Killerbücher

Bücher, Videospiele Kommentar hinzufügen

Spiegel Online sagt es nur in einem Nebensatz: Dass Cho gewaltverherrlichende Bücher kaufte und verkaufte, ist nur bedeutungsvoll, wenn man sein gewaltsames Ende kennt - obwohl das weit ungewöhnlicher ist als die Beschäftigung mit gewalthaltigen Videospielen, mit denen Cho aber nichts zu tun hatte. Bisher hat sich jedoch kein Kriminalpsychologe oder Politiker gemeldet, um nach einem Verbot von Büchern zu rufen.

20 Antworten to “Killerbücher”

  1. Souljumper sagt am April 23rd, 2007 um 7:36

    killermusik, killertheaterstücke, killerbücher, killerfilme - man kann eigentlich fast alles mit dem prefix “killer” versehen ohne im unrecht zu sein. es gibt überall beispiele in denen kaltblütiger mord/rohe gewalt für hohe verkaufszahlen gesorgt hat.

    man sollte steven king verhaften, bevor leute dazu animiert werden dinge aus seinen bücher nachzustellen :P.

    solange die medien aber die killerspiele als das böse der welt darstellen, werden wohl die wenigsten leute auf diesen gesichtspunkt aufmerksam werden.

  2. DreiPeso sagt am April 23rd, 2007 um 9:02

    Ich hab ja schon seit langem den Verdacht, dass dieser Ober-”Killerspiele”-Verbieter aus Niedersachsen nur gegen diese Spiele ist, weil er eher ein Problem in der Computerspiel-Sucht sieht als in den Spielen selber. Dasselbe denke ich von Beckstein wobei der noch zusätzlich vom Fernsehen gesteuert wird. Das ist natürlich nur meine ganz persönliche Meinung ;)

    Ausserdem glaub ich auch, dass besonders ARD und ZDF Computerspiele allgemein auf den Index setzen wollen, damit endlich die “verirrten” Schafe auf hören ihre kostbare Zeit mit Computerspielen zu “vergeuden” um mehr Zeit in so “wertvolle” Aktivitäten wie ARD und ZDF gucken investieren zu können.

  3. RushOliver sagt am April 23rd, 2007 um 10:10

    Man könnte ja gewaltverherrlichende Bücher und Videospiele, Musik und Theaterstücke medienwirksam in einer einzigen Nacht verbrennen? Eventuell wäre Herr Beckstein für diese Idee “Feuer und Flamme”. ;-)

  4. Duncan_Idaho sagt am April 23rd, 2007 um 10:28

    Kürzlich stand ich vor einem Laden und die warben mit “Killerpreisen”….hmm…..

  5. Cramer sagt am April 23rd, 2007 um 11:34

    Man sollte einfach einen Trend draus machen um dem Killer-Geschwafel den Wind aus den Segeln zu nehmen. Alles einfach mit der Vorsilbe Killer versehen. Als Werber hätt ich an ner “Killer”-Kampagne bestimmt ne menge Spaß ;)

  6. Evin sagt am April 23rd, 2007 um 11:53

    >DreiPeso
    >Ich hab ja schon seit langem den Verdacht, dass dieser Ober-”Killerspiele”-
    >Verbieter aus Niedersachsen nur gegen diese Spiele ist, weil er eher ein
    >Problem in der Computerspiel-Sucht sieht als in den Spielen selber
    ——————————————

    Imho nein. Es geht hier um Stimmenfang auf übelste populistische Weise.
    Die Eltern werden gezielt verunsichert und mt Horrorszenarien bombardiert und selbst bietet man sich dank Generalverbot als Retter an.

    Wählt mich, und eure Kinder sind vor der Killerspiel-Thyrannei sicher!

    (Bzw. ihr braucht euch auch weiterhin nicht darum kümmern, was eure Kinder spielen… )

    @RushOliver:
    Sofern Herr Beckstein standesgemäß in der Mitte festgebunden wird, steuere ich gerne ein paar Klassiker der Killerspiel-Szene bei.

