Vista Woche (2): Sicherheit

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Viren, Hacker, Phisher, trottelige User. Einer der Hauptkritikpunkte an Windows XP ist die Systemsicherheit und Windows Vista versucht hier ein gutes Stück weiter zu kommen. Aber an dieser Stelle sei mir erlaubt, mal ein paar Worte über Sicherheit loszuwerden.

Das Kernproblem der Systemsicherheit ist das Ausführen von Programmen, die man nicht kennt. Wer sich aus dem Internet Sachen runterlädt und ohne gesunden Menschenverstand auf seinem Rechner laufen läßt, der kann genausogut seine Haustür offen stehen lassen, Kreidepfeile auf die Straße zeichnen die auf den Eingang zeigen und einen Zettel an den Briefkasten hängen: Bin bis 23 Uhr nicht zu Hause.

Der wesentliche Sicherheitsfaktor ist der, nicht unkontrolliert Programme laufen zu lassen. Nun gibt es im Windows XP Universum einige Schlupflöcher, bei denen es sogar durch Angucken einer Webseite möglich ist, fremde Software unwissentlich auf den Rechner zu schieben. Diese Schlupflöcher macht Vista weitestgehend zu.

 Manchen Usern geht Vista etwas zuweit. Immer wenn eine “unsichere” Aktion gestartet wird, wird der Bildschirm schwarz und der Benutzer “Willst du wirklich?” gefragt. Das kann auch auf die Nerven gehen. Und Programme, die unter Windows XP fragwürdige Sachen machten (Dateien im Programmverzeichnis oder gar im Windows System Verzeichnis ablegen), haben jetzt das eine oder andere Kompatiblititätsproblem, denn die “Workarounds” in Vista sind nicht allwissend. Aber solche Programme habe ich eh immer gehaßt.

Natürlich wird es genug Menschen geben, welche die User Account Protection abschalten. Kein Problem, das ist wie Seiltanz ohne Netz, Profis können das, denn die fallen nicht vom Seil. Nur, wenn da wieder ein böser Virus auf der Platte landet, sollte man bitte nicht “Microsoft ist Schuld” sagen.

Ich habe dank gesundem Menschenverstand nie ein großes Problem mit feindlicher Software gehabt. Die größte Sorge war mal das neue Aufsetzen eines Rechners eines Bekannten mit Windows XP (ohne SP2 dabei zu haben), weil das Downloaden von SP2 aus dem Internet fast nicht möglich war - der Computer wurde sofort infiziert. Aus all diesen Episoden haben die Vista-Programmierer sicher gelernt.

Ist Vista absolut sicher? Nur so sicher wie der Benutzer selbst. Wer sich seine Software bei crackz.com saugt oder aus Tauschbörsen immer die frischeste Beta-Version zieht, darf sich sowieso nicht wundern. Aber auch diverse “Freeware”, die nur mal eben eine Toolbar oder anderes installiert, ist halt ein vom User sanktioniertes Eindringen in das System. Würde Microsoft die Schotten noch dichter machen, kämen zu Recht die unabhängigen Programmierer guter Software und würden schreien, daß man ihnen Steine in den Weg legt. Windows Defender versucht hier die Gratwanderung, zwischen guter und böser Zusatzsoftware zu unterscheiden. Ich bin sehr zufrieden - your mileage may vary.

In diesem Zusammenhang finde ich es schade, daß das Vista in der “Home Premium” Version nur ein “normales” Backup-Programm hat und die Luxus-Version für Image-Backups der “Ultimate”-Edition vorbehalten ist. Denn die Möglichkeit, sich schnell ein Image zu machen, bevor man doch mal so ein verlockendes Programm aus dem Internet zieht, wäre für Endkunden eine gute Sicherheitsstufe. Andererseits: Wer macht denn wirklich ein Backup bevor er das kostenlose Wettervorhersage-Programm von der Webseite die mir mein Freund geschickt hat anklickt?

14 Antworten to “Vista Woche (2): Sicherheit”

  1. Melvin sagt am February 6th, 2007 um 16:15

    Ich denke, dass bei WinXP fast immer der trottelige User das Problem war.
    Bis auf den Media Connect zur 360 hatte ich eigentlich nie große Probleme mit meinem System.
    Klar ab und zu hat man den Rechner neu aufgesetzt aber das verlief geplant und ohne Datenverlust.

    Auch wenn ich zu MAC geswitcht bin, verteufel ich nicht WinXP.
    Selbst als Supportmitarbeiter für ein großes MMORPG habe ich selten erlebt, dass nix mehr zu retten war bei WinXP.
    Manchmal waren die Fehler übertaktete Hardware die dann im Sommer nicht mehr wollte. Dank DXDIAG findet man aber auch solche Fehler von Zeit zu Zeit. ^^

    WinXP ist nicht so schlecht wie oft behauptet wird.
    imho ist OSX fürs Arbeiten im Creative Bereich aber trotzdem besser.

