Haha, viele Kommentare, vieles wegen Redundanz gelöscht oder weil zum Modden aufgefordert wird (nicht hier, Leute), die wichtigsten Aussagen hier zusammengefaßt und kommentiert:
Es ist nicht fair, alle Modchip-Nutzer über einen Kamm zu scheren. Mag sein, aber meine Kommentare beziehen sich nun mal auf den Großteil der Modder und nicht auf jeden Modder.
Woher willst du eigentlich wissen, daß die Modder so viel kopieren? Microsoft macht viel Marktforschung und viel Kundenbefragungen, auch zum Thema Piracy, daher gibt es da gute interne Statistiken.
Gib’s zu, du hast auch Raubkopien gehabt, oder? Zur Blütezeit des C 64 ging es bei mir auch ganz gut ab, das habe ich an diversen Stellen auch brav zugegeben. Aber das ist auch zwanzig Jahre her und inzwischen bin ich um einiges weiser.
Playstation und Xbox wurden doch durch Modchips erst richtig erfolgreich. Leider falsch. Ja, vielleicht haben sich deswegen noch ein paar Leute mehr entschieden, eine Konsole zu kaufen. Nur nutzt daß leider niemandem was, denn das einzige was in der Branche von Bedeutung ist, ist der Verkauf von Spielen. Spielkonsolen sind immer ein Mischgeschäft – an der Konsole selbst wird fast kein Geld verdient, in vielen Fällen eine Zeit lang draufgezahlt. Insofern ist eine verkaufte Konsole, für die dann kaum bis keine Spiele gekauft werden, für alle Marktteilnehmer völlig uninteressant. Anders ausgedrückt: Diese “mehr” Konsolen an Kopierer will gar keiner verkaufen. Auch die Verschörungstheorie, daß Sony und Microsoft gar nix gegen Raubkopien haben, weil die den Hardwareabsatz treiben, ist schlicht und einfach falsch. Das Konsolengeschäft geht nur, wenn Software geht.
Meine ungemoddete Xbox hat so einen niedrigen Wiederverkaufswert. Da kann ich auch nur noch ungläubig mit den Achseln zucken.
Boris, du Pappnase, auf PSP gibt es eine richtig dicke Homebrew-Szene mit geilen Emulatoren, die über den GTA Exploit geladen werden, mit dem ja ansonsten keine Raubkopien gehen. Aha. Na wunderbar. Wenn keine Raubkopien damit gehen und Homebrew da so toll ist, was hat das dann mit Modchips zu tun? Emulatoren an sich sind eine tolle Sache, aber ehrlich: Die meisten ROMs, die man damit spielen will oder kann, hat man eben nicht auch als Original zu Hause stehen.
Die Aussage von Boris ist richtig derb, ich hab vier umgebaute Xboxen und viele Orignale und ich liebe es die Dinger zu modden und Displays einzubauen, und IRC Chat darauf zu machen, und ich hab so viel Geld in Euer Zeug gesteckt und du beleidigst mich hier und meinen Laden der richtig geile Mods einbaut und die Leute in meinem Webforum… (kein Witz, ein Kommentar über sieben (!) Bildschirmseiten in dem Tenor). Langsam, zum Mitdenken: Du bist nicht so wie andere Leute. Eine Aussage “Die meisten Menschen…” ist nicht deswegen falsch, weil man nicht selbst zu den meisten Menschen gehört. Danke. Danke auch, daß du Produkte der Firma gekauft hast, für die ich arbeite. Jetzt sorg noch dafür, daß alle Raubkopierer das Gleich tun wie du und du kriegst ein drittes Danke.
Ich will meine Spiele auf Platte kopieren können, damit sie schneller und/oder leiser laden. Das geht mit 360-Modchips nicht. Würde mich auch wundern, wenn es jemals gehen würde. Und auf Xbox 1 gab es wirklich gar keine Notwendigkeit, von Platte zu spielen. Und ja, auch ich bin auf der Seite der “360 sollte leiser werden” Fraktion und rege entsprechendes im Redmonder Team ja auch immer wieder an.
