Der Zweck heiligt eben nicht die Mittel

Von Boris, Mo, 31. Mai 2010 22:25

Oh, was so ein Tweet doch für böse Kommentare auslösen kann. Als ich mich darüber mokierte, daß einige deutsche Online-Medien wieder unreflektiert von einer “offiziellen Xbox-Version” der XBMC Software redeten, wo doch die Entwickler nur mit geklauter Dokumentation und geklauter Software rumgehackt haben, gab’s gleich Schelte über Microsoft, mangelhaften Mediensupport und daß man es halt selber machen muß, wenn der Konsolenhersteller es offensichtlich nicht kann.

Absurd ist, daß kein Einziger eingesprungen ist (wie gesagt, auch Medien wie golem.de nicht) um mal klarzustellen, das in den Anfangstagen von XBMC die Programmierer mit einem nicht rechtmässig lizensiertem Compiler rumexperimentierten und, weil sie genau wußten, daß die ausführbaren Programme Microsoft-Libraries enthalten und damit urheberrechtlich höchst problematisch sind, nur den Source Code im Netz veröffentlichten und auf eine Piratengemeinde hofften, die das Kompilat schon irgendwie unter die Leute bringt. Darf ein Handwerker, nur weil er schöneres Parkett verlegen kann, das Werkzeug dafür beim Obi um die Ecke klauen?

Ich hör schon wieder die ewigen Mahner, das Kopieren von Software sei ja nun mal kein Diebstahl weil die Software ist noch da, und ich antworte wie üblich – ja, aber das Geld das man bezahlt hätte, ist nun mal nicht da, das hat man geklaut oder zumindest betrogen oder sonstwas denn dem rechtmässigen Inhaber FEHLT tatsächlich was, was ihm zusteht.

Noch dazu haben die ersten Versionen des XBMC dazu aufgefordert, sich bei Software von Apple und Real Networks zu bedienen, indem man DLLs von Quicktime und Realplayer auf die Xbox transferieren sollte. Inzwischen braucht XBMC das nicht mehr, weil dank FFMPEG eine große Entwicklerschar Nachbauten der diversen Codecs liefert – und über die lizenzrechtliche Situation dieses Codes zerbreche ich mir nicht den Kopf.

Man kann sich noch so trotzig auf den Kopf stellen und sagen “Ich will aber!” – wenn Microsoft beschließt, die Entwicklungsumgebung für Xbox 1 nicht offen anzubieten, aus welchem Grund auch immer, ist der Wunsch nach besserer Medienwiedergabe nicht die Berechtigung, sich die Entwicklungsumgebung unlizensiert zu beschaffen und Microsofts Willen zu unterlaufen. Der Zweck heiligt hier nicht die Mittel, da bin ich nicht diskussionsfähig.

Naja, was solls, XBMC in der aktuellen PC-Fassung und sein Bruder Boxee laufen eh viel runder, wenn man sich die zum Beispiel auf einem kleinen Atom-PC mit Nvidia ION Grafik installiert. Für den Preis, den damals eine Xbox gekostet hat, gibts eine Universalkiste mit WLAN, HDMI, HD-Playback, zigmal größerer Festplatte, und, und, und. Oder alternativ Streaming-Geräte wie den WDTV Live von Western Digital, mit denen man sich auch praktisch alle Mediendateien angucken kann, für weniger Geld als eine gut erhaltene und gemoddete Xbox kostet. Was reg ich mich also auf…

Achja – über dieses Wort “offiziell”, darüber hab ich mich aufgeregt.

44 Antworten für “Der Zweck heiligt eben nicht die Mittel”

  1. Cedric sagt:

    Mit Verlaub Boris, sich über das Wording von Online-Magazinen aufzuregen ist wirklich kleinkariert. Insbesondere wenn es um das Wort “offiziell” geht. Ich habe den Artikel über die “discontinued xbox version” ebenfalls gelesen und wer im Thema ist weiß das hier einiges aus dem Zusammenhang gerissen wurde bzw. einfach nur mal wieder falsch übersetzt. So viel ich weiß war mit “offiziell” lediglich die Master-Tree des XBMC für die Xbox gemeint, quasi die “offizielle Version des XBMC-Teams für die Xbox”. Da es noch andere Builds gibt stände es dem XBMC-Team auch gar nicht zu diese zu beerdigen. Das ganze Geschwafel hier über unlizenzierte Codecs, geistiges Eigentum und unerfüllten Kundenwünschen ist absolut überflüssig, fehl am Platze und liest sich als hätte es ein Hysteriker nach 3 Gläsern Whiskey geschrieben – oder wie ein Widergutmachungs-Posting gegenüber deinem AG nach dem Bungie-Reinfall-Post.

    • Boris sagt:

      Suchfunktion anwerfen, nach XBMC suchen – das Ding war mir (in der Xbox Version, mit der es schließlich auch anfing) schon immer ein Dorn im Auge. Wie man ein “Open Source” Projekt starten und hosten kann, dessen erste Amtshandlung es war, ein Entwicklungskit zu klauen, ist mir weiterhin schleierhaft.
      Und nein, über das Wording von Online-Magazinen darf man sich aufregen, sofern diese tatsächlich von sich selbst meinen, objektiven Journalismus zu betreiben. Einem kleinen Blogger würde ich so was nicht vorwerfen.

  2. Bonuspunkt sagt:

    also bei mir lief XBMC auf der xbox eigentlich immer ganz stabil… :P

    und so viel da auch geschimpft wird, solange es nicht um HD material geht, spielt die box alles problemlos ab

  3. TehGrumpyDude sagt:

    Ich denke mal dass das „offizielle“ eher „offizielle von XBMC bereit gestellt“ und nicht als „offizielle von Microsoft“ oder von „Microsoft sanktioniert“ gemeint ist. Mit anderen Worten: Microsoft hat nichts mit dieser OpenSource lingo zu tun – vgl. das angesprochene ffmepg: alle Windows builds sind inoffiziell, da nicht vom ffmpeg direkt verbreitet :)

    Und es besteht noch immer die Möglichkeit, dass jemand einen sogenannten fork startet und es (in-)offizielle builds geben wird.

