na, zumindest nicht “Love“, das Beatles-Remix-Album, welches mit großem Getöse vor einigen Monaten erschien. Nach drei Durchhörungen in zeitlichem Abstand ist mein Gesamturteil: Lennon/McCartney war/ist noch Genies. So gut, daß man deren Krempel kaum remixen darf. Zum Beispiel darf man Sgt. Pepper nicht aus seiner Reihenfolge reißen. Ein Album hört entweder mit “A Day in the Life” auf oder das Stück gehört nicht auf das Album. Und Klangcollagen wie “Lucy in the Sky” zu remixen ist auch Blasphemie, denn da war die Collage an sich das Kunstwerk, nicht die Melodie.
Wenn dann da nicht “Eleanor Rigby” wäre. Da hat George Martin wohl tatsächlich die Quellelemente retten können und das Stück einfach nur technisch aufgemotzt: McCartney klingt, als stände er im Zimmer, die Streicher können geortet werden, kein Rückfall in einfache Drei-Kanal-Technik mehr (wobei schon die Version auf Yellow Submarine deutlich besser war als das Original). Das Stück, in der Love-Version, muß einfach jedem eiskalte Schauer über den Rücken treiben. Da ärgert nur, daß es übergangsfrei in was anderes belangloses reinschwingt. Dieses Lied hätte ich gerne als Single.

Das hab ich mir schon fast gedacht, daher hab ich mir das remix Album noch gar nicht angetan. Ich finde die Originale fast schon zu genial, um sie anders aufzulegen. Naja, eine Ausnahme gibts dann doch, denn Frank Zappa hat mal die Stücke “Lucy in the Sky with Diamonds” , “I am the Walrus” und Norwegian Wood” mit pompösem Sound auf einem Konzert gecovert. Diese Fassungen sind echt klasse, wenn auch die Texte (auf sehr witzige weise) abgeändert wurden…
Tja,
für mich als eingefleischten Beatles (speziel John Lennon) Fan ist das “Love” Album schon eine Art Reise ins Land der Blaumeisen.
Auf der einen Seite ist es eine tolle Sache von George Martin zu versuchen den Klassikern der Musikgeschichte auf diese Art neues Leben einzuhauchen. Allerdings muß ich sagen (habe mir die Special Edion mit 5.1 DVD gekauft) und lasse Sie spaßeshalber bei schreiben dieser Zeilen nebenher laufen, das ich die pure alte Produktion bevorzuge.
Eine Kombination finde ich allerdings dennoch extatisch und wundervoll gelungen. Track 14 (Within you without you /tomorrow never knows) gibt, bei entsprechender Phonezahl ein irrsinniges Klanggefühl, vor allem in den Passagen in denen Ringo sein triebendes Schlagzeug George Harrisons Gesang trägt.
Kurzum gesagt, das Album ist was für Sammler wie mich, aber der normalsterbliche Beatles Freund sollte besser die Finger davon lassen um keinen falschen Eindruck von der schöpferischen Qualität des größten Schreiberduos der modernen Musikgeschichte zu erhalten. Lennon/McCartney Songs waren zumeist von genialer Direktheit und klarer Aussage geprägt, das kranke Let it be Album vielleicht ausgenommen.