Category: Achtung! Ironie!

Vielleicht ein Beispiel zur Erklärung

Von Boris, Fr, 12. Jun 2009 17:18

Die Bemühungen von der lieben Zensursula und neuerdings der Bild-Zeitung, die Leute zu verleumden, welche den absurden Plan einer “Kinderpornosperre” nicht unterstützen, sondern BESSERE LÖSUNGEN haben wollen, regen mich auch über tausende von Kilometern hinweg auf.

Frau von der Leyen, vielleicht darf ich ihnen ein einfaches Beispiel geben. Bitte gehen Sie nach Köln und versuchen Sie von Köln aus, mit dem Auto nach Düsseldorf zu fahren. Die perfiden Kölner, in ihrer Art beleidigt zu sein auf Altbier und den Fakt, daß Düsseldorf statt ihrer die Landeshauptstadt ist, haben nämlich eine Düsseldorf-Sperre aufgebaut, indem sie auf praktisch allen Autobahn-Schildern so wunderbare Städte wie “Oberhausen” anzeigen, aber tunlichst alle Wegweiser Richtung Düsseldorf abgeschafft haben. Ihre sogenannte “Netzsperre” via DNS Redirect ist genau der gleiche Zinnober. Sie wollen nur die Schilder an der Autobahn abmontieren.

Dummerweise gibt es aber Straßenkarten, Navigationssysteme, die deutsche Bundesbahn und den öffentlichen Nahverkehr, die alle Strecke und Wege nach Düsseldorf anbieten. Schlimmstenfalls läßt man sich einfach vom Rhein flußabwärts treiben.

Der Plan der Kölner würde nur aufgehen, wenn sie endlich am Kernforschungszentrum Jülich eine handliche Atombombe bauen würden und Düsseldorf von der Landkarte tilgen. Dem stehen sicher ethische Gründe entgegen, aber nur so wird man Altbier los und kriegt das Landesparlament in den Kölner Dom evakuiert.

Frau von der Leyen, verflucht nochmal, suchen sie die Server mit illegalen Inhalten und lassen sie diese vom Netz nehmen. Das ist die ECHTE Strategie, um Kinderpornographie zu bekämpfen. Schnappen Sie sich die Leute, die solche Inhalte auf die Server stellen, und lassen sie Staatsanwälte und Gerichte das volle Spektrum ihrer rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen. Niemand in der Internet-Gemeinde wird da auch nur einen Funken Gegenwehr leisten, sondern ihnen HELFEN, diese Leute zu finden und dafür zu sorgen, daß sie solchen Schaden nicht mehr anrichten können.

Aber eine Infrastruktur bauen zu wollen, die a) gar nicht funktioniert und b) nur die Begehrlichkeiten von größeren Idioten als ihnen (“Oh, da kann man sicher auch Killerspiele sperren!”) weckt, ist ein so absolut hirnverbrannter Plan, daß ich mich frage ob ich ihre restliche Familienpolitik genau so ernst nehmen darf oder ob sie da mehr Sachverstand zeigen.

Andererseits: Vielleich sollen wir Sie einfach diese DNS-Redirects bauen lassen und auch alle anderen kritischen Seiten sperren lassen, damit Sie und Herr Schäuble sich sicher fühlen. Und wir kaufen uns alle Premium-Accounts bei OpenDNS und lachen einfach nur über ihre Wegweiser-Versteck-Politik. Aber heimlich, damit sie nicht merken, daß das Internet ganz anders funktioniert als Ihnen das irgendein Staatssekretär erklärt hat.

Zum Schluß ein Disclaimer: Ich bin in Grevenbroich geboren, wo man eher dem 1. FC Köln zujubelt, und habe jahrelang in Neuss und Düsseldorf gelebt, daher darf ich mir meinen kleinen Vergleich erlauben, also bitte keine Hass-Kommentare aus NRW.

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