein total durchgeknallt wie Wolfenschwein.

        Das war schon bei “Lands of Lore” für mich so und ist erst recht bei “Indy IV” so gewesen. Der Film kann sich so lange selbst auf die Schippe nehmen wie er will, er ist auch extrem unterhaltsam – bis der Crap mit den Aliens losgeht. Ja ich weiß – komischerweise hab ich kein Problem mit dem Gral. Aber Aliens und Nazis das ist so eine Kombi da krieg ich Ausschlag… und es gibt auch sonst in dem Film einige trottelige Szenen.

        Mein Fazit: ich geb Avatar eine Chance. Ich muss einfach – Dein Geschmack ist immer so schön gegensätzlich zu meinem, deshalb kann ich fast davon ausgehen, dass mir der Film gefallen wird ;-)

        Ich habe Titanic übrigens auch noch nie gesehen.

  9. JonnyD sagt:

    Ich glaub auf io9.com hat ein Kritiker den Film als “Pocahontas in Space” bezeichnet. Ziemlich treffend.

    Aber mal ehrlich, hat jemand wirklich eine komplexe Geschichte mit viel Tiefgang erwartet? Das geht ja alleine Aufgrund der Menge an Menschen die sich ein Ticket lösen müssen, um den Film zu finanzieren, nicht. Es ist ja eigentlich immer so: je komplexer oder anspruchsvoller die Geschichte desto weniger Zuschauer hat man.
    Wer eine intelligent geschriebene ScienceFiction Story sehen will sollte lieber zu einem Werk wie “Moon” mit Sam Rockwell aus diesem Jahr greifen.
    “Avatar” ist einfach Mainstream Popcorn Kino. Oder um es anders zu sagen: “Tastes great – less filling”

    Und ja Boris ich gebe dir absolut Recht, Avatar sollte nur technische Oscars bekommen. Kein “Best Movie” “Best Actor” “Best Screenplay” etc. denn für die Kategorien gabs in diesem Jahr schon viele bessere Kandidaten.

    BTW: Unobtainium hat nicht der Mr.Cameron erfunden:
    http://en.wikipedia.org/wiki/Unobtainium
    Wusste ich aber vorher auch nicht.

    • “Moon” war wirklich sehr gut. Den empfehle ich auch sehr.

      • Sermon sagt:

        Ja, “Moon” ist ein sehr schöner Film. Zwar nix bahnbrechend neues, aber ein sehr, sehr guter, intelligent gemachter Science-Fiction-Film der alten Schule, wie man sie heute kaum mehr findet. Hab’ mir den Film vor einigen Wochen auf Blu-ray zugelegt und den Kauf absolut nicht bereut.

    • sirlantis sagt:

      Oh, Moon war mir glatt entfallen.

      Hats ja aber wohl nur in den englischsprachigen Raum geschafft – 30€ für einen spekulativen UK-Import und natürlich findet sich der Film weder im Freundeskreis, Videoverleih, iTunes oder Zune Marketplace zum leihen.

      Die scheinen das Geld wohl mehr in den Film als in das Marketing gesteckt zu haben…

      • JonnyD sagt:

        @sirlantis Ja, ich glaube auch. Ich hab den Film an einem WE in London gesehen. Lief der hier überhaupt in den Kinos?
        Über die Feiertage bin ich auf den Inseln, da werde ich mir bestimmt die DVD holen und eine von District-9 wenn ich schon mal da bin. Den Film fand ich nämlich auch sehr gut.

      • Sermon sagt:

        Die Blu-ray von “Moon” ist momentan für EUR 16,99 zu haben …

  10. Jürgen sagt:

    Ok, ich hab den Film noch nicht gesehen und werde es auch in absehbarer Zeit wohl nicht machen. Ich war schon die ganze Zeit skeptisch, da ich wie Boris der Meinung bin, dass das viel zu menschlich wirkende Äußere der Pandora-Blue Man Group biologisch unlogisch und deplatziert ist. Viel zu sehr auf “Kindchenschema” und “Familientauglichkeit” getrimmt, was mich schon mißtrauisch gemacht hat. Gut, wäre es bei diesem Detail geblieben, damit hätte ich leben können.
    Aber letztendlich war für mich dann ausschlaggebend, dass ich mir vor ein paar Tagen den Trailer auf Xbox Live runtergeladen habe. (Nicht den 4 Minuten Ausschnitt, der exklusiv auf XBL-Zune zu sehen war und den ich noch recht gut fand).
    Irgendwie hatte ich da dann endgültig den Eindruck, dass es vom Plot ziemlich langweilig werden wird. Alles was im Film zu passieren scheint, wirkt im Trailer wie eine komplette Zeitraffer-Zusammenfassung (Saulus zu Paulus + Schlacht um Naboo in Blau).
    Und was ich hier jetzt lese, bestätigt leider vollends meine Befürchtungen. Echt schade.

