Spiele kaufen? Warum? (Update)

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OK, liebe Spielezeitschriften, jetzt habt Ihr es endgültig übertrieben. Welcher Mensch soll sich dieses Weihnachten überhaupt noch ein Spiel kaufen? Zählen wir mal auf, was ich gerade am Kiosk nachgeschmissen bekomme (in rein zufälliger Reihenfolge und ohne Anspruch auf Vollständigkeit!):

  • Computer Bild Spiele: Siedler 4 (und Cold Zero…)
  • PC Games: Diablo 2
  • Gamestar: Freespace 2, Fallout 2, Sacrifice, MDK 2, (und Stealth Combat…)
  • PC Powerplay: No One Lives Forever 2
  • PC Action: Empire Earth, I-War 2
  • Bravo Screenfun: Shadowman (OK, das fällt dann langsam aus dem Gesamtbild raus)
  • Videogames Aktuell: Anno 1602

Sorry, das bringt Euch letztmalig eine grandiose Auflage, aber was wollt ihr nächstes Jahr machen? Und wie erklärt Ihr gleichzeitig dem Spieler ernsthaft, das €50 für einen Titel eine gute Wertanlage sind? Wer geht da noch zu Pocher Markt, äh Media Markt? So macht Ihr die Ware Computerspiel kaputt. Und Eure eigenen Hefte übrigens auch. Schliesslich kann kein Chefredakteur mehr sagen “Diesen Monat war unser Heft toll”, sondern “Diesen Monat war die Vollversion toll. Leider weiss ich nicht, wieviele Leute das Heft einfach so genommen hätten”.

Für die vielen nutzlosen Spielfilm-Beilagen auf TV- und Heimkino-Zeitschriften gilt nahezu dasselbe, wobei da keine solchen Blockbuster verheizt werden, sondern nur gut abgehangene B-Minus-Ware. “Heavenly Creatures” anyone?

12 Antworten to “Spiele kaufen? Warum? (Update)”

  1. n¦tropie sagt am November 24th, 2004 um 19:53

    Uraltes Problem, das niemand wahrnehmen will. Macht ja nix, sagt die Musikindustrie. Und Dirk Bach hält die Laudatio.

  2. Carlo Zottmann sagt am November 25th, 2004 um 11:23

    Oh, I-War 2… Okay, das war nicht hilfreich, ich weiß. Hauptsache, Hefte werden verkauft, die Qualität ist nicht entscheidend. Ist wie auf dem Onlinemarkt, ich kenn das aus der Firma: Hauptsache Page Impressions, der Rest ist egal.

  3. Petra sagt am November 25th, 2004 um 12:29

    Hey Boris, du weißt doch, wie es ist. Einer fängt an, hat Erfolg damit…der Rest ist Schweigen, bzw. Vollversion. Glücklich sind wir da alle nicht mit. Ich habe es auch lieber, wenn ich Leserbriefe bekomme, die die guten Artikel loben statt die supi Spiele auf der DVD.
    Ich sitze hier, schreibe einen Artikel und gräme mich. Das hast du nun davon. Toll!

  4. Thomas sagt am November 25th, 2004 um 12:56

    Naja, aber ich denke der Fehler ist da eher in der Industrie selber zu suchen - mal ganz ehrlich, mit einem Diablo 2 auf der Cover CD würde sich ein Magazin auch noch verkaufen wenn es nur noch Werbeanzeigen enthielte - warum sollte man als Heftemacher also darauf verzichten? Insofern denke ich, der Aufruf muß an die Industrie gehen, diesen Wahnsinn zu stoppen.
    Mal eine Frage eines sehr nationalen Lesers - ist dass im Ausland eigentlich auch so schlimm?

  5. Anonymous sagt am November 25th, 2004 um 14:37

    Aber, liebe Zeitschriftenleute, es gibt auch Spieler und Käufer wie mich, die das Heft ohnehin WEGEN DER QUALITÄT abonniert haben (und sich dadurch auch durch PCPP nicht abbringen lassen werden), die alle wirklich guten Vollversionen (zB Fallout 2) ohnehin schon vor Jahren im amerikanischen Original für Vollpreis-US-Dollar gekauft haben, und die, selbst WENN sie mal ein anderes Heft wegen einer Vollversion kaufen (”5 EUR für ein Spiel, das 5, aber keine 20 oder 50 EUR wert ist”), nach wie vor regelmäßig das eine wirklich gute Heft lesen, das sie aus irgendeinem Grund zu ihrem persönlichen Favoriten gewählt haben (ich fishe hier jetzt nicht for compliments). Effekt: Ich lese das kompetente Heft mit den guten Artikeln immer, und manchmal kaufe ich halt für ein paar Kröten ein altes, aber gutes Spiel extra. - Deshalb kaufe ich aber keine einzige Vollpreisversion weniger, denn entweder ist es so toll, daß ich es eh sofort kaufe (Knights of Honor, FM 2005), oder ich warte eh ein Jahr auf Preise um die 20 EUR. - Zu Eurer Beruhigung: Es ist ja für mich als Leser viel zu schlecht kalkulierbar, ob genau ein bestimmtes Spiel, das ich haben will, irgendwann mal als Heft-Vollversion erscheinen wird oder nicht. Die Chance ist doch 1:500 mindestens. Also Ist Eurer wirkliches Problem, daß Spiele nach einem halben oder ganzen Jahr nur noch 15 oder 20 EUR kosten und nicht, daß sie nach 3 Jahren in einem Heft 5 EUR kosten.
    Schlunz

  6. Anonymous sagt am November 25th, 2004 um 15:37

    Die Spiele sind meist ja schon recht gut abgehangen. Und für jemanden, der gerne daddelt, aber kaum Kohle übrig hat, sind solche Cover-CDs die letzte Hoffnung. Als Jäger und Sammler habe ich auch lieber die Box mit Originalanleitung, aber in Euro-Box-Zeiten ohne gedrucktes Handbuch, aber mit Preisen jenseits der 50 Euro fühl ich mich ehrlich gesagt verarscht.

