Der Unterschied zwischen Koinzidenz und Kausalität

Von Boris, Di, 7. Nov 2006 23:37

Christian Pfeiffer schlägt wieder zu, diesmal sind Telepolis (die ja sonst recht wissenschaftlich arbeiten) und die Süddeutsche Zeitung drauf reingefallen. Pfeiffer stellt statistisch fest, und das sei hier gar nicht diskutiert, daß Schüler, die mehr Videospiele konsumieren (und mehr Fernsehen gucken) auch schlechtere Schulnoten haben. Daraus leitet er ab, das Fernsehen und Videospiele einen direkten Einfluß auf die Schulnoten haben. Das ist natürlich eine völlig unbewiesene Theorie, die sich aus den gesammelten Daten gar nicht ableiten läßt. (Denn in England, wo deutlich mehr Videospiele durch alle Bevölkerungsschichten hinweg konsumiert werden, gab’s auch deutlich höhere PISA-Test-Werte, ohne daß man daraus einen positiven Einfluß von Videospielen ableiten dürfte).

Probieren wir mal ein Beispiel für die Leute, die noch kein strenges wissenschaftliches Denken gelernt haben. Ich hab einen Toaster in der Küche aber sitze zum Frühstück im Eßzimmer (von wo aus ich den Toaster sehen kann). Ich packe einen Toast in den Toaster und setze mich zu meinem Tee. Ich warte und warte, werde ungeduldig, gehe in die Küche und der Toast poppt raus. Wenn mir das dreimal passiert, kann ich die Theorie aufstellen, daß der Toaster erst dann den Toast rausspuckt, wenn ich in die Küche gehe. Da muß ein Annäherungsschalter drinnen sein.

Jetzt müsste man Gegenversuche anstellen. Was passiert, wenn ich absichtlich nicht in die Küche gehe? Was passiert, wenn ich neben dem Toaster stehenbleibe? Vielleicht sollte ich mal einfach mit einer Uhr stoppen, wie lange der Toast denn so im Toaster bleibt?

Aber statt dessen baue ich mir schnell eine Kausalität (Ich komme und DESWEGEN hüpft der Toast), wo es nur eine Koinzidenz (Ich komme zum gleichen Zeitpunkt, an dem der Toast hüpft) gibt.

Pfeiffer stellt in seiner Studie viele andere Dinge fest, die die Lebensumstände der Kinder mit schlechteren Schulnoten beschreiben: Niedriges Einkommen oder Arbeitslosigkeit, Migrantenfamilien, in denen kein Deutsch gesprochen wird, gefährliche soziale Umstände, in denen sich die Eltern wahrscheinlich weniger um die Kinder kümmern, sie vor Fernseher und Videospiel abschieben. Jetzt könnte man ja annehmen, daß hier das eigentliche Problem liegt und daß das vermehrte Konsumieren von Medien und Spielen nur ein Nebeneffekt einer nicht mehr intakten Sozial-Struktur ist. Anders ausgedrückt: Diese Kinder haben schlechte Noten und hängen mehr vor dem TV, weil was anderes nicht stimmt. Tut Pfeiffer aber nicht - und ich kann mir beim besten Willen nicht erklären, warum er stattdessen diesen verbissenen Kreuzzug gegen Mediennutzung führt.

Macht doch mal den Gegenversuch: Nehmt einer statistisch relevanten Menge von schlechten Schulkindern Videospiel und Fernseher weg, aber ohne irgendwas anderes zu ändern wie zum Beispiel: Lehrstelle beschaffen, mehr Einkommen für die Familie, anderer Wohnort. Werden dann die Schulnoten besser? Oder verstärkt dies nur noch die negativen Effekte aus dem sozialen Umfeld, weil weniger Ventile da sind, an denen Frust und mangelnde Kontakte ausgelassen werden können?

