Über Jugendschutz, Importe und Brüste

Von Boris, Mi, 2. Aug 2006 00:59

In der “Uncut”-Version von Saints Row ist eine Mission enthalten, bei der der Spieler möglichst viele Polizisten töten soll. Einfach so. Und wenn ich Geld verdienen will, kann ich einfach beliebige Leute auf der Straße abknallen oder überfahren und ihnen das Geld abnehmen. Einfach so.

Ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn die USK sagt: Das muß raus, sonst gibt’s keine Altersfreigabe und das Spiel wird dann höchstwahrscheinlich indiziert. Ich bin eh baff erstaunt, was die USK dem Spiel alles hat durchgehen lassen. Auch in der “geschnittenen” Version ist die “Strafe” für das wilde Abknallen von “Zivilisten” meines Erachtens banal.

Genauso geht es mir mit Dead Rising. Die Grundidee wär ja sogar noch irgendwie spannend. Wenn ich dann aber höre, daß eines der Spielfeatures ist, möglichst gute Fotos zu schießen,  während ein Mensch von Zombies gefressen wird, und das sogar geschickt herauszufordern, weil es für diese Fotos besonders viele Punkte gibt, dann frag ich mich auch, aus welchem Material die Pumpe ist, die bei den Spieldesignern das Blut durch die Adern treibt.

Nun leben wir in einem freien Land ohne Zensur, und wenn sich jemand von solchen Inhalten wirklich “unterhalten” lassen will, meinetwegen, aber mach es bitte still und heimlich und sülz mir nicht die Ohren voll, daß deine persönliche Freiheit hier eingeschränkt wird, weil du dir jetzt einen Import des Spiels kaufen mußt. Für eine echte Einschränkung persönlicher Freiheit mach mal ein regierungskritisches Blog in China.

Wenn hier immer das hohe Lied auf die Amerikaner gesungen wird, bei denen solche Inhalte problemlos durchkommen, verweise ich gerne auf die weibliche Brust, die dort keinesfalls in einem Computerspiel zu erscheinen hat, weil dann alle Jugendlichen total verdorben durch die Gegend rennen. Das halte ich nun wieder für völlig übertrieben – ohne gleich für eine totale Pornographie-Freigabe zu sein. Eine Story lebt von Konflikt, daher ist Gewalt durchaus ein integraler Bestandteil der Erzählung einer Geschichte. Aber doch bitte nicht um ihrer Selbst willen.

Nun wäre es praktisch, wenn wir in Deutschland neben der USK-18 noch eine weitere Altersvariante hätten. So was wie das “Strengste Jugendverbot” auf einer Porno-Kassette. Gibt es aber nicht, sondern nur den luftleeren Raum zwischen “Unrated”, “Indiziert” und “Beschlagnahmt” in dem ein Spiel wie Schrödingers Katze schweben kann, von der wir aber wissen, daß sie irgendwann garantiert mal tot ist.

Statt zu meckern, was in einem USK-18-Spiel alles nicht drin sein darf, würd ich mich mal freuen, was inzwischen alles denn tatsächlich drin sein darf. Bei halbwegs intelligenter Handlung und geschicktem Einsatz von Blood & Gore, ohne es gleich zu übertreiben, ging “Prey” ungeschnitten   als “Ab 18″ durch. Da sag mal bitte einer was gegen die USK.

Die Diskussion, was “Ab 18″ ist und was nicht, hat sich deutlich von der reinen Blut-Darstellung der 90er wegbewegt zu dem, was die Spielhandlung vom Spieler erwartet. Und das kann man nicht mehr einfach “grün machen”  oder Menschen für die deutsche Fassung in Androiden verwandeln.

Ehrlich gesagt frag ich mich beim Lesen der Kommentare zu dem Thema manchmal schon: Will ich überhaupt mit Leuten diskutieren, die solche Spielfeatures “cool” und unterhaltsam finden?

Über die Auswirkungen auf Xbox 360 will ich an dieser Stelle nix mehr schreiben – alles hier im Blog in epischer Breite abgehakt. Wer’s wissen will: Die Suchfunktion ist oben links.

13 Antworten für “Über Jugendschutz, Importe und Brüste”

  1. ro sagt:

    Ich gestehe: die erste Vorführung, die ich in zehn Jahren E3 vorzeitig verlassen habe, war die von Saint’s Row. Im letzten Jahr übrigens schon. Mir ist unklar, wer das Spiel braucht und warum manche Zeitschriften das sogar schon wiederholt aufs Titelbild packen. Vermutlich gute PR.

