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	<title>dreisechzig.net &#187; Aufreger</title>
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		<title>Der Zweck heiligt eben nicht die Mittel</title>
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		<pubDate>Mon, 31 May 2010 21:25:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Boris</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufreger]]></category>
		<category><![CDATA[Software]]></category>

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		<description><![CDATA[Oh, was so ein Tweet doch für böse Kommentare auslösen kann. Als ich mich darüber mokierte, daß einige deutsche Online-Medien wieder unreflektiert von einer “offiziellen Xbox-Version” der XBMC Software redeten, wo doch die Entwickler nur mit geklauter Dokumentation und geklauter Software rumgehackt haben, gab’s gleich Schelte über Microsoft, mangelhaften Mediensupport und daß man es halt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Oh, was so ein Tweet doch für böse Kommentare auslösen kann. Als ich mich darüber mokierte, daß einige deutsche Online-Medien wieder unreflektiert von einer “offiziellen Xbox-Version” der XBMC Software redeten, wo doch die Entwickler nur mit geklauter Dokumentation und geklauter Software rumgehackt haben, gab’s gleich Schelte über Microsoft, mangelhaften Mediensupport und daß man es halt selber machen muß, wenn der Konsolenhersteller es offensichtlich nicht kann.</p>
<p>Absurd ist, daß kein Einziger eingesprungen ist (wie gesagt, auch Medien wie golem.de nicht) um mal klarzustellen, das in den Anfangstagen von XBMC die Programmierer mit einem nicht rechtmässig lizensiertem Compiler rumexperimentierten und, weil sie genau wußten, daß die ausführbaren Programme Microsoft-Libraries enthalten und damit urheberrechtlich höchst problematisch sind, nur den Source Code im Netz veröffentlichten und auf eine Piratengemeinde hofften, die das Kompilat schon irgendwie unter die Leute bringt. Darf ein Handwerker, nur weil er schöneres Parkett verlegen kann, das Werkzeug dafür beim Obi um die Ecke klauen?</p>
<p>Ich hör schon wieder die ewigen Mahner, das Kopieren von Software sei ja nun mal kein Diebstahl weil die Software ist noch da, und ich antworte wie üblich – ja, aber das Geld das man bezahlt hätte, ist nun mal nicht da, das hat man geklaut oder zumindest betrogen oder sonstwas denn dem rechtmässigen Inhaber FEHLT tatsächlich was, was ihm zusteht.</p>
<p>Noch dazu haben die ersten Versionen des XBMC dazu aufgefordert, sich bei Software von Apple und Real Networks zu bedienen, indem man DLLs von Quicktime und Realplayer auf die Xbox transferieren sollte. Inzwischen braucht XBMC das nicht mehr, weil dank FFMPEG eine große Entwicklerschar Nachbauten der diversen Codecs liefert – und über die lizenzrechtliche Situation dieses Codes zerbreche ich mir nicht den Kopf.</p>
<p>Man kann sich noch so trotzig auf den Kopf stellen und sagen “Ich will aber!” – wenn Microsoft beschließt, die Entwicklungsumgebung für Xbox 1 nicht offen anzubieten, aus welchem Grund auch immer, ist der Wunsch nach besserer Medienwiedergabe nicht die Berechtigung, sich die Entwicklungsumgebung unlizensiert zu beschaffen und Microsofts Willen zu unterlaufen. Der Zweck heiligt hier nicht die Mittel, da bin ich nicht diskussionsfähig.</p>
<p>Naja, was solls, XBMC in der aktuellen PC-Fassung und sein Bruder Boxee laufen eh viel runder, wenn man sich die zum Beispiel auf einem kleinen Atom-PC mit Nvidia ION Grafik installiert. Für den Preis, den damals eine Xbox gekostet hat, gibts eine Universalkiste mit WLAN, HDMI, HD-Playback, zigmal größerer Festplatte, und, und, und. Oder alternativ Streaming-Geräte wie den WDTV Live von Western Digital, mit denen man sich auch praktisch alle Mediendateien angucken kann, für weniger Geld als eine gut erhaltene und gemoddete Xbox kostet. Was reg ich mich also auf…</p>
<p>Achja – über dieses Wort “offiziell”, darüber hab ich mich aufgeregt.</p>
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		<title>Umlaute und MySQL</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Jan 2010 20:04:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Boris</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufreger]]></category>
		<category><![CDATA[Random Noise]]></category>

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		<description><![CDATA[Still und heimlich hat dreisechzig.net im Sommer sein fünfjähriges Jubliläum gefeiert. Das hat hier jetzt eigentlich gar nichts zu suchen, außer daß dieses Blog &#8220;Opfer&#8221; einer Umstellung der internen Verwaltung von Character-Encodings bei WordPress wurde. Kurzum hat WordPress seit einigen Versionen &#8220;gemogelt&#8221; um die Umlaute weiterhin halbwegs korrekt im Browser zu zeigen (aber als Nebeneffekt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Still und heimlich hat dreisechzig.net im Sommer sein fünfjähriges Jubliläum gefeiert. Das hat hier jetzt eigentlich gar nichts zu suchen, außer daß dieses Blog &#8220;Opfer&#8221; einer Umstellung der internen Verwaltung von Character-Encodings bei WordPress wurde. Kurzum hat WordPress seit einigen Versionen &#8220;gemogelt&#8221; um die Umlaute weiterhin halbwegs korrekt im Browser zu zeigen (aber als Nebeneffekt waren RSS-Feeds so kaputt, daß Umlaute in Itunes beim Podcast falsch angezeigt wurden).</p>
<p>Jetzt wollte ich auf WordPress 2.9 upgraden, was allerdings auch einen Umzug auf MySQL5 bedeutet. Und das wiederum ist bei einem Shared Hoster (dreisechzig.net liegt auf 1&amp;1 Servern) gar nicht mal so einfach. Statt die Datenbank &#8220;upzugraden&#8221; muß man sie exportieren, eine neue MySQL5 Datenbank anlegen und dort dann die Daten &#8220;importieren&#8221; (was kein Import sondern eine Folge von Kommandos ist, die die Datenbank neu anlegen). Natürlich kann man einen 20 MByte-Export nicht komplett importieren.</p>