  7. BleedingGuitar sagt am April 23rd, 2007 um 12:09

    “Killerspiele” lassen sich halt gerade deshalb medienwirksam als Sündenbock hinstellen, weil es für viele Menschen einfach ein unbekanntes Terrain ist. Bücher kennt jeder, Filme kennt jeder … aber Spiele sind halt großteils ein Bereich, mit dem sich junge Menschen beschäftigen, zu denen die meisten Politiker und auch eine große Schicht der Bevölkerung nicht zählen. Da ist ein Vorurteil schnell einmal gefällt wenn einem das jedes Medium, das Auflage machen will, tagtäglich reindrückt.

  8. NS6 sagt am April 23rd, 2007 um 12:48

    Ja diese Vergleiche sind schon was feines. Da fühlen sich jetzt einige Politiker wohl ganz kalt und auf dem falschen Fuß erwischt.

    RECHT SO! :D

  9. Wataru2001 sagt am April 23rd, 2007 um 13:44

    Das schlimmste Killer-Buch ist die Bibel. Da sind schlimmere Sachen drin als in American Psycho… Vielleicht sollte man da mal ein paar Dinge eindeutschen. Dann schreit Jesus am Kreuz demnächst:

    “Ich verliere Servo-Öl!!!!”

    Sorry, aber ich hielt den für angebracht.

  10. Link sagt am April 23rd, 2007 um 14:41

    Ich muss mich da BleedingGuitar anschließen.. so mag zwar Cho nichts mit Video- und Computerspielen zu tun haben.. aber auf Bücher schieben, das werden sich die Medien mit Sicherheit nicht trauen.

    Ich glaube, dass am Ende eBay und Online-Shops zum Sündenbock werden. Zwar haben sich diese deutlich stärker als Spiele etabliert, suspekt sind sie jedoch nach wie vor sehr vielen.
    Oder es läuft am Ende doch darauf hinaus, dass es die Killerspiele waren, weil Cho einen Fernseher hatte, der G4TV (ähnlich wie Giga in Deutschland) empfangen konnte.. und Killerspiele werden dann noch schlimmer, weil sie schon beim Anblick zu Mördern machen.

  11. ManfredH sagt am April 23rd, 2007 um 15:28

    Neues aus UK:

    Eine 107-seitige Studie besagt, dass (!!!) bei interaktiven Medien eine größere Distanz zum gezeigten Geschehen besteht, als bei Spielfilmen. Konsequenz daraus ist, dass das dortige Bewertungssystem überdacht wird – wahrscheinlich kriegen in Zukunft nur noch Krass-Brutalo-Spiele-die’s-wirklich-verdient-haben eine 18er Wertung (Manhunt? Sonst noch was?) und der Rest kann ab 15 gezockt werden…

    http://www.mcvuk.com/news/26682/BBFC-to-rethink-age-guidelines

    Fragt sich nur, ob diese Studie irgendwann in einer Reportage angesprochen wird oder wie so oft als “Einzelfall” unter den Teppich gekehrt wird.

  12. ReVcore sagt am April 23rd, 2007 um 18:10

    Wenn das alles verboten werden soll was die wollen, dann können die mit Filmen anfangen und Altersfreigaben wie bei Casino Royal überarbeiten ( müsste ab 18 sein da “gekillt” wird ). Ich würde sagen das Beckstein und Co. die sogenannten Killerspiele nur verbieten wollen, weil sie es nie auf die Reihe bekommen haben
    die anderen Spieler zu treffen. Sind dann sicher immer mit Tränen in den Augen vom Server gegangen. :)

  13. frankmathy sagt am April 25th, 2007 um 10:24

    Man sollte auch von “Killerpolitikern” reden. George W. Bush wäre da ein guter Kandidat für.

