Wofür ist XNA Studio Express denn nun gut?

Von Boris, Di, 15. Aug 2006 00:34

Es folgt (wie eigentlich immer hier) eine private Meinung – hier mal ganz wichtig rauszustellen, weil es sich um ein Microsoft-Produkt handelt und ich sicherstellen muß, daß kein Journalist meine Meinung als offizielle Microsoft-Beschreibung zitiert. Also, liebe Pressevertreter, bitte wenn schon Zitat, dann super sorgfältig als persönliche Meinung von mir markieren. Danke sehr.

XNA Studio Express, die kostenlose Programmierumgebung für Spiele, ist ein Tool für Programmierer und solche, die es werden wollen. Es ist definitiv kein Spielebaukasten, bei dem jedermann mit ein paar Klicks ein neues Halo bauen kann.

Auf einigen Konsolen, insbesondere den Handhelds von Nintendo, tummelt sich eine “Homebrew”-Szene. Das Heimgebräu (bei uns würde man das eher mit “Selbstgebranntes” übersetzen, aber das ist in Deutschland schon gar nicht mehr mit Alkohol sondern mit CD-Rohlingen besetzt) sind oft Clones von klassischen Spielen (z.B. Tetris, Bomberman oder Mario) oder gar Emulationen dieser Spiele. Es gibt aber auch einige interessante Spielideen, die so bisher nie zu sehen waren. Der Anteil derer ist aber durchaus klein. Trotzdem muß man Tools haben, um die Perlen nicht nur zu fischen, sondern überhaupt erst in der Muschel entstehen lassen.

XNA Studio Express ist so ein Tool. Wer ein bisschen Ahnung von Spieleprogrammierung hat, oder diese lernen will, kriegt eine ordentliche Umgebung, eine brauchbare Programmiersprache (C#) und genügend Tools und Source Code für den Einstieg. Ich würde mal sagen, vor zehn Jahren hätten sich Spieleentwickler nach dem Toolset die Finger geleckt. Für “kleine” 2D und 3D Produktionen sind alle Werkzeuge vorhanden, aber ein kommerzielles Disk-Produkt wie zum Beispiel ein Gears of War wird man damit nicht entwicklen können – dazu sind im Tool-Bereich heutzutage ganz andere Kaliber notwendig. Und mehrere Dutzend Programmierer, Grafiker, Soundleute, Leveldesigner, und, und, und.

Da sich sicher ein paar Tausend Leute auf die Tools stürzen und ein paar Hundert Programme abliefern werden, ist es unmöglich, die Sachen einfach für Jedermann freizuschalten und automatisch zum Beispiel in Live Arcade zu setzen. Bevor ein Konsolentitel auf die zahlende Kundschaft losgelassen werden kann, ist viel Testarbeit und Anpassung an die Richtlinien des Konsolenherstellers notwendig (benutze Suchfunktion meines Blogs zum Thema “Certification”).

Deswegen finde ich das Konzept, die kompilierten Spiele nur auf den Konsolen freizuschalten, für die ein “Creators Club”-Abo abgeschlossen wird, ziemlich sexy. Mit knapp 100 Dollar im Jahr ist das kein Hinderungsgrund für jemanden, der tatsächlich ein Spiel für eine Konsole schreiben will. Umgekehrt schützt es die “normalen” Kunden vor unvollständigen, fehlerhaften oder einfach schlechten Spielen. Wer so ein Abo bestellt, weiß ziemlich genau, was man damit anfangen kann und daß es hier nicht um eine zweite Xbox Live Arcade geht. XNA Studio Express ist kein Tool für Spieler, sondern für Spieleentwickler.

Mit XNA Studio Express kann aber ein kleines Team mit einem lächerlich kleinen Aufwand einen “Prototypen” produzieren und damit dann versuchen, einen der begehrten Plätze auf Xbox Live Arcade zu bekommen. Eigentlich ist dazu noch nicht mal das $99-Abo notwendig – man kann das Spiel auch komplett am PC designen und den Xbox 360-Controller an den USB-Port des PCs stecken, um die Konsolensteuerung zu “emulieren”.

