Dreieinszwoeins

Von Boris, Di, 4. Apr 2006 13:39

Jubel Trubel um das neue Prince-Album, Musikkritiker feiern die Rückkehr des kleinen talentierten Gitarristen und mehrfach muß ich die Bemerkung der Plattenfirma lesen, daß sei die Platte für ein neues Jahrtausend. Oder so ähnlich.

Leute, wo wart ihr alle, als 2004 “Musicology” auf den Markt kam? Die vorherige Prince-Platte, die war das Comeback und die Scheibe für das neue (please insert marketing-zeiteinheit of irrelevance). 3121 ist eine sehr sehr mittelmässige Platte, eher getrieben vom Steuerberater als vom Musik-Genie. Eine schwache “Guck, Mama, ich kann auch Samba” Schnulze vorab, mehrere “Ich will wieder mit einer Single in die Top 40″ Nummern mit viel weiblichen R&B Standard Vocals und zu allem Übel noch Vocoder-Tricks, die schon bei Madonna abgegriffen waren, weil Cher sich vor knapp einem Jahrzehnt damit die Stimme liften lies. Ist es nicht bezeichnend, daß die einzige richtig rockende Nummer “Black Sweat” komplett aus dem Sequenzer kommt und kein einziges reales Instrument hat – und eher wie ein verzweifeltes Michael-Jackson-Comeback klingt? Während auf Musicology sogar größtenteils ein richtiger Schlagzeuger spielt? Lediglich der Track “Fury” kann mich noch überzeugen, verbindet Rockelemente mit den Riffs, die so Prince-typisch in den Achtzigern waren. Beim Rausschmeißer “Get on the boat” hört man stellenweise den Prince, der Musicology eingespielt hat – aber eben nur stellenweise, denn die Nummer ist langweilig durchgezirkelt und überraschungsfrei.

Wer ein paar richtig gute Prince-Wiedergeburtstracks hören will, spiele auf Musicology “Illusion, Coma, Pimp and Circumstance” an, oder das grandiose Doppel “Marrying Kind / If I was the man in you’re life” (nein, die Symbol/Zahlenschreibweise mach ich nicht mit). Und natürlich den Blues “Mr. Man”. Da hat Prince gezeigt, daß er wirklich verschiedene Musikstile kann.

5 Antworten für “Dreieinszwoeins”

  1. SKENA sagt:

    Prince ist nicht nur Gtarrist, er beherrscht so um die 10 Instrumente perfekt. Ich hab mir die Scheibe noch nicht angehört aber du lagst ja schon bei Madonna weit daneben. :P

  2. Bill Gates sagt:

    Musik kommt heutzutage nur noch aus dem Sequencer, da werden Spuren und Loops nämlich zu Liedern arrangiert. Der alte Achtspur-Rekorder hat ausgedient. Du meinst sicherlich den Synthesizer. Aber da du mit IT nicht so vertraut bist … ;) ;) :D

  3. Als ich noch jung war, war ein Sequencer was anderes…

  4. DonPanse sagt:

    Bei Legenden wie Prince ist es meistens immer das gleiche. Die alten sachen sind und bleiben die besten, und die neuen Platten floppen meistens bei Comebackversuchen. Bestes Beispiel das es auch anders geht: Stevie Wonder

  5. Duncan_Idaho sagt:

    Tja… auch Mike Oldfield hat schon besseres abgeliefert… die neuen Chill/Lounge-Ergüsse kann man sich ja leider nicht mehr antun…

    Aber es geht auch wirklich anders… Grad David Knopfler überflügelt seinen Bruder ja mit jedem neuen Album, wobei Mark ja aber auch auf hohem Niveau spielt.

    Persönlich bin ich von Fish´s Field of Crows immer noch sehr angetan…. er hat zwar nicht mehr die Stimme von früher… aber er weiß es und singt die neuen Lieder auch dementsprechend anders… leider versuchen ander Veteranen immer noch so zu klingen wie früher.

    @Sequencer
    Kommt immer drauf an was man damit machen will… wenn ich reine Live-Stereoaufnahmen mit zwei Mikros mach dann brauch ich ihn so gut wie gar nicht… höchstens um die einzelnen Tracks zu erstellen…. wenn ich was bastle dann teilweise schon. Gutes arrangieren kann mir aber kein Sequenzer abnehmen… Leider vergessen viele heute das die vielen tollen Instrumente gar nichts bringen wenn sie auf dem gleichen Frequenzband liegen und sich so gegenseitig auslöschen… Was rauskommt ist dann ein matschiger Klangbrei…. Ein guter Arrangeuer/Komponist beachtet, daß die Instrumente immer gut über das Frequenzspektrum verteilt sein sollten und nicht zu viel Doppelbelegung der Bänder vorhanden sein sollte…. außer natürlich man will einen ganz bestimmten Sound dadurch erreichen.

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