Ich will die US-Versionen spielen und Spiele aus Japan. Viele Titel auf Xbox 360 sind regionalcode-frei, manche aus guten Gründen der Publisher eben nicht. Zum Beispiel, wenn unterschiedliche Firmen das Spiel in Europa und in USA veröffentlichen. Und die Modchips können die Regionalcode-Abfrage auch nicht übergehen. Kein 360 Modchip ändert den Regionalcode der Spiele.
Warum unternimmt Microsoft dann nichts rechtlich gegen Modchip-Anbieter? Solche Fragen überlasse ich den Rechtsanwälten, denn leider ist die Situation ja für einen Laien schnell als “illegal” deklariert, für den Profi (Anwalt) ergeben sich allerdings einige Fallstricke, bevor man hier prozessieren kann. Bei den reinen “Kopierschutzknackern” ohne andere Funktionen, die für 360 angeboten werden, könnte meiner privaten Meinung nach ein Rechtsstreit durchaus erfolgreich sein (für Microsoft). Aber ich bin kein Anwalt.
Die Spiele sind für manche Leute zu teuer… die auch keinen Porsche fahren können, obwohl sie ihn gerne hätten, Was man sich nicht leisten kann, soll man auch nicht klauen. Siehe auch freigeschalteten Kommentar zu Gebrauchtspielen auf Ebay und anderen Möglichkeiten.
Warum werden die Leute nicht bei Live gebannt? Aus Live fliegt raus, wer mit manipulierten Spielen die System-Integrität verletzt. Die aktuellen Modchips erlauben aber gar keine Manipulation am Content, sondern nur das Abspielen von 1:1 Raubkopien die per se keine Gefahr für das System sind.
Warum sperrt Microsoft nicht die gemoddeten Firmwares auf andere Art und Weise, baut einen neuen Kopierschutz in die Spiele? Sollten die Kollegen in Redmond was in dieser Richtung entwicklen, muß absolut wasserdicht gewährleistet sein, daß das dann auf jeder Xbox 360 wirklich funktioniert. Das ist nicht trivial und geht nicht in vier Wochen.
Ich brauche eine Sicherheitskopie, falls meine Kinder das Spiel kaputtmachen. Leider, leider leider gibt es in der realen Welt das Konzept der Sicherheitskopie nicht. Porzellanvasen kann man ebenso weniger per Backup sichern wie den Videorecorder, in den der liebe Kleine einen Schokoriegel stopft. Hier kommt das Problem auf, daß man für eine Gamedisk einen Service erwartet, den es bei anderen Produkten gar nicht gibt. Ich sage ja nicht, daß eine Sicherheitskopie nicht sinnvoll wäre, aber einklagbar ist sie sicher nicht. Nach langer Abwägung (und ich hab auch Kinder) ist das für mich kein Argument.
Microsoft enthält mir wichtige Funktionen vor, die rüste ich mit XBMC nach – und meine 360 modde ich auch, wenn erstmal voll geknackt, weil jetzt Video-Streaming nur mit Windows Media Center geht. Ätsch. Ohje, wieder mal das XBMC-Argument, und ich dachte, das Thema ist inzwischen leidlich totgetrampelt. Um es nochmal deutlicher zu sagen (bin kein Anwalt!): XBMC ist wahrscheinlich am Ende des Tages ziemlich illegal. Zum einen wird es mit geklauten Xbox Developer Kits entwickelt und kompiliert. Das kompilierte, lauffähige Produkt enthält nicht lizensierten Microsoft-Code (weswegen die Entwickler schlauerweise ja nur Source-Code rausrücken, wohl wissend, daß das Kompilat nicht legal vertrieben werden kann). Zudem wird sich munter bei diversen Audio/Video-Codecs bedient – an denen teilweise Lizenzrechte, Patentrechte oder andere Rechte hängen. Wer legal in einem kommerziellen Produkt MPEG oder AAC abspielen will, muß Lizenzen zahlen.