  2. Souljumper sagt am February 6th, 2007 um 16:20

    kannst du ein paar aussagen zu dem handbuch treffen? taugt das was oder kann man da getrost drauf verzichten?

    bin auch am überlegen vista zu holen, der 32-Bit SB Ultimate ist mir preislich sympatisch ohne auf Funktionen verzichten zu müssen, ist halt nur ohne HB und Support - ist das sehr tragisch?

  3. Bill Gates sagt am February 6th, 2007 um 16:41

    Stimmt es, dass der Internet Explorer 7 unter Vista in einer Sandbox läuft? Und gilt dies auch für andere Web-Browser bzw. beschränkt Vista diese ebenso? Vielleicht kannst du dazu noch kurz was sagen?

  4. Murke sagt am February 6th, 2007 um 16:44

    Jo hab auch aus meinen Fehlern gelernt les mir jetzt drei mal durch wohin das programm sich installieren will und ob toolbars dabei sind.
    und ja ich weiß tune up 07 macht das system nur pseudo-schneller aber es geht mir eher um die registry aufräumung die sich wirklich gut schlägt.

    hab kaum noch ausfälle oder bluescreens und XP ist ansich mit guter abschirmung ein fast perfektes BS nur Vista ist eben noch eine stufe höher und um aus der werbung zu zitieren: “Bereit für den WOW! Effekt?”

    soviel dazu ich wart ja noch auf meinen laptop also kann ich nur von den erfahrungen mit dem RC1 berichten…

  5. Boris Schneider-Johne sagt am February 6th, 2007 um 16:49

    Das Handbuch kenne ich gar nicht, sorry.
    IE7 Sandbox nennt sich “Protected Mode” und ist ein IE7 Feature - wird also nicht auf Firefox und Co ausgedehnt.

  6. IronSoul19 sagt am February 6th, 2007 um 18:13

    In der Anleitung steht nichts wichtiges drin.

    Da werden nur die neuen Funktionen wie der Jugendschutz, MP11, Media Center, Defender erklärt.

    Mehr steht da nicht drin

  7. BleedingGuitar sagt am February 6th, 2007 um 18:33

    Wobei der Protected Mode nur funktioniert, wenn die UAP aktiviert ist. Was ich schade finde, denn auf die UAP könnte ich prinzipiell verzichten, den Protected Mode finde ich dann aber doch sehr sinnnvoll (Thema Cross Site Scripting - auch auf “vertrauenswürdigen” Sites kann böses stecken, und auch IE7 wird nicht frei von Sicherheitslöchern sein - der Protected Mode würde hier aber eine Infektion verhindern).

    Generell hat sich MS beim Protected Mode einiges gedacht: auch hier werden Verzeichnisse emuliert, Window Messages an höher privilegierte Prozesse werden verhindert, … - trotzdem konnte ich bis jetzt ohne Probleme Dateien downloaden und herumbrowsen wie eh und je. So stellt man sich ein Sicherheitsfeature vor (genauso wie der Ur-XP-Paketfilter, die schlicht seinen Dienst versehen hat, ohne mit Popups & Co zu nerven). Natürlich wirft es aber auch die Frage auf, ob sich dadurch nicht evtl. auch Lücken im Protected Mode auftun könnten. Man wird sehen, ich denke aber dass das Einfallstor Webbrowser unter Vista wirklich sehr gut abgedichtet wurde.

    Generell denke ich, dass Windows Vista (aber auch XP) ein äusserst sicheres Betriebssystem ist. Der Eindruck der Unsicherheit entsteht durch zwei Dinge: einerseits die Masse der Attacken, die sich Windows ausgesetzt sieht (als marktbeherrschendes OS - Linux & Co produzieren definitiv nicht weniger Advisories, es gibt aber kaum Exploits) - andererseits die leider träge Reaktionszeit seitens MS was Security Fixes anbelangt. Nein, ich habe nichts gegen den Patchday, den halte ich für absolut notwendig und sinnvoll. Allerdings darf der Patchday einfach nicht für Zero-Day-Lücken eingesetzt werden, also Lücken die öffentlich schon bekannt sind und auch bereits aktiv ausgenutzt werden. Dafür müssen endlich ausserordentliche Hotfixes her. Punkt.

