Category: Fernsehen

No more Heroes

Von Boris, So, 11. Jan 2009 20:30

Ich glaub ich hatte erwähnt, daß ich die erste Staffel von Heroes ziemlich gut fand und auch den einen oder anderen im Bekanntenkreis unter Androhung der Ausleihung meiner HD-DVD-Box von Season 1 zum Angucken gezwungen habe. Ich entschuldige mich nachträglich bei Allen. Denn inzwischen habe ich Season 2 aufgeholt und bin entsetzt, wie das Ding in den Sand gefahren wurde.

Ich sehe es vor meinem inneren Auge: Kring und das Autoren-Team hatten einen brillanten Story-Bogen für die erste Staffel geschrieben, aber nicht den Hauch einer Ahnung, wie es danach weiter gehen sollte. Und dann einen kollektiven Burnout gekoppelt mit einem Autorenstreik.

Season 2 lief auf RTL2 schon durch, daher keine Spoiler per se: Leute wechseln ständig die Seiten und Gut und Böse gibt es irgendwie nicht; auch nicht Tod oder Lebendig, weil gegen Ende von der zweiten Staffel die dramatischen Tode alle rückgängig gemacht werden – bis auf einen. Es klaffen kilometerdicke Löcher in der Handlung (Wieso darf Molly eigentlich in der Suresh/Parkmann Wohngemeinschaft bleiben? Wie kommt Sylar nach Mexico?), der Sylar-Plot wäre sowieso in drei Minuten erzählt, wird aber wie ein Kaugummi gedehnt. Und dann die Sache mit dem “In die Zukunft gucken”. Am Ende der Staffel Eins ist ja wohl zweifelsfrei geklärt, daß man diese Zukunft eben doch beeinflussen kann und die Visionen nicht zwangsweise eintreten werden. Trotzdem sind die Plot-Driver daß zum Einen immer noch ein paar Bilder rumgeistern und Peter auch Visionen eines jetzt entvölkerten New Yorks hat (was es zu verhindern gilt).

Ich war ernsthaft so verärgert, daß ich einen ungewöhnlichen Schritt gegangen bin: Für die in den USA durchgelaufene dritte Staffel hab ich mir im Internet den Plot durchgelesen. Uaaaah! Das wird ja noch konfuser und schlimmer!

[spoiler name="Mini-Spoiler zu Staffel Drei"]Weils so schön war, gibts zwar keine Gemälde mehr aber immer noch Comics, die die Zukunft vorhersagen. “Gute” gibt es gar nicht mehr, weil sich jetzt nur noch zwei Böse Fraktionen bekriegen, zwischen denen unsere diversen Helden sich mal so, mal so entscheiden. Und ein Charakter, der für einen anderen in Staffel Zwei sein Leben gab, taucht mit einem Plottwist von “Dallas-Bobby steht unter der Dusche”-Qualität wieder auf, während der gerettete Charakter nicht ein einziges Mal in 13 Folgen vor der Kamera steht. Und dann wird die komplette Astronomie durch einen Sonnenfinsternis-Sequenz in Frage gestellt, bei der vom Zeitablauf und der Geographie her gar nichts stimmt.[/spoiler]

Gut, daß ich da im Voraus gelesen habe. Mit Heroes bin ich durch und fertig.

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