XBMC läuft, so wird berichtet, erstaunlich stabil (ich hab das Ding seit über einem Jahr nicht mehr angeguckt) und flüssig. Trotzdem hat es mit Sicherheit noch nicht den Qualitätsstandard erreicht, den es zu einem professionellen Release (gegen Bezahlung) benötigen würde. Techies können sich das Streaming problemlos einrichten, aber was ist mit den anderen 95% der Xbox-Bevölkerung? Wer glaubt, daß jeder ein gewisses technisches Grundwissen hat, der beachte die Verkaufszahlen der Computer BILD – die sich definitiv nicht an die Nerds unter uns richtet. Wenn Microsoft (oder Sony oder Nintendo) ein Featureset wie XBMC auf die Konsole holen würde, triebe das den Preis deutlich in die Höhe: Entwicklungskosten, Lizenzkosten, Supportkosten, etc. etc. etc. Eine deratige Funktionalität nicht in eine SPIELkonsole reinzupressen, ist kein “Vernachlässigen”, sondern ein klares Bekenntnis, daß das Ding zum Spielen da ist.
Wer sich ein Wohnzimmer-Mediencenter aufbauen will, kann mit einem preiswerten leisen PC, meinetwegen sogar mit Linux, was deutlich sinnvolleres und legaleres aufbauen.
Ich hab lange nach einem Vergleich gesucht, vielleicht paßt der hier: Es gibt keinen VW Polo mit Vierrad-Antrieb. Irgendwelche Enthusiasten könnten den am TÜV vorbei zusammenschrauben und sich dann ständig bei VW beschweren, daß die den Polo-Besitzern den Vierrad-Antrieb vorenthalten. Der Rest der Welt würde nur ungläubig den Kopf schütteln.
Da Du meinen Beitrag gelöscht hast und nur ein paar Sätze zusammenhanglos wieder gibst, muss ich noch ein paar Worte los werden:
> Gib’s zu, du hast auch Raubkopien gehabt, oder? Zur Blütezeit des C 64 ging es bei mir
> auch ganz gut ab, das habe ich an diversen Stellen auch brav zugegeben. Aber das ist auch
> zwanzig Jahre her und inzwischen bin ich um einiges weiser.
Ja schön, damals konnten wir uns die Spiele einfach nicht leisten weil wir Schüler waren. Jetzt zu sagen, nun bin ich weiser ist ziemlich arrogant. Du und ich können uns die Spiele die wir wollen einfach kaufen (und müssen nicht bis Weihnachten oder Geburtstag warten), aber ein Schüler von jetzt ist in der gleiche Situation wie wir vor 25 Jahren. Und wie ich in meinen ersten Beitrag schon erwähnte: Die Raubkopierten C-64 Spiele von damals haben mich zu diesem Hobby erst geführt. Also habe ich vielleicht 8 Jahre lang Spiele kopiert (die ich sonst eh nicht kaufen hätte können) und kaufe jetzt die nächsten 50 Jahre Spiele und Konsolen. Auf lange Sicht ein Gewinn für die Industrie.
> Meine ungemoddete Xbox hat so einen niedrigen Wiederverkaufswert. Da kann
> ich auch nur noch ungläubig mit den Achseln zucken.
Das ganze Statement von mir diesbezüglich war, dass ich für die Xbox kein Geld mehr bekomme. Daher die Überlegung sie nicht doch im Wohnzimmer als Media-Player (XBMC) zu verwenden. Brauche ich zwar nicht unbedingt, aber bevor ich die Xbox mehr oder weniger in die Tonne trete…
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Einen Kommentar möchte ich mir nämlich bezüglich der Sicherheitskopie erlauben. Ja in der realen Welt kann ich meinen Videorecorder nicht von einem Backup herstellen wenn das Kind die Ming-Vase drauf zerschlägt.
Allerdings ist ein Videorecorder mein “Besitz”. Eine (Spiele-)Software habe ich lizensiert. Der Datenträger an sich ist so gut wie nichts wert. Wenn ich über Steam Half Life 2 lade, hab ich nichtmal einen Datenträger.
Und die Steam Dateien kann ich so oft ich mag auf CD/DVD sichern.