    Ich finde die Idee und Gedankenspiele von fremden Lebensformen auf anderen Planeten immer wieder gedanklich stimulierend und faszinierend. Aber bei Avatar, bei aller Opulenz, da will der Funke nicht rüberspringen und mich zum ins Kino gehen motivieren. Nur um der Optik und Effekte willen? Da reichen mir, wenn vom Plot nicht mehr geboten wird, Ausschitte. Alles weitere empfinde ich mittlerweile als Zeitverschwendung.

    Nebenbei: wenn es um extraterrestrische Gedankespiele geht, finde ich diese beiden Doku-Fictions sehr inspirierend:
    http://tinyurl.com/ygkhrbm
    http://tinyurl.com/yftx4ej

    • MajorGucky sagt:

      Gerade bei “Avatar” zeigen die Trailer eben nicht die besten Szenen oder den Film mit Anfang, Mitte und Ende mehr oder weniger schon im Kurzformat vorher.

      Die Trailer halten sich hier doch eher (lobenswerterweise) sehr bedeckt.

    • Techm0 sagt:

      Anschauen und auf sich wirken lassen. Erst DANN kann man sich eine Meinung bilden. Cameron will mit Avatar nicht den perfekten Plot, aber den Zuschauer in den Film quasi reinsaugen. Und das schafft er perfekt. Auch schafft er es OHNE schnelle Schnitte (die ich HASSE wie die Pest!) dem Zuschauer Gelegenheit zu geben, sich in der Umwelt zurechtzufinden. Dadurch wird der Film für mich zur derzeitigen Kinoreferenz.

  11. Lain sagt:

    Avatar ist für mich mehr mit einem Spiel vergleichbar. Jake ist die Spielfigur. Der Zuschauer schlüpft in seine Rolle, fiebert mit ihm mit. Auch wenn er der Beobachter ist – der Film spielt ganz bewusst damit, dass der Zuschauer in diese Welt hineingesogen wird, in die Rolle von Jake. Man will nach kurzer Zeit genauso wie Jake ein Na’vi werden. Und wie Jake an einer Stelle treffend bemerkt, will man aus dieser anderen Welt nicht wieder raus, sie kommt einem viel echter vor als die Welt der Menschen. Genau DAMIT spielt Cameron, und das ist für mich ganz ganz großes Kino. Ich habe den gesamten Abend gebraucht, um da wieder rauszukommen.

    Würde Jake eine komplexe Hintergrundgeschichte haben, ginge das alles verloren. Es ist gut wie es ist. Avatar ist für mich durch das perfekte Zusammenspiel aller dieser Elemente ein wahres Meisterwerk.

    • MajorGucky sagt:

      Genau so sehe ich das auch. Ich war auch noch lange überwältigt und hatte noch einige Stunden lang Pandora vor Augen.

      Und wenn das nicht Kino in Reinform ist, dann weiß ich wirklich nicht mehr, wofür Kino sonst stehen sollte.

      Komödien, Lovestories oder Beziehungsdramen kann ich mir auch zuhause auf DVD anschauen (so gut sie auch sein mögen).

      Kino steht für mich für das Eintauchen in fantastische fremde Welten und nie zuvor gesehene Bilder und damit ist Kino = Avatar.

    • Techm0 sagt:

      [quote]Es ist gut wie es ist. Avatar ist für mich durch das perfekte Zusammenspiel aller dieser Elemente ein wahres Meisterwerk.[/quote]

      Genau so sieht es auch bei mir aus. Ich war “in den Film reingesogen”. Das trifft es perfekt. Mir ist der ach so wichtige “Plot” da ehrlich gesagt Scheißegal – um es mal auf den Punkt zu bringen. Kino hat mich in den vergangenen 42 Jahren noch nicht so entertaint und mitgerissen wie gestern. Gestern war ich mittendrin, anstatt nur dabei. Und GENAU DAS macht den Film aus. Mehr davon – so muss Kino in Zukunft sein, das Gefühl da mitten im Geschehen zu sein. Gerne auch mal als Krimi, Drama, SciFi oder “Pron”? *LACH*

  12. pn18 sagt:

    Ich habe mir Avatar gestern in voller IMAX-Pracht angesehen. Zum Film ansich will ich dir 100%ig Recht geben: Erst selten habe ich einen Film gesehen, der so straight und langweilig erzählt war wie dieser. Dialoge waren kaum welche vorhanden und wenn, dann auf einem Sprachniveau von Kleinkindern. Ja, da hilft es auch nicht, ab und an mal Termini einzustreuen und gar eine eigene Sprache für die Na’vi zu entwicklen.