  14. Rizzo sagt am April 25th, 2007 um 11:43

    Erinnert mich an zwei Situationen aus meiner Schulzeit:
    1. Klasse, 2. oder 3. Religionsstunde:
    Adam und Eva sind die einzigen Menschen auf der Welt, bekommen zwei Söhne, der Eine erschlägt den Anderen und geht in eine Stadt (?) und nimmt sich eine Frau (???)… Mein Kommentar damals: Das Buch ist total bekloppt, wie kann das sein? Lehrerin: Ich soll nicht so doofe Fragen stellen…
    6. oder 7 Klasse: Romeo und Julia gelesen und Aufsatz drüber geschrieben: Meine Zusammenfassung: Die blutigste Liebesgeschichte aller Zeiten… dick vom Lehrer mit Fragezeichen markiert…

    Die Bibel ist für mich noch heute eines der brutalsten und wirrsten Bücher aller Zeiten und Romeo und Julia auch noch die blutigtse Romanze die ich je gelesen habe… Ich Zweifel bei beiden an den Geisteszustand der Autoren…

    Wieviele Bücher, bzw. Autoren müßten eigentlich in die Klappse geschickt werden, wenn deren Geisteszustand anhand der Leichen und Gewaltdarstellungen in ihren Büchern beurteilen will ??? Darf man die Bibel schon in der ersten Klasse lesen, bzw sich vorlesen lassen… Dürfen Bücher wie Romeo und Julia, Hamlet, Animal Farm oder BraveNewWorld überhaupt in jugendliche Hände gelangen? Dort entseht die Gewalt und die Bilder der politischer Idiologien aktiv im Kopf, brennen sich viel intensiver ins Gedächtnis ein…

    Wo machen wir denn irgendwann mal Schluß mit der Hexenjagd? Wenn ich jemanden Kreuzigen würde, dann wäre aber sicherlich nicht die Bibel schuld an der “Nachahmungstat” sondern ein irgendein böses Computerspiel oder TheLifeOfBrian, weil da die Kreuzigung verharmlost wird…

    Vielleicht denkt die Politik mal über die wirklichen Ursachen nach… anstatt Ausreden für ihr Versagen zu suchen…

    MfG

  15. marc sagt am April 25th, 2007 um 23:56

    liebe herren mit den deckchen aus dem altersheim: die machen die grafik jetzt schon x-tra so scharf damit man selbst mit kassengestell sieht das das fantasie ist. jeder mtv comic ist brutaler (da werden tieren die mindestens so süss sind wie der kleine weiße knut das hirn freigelegt), schon mal in letzter zeit im kino gewesen und filme wie saw 1-3 näher betrachtet? oder dsds? oder die gewalt beim fussball? was ist mit dieter bohlen (was darf der alles im fernsehen sagen und seine teilweise unter 18 jahrigen kandidaten vor der fernsehnation blossstellen)? was ist mit sido und bushido? dürfen die ständig f++ck dich und deine mutter sagen? ist das gut für unsere kinder? was ist mit big brother? keine guten themen für die nächste wahl?

    ich denke wenn der rückschluss ist das gewaltspiele “bessere” schützen und attentäter machen, dann sollten langsam mal “Schulbankspiele” rauskommen damit die nächste pisastudio besser aussieht und “politikerspiele” damit die renten auch weiterhin sicher sind. LOL

    ich kann es nicht verstehen, das ein staat denkt, er kann auf der einen seite angebliches “trainingsmaterial” verbieten, aber den dienst an der waffe von seinen jungendlichen selber fordern.

    einfach mal vor der nächsten wahl fragen wie der örtliche kandidat zum thema steht und seine kreuz davon abhängig machen :-)

  16. Homer Morisson sagt am April 26th, 2007 um 11:16

    Das Medium Computer-/Videospiel macht im Moment in etwa das Gleiche durch, was seinerzeit das Medium Fernsehen durchmachen musste;
    Die volle Wucht der, aus Unwissenheit, Desinteresse und Manipulation durch die Politik(er) entstanden, gutbürgerlichen Xenophobie.

    “Was ich nicht kenne, macht mir Angst! Verbrennen wir es lieber, bevor sich herausstellt, daß es wirklich böse ist!”

