Nov 19
War am Wochenende in einem Elektrogroßmarkt und war schon wieder drauf und dran, endlich mal meinen allumfassenden Beitrag zum Thema "Aspect Ratio", Flachköpfen auf Breitbildfernsehern und offensichtlich mit wenig Augenmaß gesegneten Fachhandels-Experten zu schreiben, da fiel mein Blick auf ein voluminöses Display mit einem Philips Aurea. Das ist der Fernseher, der am Rand mit vielen LEDs das ungefähre Farbmuster des Fernsehbildes wiedergibt und damit einen erstaunlichen Effekt erzielt. Man stellt sich das Teil schon fast im Wohnzimmer vor…
Ja, wenn denn das Fernsehbild gut wäre.
Auf dem Aurea Display läuft nämlich ein Demo-Film, der mit Aspekten wie "Super Smooth" und "Full Resolution" lockt. Nur leider ruckelt jede einzelne Sequenz dieses Films wie blöde - sieht wie eine überhaupt nicht funktionierende 60 zu 100 Hz Umwandlung aus. Und leider haben viele Szenen entweder deutlich sichtbare Kompressionsartefakte oder sind derart überschärft, daß es in den Augen wehtut. Liegt das jetzt am Demofilm oder ist der Fernseher wirklich derart schlecht? Dann werben sie noch mit Full HD, zeigen HD Filmszenen aus "Fantastic Four" - und zeigen als Abbinder als Empfehlung die normale DVD!
Nun kann ich in etwa abschätzen, was es die Firma Philips kostet, so ein Display überhaupt irgendwo aufzustellen. Es ist groß (und Platz in einem Elektrogroßmarkt ist knapp), es ist ziemlich teuer konstruiert und es enthält ja auch diesen teuren Fernseher. Mann, schmeißen die viel Geld zum Fenster raus. Nach Ansehen der Demo würde ich diesen Fernseher meiden wie der Teufel das Weihwasser.
Oct 31
Weil es wieder mal durchs Netz geistert: Nein, IPTV-Funktionen kommen nicht auf jede Xbox via Herbst-Update. Die IPTV-Funktion kann nur von IPTV-Dienstleistern auf Xboxen aktiviert werden. Mehr dazu hab ich mal im Januar geschrieben.
IPTV kauft man also nicht bei Xbox, sondern bei einem Internet-Anbieter, und der hat die Möglichkeit, eine Xbox als IPTV-Empfänger zu konfigurieren. Konkret ist dies nicht in Deutschland angekündigt.
Sep 16
Wenn man seine Kinder zu vernünftigem Medienkonsum erziehen will, sollte man mit ihnen gemeinsam Sendungen ansehen, darüber sprechen und den Konsum auch entsprechend kontrollieren.
Der angenehme Nebeneffekt ist nicht nur, daß man was lernt (Jede Woche mindestens ein Aha! bei der Sendung mit der Maus und bei Willi wills wissen) sondern abundan sogar blendend unterhalten wird von Sachen, die nur vordergründig für Kinder, im tiefsten Inneren aber eigentlich solide Erwachsenen-Unterhaltung sind.
Die Sendung mit der Maus wird seit geraumer Zeit von Shawn dem Schaf besucht.
Das ist eine Kurzfilmserie der Macher von Wallace und Grommit und gehört zum absolut komischsten was Animation angeht. Ich spar mir viele Worte, die britische Webseite ist derart informativ, daß man hier nix mehr schreiben kann. Außer: Vorsicht, die Clips in der Sendung mit der Maus sind gekürzt. Die volle Version lief mal separat im Sommer im KIKA und kommt wohl demnächst auf DVD raus.
Aus deutschen Landen und auch schon zwei Jahre alt, aber von mir erst jetzt
richtig entdeckt, ist Tom, oder vollständig ausgeschrieben “Tom und das Erdbeermarmeladenbrot mit Honig”. 13 Fünf-Minuten-Filme mit eigentlich exakt der gleichen Handlung: Tom hat eines Morgens Lust auf ein Erdbeermarmeladenbrot mit Honig, geht zum Müller, der gibt ihm zumindest einen Teil der Zutaten und einen Tip, wo er den Rest bekommt. Dann passiert was Absurdes und zum Schluß hat Tom ein halbes Erdbeermarmeladenbrot mit Honig. Das ist alles.