    Visuell hingegen war der Film, wie erwartet, eine Wucht. Die eigens entwickelte 3D-Kamera (okay, genau genommen ist es nur eine modifizierte Kamera von Sony) verlieh dem Film ein ganz eigenes Räumlichkeitsgefühl, welches zum ersten mal nicht nach einem visuellen “Gimmick” aussah.

    Und das Rätsel, wo wohl die ganzen Millionen hinversickert sind, löste sich beim Lesen der Credits: gefühlte 10-15 verschiedene GFX-Studios waren beim Entstehen dieses Films beteiligt, darunter größen wie WETA und ILM.

    Und zum Thema “Unobtanium” möchte ich noch eine kurze Erklärung liefern: Die “fliegenden” Berge schweben nicht etwa aufgrund von einer antigravitativen Materialeigenschaft, sondern aufgrund der Anziehungskraft des Planetens, welchem der Mond Pandora angehört. Wieso die Anziehungskraft nur auf diesen kleinen Fleckchen des Planetens so groß ist und sonstwo nicht, erklärt das zwar nicht, aber irgendwo musste der Film ja einen Denkfehler enthalten. Bei der Story war das ja nur schwer möglich. ;)

  13. sirlantis sagt:

    Autsch. Also das mit den MacGuffins war mir zwar auch negativ auf den Magen geschlagen – wurden ja am Ende auch in Sekundenbruchteilen einfach ins Nirvana geschickt – aber dieser echt üble Plotfehler wurde wohl zum Glück vom vorherigen guten Abendessen überspielt.

    Merkwürdig finde ich aber die Vergleiche einiger Reviews ziehen mit StarWars oder LotR – also ein Universum in dem man jetzt weiter spannende Geschichten erzählen kann, ist das (leider) nicht geworden.

    • Techm0 sagt:

      Also einen “Avatar 2″ könnte ich mir nach dem Ende gut vorstellen und ich hoffe, es wird einen Teil 2 geben. Wäre Star Wars in der visuellen Qualität in die Kinos gekommen wie Avatar, käme ich aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Ich hoffe, das in Zukunft noch viel mehr Filme von dieser neuen 3D Technik profitieren. Das ist für die Kinoindustrie eine ganz neue Chance!

  14. bexx360 sagt:

    @Jürgen selten so viel müll gelesen.. sry aber das musste raus! is immer toll wenn leute über sachen urteilen aber sie niemals gesehen zu haben.. ich fand ihn super jaaaa und auch den plot! wie Lain schon sagte ein meisterwerk ;>

    • Jürgen sagt:

      Es ist ja nicht so, dass ich aufgrund meiner Vorabeindrücke ‘ne schlechte Bewertung auf Amazon schreibe – sowas kann ich auch nicht leiden.

      Außerdem sage ich ja nicht, dass der Film generell schlecht ist. Nur dass das, was ich bis jetzt gesehen habe, mich persönlich eben nicht anspricht, dass die vorhersehbare Story (die mir persönlich wichtiger als Technik ist) nicht mein Ding ist.
      Meine Meinung habe ich mir durch die – zugegeben – oberflächlichen Häppchen gebildet, die ich bis jetzt gesehen habe, aber das reicht mir halt erst mal. Wenn mein Gefühl dann sogar durch ausführlich begründete Texte, wie die von Boris bestätigt wird, dann war’s das halt.
      Ich lese ja auch kein Buch, wenn mir der Klappentext schon verdeutlicht, dass das nix für mich ist.

  15. SwissCoke sagt:

    Interessant wie unterschiedlich die Meinungen zu einem Film sind :)

    In meinen Augen ist der Film (AVATAR) wirklich Atemberaubend. Ja ich würde sogar sagen es ist der Beste Film des Jahres 2009 für mich. Obwohl es so viele andere Filme gibt die eine bessere Story hätten aber diese nicht erzählen können.

