Jubel Trubel um das neue Prince-Album, Musikkritiker feiern die Rückkehr des kleinen talentierten Gitarristen und mehrfach muß ich die Bemerkung der Plattenfirma lesen, daß sei die Platte für ein neues Jahrtausend. Oder so ähnlich.
Leute, wo wart ihr alle, als 2004 “Musicology” auf den Markt kam? Die vorherige Prince-Platte, die war das Comeback und die Scheibe für das neue (please insert marketing-zeiteinheit of irrelevance). 3121 ist eine sehr sehr mittelmässige Platte, eher getrieben vom Steuerberater als vom Musik-Genie. Eine schwache “Guck, Mama, ich kann auch Samba” Schnulze vorab, mehrere “Ich will wieder mit einer Single in die Top 40″ Nummern mit viel weiblichen R&B Standard Vocals und zu allem Übel noch Vocoder-Tricks, die schon bei Madonna abgegriffen waren, weil Cher sich vor knapp einem Jahrzehnt damit die Stimme liften lies. Ist es nicht bezeichnend, daß die einzige richtig rockende Nummer “Black Sweat” komplett aus dem Sequenzer kommt und kein einziges reales Instrument hat - und eher wie ein verzweifeltes Michael-Jackson-Comeback klingt? Während auf Musicology sogar größtenteils ein richtiger Schlagzeuger spielt? Lediglich der Track “Fury” kann mich noch überzeugen, verbindet Rockelemente mit den Riffs, die so Prince-typisch in den Achtzigern waren. Beim Rausschmeißer “Get on the boat” hört man stellenweise den Prince, der Musicology eingespielt hat - aber eben nur stellenweise, denn die Nummer ist langweilig durchgezirkelt und überraschungsfrei.
Wer ein paar richtig gute Prince-Wiedergeburtstracks hören will, spiele auf Musicology “Illusion, Coma, Pimp and Circumstance” an, oder das grandiose Doppel “Marrying Kind / If I was the man in you’re life” (nein, die Symbol/Zahlenschreibweise mach ich nicht mit). Und natürlich den Blues “Mr. Man”. Da hat Prince gezeigt, daß er wirklich verschiedene Musikstile kann.


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