    • Boris sagt:

      Das erinnert mich an meinen alten Mentor Michael Scharfenberger. Als ich in einem Artikel eine unklare Passage hatte, zitierte er mich ins Büro und ich erklärte ihm, was ich da eigentlich schreiben wollte. Er meinte nur lakonisch: Sehr schön, jetzt habe ich es verstanden, aber ich kann Sie nicht jedem Heft beilegen. Schreiben Sie es neu.
      Wer sein Geld mit Schreiben verdient, sollte mit der selben Sorgfalt rangehen, die wir von einem Handwerker oder Herzchirurgen erwarten.

      • TehGrumpyDude sagt:

        „Wer sein Geld mit Schreiben verdient, sollte mit der selben Sorgfalt rangehen, die wir von einem Handwerker oder Herzchirurgen erwarten.“

        Sicher, aber wie die Debatte um den „Qualitäts-Journalismus“ mehr oder weniger zeigt, ist das nur ein frommer Wunsch, dem die Realität selten gerecht wird. Und warum sollten Online Publikationen besser sein als ihre Offline Gegenstücke wenn im Bereich der Nachrichten Schnelligkeit alles ist was zählt? Im Grunde ist Qualität in jedwedem Bereich – vom einfachen Dienstleister bis hin zur geistigen Elite, egal ob es sich um ein materielles oder immaterielles Gut handelt – vom Aussterben bedroht.

        Davon ab ist’s auch möglich, dass von der Zeilgruppe (immerhin scheint das ganze Ding ja nicht mal eben durch ein-, zweimal Knopfdrücken installiert zu sein) diese Differenzierung erwartet wird (ob das nun fahrlässig ist oder nicht sei mal dahin gestellt…); z.B. hatte ich nie auch nur die Idee, dass Microsoft irgendetwas mit dem genannten Projekt am Hut hat – aber das kann auch dem Umstand geschuldet sein, dass ich eher in der Softwarentwicklungs den im Marketing zu Hause bin :)

  4. Zuphael sagt:

    Das die Anfänge bei einem “geklauten” Kompiler liegt war mir nicht bekannt…. Und macht das etwas unsympathisch (jedenfalls den Anfang).

    Bezüglich des Wortes offiziel ist der Support Seitens XBMC-Team gemeint und nicht offiziel im Sinne von “Lizensiert vom Hersteller”…

  5. mnemo sagt:

    Damals gab es halt keine Billigplayer von Western Digital und die alte Xbox mit XBMC war für’s Video ansehen ein Segen. Danach zickte Microsoft dann lange Zeit herum, bis endlich DivX/Xvid auf der Xbox 360 unterstützt wurde und nun wartet man darauf, dass endlich auch MKV unterstützt wird, was rein programmatisch kein Problem sein dürfte, denn der H.264-Decoder müsste schon zum HD DVD abspielen vorhanden sein. Das wäre auch ein Streich gegen Sony, die sich ebenfalls noch zieren. Und jetzt bitte nicht wieder so ein “Wäh, das ist doch ein Raubkopiererformat” wie damals. Irgendwann kam DivX dann doch auf die Xbox 360.

    • Boris sagt:

      Genau das meine ich – auf die klare Aussage “Da hat jemand ein Entwicklungssystem geklaut” wird wieder “aber es gab doch keinen Medienplayer” geantwortet. Drehen wir uns hier nicht ein bisschen im Kreise?
      Xbox 360 unterstützt, ganz streng genommen, nicht “DIVX” (das ist ein eingetragenes Warenzeichen) sondern MP4 kodierte Videos im AVI Container. Und Microsoft führt brav die Lizenzgebühren für alle Media-Funktionalität an die jeweiligen Rechteinhaber ab. MKV mag ein durch Nutzung etabliertes Format sein, aber es ist wegen seiner Herkunft auch hier völlig ungeklärt, ob auf einmal irgendeine Firma Ansprüche auf das Format erhebt, wenn ein Großkonzern wie Microsoft es aktiv unterstützt.

      • mnemo sagt:

        Um das Entwicklungssystem ging es mir auch nicht. Ja, das SDK wurde halt geklaut, schade auch. Rechnen wir mal die Xboxen zusammen, die Microsoft genau DADURCH verkaufte… Dürften einige gewesen sein, aber offizielle (das böse O-Wort) Zahlen gibt es dazu natürlich nicht. :-)

        • Boris sagt:

          Konsolenhersteller verdienen in der Regel KEIN Geld mit den Konsolen sondern nur mit der dafür verkauften Software. Eine rein als Mediacenter genutzte Konsole, auf der weniger gespielt wird, ist für den Hersteller also ein Verlustgeschäft.

  6. Chris sagt:

    Das Argument durch Kopieren von Software entstehen den Herstellern Verluste paßt in diesem Fall nur sehr wenig denn weder Microsoft noch andere offizielle Entwickler haben eine vergleichbare Software für die Xbox angeboten.
    Allenfalls könnte man darauf verweisen, daß sich der Kunde andernfalls möglicherweise einen anderen Player mit lizenzierten Codecs gekauft hätte.
    Damit wären wir schon beim nächsten Thema.
    Nach dem katastrophalen BGH Urteil ist der Weg für (eigentlich in DE/EU verbotene) Softwarepatente freier als jemals zuvor.
    Wenn du 100% korrekt handeln willst dürftest du keine Software wie das angesprochene FFMPEG nutzen und Patentinhabern wie Microsoft Lizenzgebühren entziehen.
    Auch die Nutzung des aktuellen XBMC wie im letzten Abschnitt angedeutet kann als moralisch nicht legitimiert angesehen werden – schließlich hat es seinen Ursprung in rechtlich zumindest fragwürdigen Handlungen und vielleicht sind noch ein paar Zeilen Code aus XDK Samplecode enthalten.