Ich wette Zehn zu Eins, daß acht Wochen nach Release sieben Leute zum Beispiel einen Bomberman-Clone zusammengebaut haben. Gehört sowas in die Xbox Live Arcade? Nein, aus zwei Gründen nicht: Wer entscheidet, welches der beste Bomberclone ist? Und außerdem ist Bomberman eine Spielidee von Hudsonsoft – vielleicht wollen die ja das Original irgendwann mal bringen?

Umgekehrt kommt aber sicher auch mehr als ein Team auf eine wirklich gute, neue  Spielidee, baut in XNA Studio Express den Prototypen, geht damit zu Publishern oder zu Microsoft selbst und sagt: “Daraus würden wir jetzt gerne ein komplettes Spiel machen – mit Achievements, Multiplayer und allen anderen Kleinigkeiten. Und natürlich gegen Bezahlung”. Der Umzug des bis dahin programmierten auf die “große” Entwicklungsumgebung, mit der ein richtiges “Retail”-Spiel gebaut werden kann, geht dann schnell.

XNA Studio Express ist so eine Art Talentsucher und -förderer. Wer schon immer eine Spielidee im Kopf hatte, kann sie jetzt programmieren (lassen) und ausprobieren, ob sie wirklich Spaß macht. Und ohne neue Idee kann man zumindest mal sehen, wieviel Spaß man bei der Spieleentwicklung hat – oder auch nicht.

Spieler ohne Programmierambitionen werden erst in vielen Monaten sehen, ob XNA Studio Express was bringt – wenn die ersten Titel erscheinen, die tatsächlich irgendwo in einer Studentenbude nachts um halb drei entstanden.

31 Antworten für “Wofür ist XNA Studio Express denn nun gut?”

  1. Erzengel sagt:

    Ich bin dabei! Wollte schon lange mal ein Arcade Titel programmieren. Finde ich echt genial das man das alles am PC erstmal machen kann und dann mit wenig Geld auf die 360 bringen kann. Das Abo schliesse ich sofort ab, sobald das Grundgerüst auf dem PC läuft.

    Im übrigen finde ich es sehr gut, dass nicht jeder einfach seine Sachen online stellen kann, sprich einfach das ganze offen machen. Das würde darin enden, dass 95% nur, ich nenne es jetzt mal Schrott, auf dem neuen Marktplatz sein würde. Man will ja spielen und nicht wie auf dem PC sich dies und das runterladen um dann festzustellen: Das taugt nichts, auf zum nächsten Klon.

    So wird wenigstens eine Grundqualität gesichert. Ich bin richtig begeistert von dem Konzept und werde, wenn es meine Zeit zulässt, direkt mit einem Titel anfangen. Was mir aber wichtig ist, dass so schnell wie möglich irgendwie Multiplayer dazukommt und was richtig genial wäre, dass man nicht nur Live Server ansprechen kann, sondern auch andere IP Adressen. Wenn das möglich wäre, holla die Waldfee, dann hab ich jetzt schon eine Killerapplikation mit der ich reich werde ;)

  2. Bill Gates sagt:

    Ähm ja, also ne Idee hab ich auch. Die Game-Idee ist so einfach, dass sie süchtig machen könnte. Bin jedenfalls jetzt schon heiß auf meinen Prototypen. :D

  3. Schenckman sagt:

    Das nicht jeder seine selbstgemachten Programme auf LIVE Arcade anbieten kann ist klar. Das sollte ja auch jeder normaldenkende selbst erkennen. Ich finde ansich die Idee schon klasse.Und vielleicht kommt der ein oder andere doch mit seiner Idee gross raus. Wenn ich an früher denke zu ATARI Zeiten. Da habe ich ja auch Games geschrieben und das hat tierisch viel Spass gemacht.Aber wir hatten da so tolle Programme wie “STOS” oder auf AMIGA “AMOS”. Diese Teile gibt es ja in erweiterte Version auch noch heute für PC. Die nehmen einen schon sehr viel Arbeit ab.Wäre so eine Umgebung nicht mal angebracht ?
    Bin mal gespannt was a so kommt.

