OK, jetzt muß es raus. Ich hab seit sechs Wochen einen Ipod.
Grund ist San Francisco. Zwischen Hotel und Konferenz-Gelände, direkt am Weg, war ein großer Apple Store. Rein aus Neugier bin ich rein und faßte einen Ipod Photo an. Böse Falle.
Apple versieht ab Werk alle Modelle mit einem Kontaktgift, welches alle Synapsen sofort auf "Kauf mich" programmiert. Klingt wie der Plan einer Haifisch-Made aus einem Moers-Roman, ist aber wahr.
Obwohl Itunes viele Macken hat und der Creative-Player weiterhin einen besseren Klang hat: Die Ipod-Bedienung per Clickwheel ist ohne Gleichen. Weil es eh so viele Ipod-Seiten im Web gibt, spare ich mir lange Ausführungen. Mein Killerfeature sind aber die "Ratings".
Arbeitsablauf 1: Komplettes Album auf Ipod rippen, Songs die mir nicht gefallen mit einem Stern bewerten - und beim nächsten Synchronisieren sind sie weg!
Arbeitsablauf 2: Songs mit einem Rip-Fehler oder schlechter Klangqualität kriegen zwei Sterne und sind nach dem Synchronisieren sofort auffindbar.
Noch dazu zeigt sich das geheime Feature meines Audi A4. Als "Kredit/Parkkartenfach" getarnt ist die Schublade im Armaturenbrett in Wirklichkeit der perfekte Ipod-Ständer.
Damit sind bei mir jetzt drei portable Mediaplayer im Einsatz: Zen Micro (für die Jackentasche), Ipod Photo 30 (für Auto und Büro) und Samsung YH-999 (für "Lost" in der S-Bahn).
Nach wenigen Stunden krieg ich mein Handy wieder. Akku geladen, scheint zu funktionieren. OK, dem geheimen Trick komme ich schon auf die Schliche…
Wenige Stunden später: Der Akku ist leer, das Gerät schaltet sich trotzdem immer wieder automatisch an (um sich zu beschweren, daß der Akku leer ist). Am Netzteil ist es nach zwei Stunden (angeblich) wieder geladen. Einen dritten virtuellen Ladezyklus später ist auch dieser Akku hinüber, tiefentladen und das Handy durch nix wiederzubeleben.
Der "Trick" der Servicetechniker war natürlich, einfach einen vierten, in einem anderen Handy geladenen Akku einzusetzen und meine Problembeschreibung zu ignorieren, denn offensichtlich funktioniert ja das Handy. Immerhin ist aber mein Weltbild wieder hergestellt. Kein Geheimbund, kein Strom aus dem Nichts, nur das nagende Gefühl, daß ich als Kunde wieder mal mehr wußte als der Techniker, aber niemand auf mich hört.
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Wir lieben Spiele. Doch Spannung, Schweiß und Tränen verschwinden zu oft aus den üblichen Testberichten. Deswegen mögen wir den »New Games Journalism«. Nebenbei versuchen wir, einige Themen der Ludologie vom akademischen Ballast zu befreien, um sie lesbar zu präsentieren. Und oft plaudern wir einfach bloß über Spiele, statt über sie zu urteilen. Wir werden sehr viele Fehler machen. Besonders zu Anfang. Dazu stehen wir. Inhaltliche Fehler sind verzeihlich, langweilige Texte nicht.
Hört, hört!
Service-Techniker müßte man sein, denn für die gelten die klassischen Gesetze der Physik nicht. Ein aktuelles Beispiel, vor nicht mal zehn Minuten passiert: Mein Mobiltelefon ist kaputt. Es läßt sich nicht laden und jeder Akku, den man einsetzt, ist nach einer Minute tiefentladen und defekt. Das ist inzwischen etabliert (mehrmals probiert mit verschiedenen Netzteilen) und ich stehe das dritte Mal innerhalb einer Stunde beim Service-Techniker:
Boris: "Das Ding ist kaputt. Egal ob über USB oder Netzteil, es lädt nicht. Hat gerade sogar den neuen Akku gefressen, den du mir gerade gegeben hast."
Service-Techniker: "Laß es mal hier, ich beobachte das mal."
Boris: "Da kann man nicht viel beobachten. Nach 15 Sekunden geht die Ladelampe wieder aus und nix passiert. Man kann es noch nicht mal einschalten, denn der Bootvorgang (Anm.d.Red: Dauer beim SDA etwa 30-45 Sekunden) kann noch nicht mal zu Ende durchlaufen, dann schaltet es ab. Soll ich’s dir zeigen?"
Service-Techniker: "Nein, das muss ich mir nachher mal in Ruhe angucken. Wahrscheinlich hilft ein Hard Reset."
Boris: "Du kannst es nicht hard-resetten. Während des Resets geht ihm der Strom aus. Und es nimmt keinen Strom vom Ladegerät."
Service-Techniker: "Laß es mir einfach da, ich kenne das Gerät, ich mach nachher einen Hard Reset."
Resignierend das Zimmer verlassen. Aber dann gedacht: Vielleicht kriegen die tatsächlich Geräte ohne Strom zum laufen. Und weil das den Weltfrieden gefährden würde, sind die Service-Techniker in einem Geheimbund und lassen den Kunden niemals wissen, wie das denn nun geht. Das würde erklären, warum ich in der Regel immer schlauer als die "Helpline" bin, wenn ich bei irgendeinem Gerät eine Anfrage habe. In Wirklichkeit reparieren die nie (und wissen daher auch nicht um Defekte), sondern zaubern einfach. Wer hat weitere sachdienliche Hinweise?
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