    Modifizierte Konsolen und inoffizielle Emulatoren werden manchmal auch von offiziellen Entwicklern als günstige Devkits genutzt. Hast du dazu Erkenntnisse oder Erfahrungen, über die du sprechen kannst?

    • Boris sagt:

      “Weil ich es nicht kaufen kann, darf ich es klauen”.
      Ich habe nicht XBMC, Boxee oder FFMPEG legitimiert, sondern mich nur darauf zurückgezogen, daß es eigentlich inzwischen viel bessere Hardware als eine alte Xbox gibt, wenn man das Ganze einsetzen will.
      XBMC scheint in seinen Windows/Mac/Linux Inkarnationen zumindest was Xbox-Code angeht clean zu sein. Das Problem war nie der XBMC-Source, sondern daß dieser nur mit einem geklauten Entwicklungssystem kompiliert werden kann und dann natürlich Libraries eingelinkt werden, für die das XBMC-Team nicht die Rechte hat.
      Auch FFMPEG eiert ja um sehr viele Lizenzfragen herum, in dem im Prinzip nur Quelltexte für akademische Nutzung “So funktioniert das” bereitgestellt werden und die Windows-DLLs und Implementationen schon aus eher “grauen” Quellen kommen. Im Detail steig ich aber nicht ein, wer jetzt an was die Rechte hält und ob FFMPEG jetzt OK ist oder nicht – das weiß ich nicht.
      Sind Software-Patente jetzt gut oder schlecht? Keine Ahnung, aber die aktuelle Rechtslage ist nun mal wie sie ist.
      Auf Xbox-Seite werden von offiziellen Entwicklern keine gemoddeten Konsolen als Entwicklungskits benutzt. Es mag eine graue Szene geben, aber das sind keine offiziellen Entwickler.

  7. Vögelchen sagt:

    Hallo Boris,

    jetzt lese ich dein Blog schon seit dem ersten Eintrag und zum ersten Mal fühle ich mich motiviert dir etwas zurückzuschreiben :-)

    Erst Mal möchte ich dir Recht geben. Das XBMC wurde mit geklauter Software erstellt. Ist das schön? Nein ganz sicher nicht. Ich bin gegen Produktpiraterie wie du. Auch unschön war der Nebeneffekt, dass entsprechende Konsolen auch Kopien der Xbox Spiele abspielte.

    Aaaaaaaaber…das XBMC hat den Funktionsumfang der Xbox massivst erweitert und hat sie für mich dadurch erst interessant gemacht. Für die damalige Zeit war es ein umfassendes günstiges und leistungsstarkes Mediacenter. Das war sicherlich nicht im Sinne des Erfinders Microsoft da so Lizenzgebühren usw. ausfielen aber scheinbar habt ihr ja das ganze sehr genau beobachtet und gemerkt, dass da durchaus ein großer potentieller Markt und viele Kundenwünsche vorhanden sind.

    Und wo sind wir nun eine Konsolengeneration später? Die 360 ist von Haus aus ein passabler Mediaplayer und sie bietet mit Arcade und Indiegames zwei Plattformen für Homebrewsoftware.

    Microsoft hat also eine Marktlücke in der Xbox gehabt die von anderen gestopft wurde. Microsoft hat daraus gelernt und mit der 360 ein deutlich besseres Produkt erschaffen.

    War es das den Ärger mit XBMC wert? Aus meiner Sicht als Kunde schon.

    LG,
    Vögelchen

    • Boris sagt:

      Das ist wiederum ein interessanter Gedanke – XBMC als Treiber für Microsoft, bei Xbox 360 “mehr” zu bieten. Danke auch für den Verweis auf XNA Studio.
      Aber, wie gesagt, die Situation rund um die Lizenzen nicht an Microsoft, sondern an die MPEG LA und andere Rechteinhaber ist das, was einen kommerziellen Einsatz von solchen Mediaplayern wahnsinnig komplex macht. Wie zum Beispiel die eine oder andere Beschlagnahmung von MP3 Playern auf der CeBIT zeigt.

  8. Mike sagt:

    Also normalerweise steht ich bei diesem Thema ja voll und ganz auf deiner Seite. 95% der Homebrew auf egel welcher Plattform war eh irgendein Käse den die Welt nicht braucht bzw. um illegal Software auf der Xbox ans laufen zu bringen.
    Aber gerade beim XBMC stelle ich mir ernsthaft die Frage, warum greift Microsoft solche Idee nicht auf, nimmt Kontakt zu den Entwicklern auf und versucht das Ding auf eine legale Art und Weise auf die Xbox zu bringen?
    Das XMBC machte die Xbox (1) zu einem Mutlimedia Center wie es bis heute kein vergleichbares gibt – und neben diesem Wissen, und dem Wissen dass das XMBC einen so großen Beliebtheitsgrad hat würde ich mir als Unternehmen überlegen sowas zu übernehmen. Wenn die Xbox Gemeinde nicht so derart auf das Projekt abgefahren wäre, wäre es schon lange lange tot. Menschen und Entwickler mit derartigen Ideen sollte man von offizieller Seite fördern.
    Wenn MS das XMBC offiziell für die Xbox (1) angeboten hätte, hätte ich es samt Xbox gekauft UND heute noch eine Xbox als Multimedia Center im Wohnzimmer stehen.

    -just my 2 cent-

    Und zum eigentlichen Thema:
    Ich musste auch so lachen ich vom “offiziellen XBMC” gelesen habe. Da man wieder gut recherchiert.