<p>Noch viel schlimmer ist aber, daß die Character Encodings dabei völlig zerhauen werden, insbesondere wenn, wie bei mir, die Quelldaten schon halber Matsch sind mit dem sich WordPress nur so durchgewurstelt hat. Also habe ich geschlagene neun Stunden heute damit verbracht, die Daten zu exportieren, in diversen Text-Editoren die Umlaute zu retten, und dann Stück für Stück wieder zu importieren.</p>
<p>Und geklappt hat es nicht &#8211; alle Einträge ab 15. August rückwärts haben immer noch keine korrekten Umlaute und ich krieg ums Verrecken nicht raus, warum. Wahrscheinlich habe ich einen Teil der Dateien nicht mit dem korrekten Encoding gespeichert. </p>
<p>Unter anderem mußte ich nämlich händisch, ja händisch, alle war&#8217;s, You&#8217;re, isn&#8217;t und sei&#8217;s (und noch mehr) finden weil ein &#8216; (wie es oft in den Texten zu finden war) das Ende des Strings bedeutet und damit natürlich das entsprechende SQL-Kommando invalide macht. Nein, man kann das nicht automatisieren (denn es gibt auch einige Verwendungen von &#8216; mit einem Leerzeichen dahinter, die man nicht mit Regular Expressions abfangen kann).</p>
<p>Und weil das alles händisch war kann ich jetzt NICHT nochmal von vorne anfangen weil ich sonst nämlich waaaaaahnsinnig werde.</p>
<p>Sachdienliche Hinweise, wie ich SQL &#8220;REPLACE INTO &#8221; Kommandos so umbaue, daß ich existierende Werte überschreiben kann, sind gerne gesehen &#8211; dann kann ich in meine händisch edierten SQL-Kommando-Dateien rein, nochmal das Encoding ändern und die Daten in der Datenbank ändern.</p>
<p> Ich beruhige jetzt meine Nerven mit Teil Zwei des privaten Jeff-Goldblum-Filmfestivals. Gestern gab es &#8220;Into the Night&#8221; heute ist &#8220;The Tall Guy&#8221; dran. Ob ich allerdings morgen &#8220;Earth Girls are Easy&#8221; durchstehe, weiß ich nicht.</p>
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		<title>Technologiekritik am Sonntag</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Nov 2009 00:05:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Boris</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufreger]]></category>
		<category><![CDATA[Videospiele]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute war wieder ein Tag, an dem ich diverse technische Geräte in die Tonne treten wollte und viel Zeit für sinnloses &#8220;Konfigurieren&#8221; verschwendete. Es fing mit dem Wagnis an, auf meinem Scanner, ein HP Scanjet 3800, noch ein paar Dias scannen zu wollen. Zwar erkennt Windows 7 den Scanner und macht auch ganz manierliche Papier-Scans [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute war wieder ein Tag, an dem ich diverse technische Geräte in die Tonne treten wollte und viel Zeit für sinnloses &#8220;Konfigurieren&#8221; verschwendete.</p>
<p>Es fing mit dem Wagnis an, auf meinem Scanner, ein HP Scanjet 3800, noch ein paar Dias scannen zu wollen. Zwar erkennt Windows 7 den Scanner und macht auch ganz manierliche Papier-Scans ohne weiteres Zutun, aber für Dias braucht man HPs Software. Nun kann man aber unter Windows 7 die HP Software nicht installieren, weil sie abenteuerlichste Dinge tut. Auch die internen Tools von Win 7 zur Kompatibilität fruchteten nicht &#8211; als ich im vierten Anlauf dann von der HP Installationsroutine verwarnt wurde, es möge doch bitte auf die Registry-Daten der Crypto-Provider zugreifen, habe ich den Scanner abgeklemmt. Was will die Scanner-Software mit den Crypto-Treibern? Die hat da nix zu suchen!</p>
<p>Auf der HP Webseite gibt es übrigens nur fröhliche Texte, daß mein Scanner zu der Gruppe der voll Windows 7 kompatiblen Geräte gehört, aber mehrere &#8220;Obtain Software&#8221; (nicht etwa &#8220;Download&#8221;) Links führen nur zu Seiten, die mir sagen daß bei manchen Scannern ab dem Jahr 2010 die Software auf Disk schon Win 7 kompatibel ist, oder mir sagt, wo ich entsprechende Updates herbekomme. Beide Aussagen treffen auf meinen &#8220;voll kompatiblen&#8221; Scanner nicht zu.</p>
<p>Ehrlich gesagt fühl ich mich hier von HP etwas verarscht. Die Vista-Software will übelst an die Registry ran, daß bei mir die Scareware-Alarmglocken klingeln und die Webseite tut so als gäbe es einen Treiber &#8211; dabei scheint es den noch nicht zu geben. Es ist ja nicht so daß es nicht seit Januar stabile Windows 7 Versionen gäbe, mit denen man die Installations-Routinen mal ausprobieren könnte.</p>
<p>Dann besuchte mich Toni, mein bester Freund, um unter anderem aktuelle Musikspiele auszuprobieren. Neben dem Sonderpreis für die scheusslichste Übersetzung mit den meisten Schreib-, Grammatik- und Kommafehlern für die deutsche Version von &#8220;Lego Rock Band&#8221; (teilweise komplett konfus und unverständlich) hat uns &#8220;DJ Hero&#8221; in den Wahnsinn getrieben. Wir wollten doch nur mal eine Runde mit DJ Deck und Gitarre im Zwei-Spieler-Modus spielen. Es ging lange Zeit nicht, konfuse Fehlermeldungen offenbarten am Ende: Wenn ein Spieler mal eine &#8220;Karriere&#8221; mit Turntables angefangen hat, darf er tatsächlich nicht mehr zur Gitarre greifen. Da wir beide auf unseren Gamertags einen Spielstand mit Turntables hatten, mußte sich der Gitarrenspieler tatsächlich abmelden, sonst gab es Betriebsverweigerung des Spiels. Auch sonst hat mich das ewige An- und Abmelden, nur damit man mal Instrumente tauschen kann, wahnsinnig gemacht. Die Einschränkung der Xbox, beim Abmelden eines Controllers den Benutzer weiterhin angemeldet zu lassen, ist sicher wichtig, wenn mal Batterien den Geist aufgeben, aber ungeheuer nervig, wenn man vergißt den Gamertag &#8220;freizugeben&#8221; bevor man den Controller wechselt. Und im Bereich Übersetzung macht DJ Hero zwar keine schriftlichen Fehler, der deutsche Sprecher des Tutorials hingegen ist deutlich peinlicher als die diversen Halo-Synchros.</p>
