Gebrauchtkonsolen und die Garantie

Xbox 360 Comments Off

Aloha! Kriege gerade eine Mail, das immer mehr Leute gebrauchte Xbox 360 Konsolen auf Ebay und in Foren anbieten und die dreijährige Garantie preisen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit hier Boris kleiner privater (!) Leitfaden zum Thema Xbox 360 und Garantie (die offizielle Aussage gibt es nur beim Xbox Support).

Es gibt einen Unterschied zwischen Gewährleistung und Garantie. Die Gewährleistung ist gesetzlich vorgeschrieben und wird immer vom HÄNDLER gegeben. Also, wer seine Konsole im GamesLaden kauft, der hat einen rechtlichen Anspruch gegen den GamesLaden. Wenn in den ersten sechs Monaten was kaputt geht, muß der GamesLaden die Konsole reparieren (es besteht kein Anspruch auf ein neues Gerät). Natürlich wird der GamesLaden unseren Support anrufen, die Konsole reparieren lassen und dann wieder zurückgeben; da man dafür zweimal zum Laden fahren muß, ist es einfacher, selber den Xbox-Support anzurufen oder per Webseite die Reparatur in Auftrag zu geben. Nochmal: Eine defekte Konsole ist schneller wieder repariert bei Euch, wenn ihr nicht zum Laden geht, sondern unseren Support anruft.

In Monat Sieben bis Vierundzwanzig gilt die Gewährleistung immer noch – aber jetzt muß der Kunde nachweisen, daß der Fehler von Anfang an bestanden hat und erst jetzt zu Tage tritt. Der Händler kann also sagen “Nö, das ist Verschleiß, das fällt nicht unter Gewährleistung” und Euch nach Hause schicken.

Microsoft gibt auf Xbox 360 Konsolen eine freiwillige, zweijährige Hersteller-Garantie. Jeder nicht durch Euch verursachte Fehler (Konsole ins Wasser gefallen zählt zum Beispiel nicht) wird durch Microsoft in der ersten zwei Jahren kostenlos repariert.

Die Hersteller-Garantie ist auf drei Jahre verlängert worden für alle Probleme bei denen die Konsole nach dem Einschalten nur noch drei rote Lichte auf der Frontseite zeigt. Nur für diese Probleme gibt es ein zusätzliches Jahr kostenlose Garantie.

Die freiwillige Hersteller-Garantie hat allerdings mehrere Einschränkungen:

  1. Sie gilt nicht für Geräte, die geöffnet wurden oder an denen nicht lizensiertes Zubehör benutzt wurde (zum Beispiel diese blöden “Kühler”, die nichts bringen).
  2. Sie gilt nur für den ersten Käufer der Konsole. Sie gilt NICHT für Konsolen, die gebraucht weiterverkauft wurden. Wer eine gebrauchte Konsole kauft, hat KEINE freiwillige Hersteller-Garantie mehr.

In Fall 1 ist nix zu machen – Microsoft weigert sich sogar, Geräte, die geöffnet und manipuliert wurden überhaupt zu reparieren (auch nicht gegen Geld). Bei Fall 2 gilt: Auch bei Gebrauchtwaren hat der Verkäufer (!) eine Gewährleistungspflicht. Eine Gebrauchtkonsole muß man immer beim Verkäufer reklamieren, der muß sich um die Reparatur kümmern.

    Für alle weiteren Fragen: Bitte nicht in die Kommentare, sondern an den Support wenden. Alles, was ich hier direkt zu dem Thema sagen mag, ist hier gesagt. Die Links zum Support und dem offiziellen Support-FAQ sind oben. Danke!

Bad News, Good News

Xbox 360 37 Kommentare »

Marc Whitten, Chef von Xbox Live, hat im Interview mit Next Generation mehrere Dinge enthüllt, die mir auch schon seit Wochen unter den Nägeln brennen, aber noch “geheim” waren. Die beiden wichtigsten Informationen:

1. Es gibt dieses Frühjahr kein weiteres Software Update für die Konsole, weil mehr Arbeit hinter den Kulissen angefallen ist, um Live für die Zukunft fit zu machen.

2. Noch im Juni soll ein Tool veröffentlicht werden, mit dem man selber die Lizenzen (Arcade-Spiele, Premium Downloads, etc.) auf eine neue Konsole übertragen kann, zum Beispiel wenn man auf eine Elite Konsole umsteigt. Bisher ist es nur möglich, die Inhalte auf anderen Konsolen zu spielen, wenn man mit dem entsprechenden Gamertag online war. Bevor dieses Tool gestartet werden konnte, mußte mit allen Lizenzgebern verhandelt werden, denn die ursprüngliche Lizenz sah ein Umziehen eines Inhaltes auf eine neue Konsole nicht vor.