    Bei einem Film ist die Story sicherlich einer der wichtigsten Punkte. Jedoch was nützt uns allen eine Story die wahrscheinlich “Fantastisch” wäre, wenn diese einfach von Grund auf überhaupt nicht beim Zuschauer einschlägt? Eigentlich nichts…

    Wenn ich ins Kino gehe, ist die Mission des Films den ich schaue, das er mich Fasziniert. Sollte es dem Film gelingen das all die Leute, die um mich im Kino sitzen, vergessen kann. Sowie die Sorgen die man als “Normalsterblichen” hat. Dann ist das Grossartig. Besonderst dann, wenn derjenige Film über 161min dauert und genau das eintrieft was ich oben beschrieben habe.

    Sicherlich wäre es schön gewesen die Hintergrunds Geschichte der einen Figuren noch besser zu verstehen.
    Aber nehmen wir doch mal als Beispiel “Halo”. Über den Master Chief kennt man auch nicht all zu viele Details. Ich rede hier vom Spiel und nicht von den Büchern.

    Deshalb können wir Spieler / Zuschauer uns eigene kleine Story’s vorstellen und vielleicht ist auch Deshalb die ganze Story für uns Interessanter?

    Wichtig, was jemand hier auch erwähnt hat, ist die Tatsache das ein Film je nach Tageszeit, Situation und sonstigen einflüssen anderst auf uns wirkt.

    Gruäss
    Coke

  16. NS6 sagt:

    Ich werde mir James Cameron’s AVATAR noch mal in der 3D-Version anschauen und sofern in meinem Kino verfügbar in Englischer Originalsprache.

    Weil ein Punkt ist mir schon sehr oft aufgefallen bei der Synchronisation von Englisch zu Deutsch, das teilweise etwas vollkommen anders dargestellt wird. Um das zu verstehen, muss man sich eigentlich nur mal den Trailer zu AVATAR anschauen, im Englischen Original und in Deutsch.

    Ich habe dabei festgestellt, das alleine die Übersetzung für den Satz :” You are not in Kansas any more, you on Pandora!” im Deutschen total anders klingt, alleine schon vom Klang und der Melodie der Stimme her. Dadurch werden gänzlich andere Emotionen vermittelt als wie im Englischen Original.

  17. Brommel sagt:

    Moin, habe den Film gestern in 3D gesehen. Was soll ich sagen? Die Story ist Mittelmaß, typisch gut gegen böse. Etwas Dune, etwas Pkahontas usw. und absolut vorhersehbar. Aber das ist am Ende OK. Weiß nicht ob da ein Plot-Twist gepasst hätte.
    Was die Präsentation angeht … der absolute Hammer. Da wird sich ab jetzt wirklich jeder Fantasy/Si-Fi Film mit messen müssen (meine die Präsentation). Nur die Verfolgungsszene mit dem Panther-Ding, die man auch über Zune streamen kann, fand ich viel zu hektisch/anstrengend in 3D.

    Aber dass Unobtanium (wirklich blöder Name) fliegen kann konnte ich da nicht erkennen.
    Paar unlogische Szenen gibt es trotzdem. Wobei Star Wars hatte auch tonenweise davon und keinen hat es gestört.

    Auf jeden Fall sollte man diesen Film in 3D im Kino sehen.

    PS: Das Kampfmesser am Ende könnte von Rambo sein. Das von Rambo war aber größer ;o)

  18. Paxy sagt:

    Wie ich schon bei Jörg geschrieben hatte.
    Technik HUI story Pfui.

    Man hatte so den Eindruck das er eigentlich was anderes erzählen wollte aber dann ENTWEDER auf nummer sich ging und was 0815 mässiges rausgekramt hat oder das er einen Deal machen musste damit sein neues Megaprojekt nicht doch scheitert.

    Jedenfalls wäre mehr drin gewesen.

    Kein Film des Jahres für mich. Da hat District 9 einfach mehr hergegeben wenn man mal in dem Genre bleibt.

    Als 3D Film sollte man ihn sich angucken aber ohne den Schnick Schnack ist er nicht lohnenswert meiner Meinung nach.

    • Khaanara sagt:

      Ist vielleicht die gleiche Zielgruppe wie bei aktuellen Videospielern angedacht, die lieber ein grafisch bombastisches kurzes Spiel haben möchten, als ein Spiel mit Spieltiefe !

