Umlaute für HTC S710

Gadgets, Software 16 Kommentare »

Seit ein paar Tagen bin ich Besitzer eines HTC S710 Smartphones, das mir außerordentlich gut gefällt. Windows Mobile 6 nutze ich als Beta Tester schon fast ein Jahr und in Verbindung mit einem Exchange Server ist das DIE EMail-Lösung für unterwegs, da kann Blackberry wirklich einpacken. Zu ordentlicher EMail gehört aber auch eine wie auch immer geartete Tastatur, mit T9 ist es mühsam mehr als abgehackte drei Wörter zu schreiben. Das mechanische Kleinod von HTC läßt sich aufschieben und eine Mäuseklaviatur mit erstaunlich gutem Anschlag (für die Größe) kommt zum Vorschein. Alles wäre prima…

…wenn da nicht die verdammten Umlaute fehlen würden. Und zwar vollständig, nicht mal per Tastenkombination aufrufbar. Nein, man muß ein Sonderzeichen-Menü aufrufen und dort die äs und üs dieser Welt zusammensuchen. Das ist nicht akzeptabel. Internet-Suchengines sagen bei "S710 und Umlaute" auch nur, daß es nicht geht. Danke, das weiß ich selbst.

Nun hatte ich heute eine etwas längere S-Bahn-Fahrt als sonst und damit knappe 90 Minuten, mich dieses Themas im Rahmen eines Speedhacks anzunehmen. Das ist gar nicht mal so einfach, weil man zum Beispiel über Windows Vista gar nicht an die Dateien im Windows-Ordner des Telefons rankommt: Hidden und System Dateien werden so weit wie möglich vor dem Benutzer verborgen.

Auftritt Total Commander für Windows Mobile, mit die unterbezahlteste Freeware auf diesem Planeten. Damit kann man Dateien aus dem ROM auf eine miniSD-Karte kopieren, dort die Hidden und System Flags entfernen, das Ganze auf den PC kopieren, dort editieren, dann wieder zurück auf die miniSD-Karte und schließlich von da ins Windows-Verzeichnis kopieren. Das Dateisystem von Windows Mobile nutzt dann diese "gepatchte" Datei statt der Original-Version im ROM.

Die Datei, um die es geht, heißt eT9.Vox.0407.kmap.txt und enthält die deutsche Tastaturbelegung, bei der im wesentlichen Y und Z vertauscht sind. Außerdem kann man dort einstellen, was die Tasten liefern sollen, wenn vorher die FN-Taste gedrückt wird. Und zum zweiten kann man dort einstellen, was im "123"-Modus passieren soll. Was ist dieser Modus? Das ist das Zeichen, das erscheint, wenn man eine Taste länger als eine halbe Sekunde drückt.

In der Standard-Konfiguration sind FN und 123 Modus gleich belegt. Ich habe mir die Datei angepaßt, so daß im FN-Modus die Umlaute kommen. Also:

  • FN + o = ö
  • O lange gedrückt halten = "(" (wie auf der Tastatur gedruckt)
  • Erst Shift, dann FN + o = Ö (umgekehrt kriegt man O)
  • Parallel mit A und U, und auf FN+S liegt das ß

Wer es genau umgekehrt will, kann die Datei entsprechend selbst modifizieren. Meine Variante liegt hier zum freien Download. Sie muß in das Windows-Verzeichnis des HTC S710 geschrieben werden, danach muß das Telefon komplett aus- und wieder eingeschaltet werden. Wie gesagt, das Kopieren in das Windows-Verzeichnis ist nicht trivial und geht am Besten mit dem Total Commander.

Keine Haftung wenn was schiefgeht, ich kann aber seitdem Umlaute tippen.

Zweitausend

Filme, Gadgets 44 Kommentare »

Nachdem ich in diesem Monat recht oft im Kino war und dabei herkömmliche Projektion mit der neuen Digital-Projektion vergleichen konnte, gibt es vor dem Kino jetzt eine neue Frage: Läuft das auch irgendwo digital?