Im übrigen lache ich seit Jahren deswegen immer wieder gerne über medizinische “Studien” die so phantastisch zurecht gelogen sind wie “Wer mehr Wein trinkt, hat weniger Herzinfarkte” weil all diese Studien nie die Lebensumstände berücksichtigen, aufgrund derer jemand Wein trinkt, und ob diese Umstände es sind, die weniger Herzinfarkte auslösen. Sprich, jemand mit höherem Einkommen und kontrollierterer Nahrungsaufnahme trinkt mehr Wein und hat weniger Herzinfarkte.

Ich trink so gut wie keinen Alkohol und esse dafür überdurchschnittliche Mengen Schokolade und spiele Videospiele und sehe wenig Fernsehen und falle damit sowieso durch alle statistischen Raster. Meine Lebenserwartung und meine Gewaltbereitschaft sowie meine Schulnote kann ich also auswürfeln – aber eigentlich jeder andere auch, denn das sind alles nur statistische Zusammenfälle, aber keine Begründungen.

18 Antworten für “Der Unterschied zwischen Koinzidenz und Kausalität”

  1. Erzengel sagt:

    Und wer das alles jetzt immer noch nicht verstanden hat, der liest sich diesen Artikel durch :)

    http://de.wikipedia.org/wiki/Falsifizierbarkeit

  2. Blob sagt:

    Da kann ich mich nicht wirklich drüber aufregen. Es gibt einfach zu viele “wissenschaftliche” Studien die zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen führen. Je nachdem für welche Position diese Studien in Auftrag gegeben wurden. Ich ärgere mich mehr über die “Killerspiel” Berichterstattungen von öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern, die mit Slogans wie “Für einen guten Krimi sterben wir” etc. werben und uns täglich im Vorabendprogramm einen Mord präsentieren.

  3. Aber ehrlich gesagt finde ich das Videospiele oder RTL2 oder beides das Verhalten manche Rütlirüppeln nur verstärkt!
    Verblödung durch Videospiele kann ich mir nicht Vorstellen…eventuell aber das es ein Faktor von vielen ist sehr wohl!
    Nehmen wir ein vorbelasteten 14 jährigen Neuköllner(Berlin neben Kreuzberg) Mutter wohnt im Eierlikör,Vater seit 1978 Arbeitslos!
    Der würde doch nicht Dr Kawashimas Gehirnjogging spielen,sondern lieber GTA oder Saints row in denen man cool den Pimp spielen kann!
    Vielleicht jetzt ein wenig am Thema Vorbei,Aber ich finde wirklich in zeiten von “Dog der Bountyhunter!” “Popstars” oder sonstiger Medialer dünnschiss sollte man sich nicht wundern wenn man noch dümmer wird!

    Sorry wenn das eventuell Schubladendenken ist,oder nicht ganz zu deinem Post passt,Aber ich bin halt aus Berlin!
    Dort kann man an jeder Ecke und in jedem EB Games und an jedem Konsolen Test Kiosk sehen was und wie Tief die Jugend gesunken ist!

    Gute Nacht

  4. Bill Gates sagt:

    Sehr gut auf den Punkt gebracht, Boris! Ich möchte noch hinzufügen, dass Medien im weiteren Sinne wie Wein ein Genußmittel sind. Man kann jeden Tag ein wenig davon genießen oder sich damit kontinuierlich berauschen (Sucht), um zwei Extreme zu nennen. Hierbei definiere ich Sucht als unbeherrschten, exzessiven Konsum mit gleichzeitigen oder langfristigen negativen Auswirkungen auf andere Lebensbereiche. Der Grund, warum manche die eine, andere die zweite Möglichkeit bevorzugen, liegt in jedem Fall nicht im Genußmittel selbst.

    Um wieder Bezug zum Thema zu finden: Die Wurzel allen Übels reicht meiner Meinung nach soweit zurück, theoretisch müssten sämtliche politischen Führungskräfte in Deutschland bei jedem Satz gegen Unterhaltungsmedien rot anlaufen. Ich sag nur Ganztagsschulenmangel, Arbeitsmarktsituation, Jugendalkoholismus, Perspektivlosigkeit. Ausdruck dessen ist zudem auch die in der Jugendkultur seit langem aufkeimende “Gangster-Romantik”.