    Es ist doch auch viel leichter, den “Killerspielen” die Schuld an allem zu geben, statt sich einmal zu fragen, was die Gesellschaft und die sog. Politik wirklich falsch gemacht haben.

    Wenn den Jugendlichen heutzutage, sei es durch ein verkrachtes Elternhaus oder ein schwieriges soziales Umfeld, jeglicher Selbstrespekt genommen wird, wie sollen sie dann das Leben eines anderen Menschen respektieren können?

  17. Dr._Nemesis sagt am April 26th, 2007 um 19:18

    Hy ich lese schon ewig lange hier die Beiträge auf Dreisechzig.net
    und schreib heute meinen ersten Beitrag.
    Zum Hintergrund: Da ist der erste Absatz aus meinem Lieblingsbuch “Die Orks” und das geht 800 Seiten so weiter, und Bitte Bitte Rennt damit nicht zu Politikern sonst sind auch bald Bücher auf dem Index.
    Ach so noch was das Buch ist frei verkäuflich ohne Altersbeschänkung etc.

    Vor lauter leichen konnte Stryke (Ork) den Boden nicht mehr sehen. Er war Taub von dem Geschrei und vom Klirren des Stahls. Trotz der Kälte stach ihm der Schweiß in die Augen.Seine Muskeln branten sein Körper schmerzte. Blut Schlamm und verspritzte Hirnmassen beflekten seinen Wams. Und jetzt gingen noch zwei von den widerlichen, weichen rosa Geschöpfen (Menschen) auf ihn los.
    Er genoss den Spass.
    …. Das Schwert bohrte sich in den Bauch seines Feindes. Stryke riss es rasch aufwärts, tief und fest, bis es eine Rippe traf und Gedärme aus der Wunde glitten. Das Geschöpf (Mensch) ging mit verdutzter Miene zu Boden……..

    Und so gehts weiter und weiter und es macht ein höllen Spass das zu lesen.

    Ich frage mich nur was schlimmer /aktiver ist wenn ich soetwas Spiele oder wenn ich mir soetwas mir vorstelle während ich lese.

    Ach und noch was stellt euch sowas als Spiel vor.. da währe die Kettensäge aus dem indizirten 360 Spiel Kinderkram .

    mfg Dominik

  18. Falcon sagt am April 27th, 2007 um 0:37

    >Bisher hat sich jedoch kein Kriminalpsychologe oder Politiker gemeldet,
    >um nach einem Verbot von Büchern zu rufen.

    Wahrscheinlich weil die meisten Politiker noch nie ein Buch von innen gesehen haben.

  19. Homer Morisson sagt am April 28th, 2007 um 8:21

    >Wahrscheinlich weil die meisten Politiker noch nie ein Buch von innen gesehen >haben.

    Ach was, jeder Politiker der etwas auf sich hält, hat im Regal alle Ausgaben der “Kleinen Demagogen-Bibel”.

  20. Balmung sagt am May 11th, 2007 um 12:20

    Also ich hab ja den Eindruck, dass Leute wie Beckstein und Co einfach absolut nichts mit Videospielen anfangen können und kein Verständnis dafür haben, wie Leute einem solchen Hobby - nichts anderes ist es ja - nachgehen können. Nur zeigt mir mal Jemanden, der wirklich mit jeder Art von Hobby etwas anfangen kann… Niemand kann wirklich jedes Hobby, das man haben kann, nachvollziehen.

    An sich ist das ja auch nicht das Problem, das eigentlich Problem ist, dass auch wenn man etwas nicht versteht, man es akzeptieren können sollte und das können Leute wie Beckstein wohl nicht, die wollen viel lieber die Retter der Menschheit spielen und die Menschheit vor einem Hobby retten, dass sie nicht akzeptieren können/wollen.

    Meiner Meinung nach haben solche selbsternannten Retter der Menschheit selbst eine Therapie nötig, da sie ein persönliches Problem haben mit dem sie nicht zurecht kommen…

WP Thema & Icons by N.Design Studio. Deutsch: S.Breuker
Einträge RSS Kommentare RSS Log in