    • Boris sagt:

      Hmm, Gedankenexperiment – wenn die Programmierer schon von der ersten Minute an das Urheberrecht ignorieren und mit einem nicht lizensierten Entwicklungskit arbeiten, in wie weit würdest du ihnen dann trauen, dir wirklich sicheren, getesteten, backdoor-freien Code zu liefern? Es wird auch immer unterschätzt, wie viel mehr Arbeit in so einem Projekt steckt, wenn man es wirklich für ein paar Millionen User entwickeln will. Wie lange ist Boxee jetzt in seiner ewigen Beta? Und die nutzen ja XBMC Code als Basis.

  9. moqster sagt:

    Der Post steht für mich für die typische Microsoft-Mentalität. Da waren ein paar Jungs, die das geilste Mediacenter auf eine Konsole gebracht haben, dass es je gab. Ich hab keine Ahnung wie sie das gemacht haben, ob sie da Dinge “geklaut” haben, oder nicht. Für mich zählt das sie “experimentieren”, der Community was zur Verfügung stellen wollten. Sie haben das mit Sicherheit nicht gemacht um sich persönlich zu bereichern (Auch wenns mittlerweile vielleicht “drin” ist?!).

    An Stelle von Microsoft wäre ich auf die Jungs zugegangen, hätte sie “aufgerüstet” und eingestellt. Das Teil bietet einen so unglaublichen Mehrwert, ich hätte mir sofort eine Xbox 360 gekauft. Das perfekte Spielzeug für Jungs: Mediacenter + Spielekonsole.

    Mittlerweile hab ich zwar ne Xbox 360 (allerdings Weihnachtsgeschenk der Firma, nicht selbst gekauft), aber wenn ich nicht zocke kommt sie in die Schublade. Mediacenter PC, AV-Receiver, T-Home Receiver, … Da stehen einfach schon genug Geräte.

    • Boris sagt:

      Stell dir vor du hast ein Bürohaus. Zwei Graffitti-Künstler sprayen über Nacht die geilste Street-Art aller Zeiten an die Wand. Stellst du die ein oder versuchst du, sie durch die Polizei ermitteln zu lassen, damit du nicht auf den Reinigungskosten sitzen bleibst?
      “Freie” Programmierer machen viel gutes, das stelle ich auch nicht in Frage. Aber ich ziehe nochmal die Schleife: Der Zweck heiligt nicht die Mittel.

      • mindVex sagt:

        Der Vergleich hinkt allerdings schon ein wenig, weil die Firma im Bürohaus und der Graffiti-Künstler ja nicht das gleiche Interessensgebiet haben.

        Und zudem haben die XMBC-Leute das sicher nicht gemacht, um MS vorsätzlich zu schädigen, sondern um der Konsole einen Mehrwert zu bieten. Dass das MS (und damit dir) nicht gefällt, weil’s illegal ist, ist klar. Dass man das illegale nicht schönreden darf, um damit das Mittel zu heiligen, ist auch klar. Aber trotzdem darf man das Endprodukt gut finden, weil es die Konsole einfach um ein vielfaches bereichert hat.

      • Starkiller76 sagt:

        Wenn im eben diesen Bürohaus die Büros meiner Mitarbeiter für ein Design-/Grafikstudio habe, lautet die Antwort eindeutig: Ja.
        Die Reinigungsgebühren sind Peanuts im Vergleich zu dem Gewinn, den ich aufgrund des neuen Grafikstils zu erwartenden Steigerung meiner Werbekunden erhalte.

        Auch ich bin heute noch der Meinung kein besseres Media-Center als den XBMC gesehen zu haben. Da hatte sich Microsoft damals wirklich ne Riesenchance für die 360 entgehen lassen so ein Projekt mit ins Boot zu holen. Wäre die XBOX360 mit nem XBMC-Klon gekommen … ich hätte sie am ersten Tag gekauft.

        Und den ganzen Codec-Lizens-Kram hin oder her … Microsoft hat durchaus genug Manpower und das nötige Kleingeld um
        jeden Kram zu lizensieren den sie wollen.

        • killerkaese sagt:

          100% Zustimmung! Bei uns in der Gegend stellen die Stadtwerke Sparyer an um die Stromhäuschen zu besprayen. Da fummeln keine anderen Sprayer mehr dran rum und die Hütten sehen für lange Zeit einfach schick aus!
          Ich denk da wurden schon ganz andere Leute angestellt die mit dem richtigen Chef ihre Energie in eine produktive Richtung lenken! Die 360 in leise mit XBMC drauf… dann fehlt mir nur noch Blu-Ray, aber dann dürfte auch meine 360 wieder ins Wohnzimmer

      • Bash sagt:

        Hm. Hast Du “High Fidelity” schon gesehen?

        Da klauen zwei Jungs Platten. Weil sie in ner ziemlich geilen Band sind.

        Ich kann schon verstehen, was Dein Standpunkt ist, auch weiß ich, wie Du gepolt bist.

        Man muss einfach konstatieren dass Deine Einstellung gut zu Microsoft passt, um es mal so auszudrücken…

  10. DarkVamp sagt:

    Nun das Du das “Offiziell” ein wenig falsch verstanden (wolltest?) hast liegt wohl auf der Hand.
    Klar war das Ding nie offiziell denn nur lauffähig auf modifizierten Konsolen.

    Anfangs war das XBMC wirklich mehr als unseriös aber seit vielen Jahren ist der Code der im fertigen Compilat enthalten ist weitestgehend sauber.
    DLLs werden nicht mehr genutzt (wo ich allerdings auch kein Problem drinn sah das diese ja auch für Windows kostenlos zur Verfügung standen von Apple und Real).

    Die Entwickler haben mehrmals versucht auf der OpenXDK umzusteigen aber das wurde leider nicht so weit entwickelt wie man es hätte benötigt.

    Aber ich will nicht meckern denn immerhin wurde damals den Entwicklern nicht der Strick von MS gebunden und das fand ich immer fair!

