Ferrari, Harry, Mario

Von Boris, Do, 17. Jun 2010 15:07

Und wieder eine Handvoll Bilderimpressionen von der E3. Sorry, dieses Jahr komme ich gar nicht so viel zum Fotografieren wie ich dachte.

E3 2010 Bilder – Dienstag

Von Boris, Mi, 16. Jun 2010 01:21

Hier ein paar Impressionen vom ersten Tag der E3. Und gleichzeitig ein Test von NextGen Gallery auf WordPress. Mal sehen, ob der Server zusammenbricht und ich wieder auf Windows Live hosten muß.

Der fundamentale Unterschied

Von Boris, Di, 15. Jun 2010 15:12

Ich habe einen schwierigen Job vor mir. Die nächsten fünf Monate werde ich immer wieder (wie heute mehrfach) mit der Aussage konfrontiert werden, daß diese Kinect-Spiele ja nur HD-Aufgüsse der Wii-Spiele seien.

Und klar, wenn man ein Gameplay-Video sieht, ist man auch versucht, dies zu sagen. Bowling mit Avataren statt mit Miis?

Ich kann nur eines sagen: Glaubt niemandem, der nicht selber vor Kinect gestanden ist und es ausprobiert hat. Die meisten Meckerstimmen, die ich gehört habe, sind von Leuten, die nur Videos gesehen haben. Und genau das macht meinen Job so schwer – auf Videos kommt der fundamentale Unterschied zu Wii kaum rüber.

Ich will Nintendo weiß Gott nicht schlecht machen. Wii war eine brillante Idee, hat Millionen von Menschen aktiviert und wird auch weiterhin vielen Spielern eine Menge Spaß machen. Aber Wii ist ein Zwischending, nur ein neuer Controller und eben nicht die fundamentale Änderung ganz ohne Controller, aber dafür mit dem ganzen Körper zu spielen.

Nehmen wir mal Bowling. Das kann man auf der Wii spielen, indem man stocksteif dasteht und nur die richtige Controller-Bewegung mit dem Arm macht. Stocksteif stehen lohnt sich sogar, weil man dann den Controller in der Bewegung nicht verzieht. Allerdings muß man lernen, im richtigen Augenblick den B-Knopf loszulassen. Ja, das muß man seiner Oma vor der Wii auch erstmal erklären.

Beim Bowling in Kinect Sports muß man erstmal keinen Knopf lernen, sondern nur die richtige Bewegung machen. Und dann muß man, aufgepaßt, die richtige Bewegung machen. Also nicht steif dastehen und den Controller schwingen, sondern den richtigen Schritt nach vorne machen, in die Knie gehen und die Kugel in der richtigen Höhe auf den Boden bringen. Das ist ein fundamental anderer Spielablauf – auch wenn das im Video erstmal sehr sehr ähnlich aussieht.

Noch spannender wird das bei Dance Central, dem neuen Spiel von “Rock Band” Harmonix, bei dem man sich verflucht präzise bewegen muß, da der komplette Körper mitspielt. Bei Tanzmattenspielen muß man nur die Matte korrekt treten – und der Schwierigkeitsgrad wird unmenschlich, weil sich einfach die Geschwindigkeit rasant erhöht und man die Pfeile auf dem Bildschirm in Fußbewegungen übersetzen muß. Was die Arme und der Kopf machen, ist bei Dancing Stage und Konsorten uninteressant. Aber Dance Central scannt den ganzen Körper. Und auf dem Bildschirm sind keine abstrakten Pfeile, sondern sehr konkrete Posen und Bewegungen zu sehen. Das ist fundamental anders und jeder der meint “Halt wie so ein Tanzmattenspiel” hat definitiv nicht ausprobiert, sondern nur vom Fernsehsessel aus geurteilt.

Mal ganz abgesehen von der Magie, daß bei vielen Spiele der Zwei-Spieler-Modus einfach aktiviert wird, indem man sich neben den ersten Spieler stellt. Keine Menüs, keine Wartezeit, einfach hinstellen und eine Sekunde später ist man im Spiel. Oder geht genau so schnell wieder raus, wenn man einen anderen Spieler ranlassen will.