<p>10 Punkte hingegen an die, in Deutschland nur zu exorbitanten Preisen erhältlichen, neuen Wireless Gitarren von Harmonix. Toni hatte seine Rickenbacker mitgebracht. Die neuen Harmonix-Gitarren haben ein Mikrofon und einen Lichtsensor und können sich damit automatisch kalibrieren. Jetzt kenne ich exakt die Verzögerung meiner Soundanlage (59 ms) und meines Fernsehers (53 ms) und kann die Werte auch ohne Tonis Gitarre manuell in die anderen Spiele eintragen. Man braucht dieses Feature ja pro Fernseher nur ein einziges Mal, dann ist es aber Gold wert, wenn man von der manuellen Kalibration von Guitar Hero Gitarren nicht überzeugt ist. Das hat mich dann mit all der anderen nicht so optimal funktionierenden Technik wieder versöhnt.</p>
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		<title>Hier irrt der Luibl</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Nov 2009 14:18:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Boris</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Videospiele]]></category>

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		<description><![CDATA[Nur mal vorweg: Hier schreibt die Privatperson Boris Schneider-Johne, nicht die Firma Microsoft. Ich habe auch in jungen Jahren Spieletests verfaßt und sogar das eine oder andere Embargo-Zettelchen unterschrieben. Jörg Luibl hat auf 4players.de in einem Artikel recht heftig über die Praxis hergezogen, daß immer mehr Spielehersteller mit Embargos oder Einschränkungen der Berichterstattung über ihre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nur mal vorweg: Hier schreibt die Privatperson Boris Schneider-Johne, nicht die Firma Microsoft. Ich habe auch in jungen Jahren Spieletests verfaßt und sogar das eine oder andere Embargo-Zettelchen unterschrieben.</p>
<p>Jörg Luibl hat <a href="http://www.4players.de/4players.php/kommentar/Spielkultur/1988453/0/index.html" target="_blank">auf 4players.de in einem Artikel</a> recht heftig über die Praxis hergezogen, daß immer mehr Spielehersteller mit Embargos oder Einschränkungen der Berichterstattung über ihre Spiele den Webseiten das Leben schwer machen und eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema &#8220;Spiel&#8221; verhindern wollen.</p>
<p>Allerdings macht Jörg in seiner Kolumne einen kleinen Denkfehler. Er denkt, die Spieleindustrie sei verpflichtet, ganz ohne Gegenleistung jedermann an seine Produkte ranzulassen und diese schlimmstenfalls durch einen Verriß im wirtschaftlichen Erfolg zu gefährden. Das ist natürlich Quatsch.</p>
<p>Lieber Jörg, eine Spiele-Publikation kann es nur geben, wenn es Spiele gibt und Firmen, die ab und an mal eine Anzeige schalten. Um das in Zukunft zu gewährleisten müssen die Firmen jetzt, hier und heute Spiele verkaufen. Das Ganze ist eine Symbiose. Und in einer solchen Partnerschaft darf man sich gegenseitig auch mal daran erinnern, wie gemeinschaftliche Spielregeln auszusehen haben. Aber es sind gemeinschaftliche Regeln.</p>
<p>Wenn eine Spielefirma ein Produkt X an Zeitschrift Y oder Webseite Z herausgibt, ist das immer ein Risiko. Werden Y und Z das Produkt mögen und hoch bewerten? Sofern man glaubt, daß Wertungen die Verkaufszahlen beeinflussen (und davon soll hier nicht die Rede sein, dies wäre ein eigener Artikel), liefert man sein wirtschaftliches Wohl also jemandem aus, der, und jetzt wird es hart aber ehrlich, aus rein eigenem Interesse, ohne echte Ausbildung und mit einem individuellem Geschmack das Produkt &#8220;bewertet&#8221;. Sollte da ein Multi-Millionen-Euro-Umsatz betroffen sein, erlaube ich dem Hersteller durchaus zu sagen: &#8220;Du darfst den Test nur drucken, wenn das Produkt dir gefällt und eine entsprechend gute Wertung bekommt. Sonst warte bitte, bis das Produkt erschienen ist.&#8221;</p>
<p>Ja, der autodidaktische Spieleredakteur, geimpft durch Parolen aus den Zeitschriften der 90er und 2000er über &#8220;Unabhängigkeit&#8221; und &#8220;Unbestechlichkeit&#8221; wird sich jetzt in seinen Grundsätzen erschüttert fühlen und wüten über eine Industrie, die seine Meinung beeinflussen will. Dabei geht hier doch was ganz anderes ab.</p>
<p>In Deutschland kann, dank Pressefreiheit, jedermann über ein Produkt schreiben, was er will (ja, es gibt Grenzen, aber die überlasse ich den Anwälten). Sobald ein Produkt im Laden steht, ist es Freiwild für alle Journalisten, selbsternannten Tester, Blogger und Twitterer und nicht zuletzt diese doofe Metacritic-Ding. Das ist auch gut so, wird von mir gar nicht angezweifelt und ja auch selbst ausgenutzt (wenn ich hier das eine oder andere erhältliche Produkt kritisiere).</p>
<p>Nun wollen Hefte und Webseiten aber natürlich Leser an sich binden und das geht am besten, wenn man Sachen &#8220;vorher&#8221; hat. Damit ein Test in einer Zeitschrift erscheint, muß die Redaktion das Spiel etwa drei Wochen vor dem Kiosktermin in der Hand haben. Der Spielehersteller muß also dem Journalisten mindestens einen Monat früher als üblich Zugriff auf das Produkt gewähren.</p>
<p>Nur &#8211; dieses &#8220;muß&#8221; ist kein gottgegebenes Recht des Journalisten. Er hat keinen Anspruch darauf, seine Publikation mit Berichten über Dinge zu schmücken, an die normale Käufer gar nicht ran kämen. Der Spielehersteller hat in meinen Augen jedes Recht der Welt zu sagen: Ich geb dir mein Produkt früher, aber wenn der Test nicht gut ausfällt, dann halte ihn bis Datum X zurück.</p>
<p>Wenn sich jemand wie Jörg Luibl darüber mit starken Worten aufregt, kann ich nur erwidern: Wieso geht Ihr Schreiber davon aus, daß Ihr alle unfehlbare Ikonen der Spielewelt seit? Was gibt Euch eigentlich das Recht, unter ein Spiel eine Zahl von Eins bis Hundert zu setzen? Wieso seit Ihr schlau und die PR-Leute doof? Welche von diesen beiden Gruppen arbeitet professioneller und hat seinen Job wirklich in einer Ausbildung gelernt?</p>