    • TehGrumpyDude sagt:

      Nur weil eine Software kostenlos auf Windows (oder irgendeinem anderen System) installiert und benutzt werden darf heisst das noch lange nicht, dass man damit machen darf, was man will: die EULA (End User License Agreement) regelt jenes ziemlich penibel, nur liest die kein Mensch…

  11. devilsown sagt:

    “ist der Wunsch nach besserer Medienwiedergabe nicht die Berechtigung, sich die Entwicklungsumgebung unlizensiert zu beschaffen und Microsofts Willen zu unterlaufen.”

    Keineswegs, es wäre dennoch schön, wenn die Kundwünsche nicht auf taube Ohren stoßen würden… immerhin wäre es für MS ein leichtes, einen verbesserten Mediensupport zu implementieren… ;-)

  12. Techm0 sagt:

    Boris, XBMC hat einen SEHR SEHR großen Anteil an dem Erfolg der ersten XBox und hat auch einen sehr großen Anteil am Verkauf der 360. Ich ärgere mich TÄGLICH mit Produkten herum, die kommerziell in der Unterhaltungsschiene erfolgreich sein wollen, frage mich aber schon bei den ersten Bedienschritten ob sich bei der Produktentwicklung auch nur ein einziger Hansel Gedanken um die Software gemacht hat, geschweige denn einmal selbst genutzt hat!

    Anstatt von genau diesen leuten zu LERNEN verdammt man sie – auch wenn das Deine “offizielle” Meinung sein _muss_ ;)

    Fakt ist:
    Hätte es das XBMC nicht gegeben wäre die 360 mit einem gleich schlechten und langweiligen “Dash” ausgestattet, wie schon die erste Xbox. Auch wenn Du es nicht hören willst, Microsoft verdankt auch diesem XBMC sehr viel. Und wenn man sich vom Softwaredesign mal ein bischen mehr von diesen Jungs anschauen würde, könnte man auch mal ein innovatives Produkt anbieten – was Microsoft bis HEUTE nicht geschafft hat!

  13. iob sagt:

    Beispiel: Wenn die Raukopierer Truppe “Bad Dog” ein Spiel “releasen” dann sprechen halt alle vom “Offiziellem Bad Dog release” – obwohl das Spiel selber “Offiziell” von id Software kommen kann. Ich glaube nicht das mit “Offiziell” bei diesen Artikeln Microsoft gemeint war… :) .

    Kann mich aber auch irren.

  14. badoli sagt:

    Klar hast du vom Gesetz her recht. Nur dein Gejammere ob des verbalen und bösen, wenn auch nicht gerechtfertigten Gegenwinds wirkt auch nicht viel erwachsener.

    Die Vorgehensweise der Entwickler ist sicher nicht die “netteste”, so an der Grauzone der Legalität vorbeizuschrammen. Aber Microsoft hat sich durchaus öfter niederträchtiger Methoden bedient, um sich unerwünschte Konkurrenten vom Leib zu halten, ergo verdient die Firma auch nicht die golddene Moral-Medaille.

    Halten wir nochmal fest: Ein vorhandenes MS-Produkt wird um Funktionalität erweitert, ohne dass dabei Geld verdient oder MS Konkurrenz gemacht wird. Funktionalität, zu dem das Gerät sehr wohl im Stande ist, die MS jedoch und dass wegen möglicher Lizenzkosten, hoher Entwicklungskosten oder der möglicherweise unbegründeten Angst, zuviele Konsolen bei zuwenig Spielen zu verkaufen, vorenthält.

    Okay, der Zweck heiligt nicht die Mittel. Aber das Mitleid für diesen geistigen Diebstahl hält sich hier deshalb in Grenzen. Und wenn du da dann den Sheriff von Nottingham spielst, bitte wunder dich nicht, wenn alle Sympathie-Werte an die “Robin-Hood”-Programmierer gehen.

    Oder für den Liebhaber von hinkenden Vergleichen: Ich kauf mir ein Fahrrad. Aus wirtschaftsstrategischen Gründen bietet der Hersteller keinen Gepäcksträger an, obwohl er Pläne dafür lagernd hat. Ein Kumpel aus der Firma kopiert mir illegalerweise die Pläne und so bau ich mir selbst so einen Gepäcksträger. Ist mein Gepäcksträger illegal? Vermutlich. Macht sich der, der sich aufregt, dass ich ihn nach einem illegalen Plan gebaut hab, obwohl der Hersteller selbst keinen verkauft, beliebt? Ziemlich sicher nicht. Ich würd sagen: “Verklag mich” und mit einem freudigen Klingeln weiterfahren.

    • Boris sagt:

      Ist schon lustig, daß man sich immer aussuchen darf, welches Recht man jetzt beachten oder missachten soll, je nach persönlicher Vorliebe. Ist diese Geisteshaltung nicht im Grunde doch ziemlich gefährlich? Gegenbeispiel: Die Menschen, die in solchen Fällen für die Hacker und gegen die “Großkonzerne” argumentieren, sind auf der anderen Seite gerne vorm Bundesverfassungsgericht, um die Vorratsdatenspeicherung zu verhindern, obwohl die doch auch für gute Zwecke (wer ist schon gegen Terroristenabwehr und ich hab ja nix zu verbergen…) eingesetzt werden soll.
      P.S. Nein, ich bin auch gegen Vorratsdatenspeicherung – das war nur ein Beispiel um die schräge Denke “Ich such mir aus, welche Gesetze ich beachte” zu verdeutlichen.

      • hdgamer sagt:

        In einer Zeit in der Gesetzgebung nicht mehr nur auf moralischen Grundsätzen basiert und Lobbyismus das ganze oftmals zu Ungunsten der Allgemeinheit verschiebt ist ziviler Ungehorsam schwer zu beurteilen.

        In diesem Falle würde ich fragen:

        Wem sind welche Schäden entstanden?
        Wem ist welcher Nutzen entstanden?
        Überwiegen im Sinne der Allgemeinheit die positiven Aspekte?

