Welches Kabel soll ich nehmen? (April 2008)

Xbox 360 28 Kommentare »

Hier ist er, der lange erwartete Beitrag zum Thema “Wie schließ ich meine Xbox 360 am besten an?”

Er beginnt mit dem Eingeständnis, daß es immer individuelle Probleme gibt. Die Industrie kann sich auf Standards noch und nöcher einigen, irgendwo hakt es immer und jeder Tip in dieser Liste wird für irgendein Gerät da draußen nicht funktionieren. Ich hab alles zusammengetragen, was ich weiß, selber ausprobiert habe oder durch genügend glaubwürdige Postings abgedeckt ist.

Ich habe einen Fernseher. Einen ganz normalen Fernseher. Dann liefert mit 99%iger Wahrscheinlichkeit das Advanced SCART Kabel das beste Bild. Ausnahme sind in der Regel Flachbildschirme sowie 100-Hz-Röhrenfernseher (siehe unten). Die können oft mit dem RGB-Signal nichts anfangen. Das Kabel funktioniert dann trotzdem, aber eben nur mit der Composite-Bildauflösung. Das normale Composite-Kabel läßt bei feinen Details manchmal kleine Mikro-Schachbrettmuster oder Fischgräten auf den Schirm - das liegt aber nicht an Xbox 360 sondern schlicht und einfach an der Modulation des PAL-Signals.

Ich habe einen Receiver mit Video-Eingängen im S-Video-Format. Ich will Gameplay-Videos mit einer Capture-Karte grabben. Dann wäre ein S-Video-Kabel gut, aber das bietet Microsoft in Europa nicht an, da die Nachfrage homöopathisch ist. Es gibt mit Sicherheit Versender im Internet, die S-Video-Kabel importieren oder selber löten. Das Signal kann aus der Box rausgeholt werden, das Kabel gibt es lediglich nicht von Microsoft Europa zu kaufen.

Ich habe einen ordentlichen PC-Monitor. Da ist das VGA-Kabel empfehlenswert. Mit diesem Kabel unterstützt Xbox 360 eine Reihe von Auflösungen, um es optimal an alle möglichen Monitore anzupassen, aber drei Dinge sollte man wissen:

  • Einige Spiele funktionieren in der 1280 x 1024 Auflösung nicht korrekt. Hier hilft nur “runterdrehen” der Auflösung. Patches für dieses Problem sollte man sicherheitshalber nicht erwarten, da diese Spiele in anderen Auflösungen mit dem Kabel fehlerfrei laufen.
  • Eine Reihe von Xbox (1) Spielen funktioniert nicht, da sie auf 50 Hz Bildwechselfrequenz eingeschworen sind - das VGA-Kabel läßt aber nur 60 Hz zu weil sonst einige Monitore den Geist aufgeben würden. Und bei manchen Auflösungen werden manche Spiele gequetscht oder gestreckt dargestellt. Das Problem ist technisch nicht lösbar. Wer wirklich viele Xbox (1) Spiele spielen will, dem empfehle ich den Umstieg von VGA auf einen anderen Videomodus.
  • PAL-Film-DVDs und PAL-Videos ruckeln, weil der Monitor nur in 60 Hz betrieben werden kann, die DVDs oder Videos aber mit 25/50 Hz ausgegeben werden wollen.