<p>In den Zeiten der Zeitschriften war das alles etwas einfacher. Da gab es eine Handvoll Redakteure, da wurde nicht jeder an einen Test rangelassen, da guckten mehrere Leute über den Beitrag drüber oder wurden Wertungen einmal im Monat im Team besprochen. Damit will ich jetzt nicht im speziellen die Arbeit von 4players kritisieren (Jörgs Tirade &#8211; und nicht die Tests auf der Seite &#8211; sind der Anlass für diesen Beitrag), aber Fakt ist, daß auf vielen Webseiten weitaus sorgloser, unausgebildeter und meistens im Solo gearbeitet wird, als das zu meinen Tester-Zeiten der Fall war.</p>
<p>Wäre ich PR-Manager einer Spielefirma (zum Glück bin ich das nicht mehr, auch wenn das im Internet immer noch manchmal zu lesen ist) würde ich eine Reihe von den Dingen machen müssen, die Jörg kritisiert: Auswählen, wer meinem Produkt gut gewogen ist oder eine größere Wirkung hat. Absichern, daß derjenige sich darauf einläßt, seine Berichterstattung nur dann vor allen anderen zu haben, wenn sie auch wirklich gut ist. Das Produkt nicht unvorbereitet einer hungrigen Meute zum Fraß vorwerfen, sondern immer genau abwägen, was für das Produkt gut ist und was schlicht und einfach töricht ist. Berichterstattung vor einem bestimmten Datum zu untersagen und das auch schriftlich mit Vertragsstrafen einfordern &#8211; denn sonst hält sich keiner dran. &#8220;Schlechte&#8221; Testberichte kriegt man früher oder später, aber warum zur Hölle soll es unbedingt früher sein?</p>
<p>Genauso geht es mir auch mit dem Thema &#8220;Plot verraten&#8221; &#8211; Redaktionen anzuweisen, über bestimmte Teile des Produkts den Mund zu halten, zumindest vor Datum X. Das ist legitim, liebe Journalisten, denn ihr habt das Produkt ja nicht gemacht! Und wenn der Hersteller meint, das die potentiellen Käufer und Spieler nicht &#8220;gespoilert&#8221; werden sollen, dann ist das seine Entscheidung.</p>
<p>Bleibt noch das Argument des &#8220;Ich hab einen Nachteil, wenn andere das Material vor mir haben, nur weil ich nix unterschreibe&#8221; &#8211; die eigentliche &#8220;Kränkung&#8221;, auf die es den Meckerern ankommt. Darauf gibt es nur zwei Antworten: Entweder man hat Leser, die das schätzen, die verstehen, warum in meiner Publikation eben noch kein Test ist und sich daraus etwas ableiten können. Leser, die wirklich tiefe Informationen über die Spiele wollen und gerne auch mal zwei Wochen länger warten. Dann muß man sich nicht beschweren, sondern kann einfach lächelnd warten, bis das fertige Produkt kommt, und dann unbeschwert mit spitzer Zunge darüber herziehen. Es wird der Publikation gar nicht weh tun.</p>
<p>Oder aber man hat Leser, die das einen Scheiß interessiert. Die wollen alles über das Spiel jetzt, hier und heute lesen, wechseln dann halt zu einer anderen Zeitschrift/Webseite, die das schon hat. Nur &#8211; das sind dann doch gar nicht &#8220;deine&#8221; Leser? Wenn ich immer der Erste sein will, dann lasse ich mich auch auf den Pakt mit den Spielerherstellern ein. Diese Leser freuen sich über die 98% und die 11/10 und erwarten gar nicht die kritische Zerlegung von Spielmechanik und Plotdetails.</p>
<p>&#8220;Kleingeistig&#8221; sind hier nicht die Big Player der Spieleindustrie, die mit den wenigen zur Verfügung stehenden Mitteln eine schlechte, frühe Berichterstattung verhindern wollen. Kleingeistig ist der meckernde Journalist, der sich nach außen unabhängig geben will, nach innen von der Spieleindustrie aber naives Vertrauen und wahlfreien Zugriff auf Produkte erwartet. So funktioniert keine Symbiose.</p>
<p> Pressefreiheit &#8211; in jedem Fall. Jeder soll ein Produkt, das im Laden steht, besprechen können wie er mag, ohne Einschränkungen. Wer aber vorher schon dran will, muß sich Einschränkungen gefallen lassen.</p>
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		<title>Respektlos</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Oct 2009 19:17:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Boris</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Videospiele]]></category>

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		<description><![CDATA[Der eine oder andere weiß, daß ich dem Thema des Kopierens sehr kritisch gegenüber stehe. Und jedesmal, wenn ich hier was schreibe, gibts immer wieder Kommentare &#8220;Wenn es billiger wäre, würde ich es kaufen&#8221;, &#8220;Ich teste die Programme so und kauf dann die, die gut sind&#8221; und &#8220;Es entsteht doch gar kein Schaden, wenn ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der eine oder andere weiß, daß ich dem Thema des Kopierens sehr kritisch gegenüber stehe. Und jedesmal, wenn ich hier was schreibe, gibts immer wieder Kommentare &#8220;Wenn es billiger wäre, würde ich es kaufen&#8221;, &#8220;Ich teste die Programme so und kauf dann die, die gut sind&#8221; und &#8220;Es entsteht doch gar kein Schaden, wenn ich das kopiere&#8221;.</p>
<p>Ein Entwickler eines Iphone-Spiels hat sich in der ersten Woche des Releases angeschaut, wieviele Leute das Spiel in einer raubkopierten Version benutzen. Und ich benutze jetzt in voller Absicht das Wort &#8220;raub&#8221;, was manchem ach so edlen Daten-Befreier immer wieder aufstößt. Bei Tap Fu kommen in der ersten Woche mehr als fünf Kopien auf ein Original. Die obersten Plätze der Highscore-Liste belegen Kopierer. Und kein einziger, der die Kopie benutzt hat, hat danach das Original gekauft. <a href="http://smellslikedonkey.com/wordpress/?page_id=274" target="_blank">Alles nachzulesen hier.</a></p>
