Think Pink

Von Boris, Mo, 20. Mrz 2006 14:25

Als großer Verehrer von Blake Edwards und Peter Sellers und dem gemeinsam erschaffenen Inspektor Closeau ging ich natürlich mit einer gewissen Skepsis ins Kino, um Steve Martin in der Neuverfilmung anzusehen. Aber zumindest in den ersten drei Vierteln macht der Film eigentlich alles ganz anständig und gibt dem Charakter des trotteling Polizisten die richtigen Züge. Doch im letzten Viertel wird es “Amerikanisch” und der gleiche Fehler gemacht, der mir schon die Kino-Version von “Bean” verdorben hat: Closeau ist auf einmal hochintelligent und löst den Fall nicht durch eine Kette von katastrophalen Zufällen, sondern durch Hintergrundwissen und Kombination. Zugegeben, hier liegt ein dicker Überraschungs-Lacher, aber es paßt einfach nicht zu dem bis dahin etablierten niedrigen IQ des Inspektors. Und irgendwie fehlt dem Film der Rausschmeißer – mindestens zwei der Running Gags (Radfahrer…) hätten hier nochmal wiederbelebt werden sollen. Warum gerade hier die Puste ausgeht?

Jean Reno und Kevin Kline dürften auch ein paar Pointen mehr bekommen. Insbesondere bei Kline als Chefinspektor Dreyfuss hab ich das Gefühl von “Wir drehen eh eine Fortsetzung, da machen wir dann mehr mit Kevin Kline”. Und Reno darf nur trottellig in die Kamera gucken und hat so gut wie keinen Dialog. Sehr verschenkt. Da hat Clive Owen einen besseren Auftritt. Trotzdem hat er den Bond-Job nicht bekommen und steht noch nicht mal in den Credits. Böh!

10 Antworten für “Think Pink”

  1. polysign sagt:

    Also, du bist sicher nicht der einzige der den Schluss (huch, er hat doch was drauf) nicht so toll findet.

    Ich denke, da hätte man sicher noch was besseren finden können.

    Zusammengefasst ist der Film für meinen geschmack toll und super lustig. Schon nur der Anfang mit dem Smart ist zum totlachen ;)

    Finde das Steve Martin auch einen guten Job in dem Film gemacht hat… NEWSPAPER!!! und HAMBüüüürschwääähöööö!!!

  2. Usires sagt:

    Clive Owen rult. Seit Privateer 2. Und was für Filme er danach gemacht hat: Croupier. Sin City. Nicht zu vergessen: Die “The Hire”-Kurzfilme-Serie von BMW. Schade, Owen hätte ich mir als Bond hervorragend vorstellen können. Diesen Australier hingegen mag ich gar nicht erst sehen. Bäh.

  3. Fechtel sagt:

    @Usires:

    Na, dann bist du ja sicher unheimlich froh, das Daniel Craig der neue Bond ist, und nicht dieser “Australier” ;)

  4. Usires sagt:

    @Fechtel:

    Ist Craig nicht Australier? *grübel*
    Wie peinlich. :)

  5. r3nd4 sagt:

    Tja, ich bin absoluter Fan von den alten Filmen mit Peter Seller`s.
    Die Neuverfilmung konnte mich garnicht überzeugen. Bis auf (sehr) wenige Ausnahmen waren die Gag`s 0815 und einfach nur albern.
    Kato hat gefehlt und wie Ihr es schon geschrieben habt….zu “intelligent” am Schluss. Der Chef hat auch zu wenig abbekommen und Jean Reno ist nicht jemand der in einer Komödie mitspielen sollte.

    Fazit:

    Typische Amerikanische Neuverfilmung die zwar ein paar mal die Mundwinkel zucken läßt aber dennoch einen darüber nachdenken läßt ob das Geld für die Kinokarte nicht besser wo anders angelegt gewesen wäre. Der Film paßt besser in`s TV mit Werbeunterbrechung :)

  6. StarTony sagt:

    Tatsächlich muss ich mich Boris’ Kommentar anschließen, die großartigen Kline & Reno (Klein & Renault? Ok, ich lass es ja schon) wirken wie besser ausgeleuchtete Komparsen.
    Lustig, auf IMDb die Hintergrund-Stories zu dem Film zu lesen. Vermutlich wäre es ein genialer Streifen geworden, wenn man ihn nicht komplett umgebaut hätte.
    Aber: Rettung für alle Clive Owen Fans naht. “Inside Man” in Kino angucken. Auch wenn er da ausnahmsweise mal nicht Top-Agent oder Madonna-Chauffeur ist ;-)

  7. Buggi sagt:

    Ich fand den Film ok, leider aber die Gags sehr vorhersehbar. Meine Frau hat sich köstlich amüsiert, alleine sie lachen zu hören war den besuch wert!

  8. Nun, die alten Sellers-Filme haben ja auch durchaus schwankende Qualität. Am absurdesten ist, daß der slapstickste der Serie, “Return of Pink Panther” durch einen bescheuerten Deal von MGM mit einer anderen Firma NICHT in der DVD-Box enthalten ist. Dabei ist das eindeutig mein Lieblings-PP. “Ein Schuß im Dunkeln” ist close second, wegen der ultimativen “Flur-Szene” (schwer in Worten zu beschreiben, die übliche man sieht einen Flur mit einem Dutzend Türen und Leute gehen hin und her).
    Aber gerade die späteren PP Filme sind von deutlich zweifelhafterer Komik und werden da von der ersten Stunde mit Steve Martin sogar geschlagen. Gegen Sellers/Edwards in Hochform kommen die natürlich nicht an.
    Die beste Kollaboration der beiden ist meiner Ansicht nach aber nicht der Rosarote Panther, sondern “The Party”. Ungelogen kriege ich auch beim xten Ansehen bei der Badezimmer-Szene mit der sich selbst abwickelnden Klorolle böse Lachkrämpfe. Richtig böse, die wirklich wehtun.

  9. Jean Reno wäre ein brillanter Komödiant. Wegen ihm kann man “Die Besucher” fast ansehen (obwohl ein typisch bescheuert französischer Film). Daß Reno von Luc Besson im Stich gelassen wurde und immer nur den Sidekick in Hollywood spielen darf, macht mich traurig und wütend. Der Mann ist brillant. Als Held, als Bösewicht und als Komiker. Mit seinem Gesicht rettet er im Rosaroten Panther gar die Rolle – die wenigen lausigen Dialogzeilen sind ja eigentlich ein Verbrechen bei diesem Schauspieler.

  10. retro sagt:

    > Als großer Verehrer von Blake Edwards und Peter Sellers

    Dem kann ich mich nur anschließen, danke für das Review des Films –hab eigentlich nur auf einen kleinen Grund zum Anschauen gesucht… aber werde da wohl passen.

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