If Adventure has a name…

Filme 44 Kommentare »

…it must be Indiana Jones.

Stand auf dem Teaser-Plakat für Indiana Jones and the Temple of Doom und gilt auch heute noch. Kingdom of the Crystal Skulls ist ein atemberaubender Abenteuerfilm.

Ich ging mit niedrigen Erwartungen und möglichst wenig Vorwissen ins Kino (gerade mal den Trailer gesehen) und wurde nicht nur angenehm überrascht, sondern gefesselt. (Keine Angst, der Beitrag bleibt absolut spoilerfrei, ich will niemandem was versauen). Spielberg holt aus den augelutschtesten Situationen nochmal was raus, baut eine extrem lange Dschungelverfolgungsjagd die sich einfach weigert, langweilig zu werden und versenkt Millionen von Dollar in einem Setdesign des Jahres 1957, das auch die obligatorische Dialogszene, in der dem Publikum der Plot erklärt wird, zu einem optischen Genuß macht. Der Film ist nie langweilig, und das ist selten heutzutage – und macht damit sogar den Plot erträglich, der bei jedem anderen Regisseur ins absolut lächerliche abgeglitten wäre. Selbst ich, der sonst bei jeder Handlungsinkonsistenz am liebsten das ganze Kinopublikum belehren möchte, habe Minuten gebraucht, um mir selbst die Schlüsselfrage zu stellen (spoilerfrei): Wer hat denn das Ding am Schluß eigentlich gebaut? Die, die es konnten, nun ja, die konnten es ja nun offensichlich nicht, oder? Wie ein großartiger Zauberer setzt Spielberg jeden Taschenspielertrick ein, damit man die “Löcher” einfach nicht sieht, selbst wenn man will. Beim zweiten Ansehen klappt das wahrscheinlich nicht mehr.

Auch der junge Sidekick ist nicht etwa eine Notlösung, sondern einfach ein hervorragender Charakter, perfekt eingebunden, sauber gespielt. Wenn man sich nur nicht andauernd fragen würde, warum der Sänger von Depeche Mode immer noch so jung aussieht…

Zehn Bonuspunkte für die zynische Kritik an der heutigen politischen Situation in den USA (man ersetze einfach eine Zeit lang in den Dialogen “Kommunisten” durch “Terroristen”) und weitere zehn für die Chuzpe, den Hauptdarsteller am Ende der ersten atemlosen halben Stunde in eine Situation zu bringen, die James Bond 40 Jahre lang nicht durchstehen mußte, sowieso nie im Leben überlebt hätte, und diese auch noch so zu verkaufen, daß man nicht laut “Neeee” stöhnt, sondern applaudiert. Bei jedem anderen Film wäre das die Schlußszene gewesen. Hier folgen noch neunzig Minuten.

Hut ab, Steven. Gut gemacht.

Little Drummer Boy

Videospiele, Xbox 360 32 Kommentare »

Rock Band ist endlich da. Am liebsten würde ich die Drums spielen – aber ich hab in meinem Arbeitszimmer keinen Platz. Erste Gehversuche mit der Baßgitarre gemacht – aber ich will (wie hier bei einer kleinen internen Microsoft-Party) an die Drums!

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(Danke an Sebastian, Constanze und Her Guitar Heroness Katja…)

Promis, Preise, Spenden

Random Noise, Videospiele 13 Kommentare »

Gestern nacht verlieh der Entertainment Media Verlag in München die “LARA” und zu allererst einmal muß man dem Verlag gratulieren und anerkennen, daß hier sehr ernsthaft versucht wird, das Medium Computerspiel auf eine Ebene mit anderen Medien zu stellen. Die begleitende Abendveranstaltung hat das Ziel, nicht von der Industrie für die Industrie gemacht zu werden, sondern einen Medienwert für Magazine, Zeitungen und Fernsehen zu besitzen und unter anderem von lokaler Prominenz und Glamour durchsetzt zu sein.