<p>Und damit sind diese drei bescheuerten Argumente endlich mal empirisch wiederlegt. Es handelt sich um ein preiswertes Spiel (unter vier Euro) &#8211; trotzdem wird kopiert. Leute probieren es lange aus &#8211; und kaufen trotzdem nicht das Original. Intensiv-Nutzer des Programms sind in der Regel Kopierer &#8211; und da sage mal einer, es sei kein Schaden entstanden wenn gerade die, die das Programm am meisten nutzen, es klauen.</p>
<p>Insgeheim hatte ich ja gehofft, daß bei der Statistik wenigstens ein paar positive Signale zu finden sind. Aber das <a href="http://smellslikedonkey.com/wordpress/wp-content/uploads/2009/10/highscores.JPG" target="_blank">Bild der Highscore-Liste</a>, in der Highscores von Raubkopien rot eingefärbt wurden, hat mir jeglichen Respekt vor den Leuten genommen, die gebetsmühlenhaft diese drei Argumente runterbeten. Es sind drei Lügen. Wer kopieren kann, kopiert und schaut nie mehr zurück.</p>
<p> Vielleicht sollte ich doch die Branche wechseln.</p>
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		<title>Ungehackt&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 11 Aug 2009 09:02:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Boris</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Danke für die Warnmeldungen über die WordPress-Lücke für Admin-Paßwörter. Sieben Minuten nach der Meldung durch Heise hat jemand das bei mir versucht, ist aber gescheitert (weil er/sie es auch noch falsch gemacht hat &#8211; pruhaha!). Bleibt der Trost, daß mein Blog inzwischen so wichtig ist, daß nicht nur andauernd russische Accounts versuchen, es zuzuspammen, sondern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Danke für die Warnmeldungen über die WordPress-Lücke für Admin-Paßwörter. Sieben Minuten nach der <a href="http://www.heise.de/newsticker/Luecke-in-WordPress-ermoeglicht-Aussperren-des-Admins--/meldung/143328" target="_blank">Meldung durch Heise</a> hat jemand das bei mir versucht, ist aber gescheitert (weil er/sie es auch noch falsch gemacht hat &#8211; pruhaha!). Bleibt der Trost, daß mein Blog inzwischen so wichtig ist, daß nicht nur andauernd russische Accounts versuchen, es zuzuspammen, sondern das Script-Kiddies mich inzwischen in der Wunsch-Trophäen-Liste haben. Und an den Kerl, der das bei mir probiert hat, geht hiermit ein fröhliches &#8220;Fuck you, Arschloch&#8221;.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Ignoranz-Förderung des Internet</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Aug 2009 14:36:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Boris</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufreger]]></category>
		<category><![CDATA[Online Fundstücke]]></category>

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		<description><![CDATA[In einem nur 15 Minuten dauernden Kurz-Experiment hat &#8220;das Internet&#8221; mal wieder bewiesen, daß gesunder Menschenverstand dort nur selten umsonst verteilt wird, man aber mit tumben Glauben von &#8220;Das ist neu also muß es gut sein&#8221; seine Zustimmung hat. Ungefähr zweimal am Tag tweetet mich jemand an mit einer Nachricht, die so klingt, als wolle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In einem nur 15 Minuten dauernden Kurz-Experiment hat &#8220;das Internet&#8221; mal wieder bewiesen, daß gesunder Menschenverstand dort nur selten umsonst verteilt wird, man aber mit tumben Glauben von &#8220;Das ist neu also muß es gut sein&#8221; seine Zustimmung hat.</p>
<p>Ungefähr zweimal am Tag tweetet mich jemand an mit einer Nachricht, die so klingt, als wolle derjenige eine Antwort haben. Zum Beispiel, indem er sie mit einem Fragezeichen abschließt. Abundan noch eine Facebook-Mail und seit neuestem Nachrichten per LinkedIn (bin nicht auf Xing, gehe nicht auf Xing) von Leuten, die mich eigentlich kennen und alle anderen Kontaktwege zu mir (EMail, Handy, Fax) auch.</p>
<p>Nun haben wir vor kurzem ein Jubiläum der Email gefeiert (25 Jahre Deutschland oder so was?) und an dieser Stelle sei mir erlaubt zu sagen, daß Email ein ganz hervorragendes Kommunikationsmedium ist, wenn man jemandem mal eine Frage stellen will. Und das hab ich auch getwittert. Originaltext:</p>
<blockquote><p>Twitter ist nicht Email. Facebook ist nicht Email. Xing ist nicht Email. Wenn Sie eine Antwort erwarten &#8211; schicken sie mir eine Mail!</p>
</blockquote>
<p>Yep, sogar mit Rechtschreibe-Fehler, das passiert mir schon mal. Innerhalb weniger Minuten treffen also &#8220;Antworten&#8221; ein, das sind Tweets, bei denen man bis zu 10% der zur Verfügung stehenden Buchstaben dafür opfert, die Adresse in der Nachricht unterzubringen (so, als ob wir alle nur 256 Byte RAM hätten wie ein Atari 2600. BYTE. Nicht Kilo, Mega, Giga).</p>
<p>&#8220;Elektronisch oder Handgeschrieben?&#8221;, &#8220;Jaja, die Zeiten ändern sich aber manche bleiben lieber beim alten&#8221;, &#8220;Wie ist denn die EMail? XD XD XD&#8221;.</p>
<p>Erstmal hab ich keine Ahnung, was dreimal XD bedeutet, und zum zweiten ist meine Email-Adresse ganz einfach zu finden, wenn man sich 45 Sekunden Mühe gibt.</p>
<p>Zum anderen blenden diese anderen Leute mit ihren vermeintlich witzigen Bemerkungen aus, daß Twitter und Co nicht einen einzigen Vorteil gegenüber Email haben &#8211; außer den eher negativen Nebeneffekten, daß man weniger Zeichen hat und andere Leute mitlesen können. Wenn ich einen Brief handschriftlich schicke, braucht der ein bis zwei Tage, bis mein Gegenüber ihn lesen kann. Wenn ich ein Fax schicke, verbrauche ich Papier und mache meinen Text auch noch unlesbar. Eine Email ist so schnell wie nur geht, kann archiviert, weitergeleitet oder sonstwie genutzt werden. Twitter oder Facebook-Messaging ist nicht die Zukunft. Es ist ein Rückschritt.</p>
<p>Und deswegen ist mein Twitter-Feed weiterhin wie eine Radio-Sendung oder eine Zeitschrift: One-to-many Kommunikation, die man sich anschauen kann oder eben auch nicht, die man weiterleiten darf, wenn man mag (Retweet me) und auf die man auch mal einen Leserbrief schicken kann &#8211; aber wie beim Radio oder in der Zeitschrift werden alle Leserbriefe gelesen, aber selten beantwortet.</p>