Ich habe einen HD-Ready-Fernseher. Wenn der Fernseher/Beamer/Monitor einen sogenannten YUV / Component Analog Eingang hat, ist man mit dem Component-Kabel am besten bedient. Ja, bei manchen Fernsehern macht das VGA-Kabel ein etwas schärferes Bild. Ja, bei manchen Fernsehern wird aus unerfindlichen Gründen ein kleiner Teil des Bildes abgeschnitten (was keine Gameplay-Probleme macht). Aber mit diesem Kabel läuft jedes Spiel in HiDef und die Box kann automatisch in 50 Hz fahren, wenn Xbox (1) Spiele oder Film-DVDs eingelegt werden. Wer probierfreudig ist, kann wegen vielleicht besserer Bildqualität das VGA-Kabel probieren, aber es kann halt die erwähnten Probleme geben.
Ich habe einen modernen Fernseher mit HDMI-Eingang.
Alle Xbox 360 Konsolen, die ab Sommer 2007 hergestellt wurden, haben einen HDMI-Ausgang. An diesen läßt sich ein handelsübliches HDMI-Kabel anstecken. Das Kabel überträgt Bild und Ton. Wer den Ton separat in einen Receiver über ein optisches Kabel einspielen will, benötigt einen Adapterstecker der sowohl der Xbox 360 Elite wie dem offiziellen Xbox 360 HDMI-Kabel beiliegt.
An Konsolen die keinen HDMI-Ausgang haben ist dieser auch nicht nachrüstbar. In Tests haben sich keine sichtbaren qualitativen Vorteile durch die HDMI-Übertragung ergeben.
Ich habe einen Monitor mit DVI-Eingang. HDMI auf DVI Adapterkabel funktionieren an Konsolen mit HDMI-Ausgang (siehe oben), allerdings ohne Ton. Der entsprechende Adapter ist aber nicht einzeln zu haben; notfalls kann man sich sein altes Komponentenkabel so zurechtschnitzen, daß es neben das HDMI-Kabel in die Konsole eingesteckt werden kann.

Die Sonderfälle:

Ich habe einen 100-Hz-Fernseher / einen Flat Screen TV ohne VGA oder Komponenten-Eingang. Hier ist mein Latein am Ende, denn hier ist jedes Gerät anders. Manche können RGB, manche nur S-Video. Hier hilft nur Anleitungsstudium. Wenn RGB verarbeitet werden kann, ist das Advanced-Scart-Kabel das Beste. Ein S-Video-Kabel macht das Bild auch deutlich besser - sofern ein dedizierte S-Video-Eingang am Gerät ist. Manche Geräte haben einen Komponenten-Eingang, der allerdings nur ein 480p-Signal verträgt.

Ich möchte DVI, HDMI oder ein anderes digitales Format auf eine ältere Konsole nachrüsten. Das ist leider nicht möglich. Konsolen ohne HDMI-Ausgang haben nicht die notwendige Elektronik. Die im Internet angebotenen VGA auf HDMI Konverter sind nichts anderes als externe Digitalisierer die das Bild nicht verbessern können.

Mein Fernseher ist HD-Ready, hat aber keinen Komponenten-Eingang. Einige Hersteller “verstecken” den Komponenten-Eingang in der VGA-Buchse. In der Regel liegt diesen Geräten ein YUV auf VGA Adapter bei. Bitte Anleitung lesen. Wenn der Fernseher HD-Ready ist, muss er laut Spezifikation auch den Komponenten-Eingang haben.

Ich hab das Komponenten-Kabel, aber das Bild ruckelt / ist unscharf.

  • Ist der Schiebeschalter am “Knubbel”, der in die Xbox 360 gesteckt wird, auf HDTV geschoben?
  • Wenn Film-DVDs ruckeln: Bitte den Schiebeschalter einmal auf “TV” schieben, Box ein- und ausschalten, dann wieder auf HDTV schieben.
  • Im System-Menü mal die 480p Auflösung ausprobieren. 1080i bringt auf sehr wenigen Fernsehern (nur extrem teuren) ein besseres Bild.

Und was ist mit dem Ton? Alle Kabel bis auf das ganz einfache Video-Kabel, welches nur der Xbox 360 Core System beiliegt, haben einen optischen Digital-Ausgang für grundsätzlich immer aktives Dolby Digital 5.1.

Vorsicht! Moral im Anflug!

Aufreger 22 Kommentare »

Die Diskussion um den Unterschied zwischen Raubkopie und legaler Kopie legt mal wieder einen Zahn zu. Und zwischen den Fronten steht der ehrliche Trottel, so einer wie ich, der die technischen Möglichkeiten nicht bis zum Anschlag ausnutzt und daher dann die Strafe der Medienindustrie und den Spott der anderen Nutzer zu ertragen hat.

Als ich vor zwei Tagen hier schrieb, auf welchen legalen Wegen ich mir die aktuellen Lost-Folgen aus USA beschaffe, gabs viel Gelächter (einiges hab ich aus den Kommentaren gelöscht) teilweise mit dem Motto “Selbst schuld, wenn du für Microsoft arbeitest”.