Wenn ich ein Spiel auf Datenträger kaufe, ist der Datenträger selbst im Vergleich zum Spiel nichts wert (was kostet eine in Serie gepreßte DVD aus einem Preßwerk? Nehmen wir beispielsweise 2 Cent an).
Wenn aber die 2 Cent DVD kaputtgeht, ist mit dem 60 Euro Spiel nichts anzufangen. Wenn an meinem 100 Euro Videorecorder ein 2 Cent Teil kaputt geht (z.B. ein Gummi-Treibriemen) habe ich die Möglichkeit für 2 Cent meinen Videorecorder wieder voll funktionsfähig zu machen.
Es ist aber (nach meiner Erfahrung) unmöglich eine gepresste DVD zum Materialpreis ersetzen zu lassen. Daher finde ich die Argumentation, daß ein Videorecorder oder die Vase auch nicht gebackupt werden kann ein wenig hinkend.
Ein Echtwelt-Beispiel: Ich habe mir das Microdoft Sidewinder GameVoice gekauft. Nach intensiver Benutzung waren die Schaumstoffpads am Headset zerfleddert. Ein *kostenloser* Anruf bei Plantronics hat genügt, und ich habe *kostenlos* ohne zu betteln oder feilschen ein paar Tage später neue Schaumstoffpads per Post bekommen.
Würde das bei einem XBox Spiel funktionieren, daß ich Microsoft eine verkratzte, zersprungene Originaldisc als Beweis einschicke und kostenlos bzw. zum Preis einer in Serie gepreßten DVD Ersatz bekomme? (Die naive Frage meine ich ernst, weil ich (noch) keine XBox 360 habe, und mich das nun doch interessieren würde).
Immerhin habe ich ja 60 Euro für die Software bezahlt. Die Disc ist ja nur Mittel zum Zweck.
Das wäre doch wie ein XBox Live Arcade Spiel. Mein Gamertag “beweist”, daß ich das Spiel rechtmäßig besitze und kann es mir immer wieder runterladen, ohne zu zahlen. Oder nicht?
Wenn das funktioniert, dann braucht man wirklich keine Sicherheitskopien.
“Porzellanvasen kann man ebenso weniger per Backup sichern wie den Videorecorder, in den der liebe Kleine einen Schokoriegel stopft. Hier kommt das Problem auf, daß man für eine Gamedisk einen Service erwartet, den es bei anderen Produkten gar nicht gibt.”
Jeder, der Kinder hat, kann Deinen Vergleich um Vasen und Schokoriegel verstehen, aber das ist eine hypothetische / philosophische Diskussion. Würde man nicht auch von einer Vase eine Kopie machen lassen, die sich vom Original nicht unterscheidet (zumindest im Aussehen), wenn es machbar wäre, und die Vase aus der Ming-Dynastie im Tresor aufbewahren?
“Aber das ist auch zwanzig Jahre her und inzwischen bin ich um einiges weiser.”
…und verdienst sicher auch etwas mehr, n’est pas?
“Boris, du Pappnase, auf PSP gibt es eine richtig dicke Homebrew-Szene mit geilen Emulatoren, die über den GTA Exploit geladen werden, mit dem ja ansonsten keine Raubkopien gehen.”
Lol die sony-fanboys, ja ich wollte mir mal wirklich eine PSP kaufen, aber eben keine spiele sondern nur mit homebrew. aber wenn ich mir die akutellen spiele anschaue auf PSP ist das angebot nicht wirklich erquikend. deshalb hab ich den gedanken fallen gelassen weil sie auch wirklich sauteuer ist.
ich war auch wirklich knapp davor meine alte xbox modden zu lassen, aber schlussendlich war es wieder das geld was mir fehlte…
ich finde solchen leuten die zB XBMC erfinden, die lautstärkebegrenzung beim iPod aushebeln, oder für einen WLAn-router ein eigenes Linux programmieren-solchen Leuten muss man Respekt zollen aber nicht solchen die spiele kopieren denn davon hat keiner was und immer weniger leute werden die konsole geschweige denn die spiele kaufen, genau das gleiche ist bei der PSP passiert.
Offtopic:wie findest du das neue album von jan delay?