<p>Und meine Kurz-Rants werden auch nie re-tweeted, aber wehe, ich twittere mal ein lustiges Video oder den Allgemeinplatz der lustigen Uhrzeit von 12:34:56 am 7.8. zweitausend9, dann hagelt es Re-Tweets und auch ein paar neue Follower. So ganz kapier ich das nicht.</p>
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		<title>Meine Petitions-Kritik</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 18:26:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Boris</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufreger]]></category>
		<category><![CDATA[Videospiele]]></category>

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		<description><![CDATA[Da twittere ich letztens vor mich hin, daß ich nicht viel von der Petition gegen Computer-Spiel-Verbote halte und natürlich kommen hämische oder irritierte Kommentare; außerdem kriegt die Petition ein Medienecho, weil sie jetzt die dritt-meist-unterzeichnete ist (nach der berühmten Internet-Zensur-Petition und der Petition für ein bedingungsloses Grundeinkommen). Also muß ich vielleicht doch ein wenig länger [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da twittere ich letztens vor mich hin, daß ich nicht viel von der Petition gegen Computer-Spiel-Verbote halte und natürlich kommen hämische oder irritierte Kommentare; außerdem kriegt die Petition ein Medienecho, weil sie jetzt die dritt-meist-unterzeichnete ist (nach der berühmten Internet-Zensur-Petition und der Petition für ein bedingungsloses Grundeinkommen).</p>
<p>Also muß ich vielleicht doch ein wenig länger ausholen. Diese Petitions-Geschichte hat mehrere Haken. Zum einen halte ich die Petition selbst für unsauber geschrieben, überladen und mit gefährlichem Brandstoff versehen. Denn es steht ausdrücklich in der Petition:</p>
<blockquote><p>&#8220;¢ den Vollzug bestehender Gesetze zu verbessern und zu gewährleisten, dass Kindern und Jugendlichen nur Computer- und Videospiele entsprechend der USK-Jugendfreigabe zugänglich gemacht werden. </p>
</blockquote>
<p><font color="#444444">Das kann ganz schnell zum Bumerang werden, denn wenn man das &#8220;gewährleisten&#8221; will, bedeutet das eine Verschärfung der Vertriebsbeschränkungen ähnlich wie bei indizierten Spielen. Insbesondere steht eben NICHT in der Petition, daß Volljährigen ein Zugang zu diesen Produkten offen stehen muß. Ganz plump gesagt: In der Überschrift steht, daß die Petition gegen ein &#8220;Verbot&#8221; sein soll, aber genau der Punkt ist in der Petition gar nicht richtig aufgeführt. Ich will jetzt den Text nicht noch mehr zerpflücken (das ginge bequem über mehrere Seiten), aber: diesen Text würde ich nicht unterzeichnen, sondern erstmal gründlich diskutieren und edieren.</font></p>
<p><font color="#444444">Überhaupt finde ich aber dieses Petitions-Instrument von allen Seiten mißverstanden. Zum einen bewirkt eine erfolgreiche Petition nur, daß der Bundestag sich irgendwann mal mit der Sache beschäftigen muß &#8211; und das kann man auch unter der Rubrik &#8220;schlafende Hunde wecken&#8221; verbuchen. Die jüngsten Geschichten rund um Frau von der Leyen und ihre Reaktion auf die Internet-Zensur-Petition machen ja gerade die Runde. Sie ist kein Instrument, um ein Umdenken festgefahrener Meinungen einzuleiten.</font></p>
<p><font color="#444444">Dann sollte man sich nochmal die Zahlen vor Augen halten. Ich hab jetzt nicht die Zahl der Wahlberechtigten in Deutschland im Kopf, aber wir haben etwa 38 Millionen Haushalte und etwas über 80 Millionen Einwohner. Wenn ich spontan &gt; 40 Millionen sage, sind wir sicher in der richtigen Größenordnung. Legen wir auf die jetzt 30K Unterzeichner nochmal 10K drauf, dann haben die Petition genau 1 Promille aller Wahlberechtigten unterzeichnet. 0,1%. Oder anders ausgedrückt: 99,9% haben sie nicht unterzeichnet.</font></p>
<p><font color="#444444">Mit solchen Zahlen würde ich als Poltiker, der das ganze Thema nicht versteht, einfach sagen &#8220;Ja, das sind halt diese Spinner, weswegen wir ja gerade das Gesetz machen müssen, um die anderen 99% zu schützen&#8221;. 30.000 klingt viel, ist aber alles andere als viel.</font></p>
<p><font color="#444444">Leider kapieren auch etablierte Journalisten dieses Petitions-Dingens nicht wirklich. Die Nummer Vier der Petitions-Hitparade ist nämlich die &#8220;GEMA Petition&#8221;, die nach Medienberichten schon &#8220;von 12.000 Musikern und Medienschaffenden&#8221; unterzeichnet wurde. Ja, es gibt 12.000 Zeichner. Aber das sind irgendwelche E-Mail-Adressen. Die Petitions-Plattform läßt sich jeden nach Selbstauskunft registrieren und eine Stimme geben. Insofern kann man höchstens sagen, daß 12.000 registriere E-Mail-Adressen da unterzeichnet haben; man kann nicht mal die realen Menschen dahinter zählen, geschweige denn, ob die tatsächlich beruflich irgendwas mit Musik zu tun haben.</font></p>
<p><font color="#444444">Nennt mich zynisch, aber diese &#8220;Unterschreib die Petition&#8221;-Welle macht mich nicht an. Sollte der Bundestag oder der Bundesrat allerdings tatsächlich versuchen, verfassungswirdrig eine Zensur für ein ihm unbequemes Medium einzuführen, die laut Grundgesetz nicht stattfindet, schließe ich mich gerne sauber formulierten Klagen vor diversen Gerichten in Deutschland und Europa an. Genauso würde ich, wären bei mir am Ort auf einmal auch LAN-Party-Verbote im Gespräch, den direkten Dialog mit den Verantwortlichen suchen und sie auf einige unbequeme Wahrheiten hinweisen.</font></p>