  2. Makaveli sagt:

    Da hast du vollkommen Recht, man sollte froh sein das die Spiele überhaupt in Deutschland kommen und dies in geschnittener Form, und nicht irgendwie verändert wie im PC Spiel Half Life oder Soldier of Furtune als die Menschen noch als Roboter in der deutschen Version dargestellt wurden und bei Beschuss Funken sprühten. Das ist lächerlich und darauf kann ich verzichten da nehm ich lieber diese kleine Schnitte in Spielen in Kauf. Und ausserdem macht Saints Row auch wenn es ein wenig geschnitten ist Spaß. Dead Rising hat eben keine Einstufung bekommen, da kann man eben nix ändern. Wer eben auf Blut oder sonst was steht holt sich eben eine andere Version.

  3. fuxx1.0 sagt:

    Eine Einstellung zu Gewaltdarstellung, “Zensur” und Spielen, die ich zu 100% teile. Danke, sehr sympathisch. :)

  4. Wiesel sagt:

    Hallo Zusammen,

    diesen Blog Eintrag und die Diskussion finde ich sehr interessant.
    Ich bin generell jemand der sehr tolerant, vielen Dingen gegenübersteht. Auch Blut oder Gewalt Szenen in einem Action Game, gehören dort einfach dazu. Jedoch muss man immer den Grad einer solchen Szene oder Darstellung bedenken!!! Und hier scheiden sich die Geister. (Ps.: Sicherlich lässt sich auch über den Sinn, des überfahrens von Passanten streiten, aber dann hätte GTA vor Jahren nie eine Freigabe erhalten dürfen!!) Zu kleinkariert sollte man hier nun auch nicht denken!

    Während ich letztes (durch Zufall) den Film Hostel angesehen hatte, musste ich nach dem Film wirklich zugeben. Wer zum Teufel macht solche kranken Filme. Das war an Brutalität kaum zu überbieten. Und obwohl ich mit meinen 31 Lenzen, schon einiges gesehen habe, hat mich dieser Film aufs neue schockiert.

    Und genau hier ist der Ansatz. Muss ich wirklich jede Szene haarklein sehen und filmen damit sich der Zuschauer beim Film/oder eben beim Spiel daran “aufgeilen” kann?! Ich sage klar, Nein. Und genau so kann man das auch auf die Spiele herunterbrechen. Es ist daher sicherlich übertrieben Passanten abzuknallen, in einer Zeit in welcher wir vor Jahren das Massaker in Erfurt hatten. Das gleiche gilt für das fotografieren in Dead Rising, von Szenen welche äußerst brutal sind. Vorallem in einer Zeit in welchen wir jetzt erst das Verbot von Handys in Schulen haben. (Ein Verbot von welchem ich persönlich absolut nichts halte, da es nur eine Ortsverlagerung des ganzen ist, nicht aber wirklich das Übel an der Wurzel packt. Die Kids wo das brauchen, schauen sich das ganze dann halt an einem anderen Platz an!)

    Also lässt sich für mich als Fazit sagen, Gewaltspiele bis zu einem Gewissen Grad sind OK. Alles andere ist einfach nur krank. Hier die richtige Schwelle zu finden, ist die Aufgabe der USK.

    //Rainer

  5. Sebastian sagt:

    “Will ich überhaupt mit Leuten diskutieren, die solche Spielfeatures “cool” und unterhaltsam finden?”

    Ich finde dieser Satz trifft den Nagel auf den Kopf…

    Insgesamt muss ich dir uneingeschränkt zum Thema USK zustimmen.
    Und: Jeder der hier über die USK und deren Arbeitsweise meckert, weiß scheinbar nicht, wie es noch vor wenigen Jahren um die Alterseinstufungen, Indizierungen, etc. in Deutschland stand…

    Also: Vielleicht erst einmal ein wenig informieren, bevor man sich beschwert!

  6. Winkeladvokat sagt:

    “Nun wäre es praktisch, wenn wir in Deutschland neben der USK-18 noch eine weitere Altersvariante hätten. So was wie das “Strengste Jugendverbot” auf einer Porno-Kassette. Gibt es aber nicht, sondern nur den luftleeren Raum zwischen “Unrated”, “Indiziert” und “Beschlagnahmt” …”

    Hm, mal abgesehen davon, dass der Hinweis “Strengstes Jugendverbot” kein “offizielles” Siegel ist und oft genug auch als Marketingmaßnahme auf das ein oder andere Cover geklatscht wurde – die zusätzliche Altersvariante, die Du gerne sehen würdest, würde in ihrer Wirkung doch exakt dem Status Quo eines indizierten Titels entsprechen. Oder wo siehst Du zwischen einer USK 18 und einer Indizierung noch Spielraum für eine weitere Abstufung?