  5. DerHeiner sagt:

    Ein Kind muss zu selbstverantwortlichen Medienkonsum erzogen werden und dabei
    ist ein Vorhandensein von technischem Gerät im Kinderzimmer nicht hilfreich.
    Das sagt mir der Artikel, und hier hat er Recht.

  6. Certain sagt:

    Auch sehr interessant: es gibt eine starke positive Korrelation (also einen statistisch signifikanten Zusammenhang) zwischen der länge der großen Zehe eines Menschen und der höhe seines Einkommens.

    Das eine verursacht natürlich nicht das andere, man braucht sich also nicht operativ den Fuß vergrößern zu lassen, um mehr Geld zu bekommen.

    Es ist aber mal ein interessantes (und nicht sehr schwieriges) Rätsel, diesen Sachverhalt ergründen, denn der genannte Zusammenhang lässt sich tatsächlich völlig rational und einsichtig erklären.

  7. soulrise sagt:

    Ich habe erst vor Kurzem einen Kommentar bei uns im Forum zu diesem lustigen Artikel geschrieben, der anscheinend auch hier ganz passt:
    http://www.zeit.de/2006/45/Titel-Computerspiele-45?page=all


    An dieser Diskussion sind seltsamerweise auch die Spieler selber Schuld. Ich sehe da teilweise beängstigende Aussagen von Minderjährigen im Gears of War Thread. Da ist es kein Wunder, daß wir Spieler den verbohrten Populisten auch genügend Angriffsfläche bieten.

    Die USK, und ich kann es nicht oft genug betonen, leistet hervorragende Arbeit, die weltweit nahezu einzigartig ist. Und den Menschen, die dort arbeiten und sich tagtäglich auch mit derben Schrott wie das u.a. in Aspekte gezeigte und kritisierte “Backyard Wrestling” befassen müssen.

    Das Übel an der Wurzel zu packen bedeutet meiner höchstbescheidenen Meinung nach nicht, wie ein kleiner Choleriker nach Herstellungsverboten zu schreien. Nein, man muss dafür sorgen, daß die Verantwortlichen Personen zur Rechenschaft gezogen und sensibilisiert werden müssen. Dazu gehören natürlich vor allem Eltern, der Einzelhandel und alle anderen Personen, die Jugendlichen Zugang zu Erwachsenenspielen verschaffen. Auf der anderen Seite müssen aber auch Schulen zeitgemäß Medienkompetenz vermitteln.

    Ich fordere demnach Medienkompetenz als Schulfach einzuführen, schon von der Grundschule an und geziehlte Aufklärung von Erziehungsberechtigten und anderen Personene, die für das Dillemma verantwortlich sind.

    Ebenso fordere ich Euch auf als Spieler und Videospielfans geschlossen hinter die USK zu stehen und die Altersempfehlungen der Institution zu befolgen und zu respektieren. Wir werden angegriffen, also sollten wir auch Zeichen setzen, oder?”

    Bei meinen Recherchen bezüglich des Schaffens von Herrn Lau, der für den Zeitartikel verantwortlich ist, bin ich dazu auch auf folgenden Artikel gestoßen, dem ich persönlich nur zustimmen kann:
    http://d-frag.de/blog/2006/10/24/wie-kinder-spass-am-morden-finden

