Der nutzloseste Plattenkauf des Jahres…

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Trau niemals einer Plattenkritik auf Amazon. Diverse Jubelorgien und Erinnerungen an die Achtziger haben mich dazu verleitet, Kraftwerks “Live” Doppelalbum Minimum Maximum zu erstehen. Trotz Kopierschutz (den mein neues DVD-Laufwerk schlichtweg ignoriert hat).
Das Album klingt, als hätte man funkelniegelnagelneue Studioaufnahmen, bei denen die alten Stücke nahezu bitgenau nachgespielt werden, mit Publikumsrauschen unterlegt. Das einzige, was auf “Live” hindeutet, ist ein nochmals deutlich schlechterer “Sprechgesang” als auf den alten Platten. Da Stücke aus angeblich einem Dutzend verschiedenen Konzerten nahtlos ineinander übergehen und der Klang der diversen Computer ansonsten makellos perfekt ist, stellt sich mir schon die Frage, wieviel Live da eigentlich bei ist. Ich war nie bei einem Kraftwerk-Konzert zugegen und nach Hören der ersten zwanzig Minuten dieses Doppelalbums hab ich das auch nicht mehr bereut.
Ich bin jahrelanger Kraftwerk-Verehrer, aber seit “The Mix” ist da nix mehr zu machen. Der Expo-Song, das grausame Tour De France Album (dabei war das zwanzig Jahre alte Ursprungslied einer der drei besten Kraftwerk-Tracks ever) und jetzt dieses absurde Machwerk.
Schnell die “Ozell Tapes” von Marcus Miller rein, oder “Live at the Greek” von Stanley Clarke, oder “Alchemy” von Dire Straits, oder “A Physical Presence” von Level 42, oder, oder, oder… Trans Europa Express von Kraftwerk. Genau! Die Platte, die den Amis damals den elektronischen Beat beigebracht hat.

7 Antworten to “Der nutzloseste Plattenkauf des Jahres…”

  1. Quandoz sagt am June 24th, 2005 um 14:58

    Kauf dir die neue System of a Down oder die neue In Extremo. Das ist wenigstens “Musik” die neu ist und komplett Handgemacht.

    Ich finde Kraftwerk nicht so besonders. Ok sie waren Vorreiter von Techno und haben 2 gute Lieder gemacht (Autobahn und Modell) aber, es kommt halt nur aus dem Computer…

  2. Inishmore sagt am June 24th, 2005 um 15:33

    Mmmh, würde mich wundern, wenn sich Boris für In Extremo erwärmen könnte. Seit “Verehrt und angespien” haben die meiner Meinung nach nix Gescheites mehr auf die Beine gebracht.

    Mein Tipp in Sachen handgemachte Musik (weil gerade bei mir in der heavy rotation und damit Blogthema):

    George Thorogood & The Destroyers - da sind die Drumbeats stellenweise so simpel, dass sogar ich sie nachspielen könnte. Und Computerzeugs ist da gar nicht mit drin.

  3. Administrator sagt am June 24th, 2005 um 15:51

    Für hausgemachte Musik empfehle ich aktuell Lucky Peterson (am 16. Juli auch Konzert in München) und Maceo Parker (über 60 aber mehr Energie als eine Boygroup - kein Konzert unter 2,5 Stunden!).
    Mit Gothic-Schrammel-Musik kann ich nix anfangen, das härteste, was ich mir gebe, sind Red Hot Chilli Peppers, Extreme (gibts nicht mehr), Collective Soul und Faith No More (gibts auch nicht mehr).
    Bin mehr der Jazz/Funk-Typ mit Elektronik-Einschlag.

  4. Inishmore sagt am June 24th, 2005 um 15:59

    Holla, endlich mal jemand, der Collective Soul kennt. “Youth” und die “7year Itch” Best Of sind klasse Scheiben, neben der aktuellen Rob Thomas die zur Zeit edelste Rock-Pop-Kunst (zumindest meinen bescheidenen Ohren nach).

  5. darkvader sagt am June 24th, 2005 um 19:16

    Also wenn du Faith no More (und ich rede jetzt nicht von Easy) als weniger Gothic geschrammel bezeichnest als In Extremo, dann bin ich verwundert :-).

  6. Mondo sagt am June 24th, 2005 um 20:59

    Faith No More? Gothic-geschrammel? Bitte?

    Faith no More haben meinetwegen den Crossover groß gemacht oder Indie mit Metal gemischt oder sonstwas.

    Aber sie haben kein Gothic-geschrammel gemacht!
    Nein, sie haben mit “Angel Dust” eines der besten Alben ever gemacht. Das hamse nämlich. Aber kein Gothic-geschrammel.
    Ich wein jetzt.

  7. Quandoz sagt am June 26th, 2005 um 12:04

    Habe mir mal angesehen, was das Album von Kraftwerk kostet. Bei uns in den Läden zwischen 20 und 25 €. Im Internet bei ITunes kostet es “nur” 10 €. Kein Wunder das die Onlinestores immer mehr Kunden bekommen. Selbst wenn ich die Musikfiles als Audio CD brenne, komme ich bedeutend billiger als mit der Orginal CD.

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