  4. NurdXP sagt:

    Wie siehts denn mit den Rechten aus? Ist das dann wie bei YouTube, dass man beim Hochladen sämtliche Rechte an YuuTube bzw. in dem Fall an Microsoft abtritt?

  5. Du lädst nichts hoch. Wenn jemand anders dein Spiel haben will, mußt du ihm den Source Code per Email schicken, der kompiliert und packt es dann auf seine Xbox. Die “Binaries” können vorerst nicht getauscht werden.
    Und die Rechte bleiben immer bei dir. Du trittst nichts an Microsoft ab. Deswegen kann man ja auch die Windows-Version des XNA-Studio-Express-Spiels beliebig frei vertreiben oder verkaufen.

    Noch mehr Infos im offiziellen XNA-Blog:
    http://blogs.msdn.com/xna/default.aspx

  6. Ganz ehrlich: Die Software ENTWICKLUNG wird immer auf einem PC stattfinden. Einen STOS oder AMOS oder Gamemaker auf Xbox 360 zu bringen, macht überhaupt keinen Sinn. Um ein Spiel zu bauen, brauchst du Maus und Keyboard und all die anderen Tools und Bequemlichkeiten eines PCs.

  7. Evin sagt:

    Nunja…

    Ich bin durchaus gespannt… man hat ja auch bei Gunman gesehen welche Qualität von “Halb-Profis” erreicht werden kann. Der Mod fing auch klein an und hat es dann zu einem “vollwertigen” Spiel geschafft.

    Aber ich bete dass MS erkennt, dass die 360 unbedingt Mods braucht. Kuckt euch doch bitte mal Oblivion an.

    -Bugfix mit überarbeiteten Texten innerhalb einer Woche (Betheda = +4 Monaten?)
    -High Quality Texturen nachgereicht
    -neue Quests
    -neue Chararassen
    -neue Items en mass
    undundund

    Oder wollen sich im Gegensatz zum PC die Firmen nicht die Möglichkeit aus der Hand nehmen lassen für Pferderüstungen 1€ zu verlangen….so ganz überspitzt gesagt…?

  8. bEtrayEr sagt:

    Ich finde die Idee ja wirklich gut, aber was bringt es, wenn dann niemand (auch meine Freunde nicht) mein selbst programmiertes Spiel spielen bzw. testen können? Meine X Freunde werden sich dafür wohl kaum ein 100Euro Abo zulegen.
    Ist das nicht alles ein bischen viel Aufwand für das eine Spiel im Jahr, dass dann evtl. auf Live Arcade erscheint?
    Solange ich nicht mal eben über Memory-Unit das Spiel an meine Freunde verteilen kann ohne das die was dafür zahlen müssen, schreibe ich doch meine Spiele lieber weiter für den PC.

  9. Rikibu sagt:

    Klingt wirklich sehr interessant, auch in Hinblick auf Sonys PS3 und deren mögliche Offenheit eigene Software für PS3 entwickeln zu dürfen.
    Das ist genau der richtige Schachzug um Sony einen vor den Bug zu schlagen.
    Somit kann man auch auf Entwicklerebene gegen Sony kämpfen und sich die Frage stellen, welche Entwicklungsumgebung wohl entwicklerfreundlicher ist.
    XNA soll ja sehr entwicklerfreundlich sein, was wiederum bedeutet das man sich auf das wesentliche konzentrieren können wird – nämlich die eigentliche Spielidee als kreativer Part, anstatt ständig das Rad neu erfinden zu müssen.