    Teils ist es echt frustrierend: MS macht sichere Produkte, man muss sich nur mal den IIS6 anschauen - 3 Advisories seit 2003, keines davon kritisch. Einen derart sicheren Webserver konnte man sich bis dato nur wünschen. Oder .NET, oder SQL Server 2005 - MS kann es. Und dann tauchen plötzlich in Office wirklich massenhaft Lücken auf für die Exploits existieren - und MS lässt bis dato 5 davon ungepatcht. Selbst ein Patchday wurde ausgelassen. Dabei ist es egal, ob Userinteraktion nötig ist (der User muss in allen Fällen ein Dokument aus einem Mail eines nicht vertrauenswürdigen Absenders öffnen) - es macht schlicht einen schlechten Eindruck, wenn solche Zero Days ungepatcht bleiben, und das auch noch so lange. Man macht sich so seinen Ruf unnötig kaputt, den man sich bei anderen Produkten so mühsam aufbaut.

    Und das ist sehr sehr schade. Und wenn MS das nicht ändert, dann wird auch Vista sehr bald einen unsicheren Ruf vorneweg haben. Denn dass Vista Lücken haben wird, ist klar. Es ist das normalste der Welt bei komplexer Software. Aber bitte, bitte liebes MS - schaut doch dass ihr für Zero Days endlich eure Patch-Politik ändert. Sonst lenkt das wieder vom an sich wirklich sehr guten Produkt Vista ab. Ich bin damit höchst zufrieden - stabil, schnell und IMHO auch sicherheitstechnisch ein ganz großer Fortschritt - auch wenn sich das natürlich erst in der Praxis noch beweisen muss.

  8. Link sagt am February 6th, 2007 um 19:57

    Ich plane ebenfalls, irgendwann auf Vista umzusteigen.. bisher fühle ich mich aber noch mit XP ganz sicher. Mich stört ein wenig die Tatsache, dass ich wenn ich mir eine Ultimate Edition System Builder kaufe und diese “nur” eine 32 bit Version sein wird, dass ich für eine 64 bit-Version erneut Vista erwerben muss… oder hab ich das im Internet falsch verstanden (würde ich doch sehr hoffen, daher meine Frage).

    Denn bisher ist mein Athlon XP Eigenbau Rechner noch ein 32bit-System, aber es steht absolut fest, dass mein nächster Prozessor entweder Athlon 64 heißt oder Intel Core Duo - beides sind 64-bit-CPUs und zwar würde ein 32-bit-System auf diesen laufen,k aber in dem Moment bin ich ein “Wenn-schon-denn-schon”-User.

    Zum Protected Mode: ich finde es gut, dass es sowas auch endlich beim IE gibt, denn genau genommen kann man zumindest schon Teile solch eines Protected Modes mit anderen Browsern unter XP (Professional) oder 2000 darstellen: man erstelle sich einen Benutzer in der Gruppe “Gäste” - über den Gruppenrichtlinieneditor entziehe man diesem so ziemlich alle Rechte.. und öffnet dann seinen Wunschbrowser mithilfe des “Ausführen als”-Features als dieser Nutzer. Geht mit allen Browsern, aber man kann hier zurecht sagen: diese Variante ist umständlich, erfordert Fachwissen sowie die Professional Version von Windows XP oder Windows 2000 - für den Otto-Normal-Benutzer ist da das Konzept von WIndows Vista durchaus besser, weil da das oben genannte praktisch ohne Zutun umgesetzt wird. Aber wenn wir schon bei dem Thema sind: Wird es denn unter Vista möglich sein, als Programm-Entwickler für sich solch eine Sandbox zu schreiben, denn zumindest was meine Programmierkenntnisse hergeben, war das unter XP nicht möglich?

    So, genug: ich freue mich auf Vista.. aber wirklich die wichtigste Frage ist: wenn ich demnächst eine 64bit-CPU kaufen sollte.. sollte ich solange mit Vista warten oder kann ich aus einer 32-bit-Version durch Reinstallation eine 64bit-Version machen?

  9. DS_Nadine sagt am February 7th, 2007 um 2:11

    Uiii, das es eine Systemintegrierte Backup-Lösung gibt wusste ich gar nicht. ^_^

    Fand die Vorstellung von Mac OS X’s Leopards “Time Machine” gigantisch, werd mir Vistas Backup-Funktion jetzt aber beizeiten doch noch mal genauer angucken. Hoffe es kommt da ran. :-)

    Gibt es eigentlich nicht so einen cool moderierten Rundgang durchs Betriebssystem, als Video? Ich will jetzt nicht andauernd die Konkurrenz nennen, aber Apple ist sehr gut darin ihre Neuerungen auf den Keynotes sehr vorteilhaft zu präsentieren. Wenn’s jetzt sowas auch für den Pöbel leicht findbar von Microsofts Seite gäbe wäre ich sehr angetan. Denn bisher war ich vom noch nicht verfügbarem Leopard begeistert, Vista hingegen hat bis jetzt auch aufgrund negativer Presse kaum Beachtung gefunden.