    Möglich wäre allenfalls ein Vorgehen ähnlich dem im Filmbereich, wo statt einer FSK-Freigabe eine Unbedenklichkeitsbescheinigung der SPIO eingeholt werden kann. Ein solches Siegel wäre in der Praxis aber kaum etwas wert, da es im Grunde nur vor strafrechtlichen Konsequenzen der Verbreitung eines möglicherweise später indizierten oder beschlagnahmten Titels schützt und im Allgemeinen geradezu eine Einladung an diverse Moralapostel darstellt, entsprechende Anträge zu stellen. Übrigens sind entgegen landläufiger Meinung auch Filme mit SPIO-Siegel des öfteren geschnitten, siehe “Haute Tension”.

    Was “Saint’s Row” betrifft – Gähn. Mehr fällt mir zu dieser Art von Gangsta-Spiel nicht ein…

  7. RushOliver sagt:

    Gratulation zu diesem Beitrag. Allerdings ist er in den Augen meiner zwei Azubis völlig uncool, weil die z.B. die Features in Dead Rising wiederrum cool finden.

  8. Huxi sagt:

    Ich habe mir natürlich gestern auch die Demo heruntergeladen und mittlerweile ausprobiert und war/bin etwas irritiert von dem Spiel. Bereits im Intro und der Startsequenz gibt es eine Gewaltorgie mit ca. 10 Toten in 15 Sekunden inklusive diversen Kopfschüssen. Die erste Handlung für den Spieler: Er darf/muss eine Frau umhauen (Anfangsszene, wo der Spieler in die Gang eingeführt wird und sich zunächst mit den Gangmitgliedern prügeln muss, um aufgenommen zu werden. Die Frau greift als Erstes an, dann, sobald man sie “besiegt” hat, folgen zwei Kerle).

    Andere Frage: Gilt für Demos auch die Xbox-360-Jugendschutzfunktion? Ich weiß, dass Eltern über die Funktion ihren Kindern verbieten können, grundsätzlich Xbox Live zu nutzen. Wenn sie es aber nicht tun: Können Kinder dann diese Demo herunterladen und spielen?

  9. Wenn der Jugendschutz der Xbox 360 eingeschaltet ist, kann die Demo von den Kindern nicht heruntergeladen oder gestartet werden. Die Demo erscheint nicht mal auf dem Xbox Live Marktplatz.

  10. Will sagt:

    Ich dachte, Dead Rising wäre eine Mischung aus Dawn Of The Dead und Tanz der Teufel? Schade, fand das Spiel sehr interessant, aber DAS klingt ja wirklich mega-ätzend! Generell sehe ich die steigende Gewaltdarstellung in Videospielen auch als sehr problematisch an. Bestes Negativ-Beispiel ist für mich “50 Cent: Bulletproof”. Gewalt wird dort nicht nur verherrlicht, sondern auch noch als “cool” dargestellt und ausgerechnet von Teenie-Idol (?) 50 Cent ausgeführt.

  11. leth sagt:

    Ich bin kein Freund von übertriebener Gewalt, wie du sie beschrieben hast. Allerdings bin ich auch kein Freund von Zensur. Natürlich könnte man nun stundenlange darüber diskutieren, warum es die USK gibt und welche Aufgaben von Ihr durchgeführt werden. Spielt für mich jedoch nur teilweise eine Rolle, da ich Österreicher bin und hier immer wieder Spiele auch unzensiert auf den Markt kommen – so wird es auch bei Saint’s Rows sein.

    Was ich eigentlich viel wichtiger als Zensur finde ist, dass die Altersvorgaben schlussendlich der USK auch von den Händlern kontrolliert und eingehalten werden. Das ist meiner Meinung nach der Punkt, bei dem man unbedingt nachbessern muss, da es viel zu häufig passiert, dass Speile an unmündige Minterjährige verkauft werden, die definitiv nicht für sie geeignet sind. Die Xbox 360 mit Ihrem Jugendschutzsystem bieten den Eltern für solche Fälle natürlich eine optimale Möglichkeit um die Nutzung für Ihre Kinder altersgerecht einzuschränken. BRAVO hierfür!