    Es gibt etliche Computermagazine da draußen, die ich unter normalen Umständen nicht mal mit der Kneifzange anfassen würde. Also erbarme ich mich bei einer guten Cover-CD mal. Ansonsten habe ich mein Abo für eins der führenden PC-Magazine. Und wenn da auch mal so ein Kracher, wie z.B. “Arx Fatalis” drauf ist, dann freut’s mich zusätzlich. Und als Trost für Petra: Ja, Deine Artikel werden gern gelesen!

    Das macht die Spielebranche sicherlich nicht kaputt, weil die Spiele aus ihrem primären Veröffentlichungszyklus schon raus sind. Oder würde heute jemand noch den Vollpreis für “Industriegigant 2″ bezahlen wollen?

    Ich glaube nicht, dass Spielefreaks mit dicker Kohle boshafte Kaufzurückhaltung üben, nur weil die anvisierten Titel später vielleicht mal in der Preispyramide oder auf einer Heft-CD auftauchen. Als Schnellkäufer einiger Toptitel wird man von der Spielebranche außerdem gerne mal als Testkarnickel mißbraucht (Steam???)

    Spiele pushen den Hardwarehunger, so dass meine Kiste nach 2 Jahren obsolet ist. Warum sollen dann Spiele nach 2 Jahren nicht auch verramscht werden? Betrachtet diese Entwicklung mal aus dem Blickwinkel des kleinen Geldbeutels.

    Vosla

  7. Roland sagt am November 25th, 2004 um 19:04

    Ich kaufe Spiele entweder neu, kriege sie zum Test geschickt (zuletzt mehr 1. als 2.) oder warte, bis sie auf eBay günstig angeboten werden. Muss eh gestehen, dass ich tendenziell mehr Konsolen- als PC-Spiele, erm, spiele. In den USA hält sich die Vollversioneritis deutlich in Grenzen. Gut so.

  8. Anonymous sagt am November 26th, 2004 um 23:48

    Vielleicht werden so aber auch neue Computerspielekäufer rekrutiert.
    Denn wer bisher 3D-Shooter ablehnte, weil ihm das dumpfe Gemetzel nicht zusagte, ändert nach einem durchzockten Spiele-Wochenende mit dem humorigen „No One Lives Forever 2“ vielleicht gänzlich seine Meinung und greift im nächsten Pocher Markt beherzt zum „Dumpfen Gemetzel²/III“.
    Außerdem bekommen Perlen wie Sacrifice, welches in der Gunst zahlender Spielefreaks wohl nicht auf den vordersten Plätzen lag, eine weitere Chance zu beweisen, dass jenseits langweiliger Neuaufgüsse und Schießmichtotspielen mit noch(!) besserer Grafik durchaus Wunschzettelobjekte existieren.

    Muhkuh²

  9. Roland sagt am November 27th, 2004 um 0:16

    Vielleicht werden so aber auch nur Leute dazu erzogen, keine neuen Spiele zu kaufen, weil die ja eh eines Tages als Vollversion einem Heft beiliegen.

  10. Petra sagt am November 27th, 2004 um 12:42

    Roland, schöner schlimmer Gedanke. Und so wahr. Und so scheiße. Und überhaupt. Ich geh jetzt weinen.

  11. Anonymous sagt am November 27th, 2004 um 14:41

    Nur wer hat die Nerven und spekuliert fast fünf Jahre darauf, endlich Diablo2-CDs aus einer Zeitschrift herausreißen zu können, Herr Austinat? Zumal, wie weiter oben bereits geschrieben, die Wahrscheinlichkeit für ein solches Ereignis für den Käufer ziemlich schlecht kalkulierbar ist.
    Leuten, die mal eben zum Elektronikmarkt wetzen, um sich einen Nintendo DS zu besorgen, ist wohl schwer zu vermitteln, dass gerade der jüngere Teil der Zielgruppe nicht immer so liquide ist, sich mehr als dreimal pro Jahr mit einem Vollpreisprodukt aus den Regalen von Mediamarkt und Konsorten zu versorgen. Bleiben also der Zeitschriftenkauf, Ladendiebstahl, Raubkopieren oder andere schurkische Tätigkeiten als Wege, hin und wieder ein Computerspiel zu ergattern.
    Für die Spieleindustrie gibt es also Extrakohle und eine gute Möglichkeit zur Akquisition, für die Magazine höhere Verkaufszahlen und für den Spieler eine größere Auswahl an Spielen in seinem finanziellen Rahmen. Kaum zu glauben, dass größten Profiteure dieser Methode da aufschreien.
    Die Filmindustrie kann schließlich auch überleben, obwohl ihre einstigen Blockbuster nach einigen Jahren im TV zu bewundern sind.

    Muhkuh

  12. Anonymous sagt am January 12th, 2005 um 12:11

    Auf Spielemagazine.de gibt es eine Übersicht der aktuellen und vergangenen Zeitschriftenbeilagen.

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