        Die Leistung welche die Entwickler beim XBMC gezeigt haben ist beeindruckend. Ein so gut zu bedienendes Mediacenter bietet auch heute kein kommerzielles Produkt das mir bekannt ist. Von den unzähligen Erweiterungen mal ganz zu schweigen. In meinem Fall hat das XBMC meine Xbox davor bewahrt als Elektroschrott zu enden und das ist gut so.

        Und wurde ein illegales Entwicklerkit verwendet? Ja. Die Frage die ich gerne beantwortet hätte ist – WARUM?

        Und wenn man sich über diese Frage ein paar Gedanken macht, dann ist es plötzlich nicht mehr ganz so verwerflich (in meinen Augen).

        Wenn man natürlich nur einseitig aus Perspektive der Industrie darauf blickt, dann ist das ganze natürlich ein Verbrechen. Zu doof, dass der Großteil der Bevölkerung sich nicht zur “Industrie” zählt.

        Dennoch hast du natürlich Recht – die ganzen Firmen die jetzt bereits pleite gegangen sind aufgrund des XBMC, die Konzerne die an den Rand des Abgrunds gedrückt wurden und die vielen verlorenen Arbeitsplätze sprechen eine deutliche Sprache. Die XBMC Macher gehören weggesperrt!

        • Boris sagt:

          Sieh es anders herum: XBMC weckt offensichtlich in vielen Usern die Erwartung, daß solche Funktionalität umsonst zu haben ist und auf so ein Gerät gehört. Daß das aber nur daran liegt, weil eine Horde von Enthusiasten in vielen legalen Grauzonen arbeitet, weiß kaum jemand. Ich tu mich dann schwer zu erklären, warum ein Konzern wie Microsoft so was wie XBMC gar nicht anbieten KANN, selbst wenn er wollte, weil das Ding in vielerlei Patent/Lizenz/Urheberrechtsdingen für jeden kleinen Codec, Benutzer-Interface-Neuerung oder Verwendung von Markenzeichen feststecken würde. Denn – einen Enthusiasten kann man nicht verklagen (da ist kein Geld zu holen), einen Konzern wie Microsoft (oder Sony, oder Nintendo) aber schon.
          Also ein Image-Schaden, der da entstanden ist. Um nur einen zu nennen.

          • harlekin sagt:

            Diese Horde an Enthusiasten sind Innovationsträger. Sie sind im Teil dafür verantwortlich, dass auf Basis ihrer Arbeit mittlerweile eine Software und eine Settop Box kurz vor ihrem kommerziellen Start stehen, und sich jetzt auch industrienahe Initiativen Gedanken über ein 10 foot Interface und damit über Internet Video am 50″ Dilplay machen müssen.

            Und du tust dir in diesem Fall nochmal schwerer, da das Argument der Raubkopiermörder wegfällt, und du plötzlich im wunderschön strittigen Bereich der Legitimität von Softwarepatenten bist. Und von gängiger Firmenpolitik bei der die Verletzung von Patenten an der Tagesordnung steht, wo Patent-Stocks durch Aufkäufe akquiriert werden, um sich die Möglichkeit von Powerstacks und Gegenklagen offenzuhalten. Von Verfahren, die zum Großteil durch Vergleiche aus der Welt geschafft werden.

            Und dann bekommst du Konsumentenkritik an der (vor allem in Europa) nicht mehr zeitgemäßen Funktionalität der Hauskonsole als Multimedia-Center (Hey, sie kann DVD…) und reagierst mit der Moralkeule?

            Werd erwachsen.

        • hdgamer sagt:

          DAS ist jetzt mal ein Argument, das ich absolut verstehe und für das ich Verständnis aufbringen kann. Und mir tut jeder Angestellte bei MS leid, der die Aufgabe bekommt Microsoft hier ins rechte Licht zu rücken und um Verständnis bei der, diesbezüglich halt doch eher naiven, Userschaft zu buhlen.

          Allerdings hat sich die Industrie mit ihrem Patent- und Urheberrechtswahn selbst ein Kuckucksei ins Nest gelegt wie ich finde. Wer schon einmal erlebt hat was ein Patentanwalt kostet, der weiss auch, dass er kaum in der Lage sein wird sein eingetragenes Patent durchzusetzen, sofern er nicht sehr tiefe Taschen hat (ich rede hier aus Erfahrung, leider).

          Die Tatsache, dass das Patent-, Urheber-, Lizenzrecht viele Innovationen unterdrückt wird hier mal wieder deutlich.

          Es ist an der Industrie endlich diese Rechtsprobleme zu beseitigen. Natürlich sollte ein Lizenz- oder Patentinhaber auch von der Nutzung profitieren, dass aber ein Produkt durch diese Rechte selbst für einen Konzern wie Microsoft unmöglich wird zeigt die Dringlichkeit einer gründlichen Überarbeitung. Wie sollen denn private Projekte oder kleinere Firmen sonst legal operieren?

          Jedesmal wenn ich eine dieser ellenlangen Lizenzerklärungen (die heute z.Bsp. bei fast jedem Softwareupdate mitgeliefert werden) akzeptiere, fühle ich mich hoffnungslos ausgeliefert. Gelegentlich lese ich mir mal eine durch, aber meist bestätige ich ungelesen (wie vermutlich 99,9% aller Nutzer).

          Mit anderen Worten – Verständnis für den einzelnen Angestellten, klar. Für Microsoft als ganzes in diesem Fall aber nicht, denn als Softwareentwickler frage ich mich ja heute schon ob nicht mein Fortschrittsbalken oder das Dropdown-Menü mit bunten Einträgen wohlmöglich gegen ein Softwarepatent verstösst.

      • Bash sagt:

        Bitte?

        Vorratsdatenspeicherung ist doch noch gar kein Gesetz bzw. gehört verhindert. Wie kannst Du das jetzt mit Hackern vergleichen, für deren Vorgehensweise (Entwendung von Software bzw. deren Verwendung ohne Lizenzierung) Gesetze bestehen?

