Category: Musik

Best of 2007

Von Boris, Mo, 7. Jan 2008 10:32

Ich mag etwas spät dran sein, kann aber doch nicht lassen, die Welt von meinen persönlichen Favoriten des vergangenen Jahres zu informieren.

Am meisten gehörtes Album: “It won’t be soon before long” von Maroon 5. Brillant komponiert und produziert, ein echtes Pop-Juwel. Lieblingsstück: Wakeup Call. Text könnte von Johnny Cash sein:

Wakeup Call
Caught you in the morning
With another one in my bed
Don’t you care about me anymore
Care about me
I don’t think so
Six foot tall
Came without a warning
So I had to shoot him dead
He won’t come around here anymore
Come around here
I don’t feel so bad.

Das mit einer munter fröhlichen Pop-Melodei vorgetragen, daß selbst “Can’t Decide” von den Scissor Sisters nicht an diese Subversivität rankommt.

Beste Webseite des Jahres: Fernsehlexikon. Die Autoren lieben Fernsehserien. Und wer was liebt, darf auch richtig lästern. Insbesondere über Pro Mal sehen ob wir die Serie diese Woche noch senden 7. Die unregelmässigen Blog-Einträge sind oft der Höhepunkt meines RSS-Feeds-Lesens. Manchmal auch für echte Kalauer gut. Mein Lieblingsbeitrag ist dieser Gag hier, der mich im Büro wieder die Verlegenheit eines lauten Lachers gekostet hat.

Buch-Überraschung des Jahres: Die Geheime Benedict-Gesellschaft. Jeder darf dieses Buch lesen, denn es ist ein reines Kinderbuch. Man darf so lange lesen, wie man will, sofern man nicht vor dem Schluß aufhört. Verwirrt? In einem Plot, der Orwells 1984, Lucasarts Zak McKracken, Rowlings Harry Potter, Jason Bourne, die drei Fragezeichen und noch mehr verbindet, macht das tatsächlich Sinn. Ein Jugendbuch, das auch für Erwachsene hervorragend funktioniert. Vier hochbegabte Kinder legen einem Bond-gemessenen Superschurken das Handwerk. Dazu kommen ein Narkoleptiker, ein Mann ohne Gedächtnis, ein perfider Aufnahmetest, ein verflucht schneller Rollstuhl, ein teuflisches Wartezimmer und natürlich der “Notstand” – hach, in dem Buch wimmelt es von Ideen, Spannung, Witzen und eingestreuten Logikpuzzles. Herrlich!

DVD des Jahres: Blade Runner – The Final Cut. Ist sowieso einer meiner absoluten Lieblingsfilme und das 5-Disk-DVD-Set ist einfach ein Hammer. Mehr Blade Runner geht nicht. Auf HD-DVD sieht’s natürlich noch besser aus.

Film des Jahres: Hot Fuzz. Auch Anwärter auf DVD des Jahres (für die 2-Disk-UK-Version, die ich in Heathrow am Flughafen gekauft habe als der Film erst drei Wochen vorher in Deutschland im Kino gestartet war).

Fernsehen des Jahres: Switch Reloaded hatte einige brillante Momente, aber der Preis geht ganz klar an Heroes. Ich war erst skeptisch, dann aber vollkommen überzeugt von der ersten Staffel, die alles das richtig gemacht hat, was Lost in der dritten Staffel falsch machte. Keine Wiederholungen, Langeweile oder “wir strecken das mal ein bisschen um noch ein paar Folgen voll zu kriegen” Momente. Ein echter Schluß. Unerwartete Heldentode. Und der Mut, die Schundliteratur “Comic” einfach ernst zu nehmen. Ich geb’s zu, ich hab es nicht auf RTL2 gesehen, sondern das amerikanische HD DVD Box Set – aber auch ohne 1080p ist Heroes ein echtes Kleinod.

Bester Spielspaß des Jahres: Portal. Warum? Darum!

Beste Spielemusik und bestes Intro: PGR4. Wer nach den 7 Minuten Prodigy nicht den unbändigen Drang spürt sofort Kudos-Punkte zu sammeln, ist halbtot. Dabei bin ich gar kein Prodigy-Fan.

Größte Vorfreude (aus Zeitmangel immer noch nicht eingelöst): Mass Effect.

Die beiden “Macht ja Spaß!” Überraschungen des Jahres: Peggle von Popcap Games und Hidden Expedition: Titanic von Big Fish Games. Beides mit Spielprinzipien die so einfach sind, daß es jedem Spieletester weh tun müsste. Aber beide wahnsinnige Zeitfresser – jeweils entdeckt im Hotelzimmer, keine Xbox aber ein Laptop in der Nähe und geguckt, was es so an “Casual Games” gibt. Gerade das Titanic-Spiel, ein einfaches Suchbild ohne großartige technische Leistungen, hat mich in der “Wie? So spät schon?” Kategorie verblüfft. Natürlich gibt es Dutzende dieser “Hidden Object”-Spiele (man kann ja nicht immer nur Shanghai-, Bejewelled- und Zuma-Clones programmieren) und viele sind Müll, aber die Titanic mußte ich durchspielen. Es war wie verflucht…

Beste bedruckte Seite: 110 in Der Schrecksenmeister von Walter Moers. Da geht es um den Friedhof der nutzlosen Küchengeräte, eine Passage, die mir nach der jährlichen “Welches Küchengerät verschenk ich bloß?” Suche für Ehefrau und Schwiegervater (beides Küchenmenschen) sehr am Herzen liegt. Würd ich hier glatt vollständig zitieren, fürchte aber Verlagsanwälte und/oder Mythenmetz persönlich. Auch die Passage über die Weinverkostung, die vom banalen über das reale ins satirische und dann ins phantastische steigert, soll hier lobend erwähnt werden. Ein Buch, das reale Begriffe wie Wrasen so geschickt neben ausgedachten Wörtern wie Knilschbrömen verwendet, kann ja nicht schlecht sein.

Nützlichste Software: MediaMonkey 3 mit dem Tagging Inconsistencies Script. Endlich habe ich alle meine Audio CDs (weit über tausend – uff…) gerippt (auch die ganzen Exoten) und mit Media Monkey 3 auch die diversen Tagging-Probleme im Griff. Das Tagging Inconsistencies Script findet unter anderem unterschiedliche Schreibweisen von Künstlernamen (Sammy Davis Jr oder Sammy Davis, Jr.), alle Probleme mit “The…”, Doppelalben ohne Disknummer, und so weiter.

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