    Cu leth

  12. Rizzo sagt:

    Ich fühle mich hier jetzt ein wenig angesprochen… ich bin ja bekennender Gegner jedlicher Zensur.

    Aber ich möchte erstmal klarstellen, daß ich nicht Gore- und Blutgeil bin. Ich kaufe mir bestimmt keine Medien, weil dort besonders brutale Inhalte zu sehen / zu spielen sind, sondern immer noch entscheide ich nach Inhalt.
    Vielleicht sehe ich alles auch ein wenig gelassener, weil ich schon lange vor meiner Volljährigkeit dutzende Medien konsumiert habe, die ich eigentlich nicht in die Finger bekommen sollte, aber deswegen bin ich weder zum Sexmonster, irrationalen Denker oder Amokläufer mutiert. Ganz im Gegenteil, ich betrachte strittige Medien immer sehr nüchtern, poche aber dennoch auf mein Recht, unzensiert diese erleben zu können.

    Nun aber mal zu einigen Abschnitten deines Beitrages:
    Ich gebe jedem vollkommen recht, daß es unnötig ist, gewisse Aufträge in Spielen wie SR einzubauen. Das muß nicht sein und würde mir auch nicht fehlen. Aber wo liegt den nun der Unterschied, ob ich Polizisten sinnlos töten muß oder Prostituierte.Liegt`s es nur an der Uniform und der damit verbundenen gesellschaftlichen Stellung? Wenn so unterschieden wird, dann ist das ethisch nicht vertretbar, dann wird eine Gruppe von Menschen höher gestellt als eine andere. Dann sollte man solche Spiele ganz verbieten oder eben nicht kürzen, damit wieder Gleichheit herrscht ( Ist jetzt bewußt provokativ, nicht mir faulen Eiern beschmeißen).

    Bei DeadRising sehe ich es aus einem ganz anderen Winkel, als Du, lieber Boris, es tust. Klar mag es auf den ersten Blick etwas unmoralisch sein, Fotos zu schießen statt zu helfen, aber ich sehen es eher als Persiflage des realen Lebens. Ich habe es schon persönlich erlebt, das Menschen eher Bilder und Videos schießen oder gaffen, statt zu helfen. Im Spiel spiegelt das leider einen ( hoffentlich nur kleinen ) Anteil der Realität wieder. Ich seh das eher als Satire auf unser heutiges Mediensystem, man braucht doch nur die BILD aufzuschlagen und die Leserfotos zu betrachten, wo nun jeder von Paparazzi spielen kann. Wie oft sehen wir im Fernsehen Bilder von Opfern, die Hilfe nötig hätten, aber die Reporter lieber ein paar gut verkaufbare Aufnahmen machen? Der Hauptprotagonist im Spiel ist Reporter, mit Sicherheit kein Zufall…
    Und das Spiel, soweit ich es bis jetzt beurteilen kann, nicht sich ja auch nicht zu ernst…

    Ein Vergelich mit China oder anderen Ländern, die mit der Meinungsfreiheit nicht ganz so tollerant sind wie wir, kommt leider immer wieder.
    Ich kann die Situation in diesen Ländern auch nicht gutheißen, aber da schleicht sich immer eine wenig Doppelmoral ein. Wir bemängeln die Politik dieser Staaten, sind aber selbst noch weit davon entfernt, einen transparenten und freien Staat zu besitzen. Wieviele Ämter können denn mittlerweile unsere Bankkonten überprüfen? Das weiß doch keiner so genau, aber seit Hartz IV Reform kann das Arbeitsamt da auch mal reinschauen, und niemand kann sagen, ob auch er nicht schon kontrolliert wurde.
    Wann werden denn meine Internetdaten überprüft, wenn ich konkret eine Straftat plane, oder erst wenn ich in einen Satz “bin Laden” und “Bombe” schreibe. Zur Verbrechensvorbeugung und für die innere Sicherheit sind die Argumente, warum solche staatlichen Kontrollmechamismen eingeführt werden, aber wesentlich anders hören sich die chinesischen Aussagen auch nicht an.
    Klar ist das auch wieder überspitzt formuliert und hat was von Verschwörungstheorien, aber bei uns ist es auch nicht optimal, dann aber andere Länder anprangern wollen. Kehren wir den Dreck doch erstmal vor der eigenen Haustür.

