Lauwarm statt Red Hot

Von Boris, Sa, 22. Jul 2006 00:49

Seit Ende Mai quäle ich mich nun mit “Stadium Arcadium”, der (inzwischen nicht mehr ganz so neuen) Platte von den Red Hot Chilli Peppers rum. Und weil ich die Jungs so sehr mag, hab ich jetzt X Versuche von “Hör dir die Platte nochmal an, du hast sicher was überhört” hinter mir. Gefallen tut sie mir immer noch nicht.

Dabei fängt sie ja sogar toll an. Beim ersten Hören von Dani California dachte ich nur spontan “Ja! Das wirds! Und gleich ein Doppelalbum…” Aber dann kommt geschleckte Ballade auf geschleckte Ballade.

All das würde mich ja auch gar nicht so sehr aufregen, wenn nicht andauernd geredet würde, daß das ihr bestes Album seit Jahren sei. Einspruch Euer Ehren: Vielleicht als Gesamtkunstwerk, bei dem alles ähnlich klingt. Aber auf fast allen anderen Alben der letzten Jahre gab es mindestens einen absolut rausragenden Song mit entweder viel Energie (Can’t Stop) oder un-balladiger Ballade (Californication). Und soooo toll ist Dani California dann auch wieder nicht.

Die einzig wahren Chilli Peppers sind aber weiterhin die, die Blood Sugar Sex Magic aufgenommen haben. Das Album platzt vor Energie, reißt mit und läßt selbst simpleste Gitarrenriffs mitstampfbar erklingen. Stadium Arcadium ist davon Lichtjahre entfernt.

11 Antworten für “Lauwarm statt Red Hot”

  1. seba1303 sagt:

    Wenn du das Album günstig los werden möchtest, schreib ne mail (aber du bist ja Sammler).Xbox Gametrag seba1303

    Gruß

    Sebastian

  2. Evin sagt:

    >Die einzig wahren Chilli Peppers sind aber weiterhin die, die Blood Sugar Sex Magic aufgenommen haben.

    Dem kann ich voll und ganz zustimmen.

  3. pn18 sagt:

    So schlecht ist das Album nun wieder auch nicht, jedoch eine CD hätte gereicht. Wenn man sich mal “Storm in a Teacup” anhört, erkennt man den guten Willen.

    Anyway. Hab mir die letzten(!) 2 Karten für den Wien gig besorgt. Für schlappe 125€. Spielen ja immerhin auch ältere Titeln dort. :)

  4. Duncan_Idaho sagt:

    Ähnliches hab ich auch mit Theatre of Tragedy erlebt… das neue Album hörte sich beim reinhören nicht schlecht an….. blöderweise alle anderen Stücke genauso…. und wieder ein Band im Orkus der Bedeutungslosigkeit verschwunden.

    Schreibt Axel Rose eigentlich immer noch an seinem “Meisterwerk”?

  5. Murke sagt:

    also mir gefällt auf dem doppelalbum:snow,tell me baby und 21st century.

    der rest is wirklich nur lauwarm!
    also mir gefällt am besten noch californication das lied kann man sich hundert mal anhören und es geht einem nicht auf die nerven

  6. Heinrich sagt:

    Ich sage nur 5 1/2 Minuten “Hey Oh”… nach “Danii California” (übrigens gut geklautes Gitarrenriff von Tom Petty’s “Last Dance of Mary Jane”) geht es in der Tat steil bergab. Würde als gelungenstes Peppers-Album tatsächlich “By the way” nominieren. Seit Pink Floyd’s “The Wall” gab’s jedenfalls kein Doppel-Album mehr, daß man nicht besser gestrafft auf eine Scheibe reduziert hätte…

  7. hombi sagt:

    Stimme pn18 voll zu. Viele Lieder hören sich wie B-Seiten an.
    Aber Tell Me Baby ist für mich ein klassisches Peppers-Lied und allein schon den Kauf wert :-) .

  8. Duncan_Idaho sagt:

    Da fällt mir noch ein…. Iced Earth sind ja nach dem Weggang ihres Sängers auch eher lau den warm…..

  9. marco sagt:

    Mir ergings am Anfang auch nicht anders: erst Vorfreude, dann Enttaeuschung.
    Man muss sich aber ueberwinden und das Album 2-3 mal anhoeren, dann
    versteht man die Nuancen und Akzente. Ging zumindest mir so.
    Es ist nicht ganz so gut wie die vergangenen, aber immerhin ein paar Ohrwuermer
    wert. Oder mit Chilli Peppers Worten: “tell me baby …”

  10. florian sagt:

    bin ja froh dass es leute gibt denen es mit dem neuen album genauso geht. ^

  11. Mir ergeht es genauso wie Boris, kein Stück aber auch wirklich kein Einziges hat den treibenden Groove aller Suck My Kiss. Sicherlich möchte eine Band sich weiterentwickeln und vieleicht kann man viele Jahre später nicht die gleiche Energie erwarten aber auf so einer langen Doppel CD muss doch wenigsten ein, zwei oder drei saftige Groove Nummern drauf sein .. stattdessen immer wenns spannend wird, nur diese Hippy Melodien …

    Ich werde das Gefühl nicht los, die Chili`s haben den Groove verloren, Basedrum und Bass sind keine Einheit mehr. Des Weiteren fiel mir die saichte Produktion auf, ganz viel spielt sich im Mitteltonbereich ab, theoretisch bräuchte ich mein Equalizer nur auf Null `mitte`stellen, weil vom Sound Engineering nichts besonders herausgearbeitet wurde. Zwar gibt es auch Scheiben von Künstler die auf Rohe unbearbeiteten Charme setzen aber hier ist das Songwriting ansich zu schwach dafür. Das Album kommt mir vor wie ne Mischung aus Janes Addiction, Frank Zappa und Chili Resten.

    Naja, schade drum, vor allem weil Basser meint, das neue Album ist der Höhepunkt, wir haben endlich gefunden wonach wir gesucht haben und wer das neue Album nicht mag, der mag die Chili Peppers nicht. Klingt nicht gerade danach, als könne man in Zukunft noch eine Groove Attacke erwarten.

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