    In wie weit lassen sich denn zb. andere Entwicklungstools in XNA Studio Express einbinden? Als es damals die XNA Techdemos gab, wurde ja auch gesagt das XNA bereits bestehende Entwicklungs-Tools quasi unter einem Dach vereint – man also bestehende Anwendungen nutzen kann und diese Eigenschaft die Entwicklungskosten gering halten soll.
    Was kannst du darüber sagen, Boris?

  10. Echt ne Super sache!Ich denke schon das diese sache gut ankommen wird!

    Mhhh hab ich nicht letztens in nem Interview mit einem Microsoft Mitarbeiter gelesen:

    “Microsoft mag offene Systeme. Microsoft veröffentlicht ein System, auf dem jeder lizenzfrei alles programmieren und verkaufen darf, wie er will. Das System heißt Windows. Im Videospiel-Bereich, mit seiner Geschäftsstruktur, den notwendigen Sicherheitsmaßnahmen und dem “Einschalten und los”-Gefühl ist für eine breite Homebrew-Szene kein Platz.”

    ;)

    There is no spoon…..

  11. hdgamer sagt:

    Naja – Monitor Ausgang, USB Ports für Maus & Tastatur – so abwegig finde ich den Gedanken gar nicht. Zumindest wenn es sich um einfache Spieledesign-Kits handelt. Aber richtiges Softwaredesign gehört natürlich an den PC.
    Freut mich auf jeden Fall, dass das Entwickeln für Konsolen jetzt auch von professioneller Seite für die Homebrew-Szene gefördert wird. Ich werde mir bestimmt so ein Set zulegen :)

  12. Mods auf Xbox 360 – das muß vom jeweiligen Spiel ausgehen; eine “geht bei jedem Titel” Mod Engine kann man aus Sicherheitsgründen gar nicht machen. Und, wie gesagt, eine(n) Mod auf der Xbox 360 selbst entwickeln geht gar nicht, der PC ist die Entwicklungsmaschine und die 360 nur der Abspielautomat.
    Früheres Interview: So stimmts ja auch weiterhin. Das 99 Dollar Abo “rettet” das Geschäftsmodell und das Sicherheitssystem – es kann nicht jeder einfach irgendeinen Programmcode zu beliebigen Boxen schicken.
    Um es nochmal den Meckerern (“Ich kann das Spiel ja nicht meinen Freunden geben, da bleib ich am PC”) klar zu sagen: Genau. Das ist auch nicht Sinn der Sache von XNA Studio Express für 360. Es ist kein Freibrief für jedermann, das System mit seinem Pacman-Clone zuzumüllen, um es mal drastisch zu sagen. Wer wirklich entwickeln will, für den ist die Abogebühr durchaus verschmerzbar; das ist ein vielfaches weniger, als man im Jahr an PC-Upgrades und Zubehör ausgibt, wenn man wirklich Software schreibt.
    Die völlig offene Platform bleibt Windows, und die wird ja von XNA Studio Express genauso unterstützt.

  13. Evin sagt:

    Ich finde es prinzipiell sogar sehr gut dass nicht jeder Hinz und Kunz sich das XNA holt… jemand der ernsthaft daran Interesse und Leidenschaft besitzt, für den sind 100$ kein Hinderniss.

    Bedeutet

  14. Will sagt:

    “”Microsoft mag offene Systeme. Microsoft veröffentlicht ein System, auf dem jeder lizenzfrei alles programmieren und verkaufen darf, wie er will. Das System heißt Windows. (…)”

    ha ha ha

    @Boris: Wie oft würde Microsoft denn solche Spiele auf XBL publishen? Nehmen die jedes sehr gute Spiel oder ist das eher so, dass die einmal alle paar Monate eins auslosen?

    Und was ist, wenn ich zum Beispiel ein Spiel für Windows und x360 programmiere – aber auch für Mac OS (andere Programmiersprache, schon klar)? Muss ich dann irgendwelche Knebelverträge eingehen, die mir diese anderen Versionen dann verbieten oder darf ich mein Spiel wirklich absolut frei vertreiben?

