Daß man sich Erfolge und Gamerscore für echtes Geld kaufen kann, ist ja schon old News (In dem man andere Leute bezahlt, die Spiele für einen zu spielen). Neu hingegen ist das Gerücht, daß Microsoft Programme plant, bei denen man für Gamerscore Sachen, Points oder Geld bekommt.
Nun hat Microsoft da bisher offiziell noch keine Stellung bezogen, aber persönlich glaube ich nicht, daß es ein solches Programm geben wird.
Die Welt des Geldes ist ein in sich geschlossenes System. Es gibt eine Maximalmenge Geld in einer bestimmten Währung, diese ist manchmal sogar durch reale physische Werte abgesichert (Der Goldvorrat der USA in Fort Knox ist ein markantes, nicht ganz korrektes Beispiel). Wenn eine Regierung das Geld einfach wild vermehrt, führt das zu massiver Inflation. Dann kostet ein Laib Brot auf einmal 17 Millionen Reichsmark. (Da mach ich jetzt nicht mal einen Wikipedia-Link, soviel Allgemeinbildung setze ich hier voraus).
Gamerscore hingegen ist durch nichts abgesichert, der kann von den Spielern beliebig erweitert werden. Leg dir noch mehr Silber-Accounts an, hole dir dort mit den Easy Spielen schnell ein paar Punkte, und fertig. Nur: Wenn es keinerlei Grenze für Gamerscore gibt, kann er auch nicht gegen eine begrenzte Resource wie beispielsweise Geld oder T-Shirts oder anderes getauscht werden.
Daher sollte eigentlich jeder halbwegs intelligente Mensch davon ausgehen, daß so ein Belohnungs-Programm, welches als Gerücht durch die Lande geht, gar nicht funktionieren kann.
Einen Schritt seitwärts gehend möchte ich da auf einen interessanten Artikel zu Second Life hinweisen, bei dem der Autor schlüssig darlegt, daß es sich um ein gigantisches Schneeball-System handelt. Ihr kennt die Dinger: Man schickt an jemanden 100 Euro und muß zehn Freunde finden, die 100 Euro an den nächsten auf der Liste schicken und angeblich hat man irgendwann man selbst eine Fantastillion. Das Ganze funktioniert aber nur so lange, wie man Leute findet, die 100 Euro einzahlen - und da die Zahl der Menschen begrenzt ist, sehen nur die Initiatoren eines solchen Systems wirklich Geld, während alle anderen leer ausgehen. Bei Second Life ist es ähnlich: Leute können darin nur “reich” werden, solange immer neue Spieler dazu kommen und zusätzliches echtes Geld in die Ökonomie pumpen. Bleiben neue Spieler aus, steht das System still und das Geld wird nur noch hin- und hergeschoben.
Appliziert man diese Gedanken auf Gamerscore, wird schnell klar, daß es keine wirtschaftlich sinnvolle Möglichkeit gibt, die Punktzahl aller Spieler direkt in Geld oder Points zu verwandeln.
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