Leider ist man meiner privaten Meinung als Spieler nach noch nicht ganz am Ziel. Für mich war die knapp vier Stunden lange Show irgendwie ein Gemisch von Medienbrüchen, die sich nicht annäherten. Die Laudatoren zum Beispiel wurden ausgewählt, um für die Thematik des jeweils gewinnenden Spiels relevant zu sein: Ein Koch für Ratatouille, ein Sportreporter für PGR4, und so weiter. Nur hatten viele der Redner wenig Ahnung von oder Respekt vor Spielen und brachten das auch klar zum Ausdruck. So manches Gesicht verzog sich, als beispielsweise TV-Koch Steffen Henssler das Publikum auf “ihre Daddelautomaten” ansprach. Die “Performance” vom Enfant Terrible der deutschen Fernsehunterhaltung, Martin Semmelrogge, war allerdings unfreiwillig gut. Obwohl ihm das Thema offensichtlich nichts sagte, las er seinen vorgefertigten Text mit einer unschlagbar kumpelhaft schnodderingen Art vor, die alles wieder rausriß. Das Musik-Programm war, obwohl auch hervorragende Künstler auf der Bühne standen (Stephanie Heinzmann zum Beispiel), eigentlich völlig losgelöst vom Thema Spiele zu sehen. Natürlich kann es nicht nur Songs aus Videospielen geben, aber irgendwie fehlte mir die Verbindung zwischen dem Thema Games und dem Rahmenprogramm.

Die Kategorien und Preisträger ermittelt der Entertainment Media Verlag mit einer internen Jury (bis auf einen Publikumspreis). Das führte zu einigen ungewöhnlichen Entscheidungen, wie beispielsweise dem Triumph von “Project Gotham Racing 4” über “Super Mario Galaxy” in der “Family”-Kategorie, den ich so nicht erwartet hätte (über den ich mich aber natürlich freue).

Den Sonderpreis “LARA of Honour”, gab es auch für mich persönlich völlig berechtigt: Für sein Lebenswerk wurde Jürgen Goeldner ausgezeichnet. In den Achtziger Jahren war er eine der treibenden Kräfte, Computerspiele überhaupt in Deutschland in Ladengeschäften zu verkaufen und professionell zu entwickeln. Ohne ihn gäbe es auch keine deutsche Version von Monkey Island, denn Jürgen hat damals die Verträge ausgehandelt und sich weit aus dem Fenster gelehnt, um bei Lucasfilm Games durchzusetzen, mich mit vollem Source Code und vielen Freiheiten auszustatten. Schon davor, in meinen Powerplay-Pressejahren, war Jürgen mein liebster Ansprechpartner in der Industrie (ich erinnere mich an meine erste USA Pressereise zu Epyx und Lunch im legendären Lion and Compass – mein erstes Geschäftsessen der Kategorie “Nimm eine Krawatte mit” überhaupt). Darum, an dieser Stelle, ein Danke an Jürgen Goeldner.

Eine seltsame Entgleisung des Abends war aber durch den Veranstalter ungeplant und wahrscheinlich auch unerwartet. Als Stargast der LARA konnte man Veronica Ferres gewinnen, die die Möglichkeit hatte, für den Verein Power-Child zu werben und auch einen Scheck mit einem Teil der Sponsor-Einnahmen für die LARA mitzunehmen. Wie bei diesen Veranstaltungen üblich kam dann noch nach und nach die eine oder andere Firma auf die Bühne, um die gespendete Summe weiter aufzustocken. Soweit, sogut. Doch gleich der Zweite, der sich spendabel zeigte, war Bobby Chang von Rapidshare, eines Webdienstes, der viel von Raubkopierern genutzt wird und in Deutschland das eine oder andere rechtliche Problem hat. Die Episode hatte zwar nicht ganz die Absurdität wie eine Preisverleihung vor einigen Jahren, bei der ein Kopierprogramm als “Beste Anwendung” gewann, hinterließ bei mir aber einen sehr fahlen Nachgeschmack im Mund. Ich konnte gerade zumindest mit wenigen Klicks diverse illegale Versionen von Xbox 360 Spielen finden, die auf Rapidshare gehostet werden, und hab ein echtes Problem, wenn sich der Geschäftsführer auf einer Veranstaltung der Medienindustrie als Wohltäter zeigen will.

Dafür hat Fabian Döhla von Sega in der “After Show Party” dafür gesorgt, daß es jetzt kompromittierende Fotos von mir mit anderen Branchengrößen gibt. Na denn…

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Weiteres Highlight des Abends: Das Gipfeltreffen der Erstväter – diverse langjährige Mitstreiter aus Presse und Industrie, die allesamt vor drei bis vier Monaten das erste Mal Vater geworden sind und sich nicht über Highscores, sondern über Schreibabies und Schlaf- (und Spiel-)mangel unterhielten. Gruß und Glückwunsch an Achim, Gunnar und Jochen mitsamt Familie.

Mehr über den Event, inklusive eines etwas ernsthafteren Bildes von mir, findet man auf den Seiten des Entertainment Media Verlags.

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