    Zu den Amerikanern muß ich nicht viel schreiben, aber ich bewundere die dortige Politik in Sachen Meinungs- und Pressefreiheit auf keinen Fall… Auch ich sehe lieber eine nackte Brust, als einen zerberstenden Kopf.

    Und ja, die USK, die FSK und die Jugendschutzbehörden werden immer “freizügiger”, es geht oftmals gar nicht darum, das ein Medium verboten wird, sondern meist eher um die Begründung und die Folgen…
    Bestes Beispiel, der Film StarshipTroopers. Hauptsächlich auf den Index gesetzt, wegen dem “regimefreundlichen” Ton im Film. Der Film propagiert angeblich ein totalitäres Staatssystem… Haben die den Film überhaupt gesehen? Ich konnte jedenfalls nicht erkennen, daß ich nach dem Film für ein solches Staatsystem wäre, ganz im Gegenteil. Nicht nur das, im Film wird ganz bewußt satirisch auf das Thema eingegangen, man nehme da nur die “Werbung” für das Militär. So etwas scheinen die Prüfer aber nicht zu erkennen oder halten den konsumenten nicht für reif genug, dies erkennen zu können.
    Komischerweise wurden aber die kritisierten Elemente der indizierten Fassung in der Fernsehfassung beibehalten, dafür einige blutige Szenen rausgeschnitten, wobei die brutalsten Szenen auch in der Fernsehfassung noch vorhanden waren…
    Ehrlich gesagt fällt einem es doch da schwer, eine klare nachvollziehbare Linie der Jugendschutzorgane zu erkennen und genau das ist einer der Hauptkritikpunkte dieser Gremien. Jugenschutz ja, aber bitte nicht so. Und über die “Inselproblematik” will gar nicht mal was schreiben.

    Fakt am Ende bleibt für mich immer noch, daß ich hier vom Staat bevormundet werde, daß mir der Staat nicht zutraut, gewisse Elemente in Medien selbst als fragwürdig oder unmoralisch zu bewerten. Genau diese Entscheidung sollte ich aber treffen können und dürfen, nicht irgendein Anderer, der zufällig die einzig wahre moralische Einstellung zu solchen Dingen besitzen könnte.

    MfG Rizzo

  13. Refrakt sagt:

    Also auf diese Lufleerenräume haben sich ja schon einige Firmen gestürzt. Ich erinnere mich da an das Siegel des Bundesverfassungsgerichts auf der Robocop Trilogie DVD-Box, die da besagt, “bei Volljährigkeit Verfassungsrechtlich unbedenklich” Aber wirklich hilfreich wird sowas für Microsoft und die 360 auch nicht sein.

    Ich sehe aber nicht, daß wir es mit der Zensur in Deutschland so schlimm haben, wie sich manche anstellen. Ich kann mich da an Totalverbote von Comics Zensur von Walter Moers Maus und ähnlichem Erinnern, was vor gut 8 – 10 Jahren für erheblich mehr Wind sorgte. Heute heißt es halt “in Deutschland nicht erhältlich, weil ohne Altersfreigabe…” Oder “in Deutschland nicht Uncut erhältlich” Da würde ich mich jetzt nicht bei Microsoft beschweren, und auch nicht bei deren Mitarbeitern, sondern sage mir dann dank globaler Vernetzung “die Welt ist ein Dorf”. Wenn ich ein solches Spiel dann aber möchte werde ich mich bestimmt nicht in etlichen Foren dazu äussern, und (gut bei mir trifft es nicht zu) das Spiel minderjährigen Kindern unzugänglich aufbewahren.

    Was mir mehr Kopfschmerzen macht ist, sieht ein Kind dann ob Papi z.B. Dead Rising hat, wenn es über Xbox.de mal bei Papis Erfolgen nachschaut?

    Ansonsten muß ich ehrlich sagen könnte ich jedes Mal in der S-Bahn Anfälle bekommen, wenn ich hören muß wie hinter mir ein 15 – 16 jähriger prahlt, was er für Filme / Spiele wieder “abgechecked hat”… Bitte liebe Eltern schaut Euren Kids, solange nicht volljährig, bitte mal auf die Finger. Ansonsten braucht man sich über Zensur in Deutschland auch nicht beschweren; wo Eltern ihrer Pflicht nicht nachkommen muß halt von den Zuständigen Behörden etc. eingegriffen werden, und das fällt dann halt meist nicht zum Wohle Aller aus…

Panorama Theme by Themocracy