Zu 95% kann ich zustimmen, nur in einem Punkt muß ich ein bißchen zu sagen: Sicherheitskopien.
Ich denke, wenn es möglich wäre, von meiner wertvollen Vase eine Sicherheitskopie zu machen, dann würde das vielleicht auch gemacht werden. Software ist nun mal dazu geeignet, Kopien davon zu ziehen.
Sicherheitskopien haben durchaus ihren Sinn.
Zugegeben, ich würde niemals auf den Gedanken kommen, meine komplette Software- , Musik- und DVD-Sammlung als Sicherheitskopie in eine Schublade ( wahrscheinlich doch eher mehrere dutzend Schubladen ) zu lagern. Bei einem geschätztem Verlust von ca. 1-2 Datenträger pro Jahr, wäre das zeitlich und wirtschaftlich gar nicht zu tragen ( bei ca. 2.500 – 3.000 CDs und DVDs ). Da kauf` ich den defekten Film doch lieber nach…
Bei Programmen, für die ich z.T. mehr als 1.000 Euronen hingeblättert habe, mache ich, wenn möglich eine Sicherheitskopie und lege das Original so gut wie möglich und sicher verpackt weg und arbeite dann mit der Kopie. Teilweise muß die CD-/ DVD-ROM ja eingelegt sein, um mit dem Programm arbeiten zu können, und bei häufigen Wechsel kommt es auch mal zu Unfällen und oft ist eine Ersatzscheibe deutlich teurer als 25 Kopien.
Ich kaufe ja eigentlich nicht den Datenträger, sondern das Programm darauf, und es macht schon einen Unterschied, ob mein Porsche einen Kratzer hat oder der Datenträger, den Porsche kann ich trotzdem noch fahren, den Datenträger hingegen oftmals wegschmeißen.
Und obwohl ich nicht den Datenträger haben will, sondern “nur” das Programm darauf, wird für einen Ersatz, trotz eingeschicktem bezahlten Original und vielen bezahlten Linzenzen, bis zu mehreren 100 Euro verlangt – eigentlich ja nur für den wenige Cent billigen Datenträger – das teure Programm habe ich ja schon gekauft und würde auch weiterhin funktionieren, wenn da nur nicht der defekte Datenträger wäre… Das Produkt, das ich eigentlich gekauft habe, ist ja nicht kaputt, nur das Trägermedium.
Wenn ich einen Kratzer an meinem Porsche habe, muß ich bei der Instandhaltung auch nicht den kompletten oder halben Preis eines neuen Wagens zahlen, sondern nur den tatsächlichen Preis der Reparatur, das ist bei Software leider nicht immer der Fall, statt den Datenträger zu reparieren, muß ich das Programm komplett neu kaufen. Wer würde das bei einem Auto schon machen?
Und um da nicht unnötig Kosten zu haben, arbeitet man eben manchmal mit legalen Sicherheitskopien, wären Ersatzdatenträger nicht so teuer, wäre dies auch kein Thema mehr, aber wer will schon dreimal für eine einzige Leistung zahlen?
Ich hoffe, es ist das rübergekommen, was ich damit meine…
MfG Rizzo
@ Arminator: Du kannst bei (eigentlich ) jedem Game Hersteller / Publisher für 10,- bis 15,- Euro ne neue Disk bekommen. Ist doch fair, oder?
@ Boris: bzgl. des draufzahlens: Selber Schuld! Nintendo zeigt das es auch anders geht, und selbst die reine Konsole Gewinn abwerfen kann. Dann muss man sich auch keine Sorgen über Software-Absatz machen.
Normalerweise bin ich ja eher selten deiner Meinung aber in diesem Fall stimme ich dir zu 100% zu!
Was das Thema Kopien und kaputte DVDs angeht: Hallo? Jeder Publisher bietet heute für einen kleinen Unkostenbeitrag (Bsp. 8 Euro) an kaputte DVDs auszutauschen – das ist also kein Argument für eine Kopie!
