Duran Duran und Seal

Musik 6 Kommentare »

Zwei Plattenreleases der letzten Wochen erhärten mal wieder meine These, daß der Produzent oft viel wichtiger ist als der Künstler.

Überall gescholten wird das neue Duran Duran Album "Red Carpet Massacre". Manchmal von den gleichen Leuten, die Timberlakes FutureSex/LoveSounds für richtig toll halten. Was ich nicht verstehen kann, denn die JT-Platte hat gerade mal einen anhörbaren Track während, kaum zu glauben, ich bei Red Carpet Massacre nicht einmal die Skip-Taste am Player gedrückt habe.

Es ist allerdings Blödsinn, da Duran Duran draufzuschreiben. Eigentlich sollte als Künstler "Simon LeBon und Timbalands sein Drum Computer" auf dem Cover stehen, denn von den anderen Durans hört man ansatzweise im Hintergrund mal was - kein Wunder, das Andy Taylor die Gruppe während der Aufnahmen verlassen hat. Was aber echtes Duran Duran ist, sind die Melodien, Akkorde und Klänge. Und natürlich die Stimme von Simon.

Nein, es ist keinesfalls ein neues "Wedding Album" und erst recht kein "Rio". Aber das als schlechteste DD-Platte zu bezeichnen, ist, nach den drei katastrophalen "Astronaut", "Liberty" und "Thank You" nun wirklich eine Frechheit. Es ist eher wie "Notorious" - wenn man Nile Rodgers nicht mag, geht das Album halt nicht. Wenn man ihn mag ist es hingegen eine extrem coole Combo.

Anderer Künstler, anderes Produzentenproblem: Nachts wird Seal seiner Heidi hingegen sagen: Ich wünschte, Trevor Horn wäre hier. Denn auch wenn die beiden das dritte und vierte Seal-Album verbockt haben, der neue Produzent für "System" ist ein Weichspüler ohne jede Klasse. Wie kann man in fast jedem Stück a) langweilige Arrangements verwenden und b) Seals grandios brüchige Stimme ständig mit Hall und Echos unterlegen und so ruinieren? Schade, schade, schade…

Aufgeweckt

Musik 8 Kommentare »

Meine Musiksammlung ist seit geraumer Zeit ziemlich komplett (dachte ich), so ziemlich alles, was ich seit den 80er gehört habe, steht als CD im Keller - ich kauf schon lang nix mehr nach. Alle halbe Jahre (und bei jedem USA-Besuch) war ich aber nach einer CD von den "Reddings" auf der Jagd. Eine Platte (Vinyl) von denen hatte jemand als Geheimtip bei einer Firmen-Party bei Rainbow Arts aufgelegt (muß ~1987 gewesen sein), eine CD ist nie erschienen. Tonmixer benutzten das Instrumental-Stück g12-3_200"The Awakening" zum Einpegeln ihrer Anlagen, denn da zeigen Baßgitarre und Schlagzeug, ob die Lautsprecher gut dröhnen. Andere Stücke von den Reddings fallen aber eher ins damals übliche Disco-Funk-Genre.

Beim Alljährlichen Internetsuchmaschinenbenutzen fiel mir dann aber auf einmal doch ein Link auf eine CD in die Hände, die das jahrelang gesuchte Stück enthalten sollte. Die Holländische Mix-Legende Ben Liebrand bemüht sich drum, Plattenfirmen die Master von klassischen Maxi-Singles zu entreißen und in qualitativ hochwertige CD-Sammlungen zu pressen. Und ich kann bestätigen, daß der gute Mann sich echt Mühe gibt - auf der "Grand 12-Inches 3", die ich mir geholt habe, fand ich noch diverse Perlen von damals - und natürlich endlich eine CD-Version von "The Awakening". Die Tonqualität mancher Sachen ist erstaunlich.

Wer der einen oder anderen verlorenen Maxi-Single aus den Achtzigern nachweint (und das werden eher wenige Leser meines Blogs sein), sollte bei Ben mal stöbern.