      Was mir auffällt, dass sich die Anatomie der Na’vi sich doch recht von der pandorianischen Fauna unterscheidet. Während die Tierwelt sechs Gliedmassen und vier Augen haben, haben die Na’vi doch eher terranische Säugetieranatomie. Ob sie keine Ureinwohner von Pandora sind ?? :)

  19. habehandy sagt:

    Wenn mein Heimkino 3D-tauglich ist werde ich mir den Film vielleicht antun.

    Zur CES im Januar sollen die ersten Geräte vorgestellt werden. Wenn diese halbwegs bezahlbar sind wird gekauft, denn bei den niedrigen Zinsen lohnt das Sparen nicht mehr.

  20. Trichter sagt:

    Ich bin auch einer von denen, die Indy 4 richtig gut finden. Cameron hat 14 Jahre gebraucht um mal wieder einen neuen Spielfilm zu machen, und was präsentiert er uns? Einen Haufen Scheiße! An allen Ecken und Enden aus vielen Filmen zusammen geklaut, aus Matrix, aus Herr der Ringe, aus Jurassic Park und sogar aus Indiana Jones (die Absturzszene auf den Blättern erinnerte doch sehr stark an der Balkonabsturzszene aus Indiana Jones und der Tempel des Todes) und vielen Filmen mehr. Cameron will und wollte nur eines, der GOTT von 3D Filmen werden. Ich finde nicht einmal das hat er geschafft. Und wer nicht so gierig ist, dem kann ich vom Kinogang ehrlich gesagt nur noch abraten. Auf die Action am Ende des Filmes kann man nun wirklich getrost verzichten. Viele fanden Indy 4 eine große Enttäuschung, aber ich finde die Enttäuschung die uns Cameron hier präsentiert ist viel größer. Cameron hat es die letzten Jahren gut verstanden hier einen Riesen Hype aufzubauen, dies konnte er sich aber auch nur Leisten weil er mit Titanic die Welt erobert hatte (zu unrecht wie ich finde, aber Titanic ist ein anderes Thema) Er hat nun mit Avatar die Leute ganz schön gelinkt, wie ich finde. “Er hat erzählt das er den Film vor 14 Jahren noch nicht machen konnte” bla bla. “Die Story hat er schon vor 14 Jahren gehabt” bla bla. “Endlich kann er den Film machen zum halben Preis” bla bla. Also ich brauche kein 3D im Film, soviel habe ich aus Avatar gelernt. Der Film brachte mir absolut gar nichts, nicht einmal Fun hatte ich, da die Story im Film der letzte Schiss ist! ;-) Und die Pandora Welt war auch blöd. Eine Art Pferd auf 6 lächerlichen Beinen (die Kinder im Kindergarten zeichnen so was!), fliegende Wasserquallen oder sogar die lächerlichen fliegenden Felsen die nur dem 3D Effekt dienten. Die Haare die als eine Art Verbindung zu verstorbenen dienten war auch so was von blöd und haben mich auch nicht im geringsten interessiert. Naja, das ganze Navi Design fand ich eher schwach. Eine Art Bluemangroup, Schlümpfe oder Übergroße Basketballspieler. Schade das der Film kein Flop wird, verdient hätte er es allemal! Leider bekommen wir wohl noch Teil 2 und Teil 3, aber dann definitiv ohne mich! Diesen Film können wohl nur pubertierende oder Leute ohne große Ansprüche gut finden, für mich war das, leider muss ich es so sagen, der letzte Dreck!

  21. Souljumper sagt:

    Fand die Geschichte auch etwas enttäuschend. Ich hatte auf der GamesCom auch diesen Preview-Screener gesehen, den Ubisoft gezeigt hat.
    Die Erwartungen an die Technik wurde klar erfüllt, die Geschichte ist aber wirklich nicht so der Hit. Dieser Cornell erinnert mich etwas an den Cornell aus dem Zeichtrick-Kinofilm “Small Soldiers”.

    ABER, Titanic hatten ja auch nicht unbedingt eine originelle Geschichte, auch “nur” gute Effekte – und diese erst zum Ende des Filmes. Warum soll das Konzept dass schon einen Welthit fabriziert hat nicht wieder funktionieren…..

  22. Feyd Braybrook sagt:

    Das allerwichtigste Argument gegen eine höhere Bewertung dieses Filmes ist jedoch der Schluß. Nehmen wir mal die Klobigkeit in der Story so dahin. Gehen wir davon aus, daß Cameron tatsächlich gelingt, was er vorhatte: den Kampf um Ressourcen als Grund für die Feindschaft zwischen Völkern und vor allem dessen Überwindung darzustellen. Was lernen wir aus dieser Geschichte? Wie wird diese Allegorie, die sich einem ja geradezu aufdrängt, aufgelöst? Was steht auf der letzten Seite dieses Buches?