Bleibt die Kritik, daß viele Spiele ähnlich zu Wii-Titeln aussehen. Nun ist es aber für den Start eines Projekts wie Kinect sinnvoll, sich auch Themen rauszusuchen, die “Noch-Nicht-Spieler” auch kapieren: Sport, Fitness, Autorennen. Gäbe es kein Kinect Sports, würde jeder Journalist auch fragen “Wo ist denn Eure Antwort auf Wii Sports?”. Und Kinect Sports bietet mehr Disziplinen, mehr Abwechslung und, nicht zu vergessen, Online Modi. Ich freue mich drauf, wenn tatsächlich im November in den Zeitschriften die Spiele nebeneinandergestellt und verglichen werden. Von Redakteuren, die dann beides wirklich gespielt haben und nicht nur ein fünf-Minuten-Demo auf einer Leinwand gesehen haben.

Innovative Spiele für Kinect kommen ja auch. Die Forza Demo heute hat zum Beispiel gezeigt, daß man auch was ganz anderes machen kann. Und das Kinect nicht, wie befürchtet, die Xbox 360 lahm legt – die Autorennen bei der Forza Demo liefen, trotz Kinect, weiterhin mit voller Grafikpracht und 60 Frames pro Sekunde. Ich freu mich auch, heute “Child of Eden” und andere Titel endlich auszuprobieren.

So, jetzt Frühstück und ab zur Messe, es gibt neue Welten zu erobern.

Die Neue

Von Boris, Mo, 14. Jun 2010 22:29

3/4 View by Major Nelson.Endlich ist die Katze aus dem Sack und die neue Version der Xbox 360 der Weltöffentlichkeit vorgestellt. Ganz wichtig: Die heißt immer noch Xbox 360, nix mit Slim oder Small oder anderen Wörtern.

Die neue Variante ist etwa 30% kleiner, hat aber weiterhin ein externes Netzteil, das aber deutlich kleiner und leichter ist. Alte Netzteile können nicht weiterverwendet werden, da sich der Stecker komplett geändert hat.

Die Konsole kommt in glänzender Klavierlackoptik und mit “Touch”-Tasten für das Laufwerk und den Powerknopf; leichtes Antippen genügt. Die Slots für die Memory-Units sind verschwunden, die beiden USB-Ports an der Vorderseite (hinter eine Klappe) sind geblieben. Auf der Rückseite gibt es jetzt drei statt nur einem USB-Port. Alle Videokabel sind kompatibel, ein HDMI-Anschluß ist auch da und neu hinzugekommen ist ein TOS-Link (Optical Out), für das man nicht mehr, wie früher, einen Adapterstecker braucht. Ein WLAN Adapter, der die Standards b, g und n unterstützt, ist in die Konsole integriert.

Back by Major Nelson.Über dem Netzwerkanschluß ist ein weiterer Anschluß zu sehen – hier kann man einen Kinect-Sensor direkt anschließen. Der Kinect-Sensor funktioniert auch mit der bisherigen Xbox 360, braucht dann aber eine eigene Stromversorgung in Form eines kleinen Netzteils; bei der neuen Xbox 360 kommt der Strom für Kinect direkt aus der Konsole.

Die Festplatte bietet 250 GByte Platz und ist in einem neuen, kleineren Design in der Konsole versenkt, kann aber mit einem Handgriff ausgetauscht werden. Eine “alte” Festplatte kann man mit dem Transferkit-Kabel anschließen und dann die Daten auf die neue Festplatte übertragen. Parallel kann man ja auch mit USB-Sticks Daten hin- und hertransferieren; in der neuen Xbox 360 ist die Transfersoftware schon drinnen (und per Xbox Live ja mit dem neuen Systemupdate auch in jeder normalen Xbox 360).

In USA wird die Konsole ab heute an den Handel ausgeliefert; erste Händler werden sie Ende der Woche in die Regale legen können, manche Händler werden sie erst später haben. In Europa verschiebt sich die Distribution ein wenig, dafür gibt es hier ein festes Datum, an dem bei allen Händlern der Verkauf startet: Der 16. Juli ist der Tag 1 für die neue Xbox 360 im deutschen Handel.