        Es ist hier die Frage, ob man das illegale Verhalten durch sagen wir z.B. einen Lizenzvertrag oder eine Anstellung nachträglich legitimiert, und ob man z.B. eine Anzeige erstattet oder nicht. Genau die gleiche Frage stellte Apple sich bzgl. Gizmodo. Nimm doch lieber das Beispiel. Wobei der positive “Nutzen” von ein paar Bildern eines Prototypen gegenüber der Zurverfügungstellung eines ziemlich guten Mediacenters ohne Eigennutzen “eventuell” ein anderer ist.

        Von daher – ich finde da kann nur jeder Vergleich hinken. Ich meine mich an einen Fall erinnern zu können, wo Crytek 3D Studio ohne Lizenz eingesetzt hat. Ich will ja nicht nölen aber hälst Du es in dem Fall für angemessen, dass Crysis komplett eingestampft worden wäre, weil es mit illegalen Tools erstellt wurde?

  15. smashIt sagt:

    “Ich hör schon wieder die ewigen Mahner, das Kopieren von Software sei ja nun mal kein Diebstahl weil die Software ist noch da, und ich antworte wie üblich – ja, aber das Geld das man bezahlt hätte, ist nun mal nicht da, das hat man geklaut oder zumindest betrogen oder sonstwas denn dem rechtmässigen Inhaber FEHLT tatsächlich was, was ihm zusteht.”

    eins kapier ich nicht:
    wie kann man sich darüber aufregen das einem durch das kopiern geld endgangen is, wenn das projekt sowieso nie eine legale lizenz erhalten hätte?

    und erzähl mir jetzt nicht das ms denen ganz sicher ne lizenz verkauft hätte wenns nur freundlich gefragt hätten ;)

  16. killerkaese sagt:

    also ich hab das so verstanden dass die Entwickler der XBMC offiziell ihren Support für die XBox einstellen… so eben wie Microsoft offiziell was ankündigt. Wie das mit den Rechten ausschaut steht auf nem anderen Blatt (und da geb ich dir auch mit deiner Aussage recht… ist man mit was unzufrieden kauft mans halt nicht, so wie ich die Finger von allem von Apple, Vista, Sky und Facebook lasse)
    Ich mochte das XBMC damals aber schon sehr, da es zu der Zeit leider nichts vergleichbares gab. Ist inzwischen natürlich anders (ich nutz die PS3, da die wegen Blu-Ray eh schon da steht… die 360 röhrt ja leider wie Sau (erste Gen;) und disqualifiziert sich damit leider)

    und da es mein erster Beitrag ist: Daumen hoch fürs Blog (auch wenn ich als Multi-Konsolereo leider nicht immer bei dir/ihnen bin) und die Veteranen die ich immer gerne höre! Unbedingt regelmässig weiter machen!!!

  17. robert_s sagt:

    Zum Thema FFMPEG: Patentschutz bezieht sich einzig auf die GEWERBLICHE Nutzung einer Erfindung. Wenn jemand ein patentiertes Kompressionsverfahren eigenständig implementiert und das KOSTENLOS zur Verfügung stellt, fallen keine Lizenzgebühren an. So habe ich das zumindest mal von einem Dozenten in einer Vorlesung zum Thema Patentrecht klargestellt bekommen.

    Etwas anderes wäre es natürlich, wenn der Quellcode von FFMPEG Teile von fremdem Code enthielte, der nicht für die Verwendung freigegeben wurde. Dann läge aber wieder ein Verstoss gegen das Urheberrecht vor, das hat dann nichts mit Patenten zu tun.

  18. robert_s sagt:

    P.S.: Zum Thema Diebstahl von Entwicklerwerkzeugen, oder auch generell “Öffnen” von Plattformen zur Verwendung eigener Applikationen, Entfernung von Locks, etc – da scheiden sich wie auch in manch physischem Konflikt die Geister:

    Für die einen sind es “Freiheitskämpfer”, für die anderen “Terroristen”. Die Wahrheit erstreckt sich wohl über ein ganzes Spektrum: Vom neugierigen, um ein besseres Benutzererlebnis bemühten Programmierer, bis zum skrupellosen Software-Piraten. Ein Pauschalurteil wird da der Komplexität nicht unbedingt gerecht.

  19. KoenigKups sagt:

    Ich gebe Dir mit Deiner Tirade hier prinzipiell Recht, Boris. Ziemlich amüsant finde ich allerdings, dass Du hier vehement die Rechte einer Firma verteidigst, die in so mancherlei Hinsicht selbst darauf gewachsen ist, dass ihre Gründer, Entwickler und Mitarbeiter “mit geklauter Software rumgehackt haben”…

  20. CptAmerica sagt:

    Wie schon von Boris geschrieben, ist der Klau von Software oder die unlizenzierte Nutzung derer ein Gesetzesbruch. Somit ist dieses XBMC nicht legal. Wenn man es auf der alten Xbox betreibt, das ist ganz klar von Seiten des Herstellers.
    Von der Kundenseite jedoch ist es ein nettes Feature, dass eine Spielkonsole auch diverse Medien abspielen kann. Da man diese Konsolen in Zukunft ja immer mehr zum Multimedia-PC in die Wohnzimmer bringen will ist es aber verwunderlich warum nicht der Hersteller selber danach trachtet so viel wie möglich Medien abspielen zu können. Illegal kann es ja nicht sein, sonst könnten sich solche Produkte wie WD Live TV auch nicht geben.
    Wenn also Microsoft nicht will, dass seine Xbox oder auch die Xbox 360 viele Medientypen abspielen kann, hat der Kunde die Macht dieses System einfach nicht zu kaufen. Wenn tausende potenzielle Kunden sagen, da kauf ich mir lieber eine PS3 mit Linux drauf wo dann alles ganz legal läuft werden die Marketing-Leute von Microsoft sicher nachdenken und zugeben müssen, dass es ein Fehler war nicht so viele wie mögliche Formate zu unterstützen. Vielleicht werden diese dann auch nachgereicht. Eine ähnliche Situation gibt es ja auch beim Blue-Ray Laufwerk. Die PS3 hat eines und ist ein perfekter Blue-Ray Player. Die 360 Elite kann man nicht mal mit einem externen Laufwerk nachrüsten, auch das wird Käufer kosten bzw. kostet derzeit schon Käufer.
    Somit muss man bei so einer Geschichte immer beide Seiten der Problematik betrachten und nicht stur sagen, wir geben alles vor, wir legen alles fest, kauft es und seid ruhig, und wehe einer sagt, es gibt Verbesserungspotential. Auf der anderen Seite darf man aber auch nicht illegale Dinge mit solcher Hardware und Software machen, nur weil man eine Funktionalität unbedingt haben will.
    Die Zeit wird zeigen, wohin sich das entwickelt.