Nun soll dieses Blog nicht gegen den allgemeinen moralischen Verfall kämpfen, aber es ist schon erschreckend, daß viele Mitmenschen nicht nur meinen, eine zumindest graue Medien-Nutzung sei nicht nur OK, sondern jemand, der nicht mitmacht, sei auch nicht cool. Es nervt mich tierisch, wenn ich zum hundertsten Male vorgehalten kriege, was ich denn gegen Divx hätte? Nun, zum einen, daß die erste Version bei Microsoft geklaut war (ein gehackter Mpeg-4-Codec), zum anderen, daß bei aller technischer Brillanz 98% der Benutzung eben das Klauen von Medieninhalten ist. Das hohe Datenaufkommen von Bittorrent in den Internet-Backbones ist nicht darauf zurückzuführen, daß sich die Nutzer jeden Tag eine andere Linux-Distribution runterladen (wofür Bittorrent einfach hervorragend ist, keine Frage). Bittorrent und Mpeg-4 (um mal Divx wieder gerade zu rücken) sind tolle Technologien, die leider von Millionen von Nutzern völlig pervertiert angewendet werden.

Auch wenn ich nicht bei Microsoft arbeiten würde, so bin ich doch Vater zweier Kinder, denen ich nicht vorleben mag, daß es “cool” ist, Musik und Filme zu klauen.

Ich leide unter dem Musik-Klau, weil ich immer weniger Audio-CDs kaufen kann, da ich Angst haben muß, die nicht auf meinen portablen Musikplayer zu bekommen.

Ich bin Realist: Die Katze ist aus dem Sack, die Würmer aus der Dose und das Rad läßt sich nicht zurück drehen. Aber aufregen darf ich mich trotzdem darüber, wie normale, erwachsene Menschen meinen: “Kopieren macht doch jeder, ich also auch. Mach doch mit”.

Der Fluch des Google

Aufreger, Xbox 360 4 Kommentare »

Da ich seit meinen vorletzten Postings offensichtlich im ganzen Netz als die Koryphäe auf dem Gebiet “Freenet und Xbox Live” gelte, kriege ich jetzt die ganzen EMails von Leuten, die sich was offensichtlich vom Händler was aufschwatzen haben lassen und nun nix zum Laufen bekommen. Dabei bin ich weder Freenet-Kunde noch Gigaset-Router-Besitzer und kann auch gar nix ausprobieren. Als besonderer Service hier die zwei wichtigsten Dinge, die ich in den letzten Tagen an Kunden weitergeben durfte:

  • Um einen Router zu konfigurieren, braucht man einen PC. Xbox und Xbox 360 können keine Router konfigurieren.
  • Die Siemens Gigaset Router scheinen problematisch zu sein und ohne Firmware-Update keine MTU-Size-Anpassung durchführen. Das führt nicht nur bei Xbox Live zu Problemen. Ich wußte nicht mal, das Siemens auch Router baut…

Lost again…

Fernsehen 12 Kommentare »

Und wieder ein moralisches Dilemma gemeistert: Nach dem höchst unbefriedigenden Ende der ersten Staffel von Lost, kombiniert mit den ständigen Nerv-Einblendern und Audio-Jingles von Pro 7, juckte es mir arg in den Fingern, doch mittels Bittorrent und Co einfach die aktuellen USA-Folgen zu saugen und zu gucken. Hab aber noch einen Lost-Verrückten in den USA gefunden, der alles brav auf DVD-R aufnimmt und mir die Scheiben zum Angucken zuschickt und dann auch wiederkriegt. So, verbietet DAS mal, liebe Medien-Industrie.

Die ersten beiden Folgen der zweiten Staffel sind schon geguckt und ich bin ein wenig irritiert. Spoilerfree: In der ersten Folge läuft eine Nebenhandlung bis zum Punkt, wo der gute Doktor “You’re…” sagt. Abblende. In der zweiten Folge kriegt man eine extended Version dieser Nebenhandlung, die eigentlich nix neues erklärt (nur, wo die Turnschuhe herkommen) und die an exakt dem gleichen Punkt endet. Ich hab nix gegen eine erklärende Wiederholung, aber das war ja wohl nur Zeitschinden. Extrem schade, denn es könnte durch die beiden neuen Handlungselemente durchaus spannend werden. Eines war allerdings nur doof: Der Cliffhanger der zweiten Folge wird durch die Vorschau auf die dritte Folge sofort aufgelöst (sofern man einen Funken Intelligenz im Hirn und ein gutes Gedächtnis für Gesichter hat).