Und die wichtigste Frage: Ist sie wirklich leiser? Ja, die neue Xbox 360 ist sehr leise. Nein, ich kann hier keine genauen Angaben machen, aber sowohl die Lüftung wie das Laufwerk wurden ganz grundlegend überarbeitet. Ich konnte das Schmuckstück bisher nur in einem relativ lauten Raum hören, respektive – nicht hören. Aber ich bin mir sicher, daß schon in wenigen Tagen diverse Websites genaue Schallmessungen anbieten werden.

Und nein – eben damit möglichst keine Infos vor dem heutigen Tage ins Netz dampfen, war die Geheimhaltung so hart, daß ich noch kein Gerät auf meinem Schreibtisch stehen habe; auch ich kann erst nach der Rückkehr von der E3 das erste Mal die “Neue” im realen Einsatz ausprobieren.

Der Zweck heiligt eben nicht die Mittel

Von Boris, Mo, 31. Mai 2010 22:25

Oh, was so ein Tweet doch für böse Kommentare auslösen kann. Als ich mich darüber mokierte, daß einige deutsche Online-Medien wieder unreflektiert von einer “offiziellen Xbox-Version” der XBMC Software redeten, wo doch die Entwickler nur mit geklauter Dokumentation und geklauter Software rumgehackt haben, gab’s gleich Schelte über Microsoft, mangelhaften Mediensupport und daß man es halt selber machen muß, wenn der Konsolenhersteller es offensichtlich nicht kann.

Absurd ist, daß kein Einziger eingesprungen ist (wie gesagt, auch Medien wie golem.de nicht) um mal klarzustellen, das in den Anfangstagen von XBMC die Programmierer mit einem nicht rechtmässig lizensiertem Compiler rumexperimentierten und, weil sie genau wußten, daß die ausführbaren Programme Microsoft-Libraries enthalten und damit urheberrechtlich höchst problematisch sind, nur den Source Code im Netz veröffentlichten und auf eine Piratengemeinde hofften, die das Kompilat schon irgendwie unter die Leute bringt. Darf ein Handwerker, nur weil er schöneres Parkett verlegen kann, das Werkzeug dafür beim Obi um die Ecke klauen?

Ich hör schon wieder die ewigen Mahner, das Kopieren von Software sei ja nun mal kein Diebstahl weil die Software ist noch da, und ich antworte wie üblich – ja, aber das Geld das man bezahlt hätte, ist nun mal nicht da, das hat man geklaut oder zumindest betrogen oder sonstwas denn dem rechtmässigen Inhaber FEHLT tatsächlich was, was ihm zusteht.

Noch dazu haben die ersten Versionen des XBMC dazu aufgefordert, sich bei Software von Apple und Real Networks zu bedienen, indem man DLLs von Quicktime und Realplayer auf die Xbox transferieren sollte. Inzwischen braucht XBMC das nicht mehr, weil dank FFMPEG eine große Entwicklerschar Nachbauten der diversen Codecs liefert – und über die lizenzrechtliche Situation dieses Codes zerbreche ich mir nicht den Kopf.

Man kann sich noch so trotzig auf den Kopf stellen und sagen “Ich will aber!” – wenn Microsoft beschließt, die Entwicklungsumgebung für Xbox 1 nicht offen anzubieten, aus welchem Grund auch immer, ist der Wunsch nach besserer Medienwiedergabe nicht die Berechtigung, sich die Entwicklungsumgebung unlizensiert zu beschaffen und Microsofts Willen zu unterlaufen. Der Zweck heiligt hier nicht die Mittel, da bin ich nicht diskussionsfähig.

Naja, was solls, XBMC in der aktuellen PC-Fassung und sein Bruder Boxee laufen eh viel runder, wenn man sich die zum Beispiel auf einem kleinen Atom-PC mit Nvidia ION Grafik installiert. Für den Preis, den damals eine Xbox gekostet hat, gibts eine Universalkiste mit WLAN, HDMI, HD-Playback, zigmal größerer Festplatte, und, und, und. Oder alternativ Streaming-Geräte wie den WDTV Live von Western Digital, mit denen man sich auch praktisch alle Mediendateien angucken kann, für weniger Geld als eine gut erhaltene und gemoddete Xbox kostet. Was reg ich mich also auf…

Achja – über dieses Wort “offiziell”, darüber hab ich mich aufgeregt.

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