Der erste vernünftige Amerikaner

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Steven Levy bringt es in Newsweek als erster Amerikaner, von dem ich lese, auf den Punkt:
First of all, let me express my shock—total jaw-dropped, head-slapped, loss-for-words shock—upon learning that a hidden scene in the videogame Grand Theft Auto: San Andreas depicts a somewhat graphic sexual encounter. Who would imagine such a thing in a game that lets millions of people vicariously engage in simulated cop-killing, ‘ho-running, drug dealing and drive-by shooting? Even though you can run the game for weeks and not play this scene, the very idea that it’s buried in the code suddenly changes everything. Does this eliminate GTA’s chances for a Christopher Award (which affirms “the highest values of the human spirit”)?
No way is that scene family-friendly. GTA is not a kid’s game. Despite its appeal to teens, its key audience is young adult males who grew up on Super Mario but now crave the more-grown-up entertainment they consume everywhere else—the stuff of action movies, beer commercials and Maxim magazine. Its creators believe they are engaged in an artistic enterprise, no less than the auteurs behind adult fare like gangster films, rap music and HBO sitcoms. Within the community of gamers, GTA holds a position roughly equivalent to that of “Scarface” in the film world—a breakout hit that’s a creative breakthrough as well, albeit not without some controversy.
The issues get dicey when it comes to teenagers, who have a keen interest in games no matter how they’re rated. The simulated sex scene is a red herring—any kid who is savvy enough to download codes to hack a game is certainly clever enough to find real pornography on the Internet. The big question is the effects of the games themselves, which eat up an incredible amount of time, much of it in the service of hostile actions. Are they a harmless way to blow off steam, or training grounds for psychopaths? Steven Johnson’s recent book “Everything Bad Is Good for You” argues that complex epics like GTA actually make you smarter. My gut tells me that simulating the actions of a heartless gangsta is something to discourage, and I’ve banned GTA from my household. My 15-year-old considers the ban absurd: “You always know it’s a videogame,” he says. Tough.

Ansonsten sind unsere transatlantischen Freunde, die sich jetzt auch nackte Figuren in Sims 2 vornehmen, größtenteils weiterhin ziemlich durchgeknallt und Mr. Levy einer der wenigen mit halbwegs klarem Kopf.

4 Antworten to “Der erste vernünftige Amerikaner”

  1. iob sagt am July 26th, 2005 um 17:46

    Verstehe sowieso nicht warum hier die “Gewalt” so “gefährlich” ist und übern großen Teich drüben die “Erotik”. Hat wohl traditionelle Gründe. Ich wurde mal auf dem Flohmarkt dumm angemacht weil ich die (cut SNes Version) von Mortal Kombat verkauft hab… :).

    Die wußten wohl nicht das man nur bei der Genesis Version die Fatalities aktivieren konnt.

    Imho sind nicht die Inhalte schädlich (ok, einer mit labiler Psyche bekommt da evtl. Ideen her - die koennte er aber au aus den Narchrichten kriegen, was die da zeigen ist au Rating:AO! :), sondern der Zeitrahmen in dem diese “Inhalte” Konsumiert werden. Mein 14jähriger Cousin hat vom ganzen Daddeln gar keine Zeit mehr für seine Hausaufgaben… Da liegt imho ne viel größere Gefahr als beim Psychokrams….

    Und da sind die Eltern gefragt, die Eingreifen. Da hilft leider kein Staat. Außer die führen einen Elternführerschein ein und verbieten China-Like das Kinderkriegen wenn man den nicht absolviert. HEY Prima Einnahmequelle! :)

  2. Carlo Zottmann sagt am July 26th, 2005 um 22:04

    Zwei Worte: Fucking Hypocrites.

    Lustigerweise habe ich mich gerade heute in Länge mit Morn darüber unterhalten: Das Spiel ist technisch gesehen grossartig, aber moralisch der letzte Dreck. Das hat nichts mit Spielen als solches zu tun; wenn ich eine Druckerei habe, kann ich jederzeit “Mein Kampf” auflegen, und es würde sich vermutlich super verkaufen — aber sollte ich es? Nein, vermutlich nicht.

    In dem Spiel kann man den absonderlichsten Mist machen — alles super, das ist okay. Aber wehe, die lieben Kleinen (die das Spiel eigentlich gar nicht in die Hände bekommen sollten) sehen Möpse… OMFG WHAT ABOUT TEH CHIRLDEN!!!1 :P

    Die ganze Debatte ist müssig und Symptombekämpfung. Wenn die Leute mal wieder mehr Zeit mit tatsächlicher Kindererziehung verbringen würden, brauchten sie nicht soviel Angst um das Seelenheil ihrer Kinder zu haben, weil die kleinen Racker nämlich gefestigter wären.

    Ach, was reg ich mich auf.

  3. Carlo Zottmann sagt am July 26th, 2005 um 22:08

    PS: Scott Ransoomair bringts auch auf den Punkt. Heheheehe…

  4. Carlo Zottmann sagt am July 27th, 2005 um 10:28

    PPS: Okay, vielleicht weniger “bringts auf den Punkt” und mehr “greift das Thema auch auf”.

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