Anfang des Monats sah ich die Piraten der Karibik, Teil Drei, in einer digitalen 2K-Projektion im Royal in München. Ich war hin- und weg von dem Bild. Stabil, scharf, hell und gleichmässig ausgeleuchtet. Kurz darauf in einem Premieren-Kino wieder eine wackelige, unscharfe Version von Stirb Langsam 4.0 zu sehen tat mir echt weh. Mein in dieser Hinsicht schlimmstes Kinoerlebnis in diesem Jahr war übrigens 300 - den muß ich mir dann auf HD-DVD nochmal geben, denn die Massenszenen soffen alle in der analogen Kopie ab. Ich bin durch digitale Projektion verdorben, ich gebe in Zukunft nur noch in Ausnahmefällen Geld für einen analogen Kinobesuch aus.

Die von mir bewunderte 2K-Projektion entspricht im übrigen in etwa der vollen HD-TV-Auflösung von 1080p.Im Umkehrschluß bedeutet das: Mit HD-DVD kriegt man nachweislich mehr Bildschärfe geliefert als in einem normalen analogen Kino. Noch schärferes verspricht die 4K-Projektion, von der es aber wohl erst ein Kino in Europa gibt.

Wer digital gucken will: Bei Projektor-Hersteller Kinoton gibt es eine Liste mit den Kinos, die die ausgestattet haben (nur Kinos mit DCP-Projektoren). Ebenso bei Dolby (wobei das Cinema in München keine Digital-Projektion mehr zu haben scheint - weiß jemand was genaueres?).

Kein Iphone für mich

Gadgets 36 Kommentare »

Seltsam, wieviele Leute mich nach meiner Meinung zum Iphone fragen oder es schon blind für meine “Best of 2007″ Liste nominieren. Ich glaube nicht an das Teil, bin ziemlich skeptisch. Wenn Apple damit nur 1% des Mobilfunkmarktes erobern will, wie mehrfach zitiert, das wird glaube ich gerade noch gehen. Ansonsten hab ich mehrere fachliche und persönliche Probleme mit dem Teil, denn es stemmt sich gegen fast alle Markttrends.
Es ist viel zu teuer. In einer Welt, in der der Standardpreis “1 Euro mit Vertrag” ist, kann niemand ernsthaft ein “500 Euro mit Vertrag” Telefon vermarkten. Wurde in den letzten Jahren mehrfach bewiesen.
Es ist viel zu groß. Ist irgendjemandem aufgefallen, daß in den letzen drei Jahren die wirklich gelobten und wirtschaftlich erfolgreichen Telefone auf Verkleinerung und entsprechendes Design gesetzt haben? Ich sag nur Chocolate oder Razr. Das Iphone ist groß und schwer.
Ein Touchscreen auf der Seite, die ans Gesicht gehalten wird? Wieviele Microfaser-Tücher zum Polieren werden mitgeliefert? Und irgendwie ist jedesmal bei einer Jobs-Produktvorstellung vergessen, welchen Aufruhr die Kunden machen, wenn das Gerät erstmal verkauft wird und sich als nicht absolut unzerkratzbar erweist.
Das Iphone ist ein leistungsfähiger Computer, den man nicht programmieren darf. Ähnlich wie bei Ipod Games macht Apple die Plattform zu und gibt keine Entwicklerunterlagen raus. Das mag bei Videospielkonsolen funktionieren, aber bei einem Smartphone sind es im Businessbereich gerade die Applikationen von unabhängigen Programmierern, die die Dinger erst zum Organizer- und Laptop-Teilzeit-Ersatz machen.
Was für eine EMail-Lösung machen die? Wenn du nicht Blackberry oder Exchange Push Service kannst, hast du bei Managern (die überhaupt die Kohle für das Teil haben) keine Chance.
8 Gigabyte Speicher vs. hochauflösendster Videoscreen der Branche. Und kein Erweiterungsschacht für irgendwelche Karten. Au Backe.
Es hat auch noch niemand die Frage beantwortet, wie lange die Batterie durchhält. Auf Telefone, die nicht mal zwei bis drei Tage ohne Steckdose durchhalten, wird ständig von allen herumgehackt. Kann man beim Iphone wenigstens den Akku selber wechseln?
An Stelle von Motorola, Samsung oder Nokia würde ich mir keine großen Sorgen machen. Iphone wird in diesen Parametern ein Nischenprodukt bleiben, ein Modetrend, aber niemals ein Telefon, das den großen Massenmarkt durcheinanderwirbelt. Wenn nur ein oder zwei dieser Punkte da wären, gestände ich Apple zu, den entsprechenden Markttrend zu knacken. Aber mit Coolness alleine kann keiner, nicht mal Apple, gleich fünf Gesetze des Marktes aushebeln.
Ein echtes “Kauf ich sofort” Teil wäre übrigens ein Ipod in dem Formfaktor und mit den Features. Also der Touchscreen, Applikationen und Spiele (am besten aber als offenere Plattform), und 30 bis 80 Gigabyte Speicher (sowie eine legale Möglichkeit, auch kopiergeschützte DVDs auf das Teil umzukopieren). Sowas für unter 500 Euro, ohne den Telefon-Blödsinn, das wäre spannend.