  8. MadHamish sagt:

    Kleine Konkretisierung: Koinzidenz bedeutet doch “Gleichzeitigkeit von Ereignissen”. Ich würde dem Herrn Pfeiffer mal unterstellen, dass er sowas von Kausalität unterscheiden kann.
    Aber der typische Fehler der bei Statistiken gemacht wird, ist, dass zwei statistisch korrelierte Werte in eine Kausalbeziehung gesetzt werden.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Korrelation
    Wenn zwei Größen, z.B. die Anzahl der Störche und die Anzahl der Kinder, in ähnlichen Rythmen steigen oder fallen, würde man von “positiv korrlierten” Größne sprechen. Die Fehlinterpretation wäre jetzt, zu sagen, dass die Ansiedlung von mehr Störchen auch zu mehr Kindern führt (Kausalbeziehung).
    Die Aufgabe wäre in dem Fall eher nachzuforschen, was denn dazu führt, dass die beiden Größen gemeinsam steigen, z.B. könnte das an den günstigen Umweltbedingungen liegen. Aber das macht natürlich Arbeit und ist nicht ganz so simpel, wie zu sagen “A steigt mit B” also steigere ich “B” um “A” zu steigern.
    Ich kann mir schon vorstellen, dass Videospielen und schulische Leistungen statistisch negativ korreliert sind. Mögliche Ursachen dafür hattest Du ja schon aufgezählt.
    Übrigens hat zu dem Thema vor einer Weile Gunther Dueck im Informatik-Spektrum (beta-inside-Kolumne) einen ganz guten Artikel geschrieben – “Korrelateralschaden! Egal, wie!”.
    http://www.springerlink.com/content/p1578576r8584664/fulltext.pdf

  9. alien1972m sagt:

    hi boris,

    gabs es nicht mal vor zig jahren ne stude die klinisch durchgeführt wurde wo man nach gewiesen hat das spiele die reaktionsgeschwindigkeit usw erhöhnen. ich finde es gibt keinen expliziten zusammenhang zwischen gewaltgames spielenden menschen und leuten die das dann tun. denn die gabs schon immer und schon lange bevor zuse und andere die ersten elektrischen rechenmaschinen gebaut haben.

    das ist ne neue denkweise des staates immer wenn was nicht in die rosa rote welt passt findet man eine studie oder sonst was die es versucht zu erklären aber es nicht auf den punkt bringt warum es so ist.

  10. Ron Nanko sagt:

    Ausgezeichneter Kommentar – wobei eine weitere Analyse der Medien vs. Schulnoten thematik ja nun auch wieder Arbeit bedeuten würde und dann im Zweifelsfall vielleicht nicht ganz so plakative Aussagen hervorbringt ;)

    Was das Weintrinken angeht: hier ist das Problem ja weniger die Aussage an sich (positive Auswirkung der Flavonoiden des Rotweins bzgl. der Arterienverkalkung), sondern die in den Berichterstattungen häufig verschwiegenen Alternativen (Traubensaft wirkt ähnlich gefäßschützend und enthält keinen Alkohol) und insbesondere die Relation (der positive Effekt bei Wein ist so gering, dass die negativen Wirkungen des Alkohols auf die Gesundheit ihn wieder negieren).

    Kurzum: es ist für die eigene Seele einfach beruhigender, das Weintrinken mit schönen Aussagen zu verteidigen, als womöglich hinterher als Alkoholiker dazustehen.

    Und wer weiß, vielleicht ist Herr Pfeiffer mit drei ‘f’ einfach nur frustriert, weil er bei Dead And Alive immer auf die Hucke kriegt – ergo muss mit diesen Videospielen irgendwas furchtbares nicht stimmen? ;)

  11. RealityCheck sagt:

    Der größte Denkfehler, den die Studie (absichtlich?) begeht, ist, aus den Fakten, dass Mädchen GENERELL weniger Computer-/Videospiele spielen (sind eben nicht wirklich die Zielgruppe – hat da jemand mal ‘ne wissenschaftliche Erklärung dafür? Herr Pfeiffer würde jetzt anführen, dass Mädchen “von der Gewalt in sexistischen Killerspielen abgeschreckt” würden. Aber warum spielen Mädchen noch nicht mal gewaltfreie Spiele? Ich kenne zwar die neueste EA Studie, aber die vermeidet auch exakte Äußerungen zur Geschlechter-Verteilung) und dass Mädchen SCHON IMMER besser in der Schule waren als Jungen (schon vor Pong und einem TV-Gerät in jedem Haushalt), einen Zusammenhang zu erkennen.

    Deshalb, Boris, absolute Zustimmung zu deinem Artikel.

    Nicht umsonst haben Studien manchmal einen faden Beigeschmack, wenn man erstmal weiß, wer dahinter steckt. Objektives kommt meiner Meinung nach vom KFN sowieso mittelfristig nicht mehr.

