In vielen Diskussionen im Internet habe ich lesen müssen, daß eigentlich gar nix auf der E3 angekündigt wurde, was ich auf der einen Seite etwas komisch finde, denn zu vielen Spielen wurden Details bekannt, die man vorher nicht wußte, auf der anderen Seite aber bestätigen muß, denn viele brandneue Spiele gab es nicht zu sehen.
Trotzdem war die Masse der Neuankündigungen so groß, daß das eine oder andere unterging. Mein Kandidat für “unterschätzteste Ankündigung der E3”: Das Co-Op-Feature von “Fable 2” mit seinen “Ambient Orbs”.
Lionhead Software stand vor einem interessanten Problem: Bei den Fable Spielen soll der Spieler die Welt verändern. Je nachdem, wie man agiert, ändert sich nicht nur der eigene Charakter, auch die Stimmung in den Städten oder ganze Gebäude ändern sich im Spielverlauf. Und natürlich hat jeder Spieler eine individuelle Familie und ein persönliches Haus. Wie soll man da einen Coop-Modus einbauen, wenn jeder Spieler seine eigene maßgeschneiderte Story erleben soll?
Fable 2 löst das ziemlich clever, in dem Server bei Microsoft auf Wunsch tracken, wo man geographisch in der Spielewelt ist und diese Position an andere Spieler (insbesondere die auf der Freundesliste) weiterleitet. Wenn ich also auf einer bestimmten Straße entlanggehe und ein Freund von mir dieselbe Straße in der anderen Richtung läuft, sehe ich eine schimmernde Kugel schweben, die ich einfach ignorieren oder aber ansprechen kann. Umgekehrt sieht mein Freund da wo ich stehe in seinem eigenen “Paralleluniversum” meine schimmernde Kugel. Und jetzt können wir uns absprechen und uns gegenseitig besuchen. Wenn ich beispielsweise in die Welt meines Freundes einsteigen will, genügt ein Knopfdruck und wir kämpfen Seite an Seite in seinem (oder meinem Universum). Oder man macht Sightseeing ala Sparkassenwerbespot: Mein Hund, meine Familie, mein Haus. Vorher kann man noch Spielregeln aushandeln (oder einfach die Standards akzeptieren), wer welchen Anteil des erspielten Goldes kriegt; “Erfahrung” und andere persönliche Eigenschaften darf man sowieso wieder in seine eigene Spielwelt mitnehmen, wenn man wieder zurückkehrt.
Wer sagt “Das kenn ich doch von Test Drive Unlimited” irrt ein wenig: Zwar zeigt da auch die Karte an, wo meine Freunde gerade fahren, aber da die Spielwelt nur statisch und nicht dynamisch ist, fahren alle auf der gleichen Insel und besuchen sich nicht gegenseitig in Universen, die sich vielleicht völlig anders entwickelt haben.
Und ja, es gibt eine “Sicherung”, die verhindert, daß mein “Freund” einfach in meiner Spielwelt die Familie umbringt, meine Schätze klaut oder die ganze Stadt gegen mich aufbringt. Und auch diese Sicherung können risiko-freudige Naturen ausschalten.

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