Der Humor ist “Pythonesk”; alleine die vierte Erwähnung des Begriffs “Erdbeermarmeladenbrot mit Honig” in 90 Sekunden führt bei mir zu unkontrollierbarem Kichern. Und mindestens die Hälfte der Komik kommt von dem hier absolut brillanten Dirk Bach, der den Erzähler und alle Stimmen in einer One-Man-Show gibt, nach der man ihm alle anderen Peinlichkeiten seiner Karriere verzeiht. Aber das Beste ist: Die Serie wurde komplett in Shockwave produziert und alle Folgen sind damit in echter Masterqualität auf dem Tomportal zu finden. So kann man so tun, als sei es nie im Kinderprogramm gelaufen.
Update: Auf dem Tomportal sind doch nur nur Ausschnitte. Die kompletten Filme hat der SWR hier gebunkert: http://www.kindernetz.de/tom/filme/-/id=40422/1lnyqli/index.html
Jan 09
IPTV, Fernsehen über das Internet, klingt auf den ersten Blick fantastisch: Viele Kanäle, super Qualität und tolle Bonus-Features. Es gibt nur einen kleinen Haken: Man kann das nicht einfach über das Internet nutzen.
Wer IPTV zu Hause haben will, braucht einen IPTV-Anschluß. Das gibt es beispielsweise schon in einigen Städten von der T-Com und heißt dann T-Home. Dabei handelt es sich um einen schnelle VDSL-Leitung (bis zu 50 MBit) die zudem noch, und das ist der Haken, auf möglichst kurzem Weg mit den Servern verbunden ist, die das Fernsehprogramm “ausstrahlen”. Und diese Server lassen natürlich auch nur die Kunden rein, die einen T-Home-Anschluß haben. Und noch dazu lassen sie auch nur die Endgeräte rein, die eine entsprechende Lizenz haben.
Bei T-Home beispielsweise kriegt man pro Anschluß zur Zeit einen IPTV-Receiver mit 80-Gigabyte-Festplatte - mehr nicht. Nur dieser kann tatsächlich das Fernsehprogramm empfangen. PCs, die man an die gleiche Internet-Leitung hängt, können zwar wahnsinnig schnell browsen, aber nicht auf das Fernsehprogramm zugreifen - zumindest solange nicht, bis der IPTV-Anbieter eine entsprechende Software (wahrscheinlich mit Smartcard gesichert) für den PC bringt.
Und um den Bogen zu Xbox 360 zu spannen: Microsoft bereitet Xbox 360 auf IPTV-Empfang vor. Das heißt, daß ein Anbieter wie T-Com seinen Kunden theoretisch in Zukunft neben einer Set-Top-Box auch eine Xbox 360 anbieten kann (konkret angekündigt ist hier für Deutschland noch nichts), die wie ein Receiver für IPTV funktioniert. Die entsprechende Software gibt es dann auch nur beim IPTV-Anbieter da man die entsprechende Lizenz mit digitalem Schlüssel braucht, damit die Server die Xbox auch empfangen lassen. Man wird nicht einfach mit einer beliebigen Internet-Leitung per Xbox Fernsehen können und Xbox Live wird auch kein Fernsehprogramm übertragen.
Wenn allerdings jemand wie T-Com dann auch Xbox 360 als IPTV-Client anbieten sollte, dann geht die Post ab. Ich mache im übrigen den Selbstversuch (OHNE Xbox 360): in den nächsten Tagen wird bei mir T-Home mit IPTV installiert. Erfahrungsberichte folgen.
Dec 06
So, die zweite Staffel Galactica ist jetzt auch gesehen und ich bin tief beeindruckt. Genau in dem Augenblick an dem man denkt “So, jetzt sind wir durch alle Konstellationen durch, wie wollt ihr jetzt Langeweile vermeiden” kommen die letzten 15 Minuten der letzten Episode und nichts ist mehr so wie es war. Hut ab vor den Produzenten, ein Geniestreich, wie man ihn selbst in Lost nicht erwartet hätte. Spoilerfrei kann man nicht mehr darüber schreiben.
Galactica-Anekdote am Rande: Kommt heute das neue “Maxim” ins Büro und kündigt auf dem Titel an “Tricia Helfer wie sie sie noch nie gesehen haben”. Stimmt auch fast - in mehreren Episoden von Galactica hat sie deutlich weniger an als auf dem stinklangweiligen Photoshoot mit dem Badeanzug. Sprich, man muß das Heft nicht wegen dem sexy Cylonen kaufen.
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