<p><font color="#444444">Diese Petition hingegen wird wenig bringen und sich schlimmstenfalls als Bumerang erweisen, die den Befürwortern von Spiele-Verboten nur in die Hände spielt, daß es ja nur um ein paar tausend Verrückte geht, die sich ihren Spaß am virtuellen Töten nicht nehmen lassen wollen.</font></p>
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		<title>Bitte ein S vor den Namen der Firma setzen</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Jun 2009 02:47:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Boris</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufreger]]></category>

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		<description><![CDATA[Hurra, ein neues Feindbild. Hier meine innige Aufforderung als Privatperson (!) an alle Leser meines Blogs. Bitte meiden Sie die Webseite hitmeister punkt de (verlinken will ich auf die Seite nicht). Das sind nämlich die Menschen, die gerade den Politikern, die sich nicht so mit Statistik auskennen (also allen), die Meldung des Jahres geliefert haben. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hurra, ein neues Feindbild. Hier meine innige Aufforderung als Privatperson (!) an alle Leser meines Blogs. Bitte meiden Sie die Webseite hitmeister punkt de (verlinken will ich auf die Seite nicht).</p>
<p>Das sind nämlich die Menschen, die gerade den Politikern, die sich nicht so mit Statistik auskennen (also allen), die Meldung des Jahres geliefert haben. Denn über ihre PR Agentur &#8220;Frische Fische&#8221; teilen sie folgendes mit:</p>
<blockquote><p>Besonders in den süddeutschen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg sowie im ostdeutschen Thüringen werden besonders viele Killerspiele bezogen auf die Einwohnerzahl gekauft. Regionen mit einer stark unterdurchschnittlichen Käuferzahl sind hingegen die westlichen Landesteile Nordrhein-Westfalens, Süd-Niedersachsens, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg sowie Berlin. Bei der Untersuchung hatte Hitmeister.de mehr als 10.000 Verkäufe von FSK-18-Spielen aus den letzten 18 Monaten unter die Lupe genommen. <br />Neben den regionalen Trends, sind auch saisonale Trends beim Verkauf von Killerspielen erkennbar: Während die Verkaufsspitze bei &quot;normalen&quot; Computerspielen von Oktober bis Januar rund um Weihnachten erreicht wurde, verkaufte Hitmeister.de überraschenderweise besonders viele Killerspiele in den Monaten Februar und März 2009. Insgesamt sind gut ein Fünftel der beim Festpreismarktplatz verkauften Computerspiele der Kategorie Killerspiele zuzuordnen. <br /><strong>Überraschende Koinzidenzen</strong> <br />&quot;Wir glauben zwar nicht, dass ein Zusammenhang zwischen der Wahrscheinlichkeit eines Amoklaufs und der verkauften Stückzahlen von so genannten Killerspielen besteht. Überraschend ist es aber schon, dass ausgerechnet die beiden Regionen der letzten großen Amokläufe rund um Erfurt sowie in der Region Stuttgart zu den Schwerpunktregionen für den Killerspiel-Verkauf gehören. Bayern ist hingegen von einem größeren Amoklauf bisher verschont geblieben.&quot;</p>
</blockquote>
<p>Ab sofort werden also Poltiker mit einem &#8220;Told you so!&quot; durch die Straßen marodieren, weil es jetzt ja eine Untersuchung gibt, die einen Zusammenhang zwischen &#8220;Killerspielen&#8221; und Amokläufen darstellt.</p>
<p>Ich weiß, ich soll mich nicht so aufregen (mein Blutdruck, bin nicht mehr der Jüngste), aber trotzdem muß hier mal eines gesagt werden:</p>
<h3>Was Hitmeister da mitteilen läßt, ist reißerischer Schwachsinn, nur um sich ins Gespräch zu bringen.</h3>
<p>&#8230;</p>
<p>Für die Leute, die sich nicht so mit Statistik beschäftigen, hier nur mal ein paar kleine Betrachtungen von dem was Hitmeister in der Pressemitteilung so sagt:</p>
<ul>
<li>Es gibt in der Pressemeldung nicht eine Zahl, die die Aussage hinterlegt. Nur daß man &#8220;mehr als 10.000&#8243; Transaktionen angesehen hat und daß generell 20% aller dort verkauften Spiele in das Raster fallen. Genauer gesagt: </li>
<li>Es werden keinerlei Größenordnungen angegeben. Also &#8211; wenn bezogen auf 100 Einwohner in Bayern 15 und in Nordrhein-Westfalen 12 USK-18 Spiele verkauft werden, dann ist das kein statistisch signifikanter Unterschied, sondern noch im Rahmen der Meßungenauigkeit. Ein nicht repräsentatives Sample von 10.000 Bestellungen auf 38 Millionen Haushalte, dann runtergebrochen auf die Bundesländer (wo man dann in kleinen Bundesländern gerade mal ein paar hundert Bestellungen haben kann), ist zu klein für relevante Aussagen. </li>
<li>Das Sample ist eh versaut, denn wenn diese Webseite in Bayern beliebter ist, als in NRW, stimmt die Messung &#8220;bezogen auf die Bevölkerung&#8221; schon mal gar nicht, weil die grundsätzlich mehr Bestellungen hätten. Wie schon jemand auf einer Mailing-Liste mitteilte: &#8220;In NRW gibt es deutlich mehr Ladengeschäfte, in denen man sich indizierte Ware holen kann&#8221;. Sprich &#8211; kapitaler Meßfehler. </li>
<li>Außerdem scheint Hitmeister nicht ganz zu wissen, was sie denn nun eigentlich für Spiele messen. Denn &#8211; <u>es gibt keine &#8220;Killerspiele&#8221;</u> oder zumindest keine Liste von Spielen, die man mal offiziell unter diesem Begriff zusammenfassen würde. Noch viel schlimmer, Hitmeister redet hier und auf seiner Webseite von <u>FSK</u>-18 Spielen, so als ob die Existenz der USK komplett ignoriert werden darf. Es gibt keine FSK-18 Spiele, hat es nie gegeben und wird es nie geben! Und es gibt gerade auf der Hitmeister Seite, die sich rühmt, auch tausende von Pornos im Angebot zu haben, sowie im PR-Bereich stolz eine Reihe von Screenshots ihres Sextoy-Programms zeigt, im USK-18 Bereich nicht nur Spiele, die man als &#8220;Killerspiele&#8221; bezeichnen würde. Eine Reihe indizierter Titel führen die unter &#8220;Geschicklichkeit&#8221; und nicht &#8220;Action&#8221;. (Mangels Registrierung kann ich aber nicht sehen, welche Titel das sind). </li>