Noch nicht mal Kavaliersdelikt

Aufreger, Musik, Online Fundstücke 23 Kommentare »

OK, ich gebe auf; es ist ein Kampf gegen Windmühlenflügel, meine kleinen warnenden Appelle waren nutzlos und die Musikindustrie kann einpacken. Als ich mich vor ein paar Tagen darüber mokierte, daß Spiegel Online zum Kopieren alter Atari 2600 Module aufrief, mußte ich hier schon Schläge einstecken. Heute geht’s aber bei den Kollegen in Hamburg munter weiter: Da findet ein Redakteur das neue Britney-Spears-Album toll und weist mehrfach munter darauf hin, daß man das ja schon Wochen vor Release in allen Tauschbörsen finden kann. Jungs, da fehlt ja nur noch ein Download-Link zur .torrent Datei.

All you need is…

Musik 2 Kommentare »

na, zumindest nicht “Love“, das Beatles-Remix-Album, welches mit großem Getöse vor einigen Monaten erschien. Nach drei Durchhörungen in zeitlichem Abstand ist mein Gesamturteil: Lennon/McCartney war/ist noch Genies. So gut, daß man deren Krempel kaum remixen darf. Zum Beispiel darf man Sgt. Pepper nicht aus seiner Reihenfolge reißen. Ein Album hört entweder mit “A Day in the Life” auf oder das Stück gehört nicht auf das Album. Und Klangcollagen wie “Lucy in the Sky” zu remixen ist auch Blasphemie, denn da war die Collage an sich das Kunstwerk, nicht die Melodie.

Wenn dann da nicht “Eleanor Rigby” wäre. Da hat George Martin wohl tatsächlich die Quellelemente retten können und das Stück einfach nur technisch aufgemotzt: McCartney klingt, als stände er im Zimmer, die Streicher können geortet werden, kein Rückfall in einfache Drei-Kanal-Technik mehr (wobei schon die Version auf Yellow Submarine deutlich besser war als das Original). Das Stück, in der Love-Version, muß einfach jedem eiskalte Schauer über den Rücken treiben. Da ärgert nur, daß es übergangsfrei in was anderes belangloses reinschwingt. Dieses Lied hätte ich gerne als Single.

Selbst (aber dumm) ist der Mann (Update)

Gadgets, Musik 23 Kommentare »

Bei meinem Ipod hat die Festplatte aufgegeben. Gut, ich hab das Ding 18 Monate lang intensiv genutzt und relativ rau behandelt, ich mach Apple keinen Vorwurf. Aber frei nach dem Motto “Selbst ist der Mann” hab ich mir vorgenommen, einfach selber die Festplatte zu wechseln. Und da ich im Alphabet nie weit komme und immer erst bei Amazon und Alternate nachschaue, ob die Sachen zu einem vernünftigen Preis haben, landete ich bei Alternate für nicht mal 80 Euro (inklusive Versand) bei der vermeintlichen Platte.

…vermeintlichen Platte!

Denn die Toshiba MK3008GAL hat leider einen mechanisch anderen Anschluß als die MK3006GAL (die Apple verbaut). Das hab ich vorher nicht gut genug recherchiert. Jetzt muß ich Alternate die unbenutzte Platte wieder zuschicken und einen anderen Händler finden, der die richtige Platte im Angebot hat - und das ist gar nicht mal so einfach. Hat jemand einen Tip?

Ich liebäugelte natürlich mit einem 8 GB Ipod Nano um das Thema Festplattenmechanik endgültig zu eliminieren, andererseits bin ich das große Teil gewöhnt und gebe ungern die Speicherkapazität auf. Und außerdem sitzt das Geld für noch nen Ipod nicht so locker…

Update: Einige der in den Kommentaren genannten Links kann ich NICHT empfehlen (leere Webseite, völlig überteuert, Preise nur auf Anfrage), hab sie aber nicht gelöscht. Zum Thema “Auf zum Apple Support” - nö. Das ist definitiv durch mein “Verschulden” verursachter, normaler Verschleiß. Die Geräusche der Festplatte sind eindeutig. Und umbauen ist einfach: Hat man erstmal das Ipod Gehäuse offen, geht dank exzellenter Verarbeitung da drinnen das ganze ziemlich leicht und narrensicher. Da hat Apple sauber gearbeitet.

Und jetzt muß ich mit dem Apple-Lob aufhören, bevor wirklich jemand vom Zune-Team meine Kommentare übersetzt und J Allard schickt…  smile_secret

WP Thema & Icons by N.Design Studio. Deutsch: S.Breuker
Einträge RSS Kommentare RSS Log in