Genauso wenig das “Geld-Argument”. Ihr seid Schüler also arbeitet so wie jeder andere auch! Und sagt jetzt nicht es gäbe keine Jobs. Bei uns zum Beispiel werden so viele Werbeausträge gesucht. 40 Euro die Woche und ihr habt fast ein Spiel – wo ist das Problem?
Ich bin Student, muss für meinen Lebensunterhalt selber sorgen (Essen, Miete, Klamotten und ab nächstes Jahr 500 Euro Semesterbeitrag) und kann es mir trotzdem noch leisten Spiele zu kaufen da ich arbeiten gehe und damit auch ganz zu frieden bin!
Nun ja. Ich kann deine Punkte alle gut verstehen, und ich bin bis heute überrascht, wieviel Microsoft mit der Xbox richtig gemacht hat. Insbesondere Xbox Live, gar keine Frage. Ich heule auch nicht rum, wieso Modchips nicht gehen.
Argumentativ kann ich das allerdings in Teilen nicht ganz nachvollziehen.
1) Videospiele sind zu teuer. Punkt. Für ein Videospiel kriege ich 25 Klingeltöne, und die sind ja nun zweifellos mal gleich noch viel teurer zu teuer als Spiele. Bis zu 70 Euro sind eine Menge Holz. Egal, wie gut man verdient. Den Kunden interessiert eine Mischkalkulation nicht, und wenn sich jemand entschließt, mit Hardware Geld zu verlieren, ja nun. Sein Problem.
Klar, der klassissche Markt wächst nicht mehr, und wenn man sein Geld mit den Spielen statt mit Hardware verdienen muss und die auch noch so teuer zu produzieren sind, dann steht da eben ein ziemlich hoher Preis drauf. Aber: Na-tür-lich ist das ein Branchenproblem, das so langsam gelst gehört. Wieso ist nach wie vor nur jedes siebte Spiel profitabel, und das bei den Preisen? Wieso kommen immer noch so viele Publisher ins Trudeln? iDer Ansatz mit den Episodenspielen (kommt jetzt ja dann wohl mal richtig mit dem Halflife-Modell) ist da schon ein sehr guter Anfang, aber keine Lösung. Casual Games, fürchte ich, auch nicht richtig.
Sicher sind Spiele schon etwas billiger geworden als noch vor zehn Jahren (da habe ich mal 140!!! Mark!!! für Star Trek – Final Unity bezahlt, auf dem PC!), aber das reicht noch lange nicht. Solange sich das Modden lohnt, werden Leute es schlicht und einfach tun. Seit man Musik halbwegs vernünftig online kaufen kann, sinkt die Zahl der in P2P-Netzen angebotenen Musikstücke. Sobald Modden insgesamt teurer und wesentlich aufwendiger ist als das Bezahlen, hat man die Probleme nicht mehr. Wenn mir jemand eine Settopbox auf meinen Fernseher stellt, über die ich mir für so grob 2,99 pro Tag oder pro Angucken jeden Film auf der ganzen Welt angucken kann, dann lade ich nie mehr einen runter. Ich schwöre. Wann werden Videospiele endlich z.B. pay-per-level oder so? Sind das nur die Entwicklungskosten, wegen denen da noch niemand mit rumexperimentiert? Außer, äh, vielleicht Guild Wars?
2) Das mit den Sicherheitskopien ist nur dann kein Argument, wenn es einen kostenneutralen Austauschservice gibt. Irgendwas unter 10 Euro geht klar, aber in Wirklichkeit will man dieses ganze DVD-Geraffel doch überhaupt nicht. Deswegen habe ich mich auch so über die 20 GB-Festplatte geärgert – ich kann mich jetzt noch mindestens 2,3 Jahre mit DVDs rumschlagen. Abgesehen davon, dass meine Xbox so bei jedem zweiten Mal seit dem letzten Dashboard-Update mein Spiel für eine DVD hält, will ich das runterladen. Und wenn mir die Festplatte kaputtgeht, will ich es nochmal runterladen können. So wie bei Arcade. Der realweltliche Vergleich hinkt. Eine zweite Vase kostet Geld, ein zweiter Haufen Binärcode kostet nichts. Gut, bißchen Bandbreite, bißchen Serverload, aber an sich eben nichts. Das ist nun mal Segen und Fluch des digitalen Zeitalters. Die Musikindustrie nennt sich ja nicht ohne Grund in Wirklichkeit Tonträgerindustrie. Go figure.