<li><a href="http://www.dreisechzig.net/wp/wp-content/uploads/2009/06/image.png" target="_blank"><img style="border-right-width: 0px; margin: 0px 0px 0px 5px; display: inline; border-top-width: 0px; border-bottom-width: 0px; border-left-width: 0px" title="image" border="0" alt="image" align="right" src="http://www.dreisechzig.net/wp/wp-content/uploads/2009/06/image_thumb.png" width="244" height="198" /></a>&#8220;Insgesamt ist ein Fünftel der Spiele der Kategorie&#8230; zuzurechnen&quot;. Jahaha, da lacht der Statistiker, denn wenn man die Webseite aufruft und wenn man sich deren Pressemitteilungen anguckt und was die so bewerben, dann muß man sich ernsthaft fragen:<font color="#ff0000"> Nur 20%?</font> Dann greift deren reißerische Werbung, mit der dort Ware für Erwachsene angeprisen wird, wohl noch nicht gut genug. Dies klingt so ähnlich, als ob ein Metzger konstatiert, daß 70% der von ihm verkauften Produkte Fleisch enthalten. </li>
</ul>
<p>Ich kannte diesen &#8220;Festpreismarktplatz&#8221; vorher gar nicht und ehrlich gesagt, will ihn in Zukunft auch nicht kennenlernen. Ich find es auch geradezu absurd, daß die Leute bei Hitmeister mit einer Pressemitteilung, die ein Verkaufsverbot für die Produkte geradezu herausfordert, auf Kundenfang geht. Und mir tut es in der Seele weh, wenn der eine oder andere Leser jetzt auf die Idee kommt, sich dort was zu kaufen. Denn wenn ihr in drei Wochen in der Killerspieldiskussion hört &#8220;Es ist bewiesen, daß in den Regionen mit Amokläufen deutlich mehr Killerspiele gespielt werden&#8221; dann ist diese Pressemitteilung dran schuld. </p>
<p>Achja, die Firma Hitflip, Anbieter von Hitmeister sitzt in Köln. Ist das jetzt die Rache für meinen Autobahn-Schilder-Post vom Freitag?</p>
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		<title>Vielleicht ein Beispiel zur Erklärung</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Jun 2009 16:18:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Boris</dc:creator>
				<category><![CDATA[Achtung! Ironie!]]></category>
		<category><![CDATA[Aufreger]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Bemühungen von der lieben Zensursula und neuerdings der Bild-Zeitung, die Leute zu verleumden, welche den absurden Plan einer &#8220;Kinderpornosperre&#8221; nicht unterstützen, sondern BESSERE LÖSUNGEN haben wollen, regen mich auch über tausende von Kilometern hinweg auf. Frau von der Leyen, vielleicht darf ich ihnen ein einfaches Beispiel geben. Bitte gehen Sie nach Köln und versuchen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Bemühungen von der lieben Zensursula und neuerdings der Bild-Zeitung, die Leute zu verleumden, welche den absurden Plan einer &#8220;Kinderpornosperre&#8221; nicht unterstützen, sondern BESSERE LÖSUNGEN haben wollen, regen mich auch über tausende von Kilometern hinweg auf.</p>
<p>Frau von der Leyen, vielleicht darf ich ihnen ein einfaches Beispiel geben. Bitte gehen Sie nach Köln und versuchen Sie von Köln aus, mit dem Auto nach Düsseldorf zu fahren. Die perfiden Kölner, in ihrer Art beleidigt zu sein auf Altbier und den Fakt, daß Düsseldorf statt ihrer die Landeshauptstadt ist, haben nämlich eine Düsseldorf-Sperre aufgebaut, indem sie auf praktisch allen Autobahn-Schildern so wunderbare Städte wie &#8220;Oberhausen&#8221; anzeigen, aber tunlichst alle Wegweiser Richtung Düsseldorf abgeschafft haben. Ihre sogenannte &#8220;Netzsperre&#8221; via DNS Redirect ist genau der gleiche Zinnober. Sie wollen nur die Schilder an der Autobahn abmontieren.</p>
<p>Dummerweise gibt es aber Straßenkarten, Navigationssysteme, die deutsche Bundesbahn und den öffentlichen Nahverkehr, die alle Strecke und Wege nach Düsseldorf anbieten. Schlimmstenfalls läßt man sich einfach vom Rhein flußabwärts treiben.</p>
<p>Der Plan der Kölner würde nur aufgehen, wenn sie endlich am Kernforschungszentrum Jülich eine handliche Atombombe bauen würden und Düsseldorf von der Landkarte tilgen. Dem stehen sicher ethische Gründe entgegen, aber nur so wird man Altbier los und kriegt das Landesparlament in den Kölner Dom evakuiert.</p>
<p>Frau von der Leyen, verflucht nochmal, suchen sie die Server mit illegalen Inhalten und lassen sie diese vom Netz nehmen. Das ist die ECHTE Strategie, um Kinderpornographie zu bekämpfen. Schnappen Sie sich die Leute, die solche Inhalte auf die Server stellen, und lassen sie Staatsanwälte und Gerichte das volle Spektrum ihrer rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen. Niemand in der Internet-Gemeinde wird da auch nur einen Funken Gegenwehr leisten, sondern ihnen HELFEN, diese Leute zu finden und dafür zu sorgen, daß sie solchen Schaden nicht mehr anrichten können.</p>
<p>Aber eine Infrastruktur bauen zu wollen, die a) gar nicht funktioniert und b) nur die Begehrlichkeiten von größeren Idioten als ihnen (&#8220;Oh, da kann man sicher auch Killerspiele sperren!&#8221;) weckt, ist ein so absolut hirnverbrannter Plan, daß ich mich frage ob ich ihre restliche Familienpolitik genau so ernst nehmen darf oder ob sie da mehr Sachverstand zeigen.</p>
<p>Andererseits: Vielleich sollen wir Sie einfach diese DNS-Redirects bauen lassen und auch alle anderen kritischen Seiten sperren lassen, damit Sie und Herr Schäuble sich sicher fühlen. Und wir kaufen uns alle Premium-Accounts bei OpenDNS und lachen einfach nur über ihre Wegweiser-Versteck-Politik. Aber heimlich, damit sie nicht merken, daß das Internet ganz anders funktioniert als Ihnen das irgendein Staatssekretär erklärt hat.</p>
<p>Zum Schluß ein Disclaimer: Ich bin in Grevenbroich geboren, wo man eher dem 1. FC Köln zujubelt, und habe jahrelang in Neuss und Düsseldorf gelebt, daher darf ich mir meinen kleinen Vergleich erlauben, also bitte keine Hass-Kommentare aus NRW.</p>
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