Philips, oh Philips. Erst heute am Flughafen (und dauernd auf N-24) euren aktuellen Claim gesehen: “Technology should be as easy as they box it comes in.” Genau das sollten EURE Geräte als erstes mal tun.
Wie schon erwähnt hat mein Fast PVR den Geist aufgegeben und es ergab sich eine Möglichkeit, sehr preiswert an einen HDRW720 von Philips ranzukommen. Im Prinzip drei Geräte in einem: Ein DVD-Player/Brenner, ein Festplatten-Videorekorder und eine elektronische Programmzeitschrift. Und genau so wirkt das Gerät auch - drei völlig unterschiedliche Benutzerführungen, abhängig vom Modus in dem man sich gerade befindet. Eine Fernbedienung auf der selbst ICH die richtigen Knöpfe nicht finden kann. Und dann idiotische Einschränkungen in der Funktionalität, die sich auch wieder nur dadurch erklären lassen, das drei unabhängige Geräte mit Ach und Krach aneinandergeflanscht wurden. So kann ich die Aufnahmequalität nur systemweit einstellen. Sendung A in hoher und Sendung B in niedriger Qualität aufnehmen? Unmöglich. Dann hat das Teil nur 12 Timer-Programmplätze. Ich habe eine 80 Gigabyte Festplatte und kann nur 12 Sendungen im Voraus programmieren! ZWÖLF! Alle Betriebsmodi reagieren teilweise mit ein bis zwei Sekunden Verzögerung auf Fernbedienungklicks (weswegen man gerne ungeduldig ein zweites Mal klickt). Der Erfolg - eine Tag nach der kompletten Konfiguration komm ich aus Versehen auf den automatischen Kanalsuchlauf und muss alles noch mal neu einstellen. Und, und, und…
Wenn es nicht so schrecklich verlockend wäre, mit einem erstaunlich gut funktionierenden Editor-Modus mal eben die Werbung (laut Anleitung “unerwünschte Szenen”, süß) rauszuwerfen und dann drei Folgen meiner Lieblingsserie en Bloc in guten zwanzig Minuten auf eine DVD zu brennen, ginge das Teil sofort wieder in den Laden. Jetzt hat er noch ein paar Tage Karenzzeit. Aber den ersten Absturz (Gerät reagiert auf nix mehr und leuchtet nur trotzig Rot) hab ich heute auch schon gehabt, fünf Tage nach dem Auspacken. Und ich bin schon auf der allerneuesten Firmware…
Zurück zur Eingangsthese: Philips muss dringend, und ich betone dringend, entweder den Claim ändern oder seine komplette Entwicklungsmannschaft feuern. Ich hab selten ein derart inkonsistent unlogisch zu bedienendes Teil gesehen wie diesen PVR.
Sorry, das von mir verwendete Umfragen-Modul macht Murks. Bis ich ein alternatives Programm gefunden hab, schalte ich Umfragen wieder ab.
Nichts böses ahnend war ich vor einigen Tagen in der Filliale eine bundesweiten Ladenkette, die man am ehesten mit dem französischen Wort “Hypermarkt” bezeichnen würde: Da gibt’s Lebensmittel, aber auch Klamotten, Spielwaren, Autozubehör, zu gut Deutsch fast alles, was halbwegs preiswert an den Kunden gebracht werden kann.
An der Kasse, in der langen Schlange, dreh ich mich nochmal um. Hinter mir die Bücherregale. Und dann trifft mich der Schlag, denn ich sehe das hier:

Was hat das da zu suchen, auch noch im Impuls-Kauf-Bereich? Die ausgestellten Bücher gehen haarscharf an der Kriegsverherrlichung vorbei, sind wahrscheinlich faktisch korrekt, aber eine sehr seltsame Tendenz ist hier doch festzustellen: Viermal Waffen-SS-Bildbände? In einer Kleinst-Buch-Abteilung im Supermarkt?
Ich mußte leider von zwei Möglichkeiten ausgehen, die beide zum Anlaß haben, hier nicht mehr einzukaufen:
a) Die Marktleitung findet die Waffen-SS ganz toll und will das den Kunden offen mitteilen.
b) Die Kunden finden die Waffen-SS ganz toll und kaufen diese Bücher wie wild, weswegen sie die Markleitung als Mitnahme-Artikel in den Kassenbereich stellen läßt.
Interessant nur, daß gerade in diesem Markt ein relativ hoher Anteil Ausländer einkauft (die haben eine gute türkische und griechische Feinkost-Ecke, da hol ich mir immer gebratene Auberginen in Tomatensoße).
Wenn mich jetzt nochmal einer anhaut, daß nur die Computer-Spiele-Industrie unsere Kinder verderben würde: In diesen Büchern blättern gelangweilte Kinder, während die Eltern den Einkaufswagen zur Kasse schieben. Das Medium (Buch, Spiel, Fernsehen) ist nicht der Verderber. Schlechte Inhalte gibt es überall. Und meistens erwischen sie einen da, wo man sie nun gar nicht vermutet.
Eine große deutsche Supermarkt-Kette hat sich als Werbespruch “Wir lieben Lebensmittel” auf die Fahne geschrieben. Sowas darf man nur machen, wenn man es auch ernst meint, also versucht, in der Qualität der Ware, die man liebt, zu glänzen.
In den Werbespots dazu wird das Ganze dann deutlich relativiert. Ging es im ersten (mir bekannten) Spot nur darum, daß die Einkaufstüte nur angeschnallt den Parkplatz verläßt, zeigt Spot Nummer Zwei, was wirklich gemeint ist: Verträumt schaut der Marktleiter zur attraktiven Kundin. Doch die ist gar nicht gemeint, sondern die schief stehende Dose Hühnersuppe neben ihm im Regal, die dann gerade gerückt wird. Das Regal ist jetzt super sauber. (Wehe, ein Kunde nimmt eine Dose raus).
Zwei wesentliche Anmerkungen zu dieser Werbestrategie:
a) Wenn man schon sagt, daß man Lebensmittel liebt, dann bitte nicht eine No-Name-Dosensuppe. Die fällt zwar technisch gesehen auch unter Lebensmittel, mehr Liebe würde ich aber der Präsentation von frischem Gemüse widmen. Aber die Fertiggerichte nehmen auch hier deutlich mehr Quadratmeter ein als die liebenswerte Frischware.
b) Claims muss man leben können. Ein kurzer Blick in die Filliale dieser Ladenkette bei mir am Ort läßt keinerlei fortgeschrittene Liebe zu den Lebensmitteln erkennen. Zumindest nicht im Sinne von “Wir können das besser als andere”. Die Mitarbeiter/innen sind zwar relativ gesehen noch im oberen Freundlichkeitsdrittel anzutreffen, aber wie in jedem deutschen Supermarkt halt ausgebeutete Kassen- und Einräumkräfte, denen man die Liebe zum verkauften Produkt gar nicht vorschreiben mag.
Wahrscheinlich haben sich wieder sehr sehr teure Consultants und Agenturen dieses “Wir lieben Lebensmittel” Konzept für viel Geld einfallen lassen. Aber, in Abwandelung eines anderen Werbespruchs: Neue Werbekampagne: 10 Millionen Euro. Gesunder Menschenverstand: Unbezahlbar.
So, was haltet Ihr nun von den Frontblenden? Siehe Umfrage unten rechts oder hier.
Neue Kommentare