Nach drei Tagen voller E3-Madness beschleicht mich ein sehr unangenehmes Gefühl. Ich habe noch nie in meinem Leben so viele Spiele mit den Themen "Zweiter Weltkrieg" und "Ghetto-Niggas" gesehen. Und einige von den Spielen, die ich da gesehen habe, sprengen zumindest meine Grenzen des guten Geschmacks. Bis diese Machwerke erschienen sind, nenne ich aber erstmal keine Namen.
Zum einen zeugt das von der grenzenlosen Dummheit mancher Publisher: Nur weil San Andreas und Medal of Honour ne Menge Spiele verkauft haben, muss man doch nicht gleich dreizehn Clones davon machen. Keiner von denen wird auch nur annähernd an den Erfolg der Vorbilder herankommen. Resident Evil muss sich auch nicht warm anziehen: Das Dutzend ausgestellte Zombie-Clones wird sich ebenfalls eher selbst zerfleischen.
Zum anderen schrauben viele Entwickler völlig unnötig an der Gewaltdarstellung. Ein Spiel, welches sich über die Größe der Blutexplosionen definiert und nicht über die Spielmechanik, ist es nicht wert, gespielt zu werden. Und wenn das Spiel an sich Spaß macht, dürfte auch eine Beschränkung der Gewalt keine Auswirkung auf Wertungen und Verkaufserfolge haben.
Im Gespräch mit Julian Eggebrecht (Factor 5) darüber philosophiert, wann denn nun in den USA der Gewalt-Crash kommt. Unsere Vorhersage: In den nächsten 18 Monaten hagelt es auch in den USA Verkaufsverbote für brutale Computerspiele - und plötzlich wird es den Spieleentwicklern möglich sein, auch mal wieder an was anderes als Shock and Gore zu denken.
Niemals.
Denkst du tatsächlich an “Verkaufsverbote”? Oder eher an eine restriktivere Altersfreigabe?
Oops, sorry, sollte eigentlich “und plötzlich wird es den Spieleentwicklern möglich sein, auch mal wieder an was anderes als Shock and Gore zu denken” zitiert werden. Nächstes Mal klappts.
In den nächsten 18 Monaten hagelt es auch in den USA Verkaufsverbote für brutale Computerspiele
Glaube ich auch nicht wirklich; andererseits sind Computerspiele ja weitaus gefährlicher als offen herumliegende und frei verkäufliche Waffen, also vielleicht doch.
>…und Boris wird zum Übersetzen abkommandiert.
Ich finde langsam ist’s an der Zeit, dass Herr Schneider auch mal ein eigenes Adventures produziert, anstatt sie “nur” zu Übersetzen. Für ein schönes, witziges 2D-Adventure mit Boris & Heinrich in den Hauptrollen, würd’ womöglich ich sogar Geld bezahlen.