Best of 2006 extended…

Gadgets, Random Noise 8 Kommentare »

Meine besten Anschaffungen in diesem Jahr:

  1. Bose Soundsystem fürs Auto zusammen mit einem Dension Ipod-Interface. Da hat es mich fast geärgert, daß der Weg ins Büro dank des Autobahn-Ausbaus seit Februar 10 Minuten kürzer ist; das sind 20 Minuten (hin und zurück) weniger Musik am Tag.
  2. Microsoft Wireless Lasermouse 8000. Da ich seit einer Sehnenscheiden-Entzündung auf Links-Hand-Betrieb bei Mäusen umgestiegen bin, ist das DIE Maus. Gutes Gewicht, gutes “Rollverhalten”, gutes Bluetooth (brauche keinen Empfänger an meinem Laptop), einfach schlichtweg die Maus für’s Leben.
  3. Canon Powershot S3 IS. Digitalkamera mit Optischem Bildstabilisator und großer Linse. Ja, ich hab immer noch mehrere Exilims für die Jackentasche. Aber ich hab ganz vergessen, wie schön sich mit einer “großen” Kamera fotografieren läßt. Und mit dem Äquivalent eines 400mm Objektivs bei miesem Licht noch aus der Hand schießen können - dafür hätte ich vor zwanzig Jahren zu meiner Spiegelreflex-Zeit viel gegeben.
  4. Kochlöffel aus Olivenholz. Die sehen nicht nur gut aus, die reinigen sich auch ganz vorzüglich. Muß an der glatten Oberfläche liegen. Verstehe gar nicht, warum es normale Holzlöffel gibt.
  5. Nintendo DS Lite.

Auf die harte Tour

Gadgets 3 Kommentare »

Da Apple wohl seit einigen Monaten auf den ZIF-Verbinder für 1,8-Zoll-Festplatten umgestiegen ist, sind auf dem freien Markt kaum noch Festplatten mit dem Mini-IDE-Stecker zu finden, den Ipods bis Ende 2005 benutzt haben. Daher war bei keinem der zahlreichen in den Kommentaren vorgeschlagenen Webstores eine tatsächlich funktionierende Festplatte für meinen Ipod auszumachen. Ständig blinkt einem ein “Gerade ausgegangen”, “Nicht lieferbar” oder “Wie bestellen es für Sie” (gefolgt von einem “Leider haben wir es nicht mehr auftreiben können”) entgegen.

Na, dann auf die harte Tour: Mein Samsung YH-999, seit April ungenutzt, hatte immerhin eine 20-Gigabyte-Platte im passenden Format. Nach erfolgreicher Plattentransplantation habe ich jetzt ein Einzelstück: Einen Ipod Photo mit nur 20 Gigabyte. Jetzt darf ich meine Playlisten so anpassen, daß auch nur 20 Gigs rübersynchronisiert werden - dabei war alles so schön für den 30er ausbalanciert.

WP Thema & Icons by N.Design Studio. Deutsch: S.Breuker
Einträge RSS Kommentare RSS Log in