Monstermässiges 3D
Ich war spontan für ein verlängertes Wochenende in Berlin (mehr dazu im Laufe der Woche) und muß heute aber quasi das Ende meiner Berlin-Reise loswerden. Paramount Pictures war so freundlich, mich zur Deutschland-Premiere von Monsters vs. Aliens einzuladen. Besonders verlockend: Den Film nicht nur Wochen vor dem Kinostart zu sehen, sondern auch noch in 3D. Das Premierenkino war mit dem RealD System ausgestattet, von dem ich bisher nur gelesen, es aber noch nicht in Aktion gesehen hatte. RealD arbeitet mit Brillen, die auch bei Kopfbewegungen keine Geisterbilder zeigen sollen. Bisher hatte ich 3D-Filme im wesentlichen mit linear polarisierenden Brillen gesehen, bei denen jede Neigung des Kopfes zu Geisterbildern und damit schnell zu Kopfschmerzen führte.
Der Film: Gut bis sehr gut. Die beeindruckendste Sequenz (auch in 2D) läuft aber absurderweise in der Mitte des Films und nicht als Finale. Für Science Fiction Nerds hängt die Story ein wenig zu sehr auf Gigantica fest, ich würde deutlich mehr Dr. Kakerlake und B.O.B. sehen wollen, aber die Auftritte der Monster sind gut und rund. Im englischen Original (ich hab die Synchro gesehen) wird wahrscheinlich der von Stephen Colbert dargestellte amerikanische Präsident ein Brüller sein, der kam mir auf Deutsch etwas farblos. Und der Bösewicht kommt irgendwie zu kurz. Kurzurteil: Kann “Monster GmbH AG” nicht schlagen, aber Dreamworks wird von Film zu Film besser. Lohnt sich.
Das 3D: Kurz gesagt – Uff! Ich hab viele 3D-Sachen gesehen, sowohl Dokumentationen wie auch Themenpark-Installationen, aber in Sachen Plastizität ist Monsters vs. Aliens ein neuer Standard (Bolt habe ich verpaßt). Es gibt eine Reihe von Szenen mit unglaublicher Tiefe, beispielsweise wenn Kampfjets das Alien-Raumschiff angreifen und man die Rauchfahnen der Raketen sieht. Die (wenigen) Weltall-Szenen wirken auch grandios, weil man die Tiefe des Alls erahnt. Und anders als bei vielen 3D-Produktionen hat man nicht das Gefühl, das einfach nur platte Objekte in verschiedenen Schichten erscheinen. Charaktere wirken dreidimensional und plastisch. Ein ähnlich gutes 3D-Erlebnis hatte ich erst einmal, beim IMAX-Film “Magificent Desolation“.
Dazu kommt, daß die 3D-Projektion natürlich digital ist und man jedes einzelne Haar extrem scharf sieht und das Bild zwischen Frames nicht einen Millimeter wackelt, was den 3D-Effekt noch weiter verstärkt.
Wer Monsters vs. Aliens in 3D sehen will: Der Heise Verlag führt eine halbwegs aktualisierte Liste von 3D Kinos in Deutschland (wobei das Colosseum in Berlin noch fehlt).
((Durch die Seitenumstellung bei c’t gerade jetzt funktioniert der Link, und auch die bisher benamsten Alternativen, nicht.))
Ich kann mir jedenfalls sehr gut vorstellen, Computer-Animierte Filme ab sofort nur noch in 3D zu sehen. Ob auch Real-Filme das hinkriegen? Nun, James Cameron verspricht für seine Produktion Avatar, das zu beweisen. Ich bin mal sehr gespannt.