3) Ich finde den XboxLive-Ausschluss von gemoddeten Konsolen zunächst auch mal eher grenzwertig. Evtl korrigier mich, aber hat MIcrosoft nicht in manchen Ländern auch versucht, das Konsolenmodding verbieten zu lassen (k.A. ob das urban legend war)? Es ist gar keine Frage, dass da natürlich kein Hersteller Bock daruf hat (insofern finde ich die ganze Diskussion an dieser Stelle auch ein wenig absurd), aber für den Kunden stellt sich das ja erstmal so dar, dass er eine Konsole kauft. Die gehört dann ihm. Wenn man da dann was reinbauen will, dann geht das auch keinen was an. Wenn man sich dann bei Xbox Live anmeldet und so liest, hach, wir haben dich mal gebanned, weil du hast böse Sachen gemacht, dann ist das zwar sicherlich legal, aber auch kein Zustand. Ich halte da die “Das verursacht hinterher Serviceprobleme”-Argumentation auch für schwer vorgeschoben bzw. eben die juristische Begründung. Wer böse mit seiner Konsole ist, zu dem ist Microsoft eben auch böse. Sony ist mit den Zwangs-PSP-Updates noch viel geiler – erstmal auf 2.6 upgraden, sonst ist nix mit GTA. Wie dreist ist denn das eigentlich bitte, zumal jeder weiß, dass die SPIELE das Upgrade nun wirklich nicht brauchen. Dassl das auf dem PC auch immer so war (Erstmal neue Grafikkartentreiber, sonst ist Essig) ist nun auch mal so kein Argument, weil GENAU DESWEGEN kaufe ich mir ja eine Konsole, damit ich davor meine Ruhe habe. Und ob ich meine Firmware nun upgraden möchte, das muss ich ja wohl bitte noch selber entscheiden können. Und wenn ich’s nicht mache, dann kann ich ja verstehen dass ich neue Features nicht nutzen kann oder irgendwann mit Online ein Problem kriege, aber dass Spiele weiter drauf laufen, das würde ich dann eigentlich doch mal erwarten. Das ist schon lustig, was die Kunden da im Endeffekt so mitmachen. GTA oder Homebrew, da muss man sich dann halt entscheiden.
4) Homebrew ist per se auch ein schöner Punkt. Ich finde XNA im Grundsatz auch mal nett, aber es ist auch nur maximal ein Zwischenschritt. Ich finde es extrem schade, dass man nicht gleich den Marketplace aufgemacht hat und der Entwickler sich überlegen kann, welchen Preis er nimmt. Dann verdoppeln und gut ist, gerne doch auch mit “ACHTUNG! NICHT VON MICROSOFT GEPRÜFTER DOWNLOAD! ALLES AUF EIGENE GEFAHR!”-Meldung davor und gut. Wieso man da erst ein Biotop baut, in dem sich die Teile beweisen müssen und sie dann erst auf die Massen loslässt, verstehe ich nur zum Teil (solange es z.B. keine Ratings oder so gibt, ist das dann natürlich nur ein unsortierter Blob) – gerade im Social Media-Hype hätte man da doch mal richtig punkten können.
Das 99 Euro-Biotop-Modell finde ich jedenfalls beschämend und hoffe mal sehr, dass das nur ein Test sein soll. Old economy: Dem Kunden nur das geben, was vorher zehnfach zentral beglaubigt worden ist.
Und abschließend: Dein VW-Vergleich stinkt ganz einfach. Klar will die Mehrheit der Modder nur schön raubkopieren können, das wundert mich, wie da jemand ernsthaft das Gegenteil behaupten kann. Die Leute wollen was, was ihr ihnen nicht gebt. Teilweise aus Geschäftsinteresse, teilweise weil es auch nicht richtig gut geht. Und am Ende eines ganz langen Tages gewinnt dann vielleicht doch wieder der gute, alte, halbwegs offene PC, nur in schickem und leisem Gehäuse in den Wohnzimmern. Da ist, wette ich, sich Microsoft auch selber noch nicht so sicher. Wenn auch auf dem PC mal die lückenlose Kopierschutzkette kommt und DRM ein Schmerz im Arsch bleibt, dann lesen die Leute vielleicht auf einmal wieder Bücher.