  21. firaXY sagt:

    Boris, zum Wort offiziell. Ich finde, du hast das ein wenig missverstanden. Was sie mit offiziell meinten, ist sicher nicht, dass XBMC “offiziell” ist, sondern dass eben die offiziellen Originalentwickler aufhören zu entwickeln und das Ganze nun eben an “inoffizielle” Entwickler, nämlich solche, die das nun ganz neu übernehmen, weitergeben.

    Es ist sicher richtig, dass XBMC HEUTE auf nem Atom etc super läuft. Ja, viel besser als auf XBOX1. Ich habe selber sowas, 1080p läuft wunderbar, man braucht nichtmal Windows, die “XBMCLive” Linux Version läuft viel runder und bootet direkt ins Media Center ohne lästige Updates usw. Wirklich tolle Sache.

    Nun, im Jahre 2004 war das aber noch anders. Da gabs sowas für PCs nicht gescheit. Man hatte auf Linux zwar ähnliches, aber im Prinzip hat man dann doch den “Mplayer” gestartet und mit lästigen Mausklicks rumhantiert. Da war XBMC für XBOX1 schon eine kleine Wundertüte. Man konnte erstmals unkompliziert ein Gerät an den TV anschließen und so ziemlich alles (damals divx/xvid .avi files) abspielen. Das war Plug & Play. Ob es nun mit legal Compilen kompiliert wurde interessiert heute doch niemanden mehr. Ihr baut die XBOX1 nichtmal mehr! XBMC war wirklich die letzte Software, die der guten alten XBOX schaden zugefügt hat! Ich kenne genug Leute, die sich nur wegen XBMC vor Jahren noch die XBOX1 neu gekauft haben!

    An der Kritik “die Hersteller machens nicht gescheit” halte ich fest. Man implementiert (hier vor allem Sony) Video funktionen und lässt essentielle Codes weg. .mkv auf Ps3 geht z.B. gar nicht. Da darf ich dann “transcoden”. Das nennt man dann als Hersteller “Multimedia Wunderwerk”….gut… dann eben doch Hobbyentwickler, die es richtig machen.

    Auf Xbox 360 scheints nun ja halbwegs zu gehen, die ist mir jedoch viel zu laut, um irgendwelche Filme oder Serien zu schauen.

    Bottom Line: Ja, heute baut man einen Atom MiniPC bzw kauft sich einen und die Sache ist erledigt. Ich finde es nur immer Schade, wie geschlossen alles sein muss. Freiheiten schaffen kreativität, die mit “Profiprodukten” locker mithalten kann. Ich hoffe hier wird man irgendwann ein wenig pragmatischer und pocht nicht immer auf irgendwelches veraltetes Recht, das in der heutigen Zeit sowieso nicht durchzusetzen ist.

  22. Hey als jemand der nicht mit Geld umgehen kann, bin ich ein super Kunde für Microsoft.
    (Morgen kommts neue Word raus) =]
    Da ich ja gar nicht erwarte etwas gratis zu bekommen, war ich von manchen “features”, die der X360 nachgereicht worden swaren, sehr angetan
    (HDD-Installation usw.). Einen MKV Support würde ich mir auch wünschen, zahlen würde ich auch. Und das ist doch das, was MS oder jegliche Firma animiert, etwas für diesen Wunsch zu tun um den Umsatz und Gewinn zu beeinflussen.
    Microsoft möchte 800MS-Point für eine Abänderung des Gamertags.
    Warum nehmt ihr nicht 800-1600 Points für MKV-Support, damit könnte MS ordentlich Umsatz machen und die Lizenzkosten wären gedeckt.
    In Hinblick auf die billigen HD-Player, bin ich bereit diese Summe zu tragen, meinem WD-TV-Player habe ich mit liebe an die Wand geworfen und die Fernbedienung verkauft.
    Die können ja nimmer mehr gute HDDs bauen.

  23. dreaven3 sagt:

    In gewisser Weise ist diese Art von zivilem Ungehorsam, wenn ihr auch nicht gegen den Staat gerichtet, wichtig gewesen, zumal durch XBMC ein Grundstein gelegt wurde, der sich nicht überlebt hat, sondern erfolgreich gewesen ist.

    Diese Art von Arbeit war der Wegbereiter dafür, das Microsoft auf diesem Wege gute Ideen für die XBOX360 bekommen hat.

    Daher war das Ganze technologisch gesehen wichtig und hat alle nach vorne gebracht, wobei dies eben nicht nur die Entwickler betrifft, die dadurch Projektarbeit kennengelernt haben, sondern auch Microsoft.

    http://xbmc.org/

    Andere aktuell laufende Projekte, die zeigen was möglich ist, verlinke ich besser nicht, da manch einem Verantwortlichen bei iXtreme die Haare zu Berge stehen, aber Microsoft ist da allgemein sehr gut aufstelllt und überzeugt auf jeden Fall mit Qualität im Bereich der Hardware.

    Bei der Software mag das jeder für sich selbst beurteilen.

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