  15. us sagt:

    Um einfach kurz was aus dem Text rauszugreifen… jeder Bomberman-Klon kann nur besser sein als das, was Hudson mit Act:Zero verbrochen hat. Furchtbar, einfach nur furchtbar…

  16. DerRuin sagt:

    Das Qualitätsicherungsbestreben bezüglich Live ist natürlich nachvollziehbar und logisch – warum aber kann nicht wenigstens in privatem Rahmen das fertig kompilierte Programm weitergegeben werden? Daher: User A hat ein Spiel programmiert, User B möchte das ausprobieren. User A kompiliert also seinen Code für die Box und gibt alles, fix und fertig, an seinen interessierten Freund User B weiter, der zwar gerne solche Spiele ausprobieren würde, allerdings kein Interesse an eigenen Gehversuchen hat und deshalb das Abo nicht benötigt.

  17. Stefan sagt:

    Die Idee an sich ist super. Die Ausführung wie man die Software auf seine Xbox 360 bekommt, ist umständlich, aber auch noch OK. Mein Kompliment!

    Aber die 99$ finde ich völlig überzogen hoch. Klar, als arbeitender Mensch, der sich schon eine 360 leisten konnte, kann man das locker bezahlen. Aber dass man dem reichsten Softwarekonzern des Planeten Geld dafür zahlt, damit man seine Konsolenplattform etwas pushen hilft… hm… sehr befremdlicher Gedanke. Das ist für mich ähnlich abstrus und kundenfeindlich wie der kostenpflichtige Download der MS Office 2007 Beta.

    Eine Gratisregistrierung, wo der Freischaltcode zur Evaluierung via Post geschickt wird (Web.de macht das z.B. so), würde auch die Schädlingsentwicklung eindämmen und wäre fairer. V.a. auch dem Teenie-Programmierernachwuchs gegenüber. Für die sind 99$ nämlich nicht so wenig, wie für unsereins. Dafür bekommt man umgerechnet eineinhalb Spiele!

    Zur Not wäre eine nachvollziehbare Summe, die die Unkosten deckt, in Ordnung. 5$ vielleicht. Aber 99? Das wirkt auf mich nur raffgierig. Schließlich profitiert MS von der XNA-Homebrewszene nur (sonst würde es sowas ja erst gar nicht geben). Dafür dann noch abzukassieren ist dreist.

  18. Ich bin versucht, den “Warum ist das auf Xbox 360 so teuer” Meckerern zu empfehlen, eine eigene Konsole zu bauen und sich dann selber die Sorgen zu machen. Oder mal bei Sony anzurufen was man denn wirklich mit Linux auf PS3 machen kann (bin selber gespannt).
    Aus der Tatsache, daß für Windows in XNA Studio wirklich alles umsonst ist, kann man doch ableiten, daß Microsoft sich hier nix verdienen will. Wieviel Milliarden Windows PCs gibt es doch gleich? Da wäre die Kohle zu holen, selbst wenn da das Abo nur 5 Euro kosten würde.
    Es wird keiner gezwungen, das zu kaufen oder zu abonnieren. Wenn Euch das Modell nicht gefällt, ist das völlig OK. Nur bitte nölt nicht dran rum, daß jemand gerade eine jahrelang verschlossene Tür “nur” aufgemacht hat, statt sie gleich aus den Angeln zu heben.
    Denn wenn tatsächlich für die Allgemeinheit interessante Sachen bei rumkommen (was ja auch erstmal zu beweisen ist) kann man sicher in einer zweiten Stufe einen einfacheren Vertriebsweg finden. Ist alles nur Software, kann man alles irgendwann mal ändern.
    Was mich auch tierisch aufregt: Erst wird gemotzt, das man nicht selber programmieren darf. Dann wird gemotzt, daß man für das “Pushen der Plattform” Geld bezahlen muß. Mumpitz, hahnebüchner: Die Platform pusht ein Halo 3 und nicht ein XNA Garagenspiel. Ich will Homebrew-Enthusiasten auf keinen Fall beledigen, aber ehrlich, wer bei dem Modell derart meckert, möge mir erstmal zeigen, welche Platform er mit seinen Ergüssen denn schon mal gepusht hat.
    Unkosten decken? Microsoft verschenkt das ganze Toolset. Der Creators Club deckt doch nicht mal annähernd die Unkosten, die das Komplett-Projekt verursacht.