    Letzteres liegt auch daran das die Vista “Lizenz” ja soweit ich weiss an einen Rechner gekoppelt ist, oder? Bzw. nicht beliebig oft (auf verschiedenen Rechnern) aktiviert werden kann. Oder ist das wieder ein Halbwissen? Wäre schön wenn Du da noch mal was zu bloggen würdest. Ich HABE nämlich eine Vista Lizenz von meiner Firma zur Verfügung gestellt bekommen, aber ich wollte es zu Testzwecken bevor ich mein Arbeitssystem evtl. schrotte, weil es zwangsläufig mit teilweise veralteter Software läuft, auf meinem Notebook installieren und testen. Sozusagen nur vorübergehend. Habe aber Angst dass ich damit meine Lizenz verpulvere, also nutze ich sie gar nicht, was auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein kann.

  10. SniperFood sagt am February 7th, 2007 um 8:29

    Das tolle an dem Backup der Ultimate und der Enterprise Version ist doch eigentlich, dass das Image File es als virtuelle Maschine gestartet werden kann. Und eben in diese Virtuelle Maschine kann ich meine Software zum Testen installieren. Leider dauert es noch einen Moment bis Microsoft Virtual PC 2007 fertig gestellt hat, aber die jenigen die Zugriff auf die Beta Versionen haben, können sich zusammen mit Vista einen wirklich guten Eindruck von der Image Backup Funktion machen.

  11. Dummvogel sagt am February 7th, 2007 um 22:29

    Also ich habe die Business-Version von MSDN-AA und bei mir sieht der Backup-Bildschirm genauso aus. Sicher dass das nur die Ultimate kann?

  12. BleedingGuitar sagt am February 9th, 2007 um 13:19

    Business kann auch alle Backup-Funktionalitäten die Ultimate kann. Bei den Home-Versionen sieht es schlechter aus (kein Volume Shadow Copy).
    Time Machine von Apple ist genau das, was es in Windows Server 2003-Domänen für XP-Clients schon seit Jahren gibt und eben seit Vista auch client-only (soviel zum Thema MS kopiert von Apple *G*). Ich finde es schlicht unter Windows bedeutend professioneller umgesetzt. Apple’s Implementierung ist halt typisch Apple sehr marketingtauglich (inklusive seines DAU-Namens Time Machine) und lässt sich besser verkaufen als die Verison in Vista oder Windows Server.
    Was die Aktivierung betrifft: du kannst Vista auch auf einem anderen PC installieren, sofern du die selbe Version zuvor vom alten Rechner komplett entfern hast. Es kann aber sein, dass eine telefonische Aktivierung nötig ist.
    32+64 Bit gibt es nur in der Ultimate Voll- oder Updateversion, nicht bei Systembuilder (in einer Systembuilder-Version wäre es ja doch auch etwas unlogisch, beides draufzupacken).

  13. naOkO benOire sagt am February 9th, 2007 um 22:45

    Ich finde an der VÖ von Vista die Kehrtwende der XP Hasser sehr interessant. Was wurde sich darüber lustig gemacht, als Bill bei der Vorführung von XP das System abgestürzt ist. Wie sehr wurden die ganzen Updates kritisiert, : “Microsoft könne nicht mal nen fertiges Produkt auf dem Markt bringen - ohne ständig nachbessern zu müssen”, war häufig zu lesen..

    Jetzt, wenn ich die Kommentare in Foren studiere, ob ein Vista angeschafft werden soll oder nicht, kommen plötzlich viele gute Eigenschaften ans tageslicht, plötzlich ist Microsoft XP System doch nicht so schlecht, was viele als Argument gegen Vista liefern.

  14. alien1972m sagt am February 10th, 2007 um 18:07

    Boris zu den Problem damals bei deinen Bekannten schon im UR-XP gab es ne Firewall und ein paar Dienste abschalten schon wäre das nicht passiert. (auch aus schmerzlicher Erfahrung gelernt).

    Zu Vista dank deines AG habe ich ne Ultimate NFR und Office bin bis jetzt sehr zufrieden sogar mein zu Anfangszeiten von XP geschriebenes Spiel ein Schiebepuzzle läuft ohne Probleme (nicht mal die UAC schreit).

    Aber eine Grosse Frage hätte ich an wem wende ich mich wenn ich ein Loch gefunden habe. (man kann in Outlook 2007 E-Mails und alles andere löschen ohne das der User es mit bekommt. Bedingung Outllook läuft)
    Ansonsten ist es sehr gelungen und gut einzusetzen.

    Danke für den Tip mit den Image daran habe ich noch nicht gedacht aber da Vista besser ist als XP sollte es mindestens 4 Jahre dauern eh ich es neu Aufsetze.

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