Unglaublich, aber Vario

Gadgets 4 Kommentare »

Zwangsupgrade mit Happy-End: Seit einer Woche hat mich meine Firma vom T-Mobile SDA auf einen MDA Vario “verbessert”. Der erste Kontakt war allerdings ziemlich ernüchternd: Als Mobiltelefon ist das Teil unhandlich und schwer. Nicht nur das: Wenn man damit mal telefonieren will, dann muß man eigentlich einen Stift besorgen, denn der Touch-Screen erkennt Fingerstubser nicht besonders gut und die emulierten Tasten sind klein. Sprich, die wesentliche Funktion eines Telefons, mal jemanden anrufen, kann hier nur mit “ungenügend” beurteilt werden.

Aber: Soooo viel telefonier ich nicht mit dem Handy (außer auf Messen). Die Handvoll Nummern, die ich mehr als einmal im Jahr anwähle, lassen sich über die Sprachwahl eh viel komfortabler aufrufen. Und die Sprachqualität ist auch gut.

Was mich mit dem Teil aber innerhalb von zwei Tagen sehr versöhnt hat, sind die drei Killerapplikationen Mail, Frotzs und TCPMP.

In den MDA Vario integriert ist eine Mini-Version von Outlook, die sich mit einem Exchange-Mail-Server ganz hervorragend synchronisiert (insbesondere bei Attachments, Forwards und Replys, wo ich nicht erst die ganze Nachricht runterladen muß, sondern der Server viel von der Arbeit übernimmt und Bandbreite spart). Und die eingebaute Schiebe-Tastatur ist tatsächlich sogar benutzbar, um auf die Schnelle eine Antwort zu schreiben. Der ziemlich scharfe und helle Bildschirm tut seinen Teil dazu, um brauchbare EMail in der Tasche zu haben. Jetzt versteh ich langsam doch die Blackberry-Verrückten, zum Beispiel die aus der Agnes-Straße in München. Mit dem SDA hab ich Mails gelesen und unnötiges gelöscht und nur in Notfällen kurz geantwortet. Auf dem Vario hab ich in der ersten Woche schon drei mittellange Mails geschrieben.

Beim Durchsuchen des Netzes fand ich dann einen verrückten Italiener (kein Schimpfwort, sein Mail-Alias ist “madinitaly”) der den guten alten Frotz für die aktuellen Windows-Mobile-Versionen aufpoliert. Jetzt hab ich “Leather Goddesses of Phobos” auf dem Handy (Hallo Steve) und freu mich schon auf die nächste längere Reise. Natürlich sind auch Bejeweled 2 und Zuma von Astraware schon längst installiert.

Zu guter Letzt zeigte mir ein Kollege den Core Pocket Media Player, einen Media Player mit integriertem Decoder für diverse MPEG-4-Formate und alles garantiert Open Source und nicht durch Zweckentfremden kommerzieller DLLs zusammengeklaut. Passend dazu gibt es den Pocket DIVX Encoder und jetzt bin ich tatsächlich doch Nutzer des MPEG-4-Formates geworden. Allerdings will ich weiterhin keine aus dem Internet gezogenen Clips ansehen, sondern konvertiere einfach aufgenommene Fernsehsendungen statt für meinen Samsung jetzt fürs Handy. Das Bild ist minimal kleiner, die Bild- und Tonqualität aber nicht schlechter, und damit spare ich mir ein Gerät in der Tasche: Jetzt hab ich ein paar Folgen Monk und Schillerstraße in der Hosentasche immer dabei - Trägermedium “Mini SD”.

Extrem verblüfft hat mich die Batterieleistung des Geräts. Ich dachte mir, das so eine dreiviertelstunde Videogenuß mir das schnelle Aufsuchen eines Ladegeräts nahelegen würde, aber der Akku war gerade mal zu 8% geleert worden. Das muß noch weiter getestet werden, ist fast unglaublich.

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