  19. Bill Gates sagt:

    Ja gut Boris, da möchte dir auch zunächst niemand widersprechen. Aber 100 Euro zu verlangen, damit jemand sein eigenes Programm auf seiner eigenen Konsole spielen kann, hat dennoch einen faden Beigeschmack. Und das ist nunmal der springende Punkt. Einige erinnern sich da sofort an TCPA und befürchten einen kaschierten Testlauf für zukünftige Windows-Versionen. *PARANOIA*

    Den Rundumschlag getreu dem Motto “Seid froh, dass wir uns überhaupt die Mühe machen und euch das offiziell erlauben!” find ich trotzdem nicht nett. Verbildlicht wirkt das ein wenig wie die Endszene aus Sc*rf*ce. :D

  20. Schenckman sagt:

    ———————————————
    Boris Schneider-Johne sagte:

    15. Aug. @ 10:11

    Ganz ehrlich: Die Software ENTWICKLUNG wird immer auf einem PC stattfinden. Einen STOS oder AMOS oder Gamemaker auf Xbox 360 zu bringen, macht überhaupt keinen Sinn. Um ein Spiel zu bauen, brauchst du Maus und Keyboard und all die anderen Tools und Bequemlichkeiten eines PCs.
    ————————————————————-
    Ups. Hab ich mich falsch ausgedrückt?
    Schon klar das ich auf PC entwickeln muss. Mir ging es nur um die passende Software.
    Gruss Thomas

  21. Mendorian sagt:

    Mhm… also das Spiele entwickelt und evtl. sogar auf XBox Live freigegeben werden, ist ja nun sicher. Aber wie sieht’s denn mit digitaler Kunst aus? Ich denke mir das sich auch einige Demoscene-Entwickler für die Leistungseckdaten der XBox 360 interessieren würden.

    Für die, die nicht wissen, was die “Scene” ist – ein Zusammenschluss von Codern (meist berufstätige, sind auch einige Spieleprogrammierer großer Entwickler darunter), die sich gegenseitig herausfordern, das meiste aus dem Code zu holen. So werden zum Beispiel 64kbit große Demos programmiert, die viele 400MB+ Demos alt aussehen lassen (zumindest grafiktechnisch). Wer sich sowas mal anschauen möchte, sollte mal bei Google nach Farbrausch oder Haujobb suchen, und sich etwas dafür interessieren.

  22. Sorcy sagt:

    Nunja, der Beweis für die Effektivität der Homebrew-Community dürfte die PSP sein, denn ganz ehrlich: Homebrew ist so ziemlich das einzige was das System noch am Leben erhällt.

    Und die “Push-Qualität” eines “Garagenspiels” dürfte sich ja wohl schon an Geometry Wars Retro Evolved zeigen. Das Spiel kann auch ein Homebrew-Entwickler schreiben (und es ist ja auch schon ein halbes dutzend mal kopiert worden, teilweise mit gravierenden Verbesserungen).

    Also, so ganz abfällig würde ich an deiner Stelle nicht unbedingt über die Homebrew-Community reden.

  23. DerOutlaw sagt:

    In Zeiten, in denen dank Internet und Filesharing jeder so ziemlich alles mehr oder weniger legal “kostenlos” bekommen kann, muss man mit solcher Kritik wohl leider rechnen.