  12. surfguard sagt:

    Schlimm wird’s ja hauptsächlich an der Stelle, wo aus kausal interpretierten Korrelationen Schlüsse gezogen werden. Und Pfeiffer tut das durchaus, wie ich auch bei mir gebloggt habe: Er schließt, dass Kinder, die weniger videospielen bessere Schulleistungen bringen. Also schlägt er vor, diese Kinder in Gantagsschulen zu schicken. In Kürze heißt das: Nehmt solche Kinder ihren Eltern weg.

    Jetzt wird es wahrscheinlich so sein, dass diese Maßnahme sogar greifen würde, weil sozial schwache Kinder in Gantagsschulen eine bessere Erziehung als zuhause genießen würden. Aber erstens ist die Idee trotzdem hassenswert, Kinder ihren Eltern wegzunehmen, anstatt deren Lebensumstände verbssern zu wollen. (Da wird am Symptom gedoktert, nicht an der Ursache.) Und zweitens würde ein Erfolg der Maßnahme die Vertreter der Korrelationskausalität sogar bestätigen: Siehste, kaum glotzen die Kleinen weniger, schon sind sie besser in der Schule. Und die dahinter liegende Variable wird weiter ausgeblendet.

    Ich wundere mich sehr, dass solch ein statistischer Schwachfug durch die SZ-Redaktion kommt. bei der telepolis wundert mich nix mehr. Das ist keine Redaktion, sondern eine Zusammenrottung von physikalisch gebildeten Schülerzeitungsspolemikern.

  13. DerOutlaw sagt:

    Schade ist nur, dass die Software-Industrie entweder nicht medienwirksam (schreckliches Wort, aber in dem Zusammenhang wohl am treffendsten) dagegen halten kann (weil man sie nicht fragt/einlädt/ihnen keine Gelegenheit gibt) oder will (weil man die Presse und ihre Reaktionen auf solche Themen eh schon kennt/sich verständlicher Weise davor “fürchtet”?).

    Microsoft macht doch im Moment in den USA eine Art “Roadshow” mit nem großen Bus, um den Leuten zu zeigen, wie sie mit den Jugendschutzfunktionen der Konsole umgehen können etc. . So etwas wäre doch auch mal in Deutschland eine gute Idee.
    Evtl. auch in Zusammenarbeit mit der USK. (Und dem großen Rivalen Sony? Das Thema betrifft immerhin die ganze Industrie.)

    Wenn sich die Gesetzgeber dann noch dazu durchringen könnten, die Geschäfte dazu zu verpflichten, ihre Spiele nicht nur grob nach Genres, sondern auch deutlich nach USK-Einstufungen zu trennen wäre auch den Eltern geholfen, die es nicht schaffen, einen Blick auf die Hülle des Spiels zu werfen, um den USK-Sticker zu finden.

  14. Winkeladvokat sagt:

    Zu Herrn Pfeiffer fällt mir vornehmlich die simpelste aller Weisheiten ein: “Trau keiner Studie, die Du nicht selbst gefälscht hast.”

    Übrigens hatte dieser deutsche Jack Thompson auch letztes Wochenende auf B5 Aktuell Gelegenheit, auf die Steilvorlagen der Moderatorin zu antworten. Naja, leider gibt’s auch auf der anderen Seite des Spektrums dümmliche Fanatiker. Ich erinnere mich mit Grausen an einen Austausch mit dem Redakteuer eines großen deutschen DVD-Magazins, der die BPjM allen Ernstes öffentlich als faschistische Einrichtung abkanzelte…

    Eines nur noch an dieser Stelle, um den Neid der Anwesenden auf mich zu ziehen ;-) : Meine bessere (weibliche) Hälfte zockt nicht nur mit Begeisterung – die erste XBox in unserer Wohnung ging auf ihr Konto, Kaufgrund war “Halo”, zuletzt hat sie sich F.E.A.R. zugelegt und gerüchtehalber freut sie sich gerade auf “Gears of War”. Und Herrn Pfeiffer würde meine blitzgescheite Kleine an die Wand argumentieren…

  15. retro sagt:

    Wer ist dieser “Christian Pfeiffer” eigentlich? Hab in der aktuelle GEE was über den Typ gelesen, aber als Österreicher sagt mir der rein gar nichts?