    Das:
    die Na´vi entledigen sich der gewalttätigen Bedrohung durch Anwendung von Naturgewalt. Die Wende im Film ist der Eingriff der Muttergottheit, die ihre Kinder (also die ganzen Viecher) als Verbündete der Na´vi in den Kampf gegen das feindliche Militär schickt. Das ist also die Lösung unserer Probleme: wir beten um einen Messias, der – anders als Jesus Christus – als Antwort auf die Gewalt die Gegengewalt bietet. Es gibt kein friedliches Auskommen. Es gibt nur Gut und Böse und die Guten müssen einfach nur stärker als die Bösen sein, ansonsten gehen sie drauf. Tja, da widerspricht der Film aber seiner eigenen Logik, denn nichts würde die Menschen daran hindern, mit einer 200-fachen militärischen Gewalt auf den Planeten zurückzukehren und alles Leben auf dem Planeten auszulöschen. Nein, das kann nicht die Lösung sein, aber genau das wird einem bei diesem Film angeboten und darauf fällt man nicht wirklich rein.

    • mindVex sagt:

      Mit letzterem hast du sicherlich Recht, das dachte ich mir auch. Allerdings ist das natürlich ein prima Aufhänger für einen zweiten Teil, in dem die Menschen nochmal einen weiteren Anlauf auf Pandora nehmen. Klar, dass die das nicht links liegen lassen – die ganze Expedition und das riesige Militäraufkommen wurde ja nicht vom Oberbösewicht geleitet, sondern dahinter steckt ja normalerweise ein politischer Auftrag. Sowas wird gar nicht geklärt, das nervt mich auch ein bisschen. Es kommt so rüber, als wäre das eine Guerilla-Aktion der beteiligten Menschen. Es fehlt mir irgendwas politisch dahinter.

  23. Bart Beckett sagt:

    Ich habe den film gestern in 3D angeschaut und war von den bildern überwältigt, war auch mein erster 3D film. Habe danach noch ein bisschen über den film im internet gelesen und bin dabei über den folgenden artikel gestolpert: http://chud.com/articles/articles/21969/1/PROJECT-880-THE-AVATAR-THAT-ALMOST-WAS/Page1.html da wird erwähnt was sich vom ursprünglichen “scriptment” zum fertigen film alles geändert hat, und viele dinge wirken in der ursprünglichen fassung stimmiger als im fertigen film. Der film wäre dann allerdings noch um einiges länger geworden (was mir nichts ausmachen würde, aber wohl vielen anderen).

  24. Neopugg sagt:

    Meine Wenigkeit kann sich dunkel an einen Artikel in einer “Power Play” aus den 90er-Jahren erinnern, in dem stand, dass Richard Garriott sich den Begriff “Avatar” rechtlich schützen lassen will.

    Fliegende Berge gab es übrigens bereits in der “Peter Pan”-Animeserie http://en.wikipedia.org/wiki/The_Adventures_of_Peter_Pan und im Musikvideo zu “Feel Good Inc.” von den Gorillaz.

    • “Fliegende Berge” und überhaupt fast alles in Avatar gab es schon in diversen SF-Romanen. Ist jetzt nicht als Vorwurf gedacht (es gibt nur endlich viele Ideen) aber schrecklich neu und nie dagewesen ist das alles nun nicht.

  25. Stefan sagt:

    Zum Thema “Kann Unobtanium fliegen” eben im Skript von Avatar gelesen (übrigens als Download unter http://www.foxscreenings.com/media/pdf/JamesCameronAVATAR.pdf):

    “On Selfridge’s desk is a magnetic base, and hovering in midair, in the invisible field, is a lump of METALLIC ROCK. Pure UNOBTANIUM. He grabs it and holds it up between thumb and forefinger, in front of Grace’s eyes.”

    Es ist übrigens interessant zu sehen, dass das Skript die aus dem Trailer bekannten (aber nicht in der Kino-Version enthaltenen) Szenen (z.B. in der Bar) und verschiedene coole Voice Overs (“All I ever wanted in my sorry-ass life was a single thing worth fighting for.”) beinhaltet. Das lässt hoffen auf eine längeren Director’s Cut im Stil von Herr der Ringe… :)

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