Die Geschäftsmodelle müssen sich ändern, dann kommt wieder richtig Bewegung in den Markt. Und das wird auch passieren. Noch in den nächsten fünf bis zehn Jahren. Wette ich meine Xbox Crystal drauf. Gemoddet? Sag ich nicht.
Und eins vielleicht noch: Das mit den selten legalen ROMs ist zwar auch ein valider und richtiger Punkt, auf jeden Fall juristisch. Solange aber kein Mensch Anstalten macht, damit noch Geld zu verdienen, ist das schon ein Problem. Diese ganzen Retro-Spielesammlungen für 20 Euro (auf der Fahrt nach Leipzip übrigens am Bahnhof ein Heft namens “retro” gekauft, gar nicht so übel – die haben da viele so Sammlungen für klitzekleines Geld beworben) sind nun mehr oder weniger nur Liebhabereien, da kommt zumindest beim Lizenzinhaber nun wirklich nichts mehr von an. Wo kein Kläger, da kein Richter.
Ich habe es moralisch immer in Ordnung gefunden, mir Musik runtertzuladen, die es nicht mehr zu kaufen gibt. Oder noch besser, die es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nie mehr zu kaufen geben wird. Bei Games sehe ich das genauso. Klar ist das nicht legal, und dier Diskussion ist glaub ich auch älter als ich, ab wann was nun Abandonware ist. Solange etwas auf dem Primärmarkt nicht mehr geführt wird, entsteht durchs Kopieren kein volkswirtschaflticher Schaden. Klar ist es damit nicht erlaubt, aber man darf auch nicht über rote Ampeln gehen. Und solange sich sowas wie Gametap weder durchsetzt noch irgendwo auf dem Horizont ist, hält sich da mein Unrechtsempfinden in starken Grenzen.
Ein ähnlicher Grenzfall ist z.B., wenn du eine CD bei amazon vorbestellt hast und dir dann die geleakte Version mal eine Woche vorher schon runterlädst. Verboten? Na sicher. Unmoralisch? Weiß ich nicht. Oder, leider nicht ganz so gut: Ich kaufe sehr viele Schallplatten. Darf ich mir die Musik dann aus dem Netz runterladen, wenn ich sie mobil hören will? Ne, auch nicht. Ich müsste meinen Plattenspieler an den Rechner schließen und dann recorden. Mach ich das? Würde ich es mir doch lieber mal eben ziehen, müsste ich mich schämen, weil ich gegen geltendes Recht verstoßen habe? Ich bin mir da nicht so sicher. Interessante Nebenbemerkung: Wenn auf meinen Platten ein Code wäre, mit dem ich mir bei itunes für 1-2 Euro die digitale Version runterladen könnte, würde ich das machen? Also – ich ja. Zahl ich dafür, ein paar alte Nintendospiele auf dem wii spielen zu können? Aber hallo. Und ich lade mir die auch nicht für Emulatoren runter, wenn der Preis sich im Rahmen bewegt. Ich habe mir auch den C64DTV gekauft. Ohne Emulatoren hätten sie von dem doch nicht eine einzige Einheit weniger verkauft.
Dass ein Produktmanager da eine eigene Meinung hat ist mir klar, vielleicht lässt sich ja irgendeines Tages nochmal Geld mit dem alten Kram machen, und Recht muss Recht bleiben. Aber ich finde das ROM-Kopieren etwas vollkommen anderes als das Raubkopierern aktueller Titel. Da ist die Gamesbranche mit dem kurzen Regalleben auch deutlich anders als Musik und Film. Klassiker gibt’s da eben nicht, und dass nach dem Viertvermarktter irgendwann noch ein Fünftvermarkter kommen könnte, wird dann irgendwann nur noch ein Rundungsfehler.