    Wenn ein solches Projekt dann auch noch vom “großen bösen Wolf” MS kommt, leider umso mehr. Die müssen tatsächlich auch auf ihre Aktionäre schauen und am Ende sogar noch Geld verdienen. Ungeheuerlich. Selbst wenn es bei den XNA Tools nichts zu verdienen gibt. Aber das glauben die meisten ja dann auch wieder nicht.

    Dabei übersehen viele dieser Kritiker bisher auch die Möglichkeiten, die sich z.B. einem kleinen Team von Hobbyentwicklern bietet. Die bekommen die Chance, mit kostenlosen Tools, die sie sich sonst möglicherweise nie hätten leisten können, ihre Idee eines Spiels zu verwirklichen, und dass sogar gleich Cross-Plattform,
    was evtl. sogar die Chancen erhöhen kann, einen Vertrieb für das ganze zu finden.

    Auch wenn ich selbst mit den Tools nichts werde anfangen können,
    ich finde das ganze Programm ist der helle Wahnsinn.

    BTW: Kannst du schon was dazu sagen, ob es so etwas wie eine zentrale Linkseite geben wird, wo sich jeder mit einem Projekt registrieren kann, damit man sich als geneigter Zaungast auf einer Seite einen Überblick verschaffen kann? (Ähnlich wie z.B. Moddb.com für PC-Mods)

  24. BronsnFX sagt:

    Diese Euphorie…und am Ende kommt nix dabei raus. Die Leute die hier von ihren wahnsinnigen Spielideen schreiben, hätten doch schon längst die Chance gehabt sie auf dem PC umzusetzen. Glaubt ihr denn, dass man mit XNA mal eben ein Spiel aus dem Boden stampft? Ich finde, dass die meisten Arcadetitel auf Live nicht mehr Charme haben, als manche Sharewarespiele für den PC. Ich bleibe beim Programmieren des Nintendo DS, wo man seine Spiele auch jedem weitergeben kann, der einen Cardreader für den besitzt.

  25. Schenckman sagt:

    Gut gebrüllt Boris !!!!
    Mir geht das Gemecker auch immer auf den Sack.
    Kann man nicht mal sagen. Gut,gefällt mir. Oder wenn es einen nicht zusagt,hält man einfach die Klappe.
    Ich finde das mit dem Abo nicht mal soooo schlecht. So wird da schonmal vorher etwas ausgesiebt. Nur die ,wo wirklich was machen wollen,sind auch gewillt den Beitrag zu zahlen. Der ja auch nicht mal sehr hoch ist.
    Gruss
    Thomas

  26. Souljumper sagt:

    100€ sind voll ok. Wünsche mir für die Zukunft ein direkte Möglichkeit des Austausch von Anwendungen (via LIVE). Oder ein Hobby-Dev’ler Marketplace. Auch wenn viel schrott auflaufen wird, ich freu mich auf die ersten app’s.

    p.s.: [klugscheiß] Es gibt keine UNkosten ;-) , es gibt nur Kosten[/klugscheiß]

  27. FoDooG sagt:

    Besonders der letzte Satz gefällt mir. Kaum etwas zeigt mehr viel Liebe und Engagement, als nächtens mit schwerem Kaffeeinsatz und Zigarettenkonsum (wenn süchtig) gemeisterte Werke.

    Ich versuche mich seit einigen Monaten an einem klassischen Point&Click Adventure (unter Zunahme von AGS, da programmierertechnisch am Sand) und auch, wenn ich absehen kann, dass das Teil wohl nie fertig wird, hat allein die Arbeit mit Sounds, Musik und Animation mir zwar einigen Frust, aber klasse Momente beschert.

  28. Macher sagt:

    >Boris:
    >Für “kleine” 2D und 3D Produktionen sind alle Werkzeuge vorhanden, aber ein >kommerzielles Disk-Produkt wie zum Beispiel ein Gears of War wird man damit >nicht entwicklen können

    Wenn ich das richtig verstanden habe, kann man ein “Gears of War” tatsächlich (in der Theorie und mit zusätzlichen Tools und mit weniger Performance) entwickeln. Es ist nur unrealistisch, daß man es vom Aufwand her hinkriegt. Ist meine Vermutung richtig oder bleibt einem vom Programming Interface her Funktionalität verborgen von Xbox Live abgesehen? Mit diesem Linux Development Kit für Hobbyprogrammierer auf der PS2 konnte man ja nichts weiter als ein paar einfarbige Flächen zeichnen, soviel ich mitgekriegt habe.