    Und dann war da noch sowas von einem Ministerpräsidenten, der auch die “einfache Antwort” gibt…

  16. retro sagt:

    Also ich hab jetzt mit Entsetzen diese beiden Artikel kurz gelesen und kann nur sagen, die Schweine fliegen bei Hr. Pfeiffer mindestens mit MACH2 am Himmel.

    Meine Güte, gab es vor 50 Jahren denn keine “schlechten” Schüler?
    - Damals gab’s keine Computer-Spiele und TV auch nicht wirklich, warum gab’s denn dann noch schlechte Schüler?

    Gibt es das Phänomen, dass Jungen zu Beginn schlechter lernen als Mädchen, nicht auch schon etwas länger?
    - Liegt das vielleicht nicht doch an Schule/Elternhaus/Milieu/Entwicklung?

    Also mein Ersteindruck von Hr. Pfeiffer ist: Simple Antworten gebend, populäre Trends mit HALTLOSEN und (IMHO) unfundierten Studien fütternd… und wie bitte? Der erklärt ernsthaft anhand von Videospielen das Bildungsgefälle in Deutschland? WOW!! Schweine. Fliegen. Am. Himmel. Mit. MACH2. Mindestens!

  17. Rikibu sagt:

    Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen…
    Diese Politiker die auf Basis solcher dahergelogenen Argumente, sollen Volksvertreter sein?
    Gott bewahre… wann gibts endlich ein Verbot für Politiker die versuchen die uninformierte Masse mit geblendeten Informationen gezielt falsch zu informieren?
    Und diejenigen die solchen Lügenbaronen auch noch eine Plattform bieten für ihr wissenschaftlich nicht belegtes Palaber auch gleich die Sendelizenz entziehen…
    Was da getan wird ist Verzerrung….

    Aber es ist natürlich einfach über eine Gruppe der Gesellschaft “herzuziehen”, wenn diese nicht auch ein Wörtchen dazu sagen kann…

    “Die Zeit” hat auch in dieses populistische Diskussion in Form einer vollkommen haltlosen journalistischen Fehlleistung mit eingestimmt.
    Ab jetzt ist “Die Zeit” = BILD

    http://www.zeit.de/2006/45/Titel-Computerspiele-45?page=all

    Wer schützt uns eigentlich vor solchen auflagen- bzw. quotengeilen Publikationen???

  18. Rizzo sagt:

    Statistiken werden und können immer so interpretiert, das man sein Wunschergebnis erhält. Das Glas ist halb voll, oder eben halb leer…
    Wenn man dann noch so “amateurhaft” herangeht, wie es der Herr Pfeiffer macht, dann steht das Ergebnis eh schon vor der Statistik fest.

    Um es mal mit den Schlußfolgerungen Pfeiffers zu versuchen:

    In den letzten 60 Jahren gab es im westlichen Europa keinen großen Krieg mehr. In den letzten 60 Jahren wurden in vielen weniger entwickelten Regionen unzählige gewalttätige Konflikte ausgeführt.
    In den letzten 60 Jahren ist die Bedrohung eines weiteren großen Konfliktes im westlichen Europa stetig gesunken, während die Gefahr einer solchen Auseinandersetzung in den weniger entwickelten Ländern stagnierte.
    In den letzten 60 Jahren hat der Medienkonsum in den westlichen Ländern überproportional zugenommen, während diese Entwicklung in den weniger entwickelten Ländern unterproportional war.

    Meine Schlußfolgerung: Je mehr Medien eine Gesellschaft konsumiert, desto weniger gewalttätige Konflikte trägt diese Gesellschaft aus. Das könnte man durchaus aus Statistiken herauslesen…

    MfG Rizzo

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