    Um den ganzen Meckerern entgegenzuwirken: Ich finde, das ist ein toller Dienst von Microsoft, der die Konsole für mich zweimal so interessant macht.

  29. Rizzo sagt:

    Die Idee und die Umsetzung finde ich klasse. Gern würde ich mich daran beteiligen, das Abo wäre nun mit Sicherheit das geringste Problem, nur würde ich mich selber als programmiertechnischer Fachidiot bezeichnen… Simatic S7 und S5- kein Problem und dann noch die damaligen Schulstandartsprachen, die ich nie im Leben wieder gesehen habe…

    An Ideen würde es nicht mangeln, hätte sogar schon komplette Konzepte in der Schublade, mal niedergeschrieben für einen Wettbewerb, aber nie abgeschickt.

    Daher für mich sicherlich ein Vorteil, so auch mit Programmierern in Kontakt treten zu können und / oder sich in die Tools einzuarbeiten. Auf jeden Fall werde ich einen intensiven Blick drauf werfen wollen.

    Aber mal ne Frage am Rande: Was würde denn passieren, wenn die ersten “Jenna- Jameson- Fan- Spiele” entwickelt werden? Nicht das mich das stören würde…

    MfG Rizzo

  30. us sagt:

    “Nunja, der Beweis für die Effektivität der Homebrew-Community dürfte die PSP sein, denn ganz ehrlich: Homebrew ist so ziemlich das einzige was das System noch am Leben erhällt.”

    So ein Blödsinn. Homebrew ist zweifelsohne eine nette Sache, aber gerade bei der PSP liegt das Problem ja wohl ganz klar (neben den zu hohen Spielepreisen, das sei unbestritten) dran, dass jeder Honk nicht etwa nur die Emus etc. benutzt – das interessiert die meisten doch nicht die Bohne, dafür werden halt fröhlich ISOs gezockt.

    Und man sieht auch wunderbar an der ersten Xbox, wie gut da die (allerdings unfreiwillige) Homebrew-Freundlichkeit für die Industrie nunmal funktioniert: Aber klar, dass sich da praktisch nichts mehr in messbaren Stückzahlen verkaufen lässt und darum die Kiste noch schneller verschwinden wird als gedacht, hat MS wohl auch ganz alleine zu verantworten und liegt nicht etwa daran, dass einfach die meisten Leute das Zeug kopieren.

    (Hinweis: MS ist meiner Ansicht nach natürlich schon mit dran Schuld, dass die alte Xbox so abrupt ihr Ende findet, aber eben nicht ganz alleine – Spiele dafür gab es von Drittherstellern lange Zeit schließlich durchaus noch eine Menge)

    (Hinweis 2: Und so toll ich Geometry Wars auch selber finde – die Arcade-Spiele jucken die allermeisten 360-Käufer kein bischen. Bis auf vielleicht ein paar versprengte Leute ist das für niemanden ein Kaufanreiz, die Funktion übernehmen höchstens echte Retro-Titel wie es z.B. beim Wii der Fall sein kann, aber keinesfalls neue Entwicklungen von Nonames.)

  31. vSaAmTp sagt:

    Hab mich überreden lassen, das XNA auch mal zu Testen. ganz nett. Eine frage hab ich dazu. Wo gibts Onlinebücher oder MS-Seiten wo man auch in Deutsch informationen dazu bekommen kann??? Ich würde dies bei mir Sammeln und anderen zur verfügung stellen. Sofern ich damit natürlich kein C verletze.

    http://vsaamtp.cheat.to

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